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Der Tambour/Ausgabe 1980 03
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
Die Ausgabe 03/1980 des Mitteilungsblattes „der tambour“ erschien im März 1980.
Der Originaltext der 8 Seiten:
| März 1980 | |
| Nummer: | 3/80 |
| Erschienen: | März 1980 |
| Jahrgang: | 13 |
| Seiten: | 8 |
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Seite 1
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| 2 | Das „VII.“ wirft bereits seine Schatten voraus |
| 3 | Lübbenau stößt nicht nur das Tor zum Spreewald auf |
| 4 | Trümpfe zwischen Mühlhausen und Luisenthal |


Seite 2
TAMBOUR-INTERVIEW mit Bodo Clauß
Stellvertreter des ZSK-Vorsitzenden für künstlerische Arbeit

Das „VII.“ wirft bereits seine Schatten voraus
- Was erwartet Bodo Clauß in musikalisch-technischer Hinsicht von der Saison 1980?
„Viel, sehr viel. Die Kollektive wollen an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen, an Schwierigkeiten weiter aufstocken, technisch perfekter spielen. Ich weiß, daß überall die Wintermonate gut genutzt wurden. Ich sehe jedenfalls den kommenden Ereignissen erwartungsvoll und optimistisch entgegen. Übrigens bin ich auf die Saison 1980 doppelt gespannt, da ich erstmals an allen DDR-Meisterschaften, also Spielmannszüge, Fanfaren und Schalmeien, als Kampfrichter mitwirken kann. Eine anspruchsvolle, verantwortungsvolle Aufgabe.“
- Wie bereitet sich ein Kampfrichter auf den Wettkampf unter den aufgrund der Schwierigkeiten immer höher werdenden Anforderungen vor?
„Hier muß ich erst einmal vorweg sagen, daß jeder Kampfrichter mindestens vier Wochen vor dem jeweiligen Wettkampf die Partituren zum Selbststudium erhalten sollte. Da jeder Kampfrichter zumindest ein Instrument beherrschen muß, geben ihm die Partituren die Möglichkeit, sich mit allen schwierigen Passagen vertraut zu machen. Nur unter diesen Voraussetzungen kann er eine präzise, fachlich richtige Entscheidung treffen. Gemeinsam mit der Kommission Einstufung sollte festgelegt werden, welcher Kampfrichter für welchen Wettkampf befähigt ist. Innerhalb der einzelnen Genres gibt es unterschiedliche Schwierigkeiten. Bei Spezialarrangements, die in Zukunft zunehmen werden, empfiehlt sich eine Wochenendschulung für alle Kampfrichter.“
- Welche Instrumentengruppen machten für Dich in den vergangenen Jahren die spürbarsten Fortschritte?
„Da möchte ich zuallererst den enormen Aufschwung aller Klangkörper der Schalmeien nennen. Und dies erfreulicherweise nicht nur in der Sonderklasse, sondern auch in der Leistungs- und Bereichsklasse. Diese Einschätzung stützt das Zentrale Schalmeienorchester, das ausgezeichnete Probenergebnisse vorweisen kann. Hier hat sich gezeigt, daß eine gewissenhafte Grundausbildung mit sicherem ‚Blattspiel’ überdurchschnittliche Leistungen ermöglicht. Hinzufügen möchte ich, daß sich interessant gestaltete Arrangements ebenfalls anregend auf den Einstudierungsprozeß des Instrumentalisten auswirkten. Und eine weitere Instrumentengruppe möchte ich besonders hervorheben, da gerade sie sich 1979 mit enormen Leistungszuwachs vorstellte: die Fanfaren! Über die Potsdamer braucht man hier nicht viel Worte zu verlieren, die sind ohnehin Extraklasse, aber was die Züge von Dynamo Nordwest Berlin, Einheit Pädagogik Leipzig und Vorwärts Strausberg beim Aufstiegsturnier boten, war über jedes Lob erhaben.“
- Das VII. Turn- und Sportfest 1983 in Leipzig setzt die Maßstäbe schon für die bevorstehende Saison. Wie laufen die ersten Vorbereitungen auf das Nationalfest unseres Sports, gibt es Berührungspunkte für den Wettkampfabschnitt 1980?
„Was die Vorbereitungen auf das ‚VII.’ betrifft, da stehen wir schon mittendrin, hat das Gestalterkollektiv bereits wichtige Arbeiten hinter sich. Meine Aufgabe ist es, bis zum Jahresende eine neue, wirkungsvolle Musik für die Musikschau der Spielleute des DTSB zu schreiben. Dies nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Um vom Arbeitersportlied über Folklore, bis zu modernen swingenden Titeln zu gelangen, ist man stets auf der Suche nach Neuem, sind Ideen gefragt. Es soll ja eine Musik werden, die zwar wiederum einfach, dennoch wirkungsvoll ist. Die zentralen und regionalen Wettkämpfe 1980/81 entscheiden, welche Klangkörper in Leipzig dabei sein werden. Also gilt es für jeden, sich schon jetzt mit besonderen technisch-musikalischen Leistungen zu empfehlen.”
