
Am besten feiert man das mit neuen Informationen. Gesucht werden daher verstärkt fehlenden Daten, interessante Geschichten und alle Arten von Fotos, Dokumente usw., die es wert sind erhalten zu werden. Gern per Email an info@stabfuehrer.de
Der Tambour/Ausgabe 1978 04
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
| April 1978 | |
| Nummer: | 4/78 |
| Erschienen: | 04/1978 |
| Jahrgang: | 11 |
| Seiten: | 8 |
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Seite 1
HEUTE AUF SEITE
| 3 | „Calauer“ solcher Art kommen bei den Spielleuten an |
| 5 | Im iga-Bezirk blühen nicht nur die Blumen prächtig |
| 6 | Bewertungssystem der neuen WKO kennt keine Strafpunkte |

Dokumente beschlossen
Mit umfangreichen Informationen auf den Seiten 3 bis 5 über die Delegiertenkonferenzen in Leipzig, Cottbus, Frankfurt/Oder, Erfurt, Dresden, Halle und Suhl schließen wir die Berichterstattung über die BFA-Wahlversammlungen ab. Die Beratungen brachten den Beweis: Wir Spielleute sind auf den VI. Turn- und Sporttag des DTSB der DDR gut vorbereitet. Überall beschlossen die Delegierten Dokumente, die ganz auf die Verbreiterung der Massenbasis unseres Sports ausgerichtet sind, die den Stellenwert der Spielleutebewegung innerhalb des sozialistischen Sports höchst wirkungsvoll veranschaulichen. Wenn sich die Anzahl der Spielleute allein im Bezirk Cottbus fast verdoppelte, von 870 auf 1470 Sportlerinnen und Sportler, der Nachwuchs noch mehr in den Mittelpunkt rückte, die Dresdner bereits für sieben Spielmänner einen Übungsleiter ausgebildet haben, braucht uns um die Spielleutezukunft nicht bange sein.
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Wer hat Fragen zur Wettkampfordnung?
Da immer wieder Anfragen an den Sektor Spielleute zur neuen Wettkampfordnung gestellt werden, wollen wir in dieser Rubrik Fragen von Spielleuten beantworten, die von allgemeinem Interesse sein sollten. Alle Sportfreunde, die Fragen im Zusammenhang mit der Wettkampfordnung 1978 haben, können diese an den Sektor Spielleute des DTSB-Bundesvorstandes, 1055 Berlin, Storkower Straße 118, richten. Indes schließen diese Anfragen eine Änderung der WKO 78 aus (siehe WKO Spielmannszüge und Schalmeien, Punkt 14).
Frage: Nachwuchsspielmannszüge der Sonderklasse und der Leistungsklasse I als Teilnehmer der DDR-Meisterschaft und des Aufstiegsturniers sowie Mädchenspielmannszüge, die um den Pokal des ZMS kämpfen, bestreiten zentrale Wettkämpfe. Ihnen ist nur ein Kürtitel auferlegt. Wie erfolgt dort die Bewertung der Schwierigkeit und die Bewertung im Hauptpunkt II/Kür?
Michael Löwe, Medizin Mühlhausen
Um eine einheitliche Richtlinie für alle Klassen und Genres in der Wettkampfführung zu erarbeiten, mußte eine besondere Regelung getroffen werden. Nachwuchs- sowie Mädchenspielmannszüge sind sehr schnellebig. Ihnen kann deshalb kein zweiter Kürmarsch auferlegt werden. Um sie aber mit den Erwachsenenkollektiven gleichzusetzen und im Interesse eines einheitlichen Bewertungsmodus müssen hier die Werte verdoppelt werden. Der Schwierigkeitsgrad, für beide Kürtitel mit maximal 10,0 Punkten festgelegt, wird hier auf einen Kürtitel aufgeschlüsselt.
Bei den oben genannten Genres wird der Wert des Schwierigkeitsgrades für den einen zu spielenden Kürtitel verdoppelt.
Beispielsweise: „Laridah“ 2,3 Punkte — 4,6 Punkte gehen in die Wertung.
Der Hauptpunkt II/Kür baut sich wie folgt auf:
4,0 Punkte 1. Kürtitel
Variationsanteil
1,0 Punkte 1. Kürtitel
Lyrenanteil
4,0 Punkte 2. Kürtitel
Variationsanteil
1,0 Punkte 2. Kürtitel
Lyrenanteil
10,0 Punkte maximal
Bei einem Kürtitel der oben genannten Klassen ergibt sich folgendes am Beispiel Kürmarsch „Laridah“:
2,4 Punkte Variationsanteil verdoppelt ergibt 4,8 Punkte.
0,6 Punkte/Fehler der Lyren/verdoppelt ergibt 1,2 Punkte.
2,0 Punkte Vorgabe für Lyren minus 1,2 Punkte ergibt 0,8.
Resultat: 4,8 Punkte Variation plus 0,8 Punkte Lyrenanteil ergeben 5,6 Punkte im Hauptpunkt II/Kür, die in die Wertung eingehen.
Rolf Lorenz, Kommission Technik
Zeitzer Spielmannzug feiert Jubiläum
In diesen Tagen, chronistisch genau am 26. April, beging der Spielmannszug von Motor Zeitz seinen 25. Gründungstag. In diesem Zusammenhang feiern die rührigen Zeitzer ein anderes Jubiläum besonderer Art. Zum 25. Mal darf der traditionsreiche Klangkörper vor dem VEB Zemag den Demonstrationszug der Zeitzer Werktätigen zum 1. Mai anführen. Auf diesen Höhepunkt und auf die Wettkämpfe dieses Jahres bereiten sich die Jubilare natürlich intensiv vor. Dazu wünschen wir den Zeitzern allerbeste Erfolge.
Auf die Lumpziger darf man stolz sein
Seit vielen Jahrzehnten erklingt in Lumpzig Spielleutemusik. Lumpzig, der im Nordwesten des Kreises Schmölln liegende Ort, hat nicht einmal tausend Einwohner, ist stolz auf seinen Spielmannszug/Erwachsene und den eifrigen Musikantennachwuchs, immerhin werden in der Spielleutesektion der BSG Traktor etwa 20 zehn- bis 14jährige ausgebildet. Für sein erfolgreiches Wirken verlieh man dem Klangkörper die „Artur-Becker-Medaille“, und zeichnete die Lumpziger auch als „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ aus.
