Der Tambour/Ausgabe 1990 11: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Landesverbände vorgestellt === | |||
'''Die Bildung der eigenständigen Landesverbände für „Musik- und Spielmannswesen“ und die Auflösung des „Musik- und Spielleuteverbandes im DTSB“ waren die letzten spektakulären Aktionen in einer fast drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit der Spielleute des Sport im östlichen Deutschland.''' | |||
'''Damit alle Vereine für die Zukunft informiert sind, wollen wir auf dieser Seite die Landesverbände und die verantwortlichen Funktionäre vorstellen. Denn wer weiß, wann die nächste spezifische Publikation dieser Art möglich wird.''' | |||
==== BRANDENBURG ==== | |||
'''„LANDESVERBAND FÜR DAS MUSIK- UND SPIELLEUTEWESEN BERLIN/BRANDENBURG E. V.“''' | |||
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Berlin, Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam. | |||
'''Vorsitzender''' | |||
Fritz Hollmeyer — Lübbenau | |||
'''Stellvertreter''' | |||
Andreas Küsel — Strausberg | |||
Andreas Weber — Berlin | |||
Wolfgang Dreger — Golzow | |||
'''Schatzmeister''' | |||
Detlef Konrad — Frankf./O. | |||
'''Jugendfachwart''' | |||
Bodo Rieck — Lübbenau | |||
==== SACHSEN ==== | |||
'''„LANDES-MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND SACHSEN E. V.“''' | |||
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Dresden, Chemnitz und Leipzig. | |||
'''Präsident''' | |||
Gottfrid Hesse — Radeberg | |||
'''Vizepräsidenten''' | |||
Mario Bielig — Freital | |||
Hans Ullmann — Zwickau | |||
Werner Beyer — Wurzen | |||
'''Schatzmeister''' | |||
Michael Freitag — Radeberg | |||
'''Jugendfachwart''' | |||
Thomas Schulze — Bischofswerda | |||
==== THÜRINGEN ==== | |||
'''„FACHGEBIET MUSIK- UND SPIELMANNSWESEN beim Thüringer Turnerverband e. V.“''' | |||
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Erfurt, Gera und Suhl. | |||
'''Landesfachwart''' | |||
Egon Herrmann — Mühlhausen | |||
'''Landesjugendfachwart''' | |||
Uli Wiedenroth — Mühlhausen | |||
==== SACHSEN-ANHALT ==== | |||
'''MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND SACHSEN-ANHALT E. V. im Landessportbund''' | |||
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Halle und Magdeburg. | |||
'''Vorsitzender''' | |||
Uwe Klein — Hasselfelde | |||
'''Stellvertreter''' | |||
Peter Ahlborn — Ziegelrode | |||
Klaus-Dieter Rieche — Hasselfelde | |||
==== MECKLENBURG/VORPOMMERN ==== | |||
'''FACHGEBIET MUSIK- UND SPIELMANNSWESEN im Landesturnverband Mecklenburg/Vorpommern''' | |||
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Neubrandenburg, Rostock und Schwerin. | |||
'''Vorsitzender''' | |||
Gerhard Oettle — Parchim | |||
'''Stellvertreter''' | |||
Klaus Asmus — Neubrandenburg | |||
Fred Eschert — Wittenberge | |||
Ein Brief aus Graz | |||
=== Mit einem prominenten Absender === | |||
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Im Oktober erreichte uns ein Brief besonderer Art. Herr EDGAR GSCHLAD, Bundeswart für Spielmannswesen im Österreichischen Turnerbund, war der Absender. Mit herzlichen Worten hieß er die Spielleute der neuen deutschen Bundesländer als neue Freunde im Kreise des österreichischen Fachgebietes willkommen und äußerte die Erwartung, daß möglichst viele Vereine 1991 als Gast beim Bundesturnfest in Graz sein mögen. (Wir berichteten in „tambour“ 10/90 über das Treffen.) Dem Brief war ein ausführlicher Bericht zur Entwicklung des Spielmannswesens im ÖTB beigefügt, den wir leider nicht veröffentlichen können. Wir übergeben die Zeilen der Redaktion „Turnermusiker“ und hoffen, daß dort ein Abdruck möglich wird. | |||
