Der Tambour/Ausgabe 1975 09

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7. Jahrgang, Ausgabe September 1975

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Seite 1

WIE AUS EINEM GUSS wirkt der alte und neue „DDR-Meister“, das Kollektiv der BSG MEDIZIN MÜHLHAUSEN, bei seinem Pflichtvortrag während der diesjährigen Titelkämpfe in der Thomas-Müntzer-Stadt.

Die Weichen für 1977 sind nun gestellt

  • Auch „ÜV-Musikschau“ hat Miniaturschau überstanden
  • Von nun ab grünes Licht für konkrete Vorbereitungen

Sportfeststimmung in der Berliner Dynamosporthalle an einem sonnigen Augustmorgen. Die Übungsverbände der Sportschau des DTSB der DDR zum VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 zeigten vor einer Abnahmekommission ihre Darbietungen.

Monatelange beharrliche und ideenreiche Arbeit der einzelnen Gestalterkollektive mußten nun vor kritischen Augen und Ohren bestehen.

Neben den Übungsverbänden Dynamo, Vorwärts, Frauen, Turnerjugend, Vorschulkinder, Sportstudenten, Jugend sowie Karl-Marx-Stadt/Gera, galt es auch für den „ÜV Musikschau“, seine Ergebnisse zu verteidigen.

Der Leiter des ÜV und des Gestalterkollektivs, Sportfreund Bernd Schenke, erläuterte gegenüber der Abnahmekommission das Leitmotiv: „Die Spielleute des DTSB der DDR pflegen mit ihrem musikalischen Wirken die Traditionen der Arbeiterbewegung und dokumentieren einen Teil der Entwicklung des sozialistischen Musikschaffens.“

Danach wurden in Wort, Bild und Ton die Gestaltungselemente vorgetragen.

Eine Auswahl des Repertoires vermittelte einen ersten Einblick in das Vorhaben der Spielleute, an die Traditionen anlehnend, eine moderne und publikumswirksame Musik zu spielen.

Und daß dieser Weg richtig ist, bestätigte die anschließende Auswertung.

Die vielfältigen choreografischen Bewegungen, das abwechselnde Spiel, die ins Ohr gehenden Melodien, all das fand den Zuspruch der Mitglieder der Abnahmekommission.

Wie für die anderen acht — so gab es auch für den „Übungsverband Musikschau“, seine Leitung und das Gestalterkollektiv, grünes Licht in der Vorbereitung auf 1977.

Startschuß wird in der Sportfeststadt gegeben

  • Funktionärskonferenz in Leipzig als offizieller Auftakt für die unmittelbaren Vorbereitungen des Übungsverbandes
  • Teilnehmer der Konferenz sollten sich schon jetzt würdig vorbereiten und ihre Erfahrungen darlegen

Mit Bestätigung aller erforderlichen Materialien für die Einstudierung der Choreographie und des Repertoires für die Musikschau zur Sportschau 1977 gilt es nun, allen verantwortlichen Funktionären, Übungsleitern und Aktiven eine genaue Richtschnur zu vermitteln, wie die Zeit der Vorbereitung zu nutzen ist und welche Zwischenziele anzustreben sind.

Aus diesem Anlaß führt die Leitung des „ÜBUNGSVERBANDES MUSIKSCHAU“ mit allen Leitern der vornominierten Kollektive (die ZSK wird mit Bestätigung der Wettkampfergebnisse 1975 weitere Vornominierungen aussprechen), den BFA-Vorsitzenden, Bezirksübungsleitern, stellvertretenden BFA-Vorsitzenden für Kultur und Bildung, den Kommissionen der ZSK, der ZSK und der Leitung des ÜV sowie des Gestalterkollektivs am

13. DEZEMBER 1975,

um 10.30 Uhr im Sportforum Leipzig eine Funktionärskonferenz durch. Alle eingeladenen Teilnehmer (Einladungen gehen im Oktober zu) sollten sich schon gründlich vorbereiten, um ihre Vorstellungen und Erfahrungen darzulegen.

Letzte Meldung

Trommeln und Hörner vorrätig

Wie wir vom DTSB-Materiallager Leipzig erfuhren, sind gegenwärtig Marschtrommeln und Signalhörner am Lager.

Alle Kollektive des DTSB der DDR (nur an sie wird ausgeliefert) können bei sofortiger Selbstabholung Instrumente käuflich erwerben.

Seite 2

Leipzig ’77

Vom Roten Rathaus zur Wuhlheide

  • Vielseitige Mitgestaltung der Spartakiade durch die Spielleute
  • Platzkonzert, Höhepunkt für unsere Aktiven
  • Zentrale Titelkämpfe mit Favoritensiegen

Neu Zittau, eine kleine Gemeinde im Kreis Fürstenwalde, unweit vom S-Bahnhof Erkner gelegen, beherbergte vom 16. bis 30. August 1975 160 Spielleute aller Genres.

Zwischen Wald und Wiesen, Wochenendhäusern und Dorfstraßen war während dieser Zeit das klingende Spiel der Fanfaren, Flöten und Trompeten, aber auch der Rhythmus der Trommeln und Becken zu vernehmen. Das Ziel dieser doch kleinen Gruppe von Spielleuten aus über 20 verschiedenen Orten und Kollektiven unserer Republik war die Vorbereitung der Miniaturschau des „Übungsverbandes Musikschau“ für die Sportschau 1977, die am 29. August in der Berliner Dynamosporthalle durchgeführt wurde (wir berichteten auf Seite 1 darüber).

Neben der Vorbereitung und Durchführung der Miniaturschau gehörte die Mitgestaltung der V. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR vom 21. bis 27. Juli in Berlin zu den Höhepunkten des Jahres 1975.

Die Delegation der Spielleute, bestehend aus Kollektiven der Nachwuchsspielmannszüge, der Fanfarenzüge der LK I, der Mädchenspielmannszüge des ZMS und Mitgliedern des Blasorchesters des DTSB der DDR, hatte in diesen Tagen ein umfangreiches Programm zu bewältigen.

Allen Aktiven, den Übungsleitern, Betreuern und Funktionären soll deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die hohe Einsatzbereitschaft, den Fleiß und die beispielgebende Disziplin gesagt werden, denn damit wurden wertvolle Voraussetzungen für das erfolgreiche Auftreten der gesamten Delegation geschaffen.

Bei den zentralen Einsätzen, wie die feierliche Eröffnung am Roten Rathaus, den Gedenkappell Unter den Linden mit Delegationen aller Bezirke und die Abschlußveranstaltung auf der Freilichtbühne Wuhlheide, leisteten alle Klangkörper einen beeindruckenden musikalischen und optischen Eindruck, der zeigte, daß in den Kollektiven mit der richtigen Einstellung an die Lösung der Aufgaben herangegangen wurde. Das wiederum vor allem ist notwendig, um die Grundlagen für die Lösung der Zielstellung 1977 zu schaffen.

