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Der Tambour/Ausgabe 1973 12

Aus Stabführer.de

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!


5. Jahrgang, Dezember-Ausgabe 1973

Scan der Original-Ausgabe als PDF

Seite 1

POKALTURNIERE werden immer stärker genutzt, um die relativ geringe Wettkampfmöglichkeit der Spielleutekollektive zu erweitern. So wie im Bezirk Leipzig (unser Bild) werden bereits in anderen Bezirken im Monat Oktober anläßlich der Ehrungen für Werner Seelenbinder „Werner-Seelenbinder-Pokalturniere“ veranstaltet. Dieses gute Beispiel sollte überall Schule machen, meinen wir.

»Musik- und Spielleuteverband des DTSB der DDR« gegründet

Auf seiner 10. Tagung hat der Bundesvorstand des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR die Bildung eines selbständigen Verbandes der Spielleute im DTSB beschlossen.

Der neue Sportverband, dem alle im Deutschen Turn- und Sportbund organisierten Klangkörper (Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Blas- und Fanfarenorchester und Schalmeienkapellen) angehören werden, wird den Namen „MUSIK- UND SPIELLEUTEVERBAND DES DTSB DER DDR“ tragen.

Höhepunkt der Vorbereitungen auf die Verbandsbildung wird der 1. Verbandstag der Spielleute im DTSB sein, der im April 1974 stattfindet.

Nach den Sektions-, Kreis- und Bezirksfachausschußwahlen wird im Verlauf des Verbandstages das Präsidium und die Revisionskommission des neuen Verbandes (MSV des DTSB der DDR) von den Delegierten gewählt.

Lesen Sie dazu auch auf Seite 2.

Wahlen sind sicheres Fundament

■ Beschluß des DTSB-Bundesvorstandes eine große Verpflichtung

■ Wahlen in allen Sektionen zu Höhepunkten gestalten

■ Verantwortungsvolle Tätigkeit auf allen Ebenen erforderlich

Mit dem für uns bedeutsamen Ergebnis der 10. Bundesvorstandssitzung des DTSB, der Bildung des „Musik- und Spielleuteverbandes des DTSB der DDR“, haben die gegenwärtig stuttfindenden Wahlen in unserer Organisation für alle Spielleute und ihre Leitungen eine noch größere Bedeutung erhalten.

Galt es bisher, Sektionsleitungen und Delegierte für die Sportgemeinschaftsleitungen und eventuell auch für die Kreis- bzw. Bezirksdelegiertenkonferenz zu wählen, so nimmt diese Seite der Aktivitäten erheblich zu.

Ausgehend von einem vorgegebenen Delegiertenschlüssel, sind während der Wahlen zu den Sektionsleitungen bereits Delegierte für die zu wählenden Kreis- bzw. Bezirksfachausschüsse des neuen „Musik- und Spielleuteverbandes des DTSB der DDR“ zu wählen.

Die Konferenzen, bei denen die KFA- und BFA-Mitglieder gewählt werden, sind in den jeweiligen Territorien gewissenhaft vorzubereiten, denn sie bilden die Grundlage für die künftige kontinuierliche Tätigkeit innerhalb des Spielleuteverbandes.

In engster Abstimmung mit den DTSB-Bezirksvorständen wird seitens des DTSB-Bundesvorstandes festgelegt, in welchen Kreisen Fachausschüsse zu bilden sind bzw. wo ab 1974 Bezirksfachausschüsse die Führung und Leitung der Spielleutebewegung selbständig übernehmen werden.

Im Verlauf der Bezirksdelegiertenkonferenzen zur Wahl der Bezirksfachausschüsse sind dann die Delegierten für den 1. Verbandstag der Spielleute zu wählen.

Fortsetzung auf Seite 7

Abonnementgebühren für das Jahr 1974

Das Kalenderjahr 1973 geht zu Ende. In den Händen halten Sie die letzte Ausgabe „der tambour“ vom Jahrgang 5. Wenn Sie wollen, daß dieses Informationsblatt weiterhin zu Ihnen gelangt, dann prüfen Sie schnellstens nach, ob die Gebühren in Höhe von 6,- M pro Jahr per Postanweisung an die Sportfreundin Regina Schimski, 7113 Markkleeberg, Böhlener Straße 48, überwiesen wurden. Letzter Termin ist der 5. Januar 1974. Wer dann nicht bezahlt hat, bekommt keinen „tambour“ mehr.