Unser Bild, das Edgar Gschladt mitschickte, zeigt 600 Spielleute beim Bundesspielmannszugtreffen 1989 in Bad Hall/Oberösterreich. | |||
=== Mit vier Pokalen geehrt === | |||
Das Blasorchester von CHEMIE LEUNA HALLE-NEUSTADT kehrte von einer überaus erfolgreichen Reise aus Fränkisch-Crumbach zurück. Das Orchester hatte im Verein mit 41 weiteren Klangkörpern aus sechs Ländern am größten Musikfest Süddeutschlands teilgenommen und sich dabei mehr als achtbar geschlagen. | |||
Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Blasorchester wurden im Wettbewerb nach den gleichen Kriterien wie Intonation, Rhythmik und Zusammenspiel, Dynamik und Klangausgleich, Tonkultur, Phrasierung und Artikulation sowie dem Gesamteindruck bewertet. | |||
Zwei Wertungstitel, einer im Stand, einer in der Bewegung erhielten von 2 Kampfrichtern die entsprechende Bewertung — ihnen standen für jede Sparte 10 Punkte zur Wertung zur Verfügung. | |||
Von maximal erreichbaren 360 Gesamtpunkten erspielten sich die Schützlinge von Wolfgang Töpfer 352,4, womit sie in der Klassenwertung Blasorchester den 2. und in der Wertung aller Orchester/Klangkörper den 4. Platz erkämpften. Ein toller Erfolg, der noch verstärkt wird, weil das Orchester den Pokal für den Tagessieger in der Jugendklasse, den Pokal für den Tagesbesten in der Marschbewertung, den Pokal für den Dirigentenpreis und den Pokal 2.-Klasse-Preis überreicht bekam. | |||
Herzlichen Glückwunsch von hier aus nach Halle und weiter so. | |||
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Version vom 18. September 2024, 09:18 Uhr
23. Jahrgang, Nov./Dez. 1990
Scan der Original-Ausgabe als PDF
Seite 1
Letzter Akt in Vatterode:
Etwas Wehmut und große Hoffnungen
■ Außerordentlicher Verbandstag beschloß die Auflösung des Musik- und Spielleuteverbandes im DTSB
■ Legislative nun beim Bundesausschuß für das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im DTB
An gleicher Stätte, wo zu Beginn dieses Jahres die Dokumente für die perspektivische Tätigkeit im damals noch zu wählenden MSV heiß diskutiert und dennoch auf einen positiven Nenner gebracht wurden, fand Anfang November — also neun Monate später — eine erwartungsvolle Zukunftsvision ihr Ende. Vatterode war Tagungsstätte des letzten Verbandstages des MSV im DTSB.
Den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen folgend, ist nun auch die Spielleutebewegung aus Ost und West vereint. Dazu war es notwendig, einen außerordentlichen Verbandstag einzuberufen, der am 10. November 1990 stattfand.
Eine intensive Arbeitsetappe
Präsident Peter Ahlborn gab vor den Delegierten aller fünf Landesfachverbände und den Vertretern des Bundesausschusses für das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im DTB, Bernhard LOTT — Bundesfachwart — und Wilhelm WATERMANN — Stellvertreter des Bundesfachwartes —, einen Bericht zur Tätigkeit des gewählten Präsidiums seit dem 28. April dieses Jahres. Er verwies auf die erfolgreiche Durchführung der regionalen und zentralen Wettkämpfe sowie auf den Höhepunkt Deutsches Turnfest in Bochum/Dortmund und auf die keineswegs einfachen und weniger umfangreichen Spitzengespräche auf dem Weg zur Fusionierung der Turnermusiker.
Ordnungsmäßigkeit war gegeben
Frank Mierisch gab den Bericht der Revisionskommission und konnte nach einer abschließenden Prüfung Ende Oktober im Generalsekretariat des Verbandes bestätigen, daß die erforderliche Ordnungsmäßigkeit in allen Belangen gegeben war.