Zu einem echten Höhepunkt gestaltete sich das Platzkonzert am Fuß des Fernsehturmes, das in Anwesenheit führender Genossen des DTSB-Bundesvorstandes, des ZR der FDJ und einer burmesischen Delegation durchgeführt wurde. Hier waren bereits Melodien zu hören, die zum Repertoire der Musikschau 1977 zu rechnen sind und mit viel Beifall bedacht wurden.

Die im Zusammenhang mit der Spartakiade veranstalteten Wettkämpfe der Nachwuchsspielmannszüge, der Mädchenspielmannszüge und Fanfaren wurden eindeutig zu einer Angelegenheit der Favoriten.

Die BSG MEDIZIN MÜHLHAUSEN mit der Erringung des „DDR-Meistertitels“, die BSG CHEMIE GERABERG mit dem Gewinn des „Aufstiegsturniers“ zur Sonderklasse, die erneute Erringung des Titels eines „DDR-Besten“ durch die SG DYNAMO POTSDAM STADT und der Pokalgewinn des Mädchenspielmannszuges der SSG POS BENNDORF bestätigten, daß die Besten des Vorjahres ihre Leistungen stabilisieren konnten und weiterhin das Niveau bestimmen.

In der Sonderklasse der Nachwuchsspielmannszüge, aber auch bei den Fanfarenzügen war eine allgemeine Leistungssteigerung zu verzeichnen, die optimistisch für die kommende Zeit stimmt.

Dort, wo es Nachholebedarf gibt, die Verantwortlichen der zuständigen Kommissionen haben das gründlichst notiert, werden die Wintermonate zu intensiver Übungstätigkeit genutzt, um den verlorenen Boden recht schnell aufzuholen.

Im Trainingslager Neu Zittau war einer für den anderen da

  • Ein festes Kollektiv mit Disziplin und Lerneifer
  • Nutzen für die Sache und jeden einzelnen
ANSCHLUSS an die Spitze hat nun auch wieder der Spielmannszug der SG DYNAMO HALLE gefunden. Mit einer insgesamt doch überraschenden Leistung erspielten sich die Mädchen und Jungen um Stabführer Werner Czerwinka den zweiten Platz und wurden damit erneut nach 1972 Silbermedaillengewinner.

Der vom Gestalterkollektiv erarbeitete Lehrplan forderte von allen Beteiligten eine hohe Einsatzbereitschaft, viel Fleiß und vor allem Disziplin.

Mit täglich 6 bis 7 Ausbildungsstunden wurde das vorgegebene Ziel ins Visier genommen und erfolgreich bewältigt. Wesentlichen Anteil an diesen guten Ergebnissen hatten die eingesetzten Übungsleiter, die mit viel Mühe und Geschick den Einstudierungsprozeß leiteten.

Nach einem würdigen Eröffnungsappell, in dessen Verlauf der Bürgermeister von Neu Zittau alle Spielleute herzlich begrüßte und der Leiter des Übungsverbandes, Sportfreund Bernd Schenke, die Zielstellung des Lagers darlegte, kam es bereits 48 Stunden später zu einem ersten öffentlichen Auftreten im Ort.

Aus Anlaß des 31. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns wurde eine Feierstunde mit den Bürgern der Gemeinde Neu Zittau vor dem Mahnmal der OdF durchgeführt, die große Beachtung fand und einen guten Kontakt zu den freundlichen Gastgebern herstellte.

Ein weiterer Höhepunkt im Trainingslagerverlauf war ein Sportforum mit dem Vizepräsidenten des DTSB der DDR, Genossen Hannes Rech, dem die inoffizielle Abnahme unserer Vorführung vorausging.

Der Lauf der „Freundschaftsmeile“ schloß sich am folgenden Tag an und sah erneut die Spielleute als Initiatoren in den vordersten Reihen.

24 Stunden vor der Miniaturschau veranstalteten die Mitglieder des Übungsverbandes ein Platzkonzert als Dankeschön an die rührigen Funktionäre, Helfer und Einwohner Neu Zittaus.

Es kann gesagt werden, alle am Lager beteiligten Sportfreundinnen und Sportfreunde zeigten gute Leistungen, eine hohe Disziplin und bewunderungswürdige Einsatzbereitschaft.

Übungsleiter und Aktive bildeten ein festes Kollektiv, die Leitungsfunktionäre hatten guten Kontakt zu den Spielleuten.

Bleibt zu hoffen, daß alle künftigen Trainingslager in Vorbereitung auf Leipzig 1977 so erfolgreich verlaufen und den gewünschten Erfolg bringen.

Seiten 3-6

Die Seiten waren so gestaltet, dass man sie durchneiden und falten musste, um so ein kleines Heft zu erhalten. Da die Seiten dieses Heftchens aber dafür auch in einer anderen Reihenfolge aufgedruckt wurden, wird hier zur besseren Lesberkeit die Reihenfolge verwendet, die sich mit dem Falten des Heftchens korrekterweise ergeben würde.

Heftseite 1

LEHRPROGRAMM

für die Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern für Spielleute des DTSB der DDR

1. Vorwort

In der Spielleutebewegung des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR wird seit 1972 eine zielgerichtete Übungsleiterausbildung angestrebt.

Sinn und Zweck dieser Ausbildung ist die Heranbildung von Übungsleitern, die als sozialistische Persönlichkeiten als Vorbilder wirken und durch ihre Tätigkeit zur Steigerung des künstlerischen Niveaus in den Kollektiven und daraus resultierend innerhalb aller zentralen Klangkörper beitragen.

Nicht immer konnten die Lehrgänge der Vergangenheit mit den ständig wachsenden Anforderungen schritthalten. Das hatte seine Ursachen in der ungenügenden Weiterbildung bereits ausgebildeter Übungsleiter und im Fehlen von Arbeitsmaterialien mit geeigneten inhaltlichen Vorgaben.

Selbst die Forderungen an die Teilnehmer der Übungsleiterlehrgänge blieben oft unter den Bedingungen, weil es in den Kollektiven an gründlicher Vorbereitung und zielgerichteter sorgfältiger Auswahl der zu delegierenden Sportfreundinnen und Sportfreunde fehlte. Das führte zu wesentlichen Abstrichen in der Unterrichtsgestaltung, verringerte das inhaltliche Niveau und die Möglichkeiten einer weitreichenden fachspezifischen Spezialausbildung.

