Bezirksspielleutekommission

In jedem Bezirk der DDR gab es eine entsprechende Bezirksorganisation (BO) des DTSB mit einem Vorsitzenden und Funktionärsstab. Für die im DTSB organisierten Musikformationen wurden Bezirksfachausschüsse Spielleute (BFA) gebildet, also Verantwortliche, die für alle Belange der Spielleute eingesetzt waren. Sie hatten die Aufgabe, Beschlüsse der Zentralen Spielleutekommission entsprechend regional umzusetzen aber auch an die ZSK zu berichten. Zusätzlich waren sie dem jeweiligen Bezirksvorstand des DTSB unterstellt. Die ZSK bezeichnete die Bezirksfachausschüsse der Spielleute bis etwa 1973 durchgängig als Bezirksspielleutekommissionen. Mit dem ersten Versuch der Gründung eines eigenen Verbandes und der 1974 erstmalig durchgeführten Verbandswahlen auf allen Ebenden, wurde diese Bezeichnung im Sprachgebrauch ausgetauscht.
Die Aufgaben umfassten u.a. die systematischen Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern und Kampfrichtern und setzt sich fort in der Unterstützung von schwächeren Kollektiven oder dem Aufbau neuer mit Hilfe von leistungsstärkeren Züge. Die Umsetzung war jedoch nicht in allen Bezirken gleichermaßen erfolgreich - insbesondere wenn es dort von vornherein wenig Spielleute gab - und sorgte regelmäßig für Kritik aus der ZSK.
Der Fachausschuss Spielleute eines Bezirks vereinte mehrere Funktionäre mit verschiedenen Aufgaben, die dem Vorsitzenden unterstellt waren. Funktionäre und der Vorsitzende wurden gewählt, in der Praxis gab es oftmals aber kaum mehr als einen Kandidaten. Die Besetzung der einzelnen Funktionsstellen gelang nicht durchgängig. Neben Stellvertretern, Kampfrichterobmann, Bezirksübungsleiter gab es in der Regel je Genre einen Verantwortlichen.
Nach der Deutschen Wiedervereinigung bildeten die Funktionäre der aktivsten Bezirksspielleutekommissionen schon aus eigenem Interesse die heute bestehenden Landesverbände.
Kreisfachausschüsse (KFA)
Anders als es in Bezirksfachausschüssen anderer Sportarten üblich war, gab es kaum aktive untergeordneten Kreisfachausschüsse (bzw. Kreisspielleutekommissionen) für die Spielleute, auch wenn diese ausdrücklich von der ZSK gefordert waren für Kreise mit mindestens drei Spielleute-Vereinigungen. Bekannt sind lediglich solche aus Ballungsgebieten der Spielleute damals, wie etwa Leipzig, Altenburg und Mühlhausen.
Sie unterstanden dem Stellvertretenden Vorsitzenden des DTSB-Kreisvorstandes für Kultur und Bildung und erhielten ihre fachspezifische Anleitung und Aufgabenstellung vom BFA-Spielleute.
Vorsitzende der BSK/BFA (unvollständig)
- Berlin:
- Kurt Sellheim (min. 1970-min. 1971)
- Jens-Andreas Weber (min. 1989-1990)
- Cottbus:
- Helmut Winkler (min. 1970-min. 11/1973)
- Fritz Hollmeyer (min. 1989-1990)
- Dresden:
- Kurt Börner (kommisarisch ab 06/1968-?)
- Manfred Schneider (min. 1970-min. 1971)
- Gottfried Hesse (1974-1990)
- Erfurt:
- Egon Herrmann (Herbst 1970-1990)
- Frankfurt (Oder):
- Alfred Dreuse (min. 1970-min. 1971)
- Ingeborg Hiemer (1974-)
- Wolfgang Schreiber (min. 1989)
- Detlef Conrad (1990)
- Gera:
- Horst Plötner (min. 1970-min. 1971)
- Günter Hofmann (min. 1989-1990)
- Halle:
- Rainer Kammlott (min. 1970-1971)
- Claus-Peter Conrad (1972-1973)
- Karl-Heinz Seifert (1974-min. 1975)
- Werner Czerwinka (min. 1989)
- Karl-Marx-Stadt:
- Werner Möckel (min. 1970-10/1973)
- Hans Ullmann (11/1973-1990)
- Leipzig:
- Gerhardt Steinert (min. 1970-min. 1974)
- Erwin Dietrich (1978-1990)
- Magdeburg:
- Otto Muhs (min. 1970-min. 1971)
- Heinz Hustedt (1974-)
- Uwe Klein (1977-1990)
- Neubrandenburg:
- Klaus Asmus (min. 1989-1990)
- Potsdam:
- Hans-Joachim Piesker (12/1970-min. 1971)
- Rolf Fräderich (1975-)
- Heinz Kahle (min. 1989)
- Rostock:
- Grützmacher (-1967)
- Hans Fick (1967-min. 1971)
- Rainer Staffelt (min. 1989)
- Suhl:
- Walter Gögel (min. 1968-min. 1972)
- Lothar Hess (1974-)
- Horst Riege (min. 1989-1990)
- Schwerin:
- Klaus Borchert (min. 1970-1971)
- Rolf Berniet (1974-)
- Lothar Noltin (1971-1990)
