Der Tambour/Ausgabe 1970 03

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3. Jahrgang, März-Ausgabe 1970

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Seite 1

Erkenntnis der letzten Monate:

Kollektive Arbeit trägt erste Früchte

■ Beratung mit Bezirksvorsitzenden brachte positive und beispielgebende Ergebnisse

■ Bezirksmeisterschaften 1970 müssen mit höchster Qualität und Quantität vorbereitet und durchgeführt werden

Als die Vorsitzenden der Bezirksspielleutekommissionen in Leipzig über den Stand der Vorbereitungen für die Bezirksmeisterschaften berichteten, herrschten Temperaturen um minus 10 Grad, deckten Schnee und Eis noch Straßen und Plätze zu, war an einen wärmenden Sonnenstrahl überhaupt nicht zu denken.

Dennoch mußte eingeschätzt werden, die zurückliegenden Monate wurden nicht zum Winterschlaf, sondern überall für eine kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit genutzt.

Ausnahmslos berichteten die verantwortlichen Sportfreunde über eine positive Vorbereitung. Besonders die Initiativen und Bereitschaften der Gastgeberstädte wie Groitzsch (Bezirk Leipzig) oder Oschersleben (Bezirk Magdeburg), um nur zwei zu nennen, fanden lobende Erwähnung.

Wenn auch in einigen Bezirken etwas verspätet, gingen doch die Ausschreibungen erstmals bei Bezirksmeisterschaften einheitlich und rechtzeitig den Kollektiven zu. Damit ist überall eine umfangreiche Möglichkeit für einwandfreie Vorbereitungen gegeben worden. Den Sportfreunden der Bezirksspielleutekommissionen gebührt an dieser Stelle Dank und Anerkennung für ihre gute Arbeit.

Nun gilt es, in allen Bezirken eine hohe Zahl teilnehmender Kollektive zu sichern und vor allem den Auftritt der Kinderzüge vorzubereiten.

Unsere Verpflichtung zu Ehren des 100. Geburtstages des Genossen W. I. Lenin (Februarausgabe „der tambour“), mindestens 50 Nachwuchskollektive im Rahmen der Bezirksmeisterschaften auftreten zu lassen, darf keine Phrase werden, sondern muß die Aktivitäten in allen Bezirken und Sektionen erhöhen.

Fortsetzung Seite 2

Alle Kollektive

die von der Zentralen Spielleutekommission des DTSB eine Berufung in die „Delegation Spielleute“ zur III. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR erhalten und ihre genaue Teilnehmerzahl noch nicht gemeldet haben, werden gebeten, umgehend den unteren Abschnitt des Begleitschreibens ausgefüllt einzusenden.

Gemeinsamer Kurs festgelegt

Vereinbarung zwischen DTSB und FDJ abgeschlossen

Gegenseitige Unterstützung vordringlichstes Anliegen

Noch 1970 Bildung des „Zentralen Pionierspielmannszuges der DDR“

Die von allen Spielleuten, gleich ob Aktive oder Funktionäre, erwartete Vereinbarung über die Zusammenarbeit des DTSB-Bundesvorstandes und Zentralrates der FDJ auf dem Gebiet der Spielleutebewegung in unserer Republik wurde im März abgeschlossen.

In völliger Übereinstimmung beschlossen die beiden zuständigen Sekretariate die notwendigen Maßnahmen und Schritte, um eine kontinuierliche Entwicklung des Nachwuchses auf dem Gebiet der Spielleute zu garantieren.

Im Mittelpunkt der Vereinbarung, die in der Folge für alle Bezirke und Kreise als Grundmodell dienen wird, steht die gegenseitige Unterstützung in allen Fragen.

So werden die dem „Zentralen Musikkorps der FDJ“ angehörigen Pionierspielmannszüge dem ZR der FDJ vollinhaltlich unterstellt, von ihm angeleitet und zu den entsprechenden Veranstaltungen eingesetzt.

Alle anderen in der Republik bestehenden Pionier- und Kinderspielmannszüge obliegen der Anleitung, Ausbildung sowie des Einsatzes der Kommission Kinder- und Jugend der Zentralen Spielleutekommission des DTSB. Aus diesen Kollektiven wird der repräsentative „Zentrale Pionierspielmannszug der DDR“ gebildet. Dieser Klangkörper wird in gemeinsamer Leitungstätigkeit von DTSB und der Pionierorganisation unter Federführung des DTSB entwickelt und eingesetzt.

