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Der Tambour/Ausgabe 1972 01: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Diskussionen von der Funktionärskonferenz in Leipzig ===
[[Datei:DerTambour1972-1-4-1.png|mini|'''DIE POSITIVE ENTWICKLUNG''' im Nachwuchsbereich wird auch durch die Mädchen und Jungen der BSG Medizin Mühlhausen bestimmt. Ihr steiler Leistungsanstieg wurde 1971 mit der Bronzemedaille belohnt, nach dem sie bereits zu den Bezirksmeisterschaften in Greiz (unser Bild) mit einer makellosen Darbietung aufwarteten.]]
besonders am Herzen liegt. Ich meine, die Bereitschaft der Sportfreunde.
Die Vergangenheit hat gezeigt, daß diese Bereitschaft, etwas Neues zu machen, nicht immer im genügenden Maße vorhanden ist. Vor allem bei den Zügen der Sonderklasse und Leistungsklasse I der Spielmannszüge steht der Wettkampf im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Das ist natürlich richtig und verständlich, aber von Kollektiven der höchsten Leistungsklassen der Spielmannszüge muß man auch verlangen können, daß sie sich neben der Wettkampfvorbereitung auf zentrale Veranstaltungen intensiv vorbereiten!
Und eine weitere Sache möchte ich hier noch einmal klarstellen. In Vorbereitung unserer Großveranstaltungen finden Übungsleiterlehrgänge statt. Es geht uns bei diesen Lehrgängen darum, Übungsleiter auszubilden, die ein hohes musikalisches Niveau in die Kollektive hineintragen.
Leider passiert es immer häufiger, daß Sportfreunde zu diesen Lehrgängen delegiert werden, die den Anforderungen eines solchen Lehrganges nicht gewachsen sind. Es geht nicht darum, unbedingt jemanden zum Lehrgang zu schicken, sondern nur die besten Sportfreunde aus den einzelnen Kollektiven. Es ist nicht Sinn der Sache, daß bei jedem Lehrgang 20 bis 30 Prozent der Teilnehmer die Prüfung nicht bestehen. Zum anderen sollte man die dort ausgebildeten Sportfreunde dann auch wirklich als Übungsleiter einsetzen, sonst ist die ganze Sache ohne Sinn.
Natürlich reichen die zentralen Lehrgänge nicht aus, um die Spielleute intensiv auf diese Veranstaltungen vorzubereiten. Es ist daher unbedingt erforderlich, daß die Arbeit in den einzelnen Bezirken auf musikalisch-technischem Gebiet  entscheidend verbessert wird.
Und hier möchte ich an die Bezirkstechniker appellieren, die auf sie in Vorbereitung dieser Großveranstaltungen zukommenden Aufgaben ernst zu nehmen. Es ist erforderlich, Bezirksübungsstunden, Bezirkslehrgänge usw. durchzuführen. Hierfür gibt es in einigen Bezirken, z. B. Erfurt und Rostock einige gute Beispiele.
Andererseits sieht die Arbeit auf diesem Gebiet im Bezirk Halle, einem der stärksten Bezirke der Spielleutebewegung sehr schlecht aus.
Es hat im Bezirk Halle schon seit Jahren keine Bezirksübungsstunde gegeben, obwohl die stärksten Kollektive des Bezirkes bei jeder Großveranstaltung vertreten waren. Die ungenügende Arbeit des Bezirkes Halle, und hier vor allem die des Bezirkstechnikers, zeigt sich aber nicht nur in der mäßigen Vorbereitung der Kollektive auf Großveranstaltungen, sondern eine andere Sache ist bezeichnend im Bezirk.
Der Bezirk Halle hatte 1970 vier Kollektive in der Sonderklasse. 1971 traten 2 Kollektive (im Bild Seite 3 die TSG Halle-Trotha) nicht zum Wettkampf an. Was hat der Bezirkstechniker unternommen, um die ihm bekannten Schwierigkeiten in den Kollektiven zu beseitigen?