- Wieviel Spielleute werden in Leipzig dabei sein können?
„Die besten 4500 Spielleute aller Genres werden nominiert. An der Musikschau nehmen allerdings nur 3200 Aktive teil. Berechnungen haben ergeben, daß man eine größere Anzahl nicht mehr bewegen kann. Wir möchten im Innenraum des Zentralstadions schließlich nicht das Schild aufstellen: Wegen Überfüllung geschlossen.“
- Du hast mit konzertanter Musik und dem dreistimmigen Spiel von Sopran und Bariton den Schalmeien eine völlig neue Richtung gewiesen. Siehst Du auch hier Möglichkeiten für andere Genres?
„Aber ja. Wer das Schaukonzert des Zentralen Blasorchesters des DTSB während des Jugendfestivals Pfingsten 1979 im Berliner Friesenstadion erlebte, wird gespürt haben, daß auch dieser Klangkörper ein völlig neues Gewand ‚verpaßt’ bekam. Ich gehe hier vom arrangement-technischen, bisher traditionellen Blasmusikstil ab, denn ich halte den Big-Band-Sound, unserer Zeit entsprechend, für attraktiver. Selbst der Rhythmusgruppe wurde das fortwährende Tschingderassassa genommen. Auch die Fanfaren beschritten neue Wege. Die vom Potsdamer Bernhard Bosecker geschaffenen progressiven Titel für Natur-Fanfaren lösten Beifallsstürme beim Publikum aus.“
- Und die Spielmannszüge?
„Natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, klangliche Veränderungen zu schaffen. Leider gibt es bei den Spielmannszügen noch Probleme, die durch das feststehende Wettkampfsystem dieses Genres geschaffen sind. Laut WKO müssen alle Pflichttitel einen Variationsanteil haben. Daran wird die technische Perfektion der Kollektive gewertet. Die für derartige Wettkampfprogramme geschaffenen Titel eignen sich aber nicht als Massenvortrag für Schauprogramme, da sich die meist musikalisch unlogischen ‚Verzierungen’ zerstörend auf jede Originalfassung eines Titels auswirken. Warum sollte es aber bei den Kürmusiken keine Veränderungen geben? Drei- bis vierstimmige Flötensätze, mit interessanten Nebenmelodien sowie ein veränderter Rhythmus würden bestimmt großen Anklang finden.“
- Wie steht Bodo Clauß zur aktiven sportlichen Betätigung?
„Wenn das Wetter es zuläßt, wird der ‚Drahtesel’ aus dem Keller geholt, und es geht hinaus in die Leipziger Umgebung. Übrigens gemeinsam mit meiner Frau. So werden mindestens zweimal wöchentlich 40 — 50 km heruntergestrampelt. Im Urlaub haben wir schon zweimal die Strecke Leipzig — Dresden mit dem Rad bewältigt. Ansonsten ‚verpasse’ ich gern einmal die Straßenbahn und wandere meinem Ziel entgegen.“
CHEMIE TW GERABERG gehörte im vergangenen Jahr zu jenen Spielmannszügen, die einen erheblichen Leistungssprung vollzogen (Foto Seite 1 oben).
ERINNERUNG an das VI. Turn- und Sportfest 1977 in Leipzig (Foto Seite 1 unten). In drei Jahren ist es wieder soweit.
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DER SPORTARZT RÄT
Laufen kontra Herzinfarkt

Der Herzmuskel des Menschen macht nur etwa 0,5 Prozent des Körpergewichts aus. Er verbraucht aber mindestens 5 Prozent des aufgenommenen Sauerstoffs. Das Herz benötigt einen beachtenswerten Teil des von ihm bewegten Blutes zu seiner eigenen Versorgung. Angesichts des hohen Blut- und Sauerstoffbedarfes des Herzens kann hier leicht ein Engpaß eintreten. Solche relativ häufigen Erkrankungen wie Angina pektoris oder Herzinfarkt sind die Folge einer Durchblutungsnot bzw. eines Sauerstoffmangels des Herzmuskels.
Ständiges Training macht die Sauerstoffversorgung des Herzens zuverlässiger. Bei Ausdauersportlern finden sich Anpassungserscheinungen, die die Sauerstoffbilanz ihres Herzmuskels verbessern. Im Tierversuch läßt sich dieser Vorgang bestätigen: Löst man bei Tieren künstlich einen Herzinfarkt aus, so ist die Sterberate bei untrainierten Tieren unvergleichlich höher als bei trainierten. Die günstige Wirkung des Ausdauertrainings auf die Sauerstoffversorgung des Herzens, das bekanntlich ununterbrochen arbeiten muß, ist auf drei Ebenen (1. Funktion, 2. Stoffwechsel, 3. Durchblutung) zu erklären.
