Der Tambour/Ausgabe 1990 11: Unterschied zwischen den Versionen

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==== Das Jahr 1968 und die erste Herausforderung ====
[[Datei:DerTambour1990-11-6-1.png|mini|'''29. JUNI 1968 —''' Ein neuer Anfang für die Spielleute im DTSB. Mit einer eigenen Musikparade — gestaltet von 500 Mitgliedern der Spielmannszüge und den Fanfaren von Neustadt/Orla — schlägt die Stunde der selbständigen Großauftritte. Foto: B. Schenke]]
Die Spielleute erhalten zu Beginn des Jahres den Auftrag, anläßlich einer Jugend- und Sportschau im Stadion der Weltjugend in Berlin eine selbständige Musikparade zu gestalten. Der Auftritt von über 500 Mitgliedern aus Spielmannszügen mit dem Fanfarenzug aus Neustadt/Orla wird zu einem großartigen Erfolg vor 60 000 Zuschauern.
Das Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB überträgt den Spielleuten im Ergebnis die Bildung eines eigenen Übungsverbandes zur Mitwirkung an der Sportschau im Rahmen des 5. Deutschen Turn- und Sportfestes 1969 in Leipzig.
Bernd Schenke, inzwischen als amt. Vorsitzender der Zentralen Spielleutekommission eingesetzt — da Friedel Neumann abberufen wurde — übernimmt die Leitung des Übungsverbandes.
==== Erstmals unterm Hallendach ====
Lauchhammer ist im Oktober 1968 Gastgeber der 3. DDR-Bestenermittlung der Spielmannszüge, kann sich revanchieren und siegt in der Senftenberger Aktivist-Sporthalle vor Mühlhausen und Zeitz.
'''Das Jahr 1969:'''
Das Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB bestätigt einen Antrag, nachdem die Spielmannszüge ab 1970 DDR-Meisterschaften und alle anderen Genres DDR-Bestenermittlungen austragen dürfen.
Das Jahr steht allerdings ganz im Zeichen der Vorbereitung und Durchführung der Spielleute-Musikschau zum 5. Deutschen Turn- und Sportfest in Leipzig.
==== Vor 100 000 Zuschauern bestanden ====
[[Datei:DerTambour1990-11-6-2.png|mini|'''TRADITION''' wurde schon immer großgeschrieben. Vor dem Lokal „Vater Jahn“ in Leipzig findet der Frühschoppen zum 60. Jubiläum der Spielleute von Stahl MEGU statt. Foto: B. Schenke]]
Der Auftritt der Spielleute mit 1800 Aktiven zur festlichen Eröffnung vor dem Völkerschlachtdenkmal, zur Sportschau vor 100 000 Zuschauern im Zentralstadion, beim Festzug durch Leipzig und zur feierlichen Abschlußveranstaltung werden ein voller Erfolg.
Fazit: Der Spielleutebewegung des DTSB werden '''2 hauptamtliche Planstellen''' im Bundesvorstand des DTSB zur Verfügung gestellt, die von Bernd Schenke und Günter Bodenstein besetzt werden.
Die Zentrale Spielleutekommission wird personell umgebildet. Gerhard Rissel aus Taucha übernimmt den Vorsitz, Hans Brückner und Walter Ludwig werden Stellvertreter, Bernd Schenke Sekretär, Günter Bodenstein Verantwortlicher für die musikalisch-technische Entwicklung.
==== Das Jahr 1970 — Beginn einer neuen Etappe ====
[[Datei:DerTambour1990-11-6-3.png|mini|'''BEZIRKSMEISTERSCHAFTEN''' waren Höhepunkte in den Territorien, wie hier 1973 in Zwickau, wo sich die Spielleute aus Karl-Marx-Stadt und Leipzig zur Eröffnung trafen. Foto: W. Basler]]
Zur Vorbereitung auf das neue Wettkampfjahr mit seinen zahlreichen Neuerungen und Erweiterungen haben erfahrene Fachleute die Wettkampfordnung überarbeitet und eine Neufassung auf den Tisch gelegt.
Die Spielleutebewegung gewinnt zunehmend an Profil. In den Bezirken stabilisieren sich die Leitungen, die Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern und Kampfrichtern beginnt, die Bezirksmeisterschaften finden regelmäßig statt und werden zu ersten Höhepunkten der Tätigkeit in den Territorien.
Apolda erlebt die '''1. DDR-Meisterschaft''' der Spielmannszüge, die Mühlhausen vor Lauchhammer und Zeitz als Sieger beendet.
In Potsdam nimmt der Siegeszug des einheimischen Fanfarenzuges beim Klassifizierungstur-
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Version vom 18. September 2024, 10:00 Uhr

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von "der tambour" zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!


