Der Tambour/Ausgabe 1973 11

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5. Jahrgang, November-Ausgabe 1973

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Fazit und Ausblick sind gleichbedeutend

Erfolgreiches 1973 für die Spielleutebewegung des DTSB

Kollektives Handeln führte zu beachtlichem Qualitätssprung

Schlußfolgerungen sind allseitig auszuwerten und anzuwenden

Klare Aufgabenstellung für das Jubiläumsjahr der Republik

In Anwesenheit des Abteilungsleiters im DTSB-Bundesvorstand, Genossen Dr. Harald LÖBE, den Stellvertretenden Vorsitzenden der DTSB-Bezirksvorstände und dem Sekretariat der Zentralen Spielleutekommission unter Leitung des Genossen Bernd SCHENKE, fanden sich Ende Oktober in Dessau alle Sektionsleiter der Spielleutebewegung des DTSB mit den Vorsitzenden der Bezirksspielleutekommissionen zusammen, um an der traditionellen Jahresabschlußkonferenz teilzunehmen.

Im Mittelpunkt der Beratung stand der Bericht der Zentralen Spielleutekommission, der vom Genossen Bernd Schenke gegeben wurde und sich mit der Auswertung der zurückliegenden zwölf Monate beschäftigte.

Vorbereitung und Durchführung der X. Weltfestspiele innerhalb des „Übungsverbandes Musikschau“ sowie die notwendigen Schlußfolgerungen fanden darin ebenso einen wichtigen Platz, wie ein Ausblick auf die künftigen Aufgaben der Spielleutebewegung im DTSB.

In der anschließenden Diskussion stimmten die Redner darin überein, daß die erreichten Erfolge Verpflichtung für eine noch bessere und zielstrebigere Arbeit in allen Kollektiven sein müssen, um in der weiteren Tätigkeit zu einer Qualitätserhöhung zu kommen.

Zu Beginn der Tagung wurden verdienstvolle Funktionäre mit der „Ehrenurkunde der Spielleutebewegung des DTSB“ geehrt.

(Lesen Sie Auszüge des Berichts auf den Seiten 3 bis 7).

„ORDEN BANNER DER ARBEIT“ verliehen

Der Vorsitzende des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik, Genosse Willi Stoph, hat dem Leiter des „Übungsverbandes Musikschau des DTSB“ und Mitglied des „Zentralen Regiekollektivs der Eröffnungsveranstaltung der X. Weltfestspiele“, Genossen

BERND SCHENKE

in Anerkennung und Würdigung hervorragender Leistungen beim Aufbau und der Stärkung des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik den „Orden Banner der Arbeit“ verliehen.

Letzter Termin 15. Dezember 1973

Die Abonnementsgebühren für den „der tambour“ 1974 müssen bis spätestens 15. Dezember 1973 per Postanweisung an die Sportfreundin Regina Schimski, 7113 Markkleeberg, Böhlener Straße 48, überwiesen sein, wenn eine Weiterzustellung garantiert werden soll.

Veränderungen in der Anschrift und Stückzahl sind zusätzlich dem DTSB-Bundesvorstand, 1055 Berlin, Storkower Straße 118, Abt. Prop./Kultur mitzuteilen.

Ehrenurkunde verliehen

Auf Beschluß des Sekretariats der Zentralen Spielleutekommission beim Präsidium des DTSB-Bundesvorstandes wurden in Anerkennung und Würdigung ihrer gezeigten Leistungen bei der Entwicklung und Festigung der Spielleutebewegung des DTSB mit der „EHRENURKUNDE DER SPIELLEUTEBEWEGUNG DES DTSB“ folgende Sportfreunde ausgezeichnet:

FRITZ HABERLAND (BSG Chemie Rodleben)

FRITZ RUMPF (BSG Chemie Rodleben)

HEINZ MÖBIUS (BSG Stahl Maxhütte)

GÜNTER NÖTHLICH (BSG Tambour Neustadt)

WILLI RUDLOFF (TSG Wismar)

ALEX GEISELER (SG Hohenwutzen)

Herzliche Glückwünsche

übermitteln wir den Sportfreundinnen und Sportfreunden, die in Auswertung ihrer gezeigten Leistungen in Vorbereitung und Durchführung der X. Weltfestspiele durch ihre Betriebe und Institutionen sowie DTSB-Kreis- bzw. Bezirksvorstände ausgezeichnet wurden.

