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Der Tambour/Ausgabe 1980 07

Aus Stabführer.de

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Die Ausgabe 07/1980 des Mitteilungsblattes der tambour erschien im Juli 1980.

Der Originaltext der 8 Seiten:

Juli 1980
Nummer: 7/80
Erschienen: Juli 1980
Jahrgang: 13
Seiten: 8
Original-Ausgabe als PDF herunterladen
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

3 Und nun ein Konzert auf dem Roten Platz
4 Spitzen-Fanfaren ertönen an der Schwarzen Elster
6 Rekord-Teilnahme beim Fest von Finsterwalde
MANUELA JUSEL gehörte schon zum siegreichen Fanfarenzug der SG Dynamo Potsdam-Stadt, obwohl die 14jährige erst seit einem Jahr im Kollektiv unseres Rekordmeisters spielt.

Seite 2

SEHR GUTE LEISTUNGEN vollbrachten bei den DDR-Meisterschaften der Erwachsenen-Spielmannszüge auch die Kampfrichter. Nahezu ständiger Regen erschwerte ihre Arbeitsbedingungen erheblich, was indes die vorbildlichen Sportfreunde an der Ausführung ihrer so wichtigen Tätigkeit nicht hinderte.
DER SPIELMANNSZUG von Chemie HKZW Rübeland gehört seit Jahren zu den besten Kollektiven im Bezirk Magdeburg.

Oberharzer immer besser

Spielleutemusik erklang im Oberharz schon Mitte der fünfziger Jahre. Werner Kutz, Stellvertreter des Direktors der Polytechnischen Oberschule Stiege, hatte hier einen Fanfarenzug gegründet. Oft war Werner Kutz an den Wochenenden im Doppeleinsatz. Erst trat er mit dem Fanfarenzug auf, dann führte er als Kapitän die Fußballspieler von Traktor Stiege aufs Spielfeld. Doch mit der Zeit der Jahre blieb der Fanfarenzug leider nicht lebensfähig. Da aber immer wieder Interesse für die Musik der Spielleute bestand, bot 1970 Sportfreund Liban vom Spielmannszug aus Hasselfelde seine Hilfe zur Entwicklung einer Sektion Spielleute an der POS Stiege an.

Und diese Hilfe zeigte Früchte. So gehören ihr gegenwärtig 36 Jungen, ausnahmslos Schüler der 2. bis 10. Klasse, sowie zahlreiche ehemalige Schüler der POS Stiege an. In Stiege selbst gibt es noch einen weiteren Spielmannszug. Doch bleiben wir beim Klangkörper der Oberschüler. Seit fünf Jahren betreut Hans Spieß den Schüler-Klangkörper. Unter seiner musikalischen Leitung wird der Zug immer besser, in Wettkämpfen erfolgreicher. Zweimal wöchentlich je drei Stunden intensives Üben steht auf dem Trainingsplan. Vor Wettkämpfen kommt ein dritter Trainingsnachmittag pro Woche hinzu.

Zur diesjährigen Kreisspartakiade spielten sich die Stieger Schüler auf den bronzenen Platz. Dabei vermochte man in musikalischer Hinsicht mit den besten Klangkörpern der Kreisspartakiade durchaus mitzuhalten, indes mit dem exakten Marschieren haben die Stieger noch ihre Probleme und mußten dadurch Punktabzüge hinnehmen. Doch hier wird Hans Spieß sicherlich seine Erfahrungen vom Wachregiment, dort gehörte er nämlich dem NVA-Spielmannszug an, den Jungen vermitteln können.

Aufbau Brandenburg wurde Spartakiadesieger

Es ist ein sichtbares Zeichen des ständig steigenden Ansehens der Spielleute, daß unsere Sportart nun auch zum festen Wettkampfprogramm der Bezirksspartakiaden gehört. Der Spielleutenachwuchs kämpft also um Spartakiademedaillen. Dies war auch im Bezirk Potsdam so. Neben der musikalischen Umrahmung der festlichen Eröffnungs- und Abschlußveranstaltung standen sich auf der Potsdamer Freundschaftsinsel die Nachwuchs-Klangkörper des flächenmäßig größten Bezirkes unserer Republik im Medaillenwettstreit gegenüber. Leider entsprachen die Bodenverhältnisse nicht den Anforderungen, die wir Spielleute an solch einen Wettkampf stellen. Trotz allem erlebten wir viele gute Leistungen von den Jungen und Mädchen.

