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Der Tambour/Ausgabe 1971 07
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
4. Jahrgang, Ausgabe Juli 1971
Scan der Original-Ausgabe als PDF
Seite 1
Erfolge ständig neu erkämpfen
■ Gute Ergebnisse der Bezirksmeisterschaften 1971
■ Ergebnisse des VIII. Parteitages der SED in die Arbeit 1972 kontinuierlich einbeziehen
Ende Juni hatten sich die Vorsitzenden der Bezirksspielleutekommissionen in Berlin zusammengefunden, um gemeinsam mit dem Genossen Bernd Schenke eine sachliche Auswertung und Einschätzung der Bezirksmeisterschaften 1971 vorzunehmen.
Zu Beginn der Beratung werteten die Funktionäre eine stattgefundene Aktivtagung aus, die im Ergebnis des VIII. Parteitages der SED am Vortag in der Berliner Dynamohalle stattgefunden hatte. Der Präsident des DTSB, Genosse Manfred Ewald, hatte im Verlauf dieser Beratung bedeutende Ausführungen zur weiteren Arbeit innerhalb unserer sozialistischen Sportbewegung vorgetragen, die es nun auch in der Spielleutebewegung auszuwerten gilt. In der Augustausgabe werden wir ausführlicher und spezifischer darauf eingehen.
Im Anschluß an die kritischen Einschätzungen der einzelnen Bezirkswettkämpfe, ihren Vorbereitungen und Rahmenveranstaltungen, konnte übereinstimmend festgestellt werden, daß sich das Gesamtniveau mit einigen Abstrichen gegenüber 1970 verbessert hat. Es aber nun gilt, mit dem gleichen Einsatz an Kraft und Zeit qualitativ bessere und effektivere Meisterschaften im Sportjahr 1972 vorzubereiten.
Im Verlauf der Aussprache gab es eine Fülle von Anregungen und Hinweisen, die unbedingt von den einzelnen Bezirkskommissionen beachtet und ausgewertet werden müssen, wenn unsere neuen Zielstellungen erreicht werden sollen.
Auf Seite 5 der heutigen Ausgabe gehen wir auf die einzelnen Bezirke nochmals näher ein und veröffentlichen einen „Beschluß zur Durchführung der Bezirksmeisterschaften 1972“.
Aufstiegsturnier zur Sonderklasse

| 1. | BSG CHEMIE RODLEBEN | 51,85 Pkt. |
| 2. | BSG TRAKTOR HASSELFELDE | 50,28 Pkt. |
| 3. | BSG AUFBAU KARL-MARX-STADT | 49,78 Pkt. |
| 4. | BSG OBERLICHTENAU | 49,60 Pkt. |
| 5. | BSG MOTOR STRALSUND | 49,20 Pkt. |
| 6. | BSG TRAKTOR FRIEDLAND | 49,13 Pkt. |
| 7. | TSG EMPOR DAHME | 48,93 Pkt. |
| 8. | BSG TRAKTOR HIRSCHFELD | 47,70 Pkt. |
| 9. | BSG STAHL MEGU LEIPZIG | 46,23 Pkt. |
| 10. | BSG MOTOR ALTENBURG | 45,48 Pkt. |
| 11. | BSG EINHEIT WURZEN | disqual. |
Letzte Meldung
Schalmaien ermittelten Aufsteiger
„Beim „Aufstiegsturnier“ der Schalmeienkapellen des DTSB zur Leistungsklasse 1 gab es in Brandenburg/Havel folgende Ergebnisse:
| 1. | BSG Lok Stahlbau Dessau | 52,62 Pkt. |
| 2. | BSG Fortschritt Falkenstein | 52,30 Pkt. |
| 3. | SG Neugernsdorf | 48,22 Pkt. |
| 4. | BSG Lok Brandenburg | 48,17 Pkt. |
| 5. | SG Rüdersdorf | 46,67 Pkt. |
| 6. | BSG Traktor Naundorf | 45,30 Pkt. |
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unser standpunkt
Die kontinuierliche Entwicklung der im DTSB organisierten Klangkörper zeichnete sich in den zurückliegenden Monaten immer deutlicher ab.