Unsere Wünsche gelten u. a. den Sportfreunden Helmuth WINKLER (Vorsitzender der Bezirksspielleutekommission Cottbus) und Friedrich HOLLMEYER (Sektionsleiter der TSG Lübbenau), die mit dem Titel „Aktivist der sozialistischen Arbeit“ geehrt wurden sowie der Sportfreundin Helga NEUWIRTH und dem Sportfreund Lothar NOLTIN (Stabführerin des ÜV bzw. Vorsitzender der Bezirksspielleutekommission Schwerin), die neben einigen anderen Funktionären mit der „Ehrennadel des DTSB“ ausgezeichnet wurden.

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In Neustadt/Orla gab es eine nasse Pflicht und Kür

Erstmals wurden in diesem Jahr die Pokalturniere der Fanfarenzüge und Schalmeienkapellen ausgetragen. Sie sind den Kollektiven der „Allgemeinen Klasse“ vorbehalten, sollen nun jährlich stattfinden und den verantwortlichen Funktionären die Möglichkeit geben, bessere Ansatzpunkte für die einheitliche Leitung und Entwicklung ihrer Genres zu finden.

Was bei den Spielmannszügen aus leider nicht ganz erklärlichen Gründen unmöglich erscheint, fand hier seine Verwirklichung und es bleibt zu hoffen, daß die Fachkommissionen mit ihren Erfahrungen nicht hinter dem Berg halten und wenn erforderlich damit hausieren gehen.

BSG EMPOR PLAUEN wurde mit hauchdünnem Punktvorsprung Gewinner des neugestifteten Wanderpokals, den es künftig für den Sieger des „DDR-offenen Pokalturniers“ der Schalmeienkapellen des DTSB gibt. Das Kollektiv trägt hier in Konzertaufstellung seine Kür vor, für die es 47.72 Punkte, Tageshöchstwertung der Kür, erhielt.

In Neustadt (Orla), der „Geburtsstätte“ der DTSB-Fanfarenzüge trafen sich sechs Klangkörper, um ihren ersten Pokalgewinner zu ermitteln.

Gewohnt wie eh und je, war die Organisation perfekt und Gastfreundschaft wurde wieder einmal groß geschrieben.

Daß all die vielen Mühen und die hohe Einsatzbereitschaft der zahlreichen freiwilligen Helfer, die nicht zuletzt aus dem neugegründeten Gastgeberkollektiv kamen, durch Petrus nicht honoriert wurden, brachte der Sache keinen Abbruch.

Bei anhaltendem Regen an beiden Wettkampftagen standen die Aktiven der sechs Kollektive ihr Programm durch und trugen mit ihrer guten Disziplin mit zum erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung bei.

Soll man einige Worte zum Wettkampf selbst sagen, dann gehört an die erste Stelle der enorme Leistungsunterschied. Zwischen den Kollektiven der SG DYNAMO POTSDAM II (Pioniere) und der BSG CHEMIE TRIPTIS war eine Punktdifferenz von über 14 Punkten zu verzeichnen, die doch recht deutlich macht, welch große Arbeit notwendig ist, um die Fanfarenzüge der „Allgemeinen Klasse“ annähernd an das allgemeine Leistungsniveau heranzuführen, das an diesen beiden Tagen von den Potsdamer und Berliner (Prenzlauer Berg) Sportfreunden demonstriert wurde.

Das Kampfgericht war um seine Aufgabe keineswegs zu beneiden, denn oft fiel es schwer, überhaupt einen Angriffspunkt für eine Bewertung zu finden.

