Der Tambour/Ausgabe 1974 08

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6. Jahrgang, Ausgabe August 1974

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Seite 1

Auswertung mit klarem Blick nach vorn

  • BFA-Vorsitzende werteten ihre Wettkämpfe aus
  • Insgesamt eine positive Bilanz zu verzeichnen
  • Meisterschaften für 1975 schon jetzt festgelegt
  • Hohe Verantwortung in der Aus- und Weiterbildung

Turnusgemäß trafen sich die Vorsitzenden der BFA Spielleute Anfang Juli in Berlin zu ihrer Beratung. Im Mittelpunkt der Aussprache stand die Auswertung der Bezirksmeisterschaften 1974 und die Schlußfolgerungen für die Wettkämpfe des kommenden Jahres.

Damit im Zusammenhang wurde nochmals eingehend auf die Verantwortung der BFA für die Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter sowie Kampfrichter verwiesen.

Insgesamt können die Ergebnisse der Bezirksmeisterschaften 1974 auf allen Gebieten erfolgreich eingeschätzt werden. Die Organisation aller Wettkämpfe zeigte sehr deutlich, welche BFA in ihrer Tätigkeit bereits zu guten Kollektiven gewachsen sind. Herausragende Beispiele wurden aus Hettstedt (Bezirk Halle) und Lübbenau (Bezirk Cottbus) bekannt, während Berlin erneut nicht überzeugen konnte.

Erfreulich ist die Tatsache, daß insgesamt 26 Kollektive mehr an den Titelkämpfen teilnahmen als 1974. Dabei steht der Nachwuchs mit 14 an der Spitze der Spielmannszüge, während bei den Schalmeien ein Rückgang zu verzeichnen ist.

Die künstlerischen Leistungen waren recht unterschiedlich, doch deuten sich auch auf diesem Gebiet Verbesserungen an.

Völlig unbefriedigend war die Seite des Kampfrichterwesens in fast allen Bezirken. Mit Ausnahme von Frankfurt (Oder) und Leipzig/Karl-Marx-Stadt war keine einzige Meisterschaft mit einem akzeptablen (angesetzten und objektiven) Kampfgericht besetzt.

Das hat seine Ursachen in vielerlei Dingen und wird deshalb in der Zentralen Spielleutekommission eine besondere Rolle bei der Auswertung der BM 1974 und Vorbereitung für 1975 spielen. Konkrete Vorstellungen dazu wurden den BFA-Vorsitzenden erläutert und fanden Zustimmung.

Fortsetzung auf Seite 2

Signalhörner für LK II und LK III

Die Kollektive der LK II und III der Erwachsenenspielmannszüge können ab sofort Bestellungen für Signalhörner und Horntaschen an den DTSB-Bundesvorstand, Sektor Spielleute, 1055 Berlin, Storkower Straße 118, richten. 1975 haben diese Kollektive einen Hornmarsch im Pflichtprogramm, wie bereits 1973 angekündigt wurde.

„DDR-Meister 1974“

wurde nach spannendem Wettkampf vor etwa 3000 Zuschauern im „Stadion 20. Jahrestag“ zu Weißwasser der Nachwuchsspielmannszug der SPIELGEMEINSCHAFT PERLEBERG/PRITZWALK vor der BSG Medizin Mühlhausen und der TSG Lübbenau.

Die Meisterschaften bildeten den Höhepunkt und Abschluß des diesjährigen Trainingslagers des „Zentralen Nachwuchsspielmannszuges des DTSB der DDR“ im Bezirk Cottbus.

Nun gilt es in den Nachwuchskollektiven alle Vorbereitungen für die Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1975 in Berlin zu treffen, wo auch der Titelkampf unserer Jüngsten stattfinden wird.

Letzte Meldung

AKTIVE WETTKAMPFBETÄTIGUNG

wird uns aus dem Bezirk Frankfurt (Oder) gemeldet.

Anläßlich des „Tages der Bauarbeiter“ fand ein Pokalkampf der Spielmannszüge statt, den die Erwachsenen der BSG Motor Oderberg vor den Sportfreunden der SG Hohenwutzen und der BSG Tiefbau Frankfurt (Oder) gewannen. Beim Nachwuchs hieß die Reihenfolge BSG Tiefbau Frankfurt (Oder), BSG Turbine Eberswalde (Mädchenspielmannszug) und BSG Stahl Eisenhüttenstadt.

Die Frankfurter errangen den Pokal zum dritten Mal und sind damit ständiger Besitzer geworden.

Seite 2

Kommission Fanfaren auf 77er Kurs

In der Zeit vom 17. {LOCH} führte die Kommission Fanfaren einen Übungsleiterlehrgang durch, um in Vorbereitung des VI. Turn- und Sportfestes in der DDR 1977 in Leipzig den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden.

Der Lehrgang, der in erster Linie für die Allgemeine Klasse vorgesehen war, mußte aufgrund von Absagen der Kollektive dieser Klasse kurzfristig zur Hälfte (9 Sportfreunde) von Kollektiven der Leistungsklasse besetzt werden.

