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Der Tambour/Ausgabe 1980 01

Aus Stabführer.de

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Die Ausgabe 01/1980 des Mitteilungsblattes der tambour erschien im Januar 1980.

Der Originaltext der 8 Seiten:

Januar 1980
Nummer: 1/80
Erschienen: Januar 1980
Jahrgang: 13
Seiten: 8
Original-Ausgabe als PDF herunterladen
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

3 Die zentralen Kommissionen der einzelnen Genres
4 Beim Meister zu Besuch: Signale aus dem Havelland
6 Was man bei der neuen Stabführung beachten muß

BFA Erfurt Bester im Wettbewerb

Die Zentrale Spielleutekommission ermittelte den besten Bezirksfachausschuß im Wettbewerb des vergangenen Jahres. Sieger wurden die Erfurter, die als „Vorbildlicher BFA Spielleute des DTSB der DDR“ ausgezeichnet wurden. Die Erfurter können nicht nur auf sehr gute Resultate bei der Erfüllung ihres Sportplanes blicken, sondern vermochten vor allem in den zentralen Wettkämpfen 1979 ihre hohe Leistungsfähigkeit in musikalisch-technischer Hinsicht nachzuweisen. Es kommt nicht von ungefähr, daß bei den Spielmannszügen der Erwachsenen und des Nachwuchses mit den DDR-Meistern Union Mühlhausen sowie den Klangkörpern von Lok und Sachsensiedlung Mühlhausen das Niveau in der Sonderklasse maßgeblich bestimmt wird.

Seite 2

Nachtrag zur WKO-Spielmannszüge

Anlage 3

Variationsteile und Schwierigkeitsgrade

Dezentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1972)

Nr. Titel Ge-
samt-
punkte
Varia-
tions-
anteil
Arrang. bzw.
einreichendes
Kollektiv
5 Haltet Schritt 4,3 4,0 Medizin Mühlhausen
11 Folies Bergere 3,3 4,0 Traktor Luisenthal
17 Tölzer Schützenmarsch 3,2 4,0 Traktor Luisenthal
21 La Bora 3,7 4,0 Aufbau Brandenburg
58 Hoch Heidecksburg 2,8 4,0 Hans Brückner

Dezentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1980)