Erfreulich ist die Tatsache, daß sich einige Kollektive erstmals oder nach längerer Unterbrechung wieder den Kampfrichtern stellten. Doch gibt ihnen diese Seite nicht das Recht, gegen Entscheidungen in unsachgemäßer Form zu diskutieren oder gar für sich das Sonderrecht zu beanspruchen, Festlegungen der gültigen Wettkampfordnung des DTSB zu umgehen und Gepflogenheiten anderer Organisationen als gültig zu betrachten.

Das, so glauben wir, dient nicht einer positiven Zusammenarbeit und hindert eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Dennoch, alles in allem war das erste Pokalturnier ein Erfolg, auf dem aufgebaut werden muß, wenn es in den nächsten Jahren weiter vorangehen soll.

Die Ergebnisse lesen Sie im nebenstehenden Kasten. Siegmar Hartig

Erster Pokalsieger BSG Empor Plauen

Torgau war Austragungsort des ersten Pokalwettkampfes der Schalmeienkapellen des DTSB.

Zwölf Kollektive nahmen an einer gut vorbereiteten Veranstaltung teil und bedankten sich bei den rührigen Gastgebern und Zuschauern mit beeindruckenden Leistungen.

Vor 3000 interessierenden Torgauern demonstrierten die Klangkörper erstmals in einem Wettkampf ihr Können auf verschiedene Weise. So waren in der Kür u. a. Konzertstücke, Walzer, Böhmische Polka in enger Verbindung mit wirkungsvollen Aufstellungs- und Bewegungsformen zu hören und zu sehen.

Neben den bereits bewährten Kollektiven aus Luckenau und Plauen beeindruckten vor allem die Pionierkollektive aus Kleinreinsdorf und Malchin sowie die Jugendkapelle der BSG Stahl Maxhütte.

Gewinner des neugestifteten Wanderpokals wurde die Schalmeienkapelle der BSG Empor Plauen, in deren Kollektiv jeder einzelne auf die Minute fit zu sein schien, denn der recht schwierige Vortrag wurde tadellos bewältigt.

1. BSG Empor Plauen 49.79 Pkt.
2. BSG Aktivist Luckenau 49.65 Pkt.
3. BSG Lok Brandenburg 48.56 Pkt.
4. BSG Zinna-Welsau 48.22 Pkt.
5. BSG Stahl Maxhütte (Jugend) 48.10 Pkt.
6. SG Neugernsdorf 46.54 Pkt.
7. BSG Traktor Großpösna 46.15 Pkt.
8. BSG Turbine Lauta 45.87 Pkt.
9. BSG Motor Rathenow 45.24 Pkt.
10. BSG Traktor Rüdersdorf 44.65 Pkt.
11. SG Kleinreinsdorf (Pioniere) 41.69 Pkt.
12. SG Dynamo Malchin (Pioniere) 29.78 Pkt.

G. Schlaefke, Vorsitzender der Fachkommission

Pokal der Fanfaren nach Potsdam

Beim Pokalturnier der Fanfarenzüge gab es folgendes Ergebnis:

1. SG Dynamo Potsdam II
(52.80/52.70)
52.75 Pkt.
2. SG „E. Thälmann“ Berlin-Prenzl. Berg
(49.65/49.60)
49.62 Pkt.
3. SG „tambour“ Neustadt/O.
(48.00/46.85)
47.42 Pkt.
4. BSG Fortschritt Hoyerswerda
(43.75/43.80)
43.77 Pkt.
5. BSG Einheit Wolfersdorf
(43.11/34.60)
38.85 Pkt.
6. BSG Chemie Triptis
(41.17/35.75)
38.46 Pkt.

Die in den Klammern angegebenen Werte beziehen sich auf die Punkte in Pflicht und Kür.

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Unser Weg war richtig, der Erfolg anspornend, das Ziel klar

Liebe Sportfreundinnen und liebe Sportfreunde!
Werte Gäste!