Nicht nur einen — viele Spitzenreiter
Im Pulk der Friedensfahrer, die in wenigen Tagen wieder auf den Straßen der Volksrepublik Polen, der CSSR und unserer Republik dahinjagen, gibt es einen Mann, der sich stets besonderer Aufmerksamkeit bei den Konkurrenten wie bei den Zuschauern erfreut: der Mann in Gelb, der Spitzenreiter. Der Beste des Pelotons. Aber immer nur ein einzelner.
Unsere „Eile mit Meile“-Bewegung bietet jedem und vielen — auch den Spielleuten, die immer mit ihrer Musik die Zehntausenden an der Strecke oder im Zielstadion erfreuen — gleichzeitig die Gelegenheit, Spitzenreiter, Träger des gelben Trikots zu werden.
Das ist neu in unserer Bewegung — das Trikot für eine bestimmte Anzahl von erreichten Meilen.
So gibt es für
1 bis 99 Meilen ein grünes Trikot,
100 bis 499 Meilen ein weißes Trikot,
500 bis 999 Meilen ein blaues Trikot,
1000 und mehr Meilen ein gelbes Trikot.
Während „Grün“ und „Weiß“ ab September gegen Vorlage des bestätigten Meilenpasses in den Sportartikelgeschäften gegen einen Unkostenbeitrag zu erwerben sind, geht man für „Blau“ und „Gelb“ einen anderen Weg. Die Meilenpässe und einen Unkostenbeitrag schickt man an die
Olympische Gesellschaft
104 Berlin,
Chausseestraße 29
und erhält anschließend das entsprechende Hemd zugeschickt.
1000 Meilen — gelaufen ergeben sie etwa die Entfernung Berlin — Moskau. Aber es muß nicht nur gelaufen werden, das ist ja klar. Wie weit kommt ein Spielmann? Wieviel Kilometer beträgt die Summe seiner zurückgelegten Meilen?
Über möglichst viele Träger des Gelben auch aus den Reihen unserer Spielleute würden wir uns — und sicher auch Sie — natürlich sehr freuen.
CHRISTOPH HÖHNE, Vorsitzender des Meilenkomitees der DDR
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Delegiertenkonferenzen zur Wahl der neuen Bezirksfachausschüsse
BFA-Wahlversammlung in Leipzig
Tauchaer Traditionen sind Verpflichtung
Zwischen Kohrener Land und Dübener Heide tut sich was
| Kreisfachausschüsse: 4. Sektionen: 21. Mitglieder: 1156. Klangkörper: 26 (13 Spielmannszüge Erwachsene, 8 Nachwuchsspielmannszüge, 3 Schalmeienkapellen, 2 Fanfarenzüge). Übungsleiter: 72. Kampfrichter: 11. BFA-Vorsitzender: Gerhart Steinert. |
Leipzig gehörte einst zu den Zentren der Spielleutebewegung in unserem Lande. Doch seit einiger Zeit vermochte man mit dem Entwicklungstempo der führenden Bezirke nicht mehr so recht mitzuhalten, büßte man ehemalige Positionen ein. So war es nicht verwunderlich, daß sich die Aktivisten der Spielleute auf ihrer Delegiertenkonferenz in Wurzen vor allem mit der Verbreiterung ihrer Massenbasis auseinandersetzten. In erster Linie bei den Spielmannszügen haben die Leipziger Boden verloren. Dies betrifft nicht nur das Kollektiv von Ragewitz-Dürrweitzschen, sondern auch die gegenwärtige Situation im Sonderklassen-Klangkörper der BSG Traktor Taucha. Die Tauchaer mußten sich unbequeme Fragen zu mangelnder Einstellung und ungenügender Disziplin gefallen lassen. Gerade von den seit Jahrzehnten weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannten Tauchaern erwarten die Leipziger, und nicht nur sie, wesentliche Impulse für die Spielleutebewegung. Tradition verpflichtet! Dies sollte sich das Kollektiv aus dem Leipziger Landkreis zu Herzen nehmen.
Was man durch zielstrebige Arbeit erreichen kann, verdeutlichte die SG Süptitz. „Viele von uns kennen noch die bescheidenen Anfänge und den beschwerlichen Weg dieser rührigen Sportgemeinschaft vor den Toren Torgaus“, urteilte BFA-Vorsitzender Gerhart Steinert. „Das Erwachsenen-Kollektiv wurde nun sogar Bezirksmeister, der Süptitzer Nachwuchs sicherte sich ebenfalls den Bezirkstitel und den Pokal noch dazu.“ Diese Erfolge kamen nicht von ungefähr. Über die systematische Ausbildung von Übungsleitern schufen sich die Süptitzer die Voraussetzungen für den angestrebten Leistungszuwachs. Jetzt sind die Süptitzer dabei, an der Erweiterten Oberschule Torgau ein Nachwuchskollektiv aufzubauen und wollen natürlich den Kreisstädtern durch Übungsleiter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Patenschaftsarbeit wird übrigens im gesamten Bezirk groß geschrieben. Da sind die Beziehungen zwischen den Schalmeienkapellen von Zinna-Welsau und Traktor Langenreichenbach zu nennen. Die Zinnaer Funktionäre leisteten erhebliche Hilfe bei der Gründung dieses Klangkörpers, der sich inzwischen schon ganz schön gemausert hat. Beispielhaft auch der Fanfarenzug der Sonderklasse von Einheit Pädagogik Leipzig, der uneigennützig an der Neugründung des 60 Mitwirkende umfassenden Fanfarenzuges von Medizin Markkleeberg beteiligt war.