Seite 2

Mit Konzentration an die neuen Probleme

VORWIEGEND junge Sportfreunde spielen in der Schalmeienkapelle der SG Zinna/Welsau, die in den letzten beiden Jahren einen beachtlichen Aufschwung nahm und beim Pokalturnier in Torgau einen guten Vorderplatz erreichte.

Die ZENTRALE SPIELLEUTEKOMMISSION beim Präsidium des Bundesvorstandes des DTSB tagte Ende November in Berlin und beschäftigte sich vorwiegend mit den Aufgabenstellungen, die sich aus der Bildung des „Musik- und Spielleuteverbandes des DTSB der DDR“ ergeben.

Im Mittelpunkt der Aussprache stand die künftige strukturelle Zusammensetzung und die kadermäßige Besetzung des Verbandes. Neben den bisherigen Fachkommissionen für Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Orchester wird es in der Perspektive gesonderte Kommissionen für Aus- und Weiterbildung, Kultur und Bildung, Kampfrichterwesen, Nachwuchs u. a. geben.

Ziel dieser Veränderungen ist einerseits eine straffere Führung und Leitung, andererseits eine gut koordinierte Tätigkeit der einzelnen Gremien.

Für die Bezirks- und Kreisspielleutekommissionen (nach den Wahlen der KFA und BFA) ergibt sich daraus entsprechend ihrer Struktur bzw. dem Vorhandensein bestimmter Genres eine ähnliche Form des Aufbaus.

Breiten Raum nahm die Diskussion zur Besetzung bestimmter Funktionen innerhalb der Kommissionen ein, um ihre Wirksamkeit und Arbeitsaufnahme schnellstens zu erreichen.

Mit der Bestätigung des Maßnahmeplanes für die kommenden Wochen, in denen die Wahlen bis zu den Bezirksfachausschüssen durchzuführen sind, und der Annahme eines befristeten Arbeits- und Terminplanes für 1974 wurde die letzte Tagung der Zentralen Spielleutekommission im so erfolgreichen Sportjahr 1973 beendet.

Es geht um eine neue und hohe Qualität auf allen Gebieten

Wie auf Seite 1 der heutigen Ausgabe berichtet, hat der Bundesvorstand des Deutschen Turn- und Sportbundes am 29. November 1973 die Bildung des selbständigen Verbandes der Spielleute des DTSB beschlossen.

Im Bericht des Präsidiums des Bundesvorstandes an die 10. Tagung erklärte Genosse Werner Berg zur Begründung des Antrages u. a.:

„Am 13. November 1973 beschäftigte sich das Sekretariat mit der bisherigen Entwicklung der Spielleutebewegung des Deutschen Turn- und Sportbundes und schätzte ein, daß sich das politisch-ideologische, organisatorische und musikalisch-technische Niveau in den zurückliegenden Jahren mit einer gewachsenen Qualität durchsetzte.

Das wurde auch während der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1973 in der Hauptstadt der DDR, Berlin, besonders sichtbar.

Zur weiteren Entwicklung der Spielleutebewegung schlägt das Sekretariat dem Bundesvorstand vor, einen selbständigen „Musik- und Spielleuteverband des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR"“ zu bilden.

Aufgabe des neuzubildenden Verbandes ist es, aufbauend auf den Traditionen und im Ergebnis der bisherigen Erfolge, eine neue und hohe Qualität der politischen und künstlerischen Tätigkeit auf allen Gebieten zu erreichen.,,

Hinter diesem Beschluß steht für alle in der Spielleutebewegung des DTSB tätigen Sportfreundinnen und Sportfreunde ein hohes Maß an Verantwortung, die Forderung nach noch größerer Einsatzbereitschaft und die Notwendigkeit, noch intensiver zu üben.

Alle Maßnahmen in den kommenden Wochen sind der Festigung der Spielleutebewegung in DTSB nutzbar zu machen. Das gilt für die Wahlen ebenso wie für die Planung der weiteren Arbeit in den Sektionen und nachfolgenden Leitungsebenen.

Überall sollten die Bezirksdelegiertenkonferenzen, die in den Wahlen der Bezirksfachausschüsse einen gewissen Höhepunkt erreichen, sowie die Vorbereitung des 1. Verbandstages der Spielleute Anlaß für konkrete Verpflichtungen sein.

