Der Tambour/Ausgabe 1974 10
6. Jahrgang, Ausgabe Oktober 1974
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Erneut Gold für Mühlhausen
- DDR-Meisterschaften der Spielmannszüge in Treuenbrietzen mit einigen Überraschungen
- Leistungsstarker Chemiebezirk im Vorderfeld
- Hervorragende Organisation und Wettkampfbedingungen
Bei den diesjährigen „DDR-Meisterschaften“ der Spielmannszüge der Erwachsenen in Treuenbrietzen kamen die Spielleute der BSG MEDIZIN MÜHLHAUSEN erneut zum Titelgewinn und sicherten sich damit den Wanderpokal, den sie 1971 und 1972 bereits gewonnen hatten.
Überraschend erspielten sich die Spielleute der BSG Mansfeldkombinat Ziegelrode den zweiten Platz vor der BSG Traktor Zabeltitz, die auf Grund von Punktabzug wegen verspäteter Noteneinreichung den „Silberplatz“ verfehlte.
Auffallend war die Leistungsstärke der Hallenser Kollektive, die sich neben den Ziegelrödern durch Rodleben und Halle den 4. bzw. 5. Platz sicherten.
Eine hervorragende Organisation schuf beste Wettkampfvoraussetzungen und gestaltete den Aufenthalt der Aktiven und Funktionäre so angenehm wie selten.
Wir berichten ausführlich in unserer nächsten Ausgabe.
Visier schon jetzt richtig einstellen
Das Sekretariat und Präsidium des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR haben Mitte September 1974 die Grundkonzeptionen für die Gestaltung der Sportschau zum VI. Turn- und Sportfes der DDR in Leipzig nach eingehenden Beratungen mit dem Zentralen Gestalterkollektiv bestätigt.
Damit wurde den Gestalterkollektiven der Übungsverbände das erste wegweisende Material, die politische und inhaltliche Konzeption, zur Ausarbeitung der eigenen Vertragskompositionen übergeben.
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Letzte Meldung
Leitung des „Auswahlspielmannszuges“ konstituiert
Die Leitung des neugebildeten „Auswahlspielmannszuges des DTSB der DDR“ hat sich Ende September konstituiert.
Zum Leiter wurde der stellvertretende Vorsitzende der ZSK, Sportfreund HANS BRÜCKNER, berufen. Die musikalische Leitung übernimmt Sportfreund DR. ERHARD GÜTTNER und für die Organisation zeichnet Sportfreund WERNER SCHWOTZER verantwortlich.
Diesen Sportfreunden stehen weitere bewährte Übungsleiter und Funktionäre zur Seite.
Bereits vom 15. bis 17. November findet im Ostseebad Rerik das erste Wochenendtrainingslager statt.
WKO im vollen Wortlaut
Auf Grund umfangreicher Anfragen und berechtigter Forderungen haben wir uns entschlossen, die neue Wettkampfordnung der Spielleute des DTSB der DDR, die ab 1. Januar 1974 in Kraft ist, nochmals im vollen Wortlaut (mit Klassifizierungsprogramm und Einstufungsordnung) abzudrucken. Wir möchten darauf hinweisen, daß einige Punkte im Ergebnis der Wettkämpfe 1974 nochmals geringfügige Veränderungen erfahren haben.
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Visier schon jetzt richtig einstellen
Ende des vergangenen Monats erhielten die Mitglieder der Gestalterkollektive ihre offizielle Berufung und in diesem Monat hat der Präsident des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR, Genosse Manfred Ewald, im Verlauf einer Beratung mit allen Gestaltern den offiziellen „Startschuß“ für die speziellen Vorbereitungen gegeben.
Wie in unserer Septemberausgabe bereits berichtet, hat sich das Gestalterkollektiv des „Übungsverbandes Musikschau“ bereits formiert und einige grundsätzliche Fragen beraten sowie einer gewissen Entscheidung zugeführt.
Bis zum 10. November gilt es nun, die ersten spezifischen Gedanken und Vorschläge auf der Grundlage der Vorgaben zu Papier zu bringen, um sie vor dem Zentralen Gestalterkollektiv zu verteidigen.
Nach einer weiteren Beratung im Sekretariat des DTSB-Bundesvorstandes beginnt dann Ende Januar 1975 die Erarbeitung des musikalischen Programms sowie der Choreographie, die bis 15. Mai 1975 abzuschließen ist. In der verbleibenden Zeit bis Oktober 1975 sind dann spezielle Kollektive mit dieser Gesamtgestaltung vertraut zu machen, damit sie mit den anderen Übungsverbänden im Oktober 1975 an der Miniaturschau teilnehmen können.