23. Jahrgang, Nov./Dez. 1990

Scan der Original-Ausgabe als PDF

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Letzter Akt in Vatterode:

Etwas Wehmut und große Hoffnungen

■ Außerordentlicher Verbandstag beschloß die Auflösung des Musik- und Spielleuteverbandes im DTSB

■ Legislative nun beim Bundesausschuß für das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im DTB

An gleicher Stätte, wo zu Beginn dieses Jahres die Dokumente für die perspektivische Tätigkeit im damals noch zu wählenden MSV heiß diskutiert und dennoch auf einen positiven Nenner gebracht wurden, fand Anfang November — also neun Monate später — eine erwartungsvolle Zukunftsvision ihr Ende. Vatterode war Tagungsstätte des letzten Verbandstages des MSV im DTSB.

Den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen folgend, ist nun auch die Spielleutebewegung aus Ost und West vereint. Dazu war es notwendig, einen außerordentlichen Verbandstag einzuberufen, der am 10. November 1990 stattfand.

Eine intensive Arbeitsetappe

Präsident Peter Ahlborn gab vor den Delegierten aller fünf Landesfachverbände und den Vertretern des Bundesausschusses für das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im DTB, Bernhard LOTT — Bundesfachwart — und Wilhelm WATERMANN — Stellvertreter des Bundesfachwartes —, einen Bericht zur Tätigkeit des gewählten Präsidiums seit dem 28. April dieses Jahres. Er verwies auf die erfolgreiche Durchführung der regionalen und zentralen Wettkämpfe sowie auf den Höhepunkt Deutsches Turnfest in Bochum/Dortmund und auf die keineswegs einfachen und weniger umfangreichen Spitzengespräche auf dem Weg zur Fusionierung der Turnermusiker.

Ordnungsmäßigkeit war gegeben

Frank Mierisch gab den Bericht der Revisionskommission und konnte nach einer abschließenden Prüfung Ende Oktober im Generalsekretariat des Verbandes bestätigen, daß die erforderliche Ordnungsmäßigkeit in allen Belangen gegeben war.

Auflösungsantrag

Als Präsident des MSV unterbreitete Peter Ahlborn den Delegierten den Antrag, den Musik-

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INTERVIEW

Mit dem Bundesfachwart für Musik- und Spielmannswesen im DTB, BERNHARD LOTT (unser Bild), sprach die Redaktion „der tambour“ in Hannover und informierte sich über die künftigen Gemeinsamkeiten der Spielleute aus Ost und West unter dem gemeinsamem Dach Deutscher Turner-Bund (Lesen Sie dazu auf Seite 2.)

„TURNERMUSIKER“

heißt das Organ des Fachgebietes Musik- und Spielmannswesen im DTB, das ab Januar 1991 für die Vereine des ehemaligen MSV verbindliche Informationsquelle ist. Der „Turnermusiker“ erscheint im Zweimonaterhythmus, ist das Sprachrohr des Bundesfachausschusses und die Tribüne eines vielseitig möglichen Erfahrungsaustausches. Bestellungen können ab sofort beim zuständigen Redakteur, Wilhelm Watermann, in Bad Gandersheim, W - 3353, Clusgasse 11, vorgenommen werden. Dorthin sind auch Beiträge für die Zeitschrift zu schicken.

Kurz notiert

37 Jahre im Zeitraffer

Eine zusammenfassende Übersicht zur Entwicklung der Spielleutebewegung im DS/DTSB seit 1953 bis zur Fusion mit dem Deutschen Turner-Bund und der Zugehörigkeit zum Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen des DTB vermittelt die vorliegende letzte Ausgabe „der tambour“ auf den Seiten 5 bis 9.

Von der Gründung bis zur Einstellung

Nach 23 Jahren, in denen rund 250 Ausgaben entstanden, stellt „der tambour“ sein Erscheinen ein. Die Gründe dafür sind hinreichend bekanntgemacht (auch in dieser Ausgabe).