Die verantwortlichen Funktionäre der Bezirke und der Zentralen Spielleutekommission nehmen gegenwärtig jede sich bietende Gelegenheit wahr, um die neuen Aufgaben, die neue Struktur und perspektivische Entwicklung mit einem möglichst großen Kreis erfahrener Funktionäre zu beraten.

Eine in Brandenburg durchgeführte zweitägige Arbeitsberatung hatte auch diese Probleme zum Inhalt und vermittelte den mit der Bildung des Verbandes beauftragten Genossen wichtige Aspekte zur Lösung der umfangreichen Probleme.

Wenn sich jeder einzelne seiner persönlichen Verantwortung bewußt und bereit ist, seine ganze Kraft einzusetzen, damit das vorgegebene Ziel erreicht wird, dann können wir voller Zuversicht den nächsten Wochen und Monaten entgegen sehen.

»Hervorragendes Volkskunstkollektiv«,

dieser ehrenvolle Titel wurde dem Mädchenspielmannszug der BSG DRESDNER VERKEHRSBETRIEBE anläßlich des 24. Jahrestages der Gründung der DDR für ihre vorbildliche gesellschaftliche Arbeit verliehen. Dazu unseren herzlichsten Glückwunsch.

Seite 3

Fortsetzung von der November-Ausgabe

Unser Weg war richtig, der Erfolg anspornend, das Ziel klar

Wie in der Novemberausgabe bereits angekündigt, setzen wir heute die Berichterstattung zur stattgefundenen Funktionärskonferenz der Spielleute in Dessau fort.

Wir veröffentlichen noch einige wichtige Passagen des Berichts der Zentralen Spielleutekommission, der vom Genossen Bernd SCHENKE vorgetragen wurde, und wenden uns danach den Beiträgen einiger Diskussionsredner zu.

FRÜH UBT SICH, wer ein perfekter Spielmann werden will. Die X. Weltfestspiele haben es deutlich im Übungsverband Musikschau gezeigt, wer Noten beherrscht, lernt schneller und spielt besser. Das sollte aber nicht nur bei den Pionieren der Spielmannszüge, sondern überall berücksichtigt und beherzigt werden.
  1. Die Parteigruppen der einzelnen Kollektive und Teilverbände müssen verstärkt darauf orientiert werden, daß die Schaffung von FDJ- und wo erforderlich auch Pionieraktivs, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit in diesen Bereichen sind. Außerdem haben die Parteigruppen schon in der Vorbereitungsphase wirksam zu werden, was durch eine entsprechende schriftliche Information seitens des Parteisekretärs in regelmäßiger Folge zu gemäßigter Folge zu unterstützen ist.
  2. Die unmittelbare Verbindung zwischen der Abteilung Propaganda/Kultur des DTSB-Bundesvorstandes mit den DTSB-Bezirksvorständen, aus denen Kollektive in zentrale Aufgaben einbezogen werden, ist unbedingt vor Inangriffnahme aller Aktivitäten herzustellen. Das ist erforderlich, um eine rechtzeitige und beiderseits interessante Abstimmung vorzunehmen und die nächsten Schritte festzulegen. Das gleiche trifft auch für die Auszahl und den Einsatz von Funktionären zu. Die Bezirksspielleutekommissionen sind in diese Abstimmungen einzubeziehen.
  3. Zwischen der Leitung des Übungsverbandes und den Fachkommissionen der Zentralen Spielleutekommission ist ein engeres Verhältnis herauszustellen. Das jede einen geeigneten Vertreter in die jeweilige Facharbeitsgruppe oder Teilverbandsleitung, um so die Interessen dieser Kommission zu vertreten und eine schnellere beiderseitige Information zu ermöglichen.
  4. Bei der Besetzung der Funktionen des Organisationsstabes ist in erster Linie darauf zu achten, daß die vorgesehenen Sportfreunde dieses Aufgabengebietes auch bewältigen können. Es sollte vorrangig auf Funktionäre zurückgegriffen werden, die mit derartigen Problemen bereits betraut waren oder eine ähnlich geartete Tätigkeit verrichten.
  5. Alle Funktionäre sind im Verlaufe der Vorbereitungen kontinuierlich mit den örtlichen Verhältnissen vertraut zu machen und stärker in die Entwicklung der organisatorisch-technischen Maßnahmen einzubeziehen.
  6. Die Teilverbandsleitungen müssen kontinuierlich mit den Leitern der Kollektive ihres Teilverbandes zusammenkommen, um den Stand der Vorbereitungen zu überprüfen und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten, wie in kürzester Zeit Engpässe bzw. Rückstände überwunden werden können.
  7. Einer neuartigen Musik wird grundsätzlich zugestimmt, wenn sie den Möglichkeiten der Spielleutebewegung entsprieht. Das heißt, die einzelnen Stücke müssen im Nachgang von einzelnen Klangkörpern spielbar sein und in’s Ohr gehen. Dem ist die künftige musikalische Auswahl unterzuordnen.