Zur Zeit gibt es in einigen Spielmannszügen des Bezirkes Halle große Schwierigkeiten mit der Ausbildung.
Ist das dem Bezirkstechniker überhaupt bekannt?
Wie kümmert man sich im Bezirk um die Aufsteiger in höhere Leistungsklassen?
Sicherlich gibt es in anderen Bezirken ähnliche Unzulänglichkeiten auf diesem Gebiet, aber das Beispiel des Bezirkes Halle sollte nur verdeutlichen, daß man mit dieser Art und Weise keine Großveranstaltungen erfolgreich vorbereiten und durchführen kann. Denn gerade die zahlenmäßig und auch musikalisch starken Bezirke, und dazu gehört zweifellos der Bezirk Halle, sollten für die bis jetzt noch schwachen Bezirke Vorbild sein. Dazu gehört natürlich in erster Linie eine kontinuierliche Arbeit mit den einzelnen Kollektiven, wie zum Beispiel im Bezirk Erfurt.
Gerade die Arbeit mit den Bezirkstechnikern wird letztlich den Ausschlag für unseren Erfolg geben, und deshalb ist es mir unverständlich, wenn ein Bezirkstechniker, wie Sportfreund Boldt, eine Beratung über die musikalisch-technischen Aufgaben in Vorbereitung der nächsten Großveranstaltung als nicht wichtig hinstellt.
Ich hoffe, daß ich mit meinen Worten verstanden worden bin. Obwohl hier kritische Bemerkungen notwendig waren, denke ich doch, wenn wir mit dem nötigen Elan und der entsprechenden Einstellung an die uns übertragenen Aufgaben herangehen, wird auch der Erfolg nicht lange ausbleiben.
'''Klaus Gesierich, musikalischer Leiter des FZ in der SG Dynamo Potsdam'''
==== Nichts kommt von allein! ====
Nichts ist bei uns von allein gekommen. Alle Funktionäre haben viel Freizeit zur Verfügung gestellt.
Die politisch-ideologische Arbeit ist auch bei uns Grundlage für andere Leistungen.
Auf dem VIII. Parteitag der SED wurde gefordert, allseitig entwickelte Persönlichkeiten zu schaffen.
Das ist das Grundanliegen in unserem Kollektiv. Wir wollen junge Sozialisten für unsere Republik entwickeln, dann erst, in zweiter Linie, steht das musikalische.
Deshalb wird monatlich eine Pflichtveranstaltung durchgeführt. In diesen Veranstaltungen werden z. B. der VIII. Parteitag der SED, das IX. Parlament der FDJ u. a. ausgewertet. So versteht jeder besser, warum und für wen er spielt.
Bei uns arbeitet eine Sektions- und eine FDJ-Leitung. Beide führen monatlich eine gemeinsame Beratung durch. Bevor sie zusammenkommen, trifft sich die Parteigruppe. Immer und überall spielt der Erziehungsprozeß untereinander eine große Rolle.
Unsere Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Fanfarenzug ist sehr gut. Gemeinsame Veranstaltungen — Rechenschaftsberichte über geleistete Arbeiten, Vorhaben im nächsten Jahr — ohne Eltern ist nichts zu machen.
Das Zusammenwirken mit den Schulen ist gut. Täglich kommen neue Bewerbungen. Ein Leistungsdurchschnitt bis 2,5 ist jetzt Voraussetzung für den Eintritt in den Fanfarenzug.
Im kommenden Jahr spielt der Kampf um den verpflichtenden Namen „Dr. Richard Sorge“ eine besondere Rolle in unserer politisch-ideologischen Arbeit, denn wir wissen, was das bedeutet.
Seit wir dem DTSB angehören, trägt unsere Arbeit Früchte. Das kam nicht allein und ich möchte für die allseitige Unterstützung, vor allem durch die Zentrale Spielleutekommission sowie ihrer Fachkommission Fanfarenzüge, danken.