Als Begründer des Fachorgans der Spielleute des DTSB, im Herbst 1967, war es mir vergönnt, seit der 1. Ausgabe bis zur Einstellung — mit einer aufgezwungenen Unterbrechung zwischen 1977 und 1985 — als Verantwortlicher Redakteur tätig zu sein. Ich habe in diesen Jahren aus den Vereinen, von einzelnen Spielleuten und Funktionären mehr oder minder umfangreiche Unterstützung erhalten. Erst dadurch war es möglich, den „tambour“ aktuell, informativ, interessant und spielmannsnah zu gestalten. Deshalb ist es mir ein echtes Bedürfnis, allen zu danken, die mit mir für unseren „tambour“ tätig Waren. Bernd Schenke

Mandat und Verantwortung

Der außerordentliche Verbandstag des MSV im DTSB hat gemäß der Entscheidung des Präsidiums des DTB die 5 Vertreter gewählt, die in den BUNDESAUSSCHUSS des Fachgebietes Musik- und Spielmannswesen des DTB kooptiert werden. Sie sind die Interessenvertreter der Spielleute der fünf Landesfachverbände im Östlichen Teil Deutschlands und gleichzeitig mitverantwortlich für das rasche Zusammenwachsen der Spielleute im DTB der BR Deutschland.

Gewählt wurden Mario BIELIG, Dieter FRACKOWIAK, Uwe KLEIN, Helmut MEY und Lutz THIELE.

Die Mehrzahl der bisherigen Präsidiumsmitglieder (unter ihnen Lothar Noltin, Bernd Schenke, Gerd Schreiber) stellten sich nicht wieder zur Wahl.

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Das Gebot der Stunde:

Gegenseitiges Respektieren — gemeinsames Handeln

Sportfreund BERNHARD LOTT, Bundesfachwart für Musik- und Spielmannswesen im Deutschen Turner-Bund ist das zukünftige „Oberhaupt“ auch für die Spielleute des ehemaligen MSV.

Am Rande des Deutschen Turntages 1990 in Hannover sprach „der tambour“ mit dem Funktionär und auch Aktiven, der Posaunist in einem Blasorchester des DTB ist.

„der tambour“: „Ist das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen des DTB auf die Übernahme der 17 000 Spielleute aus dem MSV vorbereitet und welche Erwartungen verknüpft der Bundesfachwart mit dieser Vereinigung?“

B. Lott: „Für eine langfristige und kontinuierliche Vorbereitung auf diesen Zusammenschluß war eigentlich auf beiden Seiten kaum Zeit. Die Ereignisse haben sich im Zuge der politischen Entwicklung auch auf unserem Gebiet überrollt. Denn noch zum Turnfest in Bochum/Dortmund war nicht an eine solche rasche Veränderung zu denken. Gleichwohl, nun ist die Einigkeit vollzogen und wir sind unter dem Dach des DTB vereint.

Ich hoffe und erwarte, daß sich möglichst schnell alle Vereine des MSV in den Landesfachverbänden zusammenschließen und danach ihrem Landesturnverband beitreten. Darüber hinaus wünsche ich mir ein Zusammenwachsen mit dem nötigen Augenmaß im musikalischen Bereich, damit es uns in einigen Jahren gelingen möge, auch nach außen das Bild eines einheitlichen, homogenen Verbandes zu vermitteln. Mir liegt aber auch daran, daß die beiderseits unterschiedlich verlaufene Entwicklung respektiert wird und die notwendige Bereitschaft zur Anpassung vorhanden ist.

„der tambour“: „Ausgehend von Ihren Darlegungen stellt sich die Frage nach den unmittel- und mittelbaren Aufgaben der vereinten Spielleutebewegung im DTB?“

B. Lott: „Zunächst wird es Aufgabe der Führungskräfte sein, eine mittelfristige Perspektivplanung zu entwikkeln, die die Weichen für das Zusammenwachsen stellt. Außerdem scheint mir wichtig zu sein, daß sich die Sportfreunde des MSV recht schnell aklimatisieren. Sie sollen durch das Angebot von Seminaren und Lehrgängen nicht nur die Bundesmusikschule, sondern auch die Strukturen des DTB kennenlernen. Ferner hoffe ich, daß sich auf Vereinsebene möglichst rasch Partnerschaften entwickeln, die an diesen Prozessen aktiv mitwirken.

Auch die gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungen der Landesturnverbände oder Vereine, auf breiter Basis praktiziert, hilft beim besseren Verstehen.“

„der tambour“: „Worin sehen Sie die nächsten Höhepunkte der Spielleute des DTB und welche Rolle werden dabei die Musiker aus den fünf neuen Bundesländern übernehmen?“

B. Lott: „Auf Bundesebene sind für uns die alle vier Jahre stattfindenden Deutschen Turnfeste die absoluten Höhepunkte. Das nächste Fest steht 1994 in Hamburg an. Anfang kommenden Jahres beginnen dafür die organisatorischen Vorbereitungen. Welche Konzeption und konkrete Aufgabenstellung sich im einzelnen ergeben wird, kann ich noch nicht im Detail sagen. Da sich aber in Dortmund unser Konzept bewährt hat, werden wir darauf aufbauen. Dabei sind natürlich die Erfahrungen und Ideen der MSV-Spielleute gefragt. Wir sind offen für interessante und neue Gedanken.

