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Kinder- und Jugendspartakiade: Unterschied zwischen den Versionen

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* XII. Kinder- und Jugendspartakiade 24. bis 30. Juli 1989 in Berlin
* XII. Kinder- und Jugendspartakiade 24. bis 30. Juli 1989 in Berlin


== Rolle der Spielleute ==
Spielleute umrahmten die Sportwettkämpfe musikalisch. In der Regel nur innerhalb ihrer Region zu den jeweiligen Kreis- oder Bezirkskinder- und Jugendspartakiaden. An den zentralen Spartakiaden, die mit dem [[Turn- und Sportfest]] der DDR zusammen veranstaltet wurden ( in den Jahren 1977, 19783 und 1987), gab es eine umfangreiche Musikschau und zusätzliche kleinere Auftritte, an denen die besten Musikzüge des DTSB berufen wurden. Die Vorbereitungen dazu begannen dann schon etwa 2 Jahre im Voraus durch die Zentrale Spielleutekommission, um mehrere Tausend Spielleute zu diesem gemeinsamen Auftritt zu befähigen.
Ab 1976 kämpften sie ebenfalls um Medaillen und trugen Wettkämpfe aus. Allerdings nicht in jedem Bezirk und auch nicht bei jeder Spartakiade. Da die [[Zentrale Spielleutekommission]] an diesen Wettbewerben keinen direkten Anteil hatte, wurde die Teilnahme der Musikvereine nur zur Kenntnis genommen. Einfluss auf die sowieso jährlich stattfindenden Wettkämpfe der Spielleute auf Bezirks- oder zentraler Ebene hatten die Spartakiade-Teilnahmen nicht. Oft wurde das von den Vereinen nur als Mehrbelastung angesehen, die dann häufig nicht wahrgenommen wurde.
== Ergebnisse der Spielleute-Wettkämpfe ==
Aufgrund der untergeordneten Rolle sind Ergebnisse kaum überliefert worden.
=== Bezirkskinder- und Jugendspartakiade Schwerin 1976 ===
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!Platz
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|1
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|2
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|3
|BSG Einheit Güstrow
|33,80
|-
! colspan="3" |Gruppe II (14 bis 18 Jahre)
|-
|1
|BSG Empor Perleberg OS II/II<br />'''(Goldmedaille)'''
|51,50
|-
|2
|Kreismusikkorps Parchim
|27,50
|}
== Einzelnachweise ==
<references />
[[Kategorie:Begriff]]
[[Kategorie:Begriff]]

Aktuelle Version vom 20. Februar 2026, 10:03 Uhr

Die Kinder- und Jugendspartakiaden waren in der DDR regelmäßig veranstaltete Sportwettkämpfe. Sie sollten Kinder und Jugendliche zu regelmäßiger sportlicher Betätigung anhalten, dienten aber auch der frühzeitigen Erkennung potenzieller Leistungssportler.

Die Spartakiaden waren, zusammen mit den Kreis-, Bezirks- und DDR-Meisterschaften sowie dem Pionierpokal, die wichtigsten sportlichen Wettbewerbe im Kinder- und Jugendbereich in der DDR. Es fanden Vorwettkämpfe, Kreisspartakiaden, alle zwei Jahre Bezirksspartakiaden und die zentralen Spartakiadewettkämpfe statt.

Die Spielleute im DTSB waren in dessen Rahmen auf Bezirksebene vereinzelt zur musikalischen Umrahmung eingesetzt. Für die zentralen Spartakiaden wurde ab 1970 eine gemeinsame Musikschau mit entsprechend berufenen Musikzügen gezeigt. Zusätzlich gab es zu bestimmten Ereignissen kleinere Platzkonzerte einzelner Züge.

Entwicklung

Die bei den anfänglich für Kinder konzipierten Pionierspartakiaden gemachten Erfahrungen führten 1964 zur Idee, eine Sportveranstaltung und Wettkampfform zu entwickeln, die in allen wichtigen Sportarten möglichst alle Kinder und Jugendlichen der DDR anspricht. Man wollte damit Eigenschaften von Breitensport und Leistungssport verbinden. Es war gleichzeitig Teil der Jugendarbeit. Das Konzept wurde von der SED-Sportführung entwickelt und finanziert und von den Massenorganisationen des Sports (DTSB, GST) und der Jugend (FDJ, Pionierorganisation) durchgeführt. In den Kreisen, Bezirken und größeren Städten der DDR bildeten sich Spartakiadekomitees, bestehend aus diesen vorgenannten Trägern, und aus Vertretern der SED und der örtlichen staatlichen Leitungen.