Nr. Titel Ge-
samt-
punkte
Varia-
tions-
anteil
Arrang. bzw.
einreichendes
Kollektiv
66 Auf, auf zur Jagd I 3,8 4,0 Union Mühlhausen
67 Auf, auf zur Jagd II 4,1 4,0 Union Mühlhausen
68 American Patrol I 3,4 3,8 MK Ziegelrode
69 American Patrol II 3,7 4,0 MK Ziegelrode
70 Aisha 3,5 4,0 TSG Lübbenau
71 Am See II 2,5 4,0 Stahl Hettstedt
72 Abschied d. Gladiatoren 3,5 4,0 Chemie PCK Schwedt
73 Am Hochreck 1,6 4,0 SG Kleinröhrsdorf
74 Adlerflug 3,0 2,8 Sachs. Mühlhausen
75 Alt Berlin 2,1 3,5 Chemie Premnitz
76 Berlin Medley 3,0 4,0 Traktor Pritzwalk
77 Bei der Mühle 1,9 3,1 Aufbau K.-M.-Stadt
78 Carmen con brio 3,8 4,0 SG Oberlichtenau
79 Die Ehrenwache II 3,0 2,0 Chemie Rodleben
80 Eine kleine Nachtmusik 3,3 4,0 Baukema Aschersleben
81 Einzug d. Plagiatoren 2,9 3,5 Lok Mühlhausen
82 Einzug d. Gladiatoren II 3,7 4,0 MK Ziegelrode
83 Frei Kugeln 2,4 3,6 Baukema Aschersleben
84 Fatinitza-Marsch 4,4 4,0 Dynamo Halle
85 Fliegerparade 2,0 1,2 Empor Perleberg
86 Großdrebnitzer Paukenpolka 2,2 2,7 SG Großdrebnitz
87 Germanentreue 2,7 2,7 SG Kleinröhrsdorf
88 Geschwindmarsch 2,4 2,4 SG Oberlichtenau
89 Grüße aus Dortmund 2,6 4,0 Robotron Radeberg
90 Gruß aus Kiel 2,0 2,6 Einheit Pritzerbe
91 Heinzelmännchens Wachparade 3,1 4,0 Empor Perleberg
92 Hoch Heidecksburg 3,2 4,0 Sachs. Mühlhausen
93 Hoch Heidecksburg 2,7 2,6 Chemie Premnitz
94 Hoch geht’s her 2,7 3,8 Sachs. Mühlhausen
95 Hinaus in den Maienmorgen 2,0 4,0 Sachs. Mühlhausen
96 Hart am Wind 3,8 4,0 Baukema Aschersleben
97 Junge Spielleute 2,8 3,7 Dynamo Halle
98 Junge Spielleute 3,1 4,0 TSG Lübbenau
99 Jonathan-Marsch 2,1 1,8 Baukema Aschersleben
100 Koline, Koline 2,7 4,0 Union Mühlhausen
101 Kind Bergsti-Jodlerie 3,1 3,6 Traktor Luisenthal
102 Kadettenmarsch 3,6 3,8 Baukema Aschersleben
103 Kaiserl. Hochzeitsmarsch 2,7 3,7 Traktor Pritzwalk
104 Leichte Kavallerie 3,8 4,0 Aufbau Brandenburg
105 Leitmaritzer Schützencorps 2,2 2,3 Baukema Aschersleben
106 Lolita Diana 4,3 4,0 Chemie TW Geraberg
107 Lebensfreude 3,4 4,0 Motor Zeitz
108 Mein Geratal I 3,4 4,0 Chemie TW Geraberg
109 Mein Geratal II 3,8 4,0 Chemie TW Geraberg
110 Musiky-Musiky 2,6 3,7 Union Mühlhausen
111 Musik-Musik I 2,5 3,2 TSG Lübbenau
Nr. Titel Ge-
samt-
punkte
Varia-
tions-
anteil
Arrang. bzw.
einreichendes
Kollektiv
112 Musik-Musik II 2,7 3,4 TSG Lübbenau
113 Mit guter Laune 3,0 4,0 Union Mühlhausen
114 My Fair Lady 4,8 4,0 Union Mühlhausen
115 Musi-nan-Marsch 2,3 3,2 Traktor Pritzwalk
116 Motor-Marsch 2,7 2,5 Baukema Aschersleben
117 Neues Leben 2,4 3,9 SG Oberlichtenau
118 Operettenpotpourrie 2,8 2,8 Baukema Aschersleben
119 Posthornklänge 2,4 1,5 Chemie Apolda
120 Per aspera 2,4 1,0 SG Mittenwalde
121 Parchimer Festmarsch 1,4 0,7 Einheit Parchim
122 Rosamunde 2,8 4,0 Dynamo Halle
123 Rosamunde 2,7 4,0 Traktor Pritzwalk
124 Regimentskinder 3,5 4,0 SG Oberlichtenau
125 Rudolfsklänge 3,3 4,0 Sachs. Mühlhausen
126 Spanischer Zigeunertanz 4,5 4,0 Dynamo Halle
127 Silvaner Marsch 3,5 4,0 Baukema Aschersleben
128 Sirius-Marsch 4,6 4,0 Union Mühlhausen
129 Salut d’Argenteuil 3,5 4,0 SG Oberlichtenau
130 Semper Avanti 2,6 2,6 Baukema Aschersleben
131 Säbeltanz 3,2 3,9 Aufbau Brandenburg
132 San Lorenzo 3,6 4,0 Baukema Aschersleben
133 Sonne im Herzen 3,6 4,0 Union Mühlhausen
134 Sonntagsklänge 2,4 4,0 SG Oberlichtenau
135 Textilacu I 3,6 4,0 Chemie TW Geraberg
136 Textilacu II 3,9 4,0 Chemie TW Geraberg
137 Tausendkünstler 3,2 4,0 Baukema Aschersleben
138 Ungarische Tänze I 4,1 4,0 Dynamo Halle
139 Ungarische Tänze II 4,4 4,0 Dynamo Halle
140 Unterm Linden 2,5 3,8 DEFA Babelsberg
141 Unter d. Sternenbanner 2,7 3,0 Aufbau Brandenburg
142 Volksliederpotpourrie 2,1 3,5 Empor Perleberg
143 Wundermarsch Nr. 29 1,1 Bischofswerda
144 Zigeunerbaron 2,2 0,8 Chemie TW Geraberg
145 Zum Städt’le hinaus 2,8 4,0 Einheit Pritzerbe
146 Im Zigeunerlager 2,7 2,5 Baukema Aschersleben
147 Zeppelinmarsch 3,0 4,0 Chemie PCK Schwedt
148 Zeppelinmarsch 2,0 3,8 Baukema Aschersleben
149 Im Zigeunerlager 3,1 4,0 Sachs. Mühlhausen
150 Salut d’Argenteuil 3,0 4,0 Sachs. Mühlhausen