1. Das Training hat einen ökonomischen Effekt auf die Herzfunktion. Es kommt zur Ausbildung sauerstoffsparender Mechanismen. Auffälligster Befund in diesem Zusammenhang ist die trainingsbedingte verlangsamte Herzfrequenz; der Sportler hat einen verhältnismäßig langsamen Pulsschlag. Man spricht vom „Schongang“ des trainierten Herzens. Das Herz des bewegungsverarmten Menschen ist dagegen mit einem Auto zu vergleichen, das mit angezogener Handbremse fährt; das Training vermag gewissermaßen die Bremse zu lösen.
2. Ein Ausdauertraining verbessert in der Herzmuskelzelle die Wirksamkeit der Mechanismen, die den Sauerstoff weiterreichen und verwerten. Die Herzmuskelzellen des Trainierten vermögen auch bei geringem Sauerstoffangebot noch vollwertig zu arbeiten, und sie sind gegenüber Sauerstoffmangel besonders widerstandsfähig. Weiterhin senkt ein Trainingsprozeß in der Herzmuskelzelle die Konzentration an „Noradrenalin“, einer Substanz, der ein sogenannter Sauerstoffverschwendungseffekt zu eigen ist. In der trainierten Herzmuskelzelle ist außerdem eine größere Menge von Substraten gelagert, die schnell zur Energiegewinnung herangezogen werden können.
3. Durch ein Ausdauertraining nimmt die Durchblutung des Herzmuskels zu. Man spricht von einer Luxusdurchblutung des trainierten Herzens. So werden die Herzkranzgefäße erweitert. Im Bereich der Haargefäße (Kapillaren) tritt sogar eine Vermehrung (Neubildung) ein. Es läßt sich feststellen, daß das gesamte Gefäßvolumen des Herzmuskels steigt. Hinzu kommt, daß sich bei akuter Belastung die Blutgefäße des trainierten Herzens drastisch erweitern und damit ihr Fassungsvermögen erheblich vergrößern.
Das trainierte Herz verfügt auf der Grundlage der drei genannten Anpassungsvorgänge über erhebliche Reserven in seiner Sauerstoffversorgung. Auch bei hohen Ansprüchen an seine Pumpfunktion tritt kein Sauerstoffmangel seiner Zellen ein. Sicher ist der Ausdauersport kein Wundermittel in der Bekämpfung der Angina pektoris oder des Herzinfarkts. Zahlreiche Studien weisen aber aus, daß regelmäßig betriebener Ausdauersport (vor allem in Verbindung mit Nikotinabstinenz und Vermeidung der Übergewichtigkeit) das Risiko wesentlich senken kann und ein bedeutsamer Beitrag zur Vorbeugung dieser Krankheit ist. Prof. Dr. ISRAEL

DAS MOLDAUISCHE DORF LEUSCHENY ist der erste Ort auf sowjetischem Boden, den die olympische Flamme auf ihrem Weg vom antiken Olympia nach Moskau im Juli passiert. 4000 Kilometer mißt die Strecke, die auch durch Bulgarien und Rumänien führt.
FÜR DIE TOURISTEN, die zu Olympia nach Moskau kommen, stehen 6000 Busse bereit. Bestimmte Verkehrsadern werden während der Spiele zu Olympia-Trassen, auf denen Fahrzeuge mit Sportlern oder Zuschauern die Vorfahrt haben. Experten schätzen, daß täglich 30 Millionen Fahrgäste die öffentlichen Verkehrsmittel der Hauptstadt benutzen werden.
EINE FARB-DIA-SERIE über die Vorbereitung Moskaus auf die Spiele gibt die Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens der DDR heraus. Die Serie umfaßt 55 Dias und ein Textheft.
DER 42JÄHRIGE KOMPONIST JEWGENI DOGA aus der Moldauischen SSR ging als Sieger im Wettbewerb um das olympische Fanfarensignal hervor. Seine Komposition wird bei der feierlichen Eröffnungs- und Abschlußzeremonie sowie bei allen Siegerehrungen gespielt.
30 PROGRAMME bietet das sowjetische Reisebüro „Intourist“ den Gästen der Sommerspiele an. Neben dem Besuch der Wettkämpfe in Moskau, Tallinn, Leningrad, Kiew und Minsk sind auch Stadtrundfahrten und Exkursionen in touristisch attraktive Gegenden geplant. Zu den Spielen werden etwa 300000 Touristen aus dem Ausland erwartet.
DIE MEDAILLEN für die 203 Einzel- und Mannschaftswettbewerbe stellt die „Leningrader Münze“ her. Die Goldmedaillen bestehen aus purem Silber mit mindestens sechs Gramm Goldauflage.
SCHON AN DER FARBE DER KLEIDUNG, die von sowjetischen und französischen Modeschöpfern entworfen wurde, wird man Offizielle, Schiedsrichter und Helfer erkennen. Die Hostessen beispielsweise werden rote Kleider tragen. Ganz in weiß erscheinen Mitglieder der Doping-Kontrolle, während die Schiedsrichter gelbe Sakkos und grüne Hosen erhalten.