Die vergangenen 11 Monate waren Etappen erneuter Bewährung

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde!

Das Fazit der umfangreichen Tätigkeit in Vorbereitung und Durchführung unserer Hauptaufgabe ist gezogen, doch damit ist noch nicht alles gesagt, was unbedingt ausgesprochen werden muß. Gestattet mir deshalb, einige Bemerkungen zur generellen Entwicklung und Arbeitsweise innerhalb der Spielleutebewegung des DTSB.

In wenigen Tagen, am 13. November, wird das Sekretariat des DTSB-Bundesvorstandes prüfen, wie sich die Spielleutebewegung seit dem 7. Juni 1967, der Herauslösung aus dem DTV, auf der Grundlage wichtiger zentraler Beschlüsse und Maßnahmen entwickelt hat. Die Genossen werden das sehr genau vornehmen, da sie im Ergebnis ihrer Beratung darüber befinden, ob ein selbständiger Verband

Fortsetzung auf Seite 4

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Fortsetzung von Seite 3

BESONDERES AUGENMERK wird künftig der Tätigkeit im Bereich der Orchester gewidmet. Die neugebildete Fachkommission Orchester sieht als vordringlichste Aufgabe die qualitative Steigerung und eine quantitative Erhöhung der Anteile der Blasorchester. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt aus der Musikschau zum 25. Jahrestag der Gründung der sozialistischen Sportorganisation.

der Spielleute im DTSB gebildet werden kann oder nicht.

Von uns sind die erforderlichen Vorbereitungen und Zuarbeitungen getroffen, in denen wir auch unsere konkreten Vorstellungen aufgenommen haben.

Wie sehen wir die gegenwärtige Situation?

Wir haben einen Perspektivplan, der unsere Strategie bis 1975 klar beinhaltet. Die Jahrespläne der Zentralen Spielleutekommission, der Bezirksspielleute- und Fachkommissionen sollen sich darauf aufbauend als taktische Richtschnur erweisen. Das ist ganz sicher eine theoretische Darstellung, aber wie sonst, wenn nicht davon ausgehend, wollen wir die Ziele erreichen?

Ausgehend von der leidigen Tatsache, daß die Bezirksspielleutekommissionen nach ihren Aussagen nicht vor dem 31. Januar des laufenden Jahres ihren Arbeitsplan vom DTSB-Bezirksvorstand bestätigt bekommen, hat die Zentrale Spielleutekommission mit ihren Fachkommissionen keine Möglichkeit, den Bezirken konkrete und vor allem planmäßige Unterstützung zu geben.

Denn häufig erst im Februar/März, von einigen Bezirken wie z. B. Potsdam und Dresden im zu Ende gehenden Jahr 1973 überhaupt nicht, kommen wir in den Besitz dieser Arbeitsvorgaben.

Damit sind alle kontinuierlichen EntwickIungen, die einheitlich in den Bezirken durchzusetzen sind, von vornherein unmöglich.

Die Arbeitspläne der Bezirke sind trotz Vorgaben von uns nur in wenigen Fällen so angelegt, daß sie die Entwicklung fördern. Häufig findet man leider nur Terminfestlegungen und einige Veranstaltungen, aber keine richtungweisenden Maßnahmen und konkrete Aufgaben für die kommenden zwölf Monate mit abrechenbaren Zielsetzungen und verantwortlich eingesetzten Funktionären. So bleibt in diesen Bereichen vieles Stückwerk, was mit Kraft und Zeit verbunden ist.

Eine andere Seite ist die sogenannte Plantreue. Trotz regelmäßiger Kontrolle ist zu verzeichnen, daß u. a. die Aufgaben aus dem Plan der Zentralen Spielleutekommission nicht in jedem Fall von den dafür Verantwortlichen erfüllt werden. Die Gründe hierfür waren oft Gegenstand von Aussprachen in unserer Leitung.