Ziel des Lehrgangs war es, die Sportfreunde der Allgemeinen Klasse in theoretischer wie praktischer Beziehung so auszurüsten, daß der große Unterschied zwischen der Leistungs- und der Allgemeinen Klasse schrittweise abgebaut werden kann.

Aufgrund der Tatsache, daß die Sportfreunde der Allgemeinen Klasse die Stufe I besaßen, war die Grundlage eines erfolgreichen Abschneidens theoretisch gegeben. Doch schon nach den ersten Unterrichtsstunden in praktischer und theoretischer Hinsicht wurden eklatante Unterschiede deutlich und die ungenügende Qualität der {LOCH}{wahrscheinlich: Übungsleiterlehrgänge in den} Bezirken {LOCH}{wahrscheinlich: mit geringer Unterrichts-} stundenzahl und hohes Niveau des Lehrganges auf der einen Seite paarte sich mit mangelnder praktischer Erfahrung und trotz Stufe I fast keinen Notenkenntnissen.

Die Ergebnisse auf der praktischen sowie thoretischen Seite machten deutlich auf Versäumnisse der Kommission Fanfaren seit 1969 aufmerksam und setzt schlußfolgernd Schwerpunkte der weiteren Arbeit.

Mit den Sportfreunden Simon und Domröse aus Potsdam und dem Sportfreund Bohn aus Hennigsdorf kamen die mit Abstand besten Schüler des Lehrganges aus Kollektiven der Leistungsklasse. Eine Tatsache, die sich seit 1970 in jedem Lehrgang abzeichnet.

Sportfreunde aus Greiz und Teichwolframsdorf, die ihre Stufe I für die Teilnahme am Lehrgang im Bezirk bekamen, erwarben in Halberstadt eine echte, auf hohem Niveau stehende Stufe I.

Nicht diesen Sportfreunden sollte man den Vorwurf machen wegen des Nichtbestehens der Stufe II, sondern den verantwortlichen Funktionären in den betreffenden Bezirken, die Lehrgänge durchführen, die nicht die Gewähr einer erfolgreichen Qualifizierung für die Sportfreunde der Fanfaren bieten.

Hier, so meine ich, ist der erste Ansatzpunkt der Kommission Fanfaren für die weitere Tätigkeit in der engen Zusammenarbeit mit den BFA, um die Lehrgänge in den Bezirken zu echten Prüfsteinen der Qualifizierung der Sportfreunde werden zu lassen.

Mit der Teilnahme am VI. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig ist den Spielleuten eine hohe und verantwortungsvolle Aufgabe übertragen worden.

Mit dem Lehrgang in Halberstadt machte die Kommission Fanfaren den Anfang, eigene Versäumnisse mühselig nachzuholen.

Leo Ertel, Lehrgangsleiter

Fortsetzung von Seite 1

Auswertung mit klarem Blick nach vorn

Als weitere Verbesserung für das nächste Jahr wird die Tatsache betrachtet, daß alle BFA eine Musterausschreibung erhielten, nach der sie ihre Ausschreibung anfertigen. Bis 15. Januar 1975 sollen die Materialien im Besitz aller Kollektive sein, damit eine ordnungsgemäße Vorbereitung garantiert wird.

ABSCHLUSS der WM Turnierangeln 1974 im Cottbuser Max-Reimann-Stadion. Die Spielleute des DTSB der DDR marschierten nach einem nicht endenwollenden Unwetter zu ihrer Darbietung auf. Während sich die Laufbahn in weitreichendem Naß präsentierte, war wenig später auf dem Rasen von der Nässe nichts mehr zu sehen und das Enblem der WM Turnierangeln zu erkennen. Eine feine Leistung aller Aktiven und Übungsleiter.

Die Beratung verlief in einer herzlichen Atmosphäre und es bleibt erneut zu bedauern, daß die Vertreter der BFA POTSDAM und ROSTOCK unentschuldigt fehlten.

In der Aus- und Weiterbildung für Übungsleiter sowie Kampfrichter steht vor den BFA die Hauptaufgabe, Übungsleiter aller Genres bis zur Stufe II nach der neuen Ordnung aus- und weiterzubilden.

Im Bereich der Kampfrichter sind geeignete Sportfreunde für die Tätigkeit auf Bezirksebene auszubilden und bereits 1975 einzusetzen.

Übereinstimmend wurden von den BFA-Vorsitzenden in einer ersten Vorabstimmung mit der Kommission Kampfrichter folgende Termine für die Bezirksmeisterschaften 1975 festgelegt, die am 6. September 1974 von der ZSK bestätigt werden und dann für alle Bezirke verbindlich sind:

BERLIN noch offen
COTTBUS 31. 5./1. 6.
DRESDEN 24. 5./25. 5.
ERFURT 1. 6.
GERA 10. 5.
HALLE 11. 5.
KARL-MARX-STADT 31. 5./1. 6.
LEIPZIG 31. 5./1. 6.
MAGDEBURG 22. 6.
POTSDAM 22. 6.
ROSTOCK 17. 5.
SCHWERIN 17. 5.
SUHL 24. 5./25. 5.
FRANKFURT (Oder) noch offen

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Gehörtes und Erlebtes täglich neu anwenden

Überall nimmt die Auswertung des V. Turn- und Sporttages einen breiten Raum in der Tätigkeit der Leitungen und Kollektive unserer sozialistischen Sportorganisation ein.