Noteneinstufungsergebnisse

Zentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1972)

15 Der kreuzfidele Kupferschmied 2,8 4,0 Kommission Spielmannszüge
17 Mit vereinten Kräften II 1,7 Kommission Spielmannszüge
18 Trommlerparade 2,3 2,0 Kommission Spielmannszüge
19 Goldene Trompeten 2,9 4,0 Kommission Spielmannszüge

Zentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1980)

20 Lustige Turner 1,7 Kommission Spielmannszüge
21 Castaldo 2,2 3,7 Kommission Spielmannszüge

Alle aufgeführten Titel, zentrale und dezentrale Fassungen, sind in der Wettkampfordnung nachzutragen und für die Wettkämpfe verbindlich.

MARIO BIELIG, Leiter der AG Einstufung Spielmannszüge

Seite 3

Die zentralen Kommissionen der einzelnen Genres

Kommission Blasorchester

Vorsitzender:
Bodo Clauß (Lok Mitte Leipzig), 7025 Leipzig, Kieler Straße 25

Stellvertreter:
Erwin Dietrich (MK Ziegelrode)

Verantwortlicher für Organisation:
Joachim Reinsch (SG Netzschkau)

Verantwortlicher für Jugendfragen:
Dieter Stegemann (SG Rhoden)

Verantwortlicher für Finanzen:
Herbert Kleinert (Reglerwerk Dresden)

Mitarbeiter für Organisation:
Sigmar Möller (Chemie Triptis)

Schriftführer:
Elisabeth Euschler (SG Netzschkau)

Kommission Fanfaren

Vorsitzender:
Leo Ertel (SG Dynamo Potsdam-Stadt), 1500 Potsdam, Haus der Jungen Pioniere, Am Neuen Garten

Stellvertreter für massenpolitische Arbeit:
Dieter Frackowiack (ASG Vorwärts Strausberg)
Dieter Kjesa (Pionierhaus Hoyerswerda)

Stellvertreter für Organisation/Finanzen:
Helga Dietrich (Einheit Pädagogik Leipzig)

Verantwortlicher für Aus- und Weiterbildung:
Heinz Lasch (Fortschritt Teichwolframsdorf)

Verantwortlicher Übungsleiter:
Bernhard Bosecker (SG Dynamo Potsdam-Stadt)

Verantwortlicher für Kampfrichterwesen:
Gerhard Schulze (Turbine Golzow)