Welche Ergebnisse eine solch unplanmäßige Arbeit zur Folge hat, zeigte sich in diesem Jahr deutlicher denn je.

Durch die Konzentration aller Leitungen auf den „Übungsverband Musikschau“ wurde die von uns immer wieder für die Bezirkskommissionen als vordringlichst genannte Aufgabe, in erster Linie mit den nicht für die Weltfestspiele berufenen Kollektive zu arbeiten, stark vernachlässigt. Die seit 1969 bestehende Kluft, damit spreche ich nur von der Seite des Leistungsniveaus zwischen den Klangkörpern der höheren Klassen, denen also, die regelmäßig an den zentralen Veranstaltungen teilnehmen, und denen, die über den Rahmen des Kreises oder Bezirkes kaum hinauskommen, hat sich nicht verringert, sondern ist in einem unvertretbaren Maß angewachsen. Das wurde bei den Bezirksmeisterschaften deutlich und war auch innerhalb des Übungsverbandes bei den Sportfreunden zu erkennen, die als Beste dieser zuletzt genannten Kollektive anderer Klangkörper mitwirkten.

Oder nehmen wir die Ausbildung der Kampfrichter als ein weiteres und letztes Beispiel.

In jedem Bezirk sollten Kampfrichterobmänner vorhanden sein, die für die Heranbildung des Nachwuchses ihres Verantwortungsbereiches zuständig sind. Die Praxis sieht allerdings so aus, daß zu den Bezirksmeisterschaften, auch 1973 war das wieder so, größte Sorgen die Aufstellung der Kampfgerichte bereitete. Nicht, daß keine Kampfrichter da wären, nein, es fehlt zum Teil an der ausreichenden Qualifizierung und bei vielen an der Bereitschaft, dieser ehrenamtlichen Aufgabe nachzukommen.

Hätten die Fachkommissionen, vertreten durch die Leiter der Arbeitsgruppe Kampfrichter, unserem langausgesprochenen Rat in der Vergangenheit Beachtung geschenkt, die Kampfrichterobmänner der Bezirke regelmäßig geschult und damit weitergebildet, brauchten wir nicht in jedem Jahr erneut auf diese Misere zu verweisen.

Ihr seht, liebe Sportfreunde, der Kreis schließt sich immer, gleich an welcher Stelle. Und wer seine Verpflichtungen, sprich Aufgaben des Planes, nicht erfüllt, schwächt an einer anderen Stelle ein Glied unserer Kette.

Reserven auf allen Ebenen ausschöpfen

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde!

Oft hat es den Anschein, daß wir in unserer Jahresbilanz nur Kritik üben und all die positiven Leistungen nicht im rechten Licht erscheinen lassen. Das ist ganz und gar nicht so. Der Bundesvorstand des DTSB, unsere Abteilung und die Funktionäre der Zentralen Spielleutekommission erkennen sehr wohl, welch hohe Einsatzbereitschaft, welcher Fleiß von vielen Funktionären aufgewandt werden, um unsere Entwicklung voranzutreiben.

Doch Euch wird ebenso bekannt sein, daß Ergebnisse, die heute gut sind, morgen schon nicht mehr ausreichen. Deshalb gilt es immer wieder, sich den neuen Bedingungen und Maßstäben anzupassen, den erhöhten Forderungen nachzukommen.

In der Beurteilung unseres Einsatzes zu den X. Weltfestspielen habe ich schon aufgezeigt, wie sich die Führungs- und Leitungstätigkeit qualitativ verbessert hat. Allerdings kann auch dieser Stand keinesfalls befriedigen.

Es gibt noch zuviel Leerlauf, Informationsverzug und -verlust und manches Nebeneinander.

Die Abstimmungen zwischen den einzelnen Leitungen, die Ausstrahlung auf nachfolgende Bereiche, all das verlangt mehr konzentrierte Arbeit und gründlichere Vorbereitung.

Wir wissen uns mit den Genossen der DTSB-Bezirksvorstände einig, daß sie bereit sind, alle erdenkliche Unterstützung zu geben, wenn sie zur Mithilfe aufgefordert und auch in der Lösung ihrer Aufgaben durch die Spielleute unterstützt werden. Diese Wechselwirkung ist von großer Bedeutung, da sie wertvolle Reserven freigibt.