Auflösungsantrag
Als Präsident des MSV unterbreitete Peter Ahlborn den Delegierten den Antrag, den Musik-
Fortsetzung auf Seite 2

INTERVIEW
Mit dem Bundesfachwart für Musik- und Spielmannswesen im DTB, BERNHARD LOTT (unser Bild), sprach die Redaktion „der tambour“ in Hannover und informierte sich über die künftigen Gemeinsamkeiten der Spielleute aus Ost und West unter dem gemeinsamem Dach Deutscher Turner-Bund (Lesen Sie dazu auf Seite 2.)
„TURNERMUSIKER“
heißt das Organ des Fachgebietes Musik- und Spielmannswesen im DTB, das ab Januar 1991 für die Vereine des ehemaligen MSV verbindliche Informationsquelle ist. Der „Turnermusiker“ erscheint im Zweimonaterhythmus, ist das Sprachrohr des Bundesfachausschusses und die Tribüne eines vielseitig möglichen Erfahrungsaustausches. Bestellungen können ab sofort beim zuständigen Redakteur, Wilhelm Watermann, in Bad Gandersheim, W - 3353, Clusgasse 11, vorgenommen werden. Dorthin sind auch Beiträge für die Zeitschrift zu schicken.
Kurz notiert
37 Jahre im Zeitraffer
Eine zusammenfassende Übersicht zur Entwicklung der Spielleutebewegung im DS/DTSB seit 1953 bis zur Fusion mit dem Deutschen Turner-Bund und der Zugehörigkeit zum Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen des DTB vermittelt die vorliegende letzte Ausgabe „der tambour“ auf den Seiten 5 bis 9.
Von der Gründung bis zur Einstellung
Nach 23 Jahren, in denen rund 250 Ausgaben entstanden, stellt „der tambour“ sein Erscheinen ein. Die Gründe dafür sind hinreichend bekanntgemacht (auch in dieser Ausgabe).
Als Begründer des Fachorgans der Spielleute des DTSB, im Herbst 1967, war es mir vergönnt, seit der 1. Ausgabe bis zur Einstellung — mit einer aufgezwungenen Unterbrechung zwischen 1977 und 1985 — als Verantwortlicher Redakteur tätig zu sein. Ich habe in diesen Jahren aus den Vereinen, von einzelnen Spielleuten und Funktionären mehr oder minder umfangreiche Unterstützung erhalten. Erst dadurch war es möglich, den „tambour“ aktuell, informativ, interessant und spielmannsnah zu gestalten. Deshalb ist es mir ein echtes Bedürfnis, allen zu danken, die mit mir für unseren „tambour“ tätig Waren. Bernd Schenke
Mandat und Verantwortung
Der außerordentliche Verbandstag des MSV im DTSB hat gemäß der Entscheidung des Präsidiums des DTB die 5 Vertreter gewählt, die in den BUNDESAUSSCHUSS des Fachgebietes Musik- und Spielmannswesen des DTB kooptiert werden. Sie sind die Interessenvertreter der Spielleute der fünf Landesfachverbände im Östlichen Teil Deutschlands und gleichzeitig mitverantwortlich für das rasche Zusammenwachsen der Spielleute im DTB der BR Deutschland.
Gewählt wurden Mario BIELIG, Dieter FRACKOWIAK, Uwe KLEIN, Helmut MEY und Lutz THIELE.
Die Mehrzahl der bisherigen Präsidiumsmitglieder (unter ihnen Lothar Noltin, Bernd Schenke, Gerd Schreiber) stellten sich nicht wieder zur Wahl.
Seite 2
Das Gebot der Stunde:
Gegenseitiges Respektieren — gemeinsames Handeln
Sportfreund BERNHARD LOTT, Bundesfachwart für Musik- und Spielmannswesen im Deutschen Turner-Bund ist das zukünftige „Oberhaupt“ auch für die Spielleute des ehemaligen MSV.
Am Rande des Deutschen Turntages 1990 in Hannover sprach „der tambour“ mit dem Funktionär und auch Aktiven, der Posaunist in einem Blasorchester des DTB ist.
„der tambour“: „Ist das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen des DTB auf die Übernahme der 17 000 Spielleute aus dem MSV vorbereitet und welche Erwartungen verknüpft der Bundesfachwart mit dieser Vereinigung?“
B. Lott: „Für eine langfristige und kontinuierliche Vorbereitung auf diesen Zusammenschluß war eigentlich auf beiden Seiten kaum Zeit. Die Ereignisse haben sich im Zuge der politischen Entwicklung auch auf unserem Gebiet überrollt. Denn noch zum Turnfest in Bochum/Dortmund war nicht an eine solche rasche Veränderung zu denken. Gleichwohl, nun ist die Einigkeit vollzogen und wir sind unter dem Dach des DTB vereint.
