Der Tambour/Ausgabe 1975 09

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7. Jahrgang, Ausgabe September 1975

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Seite 1

WIE AUS EINEM GUSS wirkt der alte und neue „DDR-Meister“, das Kollektiv der BSG MEDIZIN MÜHLHAUSEN, bei seinem Pflichtvortrag während der diesjährigen Titelkämpfe in der Thomas-Müntzer-Stadt.

Die Weichen für 1977 sind nun gestellt

  • Auch „ÜV-Musikschau“ hat Miniaturschau überstanden
  • Von nun ab grünes Licht für konkrete Vorbereitungen

Sportfeststimmung in der Berliner Dynamosporthalle an einem sonnigen Augustmorgen. Die Übungsverbände der Sportschau des DTSB der DDR zum VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 zeigten vor einer Abnahmekommission ihre Darbietungen.

Monatelange beharrliche und ideenreiche Arbeit der einzelnen Gestalterkollektive mußten nun vor kritischen Augen und Ohren bestehen.

Neben den Übungsverbänden Dynamo, Vorwärts, Frauen, Turnerjugend, Vorschulkinder, Sportstudenten, Jugend sowie Karl-Marx-Stadt/Gera, galt es auch für den „ÜV Musikschau“, seine Ergebnisse zu verteidigen.

Der Leiter des ÜV und des Gestalterkollektivs, Sportfreund Bernd Schenke, erläuterte gegenüber der Abnahmekommission das Leitmotiv: „Die Spielleute des DTSB der DDR pflegen mit ihrem musikalischen Wirken die Traditionen der Arbeiterbewegung und dokumentieren einen Teil der Entwicklung des sozialistischen Musikschaffens.“

Danach wurden in Wort, Bild und Ton die Gestaltungselemente vorgetragen.

Eine Auswahl des Repertoires vermittelte einen ersten Einblick in das Vorhaben der Spielleute, an die Traditionen anlehnend, eine moderne und publikumswirksame Musik zu spielen.

Und daß dieser Weg richtig ist, bestätigte die anschließende Auswertung.

Die vielfältigen choreografischen Bewegungen, das abwechselnde Spiel, die ins Ohr gehenden Melodien, all das fand den Zuspruch der Mitglieder der Abnahmekommission.

Wie für die anderen acht — so gab es auch für den „Übungsverband Musikschau“, seine Leitung und das Gestalterkollektiv, grünes Licht in der Vorbereitung auf 1977.

Startschuß wird in der Sportfeststadt gegeben

  • Funktionärskonferenz in Leipzig als offizieller Auftakt für die unmittelbaren Vorbereitungen des Übungsverbandes
  • Teilnehmer der Konferenz sollten sich schon jetzt würdig vorbereiten und ihre Erfahrungen darlegen

Mit Bestätigung aller erforderlichen Materialien für die Einstudierung der Choreographie und des Repertoires für die Musikschau zur Sportschau 1977 gilt es nun, allen verantwortlichen Funktionären, Übungsleitern und Aktiven eine genaue Richtschnur zu vermitteln, wie die Zeit der Vorbereitung zu nutzen ist und welche Zwischenziele anzustreben sind.

Aus diesem Anlaß führt die Leitung des „ÜBUNGSVERBANDES MUSIKSCHAU“ mit allen Leitern der vornominierten Kollektive (die ZSK wird mit Bestätigung der Wettkampfergebnisse 1975 weitere Vornominierungen aussprechen), den BFA-Vorsitzenden, Bezirksübungsleitern, stellvertretenden BFA-Vorsitzenden für Kultur und Bildung, den Kommissionen der ZSK, der ZSK und der Leitung des ÜV sowie des Gestalterkollektivs am

13. DEZEMBER 1975,

um 10.30 Uhr im Sportforum Leipzig eine Funktionärskonferenz durch. Alle eingeladenen Teilnehmer (Einladungen gehen im Oktober zu) sollten sich schon gründlich vorbereiten, um ihre Vorstellungen und Erfahrungen darzulegen.

Letzte Meldung

Trommeln und Hörner vorrätig

Wie wir vom DTSB-Materiallager Leipzig erfuhren, sind gegenwärtig Marschtrommeln und Signalhörner am Lager.

Alle Kollektive des DTSB der DDR (nur an sie wird ausgeliefert) können bei sofortiger Selbstabholung Instrumente käuflich erwerben.

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Leipzig ’77

Vom Roten Rathaus zur Wuhlheide

  • Vielseitige Mitgestaltung der Spartakiade durch die Spielleute
  • Platzkonzert, Höhepunkt für unsere Aktiven
  • Zentrale Titelkämpfe mit Favoritensiegen

Neu Zittau, eine kleine Gemeinde im Kreis Fürstenwalde, unweit vom S-Bahnhof Erkner gelegen, beherbergte vom 16. bis 30. August 1975 160 Spielleute aller Genres.

Zwischen Wald und Wiesen, Wochenendhäusern und Dorfstraßen war während dieser Zeit das klingende Spiel der Fanfaren, Flöten und Trompeten, aber auch der Rhythmus der Trommeln und Becken zu vernehmen. Das Ziel dieser doch kleinen Gruppe von Spielleuten aus über 20 verschiedenen Orten und Kollektiven unserer Republik war die Vorbereitung der Miniaturschau des „Übungsverbandes Musikschau“ für die Sportschau 1977, die am 29. August in der Berliner Dynamosporthalle durchgeführt wurde (wir berichteten auf Seite 1 darüber).

Neben der Vorbereitung und Durchführung der Miniaturschau gehörte die Mitgestaltung der V. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR vom 21. bis 27. Juli in Berlin zu den Höhepunkten des Jahres 1975.