Wenn man noch erfährt, daß Sportfreund Langlotz an der Dr.-Hermann-Duncker-Oberschule Leipzig einen Nachwuchsspielmannszug aufbaut, die BSG Motor West Leipzig um Unterstützung bei der Gründung eines Nachwuchsspielmannszuges bat — hier darf mit der Hilfe von LVB gerechnet werden — in Gößnitz der Nachwuchsspielmannszug der SSG Gößnitz zur DTSB-Bezirksorganisation stieß, sollte man eigentlich der Entwicklung in Leipzig voller Optimismus entgegensehen. Immerhin wollen die Spielleute zwischen Döbeln und Delitzsch, Schmölln und Oschatz, Kohrener Land und Dübener Heide in den nächsten beiden Jahren fast 200 neue Mitglieder in ihren Klangkörpern aufnehmen. Dafür will man jährlich je 15 Übungsleiter der Stufe I und 12 der Stufe II ausbilden. In der Entschließung versicherte man, daß alle zentralen Lehrgänge, an denen Übungsleiter der Stufe III ihre Qualifikation erhalten, voll ausgenutzt werden.
BFA-Vorsitzender Gerhart Steinert (Einheit Wurzen) und Herbert Ritzschel (LVB Leipzig) wurden für langjährige verdienstvolle Tätigkeit in der Spielleutebewegung mit der Ehrennadel des DTSB der DDR in Gold bzw. in Silber geehrt.
BFA-Wahlversammlung in Cottbus
„Calauer“ solcher Art kommen überall an
600 neue Spielleute im Energie-Bezirk
„Im „Volkshaus“ Ruhland, hier tagte die Cottbuser Delegierten-Konferenz, sprach jeder sechste der 45 Spielleuteaktivisten zur Diskussion. Und die Cottbuser hatten etwas zu sagen. 600 Spielleute des Bezirkes waren maßgeblich an der eindrucksvollen Darstellung der Spielleutebewegung durch Musikschau und Musikparade zum „VI.“ in Leipzig beteiligt. „Der Schwung des VI. Turn- und Sportfestes wurde von uns gut genutzt“. resümierte der wiedergewählte BFA-Vorsitzende, Friedrich Hollmeyer. „Über 600 neue Mitglieder stießen zur Bezirksorganisation der Spielleute“, konnte Friedrich Hollmeyer den Delegierten berichten.
Mit 1470 Sportlerinnen und Sportlern gehören die Cottbuser jetzt auch quantitativ zu den leistungsstärksten Spielleuten in unserer Republik. Keinen geringen Anteil daran hat der Kreis Calau. Durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen DTSB, der Abteilung Volksbildung des Rates des Kreises und den polytechnischen Oberschulen des Territoriums konnte sich die Mitgliederzahl der Spielleute mehr als verdoppeln. Von 89 wuchs die Schar der Musikanten auf, sage und schreibe, 220 an. Dies kann sich schon sehen lassen.
Nachwuchssorgen kennen die Calauer also nicht. Immerhin bildeten sich bei der TSG Lübbenau (Fanfarenzug) und in Altdöbern (Spielmannszug) neue Klangkörper. Doch nicht nur im Kreis Calau entwickelte sich die Arbeit mit dem Nachwuchs in erfreulichem Maße. Die SG Traktor Fichtenberg und auch Einheit Bad Muskau meldeten Neugründungen von Kollektiven. Der Mädchenspielmannszug von Fortschritt Cottbus kann auf die doppelte Mitgliederstärke gegenüber der vergangenen Wahlperiode verweisen. 151 Übungsleiter in drei verschiedenen Stufen bildeten die Cottbuser aus, um ihrem Nachwuchs die günstigsten Trainingsbedingungen schaffen zu können.
Nicht zufrieden war man mit der Ausbildung von Kampfrichtern. Hier hat der Bezirk erheblichen Nachholebedarf. Ob man mit den neun Kampfrichtern, die auszubilden man sich in der Entschließung vorgenommen hat, die Lücke zu schließen vermag, bleibt abzuwarten. Indes scheinen die Ziele bei neuen Übungsleitern weit höher gesteckt. 50 Übunsgsleiter der Stufe I, 10 der Stufe II und 2 der Stufe III sind hier ins Visier genommen.
Zur guten Bilanz der Cottbuser muß man auch die Leistungen zählen, die von den Spielleuten zur Verschönerung der Sportstätten geleistet wurden. Werte von 120 000 Mark schufen die Sportlerinnen und Sportler. In Lauta, Ruhland und Hindenberg baute man neue Trainingsanlagen. Die Spielleute von Traktor Hirschfeld errichteten eine schmucke Freilichtbühne, die natürlich nun auch Wirkungsstätte dieses Kollektivs ist.
In der Diskussion berichtete Helmut Winkler von der BSG Lauchhammer Ost über die Situation in seinem Kollektiv, das mit der Entwicklung der Spielleutebewegung im Bezirk nicht so recht Schritt zu halten wermochte. In Lauchhammer weht inzwischen ein anderer Wind. Die Spielleute stellten sich selbst neue Anforderungen und wollen in diesem Jahr in die Leistungsklasse I zurückkehren, der sie ja einmal angehörten. Rudolf Busse, Sektionsleiter der TSG Lübbenau, dankte für die umfangreiche Unterstützung, die den Spielleuten von der Partei der Arbeiterklasse, zahlreichen gesellschaftlichen Organisationen und der Volksbildung zuteil wurde. „Nur so war es möglich, einen stabilen Leistungsstand zu erreichen, auf den wir zu recht alle stolz sind.“
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Delegiertenkonferenzen zur Wahl der neuen Bezirksfachausschüsse
BFA-Wahlversammlung in Frankfurt/Oder
Oderberger Methoden blieben nicht geheim
Stützpunktproben sollen Gesamtniveau weiter anheben
| Kreisfachausschüsse: 1. Sektionen: 8. Mitglieder: 473. Klangkörper: 14. (6 Spielmannszüge Erwachsene, 5 Spielmannszüge Nachwuchs, 1 Spielmannszug Mädchen, 2 Schalmeienkapellen). Übungsleiter: 19. Kampfrichter: 9. BFA-Vorsitzender: Bernd Neumann. |
Im Sportlerheim des Fritz-Lesch-Stadions in Eberswalde-Finow berieten die besten Spielleute des Bezirkes Frankfurt (Oder) ihre künftigen Aufgaben. Ein Bezirk, in dem gerade in jüngster Vergangenheit die Spielleutebewegung erfreulichen Auftrieb erhalten hat. Schließlich entwickelte sich der Nachwuchsspielmannszug von Chemie PCK Schwedt sogar zu einem der besten Klangkörper der Republik, nachdem er 1974 völlig neu aufgebaut werden mußte. Sicherlich ist heute der Schwedter Spielmannszug das „Trumpf-As“ im Bezirk, nichtsdestotrotz vollbringen auch die Spielmannszüge von Tiefbau Eberswalde und Motor Oderberg, die ebenfalls vor vier Jahren neu begannen, gute Leistungen. Gerade die Oderberger erreichten in der Ausbildung des Nachwuchses Besonderes, verstand man es beispielhaft, eine neue Trainingsqualität durchzusetzen.