Mit diesen konkreten und sehr sachlichen Festlegungen wurden alle in der Vergangenheit bestehenden Streitigkeiten und Unklarheiten bereinigt und die Grundlage für eine kameradschaftliche Zusammenarbeit geschaffen.

Die Frage der Fanfarenzüge fand auch in dieser Vereinbarung Berücksichtigung. So werden die im DTSB organisierten FZ weiterhin dieser Organisation in jeder Hinsicht angehören, dort gefördert und eingesetzt. Was allerdings nicht ausschließt, daß nach vorheriger Abstimmung zwischen den Verantwortlichen beider Organisationen ein Einsatz zu zentralen Anlässen des Partners möglich ist.

In unserer nächsten Ausgabe werden wir näher auf diese Vereinbarung eingehen.

Abonnementgebühren

für das Jahr 1970 sind bis 15. April 1970 an die Sportfreundin Regina Schimski, 7033 Leipzig Dürrenberger Straße 15, zu überweisen.

Veränderungen in den Abonnements sind aussschließlich der Redaktion mitzuteilen.

Seite 2

Nicht nur Nachholebedarf decken

Zentrale Anleitung der Fanktionäre vervollständigt

Auf den Erfahrungen des Org.-Bereiches aufbauen

Eine Hauptaufgabe der ZSK ist es, kontinuierlich für die Anleitung der Bezirksfunktionäre zu sorgen.

Sehr gute Erfahrungen konnten wir in dem zurückliegenden 18 Monaten bei der ständigen Beratung mit den Bezirksvorsitzenden sammeln, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit für die Zukunft auf zentraler Ebene ermöglichten.

Einer klaren Verbesserung bedarf aber auch die Anleitung auf musikalisch-technischem Gebiet.

Ausgehend von der Feststellung, daß die Lehrgänge an den Sportschulen, die Großveranstaltungen aller Spielmannszüge sowie die Trainingslager keineswegs die einzigen Mittel und Wege sein dürfen, eine einheitliche Ausbildung aller Kollektive in den Bezirken durchzusetzen, wird, beginnend mit dem II. Quartal 1970, die zentrale Anleitung der Bezirkstechniker für Spielmannszüge erfolgen und turnusgemäß mit den Zusammenkünften der Bezirksvorsitzenden stattfinden.

Wir versprechen uns von dieser parallellaufenden Beratung höhere Ergebnisse in technischer Richtung sowie kontinuierlich, Schritt für Schritt, die Einführung der besten erprobten Methoden in allen Bezirken.

Wir betrachten diese Aussprache der Bezirkstechniker über fachliche Probleme für erstrebenswert, da die Seite der Organisation und nicht zuletzt die Führungstätigkeit der Spielleutebewegung durch sachliche Anregungen aus diesem Bereich nicht unberührt bleiben. Zudem erleichtert und belebt es die gesamte Arbeit.

Selbstverständlich dürfen nicht zu große Erwartungen an die Anleitungen geknüpft werden. Denn diese Sache ist neu und erst Erfahrungen bringen den eigentlichen Wert solcher Veranstaltungen.

Es wird deshalb in erster Linie Situationsberichte geben und vorläufige schrittweise Festlegungen für die weitere Tätigkeit und Stellung der Bezirkstechniker in ihrem Wirkungsbereich.

Ob in der Zukunft ein Tag für die Klärung fachlicher Fragen ausreicht oder für bestimmte Probleme zwei Tage beansprucht werden, ergibt die Praxis der Durchführung.

Hoffen wir, daß wir damit nicht nur Nachholebedarf decken, sondern ein weiteres Stück in der einheitlichen Ausbildung aller Spielmannszüge des DTSB vorankommen.

G. Bodenstein, Haupttechniker

Kollektive Arbeit trägt erste Früchte

Fortsetzung von Seite 1

Wie uns bekannt wurde, haben einige Bezirke bereits Veränderungen im Programmablauf vornehmen müssen, weil die gemeldeten Kinderkollektive unerwartet hohe Zahlen erreichten. In solchen Fällen wird der Sonntag für den Nachwuchs genutzt.