Zwischen den Deutschen Turnfesten veranstalten die Landesturnverbände — auch im Abstand von vier Jahren — ihre Landesturnfeste. Hier wird es zukünftig Aufgabe der Spielleute in Mecklenburg/Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sein, die musikalische Umrahmung zu sichern.“

„der tambour“: „Sportfreund Lott, kann man schon jetzt etwas zu personellen Entscheidungen sagen. Wir meinen damit Funktionäre des ehemaligen MSV, die in Leitungsgremien Ihres Verantwortungsbereiches mitwirken?“

B. Lott: „Der Bundesfachausschuß für Musik- und Spielmannswesen des DTB wurde im März 1990 gewählt. Die Wahlperiode beträgt an sich vier Jahre, wurde aber aufgrund des Zusammenschlusses auf Beschluß des Deutschen Turntages in Hannover einmalig auf zwei Jahre begrenzt. Nach dieser Zeit, also 1992, wird erstmals ein gesamtdeutscher Bundesfachwart für unser Fachgebiet gewählt. Für die Übergangsperiode werden wir den Bundesfachausschuß um fünf Personen erweitern. Der außerordentliche Verbandstag des MSV hat am 10. 11. 1990 die Sportreunde Mario Bielig (Sachsen), Dieter Frackowiak, (Brandenburg), Uwe Klein (Sachsen-Anhalt), Helmut Mey (Thüringen) und Lutz Thiele (Mecklenburg/Vorpommern) gewählt. Damit sollte eine ausreichende personelle und Interessenvertretung gesichert sein. Darüber hinaus erscheint es mir wichtig, daß in den Landesverbänden für Musik- und Spielmannswesen aktionsfähige Leitungsgremien vorhanden sind, um die Arbeit an der Basis mit einem hohen Anspruch zu realisieren.

Ich bin sicher, daß die Spielleute des DTB ein zuverlässiger und leistungsstarker Partner in unserem geeinten Vaterland sein werden.“

Etwas Wehmut . . .

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und Spielleuteverband im DTSB mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Zur Begründung führte er u. a. die Auflösung der Dachorganisation DTSB in diesem Jahr und die Beschlüsse des Deutschen Turntages 1990 an.

Die Delegierten stimmten dem Antrag zu. Damit waren das Präsidium entlastet und der Verband aufgelöst.

Erster Auftritt des neuen Chefs

Bernhard LOTT, als Bundesfachwart des Fachgebietes Musik- und Spielmannswesen im DTB, ist der neue „Chef“ aller Turnermusiker in der BR Deutschland. In dieser Eigenschaft sprach er anschließend zu den Delegierten. Er verwies auf die künftigen Gemeinsamkeiten, das notwendige rasche Zusammenwachsen aller Spielleute und legte die wichtigsten Aufgaben der kommenden Monate dar.

In der sich anschließenden Aussprache nahmen die Delegierten Gelegenheit, sie speziell interessierende Fragen zu erörtern und zu den Vorstellungen des Bundesausschusses Stellung zu nehmen. Es wurde vereinbart, recht bald mit den Funktionären der Vereine Seminare durchzuführen, um sie mit den neuen verwaltungstechnischen Aufgaben vertrautzumachen.

Letzte Präsidiumstagung

Das Präsidium des MSV im DTSB führte am 6. Oktober 1990 an der Bundesmusikschule in Bad Gandersheim seine letzte Tagung durch.

Auf der Tagesordnung standen:

  • Auswertung des Deutschen Turntages 1990 in Hannover und die aus den gefaßten Beschlüssen resultierenden Aufgaben für das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im DTB.
  • Erstattung des Situationsberichtes der Präsidiumsverantwortlichen zur Bildung der Landesfachverbände des MSV.
  • Vorbereitung des außerordentlichen Verbandstages zur Auflösung des MSV im DTSB am 10. November 1990 in Vatterode.
  • Aufteilung des Restvermögens des MSV im DTSB auf die Landesfachverbände des MSV.

Nach Abschluß der Präsidiumstagung fand die erste und einzige gemeinsame Beratung des Bundesausschusses für das Musik- und Spielmannswesen im DTB mit dem Präsidium de MSV im DTSB statt. Mittelpunkt der mehrstündigen Aussprache war ein gemeinsames Positionspapier, in dem wichtige Forderungen gegenüber dem Präsidium des DTB im Interesse der zukünftigen anspruchsvollen gemeinsamen Tätigkeit formuliert sind.