Kampfrichterobmann:
Siegfried Strohm (SG Dynamo Potsdam-Stadt)

Kommission Rechtswesen

Vorsitzender:
Lothar Noltin (CM Veritas Wittenberge), 2900 Wittenberge, Gehrenweg 29

1. Stellvertreter:
Erich Rous (CM Veritas Wittenberge)

Stellvertreter der AG Technik:
Rolf Lorenz (Union Mühlhausen)

Stellvertreter der AG Kampfrichter/Wettkämpfe:
Mario Bielig (SG Dynamo Halle)

Kommission Schalmeien

Vorsitzender:
Günter Schlaefke (Dynamo Hohenschönhausen), 1140 Berlin, L.-Zietz-Straße 129

Stellvertreter:
Karl Nonnenmacher (SG Zinna)

Leiter des Zentralen Schalmeienorchesters:
Wolfgang Schröter (Dynamo Hohenschönhausen)

Verantwortlicher für FDJ- und Pionierarbeit:
Karola Stutz (Dynamo Malchin)

Verantwortlicher für Nachwuchskollektive:
Fridolin Jahn (SG Kleinreinsdorf)

Verantwortlicher für Wettkämpfe/Veranstaltungen:
Ellen Regler (Dynamo Hohenschönhausen)

Verantwortlicher für Kampfrichter:
Kurt Taegner (Lok Brandenburg)

Verantwortlicher für Einstufung/Noten:
Herbert Klein (Lok Brandenburg)

Verantwortlicher für Technik/Übungsleiter:
zur Zeit Karl Nonnenmacher (SG Zinna)

Verantwortlicher für Finanzen und Protokolle:
Dieter Edler (Dynamo Hohenschönhausen)

Kommission Erwachsenen-Spielmannszüge

Vorsitzender:
Werner Czerwinka (Dynamo Halle), 4090 Halle-Neustadt, Block 211/11

Stellvertreter für Organisation:
Dieter Knoppe (Einheit Ruhland)

Stellvertreter für Kultur und Bildung:
noch nicht benannt

Stellvertreter für musikalisch-technische Arbeit:
Hans Brückner (SG Mittenwalde)

Leiter des Zentralen Mädchenspielmannszuges:
Helga Neuwirth (Stahl Freital)

Verantwortlicher für Wettkämpfe:
Dieter Weise (Dynamo Halle)

Verantwortlicher Übungsleiter:
Erwin Dietrich (MK Ziegelrode)

Verantwortlicher für Einstufung:
Mario Bielig (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Finanzen:
noch nicht berufen

Verantwortlicher für Protokoll/Ordnung/Sicherheit:
Günther Ruhland (Einheit Ruhland)

Kommission Nachwuchs-Spielmannszüge

Vorsitzender:
Rolf Lorenz (Union Mühlhausen), 5700 Mühlhausen, Marcel-Verfaillie-Allee 52

Stellvertreter für Kultur und Bildung:
Reinhard Schramm (Chemie TW Geraberg)

Stellvertreter für Organisation:
Paul Müller (TSG Lübbenau)

Verantwortlicher für Finanzen:
Elke Hillebrand (SG Großdrebnitz)

Verantwortlicher für Wettkämpfe:
Fritz Hippe (Turbine Lauta)

Hauptübungsleiter und Leiter der Zentralen Übungsleitergruppe Nachwuchs:
Bernd Neumann (SG Mittenwalde)

Technischer Mitarbeiter:
Peter Jurhel (Dynamo Halle)

Kommission Technik

Vorsitzender:
Rolf Lorenz (Union Mühlhausen), 5700 Mühlhausen, Marcel-Verfaillie-Allee 52

Stellvertreter und musikalischer Leiter:
Bodo Clauß (Lok Mitte Leipzig)

Verantwortlicher für musikalisch-technische Weiterentwicklung:
Hans Brückner (SG Mittenwalde)