Es ist eine gute Tradition geworden, daß sich im letzten Quartal des Jahres die verantwortlichen Funktionäre der Spielleutebewegung des DTSB zu einer gemeinsamen Auswertung der zurückliegenden Arbeitsetappen zusammenfinden. Dieser Weg ist richtig und hat seine Bestätigung in der kritischen Behandlung verschiedenster Probleme in den Leitungen aller Ebenen und erfreulicherweise auch im überwiegenden Teil der Sektionen gefunden.

Damit wuchs das Verständnis für unsere manchmal recht hart anmutenden, aber ebenso berechtigten Forderungen sowie hohen Maßstäbe. Nicht selten entwickelte sich aus vorhergehender Zurückhaltung, aus Skepsis später die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit.

Seit langem ist es bei uns Gesetz und Praxis, daß die Jugend das Recht auf Freude und Frohsinn auch im Sport selbst mitgestaltet. Dieses Recht verwirklicht sie gegenwärtig vielfältiger denn je im Übungs-, Trainings- und Wettkampfbetrieb des DTSB, in der Spartakiadebewegung der Kinder und Jugendlichen, im Leben der Schulsportgemeinschaften, bei sportlichen Massenwettbewerben der FDJ, beim Sportprogramm des FDGB und des DTSB sowie bei anderen jugendmäßigen Formen des Sports.

Das neue, dritte Jugendgesetz der DDR wird die Rechte der Jugend bei der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft bedeutend umfassender und vielseitiger verwirklichen. Es Orientiert u. a. auf das hohe Ziel, Körperkultur und Sport zur Sache der ganzen Jugend zu machen.

Während der X. Weltfestspiele galt es, die Ursache all unserer Erfolge, die breite Betätigung unserer Bevölkerung in Körperkultur und Sport auf verschiedene Weise zu bestätigen und aufzuzeigen.

Neben einer Reihe massensportlicher Veranstaltungen stand die Sportschau des DTSB im Mittelpunkt. Sie sollte die enge Verbindung von Körperkultur und Sport als festen Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens dokumentieren.

Vier Übungsverbände, die besten des V. Turn- und Sportfestes der DDR 1969 in Leipzig, waren mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut, diese Schau vorzubereiten und zu gestalten.

Das war eine hohe Zielstellung, die mit viel Vertrauen durch unsere Partei- und Staatsführung den Kollektiven übertragen wurde, und es galt, sich durch ausgezeichnete Disziplin, Fleiß und hohe Einsatzbereitschaft würdig zu erweisen.

Für die Spielleutebewegung des DTSB war es nach 1969 eine weitere Chance, sich zu bewähren und gleichzeitig nachzuweisen, welch positive Entwicklung sich in den zurückliegenden vier Jahren erfolgreich vollzogen hat.

Die richtigen Proportionen von Beginn durchgesetzt

Das gestiegene Leistungsniveau der zentralen Klangkörper und Kollektive, die gewachsene politisch-ideologische Reife sowie die verbesserte Führungs- und Leitungstätigkeit sollten ihren Nachweis in einer Musikschau finden, die unter dem Motto „Proletarischer Internationalismus und Freundschaft zur Sowjetunion“ gestaltet wurde.

Um schon an dieser Stelle das Urteil vorwegzunehmen — die Mitglieder des „Übungsverbandes Musikschau des DTSB“ haben das in sie gesetzte Vertrauen jederzeit gerechtfertigt. Straffe Disziplin, hohe Einsatzbereitschaft, Fleiß und eine richtige Einstellung zum Auftrag waren Voraussetzungen für einen vollen Erfolg.

Eine zielgerichtete und überwiegend kontinuierliche politisch-ideologische Aktivität, begonnen bei den ersten Vorbereitungen bis zum Einsatz in Berlin, gepaart mit hervorragenden organisatorischen Ergebnissen und wirkungsvoller Abstimmung in musikalisch-technischer Beziehung, waren weitere entscheidende Komponenten. Doch mit dem was wir konnten, was im Kollektiv erreicht wurde, haben wir uns eigentlich noch niemals zufrieden gegeben.