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Landesverbände vorgestellt

Die Bildung der eigenständigen Landesverbände für „Musik- und Spielmannswesen“ und die Auflösung des „Musik- und Spielleuteverbandes im DTSB“ waren die letzten spektakulären Aktionen in einer fast drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit der Spielleute des Sport im östlichen Deutschland.

Damit alle Vereine für die Zukunft informiert sind, wollen wir auf dieser Seite die Landesverbände und die verantwortlichen Funktionäre vorstellen. Denn wer weiß, wann die nächste spezifische Publikation dieser Art möglich wird.

BRANDENBURG

„LANDESVERBAND FÜR DAS MUSIK- UND SPIELLEUTEWESEN BERLIN/BRANDENBURG E. V.“

Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Berlin, Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam.

Vorsitzender

Fritz Hollmeyer — Lübbenau

Stellvertreter

Andreas Küsel — Strausberg

Andreas Weber — Berlin

Wolfgang Dreger — Golzow

Schatzmeister

Detlef Konrad — Frankf./O.

Jugendfachwart

Bodo Rieck — Lübbenau

SACHSEN

„LANDES-MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND SACHSEN E. V.“

Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Dresden, Chemnitz und Leipzig.

Präsident

Gottfrid Hesse — Radeberg

Vizepräsidenten

Mario Bielig — Freital

Hans Ullmann — Zwickau

Werner Beyer — Wurzen

Schatzmeister

Michael Freitag — Radeberg

Jugendfachwart

Thomas Schulze — Bischofswerda

THÜRINGEN

„FACHGEBIET MUSIK- UND SPIELMANNSWESEN beim Thüringer Turnerverband e. V.“

Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Erfurt, Gera und Suhl.

Landesfachwart

Egon Herrmann — Mühlhausen

Landesjugendfachwart

Uli Wiedenroth — Mühlhausen

SACHSEN-ANHALT

MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND SACHSEN-ANHALT E. V. im Landessportbund

Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Halle und Magdeburg.

Vorsitzender

Uwe Klein — Hasselfelde

Stellvertreter

Peter Ahlborn — Ziegelrode

Klaus-Dieter Rieche — Hasselfelde

MECKLENBURG/VORPOMMERN

FACHGEBIET MUSIK- UND SPIELMANNSWESEN im Landesturnverband Mecklenburg/Vorpommern

Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Neubrandenburg, Rostock und Schwerin.

Vorsitzender

Gerhard Oettle — Parchim

Stellvertreter

Klaus Asmus — Neubrandenburg

Fred Eschert — Wittenberge


Ein Brief aus Graz

Mit einem prominenten Absender

Im Oktober erreichte uns ein Brief besonderer Art. Herr EDGAR GSCHLAD, Bundeswart für Spielmannswesen im Österreichischen Turnerbund, war der Absender. Mit herzlichen Worten hieß er die Spielleute der neuen deutschen Bundesländer als neue Freunde im Kreise des österreichischen Fachgebietes willkommen und äußerte die Erwartung, daß möglichst viele Vereine 1991 als Gast beim Bundesturnfest in Graz sein mögen. (Wir berichteten in „tambour“ 10/90 über das Treffen.) Dem Brief war ein ausführlicher Bericht zur Entwicklung des Spielmannswesens im ÖTB beigefügt, den wir leider nicht veröffentlichen können. Wir übergeben die Zeilen der Redaktion „Turnermusiker“ und hoffen, daß dort ein Abdruck möglich wird.

Unser Bild, das Edgar Gschladt mitschickte, zeigt 600 Spielleute beim Bundesspielmannszugtreffen 1989 in Bad Hall/Oberösterreich.

Mit vier Pokalen geehrt

Das Blasorchester von CHEMIE LEUNA HALLE-NEUSTADT kehrte von einer überaus erfolgreichen Reise aus Fränkisch-Crumbach zurück. Das Orchester hatte im Verein mit 41 weiteren Klangkörpern aus sechs Ländern am größten Musikfest Süddeutschlands teilgenommen und sich dabei mehr als achtbar geschlagen.

Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Blasorchester wurden im Wettbewerb nach den gleichen Kriterien wie Intonation, Rhythmik und Zusammenspiel, Dynamik und Klangausgleich, Tonkultur, Phrasierung und Artikulation sowie dem Gesamteindruck bewertet.