Vom einmaligen Training pro Woche ging man zu zwei, ja, drei Übungsabenden über. Vor allem das Können der Trommler konnte in verhältnismäßig kurzer Zeit auf ein erstaunliches Niveau gebracht werden. Die Oderberger behielten ihre Erfahrungen nicht für sich, sondern vermittelten ihre Trainingsmethoden uneigennützig den Schwedtern und Frankfurtern, die regelmäßig zu Konsultationen in Oderberg weilten. Dies ist typisch für das gute, kameradschaftliche Klima, das in der Bezirksorganisation herrscht, erklärt die Fortschritte, die man diesem Bezirk unbedingt bescheinigen muß.
Natürlich haben die Frankfurter auch ihre Sorgen und Probleme. Im Rechenschaftsbericht, den der BFA-Vorsitzende Bernd Neumann vortrug, und in den meisten Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, daß man sich mit dem Zurückbleiben einiger Kollektive nicht abfindet. Vermochte man in Biesenthal die Stagnation zu überwinden, hält diese in Eisenhüttenstadt und Hohenwutzen noch immer an, konnte sogar in Gartz und Neureetz die Auflösung der Kollektive nicht verhindert werden.
Die Vorhaben, in den Kreisen Seelow, Beeskow und Fürstenwalde Klangkörper zu bilden, scheiterten ebenfalls. „Es hat sich gezeigt“, erläuterte Bernd Neumann, „daß dort, wo sich ein Funktionär oder Übungsleiter mit Leidenschaft engagiert, auch Erfolge eintreten. Allzuoft hängt die Existenz eines Klangkörpers noch vom Idealismus, der Einsatzbereitschaft eines Einzelnen ab.“
Die Delegierten beschlossen Maßnahmen, wie diesen Kollektiven wirkungsvoll geholfen werden kann. Vorrangig konzentriert man sich auch auf die Heranbildung einer neuen Übungsleitergeneration, um hier eine weitere Verbesserung im Trainings- und Wettkampfbetrieb zu erreichen. In den nächsten beiden Jahren sollen insgesamt 30 Übungsleiter zur Verfügung stehen, die aber nicht nur in den Statistiken auftauchen, sondern tatsächlich aktiv sind. Auch das Wettkampfsystem innerhalb des Bezirkes wird erweitert und durch weitere Kampfrichter (bis 1980 insgesamt 14) die Voraussetzung dazu geschaffen.
All diese Vorhaben sind eingebettet in den Wettbewerb „Sportstafette DDR 30“, an dem sich alle Kollektive des Oderbezirkes beteiligen. Dazu gehören auch künftige Stützpunktproben, bei denen das laufende Pflichtprogramm vermittelt, aber auch die effektivsten Trainingsmethoden gelehrt werden.
Die Delegierten ehrten auch ihre verdienstvollsten Spielleute. Da sind vor allem Heinz-Dieter Peech von Tiefbau Frankfurt (Oder), Wilfried Röglin von Chemie PCK Schwedt, Kerstin Petzner und Ilona Hering von Tiefbau Eberswalde und der Oderberger Wolfgang Beiersdorf zu nennen.
BFA-Wahlversammlung in Dresden
7:1 für die Spielleute
Die Spielleute des Bezirkes Dresden gehörten im Vorjahr zu den Besten im Wettbewerb. Daß hier ihr hervorragender 2. Platz nicht von ungefähr kam, bewies die Delegiertenkonferenz in der Bezirksstadt. Die Mitgliederzahl erhöhte sich um 20 Prozent von 935 auf 1104 Aktive. 130 Übungsleiter der Stufe I bildete man aus. So steht jetzt ein Übungsleiter für sieben Spielleute zur Verfügung. Dies ist vorbildlich für die Spielleutebewegung insgesamt in unserer Republik und ermöglicht den Dresdnern effektive Trainingsstunden. Auch das Anwachsen der Kampfrichtergilde von 6 auf 25 verdient alle Beachtung. Ebenso die Bildung drei neuer Sektionen in Bautzen, Niesky und Dresden. Natürlich gehören auch die 20 000 Stunden, die man zur Verschönerung der Sportstätten und der Werterhaltung leistete, zur erfreulichen Bilanz.
Die lobenswerte Entwicklung soll freilich beibehalten, ja, auf noch höhere Ebene innerhalb des Wettbewerbs „Sportstafette DDR 30“ geführt werden. So wollen die Dresdner u. a. zwei Nachwuchskollektive in Lommatzsch und Canitz aufbauen, in den Kreisen Pirna, Dippoldiswalde und Sebnitz weitere Klangkörper entwickeln. Das Verhältnis Spielmann-Übungsleiter wollen die Freunde zwischen Lommatzscher Pflege und Sächsischer Schweiz, Oybin und dem Osterzgebirge auch bei den geplanten Neuzugängen eher auf 6:1, als auf einen ungünstigeren Wert bringen. Deshalb sind 53 neue Übungsleiter vorgesehen. Außer den regelmäßigen Übungsstunden zur kontinuierlichen Verbesserung des musikalischen Könnens, schenkt man der sportlichen Ausbildung künftig mehr Aufmerksamkeit.
Manfred Schneider (SG Oberlichtenau) wurde mit der Ehrennadel des DTSB der DDR ausgezeichnet. Gottfried Hesse (Robotron Radeberg) wählte man zum BFA-Vorsitzenden.
