Stabführer.de wird 10 Jahre alt! Am besten feiert man das mit neuen Informationen. Gesucht werden daher verstärkt fehlenden Daten, interessante Geschichten und alle Arten von Fotos, Dokumente usw., die es wert sind erhalten zu werden. Gern per Email an info@stabfuehrer.de
'''DDR-Meisterschaften''' und [[Aufstiegsturnier|Aufstiegsturniere]] waren bis 1990 die dominierenden nationalen und jährlich stattfindenden Wettkämpfe für die [[Spielmannszug|Spielmanns-]] und [[Fanfarenzug|Fanfarenzüge]] sowie [[Schalmeienkapelle|Schalmeienkapellen]] des ehem. Deutschen Turn- und Sportbundes ([[DTSB]]) der [[DDR]].
'''DDR-Meisterschaften''' und [[Aufstiegsturnier|Aufstiegsturniere]] waren bis 1990 die dominierenden nationalen und jährlich stattfindenden Wettkämpfe für die [[Spielmannszug|Spielmanns-]] und [[Fanfarenzug|Fanfarenzüge]] sowie [[Schalmeienkapelle|Schalmeienkapellen]] des ehem. Deutschen Turn- und Sportbundes ([[DTSB]]) der [[DDR]].
Anfangs wurden sie als Bestenermittlung ausgetragen, änderten dann aber den Namen. Inhaltlich machte das jedoch keinen Unterschied.
== Entwicklung ==
== Entwicklung ==
Zeile 42:
Zeile 44:
== Meisterschaften nach Genre ==
== Meisterschaften nach Genre ==
{{Kommentar|TEXT=Die Ergebnisse sind mangels einer zentraler oder einheitlichen Überlieferung nur bruchstückhaft vorhanden und werden so gut es geht ergänzt.}}
{{Kommentar|TEXT=Die Ergebnisse sind mangels einer zentraler oder einheitlichen Überlieferung nur bruchstückhaft vorhanden und werden so gut es geht ergänzt.}}
=== DDR-Bestenermittlung der Nachwuchs-Spielmannszüge (Leistungsklasse I) ===
=== DDR-Meisterschaft der Nachwuchs-Spielmannszüge (Sonderklasse) ===
{| class="wikitable"
|-
!
! Datum !! Ort !! Platzierungen
|-
|1.
| 23.07.1972 || Berlin||
{| class="wikitable"
!Platz
!Verein
!Punkte
|-
|1
|BSG Medizin Mühlhausen
|53,85
|-
|2
|BSG Lok Oschersleben II
|52,55
|-
|3
|SG Oberlichtenau
|50,85
|-
|4
|BSG Baukema Aschersleben
|50,05
|-
|5
|BSG Traktor Zabeltitz
|49,50
|-
|6
|SSG Bischofswerda
|49,45
|-
|7
|SG Pritzwalk/Perleberg
|49,25
|-
|8
|TSG Lübbenau
|49,10
|-
|9
|SG Cattenstedt
|49,00
|-
|10
|BSG Traktor Hasselfelde
|48,60
|}
Extreme Witterungstemperaturen zwangen die Veranstalter, den Wettkampf zeitlich zu verschieben. Nach der feierlichen Eröffnung sowie dem Probendurchgang brach ein Unwetter los. Der Wettkampf wurde daraufhin in die Wandelhalle des Museums am Lustgarten verlegt.
