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Der Tambour/Ausgabe 1978 08

Aus Stabführer.de

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

August 1978
Nummer: 8/78
Erschienen: 08/1978
Jahrgang: 11
Seiten: 6
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

2 Ein glanzvoller Meister: Potsdamer Fanfarenzug
4 Die höchsten Noten bei den Schalmeienkapellen
5 Mühlhausener beherrschten die Szenerie

Hohe Ehrung für den Zentralen Fanfarenzug

Während der 1. DDR-Meisterschaften der Fanfarenzüge in Ziegelrode, die von Dynamo Potsdam souverän gewonnen wurden, erfuhr der Zentrale Fanfarenzug des DTSB der DDR eine hohe Ehrung. Dieser Klangkörper erhielt für seine hervorragenden Leistungen bei den verschiedensten Auftritten zu gesellschaftlichen Höhepunkten das „Artur-Becker-Ehrenbanner“. Der Zentrale Fanfarenzug hat mit seinem Auftreten in der Öffentlichkeit große Verdienste für das Ansehen der Spielleute erworben und das Anliegen unseres Sports auf massenwirksame Weise dargestellt. Dem Auswahl-Fanfarenzug gilt unser allerherzlichster Glückwunsch zur Verleihung des Ehrenbanners.

Seite 2

1. DDR-Meisterschaften der Fanfarenzüge

Ein glanzvoller Meister: Potsdamer Fanfarenzug

Allein neun Neuschöpfungen von Dynamo Potsdam / Auch Lob für Stahl Hettstedt

Die 1. DDR-Meisterschaften der Fanfarenzüge im Mansfeldischen Ziegelrode waren in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte, attraktive Titelkämpfe. Da sind die niveauvollen Darbietungen der Sonderklassen-Kollektive mit dem alles überragenden Fanfarenzug „Dr. Richard Sorge“ von Dynamo Potsdam Stadt zu nennen, verdient die glänzende Organisation durch die Mitglieder des Spielmannzuges (!) von MK Ziegelrode um den rührigen Gerhard Schobes höchste Anerkennung. Es ist in unserer Spielleutebewegung ohne Beispiel, daß Spielleute eines bestimmten Genres für ein anderes Genres die Veranstaltung organisierte. Dafür den Ziegelrodern unseren Dank. Auch für das bewegende Eröffnungszeremoniell im Ziegelroder Waldstadion. Zahlreiche Ehrengäste, an der Spitze Ernst Wied, 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Mansfeld-Kombinat, wurden von den Spielleuten und Zuschauern herzlich begrüßt. Die Solo-Fanfarengruppe von Dynamo Potsdam umrahmte diese Veranstaltung, die zu einem Höhepunkt der Spielleutebewegung wurde.

Doch nun zu den Wettkämpfen selbst. Ohne die Leistungen der Sonderklassen-Fanfarenzüge schmälern zu wollen, die allesamt das Niveau vom VI. Turn- und Sportfest 1977 in Leipzig zu halten vermochten, Dynamo Potsdam nimmt zur Zeit eine Ausnahmeposition ein. Es gibt derzeit keinen Klangkörper in unserer Republik, der in seinem Genre so überlegen dominiert. In Potsdam wird eine hervorragende Arbeit geleistet, die Maßstäbe setzt für die Spielleute insgesamt. In Ziegelrode bot das Kollektiv unter Stabführer Dietmar Siegemund den nahezu 5 000 Zuschauern elf Titel, davon allein neun Neuschöpfungen.