Mit dem nun vorliegenden Übungsleiterausbildungs- und -weiterbildungsprogramm und den entsprechenden Anlagen wird allen Lehrgangsleitern und den Teilnehmern dieser Lehrgänge eine konkrete theoretische Vorgabe zur kontinuierlichen Vorbereitung und Gestaltung von Übungsleiterlehrgängen und Weiterbildungsmaßnahmen gegeben, die bei richtiger Handhabung und Einhaltung der Festlegungen dazu beitragen werden, daß sich die Aus- und Weiterbildung künftig niveauvoller und zielgerichteter vollzieht.

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Den Bezirksfachausschüssen kommt dabei die Aufgabe zu, in ihrem Territorium Sportfreundinnen und Sportfreunde in der Stufe I in Wochenend-Lehrgängen aus- und regelmäßig weiterzubilden sowie die Besten für die Weiterbildung in den Stufen II, III und zum Lehrwart an die Sportschulen des DTSB der DDR vorzubereiten und zu delegieren.

Wenn in allen Bezirken und von allen Kollektiven die gebotenen Möglichkeiten ausgeschöpft und zielgerichtet genutzt, darüber hinaus die Kapazitäten der Sportschulen vollständig ausgelastet werden, wird sich das in den kommenden Jahren in einer sichtbaren Leistungssteigerung innerhalb der Spielleutebewegung des DTSB der DDR ausdrücken.

2. Stellung und Anforderungen an den Übungsleiter im DTSB der DDR

Der Übungsleiter ist in den Sektionen unserer Sportgemeinschaften tätig. Er wird im Übungs-, Trainings- und Wettkampfbetrieb der Spielleutebewegung des DTSB der DDR wirksam. Seine Tätigkeit erfordert hohe Einsatzbereitschaft und das Streben nach ständiger Vervollkommnung der für die pädagogische Führungstätigkeit erforderlichen Einstellungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Der Übungsleiter des DTSB der DDR ist ein wichtiger Organisator und Propagandist zur Verwirklichung der Beschlüsse in der Entwicklung der sozialistischen Körperkultur und des Sports. Er leitet das Üben und Trainieren, organisiert die Teilnahme der Sportler an den Wettkämpfen und nimmt gemeinsam mit anderen Funktionären Einfluß auf die Erziehung unserer Sportler zu sozialistischen Persönlichkeiten.

An den Übungsleiter im DTSB der DDR werden nachfolgende Grundforderungen gestellt:

Der Übungsleiter im organisierten Übungs-, Trainings- und Wettkampfbetrieb des DTSB der DDR muß in der Lage sein, seinem Qualifikationsstand entsprechend, mit zunehmendem Niveau, den Übungs- und Trainingsbetrieb zu leiten und an der Erziehung sozialistischer Persönlichkeiten mitzuwirken, d. h., er hat

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  • die sportliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Trainierenden durch zielgerichtete Planung und Anwendung bester Trainingsmittel und -methoden und darin eingeschlossen das Sportabzeichen der DDR „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat“ systematisch zu erhöhen bzw. zu. erhalten;
  • das Üben und Trainieren abwechslungsreich und freudvoll zu gestalten und immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das regelmäßige organisierte Sporttreiben zu gewinnen;
  • die kollektiven und individuellen Leistungsziele unter Berücksichtigung des Leistungsstandes gemeinsam mit den Sportlern festzulegen und die Bereitschaft der Sportler zur Erreichung dieser Ziele zu entwickeln;
  • die Möglichkeiten des Übungs- und Trainingsbetriebes für die allseitige Persönlichkeitsentwicklung der Sportler zu nutzen und insbesondere solche Eigenschaften herauszubilden und weiterzuentwickeln, wie Beharrlichkeit und Ausdauer, Mut und Risikobereitschaft, sportliche Fairneß und Ehrlichkeit, Initiative usw.;
  • die Sportler systematisch auf Wettkämpfe vorzubereiten, auf denen sie ihr sportliches Leistungsvermögen nachweisen können;
  • die Sportler zu selbständigem Üben und Trainieren anzuhalten und zu gewinnen;
  • aus den Reihen der Sportler neue Übungsleiter zu gewinnen und sie systematisch auf diese Tätigkeit vorzubereiten.

Darüber hinaus soll der Übungsleiter Einfluß auf die Gestaltung eines vielseitigen Wettkampfbetriebes nehmen. Er soll in der Lage sein, im Rahmen der Sektion, der Sportgemeinschaft, des Kreis- und Bezirksfachausschusses aktiv an der Leitungstätigkeit mitzuwirken und insbesondere Einfluß auf die Gestaltung eines vielseitigen sportlichen und geistig-kulturellen Lebens nehmen.

Der Übungsleiter soll die kontinuierliche Durchführung des Übens und Trainierens sichern und über die jeweilige Leitung auf die Gestaltung der materiellen und finanziellen Voraussetzungen Einfluß nehmen.

Der Übungsleiter ist verpflichtet, sich ständig weiterzubilden.

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3. Zielstellung zur Qualifikation der Übungsleiter der Spielleutebewegung im Deutschen Turn- und Sportbund der DDR
3.1. Ausbildungsformen

In der Spielleutebewegung werden Übungsleiter folgender Stufen ausgebildet:

Übungsleiter der Stufe I:
Sie werden extern unter Verantwortung und Leitung der BFA im Territorium in Wochenendlehrgängen aus- und regelmäßig weitergebildet.

Übungsleiter der Stufe II:
Sie werden an den Sportschulen des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR unter Verantwortung und Leitung des Sektors Spielleute ausgebildet. Für die Vorbereitung der Teilnehmer zu einem Übungslehrgang der Stufe II zeichnet der BFA verantwortlich.

Übungsleiter der Stufe III:
Sie werden analog der Stufe II ausgebildet.

Lehrwart:
Die Ausbildung findet an den Sportschulen des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR statt. Die Delegierung wird zentral in Abstimmung mit den BFA vorgenommen.

3.2. Übungsleiterstufen

3.2.1. Übungsleiter der Stufe I

Er muß ständig bemüht sein, sich auf politischem, pädagogischem und fachlichem Gebiet weiterzubilden.

Er kennt den Aufbau und die Wirkungsweise seines Instrumentes, die erforderliche Schlag- bzw. Griff- und Ansatztechnik sowie die sachgemäße Behandlung und Pflege des Instrumentes.

Er beherrscht sein Instrument bis zum notengerechten Spiel.

Er besitzt die Fähigkeiten, Übungsstunden zu planen, vorzubereiten und durchzuführen.

3.2.2. Übungsleiter der Stufe II

Seine ständige Bereitschaft zur allseitigen Weiterqualifizierung ist Voraussetzung.

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Er ist Übungsleiter einer größeren Gruppe von Spielleuten und besitzt die Fähigkeiten, Übungsleiter der Stufe I in der Durchführung von Übungsstunden anzuleiten.

Er beherrscht alle im Kollektiv vorhandenen Melodie- oder Rhythmusinstrumente bis zum notengerechten Spiel bzw. ist in der Lage, die ihm zugeordnete Ausbildungsgruppe bis zum notengerechten Spiel anzuleiten.