Die Delegation der Spielleute, bestehend aus Kollektiven der Nachwuchsspielmannszüge, der Fanfarenzüge der LK I, der Mädchenspielmannszüge des ZMS und Mitgliedern des Blasorchesters des DTSB der DDR, hatte in diesen Tagen ein umfangreiches Programm zu bewältigen.

Allen Aktiven, den Übungsleitern, Betreuern und Funktionären soll deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die hohe Einsatzbereitschaft, den Fleiß und die beispielgebende Disziplin gesagt werden, denn damit wurden wertvolle Voraussetzungen für das erfolgreiche Auftreten der gesamten Delegation geschaffen.

Bei den zentralen Einsätzen, wie die feierliche Eröffnung am Roten Rathaus, den Gedenkappell Unter den Linden mit Delegationen aller Bezirke und die Abschlußveranstaltung auf der Freilichtbühne Wuhlheide, leisteten alle Klangkörper einen beeindruckenden musikalischen und optischen Eindruck, der zeigte, daß in den Kollektiven mit der richtigen Einstellung an die Lösung der Aufgaben herangegangen wurde. Das wiederum vor allem ist notwendig, um die Grundlagen für die Lösung der Zielstellung 1977 zu schaffen.

Zu einem echten Höhepunkt gestaltete sich das Platzkonzert am Fuß des Fernsehturmes, das in Anwesenheit führender Genossen des DTSB-Bundesvorstandes, des ZR der FDJ und einer burmesischen Delegation durchgeführt wurde. Hier waren bereits Melodien zu hören, die zum Repertoire der Musikschau 1977 zu rechnen sind und mit viel Beifall bedacht wurden.

Die im Zusammenhang mit der Spartakiade veranstalteten Wettkämpfe der Nachwuchsspielmannszüge, der Mädchenspielmannszüge und Fanfaren wurden eindeutig zu einer Angelegenheit der Favoriten.

Die BSG MEDIZIN MÜHLHAUSEN mit der Erringung des „DDR-Meistertitels“, die BSG CHEMIE GERABERG mit dem Gewinn des „Aufstiegsturniers“ zur Sonderklasse, die erneute Erringung des Titels eines „DDR-Besten“ durch die SG DYNAMO POTSDAM STADT und der Pokalgewinn des Mädchenspielmannszuges der SSG POS BENNDORF bestätigten, daß die Besten des Vorjahres ihre Leistungen stabilisieren konnten und weiterhin das Niveau bestimmen.

In der Sonderklasse der Nachwuchsspielmannszüge, aber auch bei den Fanfarenzügen war eine allgemeine Leistungssteigerung zu verzeichnen, die optimistisch für die kommende Zeit stimmt.

Dort, wo es Nachholebedarf gibt, die Verantwortlichen der zuständigen Kommissionen haben das gründlichst notiert, werden die Wintermonate zu intensiver Übungstätigkeit genutzt, um den verlorenen Boden recht schnell aufzuholen.

Im Trainingslager Neu Zittau war einer für den anderen da

  • Ein festes Kollektiv mit Disziplin und Lerneifer
  • Nutzen für die Sache und jeden einzelnen
ANSCHLUSS an die Spitze hat nun auch wieder der Spielmannszug der SG DYNAMO HALLE gefunden. Mit einer insgesamt doch überraschenden Leistung erspielten sich die Mädchen und Jungen um Stabführer Werner Czerwinka den zweiten Platz und wurden damit erneut nach 1972 Silbermedaillengewinner.

Der vom Gestalterkollektiv erarbeitete Lehrplan forderte von allen Beteiligten eine hohe Einsatzbereitschaft, viel Fleiß und vor allem Disziplin.

Mit täglich 6 bis 7 Ausbildungsstunden wurde das vorgegebene Ziel ins Visier genommen und erfolgreich bewältigt. Wesentlichen Anteil an diesen guten Ergebnissen hatten die eingesetzten Übungsleiter, die mit viel Mühe und Geschick den Einstudierungsprozeß leiteten.

Nach einem würdigen Eröffnungsappell, in dessen Verlauf der Bürgermeister von Neu Zittau alle Spielleute herzlich begrüßte und der Leiter des Übungsverbandes, Sportfreund Bernd Schenke, die Zielstellung des Lagers darlegte, kam es bereits 48 Stunden später zu einem ersten öffentlichen Auftreten im Ort.

Aus Anlaß des 31. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns wurde eine Feierstunde mit den Bürgern der Gemeinde Neu Zittau vor dem Mahnmal der OdF durchgeführt, die große Beachtung fand und einen guten Kontakt zu den freundlichen Gastgebern herstellte.

Ein weiterer Höhepunkt im Trainingslagerverlauf war ein Sportforum mit dem Vizepräsidenten des DTSB der DDR, Genossen Hannes Rech, dem die inoffizielle Abnahme unserer Vorführung vorausging.

Der Lauf der „Freundschaftsmeile“ schloß sich am folgenden Tag an und sah erneut die Spielleute als Initiatoren in den vordersten Reihen.

24 Stunden vor der Miniaturschau veranstalteten die Mitglieder des Übungsverbandes ein Platzkonzert als Dankeschön an die rührigen Funktionäre, Helfer und Einwohner Neu Zittaus.

Es kann gesagt werden, alle am Lager beteiligten Sportfreundinnen und Sportfreunde zeigten gute Leistungen, eine hohe Disziplin und bewunderungswürdige Einsatzbereitschaft.

Übungsleiter und Aktive bildeten ein festes Kollektiv, die Leitungsfunktionäre hatten guten Kontakt zu den Spielleuten.

Bleibt zu hoffen, daß alle künftigen Trainingslager in Vorbereitung auf Leipzig 1977 so erfolgreich verlaufen und den gewünschten Erfolg bringen.

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