Der 97 Mitwirkende umfassende Klangkörper, etwa ein Drittel davon fingen erst nach dem „VI.“ mit der Spielmannsmusik an, hatte das schwierigste, das anspruchsvollste Repertoire. Verblüffend der Dakotamarsch, den die Potsdamer mit einem völlig neuartigem Rhythmus spielten, verhältnismäßig langsam geradezu „unter die Haut gehend“. Premiere hatte auch der „Manövermarsch“, für den es wie für die meisten anderen Titel Beifall auf offener Szene gab. Gelungen die Idee mit dem „umgekrempelten“ Festmarsch, der die Zuschauer in ausgesprochene feierliche Stimmung versetzte. Die Vielseitigkeit der Potsdamer brachte auch der schmissige Beatmarsch zum Ausdruck, der fast zum Tanzen verleitete. Dies alles wurde technisch perfekt vorgetragen. Hinzu kam, daß hier Musik und originelle Choreographie eine homogene Einheit bildeten, sich gegenseitig geschickt ergänzten.

Wie überlegen der Fanfarenzug „Dr. Richard Sorge“ war, kommt auch im Punktabstand zum Nächstplazierten zum Ausdruck. Vizemeister Stahl Hettstedt hatte mit über 25 Zählern einen ungewöhnlichen Rückstand, der übrigens nicht gegen die Hettstedter, sondern für die brillanten Potsdamer spricht. Hettstedt schuf nämlich mit diesem zweiten Platz keine geringe Überraschung im erfreulichem Sinne. Erst 1976 war dieser Fanfarenzug in die Sonderklasse aufgestiegen und konnte nun solch profilierte Klangkörper wie eben Greiz, Teichwolframsdorf und Einheit Pädagogik Leipzig hinter sich lassen.

Die Leipziger blieben doch etwas unter den Erwartungen. Hier konnte die vor kurzem vorgenommene starke Verjüngung des Klangkörpers nicht nahtlos vollzogen werden. Unverständlich blieb in Ziegelrode das Fehlen des Klangkörpers aus Nordhausen. Uns ist nicht bekannt, warum die ansonsten rührigen Lok-Sportler aus dem Harzer Vorland den Meisterschaften fernblieben.

Zu den Höhepunkten gehörte das eindrucksvolle Kampfmeeting am Lenindenkmal in Eisleben, das auch vom strömenden Regen nicht beeinträchtigt werden konnte. Dem Zentralen Fanfarenzung des DTSB der DDR wurde hier das „Artur-Becker-Ehrenbanner“ überreicht (wir informierten bereits auf Seite 1 darüber).

Resultate:

1. Dynamo Potsdam 84,60
2. Stahl Hettstedt 59,47
3. Greika Greiz 52,60
4. Teichwolframsdorf 51,38
5. Einh. Pädagogik Leipzig 48,60

Machen wir uns nichts vor, das rein sportliche Training in unseren Sektionen und Klangkörpern genießt noch nicht jene Aufmerksamkeit, die notwendig ist. Damit man mich nicht falsch versteht, hier soll keineswegs der wöchentlichen aktiven Sportstunde auf Kosten der musikalischen Ausbildung das Wort geredet werden, es geht um die zusätzliche, regelmäßig (!) betriebene Sportstunde.

Fanfare und Lyra, Trommel und Schalmeie sollten wir einmal in der Woche (oder zumindest alle 14 Tage) für 60 Minuten gegen den Sportdreß eintauschen, um etwas Leichtathletik zu treiben, Fuß- oder Handball zu spielen, zu turnen oder an frischer Luft etwas zu laufen. Aktive sportliche Betätigung gehört heutzutage zur gesunden Lebensweise der Bürger unseres Landes, für einen Spielmann ist sie geradezu unerläßlich, wenn er auf Dauer gute Leistungen in seinem Klangkörper vollbringen, wenn er bestehen will.