Deshalb sollten die Bezirksspielleutekommissionen nicht länger neben, sondern mit den DTSB-Bezirksvorständen arbeiten. Cottbus und Halle gaben u. a. in der Vergangenheit

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ZU DEN KOLLEKTIVEN der sogenannten „zweiten Reihe“ gehört auch der Spielmannszug der SG Lommatzsch im Bezirk Dresden (hier bei den Bezirksmeisterschaften 1971 in Hirschfeld). So wie ihm, gilt es künftig auch anderen Klangkörpern stärker als bisher Unterstützung zu geben, um sie an ein höheres Niveau heranzuführen.

gute Beispiele, auch einige andere Bezirke, doch muß diese Erkenntnis überall zur Maxime werden.

Worin bestehen nun die Hauptaufgaben der kommenden Arbeitsperiode

In diesem Monat beginnen in unserer Organisation die Wahlen. Sie sind die geeignete Möglichkeit, zu bilanzieren und zu beraten, wie sich die weitere Tätigkeit gestalten soll.

Das verlangt, in den Sektionsversammlungen einen kritischen aber parteilichen Standpunkt einzunehmen und solche Sportfreunde in die Leitung zu wählen, die das Rüstzeug haben, eine niveauvolle Aufgabenstellung zu lenken und zu leiten.

Es sollten aber auch bei diesen Zusammenkünften Diskussionen geführt werden, wie die Aktivitäten im Kreis und Bezirk weiter verbessert werden können.

Denn eine Vielzahl unserer bestehenden Bezirksspielleutekommissionen und die zu bildenden Kreiskommissionen brauchen fähige junge Kader, die den Blick für das Ganze mitbringen und politisch-ideologische Fragen wirkungsvoll mit der technisch-organisatorischen und musikalischen Zielstellung verbinden.

Was hier für die Sektionen, Kreise und Bezirke aufgeführt wird, gilt ebenso im zentralen Bereich. Denn in den Fachkommissionen und der Zentralen Spielleutekommission gab es leider in den zurückliegenden Monaten eine Reihe ungelöster Aufgaben, die ihre Ursache in einer Unterbesetzung oder ungenügenden Qualifikation einzelner Sportfreunde haben.

Gehen wir davon aus, daß das Sekretariat des DTSB-Bundesvorstandes am 13. November dem Antrag auf Bildung eines eigenen Verbandes der Spielleute positiv gegenübersteht, dann heißt das für uns, die Anstrengungen zu verdoppeln.

Die Spielleute sind ein Teil der großen Gemeinschaft von Sportlerinnen und Sportlern, die in der sozialistischen Sportorganisation der DDR vereint sind und gemeinsam um die Erfüllung der Aufgaben ringen. Deshalb sind die Planaufgaben des Bundes auch die Aufgaben der Spielleute.

Genosse Manfred Ewald gab nach der 9. Bundesvorstandssitzung des DTSB einen umfassenden Überblick zum Stand der Erfüllung des Sportplanes 1973. Er konnte von guten Ergebnissen berichten, an denen sicher auch die Spielleute ihren Anteil haben, aber geschah das kontinuierlich und den Forderungen entsprechend?

Wir sind in der Ausbildung der Übungsleiter in den letzten drei Jahren ein gutes Stück vorangekommen. In den Bezirken Erfurt, Schwerin und Halle wurde auf diesem Gebiet eine beispielgebende Arbeit geleistet. Doch die Zielsetzung des Perspektivplanes wurde insgesamt nicht erreicht.

Das hat seine Ursachen im Fehlen von verantwortlichen Übungsleitern in einigen Bezirken bzw. der mangelnden Initiative einiger Bezirksspielleutekommissionen. Aber gerade diese Seite der Tätigkeit schafft uns Voraussetzungen, um das gesamte musikalisch-technische Niveau zu steigern.

Auch für die Ausbildung der Kampfrichter trifft diese Feststellung zu, und wir können auf keinen Fall die Begründung einiger Funktionäre akzeptieren, daß ihre geplanten Lehrgänge ausfallen mußten, weil finanzielle Mittel fehlten.

Wie 1972, so haben wir auch 1973 die Vorsitzenden aller Bezirksspielleutekommissionen informiert, daß sie für Lehrgänge im Bezirk bei uns Zuschüsse beantragen können, wenn sie dem Antrag einen ordentlichen Lehrgangsplan beifügen. Im vergangenen Jahr hat nur Erfurt, in diesem Jahr haben Erfurt und Halle diese Gelegenheit wahrgenommen.

