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Der Tambour/Ausgabe 1979 06
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
| Juni 1979 | |
| Nummer: | 6/79 |
| Erschienen: | 06/1979 |
| Jahrgang: | 12 |
| Seiten: | 8 |
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| 2 | Spielleute stießen in neue Regionen vor |
| 3 | Zinna schaffte den Sprung auf das oberste Treppchen |
| 7 | Mühlhausener Bastion blieb unerschüttert |

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Jugendfestival brachte machtvolles Bekenntnis zum sozialistischen Staat
Spielleute stießen in neue Regionen vor

Natürlich konzentrierte sich unser Hauptaugenmerk auf die Schwimm-Schauveranstaltung im Friesenstadion. Hier war der Übungsverband Spielleute des DTSB mit 600 Mitwirkenden maßgeblich am Riesenerfolg dieser unvergeßlichen Show beteiligt. Ich möchte an dieser Stelle allen meinen Respekt und Dank aussprechen.
Was die Spielleute mit großer musikalischer Meisterschaft darboten, ihre Disziplin und Einsatzbereitschaft, übertraf alles bisher Dagewesene. Es spricht für die gewissenhaften Vorbereitungen und das gewachsene Können der Klangkörper, wenn alle Fachleute einhellig die Auffassung vertraten: ie Berliner Darbietungen der Fanfaren, Spielmannszüge und Blasorchester waren noch attraktiver und von höherer Qualität, als die bekanntermaßen hochklassige Musikschau des VI. Turn- und Sportfestes 1977 in Leipzig.
Ein besseres Kompliment konnte man uns nicht machen. Da ist besonders das exakte, dynamische Zusammenspiel, die präzise, notengerechte Wiedergabe in den Stimmgruppen sowie das akkurate Auftreten und Einordnen in die Choreographie zu nennen. Wenn wir noch in Betracht ziehen, wieviel Trainingslager, Übungsstunden und andere Vorbereitungen dem Katastrophen-Winter zum Opfer fielen, wird erst deutlich, was für Einsatzbereitschaft, Fleiß und Willenskraft jeder Spielmann, Übungsleiter und Funktionär aufbrachte. Darauf können wir Spielleute zu Recht stolz sein!
Hinzu kam ja noch, daß die gebotenen Musiktitel vom arrangement-technischen Aufbau her, Elemente der Tanz- und Unterhaltungsmusik enthielten, für alle Beteiligten Neuland darstellten. Wir standen gewissermaßen unter Zugzwang. Für das große Nationalfest unserer Jugend mußten wir Spielleutemusik anbieten, die dem Charakter des Festivals entsprach. Hier stießen wir in neue Regionen vor, die einfach auch eine neue, höhere musikalische Qualität erforderten.
Das Festival und die Vorbereitungen dazu bewiesen, was alles möglich ist, wozu die Spielleute des DTSB der DDR fähig sind. Beschreiten wir weiterhin voller Optimismus und Schöpferkraft diesen Weg, der so manches Umdenken notwendig macht. Aber vor Schwierigkeiten sind die Spielleute ja noch nie zurückgeschreckt. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.
BODO CLAUSS
Künstlerischer Leiter
DTSB-Präsidium würdigte Ergebnisse des Wettbewerbes
Auf dem Wege zum 30. Jahrestag der DDR hat der DTSB zu Ehren des Nationalen Jugendfestivals die Ziele und Aufgaben im sozialistischen Wettbewerb „Sportstafette DDR 30“ anteilmäßig erfüllt bzw. überboten. Das Präsidium des DTSB konnte nach Auswertung der gegenwärtigen Etappe folgende Resultate mitteilen:
- 125 Sportgemeinschaften, 88 Betriebs- und Ortsgruppen des DAV, 8 Motorsportklubs des ADMV, 1549 Sektionen und 949 allgemeine Sportgruppen wurden geschaffen
- 60 819 neue Mitglieder traten dem DTSB bei
- 782 345 Jugendliche und Erwachsene erfüllten die Bedingungen für das Sportabzeichen
- Im Freizeit- und Erholungssport der Werktätigen fanden 13 988 Sportfeste sowie 34 117 Treffs zum Laufen, Wandern und Schwimmen statt
- Bei sieben Welt- und vier Europameisterschaften in den Wintersportarten erkämpften DDR-Sportler fünf Welt- und sieben Europameistertitel. Unsere Sportler nahmen an sechs Europameisterschaften in den Sommersportarten teil und errangen sieben Europameistertitel
- Im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden — Mach mit!“ wurde in 3 607 270 Stunden ein Wert von 18 566 807,90 M geschaffen.
Das Präsidium des DTSB der DDR dankt allen Mitgliedern der sozialistischen Sportorganisation, vor allem den Leitungen der SED sowie den staatlichen Organen und gesellschaftlichen Kräften für die Unterstützung bei der Entwicklung von Körperkultur und Sport.
Herausgeber: Bundesvorstand des DTSB der DDR, Abteilung Propaganda/Kultur, Sektor Spielleute — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck • Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4
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DDR-Meisterschaft der Schalmeien in Colditz
Zinna schaffte den Sprung auf das oberste Treppchen
Schalmeien-Faszination auf einem Parkplatz / Alle Kollektive mit hohem Niveau