Ich hoffe und erwarte, daß sich möglichst schnell alle Vereine des MSV in den Landesfachverbänden zusammenschließen und danach ihrem Landesturnverband beitreten. Darüber hinaus wünsche ich mir ein Zusammenwachsen mit dem nötigen Augenmaß im musikalischen Bereich, damit es uns in einigen Jahren gelingen möge, auch nach außen das Bild eines einheitlichen, homogenen Verbandes zu vermitteln. Mir liegt aber auch daran, daß die beiderseits unterschiedlich verlaufene Entwicklung respektiert wird und die notwendige Bereitschaft zur Anpassung vorhanden ist.
„der tambour“: „Ausgehend von Ihren Darlegungen stellt sich die Frage nach den unmittel- und mittelbaren Aufgaben der vereinten Spielleutebewegung im DTB?“
B. Lott: „Zunächst wird es Aufgabe der Führungskräfte sein, eine mittelfristige Perspektivplanung zu entwikkeln, die die Weichen für das Zusammenwachsen stellt. Außerdem scheint mir wichtig zu sein, daß sich die Sportfreunde des MSV recht schnell aklimatisieren. Sie sollen durch das Angebot von Seminaren und Lehrgängen nicht nur die Bundesmusikschule, sondern auch die Strukturen des DTB kennenlernen. Ferner hoffe ich, daß sich auf Vereinsebene möglichst rasch Partnerschaften entwickeln, die an diesen Prozessen aktiv mitwirken.
Auch die gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungen der Landesturnverbände oder Vereine, auf breiter Basis praktiziert, hilft beim besseren Verstehen.“
„der tambour“: „Worin sehen Sie die nächsten Höhepunkte der Spielleute des DTB und welche Rolle werden dabei die Musiker aus den fünf neuen Bundesländern übernehmen?“
B. Lott: „Auf Bundesebene sind für uns die alle vier Jahre stattfindenden Deutschen Turnfeste die absoluten Höhepunkte. Das nächste Fest steht 1994 in Hamburg an. Anfang kommenden Jahres beginnen dafür die organisatorischen Vorbereitungen. Welche Konzeption und konkrete Aufgabenstellung sich im einzelnen ergeben wird, kann ich noch nicht im Detail sagen. Da sich aber in Dortmund unser Konzept bewährt hat, werden wir darauf aufbauen. Dabei sind natürlich die Erfahrungen und Ideen der MSV-Spielleute gefragt. Wir sind offen für interessante und neue Gedanken.
Zwischen den Deutschen Turnfesten veranstalten die Landesturnverbände — auch im Abstand von vier Jahren — ihre Landesturnfeste. Hier wird es zukünftig Aufgabe der Spielleute in Mecklenburg/Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sein, die musikalische Umrahmung zu sichern.“
„der tambour“: „Sportfreund Lott, kann man schon jetzt etwas zu personellen Entscheidungen sagen. Wir meinen damit Funktionäre des ehemaligen MSV, die in Leitungsgremien Ihres Verantwortungsbereiches mitwirken?“
B. Lott: „Der Bundesfachausschuß für Musik- und Spielmannswesen des DTB wurde im März 1990 gewählt. Die Wahlperiode beträgt an sich vier Jahre, wurde aber aufgrund des Zusammenschlusses auf Beschluß des Deutschen Turntages in Hannover einmalig auf zwei Jahre begrenzt. Nach dieser Zeit, also 1992, wird erstmals ein gesamtdeutscher Bundesfachwart für unser Fachgebiet gewählt. Für die Übergangsperiode werden wir den Bundesfachausschuß um fünf Personen erweitern. Der außerordentliche Verbandstag des MSV hat am 10. 11. 1990 die Sportreunde Mario Bielig (Sachsen), Dieter Frackowiak, (Brandenburg), Uwe Klein (Sachsen-Anhalt), Helmut Mey (Thüringen) und Lutz Thiele (Mecklenburg/Vorpommern) gewählt. Damit sollte eine ausreichende personelle und Interessenvertretung gesichert sein. Darüber hinaus erscheint es mir wichtig, daß in den Landesverbänden für Musik- und Spielmannswesen aktionsfähige Leitungsgremien vorhanden sind, um die Arbeit an der Basis mit einem hohen Anspruch zu realisieren.
