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DDR-Meisterschaft

Aus Stabführer.de

DDR-Meisterschaften und Aufstiegsturniere waren bis 1990 die dominierenden nationalen und jährlich stattfindenden Wettkämpfe für die Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Schalmeienkapellen des ehem. Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR.

Anfangs wurden sie als Bestenermittlung ausgetragen, änderten dann aber den Namen. Inhaltlich machte das jedoch keinen Unterschied.

Entwicklung

Aufgrund von zentralen Großveranstaltungen, zu denen die leistungsstärksten Spielleute eine gemeinsame Musikschau durchführten, wurde in nachfolgenden Jahren auf nationale Meisterschaften aufgrund der zusätzlichen Belastung verzichtet:

  • 1969 wegen V. Turn- und Sportfest in Leipzig
  • 1973 wegen X. Weltfestspiele in Berlin
  • 1977 wegen VI. Turn– und Sportfest in Leipzig
  • 1983 wegen VII. Turn– und Sportfest in Leipzig
  • 1987 wegen VIII. Turn– und Sportfest in Leipzig

1972 sollte der Turnus der DDR-Meisterschaften aufgrund dieser absehbaren Zusatzbelastung grundsätzlich auf zweijährig (nur gerade Jahreszahlen) verändert werden.[1] Allerdings wurde diese Entscheidung dann bereits 1975 wieder fallen gelassen.

Die letzten DDR-Meisterschaften im Jahr 1990 wurden vom neu gegründeten MSV des DTSB der DDR veranstaltet.

Spielmannszüge

Mit den Rödertaltreffen am 1958 begann der überregionale Leistungsvergleich zuerst bei den Spielmannszügen und später auch den Schalmeienkapellen. Das fünfte Treffen war das letzte im Rödertal und gleichzeitig die erste DDR-Bestenermittlung. Diese Bestenermittlungen bestanden nur aus einem Pflicht-Durchgang und wurden sowohl als DDR-Bestenermittlung Sonderklasse als auch DDR-Bestenermittlunk LK I ausgetragen. Letzteres wurde dann unter dem Begriff Aufstiegsturnier weitergeführt.

Nach 1969, wo kein nationaler Wettkampf stattfand, wurde für die Spielmannszüge der Begriff der DDR-Meisterschaft verwendet.

Die Nachwuchszüge kämpften ab 1970 um den DDR-Besten, wenngleich die Sonderklasse hier erst 1972 geschaffen wurde. Insbesondere der jährliche Pionierpokal war vorher der Wettkämpf für die jungen Spielleute.

Fanfarenzüge

Im Oktober 1970 fand in Potsdam das erste Klassifizierungsturnier für Fanfarenzüge statt. Bei diesem Wettkampf ging es analog zu den Spielmannszügen um die Einstufung der Züge in die zu bildende Sonderklasse (SK) und Leistungsklasse (LK I). In den Jahren nach 1970 kämpften die Fanfarenzüge der Sonderklasse jährlich um den „DDR-Besten“. Für die LK I ging es beim „Aufstiegsturnier“ um den Sprung zu den Besten. Ab 1978 spielten auch die Fanfarenzüge ihren „DDR-Meister“ aus.

Der Fanfarenzug Potsdam gewann alle DDR-Meisterschaften der Fanfarenzüge.

Nach 1990 wurde der Wettkampf für die noch spielfähigen Fanfarenzüge durch den Initiator Bernd Schenke als „Offene Meisterschaft für Naturtonfanfarenzüge des MTB” weitergeführt, 1998 in „Fanfaronade” umbenannt und bis 2017 jährlich ausgetragen.

Bestimmungen

  • Teilnahmeberechtigt waren nur Züge der Sonderklasse bzw. höchste Leistungsklasse (für Jahre in denen einige Genres noch keine Sonderklasse hatten). Die Einteilung der Klassen erfolgte durch die ZSK auf Basis der Ergebnissen der Wettkämpfe des Vorjahres.
  • Der Wettkampf bestand aus einem Pflicht- und Kür-Durchgang. Züge, die nicht bei allen Durchgängen der Wettkämpfe antreten konnten, wurden zu Absteigern erklärt.
  • Es wurden entsprechende Pflichtmärsche festgelegt, die jeder Zug vorzutragen hatte. Die Nichtbeachtung führte zur Disqualifikation und damit zum Abstieg in die nächstniedriegere Klasse.
  • Alle Züge waren verpflichtet, ebenfalls an der jeweiligen Bezirksmeisterschaft des Jahres teilzunehmen, konnten dabei aber den Titel des Bezirksmeisters nicht erhalten. Ab den 70er Jahren wurde jedoch der Titel des Pokalsiegers an das punkthöchste Kollektiv vergeben, so dass die Züge der Sonderklasse nicht ganz leer ausgingen.
  • Erwachsenen-Spielmannszüge der Sonderklasse wurden ab 1971 nur zum Wettkampf zugelassen, wenn ein Nachwuchs-Zug im Vorjahr an einer Bezirksmeisterschaft teilnahm.
  • Spielgemeinschaften aus verschiedenen Zügen waren nicht startberechtigt.
  • Da bereits ab 1967 eine zentrale Wettkampfordnung verfasst wurde (mit enstprechenden regelmäßigen Anpassungen), gab es klare Vorgaben, was zusätzlich zu o.g. Punkten zu einer Disqualifikation und damit zum Abstieg aus der Klasse führen konnte.