Verantwortlicher für Kampfrichter und Einstufung:
Mario Bielig (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Aus- und Weiterbildung:
Erwin Dietrich (MK Ziegelrode)

Verantwortlicher für Wettkämpfe und Statistik:
Dieter Weise (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Spielmannszüge Erwachsene:
Werner Czerwinka (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Spielmanszüge Nachwuchs:
Bernd Neumann (SG Mittenwalde)

Verantwortlicher für Fanfarenzüge:
Bernhard Bosecker (Dynamo Potsdam-Stadt)

Verantwortlicher für Schalmeienkapellen:
Wolfgang Schröter (Dynamo Hohenschönhausen)

Verantwortlicher für Zentralen Mädchenspielmannszug:
Helmut Schröder (Motor Altenburg)

Mitarbeiter Fanfarenzüge:
Leo Ertel (Dynamo Potsdam-Stadt)

Mitarbeiter Schalmeienkapellen:
Ursula Friedrich (Dynamo Hohenschönhausen)

Notenwart:
Petra Nacovsky (Stahl Freital)

Verantwortlich für Protokoll:
Sylvia Köhler (Stahl Freital)

AUSSCHREIBUNG

zu den Bereichsmeisterschaften Nord der Fanfarenzüge und Schalmeienkapellen des DTSB der DDR

1. Veranstalter:

Zentrale Spielleutekommission und BFA Spielleute Berlin

2. Mit der Durchführung beauftragt:

BSG Rotation Prenzlauer Berg Berlin

3. Teilnehmer:

Alle in die Bereichsklasse Nord eingestuften Fanfarenzüge und Schalmeienkapellen des DTSB der DDR

4. Wettkampfort:

Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (kleines Stadion), 1055 Berlin, Cantianstraße

5. Termin:

17. Mai 1980

6. Anreise:

16. Mai 1980 bis 11 Uhr am Wettkampfort

7. Abreise:

17. Mai 1980

8. Wettkampfbedingungen:

Nach der gültigen WKO des DTSB vom 1. Januar 1978 und den im „tambour“ veröffentlichten sowie durch die Kommissionen Technik, Fanfaren und Schalmeien beschlossenen Zusätzen

9. Termin der Meldung und Einzahlung:

a) Meldebogen bis 15. Februar 1980 an Detlef Thews, 1197 Berlin, Herweghstraße 15

b) Einreichung der Noten und Kurzbiographie: Pflichtmärsche, Kürmärsche und Kurzbiographie entsprechend der WKO bis 15. April 1980 ebenfalls an Detlef Thews

10. Fahrgeldrückerstattung:

Rückerstattung erfolgt gemäß Finanzhandbuch des DTSB der DDR nach bestätigter, ordnungsgemäßer Rückgabe der Quartiere

KLUGE, BFA Berlin

Seiten 4 & 5

Signale aus dem Havelland

Es hieße schon, die berühmten Eulen nach Athen tragen, wollte man allein von den Erfolgen des Fanfarenzuges „Dr. Richard Sorge“ berichten, denn daß die Potsdamer seit vielen Jahren das Niveau der Fanfarenmusik innerhalb der Spielleutebewegung bestimmen, weiß jeder, der sich in diesem Metier ein wenig auskennt. Erinnert sei hier nur an die große Musikschau im Leipziger Zentralstadion während der Sportschau des VI. Turn- und Sportfestes 1977, wo die Potsdamer mit ihren Solobläsern und Kesselpaukern (unter letzteren als absolute Neuheit auch zwei Mädchen) zu den besonderen Attraktionen gehörten.

Im übrigen sei auf die Chronik verwiesen, an dieser Stelle soll mehr über den Entwicklungsweg des Zuges berichtet werden. Dieser ist untrennbar mit dem Namen Klaus Gesierich verbunden, der am 30. Juni 1953 mit fünf Pionieren aus der Babelsberger Schule 21 den Grundstein legte für einen Fanfarenzug, der anfangs mit der Zielstellung arbeiete, Bläser und Trommler für die Umrahmung von Fahnenappellen der Schule auszubilden.