Ich bin sicher, daß die Spielleute des DTB ein zuverlässiger und leistungsstarker Partner in unserem geeinten Vaterland sein werden.“
Etwas Wehmut . . .
Fortsetzung von Seite 1
und Spielleuteverband im DTSB mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Zur Begründung führte er u. a. die Auflösung der Dachorganisation DTSB in diesem Jahr und die Beschlüsse des Deutschen Turntages 1990 an.
Die Delegierten stimmten dem Antrag zu. Damit waren das Präsidium entlastet und der Verband aufgelöst.
Erster Auftritt des neuen Chefs
Bernhard LOTT, als Bundesfachwart des Fachgebietes Musik- und Spielmannswesen im DTB, ist der neue „Chef“ aller Turnermusiker in der BR Deutschland. In dieser Eigenschaft sprach er anschließend zu den Delegierten. Er verwies auf die künftigen Gemeinsamkeiten, das notwendige rasche Zusammenwachsen aller Spielleute und legte die wichtigsten Aufgaben der kommenden Monate dar.
In der sich anschließenden Aussprache nahmen die Delegierten Gelegenheit, sie speziell interessierende Fragen zu erörtern und zu den Vorstellungen des Bundesausschusses Stellung zu nehmen. Es wurde vereinbart, recht bald mit den Funktionären der Vereine Seminare durchzuführen, um sie mit den neuen verwaltungstechnischen Aufgaben vertrautzumachen.
Letzte Präsidiumstagung
Das Präsidium des MSV im DTSB führte am 6. Oktober 1990 an der Bundesmusikschule in Bad Gandersheim seine letzte Tagung durch.
Auf der Tagesordnung standen:
- Auswertung des Deutschen Turntages 1990 in Hannover und die aus den gefaßten Beschlüssen resultierenden Aufgaben für das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im DTB.
- Erstattung des Situationsberichtes der Präsidiumsverantwortlichen zur Bildung der Landesfachverbände des MSV.
- Vorbereitung des außerordentlichen Verbandstages zur Auflösung des MSV im DTSB am 10. November 1990 in Vatterode.
- Aufteilung des Restvermögens des MSV im DTSB auf die Landesfachverbände des MSV.
Nach Abschluß der Präsidiumstagung fand die erste und einzige gemeinsame Beratung des Bundesausschusses für das Musik- und Spielmannswesen im DTB mit dem Präsidium de MSV im DTSB statt. Mittelpunkt der mehrstündigen Aussprache war ein gemeinsames Positionspapier, in dem wichtige Forderungen gegenüber dem Präsidium des DTB im Interesse der zukünftigen anspruchsvollen gemeinsamen Tätigkeit formuliert sind.
Seite 3
Landesverbände vorgestellt
Die Bildung der eigenständigen Landesverbände für „Musik- und Spielmannswesen“ und die Auflösung des „Musik- und Spielleuteverbandes im DTSB“ waren die letzten spektakulären Aktionen in einer fast drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit der Spielleute des Sport im östlichen Deutschland.
Damit alle Vereine für die Zukunft informiert sind, wollen wir auf dieser Seite die Landesverbände und die verantwortlichen Funktionäre vorstellen. Denn wer weiß, wann die nächste spezifische Publikation dieser Art möglich wird.
BRANDENBURG
„LANDESVERBAND FÜR DAS MUSIK- UND SPIELLEUTEWESEN BERLIN/BRANDENBURG E. V.“
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Berlin, Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam.
Vorsitzender
Fritz Hollmeyer — Lübbenau
Stellvertreter
Andreas Küsel — Strausberg
Andreas Weber — Berlin
Wolfgang Dreger — Golzow
Schatzmeister
Detlef Konrad — Frankf./O.
Jugendfachwart
Bodo Rieck — Lübbenau
SACHSEN
„LANDES-MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND SACHSEN E. V.“
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Dresden, Chemnitz und Leipzig.
