Welche Informationen werden gesucht?
10 Jahre Stabführer.de
Wir feiern unsere Spielleute-Geschichte!
Gesucht werden Daten, Geschichten, Fotos, Dokumente um Teil des Spielleute-Archivs zu werden. Hilf gerne mit!
Melde dich unter info@stabfuehrer.de

Der Tambour/Ausgabe 1980 03

Aus Stabführer.de
Version vom 17. Juli 2026, 07:44 Uhr von MAPtheMOP (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Tambour|AUSGABENAME=März 1980|AUSGABENUMMER=3/80|JAHR=1980|MONAT=03|NUMMER=03|JAHRGANG=13|SEITEN=8}} == Seite 1 == === HEUTE AUF SEITE === {| |'''2''' |'''Das „VII.“ wirft bereits seine Schatten voraus''' |- |'''3''' |'''Lübbenau stößt nicht nur das Tor zum Spreewald auf''' |- |'''4''' |'''Trümpfe zwischen Mühlhausen und Luisenthal''' |} mini ohne|mini == Seite 2…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Die Ausgabe 03/1980 des Mitteilungsblattes der tambour erschien im März 1980.

Der Originaltext der 8 Seiten:

März 1980
Nummer: 3/80
Erschienen: März 1980
Jahrgang: 13
Seiten: 8
Original-Ausgabe als PDF herunterladen
Zur Übersicht aller Ausgaben


Seite 1

HEUTE AUF SEITE

2 Das „VII.“ wirft bereits seine Schatten voraus
3 Lübbenau stößt nicht nur das Tor zum Spreewald auf
4 Trümpfe zwischen Mühlhausen und Luisenthal

Seite 2

TAMBOUR-INTERVIEW mit Bodo Clauß

Stellvertreter des ZSK-Vorsitzenden für künstlerische Arbeit

BODO CLAUSS — Chefdirigent der Musikschau beim „VI.“

Das „VII.“ wirft bereits seine Schatten voraus

  • Was erwartet Bodo Clauß in musikalisch-technischer Hinsicht von der Saison 1980?

„Viel, sehr viel. Die Kollektive wollen an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen, an Schwierigkeiten weiter aufstocken, technisch perfekter spielen. Ich weiß, daß überall die Wintermonate gut genutzt wurden. Ich sehe jedenfalls den kommenden Ereignissen erwartungsvoll und optimistisch entgegen. Übrigens bin ich auf die Saison 1980 doppelt gespannt, da ich erstmals an allen DDR-Meisterschaften, also Spielmannszüge, Fanfaren und Schalmeien, als Kampfrichter mitwirken kann. Eine anspruchsvolle, verantwortungsvolle Aufgabe.“

  • Wie bereitet sich ein Kampfrichter auf den Wettkampf unter den aufgrund der Schwierigkeiten immer höher werdenden Anforderungen vor?

„Hier muß ich erst einmal vorweg sagen, daß jeder Kampfrichter mindestens vier Wochen vor dem jeweiligen Wettkampf die Partituren zum Selbststudium erhalten sollte. Da jeder Kampfrichter zumindest ein Instrument beherrschen muß, geben ihm die Partituren die Möglichkeit, sich mit allen schwierigen Passagen vertraut zu machen. Nur unter diesen Voraussetzungen kann er eine präzise, fachlich richtige Entscheidung treffen. Gemeinsam mit der Kommission Einstufung sollte festgelegt werden, welcher Kampfrichter für welchen Wettkampf befähigt ist. Innerhalb der einzelnen Genres gibt es unterschiedliche Schwierigkeiten. Bei Spezialarrangements, die in Zukunft zunehmen werden, empfiehlt sich eine Wochenendschulung für alle Kampfrichter.“

  • Welche Instrumentengruppen machten für Dich in den vergangenen Jahren die spürbarsten Fortschritte?

„Da möchte ich zuallererst den enormen Aufschwung aller Klangkörper der Schalmeien nennen. Und dies erfreulicherweise nicht nur in der Sonderklasse, sondern auch in der Leistungs- und Bereichsklasse. Diese Einschätzung stützt das Zentrale Schalmeienorchester, das ausgezeichnete Probenergebnisse vorweisen kann. Hier hat sich gezeigt, daß eine gewissenhafte Grundausbildung mit sicherem ‚Blattspiel’ überdurchschnittliche Leistungen ermöglicht. Hinzufügen möchte ich, daß sich interessant gestaltete Arrangements ebenfalls anregend auf den Einstudierungsprozeß des Instrumentalisten auswirkten. Und eine weitere Instrumentengruppe möchte ich besonders hervorheben, da gerade sie sich 1979 mit enormen Leistungszuwachs vorstellte: die Fanfaren! Über die Potsdamer braucht man hier nicht viel Worte zu verlieren, die sind ohnehin Extraklasse, aber was die Züge von Dynamo Nordwest Berlin, Einheit Pädagogik Leipzig und Vorwärts Strausberg beim Aufstiegsturnier boten, war über jedes Lob erhaben.“

  • Das VII. Turn- und Sportfest 1983 in Leipzig setzt die Maßstäbe schon für die bevorstehende Saison. Wie laufen die ersten Vorbereitungen auf das Nationalfest unseres Sports, gibt es Berührungspunkte für den Wettkampfabschnitt 1980?

