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Spielmannszug „Alte Weiber“ Mühlhausen

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Spielmannszug „Alte Weiber“ Mühlhausen
Webseite: http://www.alte-weiber.bplaced.net (gelöscht)
Gründung: 1993
Auflösung: 2019

Von 1993 bis 2019 gab es 26 Jahre lang den Spielmannszug in Mühlhausen, Thüringen.

Der Spielmannszug „Alte Weiber“ war viele Jahre der jüngste und wird immer der weiblichste Musikzug der Spielleutehochburg Mühlhausen bleiben.

Geschichte

1992 haben sie auf der Hochzeit von Yvonne Schulmann das erste Mal gespielt und dann den Entschluss gefasst, daraus einen eigenen Spielmannszug entstehen zu lassen. Zehn Frauen waren von Anfang an dabei. Alle waren bereits in anderen Spielmannszügen Mitglied. Sie konnten aber in ihren Heimatzügen nicht mehr regelmäßig am Training oder den Auftritten teilnehmen. Trotzde des Namens waren die Mitglieder zwischen 20 und 58 Jahre alt.[1]

1993 wurde zunächst nur für einen Auftritt zur Mühlhäuser Stadtkirmes geprobt. Schnell haben die Frauen gemerkt, dass sie noch sehr viel Spaß am gemeinsamen Musizieren haben. Neben den Zügen aus Mühlhausen, waren auch Mitglieder (sogar Männer) von anderen Vereinen, vornehmlich dem Spielmannszug Perleberg dabei. Mit bis zu 36 Spielleuten traten sie dann zur Kirmes auf. Auch einige kleinere zusätzliche Auftritte wurden in Gemeinschaft mit den Mühlhäuser Stadtpfeifern absolviert.[2]

Dabei trainierten die „Alten Weiber“ nur von Ostern bis Ende August im Mehrgenerationenhaus. Bei jeder Probe fehlen einige Frauen, weil sie in Schichten arbeiten. Sabine Löwe leitete die Übungsstunden.

Fast jede Jahr haben sie auch mit einem neuen Kostüm überrascht. Die erste Kirmes absolvierten sie in Kittelschürze. Im Jahr darauf schlüpften sie in ein Nonnenkostüm und spielten dabei „Hail Holy Queen“ aus dem Film „Sister Act“. Aufgefallen sind sie auch immer wieder mit bunten Röcken, dazu passend erklang der „Zillertaler Hochzeitsmarsch“. Die Röcke wurde später auch für Indianerkostüme, Cowboy- und Hexen-Outfit kombiniert. Später kamen sie als Teufelinnen, was besonders gut ankam, weil sie genau in dem Jahr ihren ersten Auftritt in der katholischen Kirche hatten. Die Frauen standen in ihren schwarz-roten Kostümen vor dem Altar mit der Jesusfigur und spielten „Er gehört zu mir“. Berühmt-berüchtigt ist zudem das Kostüm „Unsere kleine Farm“, das seinen Namen deshalb erhielt, weil eine der Lyraspielerinnen einer Darstellerin aus der gleichnamigen amerikanischen Serie sehr ähnlich sah.

Von Jahr zu Jahr wurde das Repertoire erweitert. Stücke wie „Der Entertainer“, „Wenn die Rosen erblühen in Malaga“, „Supertrouper“ nach dem Abba-Hit, das Thema der Olsen-Bande-Filme, das jüdische Friedenslied „Hava Nagila“ oder der „Gummimambo“ wurden gespielt, ebenso wie auch Wenke Myhres „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ und Marianne Rosenbergs Hit „Er gehört zu mir“.

Im Kirmesprogramm festgeschrieben war am Kirmessamstag die Musikschau am Untermarkt und anschließend mit den Mühlhäuser Stadtpfeifern ein Ständchen vor dem Mälzerhof und in der Kirmesgesellschaft Rimbach. Zum Kirmessonntag warenn die Frauen ab 9 Uhr in der Kirche St. Josef, dann zum Frühstück, bevor es zum großen Festumzug ging. Für ihren letzten großen Aufritt im Umzug wollten sie noch einmal als Hexen und Teufelinnen spielen.

Einen eigenen eingetragenen Verein gab es jedoch nicht. Aufgrund des zunehmenden Alters wurde dann nach 26 Jahren ein Schlusstrich gezogen.

Einzelnachweise

  1. Thüringer Allgemeine 23.08.2018
  2. Sabine Löwe, FB-K 15.02.2026