Alles in allem eine verantwortungsvolle und schöne Aufgabe, die aber nur dann verwirklicht werden kann, wenn alle Spielleute mithelfen.
... frag ihn, wer ihm sein trommeln bezahlt!
- 50 Jahre Agitatoren der Arbeiterklasse
- 15 Jahre als Spielmannszug der BSG NARVA
- Auszeichnungen für die Aktivisten
Der Spielmannszug der BSG NARVA Berlin feierte im September sein 50jähriges Jubiläum.
In Anwesenheit des Kombinatsdirektors, des Parteisekretärs und BGL-Vorsitzenden, der Vertreter der DTSB- und FDGB-Kreisvorstände, einer Delegation der Zentralen Spielleutekommission beim Präsidium des DTSB der DDR und befreundeter Kollektive begingen die kampferfahrenen Genossen mit den jüngeren Freunden ihres Kollektivs und dem Nachwuchs dieses Fest.
In der Festrede würdigte der Sekretär der BPO die Leistungen und den Mut der Spielleute, die vor und während der Naziherrschaft überall dort an der Spitze marschierten, wo es die Partei von ihnen forderte.
Er nannte die Namen der Genossen Kurt Sellheim und Erich Bolle, mit denen die Entwicklung dieses Kollektives seit 1924 auf das engste verbunden ist.
Zu einem besonders bewegenden Augenblick gestalteten sich die Ausführungen der Genossin Ratte.
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Zentrale Ausschreibungen in »der tambour«
Auf Beschluß der Zentralen Spielleutekommission beim Präsidium des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR werden ab sofort alle Ausschreibungen für zentrale Wettkämpfe aller Genres (über Bezirke) in „der tambour“ veröffentlicht.
Sie sind mit ihrer Publizierung verbindlich für alle in den jeweiligen Klassen bzw. Genres startberechtigten Kollektive.
Damit entfallen die bisherigen Ormigmaterialien und alle Sportfreunde der Sektionen haben die Möglichkeit, Einblick in diese wichtigen Vorbereitungsunterlagen zu nehmen.
Termin des Abdrucks bestimmt sich aus den Festlegungen in der gültigen Wettkampfordnung und der Durchführung des Wettkampfes.
Soviel sei schon jetzt gesagt, im Januar erscheint die Ausschreibung für das „Aufstiegsturnier der LK I“ SZ/Erwachsene.
Potsdamer Fanfaren zur Messeeröffnung
Dem Fanfarenzug der SG Dynamo Potsdam-Stadt wurde die ehrenvolle Aufgabe zuteil, vor den Repräsentanten von Partei und Regierung der DDR, an der Spitze der Erste Sekretär des ZK der SED, Genosse Erich Honecker, die diesjährige Leipziger Herbstmesse auf dem traditionellen Gelände zu eröffnen.
Vor der Halle 18, in der sich die Ausstellung über den Gesamtbereich Freizeit- und Erholungssport (Expovita) befand, begrüßten zahlreiche Aussteller die Gäste. Bevor Erich Honecker das Band offiziell zerschnitt, entboten die Potsdamer Mädchen und Jungen ihren Willkommensgruß, der mit viel Beifall aufgenommen wurde.
Im Verlauf des Vormittags zeigten die „Dynamos“ dann noch ihre Musikschau, die sie für die „DDR-Bestenermittlung“ am 20. Oktober 1974 einstudiert haben.
Nachruf
Tief bewegt nahmen die Sportfreundinnen und Sportfreunde der TSG Aufbau Biesenthal Abschied von ihrem Sportfreund und Spielmann
Hans SCHOTT
der im Alter von 43 Jahren verstorben ist.
Sein plötzliches Ableben ist für das Kollektiv ein großer und schmerzlicher Verlust.
Die Spielleute der TSG Aufbau Biesenthal und des Bezirkes Frankfurt/Oder werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
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„DDR-Bestenermittlung« in Lauchhammer
Die bessere Tagesform entschied über den Gewinn von
Titel und Wanderpokal für die Luckenauer
- Beachtliches Leistungsniveau der Schalmeien
- Niedrige Noten durch strenge Wertungstätigkeit
- Wertvolle Erfahrungen für die Zukunft nutzen
Lauchhammer, die traditionelle Stadt der Spielmannszüge, erlebte im September die IV. „DDR-Bestenermittlung“ der Schalmeienkapellen der Leistungsklasse.