== Seite 5 ==
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Version vom 1. November 2024, 09:26 Uhr

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von "der tambour" zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!


5. Jahrgang, Ausgabe Januar 1972

Scan der Original-Ausgabe als PDF

Seite 1

Konsultationen des Sekretariats der ZSK in sieben Bezirken

Die Karten lagen offen auf den Tischen

In Vorbereitung des neuen Wettkampfjahres und unter Berücksichtigung der zentralen Aufgabenstellung, waren Mitglieder des Sekretariats der Zentralen Spielleutekommission in sieben Bezirken unserer Republik unterwegs, um sich von der Arbeit der Leitungen ein objektives Urteil zu bilden.

„Wir begrüßen derartige Aussprachen und man sollte sie unbedingt von Zeit zu Zeit wiederholen“, betonte Genossin Elfriede Berger, stellv. Bezirksvorsitzende für Kultur und Bildung des DTSB Bezirksvorstandes Karl-Marx-Stadt, am Schluß der gemeinsamen Beratung.

In der Tat, die Besuche waren sehr erfolgreich und vermittelten den Sportfreunden Bernd Schenke und Gerhard Müller sowie den Bezirksverantwortlichen der ZSK (sie wurden jeweils hinzugezogen) ein umfangreiches Bild.

Auf der Grundlage des Perspektivplanes der Spielleutebewegung bis 1975 wurden die Arbeitspläne der Bezirksspielleutekommissionen beraten und noch nicht aufgenommene, aber dringend notwendige Maßnahmen einformuliert. Die Vorsitzenden der Bezirksspielleutekommissionen und ihre Bezirkstechniker nutzten die Gelegenheit der individuellen Aussprache mit den Vertretern des Bezirks- und Bundesvorstandes und zeigten ihre Sorgen und Schwierigkeiten auf. Andererseits enthielten sie sich aber auch nicht berechtigter Kritiken und Hinweise an die übergeordneten Leitungen.

Die Karten lagen beiderseits offen auf dem Tisch und es kann klar eingeschätzt werden, daß diese Besuche (im Februar folgen die noch ausstehenden Bezirke) für die weitere Tätigkeit der Zentralen Spielleutekommissionen und allen, mit Fragen der Spielleutebewegung betrauten Leitungen sehr nützlich waren.

Nach Abschluß der Beratungen werden wir in „der tambour“ über die Ergebnisse informieren.

Bernd Schenke

Gastgeber

des „Aufstiegsturniers“ zur Sonderklasse für die Spielmannszüge der LK I sind in diesem Jahr der Spielmannszug der SG Oberlichtenau und seine rührigen Gemeindeväter.

Im gleichen Wettkampf 1971 reichte es für die Männer um die Sportfreunde Slotta und Kretzschmar zum vierten Platz. Diesmal will man etwas mehr erreichen, denn es gilt vor eigenem Publikum zu bestehen und da ist die Gelegenheit günstig wie selten.

Übrigens, einen kleinen Jahresrückblick mit den Augen der Kamera bringen wir in unserer Februarausgabe, wenn uns der Platz zur Verfügung steht.

Ansonsten, allen Kollektiven im Sportjahr 1972 viel Erfolg und uns allen einen weiteren Leistungsanstieg für die kommenden Aufgaben.

Letzte Meldung

Zur Gestaltung einer Sportschau des Deutschen Turn- und Sportbundes, anläßlich der X. Weltfestspiele 1973 in der Hauptstadt der DDR Berlin, wurde ein zentrales Gestalterkollektiv durch das Sekretariat des DTSB-Bundesvorstandes berufen.

Die Sportfreunde Bernd Schenke (Sekretär der ZSK) und Gerhard Müller (Haupttechniker der ZSK) vertreten in diesem Kollektiv den Bereich der Spielleute, speziell den „Übungsverband Musikschau“.

Mit dem eigens für diese Veranstaltung neuzubildenden Gestalterkollektiv der Spielleute ist nun eine eigene Musikschau nach der zentralen Programmkonzeption zu entwickeln.