Eine willkommene Bereicherung dieses Fitneßprogramms ist die Erfüllung der Bedingungen für das Sportabzeichen. Auf dem VI. Turn- und Sporttag wurde aus gutem Grund die Forderung erhoben, daß jedes Mitglied des DTSB der DDR einmal jährlich die Sportabzeichenbedingungen erfüllt. Nun sagen sicherlich nicht wenige, na und, das haben wir ja in diesem Jahr längst gemacht. Doch die fünf Grundbedingungen für Bronze an einem Sonntagnachmittag absolvieren ist eine Seite, indes regelmäßig Sport zu treiben eine andere. In allen Sphären des gesellschaftlichen Lebens streben wir ständig höhere Leistungen an. Warum geben wir uns eigentlich bei der Sportabzeichenprüfung mit acht Punkten zufrieden, die für den Erwerb von „Bronze“ ausreichen? Muß sich ein 20jähriger Spielmann mit 15 min im 3000-m-Lauf, drei Klimmzügen, 6 m im Dreierhopp, 14,8 s im Schlängellauf und 25 Ringen beim Schießen abfinden? Ich meine nein. Natürlich ist kontinuierliches Training erforderlich, um beispielsweise elf Klimmzüge zu schaffen oder die 3000 m in 12:20 min zu bewältigen, um die Maximalpunktzahl zu erreichen. Aber dazu ist eben regelmäßiges Training erforderlich. Und genau darauf kommt es uns an.

GÜNTHER GIESSLER

Seite 3

Bezirksmeisterschaften von Halle

Vier Zehntel entschieden bei den Spielmannszügen

Viel Beifall für Musikschau der Luckenauer Schalmeien

DIE MEISTERSCHAFTSMEDAILLEN nehmen hier die drei Erstplazierten der DDR-Meisterschaften der Schalmeienkapellen entgegen. Von links: Die Stabführer der SG Zinna, des Meisters Aktivist Luckenau und des Dritten Lok Brandenburg

Die Hallenser Bezirksmeisterschaften hatten am letzten Juni-Wochenende in Roßlau einen würdigen „Rahmen“ gefunden. Sie fanden statt innerhalb der Arbeiter- und Bauernfestspiele des Kreises Roßlau, was an die 900 in der Elbestadt versammelten Spielleute natürlich besonders hohe Anforderungen stellte, die Pflicht zu vorbildlichen Leistungen geradezu auferlegte. Schließlich galt es, die gesamte Spielleutebewegung vor einem großen Publikum zu repräsentieren.

Und die Hallenser Klangkörper, immerhin verfügt der Bezirk über neun Sonderklassen-Kollektive, sind mit dieser zusätzlichen Verantwortung sehr gut fertig geworden. Gerade die Auftritte der Sonderklassen-Kollektive bildeten Höhepunkte, wenn hier allein an die mit großem Beifall aufgenommene Musikschau der Luckenauer Schalmeienkapelle gedacht wird. Die Spielmannszüge Erwachsene von Dynamo Halle und auch Baukema Aschersleben boten mit virtuosem Können ihre Titel dar, die alle Roßlauer begeisterten. „La Paloma“ und „Rosamunde“ hatten die Hallenser in ihrem Kürprogramm ausgewählt, den „Radetzky-Marsch“ und den „Petersburger Marsch“ die Ascherslebener. Ein Leckerbissen für Auge und Ohr war auch der Auftritt des Nachwuchs-Spielmannszuges aus Aschersleben, der das Publikum mit dem „Ungarischen Marsch“ und den „Lustigen Turnern“ erfreute.

Bei den Kämpfen um die Bezirksmeistertitel ging es überall denkbar knapp zu, wenn von der Entscheidung bei den Nachwuchs-Spielmannszügen einmal abgesehen wird, da hier Dynamo Halle eindeutig dominierte und Chemie Rodleben, den Zweiten, um über neun Punkte distanzierte. 0,4 Punkte gaben den Ausschlag über den Titel bei den Erwachsenen - Spielmannszügen. Jubeln konnte hier Motor Zeitz, während sich MK Benndorf damit trösten kann, dem Bezirksmeister nahezu gleichwertig zu sein. Beide hatten übrigens auch den gleichen Kürtitel („Zum Städtle hinaus“) gewählt. Die Benndorfer zogen in der Pflicht den „Radetzky-Marsch“, die Zeitzer den „Fliegermarsch“.