Zwei Wertungstitel, einer im Stand, einer in der Bewegung erhielten von 2 Kampfrichtern die entsprechende Bewertung — ihnen standen für jede Sparte 10 Punkte zur Wertung zur Verfügung.

Von maximal erreichbaren 360 Gesamtpunkten erspielten sich die Schützlinge von Wolfgang Töpfer 352,4, womit sie in der Klassenwertung Blasorchester den 2. und in der Wertung aller Orchester/Klangkörper den 4. Platz erkämpften. Ein toller Erfolg, der noch verstärkt wird, weil das Orchester den Pokal für den Tagessieger in der Jugendklasse, den Pokal für den Tagesbesten in der Marschbewertung, den Pokal für den Dirigentenpreis und den Pokal 2.-Klasse-Preis überreicht bekam.

Herzlichen Glückwunsch von hier aus nach Halle und weiter so.


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Trompete oder Klarinette?

Das ist doch oft die Frage, die manchem angehenden Musiker Kopfzerbrechen bereiten kann. Selbst ein talentierter und begeisterter Nachwuchsmusiker kann nicht immer im voraus sagen, welches Instrument für ihn das richtige ist. Oft stellt es sich erst nach längerer Zeit heraus, daß man sich das Musizieren auf einer Klarinette anders vorgestellt hat und man entdeckt, daß z. B. eine Trompete mehr befriedigt.

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„Getzen“ Modell 300/390 incl. Koffer ab 648,— DM

„Getzen“ Modell Capri incl. Koffer ab 945,— DM

Koffer für Trompete ab 68,— DM

B-Flügelhörner

„Lignatone“ und „Amati“, Kugelgelenkmaschine, Trommeldruckwerk, Klarlack 570,— DM/730,— DM

„Yamaha“ Modell 6310, Perinetventile, Goldmessing Klarlack, mit Orig. Koffer 1598,— DM

B-Tenorhörner

Fernost-Import, vertretbar gute Qualität, Klarlack, mit Koffer 578,— DM

„Lignatone“ und „Amati“, ovale Bauart, Kugelgelenkmaschine, Trommeldruckwerk Klarlack, ohne Koffer 1050,— DM/1250,— DM

„Miraphone“ je nach Ausführung ab 1850,— DM

B-Baritone

„Miraphone“ je nach Ausführung ab 2295,— DM

„Lignatone“ und „Amati“, 3 Ventile, Kugelgelenkmaschine, Trommeldruckwerk, Klarlackausführung 1298,— DM/1398,— DM

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Zugposaunen

Fernost-Importe, vertretbar gute Qualität, mit Koffer 480,— DM

„Yamaha“ Modell 354, Klarlack, mit Originalkoffer 890,— DM

„Yamaha“ Modell 356 R, Quartventil, Goldmessing, Schallbecher, Klarlack, Neusilberbezug m. Koffer 1390,— DM

„Yamaha“ Mod. 646, Quartventil m. Koffer 2198,— DM

B-Tuben

„Lignatone“, Schallbecher, ø 40 cm, 3 Ventile, Klarlack 2990,— DM

„Amati/Cerveni“ Modell Arion, 4 Ventile 3950,— DM

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„Trevor James“ Ganzmetall versilbert mit E-Mechanik, Etui und Tasche 595,— DM

„Yamaha“ 211 S, versilbert, E-Mechanik, Etui 790,—DM/840,— DM

B-Klarinetten

„Amati“ deutsche Griffweise, 17 Klappen, Grenadillholz 539,— DM/590,— DM

„Keilwerth Melody“ Nr. 3, 17 Klappen, Grenadillholz 785,— DM/840,— DM

„Uebel“ Modell 621, 20 Klappen, Grenadillholz mit Koffer 1195,— DM

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ES-Alt-Saxophone

„Amati“ und „Musica“ mit Koffer 990,-DM/1090,— DM

„Yamaha“ Modell YAS 23, mit Originalkoffer 1398,— DM

„Yamaha“ Modell YAS 32, mit Originalkoffer 1880,— DM

„Yamaha“ Modell YAS 62, mit Originalkoffer 2220,— DM

B-Tenor-Saxophone

„Yamaha“ YTS 23, mit Koffer 1790,— DM

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MIETKAUF und VERSAND

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In der Chronik geblättert

Nach 23 Jahren Existenzkampf:

Das Ende kam schon bald nach dem Anfang

■ Die Spielleutebewegung im DTSB wie eine schlecht behütete Pflanze, die sich selbst pflegte

■ Ein jahrzehntelanges Mühen hatte nur kurzzeitigen Erfolg

■ Nun gilt es, Bewährtes ganz fest zu halten

Die beiden deutschen Staaten vereinigten sich. Die Sportorganisationen vollzogen die Zusammenführung. Der Logik folgend, schloß sich auch der erst Anfang dieses Jahres gegründete Musik- und Spielleuteverband im DTSB seinen ihm sorgsam zugeordneten Spitzenverband im DTSB — dem Deutschen Turner-Bund — an.