Seite 2

Unser Standpunkt

Daß sich nach der Funktionärskonferenz im November 1971 nochmal zentrale Termine „jagen“ würden, war an sich nicht abzusehen, da nicht geplant. Doch die Ergebnisse dieser Tagung gaben Anlaß genug, Beratungen auf verschiedensten Ebenen noch vor Jahresabschluß durchzuführen.

Da trafen sich die Bezirkstechniker, um über die künftigen Aufgaben im Kreis der „Fachleute“ Einigkeit zu erzielen.

Wenn auch leider einige Bezirke durch ihre verantwortlichen Funktionäre nicht vertreten waren und jegliche Entschuldigung vermissen ließen (Rostock, Frankfurt (Oder), Magdeburg), kann man trotzdem sagen, die nächsten Wege sind klar abgesteckt.

In allen Bezirken wird bis 15. April 1972 die Bildung einer Arbeitsgruppe Technik vorgenommen, die dann der Bezirksspielleutekommission in allen Fragen beratend zur Seite steht.

Sie setzt sich zusammen aus dem Bezirkstechniker und jeweils einem Vertreter der Fachkreise (soweit vorhanden) Spielmannszüge Erwachsene und Pioniere, Schalmeien, Fanfaren und Blasorchester.

Konkrete Ziele also, die es lohnt, schnellstens zu erfüllen. Im April wird Abrechnung sein.

Zu einer Aussprache besonderer Art hatte das Sekretariat der ZSK in Verbindung mit der Fachkommission Spielmannszüge eingeladen. Es ging um die zentralen Wettkämpfe 1972. An der Diskussion nahmen die verantwortlichen Techniker bzw. Stabführer der Kollektive der Sonderklasse und Leistungsklasse I teil.

Offen und sachlich wurde den anwesenden Sportfreunden dargelegt, welche Maßnahmen bis 1974 zu bewältigen möglich sind.

In einer freimütigen Beratung teilten die Vertreter der Züge ihre Auffassungen mit und halfen bei der Ermittlung zumutbarer Durchführungsbestimmungen. Der im Februar 1972 zu veröffentlichende Beschluß ist u. a. das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit.

Wir schrieben diese Worte, um zu zeigen, wie Hinweise ausgewertet werden müssen und nur gemeinsames Handeln zum Erfolg führen kann.

Sekretariat der ZSK

Delegationsleitung Spielleute bestätigt

Die Zentrale Spielleutekommission hat auf ihrer Beratung im November 1971 die Sportfreunde bestätigt, die in der Leitung der „Delegation Spielleute“ in Vorbereitung und Durchführung der IV. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1972 in Berlin tätig sein werden.

Die einzelnen Funktionen wurden mit folgenden Sportfreunden besetzt:

Leiter Bernd Schenke (Berlin)
Stellv. Kultur und Bildung Alex Mittelstädt (Rostock)
Stellv. Organisation Werner Dreyer (Luckenau)
Stellv. Ausbildung Gerhard Müller (Berlin)
Blockleiter Fanfaren Hans Kribus (Salzwedel)
Blockleiter Schalmeien Günter Schlaefke (Berlin)
Blockleiter Blasorchester Rudolf Seidl (Adorf)
Blockleiter Pioniere Manfred Krätzig (Aschersleben)
Blockleiter Mädchen Achim Witzel (Wismar)
Finanzen Dagmar Pfützner (Luckenau)
Leitungsassistent Ellen Regler (Berlin)
Parteisekretär wird noch benannt
FDJ-Sekretär wird noch benannt
Verbandsarzt wird noch benannt
Mitarbeiter für Organisation Bernd Reiser (Leipzig)
Gottfried Ittner (Leipzig)
Horst Müller (Leipzig)
Achim Vogel (Großsteinberg)

Als Instrukteur im Zentralen Organisationsbüro der IV. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR arbeitet Sportfreund Leo Ertel (Potsdam).

republik-rundschau

LEIPZIG — In Anerkennung seiner Leistungen bei der Entwicklung der Spielleutebewegung des Bezirkes Leipzig wurde Sportfreund Gerhardt Steinert, Vorsitzender der Bezirksspielleutekommission, durch den DTSB-Bezirksvorstand als „Aktivist der sozialistischen Arbeit“ ausgezeichnet.