Den ersten öffentlichen Auftritt gab es im Oktober 1963 anläßlich der Volkswahlen. Ebenfalls, und dies natürlich nicht zufällig, fiel der 1000. Auftritt des Kollektivs auf einen Wahlsonntag, dem 20. Mai 1979. Zwischenzeitlich fungierte der Pionierfanfarenzug als jener der Stadt Potsdam, aber erst mit Übernahme durch die SG Dynamo Potsdam-Stadt im Juni 1969 und der Einreihung in das Wettkampfsystem des DTSB der DDR begann die kontinuierliche Leistungsentwicklung des Klangkörpers.

Viel profitierten die Mitglieder von ihrer Teilnahme am V. Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig, und beim ersten ordentlichen Leistungsvergleich während des Treffens Junger Sozialisten anläßlich des 20. Jahrestages der DDR wurde auf Anhieb Rang zwei belegt. Seit 1970 folgten dann regelmäßig DDR-Bestentitel und seit 1978 jeweils der DDR-Meistertitel ihres Genres.

43 Spielleute baten um Aufnahme in die Partei der Arbeiterklasse

Der langjährige Sektionsleiter Genosse Leo Ertel, seit Bestehen des Fanfarenzuges selbst dessen Mitglied, weiß aber nicht nur von den musikalisch-sportlichen Erfolgen zu berichten. Er erklärt auch das Grundmotiv der Arbeit in und mit diesem Fanfarenzug: „Unser Hauptziel ist eine wirksame, klassenmäßige politisch-ideologische Erziehungsarbeit, mit unseren Mitteln Fanfare und Trommel, mit dieser speziellen Musik, begeistern wir unsere Mitglieder auf eine kindes- bzw. jugendgemäße Weise. Auf der Verbindung dieser beiden Komponenten beruht wohl in erster Linie unser Erfolg.“

Zwei Zahlen nur sollen dafür als Beleg gelten: seit 1970 wurden 43 Mitglieder des Fanfarenzuges in die Reihen der Partei der Arbeiterklasse, der SED, aufgenommen. 60 faßten den Entschluß, Angehörige der bewaffneten Organe, Soldaten auf Zeit, Berufssoldaten zu werden.

Im Fanfarenzug „Dr. Richard Sorge“ wird also nicht nur getrommelt und geblasen; das bestimmt auch den wesentlichen Teil der Arbeit des rührigen FDJ-Aktivs, das die Auseinandersetzung und Selbsterziehung im Kollektiv fördert, jeden veranlaßt, Position zu beziehen. Da werden regelmäßig persönliche Gespräche geführt über Einsatzbereitschaft, die Leistungen in der Schule oder bei der Berufsausbildung, da werden persönliche Aufträge vergeben, die umfangreiche Chronik geführt (aus der übrigens auch einiges auf dieser Seite verarbeitet ist).

„Die zehn Jahre Erfolg des Fanfarenzuges sind auch untrennbar verbunden mit zehn Jahre wirksamer Arbeit des FDJ-Aktivs“, urteilte Leo Ertel. Diese Wirksamkeit zeigt sich sowohl in politischen Diskussionen, bei der Wandzeitungsarbeit, vor allem auch bei der Führung des Wettbewerbes.

Seit 1972 wird die beste Arbeitsgruppe ermittelt. In die Bewertung fließen die Zahl der Übungsstunden, Auftrittsbeteiligung, musikalische Leistungen, Ordnung und Disziplin u. a. ein. In den regelmäßigen Ferien- und Trainingslagern bewähren sich die Mitglieder des FDJ-Aktivs als Gruppenhelfer ebenso wie bei der Mitgestaltung eines interessanten und abwechslungsreichen Lagergeschehens. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch noch das gute Verhältnis zur FDJ-Bezirksleitung, wodurch Kapazitäten in Pionierlagern erschlossen werden konnten, das Pionierhaus als Trainingsstätte zur Verfügung stand, nicht zuletzt auch die Auszeichnung mit einer Reise in einem FDJ-Freundschaftszug zu den höchsten Ehrungen im Kollektiv gehört.

