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Die Proben fanden zuerst auf dem Schützenplatz in einer Holzbaracke statt, später auf dem Sportplatz in der Tischtennishalle. Als Stabführer kamen Ernst Lindow und Dietmar Anderson, welcher auch im Stabsmusikkorps der NVA war, zum Einsatz. | Der Spielmannszug wurde 1957 von Werner Reddöhl aufgebaut und war eine Sektion innerhalb der BSG Motor Boizenburg. Nach Werner Reddöhl, der 1972 unerwartet starb<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1972 07|Der Tambour 07/1972]]</ref>, leiteten diese Sektion Ernst Lindow, Herbert Voss und Horst Freischmidt.<ref>SV Motor Boizenburg e.V., E-Mail vom 26.09.2025</ref> | ||
[[Datei:Boizenburg 1980 LetzterAuftritt.png|mini|Letzter Auftritt 1980 des Erwachsenen-Spielmannszuges]] | |||
Die Proben fanden zuerst auf dem Schützenplatz in einer Holzbaracke statt, später auf dem Sportplatz in der Tischtennishalle. Als Stabführer kamen Ernst Lindow und Dietmar Anderson, welcher auch im Stabsmusikkorps der NVA war, zum Einsatz.[[Datei:SZ Boizenburg Pioniere1970.jpg|mini|Pionierzug 1970/71]]1967 wurde ein Kinderspielmannszug gebildet. Detlef Fietze war hier Stabführer. Durch gute Leistungen 1970 wurde dieser Zug für 1971 in die höchste [[Leistungsklasse]] (LK I) eingestuft und in den [[Zentraler Pionierspielmannszug der DDR|Zentralen Pionierspielmannszug der DDR]] berufen.<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1970 09|Der Tambour 09/1970]]</ref> Allerdings konnte man dies nicht halten, insbesondere durch eine Disqualifizierung bei der [[DDR-Bestenermittlungen der Pionierspielmannszüge|DDR-Bestenermittlung]] aufgrund unvollständiger Mitgliedsbücher<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1971 08|Der Tambour 08/1971]]</ref>. Bereits im Folgejahr 1972 startete man eine Klasse tiefer<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1971 10|Der Tambour 10/1971]]</ref> und 1973 sogar nur noch in der Allgemeinen Klasse<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1972 10|Der Tambour 10/1972]]</ref>, wurde aber dennoch Bezirksmeister. Den Erwachsenen gelang der Titelgewinn erst 1976. | |||
1975 zerfiel der Nachwuchsspielmannszug.<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1978 03|Der Tambour 03/1978]]</ref> Übungsleiter fehlten damals, so dass die Jungen und Mädchen sich selbst überlassen blieben. In der Folge wurden Übungsleiter bei den Erwachsenen ausgebildet wurden, nun aber fehlten die Kinder. Die Leitung der BSG Motor Boizenburg fand Unterstützung der SED-Kreisleitung. Gemeinsam mit den Direktoren der drei polytechnischen Oberschulen Boizenburgs hatte man 1978 über die notwendigen Modalitäten beraten, um schnellstens einen neuen Nachwuchsspielmannszug bilden zu können. | |||
1969 war der Spielmannszug beim V. [[Turn- und Sportfest]] der DDR in Leipzig und Spielte während der Eröffnung und zum Einmarsch der Sportler. An der 3. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1970 in Berlin waren beide Züge beteiligt.<ref>Der Tambour | 1969 war der Spielmannszug beim V. [[Turn- und Sportfest]] der DDR in Leipzig und Spielte während der Eröffnung und zum Einmarsch der Sportler. An der 3. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1970 in Berlin waren beide Züge beteiligt.<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1970 02|Der Tambour 02/1970]]</ref> Der Kinderspielmannszug durfte bei den X. Weltfestspielen 1972 in Berlin<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1972 04|Der Tambour 04/1972]]</ref> und auch zur 6. [[Kinder- und Jugendspartakiade]] der DDR 1977 an der Musikschau teilnehmen.<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1976 10|Der Tambour 10/1976]]</ref> | ||
Bereits im Juli 1980 hatte der Erwachsenen-Spielmannszug laut Chronik seinen letzten Auftritt zur 725-Jahr-Feier der Stadt Boizenburg. 1981 fand jedoch noch eine Einstufung (in die Allgemeine Klasse) für das Jahr 82 statt<ref>Der Tambour 11/1981</ref>, das heißt, der Erwachsenen-Spielmannszug muss irgendwie noch 1981 an Wettkämpfen teilgenommen haben (Ergebnisse liegen derzeit aufgrund fehlender Quellen nicht vor). | Bereits im Juli 1980 hatte der Erwachsenen-Spielmannszug laut Chronik seinen letzten Auftritt zur 725-Jahr-Feier der Stadt Boizenburg. 1981 fand jedoch noch eine Einstufung (in die Allgemeine Klasse) für das Jahr 82 statt<ref>[[Der Tambour/Ausgabe 1981 11|Der Tambour 11/1981]]</ref>, das heißt, der Erwachsenen-Spielmannszug muss irgendwie noch 1981 an Wettkämpfen teilgenommen haben (Ergebnisse liegen derzeit aufgrund fehlender Quellen nicht vor). | ||
Der Nachwuchszug existierte unter der Leitung von Horst Freischmidt noch bis 1983. Aufgrund fehlender Übungsleiter und mangelnde Unterstützung seitens des Trägerbretriebes und der Schulen war eine Fortführung nicht mehr möglich. | Der Nachwuchszug existierte unter der Leitung von Horst Freischmidt noch bis 1983. Aufgrund fehlender Übungsleiter und mangelnde Unterstützung seitens des Trägerbretriebes und der Schulen war eine Fortführung nicht mehr möglich.<gallery> | ||
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== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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Aktuelle Version vom 3. Juni 2026, 13:37 Uhr
| Spielmannszug Boizenburg | ||
| Gründung: | 1957 | |
| Auflösung: | 1983 | |
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Von 1957 bis 1983 gab es 26 Jahre lang den Spielmannszug in Boizenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Früher war er vor allem als BSG Motor Boizenburg bekannt.
Geschichte