Galt das Augenmerk der verantwortlichen Funktionäre seit 1968 besonders der Nachwuchsfrage, der Bildung zentraler Klangkörper wie des „Zentralen Mädchenspielmannszuges“, des „Zentralen Pionierspielmannszuges“ und des „Zentralen Fanfarenzuges“, so stehen jetzt der Aufbau der „Bezirkskorps der Erwachsenen und Pioniere“ im Mittelpunkt des Bereiches der Spielmannszüge.
Auf einem anderen Gebiet gilt es verlorenen Boden aufzuholen und der kontinuierlichen Entwicklung mit ihren Tendenzen zu entsprechen.
Ich meine damit die Arbeit mit den DTSB-Blasorchestern und ihren Zusammenschluß zu einem zentralen Klangkörper.
Das wird um so dringlicher, da die Kommission Technik der ZSK an die Durchsetzung einer musikalisch-technischen Konzeption herangeht, die alle Genres gleichberechtigt einbezieht und von jedem zentralen Klangkörper, das ihm Mögliche an Leistung abverlangen wird.
Durch diese neue Qualität des Niveaus, gepaart mit einer richtigen Proportionalität der Spielstärken, ergeben sich Möglichkeiten der Darbietungen, die letztendlich dem Charakter und den Anforderungen unserer Großveranstaltungen gerecht werden.
Die Blasorchester spielen gerade in dieser Frage keine unwichtige Rolle. Das wurde von uns bereits vor dem V. Deutschen Turn- und Sportfest der DDR 1969 erkannt und deshalb die sich abzeichnende gemeinsame Entwicklung gefördert.
Verschiedene Umstände ließen den Erfolg am Horizont verschwinden und Ruhe um diese Kollektive eintreten. Den Funken der Funktionärskonferenz vom November 1970 haben wir nun vor einigen Wochen wieder geschürt und eine erste Beratung mit den Leitern der Orchester durchgeführt.
Die Bereitschaft der Kollektive, mit uns zu arbeiten, ist vorhanden. Nun ist es eine gemeinsame Aufgabe, schrittweise vorzugehen. Denn durch die den Blasorchestern eigene Aussagekraft, auf Grund der instrumentellen Besetzung, erhalten unsere Auftritte eine wertvolle musikalisch-technische Steigerung und Bereicherung, die dem Spiel die eigentliche Klangfülle bringt.
Zur nächsten Beratung gilt es die kommenden Maßnahmen konkret abzustecken, um diesen neuen zentralen Klangkörper aufzubauen. Sein Aufbau wird sich parallel mit der Bildung des „Bundeskorps“ der Erwachsenenspielmannszüge vollziehen, das sich aus den besten „Bezirkskorps“ zusammensetzen wird.
Diese Entwicklung ist nicht spontan, sondern langfristig geplant und durchgesetzt worden. Sie beweist Kontinuität und ein weiteres Anwachsen der Qualität in der Führungs- und Leitungstätigkeit unserer Spielleutebewegung.
G. Bodenstein
Klassifizierungsprogramm für Pionierspielmannszüge
Dieses Programm ist als Ergänzung zur Wettkampfordnung der Spielleute des DTSB, Anlage 1, Absatz 2.1.4. anzusehen und entsprechend einzuordnen.
Auf Grund von Festlegungen der Zentralen Spielleutekommission hat ein Klassifizierungsprogramm 4 Jahre Gültigkeit und muß danach neu erarbeitet werden. Das heißt, das gegenwärtig gültige Programm ist ab 1973 neuzufassen.
Aus diesem Grund veröffentlichen wir das Pionierklassifizierungsprogramm in „der tambour“ und werden es dann gemeinsam mit dem Programm der Erwachsenen im „Handbuch“ einordnen.
KLASSIFIZIERUNG der Pionierspielmannszüge
1. Klasseneinteilung
Leistungsklasse I: Sie umfaßt 12 Kollektive, die sich über die Bezirksmeisterschaften qualifiziert haben.
Leistungsklasse II: Sie umfaßt 10 Kollektive, die sich über die Bezirksmeisterschaften qualifiziert haben.
Altgemeine Klasse: Sie umfaßt alle am Wettkampfsystem des DTSB beteiligten Pionierspielmannszüge, die sich bisher nicht für eine der oben genannten Leistungsklassen qualifizieren konnten.
2. Klassifizierung:
Die Leistungsklasse I führt jährlich eine „DDR-Bestenermittlung“ durch. Der Sieger trägt den Titel „DDR-Bester“ des betreffenden Jahres.