BFA-Wahlversammlung in Halle
Sieger im Wettbewerb
Die 1453 Spielleute des Bezirkes Halle (1974 gab es nur 1195) gehören vom musikalisch-techtechnischen Niveau her seit langem zu den am besten ausgebildeten Aktiven unserer Spielleutebewegung. Auf ihrer Delegiertenkonferenz wurde deutlich, wo die Ursachen zu dieser führenden Position zu suchen sind. Da ist die politische Reife der 29 Hallenser Kollektive zu nennen, da findet vor allem die Ausbildung der Klangkörper enorme Aufmerksamkeit. Am Anfang der zu Ende gegangenen Wahlperiode gab es 76 Übungsleiter im Bezirk. Jetzt kann man auf die doppelte Anzahl zurückgreifen (153). Bis zum 30. Jahrestag unserer Republik soll die Übungsleitergruppe auf 190 „aufgestockt“ werden.
Die Hallenser hatten allein drei Wettbewerbsetappen für sich entschieden und durften deshalb das Ehrenbanner des DTSB-Bundesvorstandes endgültig in ihren Besitz nehmen. Ohne den Anteil der anderen Kollektive zu schmälern, verdienen hier besonders die Klangkörper von Aktivist Luckenau I, Dynamo Halle und MK Ziegelrode Anerkennung, die für ihre vorbildlichen Wettbewerbsleistungen vor den Delegierten geehrt wurden.
Und auch dies ist noch nicht überall die Norm: 1178 Sportlerinnen und Sportler erfüllten die Bedingungen für das Sportabzeichen. Dies sind 81 Prozent aller Spielleute des Bezirkes. Wer bietet mehr?
Auf Lorbeer wollen sich die Hallenser nicht ausruhen, immerhin gehören allein 5 ihrer 15 Spielmannszüge/Erwachsene der Sonderklasse an. So will man bei der BSG Post Halle einen Fanfarenzug (120 Mitwirkende!), bei Aufbau Gernrode und Motor Zeitz je einen Nachwuchsspielmannszug und bei Buna Halle-Neustadt einen Spielmannszug aufbauen.
Karlheinz Seifert wurde zum BFA-Vorsitzenden wiedergewählt.
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Delegiertenkonferenzen zur Wahl der neuen Bezirksfachausschüsse
BFA-Wahlversammlung in Erfurt
Im iga-Bezirk blühen nicht nur die Blumen
Nachwuchsarbeit auch in Erfurt Schlüssel zum Erfolg
| Kreisfachausschüsse: 3. Sektionen: 19. Mitglieder: 1108. Klangkörper: 24 (13 Spielmannszüge Erwachsene, 6 Nachwuchsspielmannszüge, 5 Fanfarenzüge). Übungsleiter: 97. Kampfrichter: 37. BFA-Vorsitzender: Egon Herrmann. |
Voller Stolz wiesen die Erfurter darauf hin, daß fast jedes vierte Mitglied der Bezirksdelegation zum VI. Turn- und Sportfest und zur VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR ein Spielmann war. Dies verdeutlicht den Stellenwert, den die Spielleute zwischen Wartburg und Hainleite, Eichsfeld und den Drei Gleichen besitzen. Allein 14 Erfurter Kollektive waren 1977 in Leipzig dabei. Hier wird der hohe Leistungsstand erkennbar, den man den Klangkörpern des iga-Bezirkes überall bescheinigt. Aber Qualität entwickelt sich nicht von selbst. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt auch bei uns in kontinuierlicher Nachwuchsarbeit, gewissenhafter Ausbildung der jungen Spielleute“, äußerte Ulli Wiedenroth, der verantwortliche Funktionär im Nachwuchsbereich.
Medizin Mühlhausen und Traktor Luisenthal bildeten neu Jungen und Mädchen aus, aber auch bei Lok Mühlhausen, Sachsensiedlung Mühlhausen und in Mellingen entstanden neue Nachwuchsspielmannszüge. Nicht zuletzt gehört auch der Fanfarenzug von Bachra und der Nachwuchsspielmannszug von Niederroßla, beide gründete man erst vor einem Jahr, zur guten Bilanz der Erfurter.
Umso mehr ärgert man sich über das Nachwuchskollektiv von Traktor Wickerstedt, deren Leitung die jungen Spielleute dieses Klangkörpers regelrecht isolierte. So negieren die Wickerstedter grundsätzlich jede Einladung zu Lehrgängen, bleiben sie auch den Beratungen des BFA bzw. KFA unentschuldigt fern. Die Delegierten beauftragten den Kreisfachausschuß Apolda, den Wickerstedter Spielleuten künftig besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und vor allem die Leitung dieses Erfurter Sorgenkindes zu jenem Führungsstil zu erziehen, der in allen anderen Klangkörpern des Bezirkes selbstverständlich ist.
Vorbildlich sind die Formen der Aus- und Weiterbildung, die man im BFA beschreitet. Die Erfurter werden regelmäßig neben Übungsleiterlehrgängen sogenannte Bezirksübungsstunden organisieren. Wochenendlehrgänge in Nordhausen und Seebergen leiteten die neue Phase der Übungsleiter-Qualifizierung gewissermaßen ein.
Die Erfurter Spielleute-Aktivisten beschlossen den Wiederaufbau eines Bezirksmusikkorps. 150 Sportlerinnen und Sportler aus Erwachsenen-Spielmannszügen und Klangkörpern des Nachwuchses sowie 100 Aktiven aus Fanfarenzügen sollen den Kern des Bezirksmusikkorps bilden. Weitere Klangkörper werden in den Kreisen Bad Langensalza und Gotha gegründet.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Führung des sozialistischen Wettbewerbs innerhalb der „Sportstafette DDR 30“. So schafft man Voraussetzungen, um jährlich mindestens 50 Mädchen und Jungen für die Spielleute zu gewinnen. Auch will man im gleichen Zeitraum den Stamm der Übungsleiter um mindestens 20 erweitern und 5 zusätzliche Kampfrichter ausbilden. 90 Prozent aller Spielleute werden die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllen. Mit Stolz berichtete Günter Urban von der BSG Medizin Mühlhausen, wie sich sein Kollektiv in der zurückliegenden Wahlperiode in 844 Übungsstunden, 14 Trainingslagern und 9 Lehrgängen auf die Wettkämpfe vorbereitet hat. Die Mühlhausener bereicherten 142 Veranstaltungen durch ihren Auftritt und warben auf diese Weise sehr wirkungsvoll für die Spielleutebewegung insgesamt. Die Erfahrungen seines Kollektivs sind nicht nur für den Bezirk Erfurt von großer Bedeutung.