Im Namen aller Spielleute unseren herzlichsten Glückwunsch.

TESSIN — Der SZ der BSG Einheit Tessin richtet sich mit der Bitte an alle Kollektive: unbenutzte Signalhörner, es werden 10 Stück benötigt‚ umgehend an die Sektionsleitung, 2557 Tessin, Zuckerfabrik zu schicken. Die Bezahlung erfolgt postwendend. Das Kollektiv gehört zur LK II und muß in diesem Jahr mit einem Hornmarsch in die Wettkämpfe gehen.

LEIPZIG — Einen Übungsleiterlehrgang für 30 junge Sportfreunde führte der Bezirk Leipzig durch. Der gleiche Teilnehmerkreis trifft sich im Februar nochmals, um die restlichen Ausbildungsstunden für den Erwerb des Übungsleiternachweises Stufe I zu absolvieren. Für die beteiligten Pioniere gibt es eine vorläufige Bestätigung als Hilfsausbilder.


Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission beim Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB, Berlin — Verantwortlich: Sekretariat der ZSK — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 beim Ministerrat der DDR — Berlin — Satz und Druck: VEB typodruck, Werk Döbeln

Seite 3

Diskussionen von der Funktionärskonferenz in Leipzig

Werner Möckel, Vorsitzender der Bezirksspielleutekommission Karl-Marx-Stadt

Weiterqualifizierung aller Mitarbeiter

Dem politisch-kulturellen Leben wird in unserer sozialistischen Sportbewegung eine große Aufmerksamkeit gewidmet. Deshalb gehört es mit zur Aufgabe aller gesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen, der Spielleutebewegung des DTSB, die ihren Möglichkeiten entsprechende Unterstützung zu geben. Die Spielleute sind zu einer gesellschaftlichen Kraft herangewachsen, die sie von Großveranstaltungen in unserer Republik nicht mehr wegdenken läßt. Leider ist das noch nicht überall in genügendem Maße erkannt worden, und ich möchte von dieser Stelle aus nochmals nachdrücklich die veranwortlichen Funktionäre des Wirtschaftsbereiches, aber auch des DTSB, auf diese Tatsache aufmerksam machen.

In vielen Sektionen unseres Bezirkes wurde seit der Neubildung unserer Bezirksspielleutekommission eine gute Arbeit geleistet. Das gilt vor allem auch für den Nachwuchsbereich. Unsere Bezirksmeisterschaft 1971, die wir gemeinsam mit dem Bezirk Leipzig veranstalteten und 900 Teilnehmer aufweisen konnte, war für uns ein entscheidender Erfolg. Die Bezirkskommission hatte hier ihre erste Bewährungsprobe, die sie Dank der großzügigen Unterstützung der in Rochlitz ansässigen Betriebe und Organisationen zufriedenstellend löste.

Nicht befriedigen konnte allerdings, daß sich einige Spielleutekollektive aus uns unverständlichen Gründen dieser Veranstaltung fernhielten.

Der Neubeginn war nicht leicht in unserem Bezirk. Dank der Unterstützung des Bezirksvorstandes, von dem wir in allen Fragen Rat und Hilfe bekamen, gelang es uns, die Arbeit anzukurbeln. Die Leitung der Spielleute des Bezirkes erkannte, daß sie nur dann erfolgreich weiterarbeiten kann, wenn sie die politisch-ideologische Anleitung aller Funktionäre im Bezirk kontinuierlich und zielgerichtet durchführt und damit auf die einzelnen Kollektive stärker einwirkt.

Die Aufgabenstellungen für 1972 beziehen sich im wesentlichen auf die Gewinnung neuer Mitglieder und die Ausbildung sowie Qualifizierung der Kampfrichter und Stabführer.

Unserer Zielstellung, als ehemals repräsentativer Spielleutebezirk recht schnell unser Ansehen aufzupolieren, hoffen wir mit den Aufgaben und Zielen in den kommenden Monaten ein Stück näher zu kommen.