Wir können also voller Zuversicht den ersten Höhepunkten des Wettkampfgeschehens 1970 entgegensehen und mit schönen Veranstaltungen rechnen.

1. DDR-Bestenermittlung in Luckenau

Die Kommission Schalmeienkapellen der ZSK teilt mit, daß die „1. DDR-Bestenermittlung“ für Schalmeienkapellen der LK 1 des DTSB nicht wie vorgesehen in Saalfeld, sondern zum gleicehen Zeitpunkt in Luckenau stattfindet.

Die Kapelle der BSG Aktivist Luckenau wurde beauftragt, die entsprechenden Vorarbeiten auf allen Gebieten unter Leitung der Fachkommission in Angriff zu nehmen.

Jeder von uns gehört mit zum Kollektiv

Die Kommunalwahlen liegen hinter uns. Sie waren ein erneuter Beweis des Vertrauens unserer Bevölkerung zu den Kandidaten der Nationalen Front und gleichzeitig ein erneutes Bekenntnis festen Willens, unsere sozialistische Republik allseitig zu stärken und zu schützen.

Auch für uns ergeben sich daraus in der Folge wichtige Aufgaben, die wir aber nur gemeinsam meistern können.

Wenn im Wahlaufruf festgestellt wurde; „Der Sozialismus ist so gut wie wir ihn alle gestalten!“, dann heißt das für den Bereich des Sports, das Beste zu geben und durch intensives Trainieren nach höheren Leistungen zu streben.

In seiner Festrede zum 20. Jahrestag der DDR hatte Genosse Walter Ulbricht betont, daß der Entwicklung des Volkssportes eine besondere Aufgabe zukomme. Im Mittelpunkt stehe dabei wiederum der Kinder- und Jugendsport.

Allein aus diesen beiden Beispielen wird klar, wo wir als Spielleute des DTSB die unmittelbaren Aufgaben sehen müssen.

Jeder Spielmann, gleich wo er sein Horn bläst oder „auf die Pauke“ haut, muß sich persönlich mitverantwortlich fühlen. Nicht nur im eigenen Kollektiv und vielleicht auch noch im Kreis, nein, über die Heimatgrenzen hinaus. Denn alle Spielleute gehören zusammen, müssen fest an einem Strang ziehen und in erster Linie das gemeinsame Ziel vor Augen sehen.

Den Kollektiven der Spielmannszüge/Sonderklasse wurden entsprechend der Wettkampfordnung für dieses Jahr hohe Maßstäbe gesetzt. Nur wenn sie ein Kinderkollektiv nachweisen können, das zu ihrer Gemeinschaft gehört oder von ihnen ausgebildet wird, sind sie für die Deutsche Meisterschaft startberechtigt. Aber auch in der Leistungsklasse I sind die „Sitten“ strenger geworden, denn die Darbietung eines Hornmarsches wurde zur Pflicht.

Oder denken wir an die Vereinheitlichung der Stabführung bei den Fanfarenzügen und die Festlegung von Pflichtmärschen.

All das war und ist kein Selbstzweck, sondern soll helfen, das Niveau der Spielleutebewegung zu entwickeln und die Breitenarbeit zu fördern.

Es soll an dieser Stelle kein Vorgriff getätigt werden, aber es wäre durchaus möglich, daß sich die Kommission Spielmannszüge entschließt, und im Wettkampfjahr 1971 auch bei der Leistungsklasse I die Existenz eines Nachwuchszuges für eine Teilnahme am Aufstiegsturnier zur Bedingung macht. Was wiederum nicht heißen soll, in den anderen Fachkommissionen kann man in den Tag hineinleben.

Höhere Forderungen sind ein Mittel für größere Erfolge. Wir alle sind an guten Ergebnissen interessiert und sollten deshalb den noch teilweise vorhandenen Ressortgeist vertreiben. Dem Kopf neuen Ideen Platz bieten und das gemeinsame Ziel im Visier, die zentralen mit den eigenen Aufgaben koordinieren. Schließlich gehört jeder einzelne mit zum großen Kollektiv.

Bernd Schenke

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