In Colditz konnte sich keiner erinnern, daß jemals bei einer DDR-Meisterschaft, gleich welchen Genres auch immer, der Titelverteidiger dem Wettkampf fernblieb. Dieses vollbrachte Aktivist Luckenau, da der Klangkörper seit Januar dieses Jahres als Schalmeienorchester auftritt. Sei es wie es sei. Colditz erlebte einen auf erfreulichem Niveau stehenden Titelkampf. Alle Kollektive hatten sich äußerst gewissenhaft vorbereitet, spielten wie aus einem Guß. Jeder Klangkörper übertraf seine 78er Punktwerte, die meisten sogar erheblich. Der glanzvolle Meister SG Zinna um 4,25 Zähler, Vizemeister Stahl Maxhütte um 9,30, Dynamo Hohenschönhausen um 8,90.
Um das Zahlenspiel noch fortzusetzen: Die 75,60 Punkte der Berliner reichten diesmal nur zum letzten Patz. Im Vorjahr wäre man damit Vierter geworden. Nun sagen solche Zahlenbilanzen sicherlich nicht alles aus. Indes den Leistungssprung können sie nicht verleugnen.
Nach den Pflichtmärschen, „Schalmeienklänge“ mußte im Stand, „Frühlingsgruß“ in der Bewegung gespielt werden, deutete bereits alles auf den Zweikampf zwischen Zinna und Stahl Maxhütte hin. Das „Loch“ von 0,45 Punkten zugunsten des Meisterschaftszweiten von 1978 ließ für die Kür natürlich noch alles offen. Die Stahlwerker hatten mit „Alle feiern in unserer Republik“ ein schwieriges Programm gewählt (7,00), während Zinna offensichtlich mehr auf Sicherheit ging und mit „Klänge der Heimat“ ein vergleichsweise etwas „einfacheres“ Repertoire (Schwierigkeitsgrad 5,70) darbot. Der Klangkörper aus dem Bezirk Leipzig war damit gut beraten. Mit Perfektion intonierte er seine Kür in meisterhafter Weise. Dem Kampfgericht fiel es hier schwer, Anlässe für geringfügige Punktabzüge zu finden. 38,10 Punkte — der gerechte Lohn für diese Schalmeien-Faszination der Zinnaer.
Aber auch die Mitwirkenden des Maxhütte-Klangkörpers verdienen höchsten Respekt. Es gab nicht wenige, die meinten, daß dieses renommierte Kollektiv noch nie solch große Ausstrahlungskraft besaß. Stahl Maxhütte gehört immerhin seit eh und je zu den Stützen der Schalmeienkapellen innerhalb der Spielleutebewegung.
Lok Brandenburg sicherte sich mit „Gewürfelte Noten“ erneut die Bronzemedaille. Im Vorjahr geschah dies praktisch ungefährdet, hier hatte man 6,40 Punkte Vorsprung vor Maxhütte. Doch diesmal mußten die Brandenburger bangen, da sich Aufsteiger Empor Plauen mit dem schwierigsten Programm von allen vorstellte (7,55) und künftig noch stärker zu beachten sein wird.
Unzufrieden zeigten sich alle mit dem Wettkampfplatz. Der Veranstalter hatte den Parkplatz des Porzellanwerkes Colditz für die DDR-Meisterschaft hergerichtet. Es erwies sich aber, daß die Anlage den Anforderungen der Wettkampfordnung nur schwerlich gerecht wurde und den Teilnehmer sehr komplizierte Bedingungen schuf. Unerfreulich auch, daß kurzfristig drei Kampfrichter absagten. Sportfreund Liedke fehlte wiederum unentschuldigt. Trotzdem leistete das Kampfgericht um Hauptkampfrichter Mario Bielig sehr gute Arbeit. Und dies waren die Sportfreunde: HP 1: Hauschwitz (Luckenau), Martin (Luckenau), Krause (Rüdersdorf), Clauß (Leipzig). HP 2: E. Dietrich (Leipzig), Fischer (Potsdam), Gesierisch (Potsdam). HP 3: S. Bielig (Halle), Schmutzler (Elsterberg), Tägener (Brandenburg). HP 4: Schünemann (Potsdam), Karisch (Leipzig), A. Ertel (Potsdam). Mandat: H. Dietrich (Leipzig), Franz (Leipzig).
Die Medaillengewinner seit 1970 (von 1970 bis 1976 nur DDR-Bestenermittlung, 1977 wegen des VI. Turn- und Sportfestes der DDR in Leipzig keine Titelkämpfe):
1970
- Stahl Maxhütte
- SG Dynamo Berlin
- Aktivist Luckenau
1971
- Aktivist Luckenau
- Stahl Maxhütte
- Dynamo Hohenschönhausen
1972
- Aktivist Luckenau
- Stahl Maxhütte
- Empor Plauen
1973
- Empor Plauen
- Aktivist Luckenau
- Lok Brandenburg
1974
- Aktivist Luckenau
- Empor Plauen
- Dynamo Hohenschönhausen
1975
- Aktivist Luckenau
- SG Zinna-Welsau
- Empor Plauen
1976
- Aktivist Luckenau
- SG Zinna-Welsau
- Motor Rathenow
1978
- Aktivist Luckenau
- SG Zinna
- Lok Brandenburg
1979
- SG Zinna
- Stahl Maxhütte
- Lok Brandenburg
Resultate auf einen Blick
| Pflicht | Kür | Schwierigk. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | SG Zinna | 85,50 | 31,70 | 38,10 | 5,70 |
| 2. | Stahl Maxhütte | 83,05 | 31,25 | 34,80 | 7,00 |
| 3. | Lok Brandenburg | 80,75 | 29,65 | 33,90 | 7,20 |
| 4. | Empor Plauen | 79,95 | 29,00 | 33,40 | 7,55 |
| 5. | SG Kleinreinsdorf | 75,85 | 27,75 | 32,70 | 5,40 |
| 6. | Dynamo Hohenschönhaus. | 75,60 | 26,20 | 32,40 | 7,00 |
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Aufstiegsturnier der Schalmeienkapellen in Colditz
Schon in der Pflicht entschied sich alles
Rathenow und Malchin setzten sich klar durch