Nicht ohne einer gewissen Akribie die Entscheidung bei den Schalmeien. Die Erwachsenen von Stahl Hettstedt mußten sich ihres Nachwuchs-Klangkörpers erwehren, der sich keinen Deut schwächer zeigte als die Erfahreneren aus der eigenen Sektion. Auch hier ließen die 0,9 Punkte Differenz (45,05:44,15) kaum Unterschiede deutlich werden. Schließlich war Chemie Taucha ein weiterer ernster Konkurrent (42,55 Punkte) eines auf solidem Niveau stehenden Wettbewerbes der Schalmeienkapellen.

Anteil am erfolgreichen Verlauf der Bezirksmeisterschaften besaß das Kampfgericht und natürlich der BFA, der diese Veranstaltung glänzend vorbereitet und organisiert hatte. Im Kampfgericht arbeiteten unter Hauptkampfrichter Bernd Neumann die Sportfreunde Gerald Christ, Jörg Schulze, Gunther Frank, Wilfried Röglin, Klaus Dröge, Wolfgang Schubert, Rolf Jäger und Axel Schmutzler.

DEN DRITTEN PLATZ IM AUFSTIEGSTURNIER zur Sonderklasse der Schalmeienkapellen belegte Chemie Taucha, die wir in dieser Szene bei ihrem Kürvortrag in Malchin sehen.

Resultate:

Spielmannszüge Erwachsene
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Dynamo Halle
2. Baukema Aschersleben
3. MK Ziegelrode
4. Chemie Rodleben
5. Stahl Hettstedt
Bezirksmeisterschaft
1. Motor Zeitz 43,20
2. MK Benndorf 42,80
3. Chemie Bernburg 37,95
4. Aufbau Gernrode 37,75
5. SSG Benndorf 25,70
Spielmannszüge Nachwuchs
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Baukema Aschersleben
2. Stahl Hettstedt
Bezirksmeisterschaft
1. Dynamo Halle 43,55
2. Chemie Rodleben 34,10
3. MK Ziegelrode 31,45
4. MK Benndorf 27,25
außer Konkurrenz: SSG Vatterode
Schalmeienkapellen
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Aktivist Luckenau
Bezirksmeisterschaft
1. Stahl Hettstedt EW 45,05
2. Stahl Hettstedt NW 44,15
3. Chemie Taucha 42,25
Fanfarenzüge
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Stahl Hettstedt
Bezirksmeisterschaft
1. Pädagogik Zeitz 36,70

Seite 4

Bezirksmeisterschaften von Gera

Die höchsten Noten bei den Schalmeienkapellen

Regelwidriger Doppelstart brachte Disqualifikation

In Großenstein wurde bestätigt, daß auch im Bezirk Gera die Spielleutebewegung einen neuen Aufschwung erlebt. Sicherlich hat man bei den Nachwuchs-Spielmannszügen noch Nachholebedarf gegenüber den Zentren unserer Republik, aber ansonsten durfte man sich an vielen guten Leistungen und auch an der diesem Wettkampf würdigen Organisation erfreuen.

Bei den Fanfarenzügen brachte sich neben den Sonderklassen-Kollektiven von Greika Greiz u. Fortschritt Teichwolframsdorf der Klangkörper von Einheit Elsterberg nachdrücklich ins Gespräch. Die höchsten Noten indes vergab das Kampfgericht bei den Schalmeien. Was hier der neue Bezirksmeister, die SG Neugersdorf bot, war schon beachtenswert. 46,10 Punkte erhielten die Neugersdorfer für ihre gefällige Choreographie, das saubere Spiel und den passablen Gesamteindruck. Die „Arbeitsmänner“ und „Freundschaft der Völker“ waren ihre Siegertitel. Das höherklassige Kollektiv aus Kleinreinsdorf mußte sich immerhin einen Rückstand von 4,10 Punkten gefallen lassen.