Präsident
Gottfrid Hesse — Radeberg
Vizepräsidenten
Mario Bielig — Freital
Hans Ullmann — Zwickau
Werner Beyer — Wurzen
Schatzmeister
Michael Freitag — Radeberg
Jugendfachwart
Thomas Schulze — Bischofswerda
THÜRINGEN
„FACHGEBIET MUSIK- UND SPIELMANNSWESEN beim Thüringer Turnerverband e. V.“
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Erfurt, Gera und Suhl.
Landesfachwart
Egon Herrmann — Mühlhausen
Landesjugendfachwart
Uli Wiedenroth — Mühlhausen
SACHSEN-ANHALT
MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND SACHSEN-ANHALT E. V. im Landessportbund
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Halle und Magdeburg.
Vorsitzender
Uwe Klein — Hasselfelde
Stellvertreter
Peter Ahlborn — Ziegelrode
Klaus-Dieter Rieche — Hasselfelde
MECKLENBURG/VORPOMMERN
FACHGEBIET MUSIK- UND SPIELMANNSWESEN im Landesturnverband Mecklenburg/Vorpommern
Zusammenschluß der ehemaligen BFA-Spielleute Neubrandenburg, Rostock und Schwerin.
Vorsitzender
Gerhard Oettle — Parchim
Stellvertreter
Klaus Asmus — Neubrandenburg
Fred Eschert — Wittenberge
Ein Brief aus Graz
Mit einem prominenten Absender

Im Oktober erreichte uns ein Brief besonderer Art. Herr EDGAR GSCHLAD, Bundeswart für Spielmannswesen im Österreichischen Turnerbund, war der Absender. Mit herzlichen Worten hieß er die Spielleute der neuen deutschen Bundesländer als neue Freunde im Kreise des österreichischen Fachgebietes willkommen und äußerte die Erwartung, daß möglichst viele Vereine 1991 als Gast beim Bundesturnfest in Graz sein mögen. (Wir berichteten in „tambour“ 10/90 über das Treffen.) Dem Brief war ein ausführlicher Bericht zur Entwicklung des Spielmannswesens im ÖTB beigefügt, den wir leider nicht veröffentlichen können. Wir übergeben die Zeilen der Redaktion „Turnermusiker“ und hoffen, daß dort ein Abdruck möglich wird.
Unser Bild, das Edgar Gschladt mitschickte, zeigt 600 Spielleute beim Bundesspielmannszugtreffen 1989 in Bad Hall/Oberösterreich.
Mit vier Pokalen geehrt
Das Blasorchester von CHEMIE LEUNA HALLE-NEUSTADT kehrte von einer überaus erfolgreichen Reise aus Fränkisch-Crumbach zurück. Das Orchester hatte im Verein mit 41 weiteren Klangkörpern aus sechs Ländern am größten Musikfest Süddeutschlands teilgenommen und sich dabei mehr als achtbar geschlagen.
Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Blasorchester wurden im Wettbewerb nach den gleichen Kriterien wie Intonation, Rhythmik und Zusammenspiel, Dynamik und Klangausgleich, Tonkultur, Phrasierung und Artikulation sowie dem Gesamteindruck bewertet.
Zwei Wertungstitel, einer im Stand, einer in der Bewegung erhielten von 2 Kampfrichtern die entsprechende Bewertung — ihnen standen für jede Sparte 10 Punkte zur Wertung zur Verfügung.
Von maximal erreichbaren 360 Gesamtpunkten erspielten sich die Schützlinge von Wolfgang Töpfer 352,4, womit sie in der Klassenwertung Blasorchester den 2. und in der Wertung aller Orchester/Klangkörper den 4. Platz erkämpften. Ein toller Erfolg, der noch verstärkt wird, weil das Orchester den Pokal für den Tagessieger in der Jugendklasse, den Pokal für den Tagesbesten in der Marschbewertung, den Pokal für den Dirigentenpreis und den Pokal 2.-Klasse-Preis überreicht bekam.
Herzlichen Glückwunsch von hier aus nach Halle und weiter so.
Achtung Spielleute!
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Wir, das ist der
Schreib- und Kopiershop
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