BFA-Wahlversammlung in Suhl
Geraberger Beispiel
In Gehren tagten die Spielleute des kleinsten Bezirkes unserer Republik. Obwohl es derzeit im Thüringer Wald nur 200 Spielleute gibt, brauchen die Suhler ihre Bilanz nicht hinterm Berge zu halten. Vor allem in den Sektionen von Chemie TW Geraberg und Traktor Gehren, hier gibt es jeweils einen Erwachsenen- und einen Nachwuchsspielmannszug, leistete man Hervorragendes. Immerhin gewann der Geraberger Nachwuchs das „Fritz-Weineck-Ehrenbanner“ gegen die Konkurrenz aus allen Teilen der Republik. Die Geraberger konnten mit dem Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv der DDR“ geehrt werden. Sichtbarer Ausdruck des Leistungsanstieges der Suhler sind die Siege beider Klangkörper beim Aufstiegsturnier zur Sonderklasse des DTSB der DDR. Gab es im Bezirk vor vier Jahren lediglich zwei Kollektive der Leistungsklasse II, die anderen gehörten der allgemeinen Klasse an, so unterstreichen heute die beiden Sonderklassen-Kollektive den Qualitätszuwachs der Suhler.
Natürlich hat so ein kleiner Bezirk mit viel zu geringer Spielleutebasis seine Probleme. Die Mäbendorfer benötigen dringend junge Musikanten, einige der 15 Aktiven sind bereits über 70 Jahre alt. In Geschwenda geht es nicht wie gewünscht voran, da hier qualifizierte Übungsleiter fehlen. Die Spielleute von Fortschritt Geschwenda sollten den Weg zum Erfahrungsaustausch nach Geraberg nicht länger hinausschieben, zumal es in Geschwenda viele talentierte Sportler gibt. Die Gehrener und Martinrodaer haben diesen Schritt bereits getan und dies mit Gewinn für sie und den gesamten Bezirk.
Die Sportfreunde Schramm, Kühn (beide Geraberg) und Möller (Gehren) zeichnete man für beispielhafte Leistungen aus.
Die Sozialistische Sportorganisation sichert das sportliche und kulturpolitische Wirken der Spielleutebewegung sowie der Sportwerbegruppen und Sportensembles im DTSB als Agitatoren und Propagandisten der sozialistischen Körperkultur.
Unserem Bekenntnis zur Politik der Partei der Arbeiterklasse sollen neue und überzeugende Taten folgen!
Nutzen wir besonders die Vorbereitung des 30. Jahrestages der Gründung unserer sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik, um mit dem Wettbewerb „Sportstafette DDR 30“ in Schule, im Beruf und im Sport vielfältige Initiativen und Aktivitäten der Sportlerinnen und Sportler zu entwickeln.
Aus dem Entwurf der Entschließung des VI. Turn- und Sporttages des DTSB der DDR
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Interpretationen zur neuen Wettkampfordnung
Bewertungssystem der neuen WKO kennt keine „Strafpunkte“ mehr
Künftig Vorgabepunkte als Abzugsbasis bei allen Wettkämpfen
1977, das Jahr des VI. Turn- und Sportfestes der DDR, bot den Spielleuten aller Genres Gelegenheit, durch den Wegfall zentraler Wettkämpfe die „Testwettkampfordnung“ zu den Bezirksmeisterschaften zu prüfen. Als Schwierigkeit dieses Bewertungssystems erwies sich der Einsatz von 18 Kampfrichtern zu regionalen bzw. zentralen Wettkämpfen oder 9 Kampfrichtern zu den regionalen Wettkämpfen, wobei hier nur ein Kampfrichter eine komplette Bewertung eines Unterpunktes vornahm, was eine gewisse Subjektivität nicht ausschloß.
In einer Auswertung der Wettkämpfe und in der Zusammenfassung der Ergebnisse nach den Bezirksmeisterschaften 1977 wurde eine Arbeitsberatung durchgeführt, zu der Fachleute aller Genres geladen waren, um den Grundstein für die neue Wettkampfordnung zu legen. Leider fehlten die Vertreter der Kommissionen Schalmeien und Fanfaren, die auf ihrem Gebiet die fachspezifischen Beiträge geben sollten. Sportfreund Müller (Dynamo Halle) präsentierte in seinem Vorschlag das alte Bewertungssystem mit vier Hauptpunkten in einem völlig neuen Kleid. Viele Vorschläge, die in der Diskussion gemacht wurden, gingen in das neue Bewertungssystem ein.
Einstimmigkeit herrschte bei dem Vorschlag, Punkte nicht als Bestrafung zu geben, sondern Vorgabepunkte als Abzugsbasis anzuwenden. Dies heißt, von 60 Punkten bei regionalen Wettkämpfen (beispielsweise Bezirksmeisterschaften) bzw. 100 Punkten bei zentralen Veranstaltungen erfolgt für auftretende Fehler der entsprechende Punktabzug.
Betrachten wir in der neuen Wettkampfordnung den Wertungsdurchgang regionaler oder zentraler Wettkämpfe, so stellen wir fest, daß die Unterpunkte entfallen sind. Die vier Hauptpunkte umfassen jeweils einen bestimmten Bereich an Kriterien, die insgesamt pro Hauptpunkt mit 10,0 Punkten Vorgabe festgelegt sind. Von diesen 10,0 Punkten erfolgt der entsprechende Abzug. Hierbei gibt es keine Gliederung der beiden zu bewertenden Titel oder konstante Abzugsbasen für bestimmte Kriterien, sondern der Abzug erfolgt von 10,0 Vorgabepunkten generell. Das heißt, treten beispielsweise im Vortrag eines Kollektivs während einer Bezirksmeisterschaft im Kürtitel 6,5 Punkte Abzugsfehler auf, so verbleiben für den Pflichttitel nur noch 3,5 Punkte als Abzugsbasis. Gleiches kann natürlich auch umgekehrt passieren.