Rudolf Seidl, Leiter der Arbeitsgruppe Blasorchester

Zwölf Monate später — erfolgreiche Bilanz

Als ich im vergangenen Jahr an gleicher Stelle über die recht ungenügende Arbeit der ZSK mit den Blasorchestern des DTSB sprach, glaubte wohl niemand, und am wenigsten ich, daß in dieser Richtung recht bald eine Wende eintreten würde.

Im Frühjahr dieses Jahres führten wir mit den Vertretern des Sekretariats der Zentralen Spielleutekommission mehrere Aussprachen mit dem Ziel, die Arbeitsgruppe Blasorchester neu aufzubauen und ein „Zentrales Blasorchester des DTSB“ zu bilden. Den organisatorischen Maßnahmen und technischen Vorstellungen folgten recht schnell die ersten praktischen Schritte. Das „Zentrale Blasorchester des DTSB“ wurde gegründet, die Kollektive berufen, und eine recht große Lücke in der musikalischen Aussagekraft der Spielleutebewegung des DTSB geschlossen.

In Tautenburg, einem Trainingslager mit Vertretern aller Klangkörper des DTSB war erstmals Gelegenheit gegeben, Erfahrungen auszutauschen und neue Erkenntnisse zu sammeln. Trotz aller Schwierigkeiten wurde im Ergebnis dieses Lagers von der technischen Seite her betrachtet eine Übereinstimmung erreicht, und zur IV. Kinder- und Jugendspartakiade in Berlin wird sich zeigen, ob sich unser neuer Weg auch in der Praxis bewährt.

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, den Sportfreunden der ZSK für die gegebenen Unterstützungen im Namen der Arbeitsgruppe Blasorchester den herzlichsten Dank aussprechen und auf eine weitere gute Zusammenarbeit hoffen.

Gerhard Müller, Haupttechniker der ZSK

Bereitschaft für das Neue wecken

In den nächsten Jahren kommen große Aufgaben auf uns zu. 1972 die IV. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR in Berlin, 1973 die X. Weltfestspiele in Berlin und 1974 das IV. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig. Die Spielleute des DTSB haben die Aufgabe, zu allen Veranstaltungen eine eigene Musikschau durchzuführen.

Es gilt nicht, die Musikschau von der Quantität her zu verbessern, sondern in der Qualität einen entscheidenden Schritt nach vorn zu tun. Was will ich damit sagen?

Bei den Musikschauen der Vergangenheit sind die Spielleute durch ihr exaktes Verhalten aufgefallen. Es kam darauf an, eine Schau zu bieten, bei der die exakten Bewegungsabläufe die entscheidende Rolle spielten. Die musikalische Seite stand noch im Hintergrund, da die Spielleute am Anfang ihrer Entwicklung auf diesem Gebiet standen.

Jetzt, da dieses Anfangsstadium überwunden ist, müssen wir daran gehen, unsere Großveranstaltungen neben der Exaktheit der Bewegungen vor allem musikalisch auf ein höheres Niveau zu bringen.

Wie Euch sicherlich bekannt ist, gibt es im DTSB nicht nur Spielmanns- und Fanfarenzüge, sondern auch ein „Zentrales Blasorchester“, eine „Zentrale Schalmeienkapelle“ und ein „Zentrales Fanfarenorchester.“

Es kommt nun darauf an, diese Klangkörper gemeinsam spielen zu lassen, denn uns ist klar, daß wir damit eine entscheidende Erhöhung unseres musikalischen Niveaus erreichen.

Natürlich ist diese Sache nicht einfach, da wir ja auf diesem Gebiet nicht die geringste Erfahrung haben. Ihr selbst wißt, wie schwer es ist, etwas Neues durchzusetzen, noch dazu wenn man auf keine Erfahrungswerte aufbauen kann.

Die ersten Versuche in dieser Hinsicht haben wir unternommen. Im Oktober fand in Tautenburg ein Trainingslager statt, an dem Vertreter aller Klangkörper beteiligt waren.