Die Leistungsklasse II führt jährlich den Wettkampf um den „Wanderpokal der Pionierorganisation ‚Ernst Thälmann‘“ durch, der gleichzeitig als „Aufstiegsturnier“ gewertet wird.
Die Allgemeine Klasse führt im Rahmen der laufenden Bezirksmeisterschaften ihre Wettkämpfe zu ihren Bedingungen durch.
3. Auf- und Abstiegsreglement
3.1. Die drei Erstplazierten der „DDR-Bestenermittlung“ erhalten Medaillen und Urkunden. Die drei Letztplazierten des Wettkampfes steigen ungeachtet ihrer erreichten Punktzahl aus der LK I ab und starten im folgenden Jahr in der LK II.
3.2. Die drei Erstplazierten des „Aufstiegsturniers“ steigen ungeachtet ihrer erreichten Punktzahl in die LK I auf und starten im folgenden Jahr in dieser Klasse zu ihren Bedingungen.
Die beiden Letztplazierten des Wettkampfes steigen in die Allgemeine Klasse ab und starten dort im folgenden Jahr im Rahmen des Bezirkes.
3.3. Die beiden punkthöchsten Kollektive aller Bezirke der Allgemeinen Klasse steigen in die LK II auf und starten dort im folgenden Jahr zu den entsprechenden Bedingungen.
4. Startbedingungen
Die Kollektive der LK I und LK II sind für zentrale Wettkämpfe nur startberechtigt, wenn sie an den vorangegangenen Bezirksmeisterschaften des laufenden Sportjahres teilgenommen haben.
Die erreichten Punktzahlen der Bezirkswettkämpfe haben dabei keinen Einfluß auf die Plazierung bei zentralen Wettkämpfen.
Aufsteiger zu den einzelnen Klassen, die nicht den Anforderungen dieser Leistungsklasse entsprechen, sind zurückzustufen.
5. Klassifizierungsbedingungen
Leistungsklasse I: Jeder Zug hat zum Wettkampf zwei Kürmärsche einzureichen. Einer davon (selbstgewählt) wird im Stand, der andere in der Bewegung gespielt (2. Durchgang).
Vom Kampfgericht werden die Pflichtmärsche, einer im Stand und einer in der Bewegung, aus dem festgelegten Pflichtprogramm bestimmt.
Die Kürmärsche müssen mindestens die Schwierigkeit 3.0 haben.
Das Kürprogramm hat für zentrale Wettkämpfe zwei Jahre Gültigkeit.
Jeder Zug hat mindestens zwei Lyren einzusetzen.
Leistungsklasse II: Die Bedingungen sind analog der LK I. Die Schwierigkeit der einzureichenden Kürmärsche muß mindestens 2.6 erreichen.
Altgemeine Klasse: Jeder Zug hat bei den Bezirksmeisterschaften einen selbstgewählten Kürmarsch einzureichen (Mindestschwierigkeit 1.8), der dann mit einem festgelegten Pflichtmarsch zu spielen ist.
Dieser Wettkampf wird nur in einem Durchgang ausgetragen.
6. Dieses Klassifizierungsprogramm tritt ab 1972 vollinhaltlich in. Kraft. Für 1971 gelten bestimmte Festlegungen und Sonderregelungen, die sich auf Grund der Neubildung der Klassen notwendig machten.
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Im Saal um Medaillen und einen Platz in der Sonderklasse

■ Rodleben, Hasselfelde und Karl-Marx-Stadt vorn
■ Gutes Niveau und hohe Disziplin bestimmend
Was bei den Vorbesprechungen zur Durchführung des „Aufstiegsturniers“ für Spielmannszüge des öfteren im Spaß geäußert wurde, mußte zur Wirklichkeit und Notwendigkeit werden.
Regen und kühler Wind zwangen die Veranstalter, den zentralen Wettkampf um die drei Plätze in der Sonderklasse in den Saal zu verlegen.
Das Kulturhaus der Colditzer Porzellanwerker war dazu gut geeignet und bot die entsprechenden Wettkampfbedingungen.
Elf Kollektive hatten sich dem Kampfgericht gestellt und relativ schnell an die doch neue Umgebung gewöhnt.
Immer noch auf besseres Wetter hoffend, hatte das Kampfgericht den 2. Durchgang (Kür) vorgezogen. Im Stand trugen die Kollektive ihre beiden Märsche vor und man muß an dieser Stelle allen Spielleuten und Zuschauern ein Lob aussprechen — denn sie verhielten sich äußerst diszipliniert und ruhig.