Eine Ausnahme im Bewertungsmodus bildet der Hauptpunkt II der Kür zentraler Wettkämpfe: Die. 10,0 Punkte teilen sich hier auf in
5,0 Punkte erster Kürtitel und
5,0 Punkte zweiter Kürtitel.
Die jeweils 5,0 Punkte setzen sich zusammen aus 4,0 Punkten maximalen Variationsanteil (zu entnehmen aus der Anlage 3 bzw. den kommenden laufenden Ergänzungen, die in dieser Tabelle nachzutragenn sind) plus 1,0 Punkt Lyrenspiel. Hier erfolgt die Wertung im Hauptpunkt II/Kür als einzige Ausnahme getrennt nach erstem und zweitem Kürtitel.
Eine Ausnahme im gesamten Abzugssystem bilden die feststehenden Konstanten, wie Schwierigkeitsgrad und Variationsteil. Sie werden entsprechend ihrem Einsatz (regionale oder zentrale Wettkämpfe) verdoppelt und als Betrag in die Wertung eingesetzt. Sie werden nicht von den Vorgabepunkten abgezogen.
Beispielsweise:
| „Laridah“ | 2,3 Punkte | |
| „Groß-Berlin“ | 1,8 Punkte | |
| Gesamt | 4,1 Punkte |
(Falsch wäre, wenn diese Punkte von den 10,0 Punkten Vorgabe abgezogen würden.)
Der Schwierigkeitsgrad, in der Vergangenheit oft Stein des Anstoßes beim Mitteln der Ergebnisse (er floß im Hauptpunkt 1 mit in die zu mittelnde Wertung ein), mußte aus der offiziellen Pflicht-Kür-Bewertung herausgenommen werden. Somit stand das erste große Problem: Neuaufbau des Bewertungssystems.
Dazu wurde folgende Lösung gefunden:
Regionale Wettkämpfe:
- 40,0 Punkte/max.
(resultierend aus vier Hauptpunkten mit je 10,0 Punkten im Kür- und Pflichtdurchgang)
5,0 Punkte/max.
Schwierigkeitsgrad/Kürtitel
5,0 Punkte/konstant
Schwierigkeitsgrad/Pflichtmarsch
- 10,0 Punkte/max.
- Strafskala
60,0 Punkte/max.
Wertungsergebnis
Zentrale Wettkämpfe:
- 40,0, Punkte/max.
Kürdurchgang
40,0 Punkte/max.
Pflichtdurchgang
5,0 Punkte/max.
1.Kürtitel
5,0 Punkte/max.
2. Kürtitel
- 10,0 Punkte/max.
- Strafskala
100,0 Punkte/max.
Wertungsergebnis
Die Schwierigkeitsgrade der Kürtitel zentraler Wettkämpfe werden addiert und gehen in dieser Höhe in die Wertung ein. Bei regionalen Wettkämpfen teilen sich die 10,0 Punkte/max. für die Schwierigkeit wie folgt auf:
- 5,0 Punkte/max. für den Kürtitel und
5,0 Punkte/konstant für den ausgelosten Pflichtmarsch (unabhängig vom tatsächlichen
Schwierigkeitsgrad)
Rolf Lorenz, Kommission Technik
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Ausschreibung
für die Berliner Bezirksmeisterschaften der Spielleute des DTSB der DDR
1. Veranstalter:
BFA Spielleute Berlin
2. Mit der Durchführung beauftragt:
BFA Berlin und KV Prenzlauer Berg
3. Art der Veranstaltung:
Meisterschaften aller Klangkörper des DTSB der DDR in Berlin
4. Teilnehmer:
Alle im DTSB der DDR organisierten Kollektive aus Berlin und den Bereichsklassen Nord Fanfaren und Schalmeien
5. Ort:
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark Cantianstraße
6. Wettkampftermin:
7. Mai 1978, von 10 bis 15 Uhr
7. Anreise:
Berliner Kollektive bis 9.30 Uhr
Schalmeienkapellen Nord bis 10.30 Uhr
Fanfarenzüge Nord bis 11 Uhr
8. Wettkampfbestimmungen:
Gemäß Wettkampfordnung der Spielleute des DTSB der DDR vom 1. Januar 1978
9. Termine und Einzahlungen:
a) Meldebogen
bis 31. März 1978 an den DTSB-Bezirksvorstand Berlin, Gertraudenstraße 10/12, Abt. Prop./Kultur/Int. Arbeit
b) Verpflegungsgeld
zwei Mark pro Teilnehmer an Stadtsparkasse Berlin, Konto-Nr. 6652-37-3197
c) Einreichen der Noten:
siehe Meldebogen. Pflichtmärsche entsprechend der Klasseneinteilung und „tambour“ Nr. 5/77. Kürmärsche entsprechend der WKO.
10. Fahrgeldrückerstattung:
Die Rückerstattung erfolgt nur auf Sammelfahrschein der DR für Sportfahrten.
BFA Spielleute Berlin
Ausschreibung
für die Erfurter Bezirksmeisterschaften der Spielleute des DTSB der DDR
1. Veranstalter:
BFA Spielleute Erfurt
2. Mit der Durchführung beauftragt:
BSG Medizin Mühlhausen
3. Art der Veranstaltung:
Meisterschaften des Bezirkes Erfurt aller Klangkörper des DTSB der DDR
4. Teilnehmer:
Alle Erwachsenen- und Nachwuchsspielmannszüge sowie die Fanfarenzüge des DTSB der DDR des Bezirkes Erfurt
5. Ort und Termin:
Mühlhausen, Stadion oder Sportplatz an der Aue
Beginn: 4. Juni 1978, 9 Uhr
6. Org.-Büro
Sportplatz
7. Startgebühren:
Alle teilnehmenden, Erwachsenen-Kollektive haben eine Startgebühr von 20 Mark zu entrichten.