Der Spielmannszug wurde 1957 von Werner Reddöhl aufgebaut und war eine Sektion innerhalb der BSG Motor Boizenburg. Nach Werner Reddöhl, der 1972 unerwartet starb[1], leiteten diese Sektion Ernst Lindow, Herbert Voss und Horst Freischmidt.[2]

Die Proben fanden zuerst auf dem Schützenplatz in einer Holzbaracke statt, später auf dem Sportplatz in der Tischtennishalle. Als Stabführer kamen Ernst Lindow und Dietmar Anderson, welcher auch im Stabsmusikkorps der NVA war, zum Einsatz.

1967 wurde ein Kinderspielmannszug gebildet. Detlef Fietze war hier Stabführer. Durch gute Leistungen 1970 wurde dieser Zug für 1971 in die höchste Leistungsklasse (LK I) eingestuft und in den Zentralen Pionierspielmannszug der DDR berufen.[3] Allerdings konnte man dies nicht halten, insbesondere durch eine Disqualifizierung bei der DDR-Bestenermittlung aufgrund unvollständiger Mitgliedsbücher[4]. Bereits im Folgejahr 1972 startete man eine Klasse tiefer[5] und 1973 sogar nur noch in der Allgemeinen Klasse[6], wurde aber dennoch Bezirksmeister. Den Erwachsenen gelang der Titelgewinn erst 1976.
1975 zerfiel der Nachwuchsspielmannszug.[7] Übungsleiter fehlten damals, so dass die Jungen und Mädchen sich selbst überlassen blieben. In der Folge wurden Übungsleiter bei den Erwachsenen ausgebildet wurden, nun aber fehlten die Kinder. Die Leitung der BSG Motor Boizenburg fand Unterstützung der SED-Kreisleitung. Gemeinsam mit den Direktoren der drei polytechnischen Oberschulen Boizenburgs hatte man 1978 über die notwendigen Modalitäten beraten, um schnellstens einen neuen Nachwuchsspielmannszug bilden zu können.
1969 war der Spielmannszug beim V. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig und Spielte während der Eröffnung und zum Einmarsch der Sportler. An der 3. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1970 in Berlin waren beide Züge beteiligt.[8] Der Kinderspielmannszug durfte bei den X. Weltfestspielen 1972 in Berlin[9] und auch zur 6. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 an der Musikschau teilnehmen.[10]
Bereits im Juli 1980 hatte der Erwachsenen-Spielmannszug laut Chronik seinen letzten Auftritt zur 725-Jahr-Feier der Stadt Boizenburg. 1981 fand jedoch noch eine Einstufung (in die Allgemeine Klasse) für das Jahr 82 statt[11], das heißt, der Erwachsenen-Spielmannszug muss irgendwie noch 1981 an Wettkämpfen teilgenommen haben (Ergebnisse liegen derzeit aufgrund fehlender Quellen nicht vor).
Der Nachwuchszug existierte unter der Leitung von Horst Freischmidt noch bis 1983. Aufgrund fehlender Übungsleiter und mangelnde Unterstützung seitens des Trägerbretriebes und der Schulen war eine Fortführung nicht mehr möglich.
Auszeichnungen
Turnier-Platzierungen
| Jahr | Turnier | Erwachsene | Nachwuchs | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Platz | Punkte | Platz | Punkte | ||
| 1970 | Pionierpokal | - | - | 11 | 45,00 |
| 1970 | Bezirksmeisterschaft Schwerin | - | - | 1 | 41,70 |
| 1971 | 1. DDR-Bestenermittlung der Pionierspielmannszüge | - | - | 11 / disqualifiziert | 44,50 |
| 1971 | Bezirksmeisterschaft Schwerin | 2 | 44,70 | - | - |
| 1972 | Bezirksmeisterschaft Schwerin | 2 | 46,00 | außer Konkurrenz | 40,20 |
| 1972 | Pionierpokal | - | - | 7 | 37,40 |
| 1973 | Bezirksmeisterschaft Schwerin | 2 | 42,25 | 1 | 39,20 |
| 1976 | Bezirksmeisterschaft Schwerin | 1 | 27,45 | - | - |
| 1978 | Bezirksmeisterschaft Schwerin | 3 | 30,60 | - | - |
Einzelnachweise
- ↑ Der Tambour 07/1972
- ↑ SV Motor Boizenburg e.V., E-Mail vom 26.09.2025
- ↑ Der Tambour 09/1970
- ↑ Der Tambour 08/1971
- ↑ Der Tambour 10/1971
- ↑ Der Tambour 10/1972
- ↑ Der Tambour 03/1978
- ↑ Der Tambour 02/1970
- ↑ Der Tambour 04/1972
- ↑ Der Tambour 10/1976
- ↑ Der Tambour 11/1981