Bedauerlicherweise wurde die reibungslos abgewickelte Veranstaltung durch einen Regelverstoß der BSG Empor Klengel-Serba getrübt. Der Stabführer des Nachwuchsspielmannzuges spielte anschließend auch bei den Erwachsenen mit. Dieser Klangkörper erreichte zwar mit 39,80 Punkten die mit Abstand beste Bewertung bei den Spielmannszügen, mußte aber schließlich wegen des Verstoßes gegen die Wettkampfordnung disqualifiziert werden. Hauptkampfrichter Gerhard Schobes und die Kampfrichter Helga Neuwirth, Rüdiger Martin, Rolf Eimler, Lothar Lier, Michael Freitag, Sabine Dudeck, Rolf Jäger und Ute Zimmermann leisteten qualitativ Hochwertiges

IN DIE SONDERKLASSE stieg die Plauener Schalmeienkapelle auf. Die Empor-Sportler sehen wir hier bei ihrem Kür-Programm.

Resultate:

Spielmannszüge Erwachsene
1. Traktor Reichstädt 31,15
2.
 
Empor Klengel-Serba
 
39,80
diqualifiziert
Spielmannszüge Nachwuchs
1. Empor Klengel-Serba 27,20
2. Traktor Reichstädt 24,70
Schalmeienkapellen
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Stahl Maxhütte
Bezirksmeisterschaft
1. SG Neugersdorf 46,10
2. SG Kleinreinsdorf 42,00
Fanfarenzüge
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Greika Greiz
2. Fortschritt Teichwolframsdorf
Bezirksmeisterschaft
1. Einheit Elsterberg 36,65
2. Einheit Woltersdorf 22,50
MELDUNG AN DEN HAUPTKAMPFRICHTER erstattet der Stabführer von Aktivist Luckenau vor dem Pflichtprogramm zu den DDR Meisterschaften der Schalmeienkapellen.

Bezirksmeisterschaften von Frankfurt/Oder

Herausragend: Schwedt und Tiefbau Eberswalde

Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Besten

Die Frankfurter Bezirksmeisterschaften endeten zunächst mit einem irregulären Ergebnis, wie erst nach den Wettkämpfen festgestellt werden konnte. Durch einen Berechnungsfehler ergab sich, daß die Kollektive der AK und der SK/NW benachteiligt wurden. Bei diesen Kollektiven wurde nicht, wie in der Wettkampfordnung auf Seite 24, Punkt 8.3.1.1. zu 3. festgelegt, der zweite Kürmarsch als Pflichttitel und somit mit dem vorgegebenen Standardwert von 5,0 Punkten in der Schwierigkeit bewertet. Die am Ende dieses Beitrages veröffentlichten Resultate sind die korrigierten und somit endgültigen Ergebnisse der Bezirksmeisterschaften des Oderbezirkes.

Bei den Erwachsenen-Spielmannszügen lieferten sich Chemie PCK Schwedt und Tiefbau Eberswalde ein ausgesprochenes Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide, die zur Allgemeinen Klasse gehörenden Schwedter und das Kollektiv der Leistungsklasse III aus Eberswalde, boten in der Musikalität und Choreographie sehr gute Leistungen. Attraktiv auch der Auftritt des Nachwuchs-Spielmannzuges aus Schwedt, der sein Programm exakt bewältigte und technisch einen hohen Ausbildungsstand erreicht hat.