Er muß die Fähigkeit besitzen, den Übungsprozeß methodisch und thematisch zu planen, vorzubereiten und effektiv zu gestalten.

Er hat die Berechtigung, Übungsleiter der Stufe I auszubilden.

Anmerkung zu Übungsleiter der Stufe I und II:

Die Übungsleiter der Stufe I und II führen zur statistischen Erfassung zusätzlich den Buchstaben „M“ bzw. „R“, z. B. ÜL I/M bzw. ÜL II/M bedeutet: ÜL der jeweiligen Stufe für Melodieinstrumente;

ÜL I/R bzw. ÜL II/R bedeutet: ÜL der jeweiligen Stufe für Rhythmusinstrumente.

Bewerber, die die Stufen I oder II aus anerkannten Gründen nicht durch Teilnahme an einem Lehrgang erwerben können, erhalten die Möglichkeit, sich im Selbststudium auf die Prüfung vorzubereiten.

Für sie gelten die gleichen Prüfungsanforderungen wie für die Teilnehmer an Übungsleiterlehrgängen und die unter Punkt 5 genannten Richtlinien für den Erwerb der Übungsleiterstufe I bzw. II.

Der Bewerber muß über die Sportgemeinschaft beim BFA einen formlosen Antrag zum Erwerb der Übungsleiterstufe I oder II stellen. Der Antrag wird nur befürwortet, wenn den Richtlinien für den Erwerb dieser Stufen (siehe Punkt 5) entsprochen wird.

Die Prüfung wird von einer Kommission abgenommen, der ein Kreissportlehrer, ein Vertreter des BFA, ein Vertreter der Zentralen Spielleutekommission und ein Mitglied der Sportgemeinschaft bzw. der Sektion angehören sollten.

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3.2.3. Übungsleiter der Stufe III

Seine politische, pädagogische und fachliche Weiterbildung muß einen Stand erreicht haben, der ihn befähigt, alle Sektionsmitglieder politisch-ideologisch und musikalisch-technisch anzuleiten bzw. auszubilden und allseitig zu qualifizieren.

Er beherrscht alle Instrumente seines Genres bis zum notengerechten Spiel bzw. ist in der Lage, diese methodisch bis zum notengerechten Spiel anzuleiten und auszubilden.

Er besitzt die Fähigkeiten, den Übungsprozeß bis zur Durchführung von Bezirksübungsstunden methodisch und thematisch zu planen, vorzubereiten und durchzuführen.

Er besitzt die Fähigkeiten, Übungsleiterlehrgänge und Kampfrichterlehrgänge im zentralen Bereich zu planen, vorzubereiten und durchzuführen. Damit verbindet sich die Kenntnis zur Erarbeitung von Lehrplänen aller Art.

3.2.4. Lehrwart

Er besitzt ein hohes politisches Wissen sowie Fähigkeiten und Kenntnisse zur perfekten Beherrschung aller Instrumente seines Genres.

Er ist in der Lage, Großveranstaltungen politisch, organisatorisch und technisch zu planen und vorzubereiten.

Er besitzt die Voraussetzungen. Musikstücke seines Genres zu bearbeiten bzw. neue Musikstücke zu schaffen.

Er muß in der Lage sein, mit Partituren aller Genres zu arbeiten.

Er führt die Berechtigung, Übungsleiter aller Stufen aus- und weiterzubilden.

Anmerkung zu Übungsleiter Stufe III und Lehrwart:

Diese Übungsleiter sind verpflichtet, alle 4 Jahre an einem Weiterbildungslehrgang, der auf zentraler Ebene durchgeführt wird, teilzunehmen.

Schwerpunkte dieser Weiterbildung sind:

  • Fragen der Sportpolitik
  • Fragen der Führungs- und Leitungstätigkeit in Einheit mit dem Bildungs- und Erziehungsprozeß

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  • Überprüfung der musikalischen Befähigung
  • Trainingswissenschaften

Nimmt ein Übungsleiter dieses Kreises innerhalb von fünf Jahren an keinem Weiterbildungslehrgang teil, kann ihm die bereits erworbene Qualifikation aberkannt werden.

4. Hinweise für die Vorbereitung und Durchführung von Lehrgängen zur Ausbildung von Übungsleitern
4.1. Vorbereitung und Durchführung des Lehrgangs durch die Lehrgangsleitung
  • Der Lehrgangsplan ist in dreifacher Ausfertigung 6 Wochen vor Beginn des Lehrganges beim DTSB-Bundesvorstand — Sektor Spielleute — einzureichen.
  • Der Lehrplan ist auf der Grundlage der vorliegenden Lehrprogramme zu erarbeiten und kollektiv zu beraten. Er muß enthalten: Zusammensetzung der Leitung — Zeitraum — Teilnehmerkreis — Zielstellung — thematische und inhaltliche Aufbereitung der Ausbildungsstunden.
  • Die im Lehrprogramm empfohlenen Unterrichtsmittel sind durch die Lehrgangsleitung vor Lehrgangsbeginn abzusichern. Die Sportstätten sind für die beim Lehrgang geplanten Praxisstunden ebenfalls vertraglich zu binden.
  • Die notwendigen Organisationsmaterialien (Ausweise für die Prüfungsberechtigung zum Sportabzeichen der DDR, Informationsbogen für die Sportgemeinschaften und Kreisvorstände, sind vor Lehrgangsbeginn zu beschaffen.
  • Die Bezirksfachausschüsse haben vor Beginn der Lehrgänge zur Stufe I die Übungsleiterausweise vorzubereiten und nach bestandener Prüfung auszuhändigen.
    Von allen Teilnehmern sind zum ersten Lehrgang 2 Paßbilder mitzubringen.
  • Bei unentschuldigtem Fehlen von gemeldeten Teilnehmern des Lehrganges ist sofort der jeweilige BFA-Vorsitzende zu informieren.
  • Beim Einsatz von Gastlektoren muß ein Vertreter der Lehrgangsleitung hospitieren, um die Unterrichtsleistungen der Teilnehmer einschätzen zu können.