„Was die Vorbereitungen auf das ‚VII.’ betrifft, da stehen wir schon mittendrin, hat das Gestalterkollektiv bereits wichtige Arbeiten hinter sich. Meine Aufgabe ist es, bis zum Jahresende eine neue, wirkungsvolle Musik für die Musikschau der Spielleute des DTSB zu schreiben. Dies nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Um vom Arbeitersportlied über Folklore, bis zu modernen swingenden Titeln zu gelangen, ist man stets auf der Suche nach Neuem, sind Ideen gefragt. Es soll ja eine Musik werden, die zwar wiederum einfach, dennoch wirkungsvoll ist. Die zentralen und regionalen Wettkämpfe 1980/81 entscheiden, welche Klangkörper in Leipzig dabei sein werden. Also gilt es für jeden, sich schon jetzt mit besonderen technisch-musikalischen Leistungen zu empfehlen.”

  • Wieviel Spielleute werden in Leipzig dabei sein können?

„Die besten 4500 Spielleute aller Genres werden nominiert. An der Musikschau nehmen allerdings nur 3200 Aktive teil. Berechnungen haben ergeben, daß man eine größere Anzahl nicht mehr bewegen kann. Wir möchten im Innenraum des Zentralstadions schließlich nicht das Schild aufstellen: Wegen Überfüllung geschlossen.“

  • Du hast mit konzertanter Musik und dem dreistimmigen Spiel von Sopran und Bariton den Schalmeien eine völlig neue Richtung gewiesen. Siehst Du auch hier Möglichkeiten für andere Genres?

„Aber ja. Wer das Schaukonzert des Zentralen Blasorchesters des DTSB während des Jugendfestivals Pfingsten 1979 im Berliner Friesenstadion erlebte, wird gespürt haben, daß auch dieser Klangkörper ein völlig neues Gewand ‚verpaßt’ bekam. Ich gehe hier vom arrangement-technischen, bisher traditionellen Blasmusikstil ab, denn ich halte den Big-Band-Sound, unserer Zeit entsprechend, für attraktiver. Selbst der Rhythmusgruppe wurde das fortwährende Tschingderassassa genommen. Auch die Fanfaren beschritten neue Wege. Die vom Potsdamer Bernhard Bosecker geschaffenen progressiven Titel für Natur-Fanfaren lösten Beifallsstürme beim Publikum aus.“

  • Und die Spielmannszüge?

„Natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, klangliche Veränderungen zu schaffen. Leider gibt es bei den Spielmannszügen noch Probleme, die durch das feststehende Wettkampfsystem dieses Genres geschaffen sind. Laut WKO müssen alle Pflichttitel einen Variationsanteil haben. Daran wird die technische Perfektion der Kollektive gewertet. Die für derartige Wettkampfprogramme geschaffenen Titel eignen sich aber nicht als Massenvortrag für Schauprogramme, da sich die meist musikalisch unlogischen ‚Verzierungen’ zerstörend auf jede Originalfassung eines Titels auswirken. Warum sollte es aber bei den Kürmusiken keine Veränderungen geben? Drei- bis vierstimmige Flötensätze, mit interessanten Nebenmelodien sowie ein veränderter Rhythmus würden bestimmt großen Anklang finden.“

  • Wie steht Bodo Clauß zur aktiven sportlichen Betätigung?

„Wenn das Wetter es zuläßt, wird der ‚Drahtesel’ aus dem Keller geholt, und es geht hinaus in die Leipziger Umgebung. Übrigens gemeinsam mit meiner Frau. So werden mindestens zweimal wöchentlich 40 — 50 km heruntergestrampelt. Im Urlaub haben wir schon zweimal die Strecke Leipzig — Dresden mit dem Rad bewältigt. Ansonsten ‚verpasse’ ich gern einmal die Straßenbahn und wandere meinem Ziel entgegen.“


CHEMIE TW GERABERG gehörte im vergangenen Jahr zu jenen Spielmannszügen, die einen erheblichen Leistungssprung vollzogen (Foto Seite 1 oben).

ERINNERUNG an das VI. Turn- und Sportfest 1977 in Leipzig (Foto Seite 1 unten). In drei Jahren ist es wieder soweit.

Seite 3

Seite 4

Seite 5

Seite 6

Seite 7

Seite 8