Im Sinne Richard Sorges arbeiten und leben

Eine besondere Rolle in der Geschichte des Fanfarenzuges spielte der Kampf um den ehrenvollen und verpflichtenden Namen „Dr. Richard Sorge“. In Vorbereitung des zehnjährigen Bestehens des Fanfarenzuges wurde 1972 der Antrag gestellt. Es galt nun in besonderem Maße, alle Aufgaben in höchster Qualität zu erfüllen. Leben und Kampf Richard Sorges wurden erforscht, wobei vor allem die Auseinandersetzung mit dem Buch „Dr. Sorge funkt aus Tokio“ half. Die Namenverleihung 1973 zählte und zählt als die höchste der gewiß nicht wenigen Auszeichnungen des Fanfarenzuges, der sich würdig zu erweisen eine ständige Verpflichtung für alle Mitglieder ist.

Wie dies geschieht, zeigt das Beispiel des Dia-Ton-Vortrages über Dr. Sorge, der von Petra Schiffner vorbereitet und 1978 erstmals gezeigt wurde. In Verbindung mit den Büchern „Sonjas Rapport“ und „Dr. Sorge funkt aus Tokio“ wurde anschließend eine Diskussion geführt zu der Frage: „Was ist heute revolutionär?“ Auch hier war das gesamte FDJ-Aktiv beteiligt. Gesucht wird weiter nach anderen Formen der Ehrung, wie Auftritten bei weiteren Namensverleihungen oder dem Erfahrungsaustausch mit anderen Sorge-Namensträgern.

Was die musikalische Arbeit anbelangt ist bemerkenswert, daß die Potsdamer nicht nur durch ihre eigenen Erfolge und neuen Ideen zur Weiterentwicklung der Spielleutebewegung beitragen. Sie unterstützen maßgeblich andere Fanfarenzüge der DDR, vor allem durch den Einsatz eigener Übungsleiter und Kampfrichter z. B. in zentralen Ausbildungslagern und bei Vergleichswettkämpfen, wobei sie mit ihren Erfahrungen in keiner Weise hinter dem Berg halten.

Bis zu dreimal wird wöchentlich trainiert

Über 15 Übungsleiter und ebensoviele Kampfrichter verfügt der Fanfarenzug gegenwärtig. Sie üben und trainieren zwei- bis dreimal wöchentlich, vor Höhepunkten meist täglich mit den rund 220 Mitgliedern. Das augenblickliche Repertoire umfaßt 25 Titel. Das 18minütige Kürprogramm wird mit 13 Märschen gestaltet, von denen zwölf aus der Feder Bernhard Boseckers stammen, der seit 1974 musikalischer Leiter des Kollektivs ist und hauptberuflich als Diplommusiker am Potsdamer Hans-Otto-Theater arbeitet. Er bildet die Bläser des Zuges aus und kann, auch dank der Einsatzbereitschaft der Mitglieder, viel Neues ausprobieren und einstudieren. So wurden ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten gemeinsam erschlossen, die eben den Vorsprung dieses Fanfarenzuges auf musikalischem und choreographischem Gebiet ausmachen.