Also, liebe Sportfreunde, hier gibt es eine Fülle von Aufgaben, die sich ableiten lassen und ein nicht unwichtiger Schritt nach vorn werden, wenn sie kollektiv vorbereitet und mit hoher Qualität durchgeführt werden.

Im Zeichen des 25. Jahrestages der Gründung der DDR

Im nächsten Jahr feiern wir den 25. Geburtstag unserer sozialistischen Republik. Anlaß für uns, alle Zielstellungen unter diesem Blickwinkel zu betrachten und nach Höchstleistungen in allen Bereichen zu streben.

Die Wettkämpfe aller Ebenen und Auftritte zu gesellschaftspolitischen sowie sportlich-kulturellen Veranstaltungen müssen die gewachsene Stärke der Spielleutebewegung des DTSB zum Ausdruck bringen, die nur dank der großzügigen Unterstützung von Partei und Regierung möglich wurde.

In den Sektionen, Kreisen, Bezirken und unseren zentralen Klangkörpern ist verstärkt darauf hinzuwirken, daß die Einheit von politisch-ideologischer und musikalisch-technischer Betätigung einziger Ausgangspunkt der Erfolge ist. Diesem hohen Anliegen ist die gesamte Betätigung unterzuordnen.

Das kommende Jahr hält noch eine Reihe anderer Höhepunkte bereit, die Gelegenheit genug sind, uns zu beweisen. Der V. Turn- und Sporttag des DTSB der DDR im Mai, die 15. Arbeiterfestspiele im Juni im Bezirk Erfurt, die 17. Ostseewoche im Juli in Rostock und unsere zentralen Meisterschaften sind wichtige Orientierungspunkte für die nächsten Monate.

Dank an alle, die unsere Erfolge ermöglichten

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde!

Es bliebe noch viel an dieser Stelle und zu diesem Kreis verantwortlicher Funktionäre zu sagen. Denn unsere Aufgaben waren umfangreich und werden nicht geringer.

Kaum liegen die Weltfestspiele hinter uns, gilt es, den Blick nach vorn zu richten, denn das Vl. Deutsche Turn- und Sportfest der DDR 1977 in Leipzig, verbunden mit der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR, wirft seine Schatten voraus und verlangt eine rechtzeitige Vorbereitung.

Ich kann Euch sagen, daß sich das Gestalterkollektiv bereits am kommenden Sonnabend zum ersten Mal trifft, um eine Grundsatzdiskussion zu führen, wie der nächste „Übungsverband Musikschau des DTSB“ seine Darbietungen gestalten wird.

Ihr seht also, auf Erfolgen ausruhen geht nicht.

Laßt mich abschließend im Namen der Abteilung Propaganda/Kultur des DTSB-Bundesvorstandes, der Zentralen Spielleutekommission und in meinem persönlichen Namen allen

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Die Diskussion der Funktionärskonferenz war in diesem Jahr nicht so umfangreich, wie in den Vorjahren. Das mag an der kürzeren Zeit gelegen haben, aber sie ist keineswegs in ihrer Aussage geringer. Die Sportfreunde, die um’s Wort gebeten hatten, brachten übereinstimmend zum Ausdruck, daß es höchste Zeit ist, an einem Strang zu ziehen und mit dem noch bestehenden Nebeneinander Schluß zu machen, sich allerorts auf die gemeinsame Zielstellung und ihre Erfüllung zu konzentrieren.

Im Sinne des gemeinsam gestellten Ziels

Unsere nachfolgenden Betrachtungen sind die inhaltliche Wiedergabe einiger Diskussionsbeiträge, nicht der Wortlaut der Ausführungen.

Als erster sprach

Sportfreund
KLAUS-PETER CONRAD,
Vorsitzender der Bezirksspielleutekommission Halle und Mitglied der Zentralen Spielleutekommission des DTSB

Unser Rezept heißt schlicht Zusammenarbeit

Daß der Bezirk Halle in der Vorbereitung der X. Weltfestspiele eine gute Arbeit geleistet hat, wurde durch die Auszeichnungen der BSG Aktivist Luckenau und des Bezirkes selbst nach den einzelnen Etappen nachdrücklichst bewiesen. Der zweite Platz in der Endauswertung für die Luckenauer war dann nur noch der Punkt auf das berühmte I. Wie waren derartige Erfolge möglich.