Natürlich klappte nicht alles, aber es war zumindest der Wille bei allen vorhanden, etwas Neues in der Spielleutemusik zu schaffen.

Und hier bin ich bei dem Punkt, der mir

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Diskussionen von der Funktionärskonferenz in Leipzig

DIE POSITIVE ENTWICKLUNG im Nachwuchsbereich wird auch durch die Mädchen und Jungen der BSG Medizin Mühlhausen bestimmt. Ihr steiler Leistungsanstieg wurde 1971 mit der Bronzemedaille belohnt, nach dem sie bereits zu den Bezirksmeisterschaften in Greiz (unser Bild) mit einer makellosen Darbietung aufwarteten.

besonders am Herzen liegt. Ich meine, die Bereitschaft der Sportfreunde.

Die Vergangenheit hat gezeigt, daß diese Bereitschaft, etwas Neues zu machen, nicht immer im genügenden Maße vorhanden ist. Vor allem bei den Zügen der Sonderklasse und Leistungsklasse I der Spielmannszüge steht der Wettkampf im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Das ist natürlich richtig und verständlich, aber von Kollektiven der höchsten Leistungsklassen der Spielmannszüge muß man auch verlangen können, daß sie sich neben der Wettkampfvorbereitung auf zentrale Veranstaltungen intensiv vorbereiten!

Und eine weitere Sache möchte ich hier noch einmal klarstellen. In Vorbereitung unserer Großveranstaltungen finden Übungsleiterlehrgänge statt. Es geht uns bei diesen Lehrgängen darum, Übungsleiter auszubilden, die ein hohes musikalisches Niveau in die Kollektive hineintragen.

Leider passiert es immer häufiger, daß Sportfreunde zu diesen Lehrgängen delegiert werden, die den Anforderungen eines solchen Lehrganges nicht gewachsen sind. Es geht nicht darum, unbedingt jemanden zum Lehrgang zu schicken, sondern nur die besten Sportfreunde aus den einzelnen Kollektiven. Es ist nicht Sinn der Sache, daß bei jedem Lehrgang 20 bis 30 Prozent der Teilnehmer die Prüfung nicht bestehen. Zum anderen sollte man die dort ausgebildeten Sportfreunde dann auch wirklich als Übungsleiter einsetzen, sonst ist die ganze Sache ohne Sinn.

Natürlich reichen die zentralen Lehrgänge nicht aus, um die Spielleute intensiv auf diese Veranstaltungen vorzubereiten. Es ist daher unbedingt erforderlich, daß die Arbeit in den einzelnen Bezirken auf musikalisch-technischem Gebiet entscheidend verbessert wird.

Und hier möchte ich an die Bezirkstechniker appellieren, die auf sie in Vorbereitung dieser Großveranstaltungen zukommenden Aufgaben ernst zu nehmen. Es ist erforderlich, Bezirksübungsstunden, Bezirkslehrgänge usw. durchzuführen. Hierfür gibt es in einigen Bezirken, z. B. Erfurt und Rostock einige gute Beispiele.

Andererseits sieht die Arbeit auf diesem Gebiet im Bezirk Halle, einem der stärksten Bezirke der Spielleutebewegung sehr schlecht aus.

Es hat im Bezirk Halle schon seit Jahren keine Bezirksübungsstunde gegeben, obwohl die stärksten Kollektive des Bezirkes bei jeder Großveranstaltung vertreten waren. Die ungenügende Arbeit des Bezirkes Halle, und hier vor allem die des Bezirkstechnikers, zeigt sich aber nicht nur in der mäßigen Vorbereitung der Kollektive auf Großveranstaltungen, sondern eine andere Sache ist bezeichnend im Bezirk.

Der Bezirk Halle hatte 1970 vier Kollektive in der Sonderklasse. 1971 traten 2 Kollektive (im Bild Seite 3 die TSG Halle-Trotha) nicht zum Wettkampf an. Was hat der Bezirkstechniker unternommen, um die ihm bekannten Schwierigkeiten in den Kollektiven zu beseitigen?