8. Verpflegung:
Mittagessen je 3 Mark pro Sportler
9. Fahrtkosten:
Die Fahrtkosten werden zur Hälfte zurückerstattet (Sammelfahrschein der Deutschen Reichsbahn)
10. Wettkampfbestimmung:
Gemäß Wettkampfordnung der Spielleute des DTSB der DDR vom 1. Januar 1978
11. Wettkampfprogramm:
Der Wettkampf wird für alle Klassen in einem Durchgang durchgeführt. Kür- und Pflichtmärsche siehe Wettkampfordnung.
12. Meldung:
a) Die Meldungen sind mit Abgabe der Kür- und Pflichtmärsche (siehe WKO) bis zum 1. Mai 1978 an Egon Herrmann, 57 Mühlhausen, Hinter der Thälmannstraße 16, zu richten.
b) Von der Zentralen Spielleutekommission nicht eingestufte Märsche werden nicht gewertet (siehe WKO).
c) Die Startgebühren und das Verpflegungsgeld sind bis zum 1. Mai 1978 auf das Konto 4032-31-2925 der Kreissparkasse Mühlhausen einzuzahlen.
BFA Spielleute Erfurt
Nochmals: Märsche, zentrale Fassung
Märsche zentraler Fassungen müssen laut neuer Wettkampfordnung, Anlage 3 (ab Seite 3), den Vermerk „Zentrale Fassung 19...“ sowie Stempel und Unterschrift des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe bzw. des Sportfreundes Hans Brückner tragen. Kollektive, die Märsche zentraler Fassungen als Kürmärsche zu den Klassifizierungswettkämpfen spielen, senden diese zur Delegierung an den Leiter der Arbeitsgruppe Einstufung, Peter Ahlborn, 4253 Helbra, Ottostraße 28.
Nach der Rücksendung der Noten durch Peter Ahlborn ist der entsprechende Umschlag mit Poststempel aufzubewahren und zum Wettkampf dem Hauptwettkampfrichter vorzulegen, um einen Terminverzug (Einsendung der Noten!) als Selbstverschulden auszuschließen (für 1978 auf Grund verschieden eingegangener Wettkampfordnungen).
Änderung zur WKO der Spielmannszüge
In der WKO Spielmannszüge, Bestell-Nr. 142/6 DTSB der DDR, heißt es auf Seite 12, Punkt 6.7., Absatz 2, 1. Satz: Eine Partiturschreibweise ist nicht erforderlich. Dieser Satz ist zu streichen!
Nachruf!
Tief erschüttert erfuhren wir vom tragischen Tod unseres hochgeschätzten Sportlers und Freundes
Gerhard Plötner
der im Alter von 55 Jahren den Folgen eines Unfalles erlag. Unser Gerhard war Mitbegründer des Spielmannszuges von Empor Klengel-Serba und seit Jahrzehnten einer seiner wirkungsvollsten Mitglieder. Für seine aufopferungsvolle Einsatzbereitschaft wurde Gerhard Plötner mit der Ehrennadel des DTSB der DDR in Silber ausgezeichnet.
Gerhard Plötner hat eine Lücke hinterlassen, die nur schwer zu schließen sein wird. Sein Vorbild soll uns immer Verpflichtung sein.
Wir Spielleute werden Gerhard Plötner ein ehrendes Gedenken bewahren.
Spielmannszug Empor Klengel-Serba
Seite 8
ER GEHÖRT ZU UNSEREN BESTEN

Gerhart Steinert
genießt nicht nur im Bezirk Leipzig hohes Ansehen. Der 61jährige Wurzener gehört zu den verdienstvollsten Spielleuten überhaupt. 1952 war er maßgeblich an der Gründung des Spielmannszuges von Einheit Wurzen beteiligt und leitet seit nunmehr 26 Jahren die dortige Sektion Spielleute. Genosse Gerhart Steinert ist mittlerweile nun auch schon über zwei Jahrzehnte der Spielleute-„Chef“ des Bezirkes Leipzig. Den wiedergewählten BFA-Vorsitzenden findet man mindestens an drei Abenden der Woche unter seinen Sportlerinnen und Sportlern. Natürlich läßt er es sich auch nicht nehmen, noch selbst die Trommel zu schlagen, wenn die Wurzener mit ihrer Musik Sportveranstaltungen verschönern oder zu gesellschaftlichen Höhepunkten Akzente setzen. Wenn man weiß, daß Gerhart Steinert als Kreisdirektor für Sozialversicherung beim FDGB-Kreisvorstand auch hohen beruflichen Belastungen ausgesetzt ist, gewinnt seine umfangreiche gesellschaftliche Tätigkeit noch mehr an Bedeutung.
Eng verbunden mit dem Namen Gerhart Steinert sind die guten Patenschaftsbeziehungen, die zwischen der Wurzener Wilhelm-Pieck-Oberschule, der Polytechnischen Oberschule Püchau und der Sektion Spielleute von Einheit Wurzen bestehen. Kontinuierlich kommt von diesen Bildungsstätten der notwendige Spielmannsnachwuchs zur BSG Einheit.
Terminplan Mai 1978
| 5. 5. — 7. 5. | Aufstiegsturnier Spielmannszüge Erwachsene |
| 7. 5. | Bezirksmeisterschaften von Berlin |
| 7. 5. | Bereichsmeisterschaften der Fanfarenzüge Nord |
| 7. 5. | Bereichsmeisterschaften der Schalmeienkapellen Nord |
| 8. 5. — 12. 5. | Trainingslager Spielmannszüge Mädchen |
| 12. 5. — 14. 5. | DDR-Meisterschaften Spielmannszüge Nachwuch |
| 12. 5. — 14. 5. | Aufstiegsturnier zur Sonderklasse Spielmannszüge Nachwuchs |
| 21. 5. | Bezirksmeisterschaften von Potsdam |
| 23. 5. | Tagung des Sekretariats der Zentralen Spielleutekommission |
| 26. 5. — 28. 5. | VI. Turn- und Sporttag des DTSB der DDR in Berlin |