Zentrale Beratungen, eine zielgerichtete Anleitung, nannte Sportfreund Conrad als wichtigste Wege einer guten Information. Hinzu kommt die Patenschaft leistungsstarker Sektionen über schwächere und die Einbeziehung konkreter Zielstellungen in diese Tätigkeit.

Es kann deshalb nicht verwundern, wenn aus dem Saalebezirk beispielsweise 4 Spielmannszüge der Sonderklasse und 3 der Leistungsklasse I angehören, während 3 Pionierspielmannszüge in der Leistungsklasse zu finden sind. Die einzige Schalmeienkapelle des Bezirkes ist ebenfalls in der höchsten Leistungsklasse und wurde bereits zweimal hintereinander „DDR-Bester“. Eine klare Aufgabenstellung in Vorbereitung der Wettkämpfe und ihre konsequente Durchsetzung führten zu diesen Ergebnissen.

In diesem Zusammenhang sind auch die ansprechenden Erfolge in der Ausbildung von Kampfrichtern zu nennen. Denn bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben die Hallenser ihre Sollzahl für 1975 erreicht. Auf die Ursachen der Aktivitäten eingehend, erklärte Sportfreund Conrad, daß eine gute Verbindung zum DTSB-Bezirksvorstand, die Unterstützung der Kreisvorstände, aber in erster Linie eine kontinuierliche politisch-ideologische Arbeit den Ausschlag gegeben hat. Nur wer sich der tragenden Rolle dieser Seite unserer gesellschaftlichen Betätigung bewußt ist, wird es den Sportfreunden vom Chemiebezirk gleichtun können.

Nach dem Sportfreund Conrad sprach als Vertreter der Fachkommission Fanfarenzüge der Zentralen Spielleutekommission

Sportfreund
WOLFGANG RICHTER,
Mitglied der Fachkommission Fanfaren

Unsere Reserven liegen in den Kollektiven der „Allgemeinen Klasse“

Im Rechenschaftsbericht der Zentralen Spielleutekommission war sehr nachdrücklich angesprochen worden, daß die Arbeit mit den Klangkörpern der unteren Klassen recht stiefmütterlich sei. Das rifft auch für die Fanfarenzüge im DTSB zu, die nicht zur Leistungsklasse gehören.

In der Fachkommission Fanfarenzüge hatte man sich darüber schon öfter Gedanken gemacht, doch der richtige Weg wurde nicht gefunden. Mit dem ersten „Pokalturnier“ für Kollektive der „Allgemeinen Klasse“ in Neustadt/Orla sollten Anknüpfungspunkte gefunden werden, die dieser Misere ein Ende bereiten.

Leider folgten nur 6 Klangkörper der Einladung zu diesem hervorragend organisierten Wettkampf. Unverständlich bleibt die Tatsache, daß eine ganze Reihe von Sektionen auf Anschreiben der Fachkommission nur sehr zögernd oder gar nicht reagiert, wie das auch für das Pokalturnier zutreffend ist.

„Wir werden uns davon nicht entmutigen lassen“, führte Sportfreund Richter (im Bild links unten) weiter aus, „und mit gut vorbereiteten Lehrgängen sowie einer zielgerichteten Übungsleiterausbildung an der kontinuierlichen Verbesserung des Niveaus der Fanfarenzüge arbeiten.“

Sportfreund
BURKHARDT SASSE,
Leiter der AG Kampfrichter der Fachkommission Spielmannszüge

Eine Bilanz zum bisher Geleisteten auf dem Gebiet des Kampfrichterwesens, mit einem konkreten Blick, sprich Vorschlägen, in die Zukunft, waren die bestimmenden Kriterien der Ausführungen des Sportfreundes Sasse.

Das Ergebnis der Kampfrichtertätigkeit der zurückliegenden Saison weist im Augenblick eine unvertretbare rückläufige Tendenz auf, die verschiedene Ursachen hat.

Die fehlenden Kampfrichterobmänner in einigen Bezirken, die Unselbständigkeit vorhandener Funktionäre und die mangelnde Bereitschaft geeigneter Sportfreunde, als Kampfrichter zu wirken, sind die Hauptprobleme. Ihnen gilt es mit aller Konsequenz zu Leibe zu rücken, wenn sich schnellstens etwas ändern soll.

Gut vorbereitete Lehrgänge benachbarter Bezirke verringern den Aufwand, sind ökonomischer und versprechen von vornherein eine höhere Beteiligung.

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