Bei den Jugend-Kollektiven kam es zu einer packenden Auseinandersetzung zwischen Aufbau Brandenburg und Traktor Pritzwalk, die die Brandenburger schließlich ganz knapp für sich entschieden. Bemerkenswert auch hier die Darbietung von Chemie Premnitz, die zu recht mit der Bronzemedaille geehrt wurden.

Einen Brandenburger Sieg gab es auch bei den Jüngsten. Aufbau holte sich Gold vor der großen Überraschung dieser Spartakiadewettkämpfe, dem Zug aus Mittenwalde. Der Nachwuchszug der SG Mittenwalde besteht erst ein Jahr. Und trotzdem vermochten die Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren schon einen erstaunlichen Leistungsstand nachzuweisen. Es war ihr erster Wettkampf überhaupt. Und dann gleich Silber. Ein hervorragender Einstand.

Leider fehlten zur Bezirksspartakiade die Züge von Stahl Brandenburg und Motor Treuenbrietzen, obwohl sie vorher ihre Teilnahmemeldung abgegeben hatten (von den Wettkämpfen der anderen Bezirksspartakiaden liegen der Redaktion keinerlei Informationen vor. Offensichtlich besteht in den anderen Bezirken kein Interesse an einer Veröffentlichung der Auftritte ihres Nachwuchses).

BERND NEUMANN

Das Kampfgericht der DDR-Meisterschaft

Zur DDR-Meisterschaft der Erwachsenen-Spielmannszüge in Apolda fungierte folgendes Kampfgericht:

Hauptkampfrichter: Dieter Weise (Hettstedt).

Hauptpunkt I: E. Dietrich (Leipzig), B. Clauß (Leipzig), B. Schramm (Magdeburg), B. Neumann (Mittenwalde).

Hauptpunkt II: W. Röglin (Schwedt), M. Freitag (Radeberg), L. Lier (Suhl), M. Irrgang (Magdeburg).

Hauptpunkt III: B. Sasse (Magdeburg), K. Triebel (Luisenthal), D. Malchow (Pritzwalk), L. Ertel (Potsdam).

Hauptpunkt IV: K. Tägener (Brandenburg), B. Kipp (Babelsberg), U. Zimmermann (Freital), K. Simmang (Radeberg).

Mandat: H. Dietrich (Leipzig), A. Dietrich (Leipzig), R. Theile (Apolda).

Berechnung: D. Knoppe (Ruhland), G. Ruhland (Ruhland).

Sprecher: W. Kunde (Heyerode).

Anmerkung: Die Disqualifikation des Spielmannszuges von Chemie Geraberg erfolgte wegen Verstoß der Wettkampfordnung Punkt 2.2.1.

Neue Telefonnummer

Die Redaktion des „tambour“ ist ab sofort unter einer neuen Telefonnummer erreichbar. Günther Gießler, 7033 Leipzig, Lützner Plan 17. Telefon: Privat: Leipzig 4 64 93. Dienstlich: Leipzig 7 15 43 37 oder 31 11 09 (Sportredaktion der „Leipziger Volkszeitung“).

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TAMBOUR-INTERVIEW

mit Leo Ertel, Leiter des Fanfarenzuges von Dynamo Potsdam

Und nun ein Konzert auf dem Roten Platz

Fragt man bei von der Spielleutemusik unbedarften Sportlern nach einem Klangkörper des DTSB, erhält man zumeist den Namen der Potsdamer genannt. Tatsächlich hat der Fanfarenzug von Dynamo Potsdam-Stadt einen Bekanntheitsgrad in unserem Land erreicht, den man vor wenigen Jahren noch nicht für möglich hielt. Dies ist nicht zufällig so. Die Potsdamer haben das Leistungsniveau ihres Genres in neue Regionen geführt, sie machen attraktive, publikumswirksame Fanfarenmusik. Wir nahmen dies zum Anlaß, um den Leiter dieses Kollektivs, den 29jährigen Pädagogen Leo Ertel, nach den Ursachen und Methoden für solch beispielhafte Entwicklung zu fragen. Leo Ertel ist Mitglied der Zentralen Spielleutekommission und Vorsitzender der Kommission Fanfaren.

  • Bei jedem Wettkampf mit den Potsdamern ist der überlegene Sieger von vornherein gegeben. Wie macht ihr das bloß?

„Mit umfangreichem, effektivem Training in einer Atmosphäre, die Höchstleistungen zuläßt.“

  • Was verstehst Du unter solch einer Atmosphäre?