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  • Außerhalb der Unterrichtszeit ist ein kulturell-geselliges Beisammensein zu organisieren. Dabei sollten Dia-Vorträge, Erfahrungsaustausche, Buchbesprechungen, Filme u. a. einbezogen werden.
4.2. Auswertung
  • Nach Beendigung des Lehrganges ist der DTSB-Kreisvorstand des Teilnehmers über den Abschluß des Lehrgangs anhand der Angaben auf dem Vordruck zu informieren. Bei Abschluß der Stufen III und Lehrwart sind der BFA und Bezirksvorstand in Kenntnis zu setzen.
  • Die Lehrgangsleitung nimmt am Lehrgangsende eine schriftliche Auswertung vor und übergibt der Schule, dem BFA sowie dem Sektor Spielleute einen Abschlußbericht (s. Pkt. 6.2.)
5. Richtlinien für den Erwerb der Übungsleiterstufen I, II, III und Lehrwart

Der Besuch eines Übungsleiterlehrganges ist Auszeichnung und zugleich Verpflichtung. Alle Leitungen haben ihre Delegierungsvorschläge gewissenhaft zu prüfen und für die verantwortungsvolle Tätigkeit als Übungsleiter die befähigtesten Sportfreunde auszuwählen.

  • Die Delegierten müssen das 15. Lebensjahr vollendet haben. In besonderen Fällen können jüngere Sportler zu Lehrgängen geladen werden. Sie erhalten nach erfolgreichem Abschluß die Bestätigung als Hilfsübungsleiter. Mit Vollendung des 15. Lebensjahres wird ihnen der Übungsleiterausweis Stufe I übergeben.
  • Für den Erwerb der Stufe I sind eine einjährige, regelmäßige Trainings- und Wettkampftätigkeit sowie Grundnotenkenntnisse erforderlich.
  • Für den Erwerb der Stufe II ist der Nachweis der Stufe I unbedingt Voraussetzung. Eine einjährige Übungsleitertätigkeit nach Abschluß der Stufe I ist erforderlich.
  • Für den Erwerb der Stufe III ist der Nachweis der Stufe II erforderlich.
  • Für den Erwerb des Lehrwarts ist der Nachweis der Stufe III erforderlich.

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Für die Delegierung zum Lehrgang zeichnet bei der Stufe I der KFA bzw. der BFA und für die Stufen II und III der BFA in Verbindung mit den entsprechenden Kommissionen der Zentralen Spielleutekommission verantwortlich.

Delegierungen zum Lehrgang als Lehrwart werden vom Sektor Spielleute in Abstimmung mit den BFA vorgenommen.

6. Bewertungskriterien und Kriterien zur Einschätzung des Lehrganges
6.1. Bewertungskriterien für den Erwerb der Übungsleiterstufen I, II, III und Lehrwart

6.1.1. Allgemein

Die Bewertungkriterien legen für die Übungsleiterausbildung aller Stufen eine verbindliche Form der Einschätzung und Bewertung in allen Lehrstoffen fest und orientieren dabei auf ein einheitliches Anforderungsniveau (Einheit zwischen Theorie und Praxis).

Sie beziehen sich auf die Mitarbeit des Lehrgangsteilnehmers im Unterricht, seine pädagogischen Fähigkeiten, sein kollektives Verhalten, seine sportartspezifischen Kenntnisse und das Ergebnis der abzulegenden Prüfung.

6.1.2. Kriterien der Einschätzung und Prüfungsformen

Es sind alle die unter Punkt. 6.1.1., zweiter Absatz, genannten Kriterien sowie die lehrmethodischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einzuschätzen und in die Bewertung der gezeigten Leistungen des Lehrgangsteilnehmers einzubeziehen. Es ist eine Prüfung durchzuführen, die sich in den einzelnen Stufen wie folgt untergliedert:

Stufe I und II:

  • Schriftliche Prüfung
  • mündliches Prüfungsgespräch in Auswertung der schriftlichen Prüfung
  • Lehrprobe (praktische Prüfung)

Stufe III und Lehrwart

  • Schriftliche Prüfung
  • mündliche Prüfung
  • Lehrprobe

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6.1.3. Prüfungsanforderungen

In der Prüfung wird das im Lehrgang bzw. in der vorangegangenen Ausbildungsstufe oder im Selbststudium erworbene Wissen und Können sowie deren schöpferische Anwendung überprüft.

— Die schriffliche Prüfung:

Die schriftliche Prüfung erfolgt in einer Zeit von 100 Minuten für die Stufe I und II bzw. 120 Minuten für die Stufe III und Lehrwart.

In der schriftlichen Prüfung werden nur Themen des behandelten Stoffes zu

  • Grundfragen der Sportpolitik (2 Fragen)
  • Trainingswissenschaft (1 Frage)
  • Sportartspezifik (7 Fragen)

gestellt.

Zur Beantwortung kann ein angefertigter Vordruck verwendet werden.

Für die Stufe III und Lehrwart werden insgesamt 12 Fragen gestellt.

— Das mündliche Prüfungsgespräch:

Das mündliche Prüfungsgespräch wird für die ÜL-Stufen I und II in Auswertung der schriftlichen Prüfung durchgeführt.

Hier gilt es, bei den Teilnehmern nicht vollständig erfaßte Themen im Gespräch zu behandeln, damit bei Lehrgangsende die Gewißheit besteht, daß alle Lehrgangsteilnehmer den im Lehrgang behandelten Stoff erfaßt haben und in der praktischen Tätigkeit umsetzen können.

Das mündliche Prüfungsgespräch wird mit dem gesamten Kollektiv der Lehrgangsteilnehmer vorgenommen.

— Die mündliche Prüfung:

Die mündliche Prüfung wird für die ÜL-Stufe III und den Lehrwart durchgeführt. Die Dauer beträgt je Lehrgangsteilnehmer etwa 10 bis 15 Minuten.

In dieser mündlichen Prüfung werden bestimmte Schwerpunkte der Unterrichtsthemen differenziert behandelt. Die mündliche Prüfung erfolgt mit jedem Lehrgangsteilnehmer einzeln.

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Die Bewertung der mündlichen Prüfung erfolgt nach bestanden oder nicht bestanden.

Bei sehr guter Mitarbeit und Mitgestaltung des gesamten Unterrichtes kann durch die Lehrgangsleitung für einzelne Lehrgangsteilnehmer eine Prüfungsbefreiung als Auszeichnung zuerkannt werden.

— Lehrproben:

Hierunter wird verstanden, daß Lehrgangsteilnehmer im Rahmen der speziellen Praxis bzw. der Unterrichtsdurchführung und Unterrichtsgestaltung bestimmte Teilaufgaben erhalten und diese vor dem Kollektiv der Lehrgangsteilnehmer methodisch als Lehrprozeß abhandeln.

Das Ziel der Lehrproben besteht in der Aneignung bzw. Festigung der pädagogischen Fertigkeiten und Fähigkeiten und damit zur Selbsterziehung im sicheren Auftreten als Erzieherpersönlichkeit vor einem Kollektiv.

Lehrproben für ÜL der Stufen I und II:

Hier werden überwiegend Themen im Rahmen der speziellen Praxis behandelt und ab zweiten Lehrgangstag durchgeführt. Dabei ist zu sichern, daß eine entsprechende Vorbereitungszeit für die einzelnen Teilnehmer zur Verfügung steht.