Zur Zeit gibt es in einigen Spielmannszügen des Bezirkes Halle große Schwierigkeiten mit der Ausbildung.

Ist das dem Bezirkstechniker überhaupt bekannt?

Wie kümmert man sich im Bezirk um die Aufsteiger in höhere Leistungsklassen?

Sicherlich gibt es in anderen Bezirken ähnliche Unzulänglichkeiten auf diesem Gebiet, aber das Beispiel des Bezirkes Halle sollte nur verdeutlichen, daß man mit dieser Art und Weise keine Großveranstaltungen erfolgreich vorbereiten und durchführen kann. Denn gerade die zahlenmäßig und auch musikalisch starken Bezirke, und dazu gehört zweifellos der Bezirk Halle, sollten für die bis jetzt noch schwachen Bezirke Vorbild sein. Dazu gehört natürlich in erster Linie eine kontinuierliche Arbeit mit den einzelnen Kollektiven, wie zum Beispiel im Bezirk Erfurt.

Gerade die Arbeit mit den Bezirkstechnikern wird letztlich den Ausschlag für unseren Erfolg geben, und deshalb ist es mir unverständlich, wenn ein Bezirkstechniker, wie Sportfreund Boldt, eine Beratung über die musikalisch-technischen Aufgaben in Vorbereitung der nächsten Großveranstaltung als nicht wichtig hinstellt.

Ich hoffe, daß ich mit meinen Worten verstanden worden bin. Obwohl hier kritische Bemerkungen notwendig waren, denke ich doch, wenn wir mit dem nötigen Elan und der entsprechenden Einstellung an die uns übertragenen Aufgaben herangehen, wird auch der Erfolg nicht lange ausbleiben.

Klaus Gesierich, musikalischer Leiter des FZ in der SG Dynamo Potsdam

Nichts kommt von allein!

Nichts ist bei uns von allein gekommen. Alle Funktionäre haben viel Freizeit zur Verfügung gestellt.

Die politisch-ideologische Arbeit ist auch bei uns Grundlage für andere Leistungen.

Auf dem VIII. Parteitag der SED wurde gefordert, allseitig entwickelte Persönlichkeiten zu schaffen.

Das ist das Grundanliegen in unserem Kollektiv. Wir wollen junge Sozialisten für unsere Republik entwickeln, dann erst, in zweiter Linie, steht das musikalische.

Deshalb wird monatlich eine Pflichtveranstaltung durchgeführt. In diesen Veranstaltungen werden z. B. der VIII. Parteitag der SED, das IX. Parlament der FDJ u. a. ausgewertet. So versteht jeder besser, warum und für wen er spielt.

Bei uns arbeitet eine Sektions- und eine FDJ-Leitung. Beide führen monatlich eine gemeinsame Beratung durch. Bevor sie zusammenkommen, trifft sich die Parteigruppe. Immer und überall spielt der Erziehungsprozeß untereinander eine große Rolle.

Unsere Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Fanfarenzug ist sehr gut. Gemeinsame Veranstaltungen — Rechenschaftsberichte über geleistete Arbeiten, Vorhaben im nächsten Jahr — ohne Eltern ist nichts zu machen.

Das Zusammenwirken mit den Schulen ist gut. Täglich kommen neue Bewerbungen. Ein Leistungsdurchschnitt bis 2,5 ist jetzt Voraussetzung für den Eintritt in den Fanfarenzug.

Im kommenden Jahr spielt der Kampf um den verpflichtenden Namen „Dr. Richard Sorge“ eine besondere Rolle in unserer politisch-ideologischen Arbeit, denn wir wissen, was das bedeutet.

Seit wir dem DTSB angehören, trägt unsere Arbeit Früchte. Das kam nicht allein und ich möchte für die allseitige Unterstützung, vor allem durch die Zentrale Spielleutekommission sowie ihrer Fachkommission Fanfarenzüge, danken.

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