Resultate:

Spielmannszüge Erwachsene
1. Chemie PCK Schwedt 45,85
2. Tiefbau Eberswalde 45,50
3. Tiefbau Frankfurt/Oder 36,25
4. Motor Oderberg 35,25
Spielmannszüge Nachwuchs
Pokalwettbewerb der Sonderklassen-Kollektive
1. Chemie PCK Schwedt
Bezirksmeisterschaft
1. Tiefbau Eberswalde 37,10
2. Motor Oderberg 31,75
3. Tiefbau Frankfurt/Oder 23,70
4. Stahl 6isenhüttenstadt disqual.
Schalmeienkapellen
1. Tantow

Seite 5

Bezirksmeisterschaften von Karl-Marx-Stadt

Empor Plauen wird immer besser

Flöha erlebte eine Karl-Marx-Städter Bezirksmeisterschaft, die vor allem von den Schalmeienkapellen und dem Spielmannszug der Erwachsenen von Aufbau Karl-Marx-Stadt solide Leistungen brachte. Bleiben wir zunächst bei den Schalmeienkapellen. Empor Plauen hat hier mit dem Erwachsenen- und dem Nachwuchs-Kollektiv einen spürbaren Entwicklungsschritt vollzogen. Die vogtländische Metropole ist auf dem besten Wege, zu einem Zentrum des Schalmeienspiels zu werden. In dieses Lob sollte man auch noch Traktor Naundorf einbeziehen. Dieser Klangkörper gehörte ebenfalls zu den herausragenden Kollektiven dieser Titelkämpfe.

Bei den Spielmannszügen der Erwachsenen hatte man erwaret, daß sich die zur Leistungsklasse I gehörenden Zwickauer stärker in Szene setzen würden. Doch Sachsenring blieb mit 37,20 Punkten um über sechs Zähler hinter dem überlegen siegenden Spielmannszug von Aufbau Karl-Marx-Stadt (43,25) zurück. Die Bezirksstädter, sie gehören der Leistungsklasse II an, waren in Pflicht und Kür der überragende Klangkörper. Die SG Rothental beherrschte den gezogenen Pflichtmarsch (Kreuzfidele Kupferschmied) nicht und traten deshalb nicht an. Und noch etwas Unerfreuliches. Eine ganze Anzahl von Funktionären kennt offensichtlich die neue Wettkampfordnung noch immer nicht ausreichend. Der Zustand eines erheblichen Teils der Sportausweise in fast 75 Prozent der Kollektive spricht jedenfalls für diese Feststellung.

Resultate:

Bezirksmeisterschaft

Spielmannszüge Erwachsene
1. Aufbau Karl-Marx-Stadt 43,25
2. Sachsenring Zwickau 37,20
3. SG Marbach Schellenberg 36,75
4. Lok Zwickau 31.75
SG Rothental disqual.
Spielmannszüge Nachwuchs
1. Sachsenring Zwickau 35,95
Schalmeienkapellen Erwachsene
1. Empor Plauen 43,35
2. Traktor Naundorf 41,50
Schalmeienkapellen Nachwuchs
1. Empor Plauen 42,00
Fanfarenzüge
1. Motor Werdau 40,45
2. Wismut Aue 31,15
ZUR FEIERLICHEN ERÖFFNUNG bei den Kinder- und Jugendspartakiaden in den Bezirken unserer Republik spielten überall, so wie hier auf dem Leipziger Markt, Klangkörper der Spielleute des DTSB der DDR.

Bezirksmeisterschaften von Erfurt

Mühlhausens Kollektive beherrschten die Szene

Eindrucksvolles Massenspiel der „Schwarzen Amsel“

Eines sei gleich vorweggenommen: Die Thomas-Müntzer-Stadt Mühlhausen wurde ihrem Ruf gerecht, eine der Spielleute-Hochburgen unserer Republik zu sein. In Mühlhausen tat man

alles, um die Bezirksmeisterschaften

von Erfurt für. die 20

Spielmanns- bzw. Fanfarenzüge

-zu einem nachhaltigen Erlebnis

werden zu lassen. Auf dem bestens

präparierten Sportplatz

der BSG Turbine, auf ihm fanden

1975 die DDR-Meisterschaften

der Spielmannszüge statt,

besaßen alle Klangkörper jene

Bedingungen, die Voraussetzung

für gute Leistungen sind.