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HOFFNUNGSVOLLER NACHWUCHS war auch bei den Schalmeienkapellen in Torgau zu erkennen. Bleibt zu hoffen, daß die Fachkommission in Verbindung mit den Kollektiven die Entwicklung fest in den Griff bekommt.

Der Blick ging immer voraus. Das Gute wurde übernommen, um künftig noch besser zu sein. Deshalb sind auch einige kritische Gedanken zur Vorbereitung und Durchführung der X. Weltfestspiele im „Übungsverband Musikschau des DTSB“ notwendig, ohne dabei den konkreten Blick von der Zukunft und notwendigen Schlußfolgerungen abzulenken.

Mit der Konzipierung der ersten Vorstellungen für die Gestaltung unserer Musikschau wurde, aus den zurückliegenden Großveranstaltungen (V. Deutsche Turn- und Sportfest der DDR, III. und IV. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR) die richtigen Schlußfolgerungen ziehend, sofort mit der politisch-ideologischen Vorbereitung begonnen.

Gestalterkollektiv und klare Konzeption

Dem im Oktober 1971 berufenen Gestalterkollektiv, wurde mit Beginn der gemeinsamen Tätigkeit bei der Diskussion auftretender Fragen immer wieder an Hand von Beispielen die politische und musikalische Zielsetzung deutlich gemacht, um allen Sportfreunden eine klare Position sowie einen festen Standpunkt zu vermitteln.

Diese wichtige und richtige Vorarbeit wies ihre ersten Erfolge bei der Durchsprache der vorliegenden Neukomposition nach.

Eine neue Art der Spielleutemusik, stark abweichend vom Herkömmlichen und hohe Forderungen an alle Übungsleiter und Aktive stellend, wurde von den Mitgliedern des Gestalterkollektivs vollinhaltlich nach anfänglicher Skepsis akzeptiert und als richtungweisend betrachtet.

Nach langwierigen, aber ebenso gründlichen Beratungen konnte festgestellt werden, daß alle Sportfreunde für die gemeinsame Aufgabenstellung eintraten und eine sachliche bzw. überzeugende Haltung gegenüber den Spielleutekollektiven des Übungsverbandes und ihren Mitgliedern einnahmen.

Die am 29. April berufene Leitung des Übungsverbandes sah eine der Hauptaufgaben in der allseitigen und kontinuierlichen politisch-organisatorischen Vorbereitung.

Aus diesem Grund wurden unverzüglich Teilverbandsleitungen gebildet und mit speziellen Aufgaben betraut.

In enger Zusammenarbeit aller verantwortlichen Funktionäre für die politisch-ideologische und sportlich-kulturelle Arbeit entstand ein Rahmenwettbewerbsprogramm. Dieses Programm wurde in der Leitung des Übungsverbandes beraten, bestätigt und allen Kollektiven als Grundlage für die Ausarbeitung eigener Wettbewerbskonzeptionen übergeben.

Während in den Teilverbänden „Zentraler Mädchenspielmannszug“, „Zentraler Naturfanfarenzug“, „Zentrale Schalmeienkapelle“ und zum überwiegenden Teil auch im „Zentralen Pionierspielmannszug“ kontinuierlich nach diesen eigenen Zielsetzungen gearbeitet wurde, konnte die Tätigkeit auf diesem Gebiet im „Zentralen Blasorchester“ (mit Ausnahme des Fanfarenorchesters der BSG Lok Mitte Leipzig) und in vielen Kollektiven der Erwachsenenspielmannszüge keinesfalls befriedigen.

Das wurde deutlich in der negativen Einstellung zur vorliegenden Neukomposition, die auch jetzt noch teilweise vorhanden ist, der ungenügenden Teilnahme am Training, der recht unbefriedigenden Teilnahmemeldung und mangelnden Disziplin bei verschiedenen Auftritten.