Bei strahlendem Sonnenschein nahmen fünf Kollektive den Kampf um Punkte und gute Plätze auf, da die Kapellen der BSG Stahl Maxhütte und der BSG Fortschritt Falkenstein auf Grund der Nichtteilnahme an den diesjährigen Bezirksmeisterschaften keine Startberechtigung hatten.

Man durfte deshalb gespannt sein, wie sich der Titelverteidiger mit dem Pokalgewinner des Vorjahres auseinandersetzt, denn den Sportfreunden der BSG Aktivist Luckenau bzw. BSG Empor Plauen wurden die größten Chancen eingeräumt.
Nach einem feierlichen Eröffnungszeremoniell und herzlichen Begrüßungsworten des Schirmherren, dem Werkdirektor des BFG Lauchhammerwerk, Genossen Heppner, mußten die jungen Spielleute der SG Traktor Zinna-Welsau als erste ihr Können beweisen.
Dieser hoffnungsvolle Klangkörper erspielte sich im 1. Durchgang 43,10 Punkte, setzte damit erst einmal den Maßstab.
Beeindruckend war das anschließende Auftreten der BSG Empor Plauen. Ein Kollektiv junger Sportfreunde trug schwungvoll aber exakt sein Programm vor und erhielt dafür 46,30 Punkte.
Der Titelverteidiger aus Luckenau wußte nach dem Ergebnis des Mitfavoriten was zu tun ist und zeigte einen ausgeglichenen Vortrag, der von Erfahrungen und Können der Aktiven zeugte — 47,65 Punkte bedeuteten erst einmal Platz 1.
Etwas mehr Explosiveres im Auftreten und in der Darbietung wünschte man dem Klangkörper und Stabführer Dieter Edler von der SG Hohenschönhausen-Berlin. Das geforderte Repertoire kommt sicher und richtig, doch unterscheidet es sich immer noch sehr deutlich von den vorn plazierten Schalmeienkapellen.
Einen schweren Gang hatten die Loksportler aus Brandenburg anzutreten. Als Aufsteiger fanden sie sich in der neuen Umgebung nicht so zurecht wie sie es selbst wollten und bekamen für ihren ersten Auftritt nur 41,45 Punkte, die den letzten Platz bedeuteten. Doch die gute Mischung junger und erfahrener Spielleute wird dem Kollektiv künftig bestimmt mehr Selbstvertrauen und eine Leistungssteigerung bringen.

Im zweiten Durchgang wiederholten die Kollektive ihre Ergebnisse aus dem ersten und es gab keine Änderungen an der Reihenfolge.
Der Titelverteidiger, die BSG Aktivist Lukkenau konnte zum drittenmal den Wanderpokal in Empfang nehmen und ist damit ständiger Besitzer geworden.
Eine erfolgreiche zentrale Veranstaltung der Schalmeienkapellen der Leistungsklasse fand damit ihren Abschluß und wird sicher allen neue Anregungen für die Titelkämpfe 1975 gegeben haben, wenn es um den 5. Sieger geht.
ERGEBNISSE
| 1. | BSG AKTIVIST LUCKENAU | 49,50 Pkt. |
| 2. | BSG EMPOR PLAUEN | 47,90 Pkt. |
| 3. | SG DYNAMO HOHENSCHÖNHAUSEN | 44,10 Pkt. |
| 4. | SG TRAKTOR ZINNA-WELSAU | 43,05 Pkt. |
| 5. | BSG LOK BRANDENBURG | 41,80 Pkt. |
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Schalmeien feierten 50jähriges
Die BSG Fortschritt Falkenstein (Bezirk Karl-Marx-Stadt) feierte mit ihrer Schalmeienkapelle im September das 50jährige Bestehen dieses Klangkörpers.
Kollektive der Leistungsklasse und zahlreiche Gäste waren angereist und überbrachten den Jubilaren herzliche Glückwünsche.
Wir möchten dem Kollektiv an dieser Stelle im Namen aller Spielleute gratulieren und für die künftige Arbeit viel Erfolg wünschen.
Abonnement bis 15. Dezember 1974 erledigen.
Wir möchten auch heute wieder alle Leserinnen und Leser erinnern, daß für das kommende Jahr das Abonnement für „der tambour“ erneuert werden muß.
Bis 15. Dezember 1974 (letzter Termin) ist per Postanweisung an die Sportfreundin Regina Schimski, 705 Leipzig, Posadowsky-Anlagen 13 der fällige Betrag (6,— Mark pro Abo) zu überweisen.
Bei Nichteinhaltung müssen wir leider die Zeitungssendung einstellen.