(aus Dynamo-Sport)

Auftrittshöhepunkte

1964 Deutschlandtreffen in Berlin
1969 V. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig
1969 Treffen Junger Sozialisten in Berlin
1971 IX. Parlament der FDJ in Berlin
1972 Empfang und Verabschiedung Fidel Castros
1973 X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin
1973 25. Jahrestag der Gründung des DTSB der DDR
1974 V. Turn- und Sporttag in Berlin
1974 Fackelzug zum 25. Jahrestag der Gründung der DDR
1975 1200-Jahr-Feier in Mühlhausen
1976 Empfang für die Olympiamannschaft im Palast der Republik
1977 VI. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig
1977 Fest des Roten Oktober in Berlin
1978 VIII. Zentrale Delegiertenkonferenz der SV Dynamo
1979 Nationales Jugendfestival in Berlin
1979 30. Jahrestag der Gründung der DDR

Ronald Handreck, 34. POS Potsdam:

Frank gab den Anstoß zum Fanfarenspiel

Alljährlich im Zeitraum von September bis in den Dezember hinein haben interessierte Jungen und Mädchen Gelegenheit, sich im Potsdamer Pionierhaus Am neuen Garten bei den Übungsleitern des Fanfarenzuges „Dr. Richard. Sorge“ vorzustellen und das Fanfaren- oder Trommelspiel zu erlernen.

Im Herbst des vergangenen Jahres meldeten sich gleich 60 Pioniere. Soviel wie selten zuvor, da reichten fast die Instrumente nicht. Einer der Neuen war der zehnjährige Ronald Handreck, der zusammen mit einigen seiner Mitschüler aus der Klasse 5 a der 34. POS Potsdam ins Pionierhaus kam. Sein Freund Frank aus der Parallelklasse hatte ihm den Tip gegeben. Und auch seine Mutti, eine Apothekerin, hatte ihm schon lange geraten, sich ein interessantes „Hobby“ zuzulegen. Da Ronald den Fanfarenzug bei Auftritten in Potsdam schon gesehen hatte, war er neugierig genug, es selbst einmal mit der Fanfare zu versuchen: „Anfangs war’s ja ganz

schön schwer, ‚nicht .bloß_ das

eigentliche Blasen, sondern beim

Halten der Fanfaren trat mir immer

sehr schnell der Arm weh“,

schildert ‚er seine ersten. Eindrücke.

Regelmäßiges Üben, zweimal

wöchentlich unter fachkundige:

Anleitung und täglich zehn Minuten

:zu- Hause, halfen ihm,

diese Schwierigkeiten allmählich

zu überwinden. „Daheim übe ich

immer nachmittags, wenn die

anderen Hausbewohner noch zur

Arbeit gehen, so. hat kzsiner, was

dagegen.“

Ronald ist auch ein guter Schüler.

seine Lieblingsfächer sind

Ausdruck, Schwimmen und Literatur.

Er Host gern spannend:

Bücher und hat sogar schon

selbst eine kleine Tiergeschichte

geschrisben.. Vielleicht. erklären

sich daher auch seine augenblicklicha1

Berufswünsche — Tierarzt

cder Schriftsteller.

Jetzt “aber. übt- und trainiert

Ronald, der auch “für. Fußball

und Leichtathletik lebhaftes Interesse

zeigt, erst noch fleißig

mit “der -Fanfare. Er freut: sich

nämlich schon jetzt darauf, unter

den. „Neuen“. beim traditionell

ersten: Auftritt «des Zuges am

1. Mai mit dabeizusein und dann

auch Mitglied der SG Dynamo

Potsdam-Stadt zu werden.

(Aus -Dynamo-Sport)

Auszeichnungen

KLAUS GESIERICH hat

Potsdamer Fanfarenzug vor nahezu

17 Jahren gegründet.

Artur-Becker-Medaille in Gold, Silber und Bronze

Verdienstmedaille der NVA in Silber

„Hervorragendes Volkskunstkollektiv“

„Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv“

„Bester Fanfarenzug“ beim VI. Turn- und Sportfest der DDR

„Bestes Kollektiv des Verbandes Musikschau“ bei den X. Weltfestspielen

%

den LEO ERTEL, der umsichtige Sektionsleiter,

dabei.

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