Damit endet die Hoffnung von einigen Tausenden speziell interessierten Laienmusikanten innerhalb des Sports, die sich eigentlich auf ihrem offiziellen Verbandstag im April 1990 eine ganze Menge für eine andere Zukurft auf ihre Fahnen geschrieben hatten.

Ein Blick in die Chronik

Im Verlauf der letzten 10 Jahre hatte sich die Spielleutebewegung im DTSB erheblich verjüngt. Die Mehrzahl der heute aktiven Mädchen und Jungen war in den Jahren des Anfangs noch nicht auf der Welt, ein großer Teil wohl gerade im Alter zwischen 6 und 10 Jahren. Von den Älteren, die ehemals an der Spitze standen, sind nur noch wenige dabei.

Deshalb sollen in der letzten Ausgabe unseres „tambour“ und im Zusammenhang mit der „Aufgabe“ der mühsam errungenen Selbständigkeit gewissermaßen im Zeitraffer die vergangenen 27 Jahre nochmals in Erinnerung gerufen werden.

Im Sächsischen kam es zur Wiedergeburt

In Leipzig und Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) bemühen sich 1953 ehemalige Spielleute des ATB um die Wiederbelebung der Sportspielleutebewegung. Zunächst sind es 6 Klangkörper des Genres Spielmannszüge, die sich zu einem ersten Treffen in Taucha bei Leipzig vereinen.

Der Deutsche Turnverband der DDR nimmt die Sportspielleute wenig später in seinen Verantwortungsbereich auf.

Es werden die ZENTRALE KOMMISSION MUSIK- UND SPIELMANNSZÜGE für den überregionalen Bereich, in den Bezirken jeweils BEZIRKSKOMMISSIONEN MUSIK- UND SPIELMANNSZÜGE gebildet.

Nur 12 Monate später:

Die Deutschen Turn- und Sportfeste in Leipzig (ab 1954), die traditionellen Rödertaltreffen in der Lausitz und die Landsportfeste sind die vorwiegenden Betätigungsfelder der Spielleute, die zahlenmäßig — allerdings in den einzelnen Bezirken unterschiedlich — rasch wachsen.

Im Präsidium des Deutschen Turnverbandes werden die Spielleute schon recht bald durch Richard Spalteholz aus Taucha vertreten, der zwar die Funktion eines Vizepräsidenten unter Vorsitz des legendären Turnpräsidenten Erich Riedeberger bekleidet, aber kaum wirksamen Einfluß im Interesse seiner Spielleute geltend machen kann.

Die Zeit verging

1967: Im Rahmen des 5. und leider letzten Rödeltaltreffens, findet die I. DDR-Bestenermittlung der Spielmannszüge statt. Lauchhammer gewinnt die Goldmedaille vor Zeitz und Mühlhausen.

Die positive Entwicklung der Spielleutebewegung bleibt nicht verborgen. Auf der einen Seite besteht der Wunsch der Spielleute nach Selbständigkeit, andererseits fühlt sich der Deutsche Turnverband der DDR mit den wachsenden Aufgaben / Anforderungen der Spielleute überfordert.

Ein logischer Schritt folgt

Am 7. Juni 1967 kommt es zur Herauslösung der Spielleute aus dem DTV. Der Vizepräsidentenbereich Kultur des Bundesvorstandes des DTSB wird zur neuen Heimstatt der Spielleute.

Die ZENTRALE SPIELLEUTEKOMMISSION (ZSK) beim Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB wird gebildet, die Mitglieder durch Vizepräsident Alfred Heil berufen.

Erster Vorsitzender ist Friedel Neumann, seine Stellvertreter Hans Brückner und Bernd Schenke.

Auf Vorschlag von Bernd Schenke und nach Übergabe einer konkreten Konzeption bestätigt das Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB die Herausgabe einer spielleuteeigenen Zeitung: „der tambour“ erblickte das Licht der Welt. Bernd Schenke übernimmt neben seiner Stellvertreterfunktion in der ZSK auch die des Verantwortlichen Redakteurs.