Zu einem Höhepunkt der ErÖffnungsveranstaltung

gestaltete

sich das gemeinsame Spiel der

„Schwarzen Amsel“ durch die

20 Kollektive. Hier zeigte sich

erneut, daß gerade dieser Titel

für ein Massenspiel außerordentlich

geeignet ist. Im Kampf um

den Bezirksmeistertitel der Erwachsenen-

Spielmannszüge gab

es zwar mit Sachsensiedlung

Mühlhausen, ein Kollektiv der

Leistungsklasse II, einen Souveränen

Sieger, doch hinter dem

Titelträger kam es doch zu einer

ganz schönen Drängelei. So lagen

der Zweite, die TSG Apolda,

und der Fünfte, Empor Bad Langensalza,

ganze 2,4 Punkte auseinander.

Dies verdeutlicht die

Ausgeglichenheit der Erfurter

Klangkörper. Schließlich entschied

sogar ein Zehntelpunkt

über den zweiten Platz. zugunsten

der Apoldaer gegenüber

Traktor Mellingen.

Erfreulich hoch war das Niveau

bei den besten Nachwuchs-

Spielmannszügen. Das Sonderklassen-

Kollektiv von Medizin

Mühlhausen, natürlich im Pokalwettbewerb

startend, wäre da

zu nennen, aber auch der Nachwuchs

von Lok Mühlhausen und

Sachsensiedlung Mühlhausen

wies Leistungssteigerungen nach.

Traktor Mellingen und Fortschritt

Heiligenstadt vermochten

hier natürlich nicht mitzuhalten

und - mußten: gegenüber den

stärksten Klangkörpern doch an

die 15 Punkte Differenz gestatten.

Traktor Luisental, als Kollektiv

der Leistungsklasse I gehörten

die Luisentaler zu den

Mitfavoriten, mußte disqualifiziert

werden.

Eine andere Überraschung,

freilich weitaus angenehmere,

gab es bei den Fanfarenzügen

durch Bachra. Das neue : Fanfaren-

Kollektiv zeigte bereits Erstaunliches,

so daß der Beifall

für die junge Truppe vollauf gerechtfertigt

war. Der weiteren

Entwicklung dieses Klangkörpers

kann man mit Interesse entgegensehen.

Lobend äußerte man sich auch

über die Kampfrichter aus dem

Bezirk Halle. Reiner Scheffler,

Michael Majowski, Leo Ertel,

Wolfgang‘ Nassel, Walter Koch,

Hans-Jürgen Fischer, Werner

Ahlborn und Detlef Gralow haben

sehr gut und vor allem auch

sehr schnell gearbeitet. Schwierigkeiten

gab es nur im Hauptpunkt

II bei den Fanfaren, da

keinerlei Noten vorhanden waren.

Resultate:

Spielmannszüge

Erwachsene

Pokalwettbewerb der

klassen-Kollektive

1. Medizin Mühlhausen

2. Lok Mühlhausen

3. Traktor Luisental

Bezirksmeisterschaft

1. Sachsensiedlung

Mühlhausen

. TSG Apolda 41,30

. Traktor Mellingen 41,20

. Fortschritt Heiligenstadt 39,65

. Empor Bad Lagensalza 38,90

Sonder-

47,60

nuN

Spie!mannszüge

Nachwuchs

Pokalwettbewerb der

klassen-Kollektive

1. Medizin Mühlhausen

Bezirksmeisterschaft

1. Lok Mühlhausen

2. Sachsensiedlung

Mühlhausen 45,95

3. Traktor Mellingen 31,60

4. Fortschritt Heiligenstadt 31,50

5. Traktor Luisental disqual.

Sonder-

47,85

Fanfarenzüge

Bereichsmeisterschaft Süd

1. Motor Werdau 32,00

2. Traktor Kutzleben disqual.

Pokalwettbewerb der Sonderklassen-

Kollektive

1. Lok Nordhausen

Bezirksmeisterschaft

1. Traktor Oßmannstedt 37,15

2. Bachra 36,55

Seite 6