Mit dem Ende der DDR und der Umstrukturierung des DDR-Sportsystems brachen auch die Organisationsstrukturen der Spartakiaden zusammen. In den ostdeutschen Bundesländern werden inzwischen Kinder- und Jugendsportspiele durchgeführt, die sich auf die Tradition der Kinder- und Jugendspartakiade beziehen. Vereinzelt wurden auch weiterhin Wettkämpfe unter der Bezeichnung Kinder- und Jugendspartakiade veranstaltet. Eine Beteilungung der Spielleute findet jedoch seitdem nicht mehr statt.

Zentrale Kinder- und Jugendspartakiaden der Sommersportarten

  • I. Kinder- und Jugendspartakiade 24. bis 31. Juli 1966 in Berlin
  • II. Kinder- und Jugendspartakiade 23. bis 28. Juli 1968 in Berlin
  • III. Kinder- und Jugendspartakiade 20. bis 26. Juli 1970 in Berlin
  • IV. Kinder- und Jugendspartakiade 24. bis 30. Juli 1972 in Berlin
  • V. Kinder- und Jugendspartakiade 21. bis 27. Juli 1975 in Berlin
  • VI. Kinder- und Jugendspartakiade 25. bis 31. Juli 1977 in Leipzig (zusammen mit dem VI. Turn- und Sportfest)
  • VII. Kinder- und Jugendspartakiade 23. bis 30. Juli 1979 in Berlin
  • VIII. Kinder- und Jugendspartakiade 20. bis 26. Juli 1981 in Berlin
  • IX. Kinder- und Jugendspartakiade 25. bis 31. Juli 1983 in Leipzig (zusammen mit dem VII. Turn- und Sportfest)
  • X. Kinder- und Jugendspartakiade 22. bis 28. Juli 1985 in Berlin
  • XI. Kinder- und Jugendspartakiade 27. Juli bis 2. August 1987 in Leipzig (zusammen mit dem VIII. Turn- und Sportfest)
  • XII. Kinder- und Jugendspartakiade 24. bis 30. Juli 1989 in Berlin

Rolle der Spielleute

Spielleute umrahmten die Sportwettkämpfe musikalisch. In der Regel nur innerhalb ihrer Region zu den jeweiligen Kreis- oder Bezirkskinder- und Jugendspartakiaden. An den zentralen Spartakiaden, die mit dem Turn- und Sportfest der DDR zusammen veranstaltet wurden ( in den Jahren 1977, 19783 und 1987), gab es eine umfangreiche Musikschau und zusätzliche kleinere Auftritte, an denen die besten Musikzüge des DTSB berufen wurden. Die Vorbereitungen dazu begannen dann schon etwa 2 Jahre im Voraus durch die Zentrale Spielleutekommission, um mehrere Tausend Spielleute zu diesem gemeinsamen Auftritt zu befähigen.

Ab 1976 kämpften sie ebenfalls um Medaillen und trugen Wettkämpfe aus. Allerdings nicht in jedem Bezirk und auch nicht bei jeder Spartakiade. Da die Zentrale Spielleutekommission an diesen Wettbewerben keinen direkten Anteil hatte, wurde die Teilnahme der Musikvereine nur zur Kenntnis genommen. Einfluss auf die sowieso jährlich stattfindenden Wettkämpfe der Spielleute auf Bezirks- oder zentraler Ebene hatten die Spartakiade-Teilnahmen nicht. Oft wurde das von den Vereinen nur als Mehrbelastung angesehen, die dann häufig nicht wahrgenommen wurde.

Ergebnisse der Spielleute-Wettkämpfe

Aufgrund der untergeordneten Rolle sind Ergebnisse kaum überliefert worden.

Bezirkskinder- und Jugendspartakiade Schwerin 1976

Platz Verein Punkte[1]
Gruppe I (bis 14 Jahre)
1 BSG Empor Perleberg OS II/I
(Goldmedaille)
43,20
2 BSG CM Veritas Wittenberge 35,20
3 BSG Einheit Güstrow 33,80
Gruppe II (14 bis 18 Jahre)
1 BSG Empor Perleberg OS II/II
(Goldmedaille)
51,50
2 Kreismusikkorps Parchim 27,50

Einzelnachweise

  1. Der Tambour 9/1976