! colspan="3" |Punkte<ref>Der Tambour 10/1968</ref>
|-
!Pflicht
!Kür
!Gesamt
|-
|1
|12
|BSG Motor Lauchhammer
|55,45
|57,80
|56,63
|-
|2
|11
|BSG Medizin Mühlhausen
|56,10
|57,00
|56,55
|-
|3
|13
|BSG Motor Zeitz
|
|54,10
|53,20
|-
|4
|9
|BSG Stahl Brandenburg
|51,05
|51,90
|51,48
|-
|5
|7
|BSG Chemie Rodleben
|
|52,10
|51,43
|-
|6
|14
|BSG Mansfeld-Kombinat
|
|51,70
|51,23
|-
|7
|6
|BSG Motor Treuenbrietzen
|
|
|50,28
|-
|8
|10
|BSG Traktor Taucha
|
|
|50,18
|-
|9
|3
|BSG Traktor Zabeltitz
|
|
|49,98
|-
|10
|8
|BSG Stahl Hettstedt
|
|
|49,78
|-
|11
|1
|BSG Aufbau Elbe Magdeburg
|
|
|49,38
|-
|12
|4
|BSG Traktor Luisenthal
|48,05
|49,50
|48,78
|-
| colspan="6" |Außer Konkurrenz
|-
|13
|15
|BSG Aufbau Brandenburg
|
|
|46,88
|}
BSG Aufbau Rathenow (Starter 2) und BSG Motor Köthen (5) traten nicht an.
(Startreihenfolge Pflicht gelost, Reihenfolge Kür entspr. Punktestand der Pflicht aufsteigend)
Pflicht: „Frohe Klänge“ im Stand und „Ruhrklänge“ in der Bewegung
|}
Das Präsidium des DTSB-Bundesvorstandes folgt wenige Wochen nach der dritten Bestenermittlung einem Antrag der Zentralen Spielleutekommission und stimmt der zukünftigen Ausrichtung von DDR-Meisterschaften für Spielmannszüge zu.
=== DDR-Meisterschaften der Erwachsenen-Spielmannszüge (Sonderklasse) ===
{| class="wikitable"
|-
! !! Datum !! Ort !! Platzierungen
|-
| 1. || 1970 || Apolda ||
{| class="wikitable"
!Platz
!Verein
!Punkte<ref name=":1">Der Tambour 1979 (unbek. Ausgabe da nur Einzelseiten vorliegen)</ref>
|-
|1
|BSG Medizin Mühlhausen
|
|-
|2
|BSG Motor Lauchhammer
|55,96
|-
|3
|BSG Motor Zeitz
|55,23
|-
|4
|TSG Halle-Trotha<ref>Der Tambour 9/1971</ref>
|
|-
|5
|?
|
|-
|6
|Taucha
|
|}
Erstmals werden zwei Durchgänge (Pflicht und Kür) verlangt.
|-
| 2. || 27.-29.08.1971 || Oschersleben ||
{| class="wikitable"
!Platz
!Verein
!Punkte
|-
|1
|BSG Medizin Mühlhausen
|57,85
|-
|2
|BSG Motor Lauchhammer Ost
|56,80
|-
|3
|TSG Halle-Trotha
|55,78
|-
|4
|BSG Traktor Zabeltitz
|54,75
|-
|5
|BSG Traktor Luisenthal
|54,43
|-
|6
|BSG Motor Treuenbrietzen
|54,25
|-
|7
|BSG Aufbau Brandenburg
|53,75
|-
|8
|BSG Mansfeldkombinate Ziegelrode
|53,38
|-
|9
|TSG Traktor Taucha
|52,73
|-
|10
|TSG Wismar
|52,60
|-
|11
|BSG Aufbau Gernrode
|52,55
|-
|12
|BSG Empor Berlin
|52,08
|}
Dem Spielmannszug der BSG Motor Zeitz wurde aufgrund Terminüberschreitung die Startberechtigung entzogen, dieser stieg dadurch in die LK I ab.