Die Wertungen fielen relativ niedrig aus, da der Hauptpunkt 4 nur 10 Punkte als Höchstwert geben konnte (der Punkt 4.1. war gestrichen) und dadurch objektiv 5.0 Punkte fehlten.
Die Männer aus Rodleben machten bereits im 1. Durchgang keinen Hehl daraus, daß sie wieder in die höchste Leistungsklasse wollten und setzten mit ihrer Darbietung die Maßstäbe. Ihnen am nächsten kamen die Spielleute aus Hasselfelde und Karl-Marx-Stadt.
Überraschenderweise war zu diesem Zeitpunkt die BSG Stahl Megu Leipzig schon auf den vorletzten Platz zurückgefallen.
Das anhaltend schlechte Wetter war die Ursache für die Weiterführung des Wettkampfes im Saal.
Um die Bedingungen nicht allzu leicht zu gestalten, wurde das Mobilar des Saales nahezu restlos ausgeräumt, um so die Möglichkeit des Marschierens für die Züge geschaffen.
Der 2 Durchgang, in diesem Fall die Pflicht, sollte nun zeigen, wer die wirklich stärksten Spielmannszüge der Leistungsklasse I in der Saison 1971 sind.
Mit dem Hornmarsch „Frisch voran“ und dem „Kleinen Tambour“ eröffnete die BSG Motor Altenburg den Reigen.
Und bereits jetzt zeigte sich, daß dieser Wettkampf nicht nur allein von dem musikalischen Können, sondern auch von der Nervenstärke entschieden wurde. Alle Kollektive des Bezirkes Leipzig, die eigenartigerweise an diesem Tag geschlossen am Schluß der Rangliste standen, machten das auf ihre Weise deutlich.
Als die Reihe an der BSG Traktor Friedland war, schien der Knoten zu reißen, denn es wurden erstmals über 50 Punkte erzielt.
War der Abstand der Kollektive hinter Rodleben schon nach dem 1. Durchgang sehr gering, so rückten die Züge nun noch enger zusammen. Vom Zweiten zum Sechsten waren es gar nur noch 1,15 Punkte.
Die drei Erstplazierten nach dem 1. Durchgang hielten ihre Plätze, und erkämpften sich in der gleichen Reihenfolge die Medaillen und den Aufstieg in die Sonderklasse. Dazu unseren herzlichsten Glückwunsch.
Erfreulich ist die Plazierung der BSG Motor Stralsund. Mit einer stark verbesserten Leistung zum Vorjahr traten die Ostseestädter in Colditz auf und deuteten an, daß mit ihnen künftig wieder zu rechnen ist. Das trifft allerdings auch auf die SG Oberlichtenau zu, die mit nur 18 Hundertstel an der Bronzemedaille vorbeiging und im nächsten Jahr in ihrer Heimatstadt das „Aufstiegsturnier“ ausrichtet.
Enttäuschend sind die Leistungen von Hirschfeld, Altenburg und Megu Leipzig zu werten, wenn man bedenkt, daß diese Kollektive im vergangenen Jahr vordere Plätze belegten oder gar der Sonderklasse angehörten.
Enttäuschend war aber auch der Auftritt der Spielleute aus Wurzen, die den Hornmarsch nicht beherrschten, einen anderen Marsch spielten und nun entsprechend der Klassifizierungsordnung in die Leistungsklasse II absteigen müssen.
Alles in allem muß eingeschätzt werden, daß trotz der widrigen Umstände das „Aufstiegsturnier“ ein gutes Niveau aufzuweisen hatte und der überwiegende Teil der Spielmannszüge gut vorbereitet nach Colditz gekommen ist.
Die Aufsteiger waren die wirklich Besten und für sie heißt es nun, den erkämpften Platz im Oberhaus zu halten.
Den Gastgebern aus Colditz und den Organisatoren, besonders den Sportfreunden Schwotzer und Steinert, soll an dieser Stelle ebenfalls für ihre Arbeit gedankt und die Anerkennung ausgesprochen werden.
Fünf Plätze sind nun in der Leistungsklasse I zu vergeben. Wer sie einnehmen wird, darüber berichten wir sofort nach Bestätigung der neuen Einstufungen durch die Fachkommission Spielmannszüge.