Die Dauer der Lehrprobe soll etwa 10 Minuten betragen. Nach Durchführung der einzelnen Lehrproben ist vom Unterrichtsdurchführenden sofort eine Einschätzung über Inhalt und Form zu geben.

Die geforderte Teilaufgabe muß dem bis zum Zeitpunkt der Lehrprobe vermittelten Unterrichtsstoff (einschließlich vorangegangener Ausbildungsstufen) entsprechen und sich organisch in die Unterrichtseinheit einfügen.

Die erfahrensten Übungsleiter sollen zuerst mit den Lehrproben beginnen.

Mit Bewerbern, die über den Weg des Selbststudiums die Stufen I oder II erwerben wollen, werden die Lehrproben mit ihrer eigenen oder einer Übungsgruppe im Übungsbetrieb einer anderen Sektion durchgeführt.

Die Bewertung der Lehrprobe erfolgt nach „bestanden“, wenn die Zielstellung erreicht wurde oder nach „nicht bestanden“, wenn die Zielstellung nicht erreicht wurde.

Bei nicht bestandener Lehrprobe kann diese bis zu 4

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Wochen nach Beendigung des Lehrganges mit der eigenen Übungsgruppe vor einem abnahmeberechtigten Gremium wiederholt werden (ÜL-Stufe II für die Stufe I, bzw. ÜL-Stufe III oder Lehrwart für die Stufe II. Zusätzlich hat ein Mitglied des zuständigen BFA und ein Mitglied der jeweiligen Sektionsleitung daran teilzunehmen).

In solchen Fällen ist durch die Abnahmekommission eine schriftliche Einschätzung vorzunehmen und dem Vorsitzenden der Kommission Aus- und Weiterbildung sowie dem Mitglied der Kommission Aus- und Weiterbildung der jeweiligen Fachkommission zuzuleiten.

Lehrproben für Übungsleiter Stufe III und Lehrwart:

Diese werden bereits vom ersten Unterrichtstag an durchgeführt und beziehen sich auf die Unterrichtsdurchführung. Damit sich die Teilnehmer auf diese Aufgabe vorbereiten können, erhalten sie 4 Wochen vor Lehrgangsbeginn ihre Teilaufgabe (Dauer der Lehrprobe muß mitgeteilt werden).

Die Dauer der Lehrprobe trägt spezifischen Charakter und gliedert sich organisch in die Unterrichtseinheit ein. Sie beträgt eine Zeit von 20 bis 40 Minuten. Anschließend ist im Kollektiv der Lehrgangsteilnehmer eine Diskussion über den behandelten Stoff sowie eine Einschätzung über Inhalt und Form durchzuführen.

In Durchführung der Lehrproben ist von mindestens einer Lehrkraft zu hospitieren und das Ergebnis vor dem Kollektiv einzuschätzen und zu bewerten.

Anmerkung:

Alle Lehrproben sind nach dem vorgegebenen Inhalt und der Zielstellung schriftlich vorzubereiten. Das Konspekt ist der Lehrgangsleitung bzw. der Prüfungskommission vor Beginn der Lehrprobe zu übergeben!

Die praktische Prüfung:

Diese wird nur bei Übungsleiterlehrgängen der Stufe I und II durchgeführt. Sie wird am Ende des Lehrganges von jedem Teilnehmer absolviert und bezieht sich überwiegend auf das Abspielen bekannter und unbekannter Marschteile.

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6.1.4. Bewertung und Zuerkennung der Übungsleiterstufe

Die Bewertung der Prüfungsergebnisse der Teilnehmer erfolgt nach „bestanden“ mit dem Prädikat sehr gut bis genügend oder „nicht bestanden“.

Die jeweilige Übungsleiterstufe wird dem Teilnehmer dann zuerkannt, wenn die schriftliche Prüfung mit 70 Prozent erfüllt, die Lehrproben als bestanden gewertet wurden und die Leistungen im theoretischen und praktischen Unterricht als zufriedenstellend eingeschätzt werden können.

Besteht ein Teilnehmer eine Teilprüfung nicht, wird ihm die Möglichkeit gegeben, diese zu einem späteren Termin nach Entscheidung der Lehrgangsleitung zu wiederholen.

(Die Prüfungskommission sollte sich hier wie folgt zusammensetzen: ein für die Abnahme berechtigter Übungsleiter, ein Mitglied des BFA und ein Mitglied der jeweiligen Sektionsleitung).

Besteht ein Teilnehmer mehrere Teilprüfungen nicht, so hat er einen weiteren Lehrgang für die jeweilige Ausbildungsstufe zu besuchen.

Mit dem Erwerb der ÜL-Stufe I wird dem Lehrgangsteilnehmer durch den BFA der Übungsleiterausweis ausgehändigt.

6.1.5. Unterlagen und Prüfungsfragen

Das für den Lehrgangsleiter notwendige Übungsleiterausbildungs- und -weiterbildungsprogramm sowie die Prüfungsordnung liegen beim Sektor Spielleute bzw. den BFA vor und sind von dort durch den Lehrgangsleiter abzufordern. Gleiches trifft für den Prüfungsfragenkomplex zu.

6.2. Abschlußbericht

6.2.1. Abschlußbericht und Einschätzung durch den Lehrgangsleiter

Abschlußberichte sind nach dem zentralen Muster des Sektors Spielleute zur „Auswertung des Lehrganges“ über

  • Art des Lehrganges und Genres
  • Ort der Durchführung des Lehrganges
  • Zeit
  • Lehrgangsleitung
  • Übersicht der Teilnehmer
  • Ergebnis

(siehe Anlage 3) anzufertigen.

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Gleichzeitig ist eine kurze inhaltliche Einschätzung beizufügen über

  • das Niveau der Vorbereitung der Teilnehmer zum Lehrgang,
  • das Niveau des Abschlusses der Teilnehmer am Lehrgang,
  • die Bedingungen der materiell-technischen Sicherstellung zur Durchführung des Lehrganges,
  • Auftreten der Mitglieder der Lehrgangsleitung in Vorbereitung und Durchführung des Lehrganges,
  • Hinweise zur Verbesserung von Form und Inhalt künftiger Lehrgangsgestaltung und -durchführung,
  • welche Sportfreunde eignen sich besonders für die Einbeziehung in die Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern bzw. sind geeignet, in zentrale Aufgaben einbezogen zu werden.