Der Hornmarsch „Frisch voran“ im Stand und „Der kleine Tambour” in der Bewegung waren die gezogenen Märsche.<ref>Der Tambour 9/1971</ref>
|-
|3.
|07.-11.07.1972
|Rostock
|
{| class="wikitable"
!Platz
!Verein
!Punkte
|-
|1
|BSG Medizin Mühlhausen
|56,18
|-
|2
|SG Dynamo Halle
|55,10
|-
|3
|BSG Traktor Zabeltitz
|53,23
|-
|4
|BSG Mansfeldkombinat Ziegelrode
|52,15
|-
|5
|BSG Aufbau Brandenburg
|51,90
|-
|6
|BSG Chemie Rodleben
|51,45
|-
|7
|BSG Traktor Hasselfelde
|50,43
|-
|8
|BSG Traktor Luisenthal
|50,43
|-
|9
|BSG Motor Treubenbrietzen
|50,18
|-
|10
|TSG Wismar
|49,00
|-
|11
|TSG Traktor Taucha
|47,90
|-
|12
|BSG Aufbau Karl-Marx-Stadt
|47,53
|}
BSG Aufbau Gernrode und BSG Motor Lauchhammer Ost erschienen nicht und stiegen damit automatisch in die LK I ab.
Pflicht-Titel: [[Hoch Hamburg]] und [[Schwarze Amsel]]
Aufgrund von anhaltendem Regen musste die Meisterschaft in eine kleine Schulturnhalle der Clara-Zetkin Oberschule stattfinden. Sie fanden im Rahmen der „15. Ostseewoche“ statt. Zu einem Höhepunkt gestaltete sich die Teilnahme der 600 Spielleute an der Sportparade im Rahmen der Demonstration der 120 000 Rostocker zur Eröffnung der Ostseewoche. Unter der Stabführung von Rolf Fräderich führten die zwölf Züge der Sonderklasse mit „Jubelklängen“ die Sportler zur Ehrentribüne des Rostocker Thälmannplatzes, auf der eine Delegation des Politbüros des ZK der SED Platz genommen hatte. Dort nahmen sie gegenüber der Haupttribüne Aufstellung und spielten den Sportlerblock vorbei - im Wechsel mit dem Block der DTSB-Fanfarenzüge aus Potsdam und Leipzig, die die Repräsentanten und Gäste mit „Sportler voran“ begrüßten.
Aufgrund von zentralen Großveranstaltungen, zu denen die leistungsstärksten Spielleute eine gemeinsame Musikschau durchführten, wurde in nachfolgenden Jahren auf nationale Meisterschaften aufgrund der zusätzlichen Belastung verzichtet:
1972 sollte der Turnus der DDR-Meisterschaften aufgrund dieser absehbaren Zusatzbelastung grundsätzlich auf zweijährig (nur gerade Jahreszahlen) verändert werden.[1] Allerdings wurde diese Entscheidung dann bereits 1975 wieder fallen gelassen.
Die letzten DDR-Meisterschaften im Jahr 1990 wurden vom neu gegründeten MSV des DTSB der DDR veranstaltet.
Spielmannszüge
Mit den Rödertaltreffen am 1958 begann der überregionale Leistungsvergleich zuerst bei den Spielmannszügen und später auch den Schalmeienkapellen. Das fünfte Treffen war das letzte im Rödertal und gleichzeitig die erste DDR-Bestenermittlung. Diese Bestenermittlungen bestanden nur aus einem Pflicht-Durchgang und wurden sowohl als DDR-Bestenermittlung Sonderklasse als auch DDR-Bestenermittlunk LK I ausgetragen. Letzteres wurde dann unter dem Begriff Aufstiegsturnier weitergeführt.
Nach 1969, wo kein nationaler Wettkampf stattfand, wurde für die Spielmannszüge der Begriff der DDR-Meisterschaft verwendet.
Die Nachwuchszüge kämpften ab 1970 um den DDR-Besten, wenngleich die Sonderklasse hier erst 1972 geschaffen wurde. Insbesondere der jährliche Pionierpokal war vorher der Wettkämpf für die jungen Spielleute.