Meisterschaften nach Genre

Die Ergebnisse sind mangels einer zentraler oder einheitlichen Überlieferung nur bruchstückhaft vorhanden und werden so gut es geht ergänzt.

DDR-Meisterschaft der Schalmeien (Sonderklasse)

Datum Ort Platzierungen
1. 1978 Malchin
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1
2
3 BSG Lok Brandenburg
2. 1979 Colditz
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1
2 BSG Stahl Maxhütte
3 BSG Lok Brandenburg
3. 23./24.05.1980 Plauen
Platz[2] Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwierigkeitsgrad Gesamt
1 Vorwärts Zinna 34,40 37,50 10,0 5,20 92,10
2 BSG Stahl Maxhütte 31,05 33,25 10,0 5,40 84,70
3 Empor Plauen 29,50 32,80 10,0 5,40 82,80
4 BSG Lok Brandenburg 30,55 32,40 10,0 4,80 82,75
5 Motor Rathenow 28,40 29,55 10,0 4,40 77,35
6 SG Kleinreinsdorf 28,25 27,10 10,0 4,50 74,85
4. 1981 Dessau
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1 BSG Vorwärts Zinna 28,85 33,85 10,0 6,4 79,10
2 SG Dynamo Berlin-Hohenschönhausen 27,00 31,20 10,0 5,7 73,90
3 BSG Stahl Maxhütte 27,15 30,25 10,0 6,4 73,80
4 BSG Stahl WW Hettstedt 27,25 27,25 10,0 5,1 69,60
5 Motor Rathenow 23,15 25,60 10,0 4,3 63,05
6 Lok Brandenburg 23,55 22,30 10,0 4,8 60,65
Empor Plauen trat nicht an, wollte damit gegen die nach eigenen Angaben ungerechte Bewertung aus 1980 protestieren.
5. 11.-13.06.1982 Neugersdorf
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1
2
3 SG Dynamo Berlin-Schönhausen 81,40
6. 30.06.-01.07.1984 Wolmirstedt
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1 BSG Stahl Maxhütte 29,45 33,65 10,0 6,30 79,20
2 SG Dynamo Berlin-Schönhausen 29,00 32,75 10,0 7,00 78,75
3 BSG Vorwärts Zinna 28,40 32,80 10,0 6,60 78,30
4 Empor Plauen 27,45 28,05 10,0 6,50 72,00
5 BSG Stahl Hettstedt 29,45 26,10 10,0 6,10 71,65
6 BSG Lok Brandenburg 27,50 26,35 10,0 4,80 68,65
7 Motor Rathenow 24,95 26,15 10,0 5,30 66,40

Brandenburg nach eigenen Angaben 5.

Ergebnis lt Chronik Schönhausen.

7. 26.-27.10.1985 Saalfeld
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1 BSG Stahl Maxhütte
2
3
4
5 SG Dynamo Berlin-Schönhausen 73,25
8. 31.05.1986 Dessau
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1
2
3 SG Dynamo Berlin-Schönhausen 33,15 35,60 10,0 5,70 84,45
9. 11./12.06.1988 Klein Mühlingen
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1
2
3 SG Dynamo Berlin-Schönhausen 76,71
10. 1989 Zinna
11. 16./17.06.1990 Frauendorf
Platz Verein Punkte
Pflicht Kür Strafskala Schwier. Gesamt
1
2 Berlin-Hohenschönhausen 91,15
3

DDR-Meisterschaft der Fanfaren- und Blasorchester

Datum Ort Platzierungen
1986 Triptis
1988 Dessau
1989 Grimma
1990 Mansfeld

Einzelnachweise

  1. Der Tambour 1/1972
  2. Der Tambour 5/1980