Rolle des Übungsleiters noch immer Gretchenfrage

Ausgehend von diesen Erkenntnissen stellte die Leitung des Übungsverbandes bei der Durchführung der Übungsleiterlehrgänge immer wieder die Frage in den Mittelpunkt, welche Rolle muß der Übungsleiter im Kollektiv spielen — wie muß er politisch-ideologische Aktivitäten mit musikalisch-technischer Ausbildung in Einklang bringen?

Durch eine enge Zusammenarbeit mit den DTSB-Bezirksvorständen und persönlichen Besuchen der einzelnen Kollektive des Übungsverbandes konnte erreicht werden, daß der überwiegende Teil der zurückstehenden Klangkörper den erforderlichen „Nachholebedarf“ deckte, sich eine eigene Zielstellung schaffte und danach kontinuierlich arbeitete.

Im Verlauf der Diskussion in den Kollektiven (vornehmlich der Erwachsenen) galt es in erster Linie eine Reihe von Unklarheiten zu beseitigen, die ihren Ursprung in einer ungenügenden Einstellung und Bereitschaft zum politischen Auftrag der Spielleute hatten, aber mit anderen Erscheinungen (Geldeinbußen, zulange Trainingszeit etc., die nur teilweise ihre Berechtigung hatten) bemäntelt wurden.

Durch die Darlegung positiver Beispiele im Rahmen der Wettbewerbsführung und öffentliche Auswertung der Ergebnisse konnte erreicht werden, daß sich während der Wintermonate 1972/73 der Stand der politisch-ideologischen Aktivitäten im Übungsverband um ein beträchtliches erhöhte.

Ihren ersten sichtbaren Ausdruck hatte diese Feststellung bei der erfolgreichen Durchführung fast aller Bezirksmeisterschaften 1973, die sowohl politisch-ideologisch wie auch musikalisch-technisch einen beachtlich hohen Stand aufzuweisen hatten.

Das Niveau der Einstudierung der Komposition, das Auftreten der berufenen Kollektive und die geführten Aussprachen zeigten, daß dort, wo der politische Auftrag richtig verstanden und offene Auseinandersetzungen geführt wurden, positive Ergebnisse zu verzeichnen waren.

Zusammenarbeit und ständige Information halfen voran

Wichtige Voraussetzungen zum Gelingen einer Sache ist eine gute Organisation. Ich möchte dabei keineswegs die politisch-ideologische vor der organisatorisch-technischen Seite trennen bzw. ihren untrennbaren Zusammenhang widerlegen, sondern es ist eine klare Bestätigung dessen. Sie entscheidet häufig über die Qualität der Ergebnisse und wirkt stimulierend auf bestimmte Prozesse.

So war es auch in den Vorbereitungen für das Trainingslager Dessau. Es galt hier, Voraussetzungen zu schaffen, die es den Mitgliedern des Übungsverbandes ermöglichten, über einen Zeitraum von fast 5 Wochen (einschließlich Berlinaufenthalt) in Massenquartieren auf Luftmatratzen zu leben und einer hohen körperlichen Belastung standzuhalten.

Diesen Forderungen waren alle Maßnahmen untergeordnet. Die beim Rat der Stadt Dessau gebildete Org.-Kommission mit ihren Arbeitsgruppen unter Leitung der Stadträtin für Körperkultur, Jugendfragen und Sport stellte sofort mit der Leitung des „Übungsverbandes Musikschau“ einen hervorragenden Kontakt her.

Innerhalb weniger Wochen war es dadurch möglich, dem Sekretariat der SED-Kreisleitung eine Vorlage zu übergeben, in der konkret alle notwendigen Maßnahmen aufgeführt und die ungelösten Probleme vom Inhalt erläutert waren.

Ausgehend von diesen positiven Aspekten wurden die Kollektive des Übungsverbandes kontinuierlich und zielgerichtet über die Vorbereitungen in Dessau informiert. Dabei stand vor allem im Mittelpunkt, daß die Sportfreunde mit keinen überhöhten Erwartungen

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SPORTFREUND HERBERT KLEIN von der Schalmeienkapelle BSG Lok Brandenburg, hier als Kampfrichter tätig, gehörte zu den verantwortlichen Übungsleitern im „Übungsverband Musikschau“, die mit Umsicht und Fleiß ihre täglichen Aufgaben vorbildlich lösten.

nach Dessau kommen, andererseits aber gegenüber vergangener Großveranstaltungen kein Qualitätsrückgang zu verzeichnen war.