Fanfarenzüge
Im Oktober 1970 fand in Potsdam das erste Klassifizierungsturnier für Fanfarenzüge statt. Bei diesem Wettkampf ging es analog zu den Spielmannszügen um die Einstufung der Züge in die zu bildende Sonderklasse (SK) und Leistungsklasse (LK I). In den Jahren nach 1970 kämpften die Fanfarenzüge der Sonderklasse jährlich um den „DDR-Besten“. Für die LK I ging es beim „Aufstiegsturnier“ um den Sprung zu den Besten. Ab 1978 spielten auch die Fanfarenzüge ihren „DDR-Meister“ aus.
Nach 1990 wurde der Wettkampf für die noch spielfähigen Fanfarenzüge durch den Initiator Bernd Schenke als „Offene Meisterschaft für Naturtonfanfarenzüge des MTB” weitergeführt, 1998 in „Fanfaronade” umbenannt und bis 2017 jährlich ausgetragen.
Bestimmungen
Teilnahmeberechtigt waren nur Züge der Sonderklasse bzw. höchste Leistungsklasse (für Jahre in denen einige Genres noch keine Sonderklasse hatten). Die Einteilung der Klassen erfolgte durch die ZSK auf Basis der Ergebnissen der Wettkämpfe des Vorjahres.
Der Wettkampf bestand aus einem Pflicht- und Kür-Durchgang. Züge, die nicht bei allen Durchgängen der Wettkämpfe antreten konnten, wurden zu Absteigern erklärt.
Es wurden entsprechende Pflichtmärsche festgelegt, die jeder Zug vorzutragen hatte. Die Nichtbeachtung führte zur Disqualifikation und damit zum Abstieg in die nächstniedriegere Klasse.
Alle Züge waren verpflichtet, ebenfalls an der jeweiligen Bezirksmeisterschaft des Jahres teilzunehmen, konnten dabei aber den Titel des Bezirksmeisters nicht erhalten. Ab den 70er Jahren wurde jedoch der Titel des Pokalsiegers an das punkthöchste Kollektiv vergeben, so dass die Züge der Sonderklasse nicht ganz leer ausgingen.
Erwachsenen-Spielmannszüge der Sonderklasse wurden ab 1971 nur zum Wettkampf zugelassen, wenn ein Nachwuchs-Zug im Vorjahr an einer Bezirksmeisterschaft teilnahm.
Da bereits ab 1967 eine zentrale Wettkampfordnung verfasst wurde (mit enstprechenden regelmäßigen Anpassungen), gab es klare Vorgaben, was zusätzlich zu o.g. Punkten zu einer Disqualifikation und damit zum Abstieg aus der Klasse führen konnte.
Meisterschaften nach Genre
Die Ergebnisse sind mangels einer zentraler oder einheitlichen Überlieferung nur bruchstückhaft vorhanden und werden so gut es geht ergänzt.
Im Rahmen der IV. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR führten die Fanfarenzüge der Leistungsklasse ein zentrales „Pokalturnier” als Ersatz für die ausfallende „DDR-Bestenermittlung“ durch. Der Seger bekam jedoch keinen Titel.
Plicht maximal 30 Punkte, Kür maximal 60 Punkte, Gesamt maximal 100 Punkte mit Schwierigkeitsgrad und Strafskala; Titel der Pflicht: Atlantis, Hoch Halle und Präsentiermarsch
DDR-Bestenermittlung der Schalmeien (Leistungsklasse I)
Datum
Ort
Platzierungen
1.
16./17.05.1970
Luckenau
Platz
Verein
Punkte
1
Stahl Maxhütte
2
SG Dynamo Hohenschönhausen (Ernst Thälmann Berlin)
56,44
3
BSG Aktivist Luckenau
4
BSG Traktor Großpösna
5
Weitere Teilnehmer mit unbek. Ergebnis: BSG Stahl Maxhütte, Empor Plauen, Aufbau Hoyerswerda, Dynamo Grimma
2.
11./12.09.1971
Luckenau
Platz
Verein
Punkte
1
BSG Aktivist Luckenau
2
BSG Stahl Maxhütte
3
Dynamo Berlin-Hohenschönhausen (Ernst Thälmann Berlin)