„Da gehören viele Dinge zusammen. Ein Kollektiv wird erst zur verschworenen Truppe, wenn alles stimmt. Bei uns beschränkt sich das Zusammensein eben nicht nur auf das Training und die Auftritte, sondern wir machen in Potsdam auch sonst viel gemeinsam. Da spielen wir ’mal Fußball, Handball oder versuchen uns in der Leichtathletik, da gibt es Diskoabende, Faschingsfeiern und andere Veranstaltungen, die bei uns keine Nebensache sind, sondern den kollektiven Zusammenhalt fördern helfen. Und dann verstehen wir unter Bildungs- und Erziehungsarbeit auch das intensive Auseinandersetzen mit gesellschaftlichen Zusammenhängen. Selbstverständlich hat das Beschäftigen mit dem Leben unseres unvergessenen Dr. Richard Sorge besondere Bedeutung. Seine Vorbildwirkung auf unsere Jungen und Mädchen ist unbestritten.“

  • Wie sieht euer Trainingsumfang aus?
EINSAME SPITZE in unserer Republik ist der Fanfarenzug von Dynamo Potsdam-Stadt.

„Jedes Mitglied hat zweimal Training pro Woche. Vor Höhepunkten wird der Umfang natürlich erhöht. Vor DDR-Meisterschaften wird drei Wochen lang täglich geübt, auch an Sonnabenden und Sonntagen.“

  • Wieviel Mitglieder hat der Zug gegenwärtig?

„Wir haben 120 gute Leute, von denen immer 97 zu den Auftritten herangezogen werden.“

  • Nachwuchssorgen kennt man in Potsdam nicht?

„Das Interesse für unseren Zug ist groß. So legen wir auch strenge Maßstäbe an, müssen schulische Leistungen und Gesamtverhalten der Kandidaten den hohen Anforderungen entsprechen. Wir nehmen jeweils im September die Neuen auf, wobei das Mindestalter zehn Jahre betragen muß.“

  • Wann kommen diese Neulinge in den Meisterklangkörper?

„Das hängt von jedem selber ab. Beispielsweise waren bei der DDR-Meisterschaft dieses Jahres sechs dabei, die erst im September 1979 begannen.“

  • Habt ihr nur Schüler im Klangkörper?

„Keineswegs. Etwa 60 Freunde sind Jungfacharbeiter oder Lehrlinge. Natürlich sind auch EOS-Schüler im Zug, die ausnahmslos vorbildliche Lernergebnisse aufweisen. Ich denke hier nur an die Hochtrommlerin Katrin Gesierich, die in eine Spezialschule für Mathematik geht und einen Zensurendurchschnitt von 1,2 hat. Auch Olaf Kuppi, Flachtrommler im Zug, kann einen Notendurchschnitt von 1,2 vorlegen.“

  • Schulzeugnisse spielen also bei den Dynamos eine wichtige Rolle?

„Wir haben ein sehr gut arbeitendes FDJ-Aktiv, das zweimal jährlich die Zeugnisse kontrolliert. Übrigens ist es nicht selten, daß wir uns gegenseitig beim Lernen helfen. Auch dies gehört zum gesunden Klima in unserem Zug.“

  • Ihr seit vom Sekretariat der SED-Bezirksleitung Potsdam mit einer besonderen Auszeichnung geehrt worden.
KARLA KALKHOF zählt zu den Leistungsträgern des Fanfarenzuges von Einheit Pädagogik Leipzig. Die 17jährige Messestädterin ist seit 1977 Mitglied des Leipziger Zuges.

„Ja, dies macht uns alle sehr glücklich und verpflichtet künftig zu noch besseren Leistungen. Wir dürfen mit 127 Mitgliedern vom 12. bis 23. September die Sowjetunion besuchen. Moskau, Leningrad und Minsk werden die Reiseziele sein. Natürlich bereiten wir uns intensiv darauf vor, wollen wir nach unseren großartigen Olympioniken auch das hohe Niveau der Spielleutebewegung unseres Landes in der UdSSR unter Beweis stellen.“

  • Also geht es mit den Instrumenten auf Reise?

„Selbstverständlich. Wir möchten auf dem Roten Platz in der sowjetischen Metropole und in der Allunionsausstellung Konzerte geben. In Leningrad vor der ‚Aurora‘.”

  • Was wollt ihr dort bieten?

„Wir führen unsere Musikschau auf. Natürlich haben wir uns noch etwas Besonderes einfallen lassen. In einem dreiwö-

(Fortsetzung auf Seite 8)

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