Erste Etappe einer Wandlung erfolgreich vollzogen

Wenn auch in der Beurteilung zuletzt genannt, so bildete die musikalisch-technische Vorbereitung einen sehr wichtigen, sicherlich von der Gesamtdarstellung her, den bedeutendsten Teil. Denn dieser Bereich wurde mit seinen Arbeitsergebnissen akustisch sowie optisch wirksam. Aber, und hier zeigt sich wieder die notwendige Synthese, hätten politisch-ideologische und organisatorische Arbeit nicht die entsprechenden Möglichkeiten geschaffen, wären auch die musikalischen Erfolge ausgeblieben.

Mit dem V. Deutschen Turn- und Sportfest der DDR 1969 begann in der Spielleutebewegung des DTSB ein sogenannter Umbruch.

Verschiedene Kollektive hatten bereits vor dem versucht, neue Formen der Gestaltung ihrer Auftritte zu finden und dabei recht wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Es wurde der Übergang von einer, ich möchte sagen bewegungsarmen zur bewegungsreichen, optisch wirksameren Auftrittsweise geschaffen. Der Begriff Musikschau wurde schon bald zur allgemeinen Vokabel und gehörte in der Anwendung schon zum sogenannten guten Ton.

Dieser neuen und auf jeden Fall ansprechenden Darbietungsform wurden neue Impulse durch die Einbeziehung aller im DTSB organisierten Genres verliehen.

Dieser Weg war nicht leicht, hatte seine eigenen Schwierigkeiten, um nicht zu sagen Gesetze, und forderte viel Verständnis von allen Beteiligten.

Es konnte deshalb auch nicht anders sein, daß sich das Gestalterkollektiv in Vorbereitung der X. Weltfestspiele vorrangig mit dieser Aufgabenstellung beschäftigte. Dazu war es notwendig, eine Reihe Vorurteile abzubauen und alle für die bessere, wenn auch ungewohnte Zielstellung zu interessieren.

Die vielseitigen Veränderungen innerhalb unserer Spielleutebewegung forderten eine höhere Qualität von jedem einzelnen und frührten somit zu einem sichtbaren Leistungsanstieg. Dieser wiederum mußte genutzt werden, damit das Neue kontinuierlich Fuß fassen und sich durchsetzen konnte.

Um es mit wenigen Worten auf einen Nenner zu bringen — die Vorstellungen, der Spielleutebewegung ein neues Profil zu geben, das traditionelles pflegt und den gegenwärtigen Ansprüchen gerecht wird, waren da, aber der Zeitraum der Umsetzung bis zur ersten öffentlichen Beweisführung war ein Jahr zu kurz, um diesen keinesfalls leichten Weg systematisch vorzubereiten und zielgerichtet zu beschreiten.

Das zeigte sich während der gesamten Entstehungsphase der Musikschau und ihrer Einstudierung.

Die Spielleutebewegung des DTSB hatte sich mit dieser musikalischen Vorgabe die keineswegs unkomplizierte und nicht ohne Risiko zu beurteilende Aufgabe gestellt, eine Musikschau mit Klangkörpern aller im DTSB vereinten Genres zu gestalten.

Diesem hohen Anliegen galt es nun mit den Übungsleiterlehrgängen das notwendige Fundament zu schaffen.

Mit viel Einsatzbereitschaft, Mühe und Fleiß führten die verantwortlichen Übungsleiter aller Genres ihre Lehrgänge durch, werteten sie aus und zogen erforderliche Schlußfolgerungen für die kommenden Zusammenkünfte bzw. technische Umsetzung des vorliegenden Materials in die Praxis.

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