Mühlhausen beginnt seinen Siegeszug

Mühlhausen ist im Oktober 1967 Gastgeber der 2. DDR-Bestenermittlung der Spielmannszüge. Der Lokalmatador siegt erneut vor Lauchhammer, Dritter wird überraschend Rodleben,

Erstmals wird ein Wettkampf der Spielleute des DTSB vom Fernsehen der DDR übertragen.

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Das Jahr 1968 und die erste Herausforderung

29. JUNI 1968 — Ein neuer Anfang für die Spielleute im DTSB. Mit einer eigenen Musikparade — gestaltet von 500 Mitgliedern der Spielmannszüge und den Fanfaren von Neustadt/Orla — schlägt die Stunde der selbständigen Großauftritte. Foto: B. Schenke

Die Spielleute erhalten zu Beginn des Jahres den Auftrag, anläßlich einer Jugend- und Sportschau im Stadion der Weltjugend in Berlin eine selbständige Musikparade zu gestalten. Der Auftritt von über 500 Mitgliedern aus Spielmannszügen mit dem Fanfarenzug aus Neustadt/Orla wird zu einem großartigen Erfolg vor 60 000 Zuschauern.

Das Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB überträgt den Spielleuten im Ergebnis die Bildung eines eigenen Übungsverbandes zur Mitwirkung an der Sportschau im Rahmen des 5. Deutschen Turn- und Sportfestes 1969 in Leipzig.

Bernd Schenke, inzwischen als amt. Vorsitzender der Zentralen Spielleutekommission eingesetzt — da Friedel Neumann abberufen wurde — übernimmt die Leitung des Übungsverbandes.

Erstmals unterm Hallendach

Lauchhammer ist im Oktober 1968 Gastgeber der 3. DDR-Bestenermittlung der Spielmannszüge, kann sich revanchieren und siegt in der Senftenberger Aktivist-Sporthalle vor Mühlhausen und Zeitz.

Das Jahr 1969:

Das Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB bestätigt einen Antrag, nachdem die Spielmannszüge ab 1970 DDR-Meisterschaften und alle anderen Genres DDR-Bestenermittlungen austragen dürfen.

Das Jahr steht allerdings ganz im Zeichen der Vorbereitung und Durchführung der Spielleute-Musikschau zum 5. Deutschen Turn- und Sportfest in Leipzig.

Vor 100 000 Zuschauern bestanden

TRADITION wurde schon immer großgeschrieben. Vor dem Lokal „Vater Jahn“ in Leipzig findet der Frühschoppen zum 60. Jubiläum der Spielleute von Stahl MEGU statt. Foto: B. Schenke

Der Auftritt der Spielleute mit 1800 Aktiven zur festlichen Eröffnung vor dem Völkerschlachtdenkmal, zur Sportschau vor 100 000 Zuschauern im Zentralstadion, beim Festzug durch Leipzig und zur feierlichen Abschlußveranstaltung werden ein voller Erfolg.

Fazit: Der Spielleutebewegung des DTSB werden 2 hauptamtliche Planstellen im Bundesvorstand des DTSB zur Verfügung gestellt, die von Bernd Schenke und Günter Bodenstein besetzt werden.

Die Zentrale Spielleutekommission wird personell umgebildet. Gerhard Rissel aus Taucha übernimmt den Vorsitz, Hans Brückner und Walter Ludwig werden Stellvertreter, Bernd Schenke Sekretär, Günter Bodenstein Verantwortlicher für die musikalisch-technische Entwicklung.

Das Jahr 1970 — Beginn einer neuen Etappe

BEZIRKSMEISTERSCHAFTEN waren Höhepunkte in den Territorien, wie hier 1973 in Zwickau, wo sich die Spielleute aus Karl-Marx-Stadt und Leipzig zur Eröffnung trafen. Foto: W. Basler

Zur Vorbereitung auf das neue Wettkampfjahr mit seinen zahlreichen Neuerungen und Erweiterungen haben erfahrene Fachleute die Wettkampfordnung überarbeitet und eine Neufassung auf den Tisch gelegt.

Die Spielleutebewegung gewinnt zunehmend an Profil. In den Bezirken stabilisieren sich die Leitungen, die Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern und Kampfrichtern beginnt, die Bezirksmeisterschaften finden regelmäßig statt und werden zu ersten Höhepunkten der Tätigkeit in den Territorien.

Apolda erlebt die 1. DDR-Meisterschaft der Spielmannszüge, die Mühlhausen vor Lauchhammer und Zeitz als Sieger beendet.

In Potsdam nimmt der Siegeszug des einheimischen Fanfarenzuges beim Klassifizierungstur-

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