Die im Vorjahr aus der Sonderklasse abgestiegenen Kollektive aus Rathenow und Malchin hatte man von vornherein in eine Favoritenrolle gedrängt. Und beide erfüllten auch alle Erwartungen, die man in sie setzte. Vor allem bei den Pflichtmärschen zeigten sie sich den Mitbewerbern überlegen. „Laridah“ aus dem Stand und „Frühlingsgruß“ in der Bewegung brachte den Klangkörper aus der Optik-Stadt schon vier Punkte vom Dritten weg, Malchin drei Zähler. Damit war eine Vorentscheidung bereits gefallen.
Die Kürdarbietungen offenbarten dann eine überraschende Ausgeglichenheit. Den Ersten trennten hier vom Letzten ganze 2,40 Punkte. Rathenow wählte die „DDR-Meisterschaftsmusik 1979“, ein Marsch mit dem Schwierigkeitsgrad 6,05. Er wurde solide vorgetragen und sicherte endgültig den Wiederaufstieg. In Rathenow hatte man aus dem enttäuschenden Abschneiden 1978 richtige Lehren gezogen und die Trainingsqualität erhöht. Diese lobenswerte Einstellung zur Spielleutemusik ließ den Rathenowern nun den verdienten Lohn ernten. Sie werden im kommenden Jahr die Sonderklasse mit Sicherheit bereichern.
Den Kopf in den Sand steckten auch die Malchiner nicht, die ja nicht wegen unzureichender musikalischer Fähigkeiten die höchste Klasse verlassen mußten, sondern weil ihre Funktionäre Eintragungen in 25 Mitgliedsbücher „vergessen“ hatten. Die Malchiner waren dadurch im Vorjahr um die Früchte ihrer intensiven Trainingsarbeit gekommen. In Colditz führten sie das schwierigste Kürprogramm aller Teilnehmer vor (6,50).
Viel Freude bereitete auch der Nachwuchszug von Stahl Hettstedt. Mit einem eigenwilligen Arrangement aus „Hoch Heidecksburg“ und „Schalmeienklänge“ boten sie sogar ein schwierigeres Kürprogramm als der Sieger aus Rathenow an. Hier wächst ein Klangkörper heran, der die Zukunft für sich hat, wenn man zusammenbleibt und weiterhin mit Begeisterung an der Vervollkommnung des eigenen Könnens unnd Repertoire arbeitet.
Man würde Chemie Taucha und besonders Empor Altentreptow unrecht tun, wollte man ihre Colditzer Leistungen nicht gebührend würdigen. Auch wenn dem Klangkörper aus dem Bezirk Neubrandenburg nur der fünfte Platz gelang, seine Fortschritte in musikalisch-technischer Hinsicht waren unüberhörbar. Die Tauchaer wußten in erster Linie mit ihrer Kür zu gefallen, für die das Kampfgericht die drittbesten Noten zeigte. Indes haderten die Chemiker mit der Pflichtleistung. Hier hatten sie sich zweifellos mehr versprochen.
Traktor Naundorf und der so traditionsreiche Klangkörper von Turbine Lauta verzichteten auf ihr Teilnahmerecht am Aufstiegsturnier. Eine Entscheidung, die in Colditz überall auf Unverständnis und Verärgerung stieß.

Resultate auf einen Blick
| Pflicht | Kür | Schwierigk. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Motor Rathenow | 78,40 | 31,80 | 30,55 | 6,05 |
| 2. | Dynamo Malchin | 76,85 | 30,75 | 29,60 | 6,50 |
| 3. | Stahl Hettstedt/N | 72,45 | 27,70 | 28,45 | 6,30 |
| 4. | Chemie Taucha | 70,60 | 27,85 | 28,50 | 4,25 |
| 5. | Empor Altentreptow | 69,70 | 26,65 | 28,15 | 4,90 |
| Traktor Naundorf und Turbine Lauta nicht angetreten. | |||||