Weiteres Spielleuteehepaar
Die Spielleutebewegung ist um ein weiteres Ehepaar gewachsen. Sportfreund PETER AHLBORN — Mitarbeiter im Sektor Spielleute des DTSB-Bundesvorstandes und Mitglied des Spielmannszuges der BSG Mansfeldkombinat Ziegelrode hat die Sportfreundin BRUNHILDE GRASSHOF, Mitglied des Mädchenspielmannszuges der BSG Empor Quedlinburg, Ende August geheiratet.
Wir wünschen beiden jungen Eheleuten auf ihrem weiteren Lebensweg alles Gute, Gesundheit und Wohlergehen.
Beratung mit Bezirksübungsleitern
Entsprechend der Jahresarbeitsplanung fand am 16. September in Leipzig eine Beratung der Bezirksübungsleiter mit den Mitarbeitern des Sektors Spielleute im DTSB-Bundesvorstand statt.
Im Mittelpunkt der Aussprache standen Fragen der unmittelbaren Tätigkeit in den Bezirken zur Vorbereitung des Wettkampfjahres 1975 und auf die Mitgestaltung des VI. Turn- und Sportfestes der DDR 1977.
Den verantwortlichen Funktionären für den musikalisch-technischen Bereich wurde dabei deutlich aufgezeigt, daß es künftig kein Nebeneinander, sondern mit allen BFA-Mitgliedern ein planmäßiges Miteinander geben muß.
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... frag ihn, wer...
Sie war 1924 das erste und einzige Mädchen im Spielmannszug und zugleich aktiv im Rotfrontkämpferbund tätig.
Von ihr war zu hören, wie Genosse Kurt Sellheim vor ihrer vierten Verhaftung unerschrocken und mit hoher Einsatzbereitschaft das bei ihr zu Hause befindliche Maschinengewehr abholte und in Sicherheit brachte. Anschließend nahm er ihre damals noch recht junge Tochter zu sich und erzog sie über viele Jahre hinweg zu einem fortschrittlich denkenden und handelnden Menschen.
Herzlicher Beifall dankte dem Genossen Kurt Sellheim, dem heutigen Sektionsleiter des Kollektivs und BFA-Vorsitzenden der Spielleute von Groß-Berlin, für diese mutige und humanistische Tat.
Noch bevor ein anspruchsvolles und inhaltsreiches Kulturprogramm geboten wurde, aus dem wir als Anleihe unsere Überschrift entnahmen (es stammt aus der „Ballade von der Trommel“), zeichneten der Kombinatsdirektor und der Parteisekretär die aktivsten Genossen und Sportfreunde aus.
Eine „EHRENURKUNDE” verbunden mit einer materiellen Anerkennung erhielten:
Sportfreund Kurt Sellheim
Sportfreund Erich Bolle
Sportfreund Gerald Kluge
Sportfreundin Lilly Sellheim
Mit „EHRENNADEL DER BSG NARVA” wurden ausgezeichnet:
Sportfreund Rudolf Ijak
Sportfreund Heinz Kluge
Sportfreund Hans Heinze
Sportfreund Hubert Höft
Sportfreund Jürgen Lehmann
Mit dem Auftritt des Nachwuchsspielmannszuges der BSG NARVA, vornehmlich Kinder der Betriebsangehörigen und der Übergabe von Glückwunschschreiben und Geschenken durch die anwesenden Spielleutekollektive, endete der offizielle Teil der Feierlichkeiten.
Die Zentrale Spielleutekommission beim Präsidium des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR überreichte aus Anlaß des 50. Gründungstages dem Spielmannszug der BSG NARVA BERLIN in Anerkennung und Würdigung seiner Leistungen die „EHRENURKUNDE DER SPIELLEUTEBEWEGUNG“.
Wir beglückwünschen alle Aktiven und Funktionäre des Kollektivs zu dieser Auszeichnung und wünschen weiterhin alles Gute und viel Erfolg.
Instrumentenmarkt
Wie in den letzten Ausgaben mitgeteilt, sind wir in der Lage, den Erwachsenenspielmannszügen der LK II und III Signalhörner und Horntaschen zu liefern, damit sie den Forderungen des Repertoires für 1975 nachkommen können.
Die dazu erforderlichen Bestellungen mit einer genauen Lieferanschrift sind sofort an den DTSB-Bundesvorstand, Sektor Spielleute, 1055 Berlin, Storkower Straße 118, zu richten.
Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB, Berlin — Chefredakteur: Bernd Schenke — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates dar DDR — Satz und Druck: VEB typodruck Döbeln III-8-4