6.2.2. Abschlußeinschätzung durch das Teilnehmerkollektiv

Die Abschlußeinschätzung des Lehrganges durch das Teilnehmerkollektiv sollte durch das Lehrgangsaktiv nach folgenden Kriterien schriftlich vorbereitet und durch das Teilnehmerkollektiv bestätigt werden:

  • Wie wurde das Lehrprogramm der entsprechenden Ausbildungsstufe verwirklicht?
  • Wurden alle Teilnehmer in den Unterricht aktiv einbezogen?
  • Erfolgte eine Einschätzung in Durchführung der Lehrproben mit entsprechenden Hinweisen für die künftige Arbeit jedes Teilnehmers?
  • Wie war der Unterricht durch die Leitung des Lehrganges vorbereitet?
  • Entsprach der Unterricht dem entsprechenden Leistungsstand der Teilnehmer oder waren die Forderungen zu hoch bzw. zu niedrig?
  • Wie ist die materiell-technische Sicherstellung der Unterrichtsstunden einzuschätzen (Arbeit mit Anschauungsmaterial, Nutzung der Wandtafel usw.)?
  • Wie ist die Vorbereitung der Lehrgangsteilnehmer auf den Lehrgang einzuschätzen (rechtzeitige Einladungen, Einhaltung der Delegierungsrichtlinien, Erfüllung der in der Vorinformation gestellten Aufgaben und Hinweise)?

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  • Welche inhaltlichen und organisatorischen Maßnahmen zur Verbesserung und Gestaltung der Aus- und Weiterbildung werden empfohlen?
7. Aufgabenverteilung und Verantwortlichkeiten bei Lehrgängen
7.1. Lehrgangsleiter
  • Der Lehrgangsleiter trägt die volle Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung seines Lehrganges. Er wird durch den BFA bzw. Sektor Spielleute eingesetzt und ist ihm gegenüber rechenschaftspflichtig. An den Sportschulen des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR ist er für die Dauer des Lehrganges dem Direktor unterstellt.
  • Der Lehrgangsleiter sichert die Durchsetzung des Lehrgangsplanes und Lehrprogrammes.
    Er stützt sich in seiner Tätigkeit auf die Mitglieder der Lehrgangsleitung und des Lehrgangsaktivs. Von ihm wird ein Stellvertreter des Lehrgangsleiters benannt.
7.2. Lehrgangsaktiv

Das Lehrgangsaktiv wird durch die Lehrgangsleitung und Teilnehmer zu Beginn des Lehrganges vorgeschlagen und in offener Abstimmung gewählt. Die Aufgabe des Lehrgangsaktivs besteht darin, das Erreichen des Lehrgangszieles bestmöglichst zu unterstützen.

In der Hauptsache geschieht das

  • durch enge Zusammenarbeit mit der Lehrgangs- und Schulleitung,
  • mittels Durchsetzung berechtigter Forderungen des Lehrgangskollektivs oder einzelner Teilnehmer,
  • durch Einbeziehung der Teilnehmer in eine sinnvolle Freizeitgestaltung und Mithilfe bei deren Organisierung,
  • durch die Einflußnahme auf das Verhalten der Teilnehmer mit dem Ziel, die persönlichen mit den kollektiven Interessen in Übereinstimmung zu bringen,
  • durch Einbeziehung aller Möglichkeiten zur Schaffung einer guten Lernatmosphäre und zur Erhöhung der Wirksamkeit des Lehrganges.

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7.3. Schüler vom Dienst

Für jeden Lehrgangsteilnehmer ist vom Lehrgangsleiter ein „Schüler vom Dienst“ zu benennen.

Er hat folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • die effektive Gestaltung des Unterrichtsablaufes durch die Übernahme organisatorischer Aufgaben zu unterstützen,
  • auf die Einhaltung der für die erfolgreiche Gestaltung des Lehrganges notwendige Ordnung hinzuwirken,
  • für die vollzählige Teilnahme der Schüler am Unterricht zu sorgen und die Anwesenheit festzustellen.
7.4. Teilnehmer
  • Die Lehrgangsteilnehmer sind verpflichtet, die Lehrgangszeit für ihre Qualifikation voll zu nutzen, im Unterricht aktiv mitzuarbeiten, die Normen des sozialistischen Gemeinschaftslebens einzuhalten und alles für das Erreichen des Lehrgangszieles zu tun.
  • Mit Hilfe der Lehrgangsorgane und der Lehrkräfte nehmen sie aktiv Einfluß auf die Gestaltung des Unterrichts und des außerunterrichtlichen Lebens.

Die Lehrgangsteilnehmer sind verpflichtet, den Forderungen der Schul- und Lehrgangsleitung sowie der Lehrkräfte nachzukommen. Sie übernehmen im Rahmen des Lehrganges Pflichten und Funktionen und haben sie gewissenhaft auszuüben.

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Wie lange bleibt Luckenau ohne ernsthafte Konkurrenz?

MEDAILLENCHANCEN habe nur der, der die BSG MK ZIEGELRODE bezwingt, war auf einem Transparent zu lesen (im Bild rechts). Mit Recht, denn der Vizemeister 1974 bestätigte seine guten Leistungen und erkämpfte sich die Bronzemedaille.
EINEN GUTEN EINSTAND gaben die Kollektive der TSG LÜBBENAU und der BSG TRAKTOR HIRSCHFELD (von oben nach unten) nach ihrem erfolgreichen Aufstieg in die Sonderklasse. Mit Platz 7 für Lübbenau bzw. Platz 10 für die Hirschfelder wurden selbst die Hoffnungen der Vertreter des Energiebezirkes noch übertroffen.

Die „5. DDR-Bestenermittlung“ der Schalmeienkapellen wurde erneut mit einem klaren Sieg der BSG AKTIVIST LUCKENAU entschieden. Damit hat sich das derzeit mit Abstand beste Kollektiv wiederum erfolgreich durchgesetzt, obwohl auch die nächstplazierten Klangkörper mit guten Leistungen aufwarteten.

Das trifft vor allem auf die jungen Spieler der SG ZINNA-WELSAU zu, die mit dem zweiten Platz den verdienten Lohn für eine harte und exakte Probenarbeit erhielten.

Der Vorjahreszweite, die BSG EMPOR PLAUEN, zeigte sich technisch versiert wie immer, konnte aber keine deutliche Leistungssteigerung gegenüber 1974 nachweisen.

Eine Stagnation ist in der Kapelle der SG DYNAMO HOHENSCHÖNHAUSEN spürbar. Hier wird sichtbar, daß unkontinuierliches Üben und mangelnde Vorbereitung auf einen Wettkampf keineswegs zum Erfolg führen können. Und Ausruhen auf Erfolgen vergangener Jahre kann sehr schnell ins Auge gehen.

Entscheidende technische Fehler im Wettkampfablauf führten zum Abstieg der Sportfreunde der BSG LOK BRANDENBURG. Wenn der „Aufenthalt“ in der höchsten Klasse vorerst nur ein Jahr währte, so sollte das Kollektiv stark genug sein, im nächsten Jahr den Wiederaufstieg zu schaffen.

Leider traten die startberechligten Schalmeienkapellen der SG NEUGERNSDORF ohne jegliche Erklärung — die Kommission Orchester wird sich entsprechende Maßnahmen vorbehalten — und der SG KLEINREINSDORF nicht zum Wettkampf an und mußten so eine Disqualifikation hinnehmen, die mit dem Abstieg verbunden ist.

Zusammenfassend muß zur Bestenermittlung gesagt werden, daß alle Kapelle bemüht waren, etwas Neues zu bringen. Es wird mehr Wert auf die musikalische Seite gelegt, d. h., die Melodieinstrumente stehen im Vordergrund und der technische Stand hat sich damit erfreulich erhöht.

Die Kommission Orchester muß aus diesem Wettkampf die Schlußfolgerung ziehen, die eingesetzten Kampfrichter vor dem Einsatz nochmals zusammenzufassen und auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit vorzubereiten. Denn gerade hier offenbarten sich einige Schwächen. Wenn auch am Schluß, so aber nicht als Einschätzung betrachtet, soll den Organisatoren dieser Bestenermittlung, den Sportfreunden der Schalmeienkapelle der BSG MOTOR RATHENOW und der Stadt Rathenow an dieser Stelle herzlichst für ihre mühevolle und gelungene Arbeit gedankt werden.

Ohne Erfahrungen auf diesem Gebiet und ohne nennenswerte Unterstützung durch die Kommission Orchester (Anm. d. Red.: auch das sollte gründlichst ausgewertet werden) wurden die Anforderungen allseitig erfüllt.

Günter Schlaefke, Kommissionsvorsitzender

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FOTOGRAFEN gab es während des Wettkampfes fast ebenso viel auf dem Platz wie Aktive. Jeder wollte die besten Kollektive im Bild festhalten und selbstverständlich auch dies und das absehen für die persönliche Tätigkeit. Denn „Schlachtenbummler“ aus den Zügen der unteren Leistungsklassen konnten viele beobachtet werden.

kurz berichtet:

KARL-MARX-STADT — Der Stabführer des Spielmannszuges der BSG Aufbau Karl-Marx-Stadt, Sportfreund TANKRED BÖHME, wurde für seine guten beruflichen und gesellschaftlichen Leistungen als „Aktivist der sozialistischen Arbeit“ ausgezeichnet. Dazu unseren herzlichen Glückwunsch.

BERLIN —Wir bitten alle Abonnenten unserer Zeitschrift um Verständnis, daß im Monat NOVEMBER keine Ausgabe des „tambour“ erscheint, dafür aber im Dezember/Januar drei Ausgaben. Diese Maßnahme macht sich aus Planungsgründen erforderlich.

Ansprechende Bilanz nach 5 Jahren

Die Sektion Spielmannszug (Mädchen) der BSG Verkehrsbetriebe Dresden feierte unlängst ihr fünfjähriges Bestehen.

Beachtlich sind die Ergebnisse, die von den Mädchen der 130 Mitglieder zählenden Sektion in dieser relativ kurzen Zeit erreicht wurden.

Im Wettbewerb der BSG wurde sie 1973 und 1974 jeweils Sieger, erhielt 1972 den Ehrentitel „Kollektiv der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft“ und konnte diese Auszeichnung 1974 und 1975 erfolgreich verteidigen.

Zum 25. Jahrestag des DTSB der DDR wurde der Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv der DDR“ verliehen und bei den Bezirksmeisterschaften 1975 gab es für die „Großen“ und den Nachwuchs erstmals Medaillen.

Bleibt zu wünschen, daß diese guten Ergebnisse dazu beitragen, die Vorbereitungen auf das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 zu intensivieren.

Günter Schüttauf, BSG-Leiter

Zum 60 jährigen Jubiläum

in der Spielleutebewegung wurde Sportfreund RICHARD MAUS von der BSG Aktivist Welzow mit der Ehrennadel und Ehrenurkunde der Betriebssportgemeinschaft geehrt. Damit fand seine jahrzehntelange aktive Tätigkeit eine würdige Anerkennung.

WIR GRATULIEREN

den Sportfreunden Manfred Krätzig (28.), Lothar Heß (25.) und Günter Schlaefke (34.) nachträglich recht herzlich zum Geburtstag und wünschen ihnen Gesundheit und weitere Schaffenskraft.

Marschalbum für Spielmannszüge nach wie vor in Leipzig

Im Verlauf der Bestellungen für das Pflichtrepertoire 1976 mußte immer wieder festgestellt werden, daß einige Sektionsleiter unsere Mitteilungen nicht richtig lesen.

Das „Marschalbum I“ für Spielmannszüge gibt es vom Tage des Erscheinens an beim DTSB-Zentralversand, der sich seit einigen Monaten im DTSB-Materiallager Leipig befindet.

Auch die Auslieferung der Noten für das Pflichtrepertoire wird vielseitig ausgelegt, obwohl es eindeutig heißt, die Kollektive können einen kompletten Satz bei uns bestellen.

Da werden 20 bis 30 Blätter verschiedener Stimmen abgefordert, aber auch hierzu gibt es seit fast 4 Jahren die Festlegung, daß Zusatzbestellungen vom Sportfreund Hans Brückner realisiert werden.

Änderungen im Jahressportterminkalender 1975

Auf Grund einiger Veränderungen auf zentraler Ebene, machen sich auch im Bereich der Spielleute Terminverschiebungen notwendig.

Das Sekretariat der ZSK hat folgende veränderten Termine bestätigt:

31. Oktober

Sekretariatssitzung der ZSK in Leipzig

1. November

Anleitung der BFA- und Kommissionskampfrichterobmänner in Leipzig

1. November

Gemeinsame Tagung der BFA-Vorsitzenden mit der ZSK in Leipzig

3. bis 7. November

Lehrgang der Bezirksübungsleiter in Weißenfels

6. November

Anleitung der BFA-Stellvertreter für Kultur und Bildung in Weißenfels

7. bis 9. November

Arbeitstagung des Gestalterkollektivs „Musikparade 77“ in Nordhausen

14. November

Leitungssitzung des „ÜV Musikschau 77“ (Konstituierung)

12. Dezember

Tagung der ZSK in Leipzig

13. Dezember

FUNKTIONÄRSKONFERENZ in Leipzig — Teilnehmer alle Sektionsleiter, BFA-Vorsitzenden sowie Stellvertreter Kultur und Bildung, Bezirksübungsleiter und Nachwuchsverantwortliche, Vorsitzende der Kommissionen der ZSK, ZSK-Mitglieder, Leitung und Gestalterkollektiv des „ÜV Musikschau“ sowie die Stellv. Vorsitzenden der DTSB-Bezirksvorstände für Kultur und Bildung

Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB, Berlin — Chefredakteur: Bernd Schenke — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck · Schaubek, Bereich Döbeln, III-8-4