Wir wollen heute weitere Delegierte aus der Spielleutebewegung an dieser Stelle zu Wort kommen lassen — ihre Eindrücke und erste Gedanken zur künftigen Arbeit vermitteln.

MIT KRITISCHER MIENE verfolgt Sportfreund Gerhard Steinert (erste Reihe, zweiter von rechts) den Verlauf des Sportlerappells zum V. Turn- und Sporttag in Berlin. Mit ihm erlebten über Tausend Delegierte — unter ihnen u. a. auch die Vizeweltmeisterin in der Leistungsgymnastik, Ute Lehmann-Polster (erste Reihe, ganz links), den Gruß der Sportler unserer Republik.

Sportfreund
GERHARD STEINERT,
BFA-Vorsitzender, Leipzig

Stärker als bisher Einfluß nehmen

„In meiner langjährigen Tätigkeit als Spielmann und Funktionär der Spielleutebewegung des DTSB der DDR hatte ich erstmals die Möglichkeit, als Delegierter an einem Turn- und Sporttag teilzunehmen.

Es war für mich ein stolzes Gefühl, als Vertreter der Spielleute im Konferenzsaal neben alten bewährten Funktionären unserer Sportorganisation, ehemaligen und jetzigen Leistungssportlern mit zu entscheiden über die weitere Entwicklung von Körperkultur und Sport in unserem Lande.

Beeindruckt war ich von der großen Bereitschaft aller Delegierten und Gäste, sich einzusetzen für die weitere allseitige Entwicklung der sozialistischen Sportorganisation der DDR.

Erfreut war ich auch über die erneute Wertschätzung des DTSB der DDR, wie sie im Diskussionsbeitrag des Mitglieds des Politbüros und Sekretärs des ZK der SED, Genossen Paul Verner, in der Grußadresse des ZK der SED sowie durch die Vertreter der Regierung unserer Republik vorgenommen wurde.

Wir haben im Bezirk Leipzig im BFA Spielleute mit allen Sektionsleitern eine erste Auswertung des Sporttages vorgenommen und Schlußfolgerungen für die künftige Arbeit gezogen.

Uns geht es in erster Linie darum, stärker als bisher Einfluß darauf zu nehmen, daß die politisch-ideologische Arbeit in den Sektionen verstärkt durchgeführt wird, um Klarheit in allen Köpfen unserer Spielleute zu schaffen, daß sich die Spielleutebewegung im Bereich von Körperkultur und Sport nur dann entwickeln kann, wenn sich die Volkswirtschaft kontinuierlich entwickelt. Das erfordert hohe Leistungen am Arbeitsplatz von jedem einzelnen.

Eine wichtige Seite der Erziehungsarbeit sehen wir darin, die Spielleute vor allen Einsätzen, gleich welcher Art, mit dem Inhalt und den Zielen der Veranstaltung vertraut zu machen. Dazu gehört auch der Einfluß auf die Disziplin vor, während und nach den Auftritten. Denn nicht selten ist zu verzeichnen, daß die Spielleute gerade durch ihre auffällige Kleidung auch außerhalb der Veranstaltungen im Blickpunkt der Bevölkerung stehen.

In unserem Bezirk kommt es vor allem auf eine Steigerung des Leistungsniveaus aller Genres an, die wir durch gut vorbereitete Bezirksübungsstunden erreichen wollen. Aber auch Auftritte im verstärkten Maß bei politischen sowie sportlich-kulturellen Ereignissen sollen mit dazu beitragen.

Für unsere Nachwuchskollektive suchen wir nach weiteren Einsatzmöglichkeiten, vor allem in Form von Wettkämpfen. Damit werden mehr Gelegenheiten zum Vergleich des Leistungsniveaus und der Ansporn für ein weiteres eifriges Üben geschaffen.

Der BFA Spielleute in Leipzig arbeitet auf der Grundlage des demokratischen Zentralismus und setzt sich zu jeder Zeit für die Durchsetzung der Beschlüsse der übergeordneten Leitungen ein.

So sind wir z. B. auch bestrebt, die Wettkampfordnung der Spielleute in allen Teilen durchzusetzen.

Wir kennen jedoch die zur Zeit vorhandenen Engpässe in bezug auf Ausrüstung und Bekleidung. Deshalb müßte es Aufgabe des zentralen Bereiches sein, diese Mängel schnellstens zu beseitigen. Das heißt, gleichzeitig die Forderungen des V. Turn- und Sporttages zu erfüllen.“

Sportfreund
SIEGMAR HARTIG,
BSG Stahl Hennigsdorf

Nicht nur die besten Kollektive sehen

Im Rechenschaftsbericht des Genossen Manfred Ewald und in den zahlreichen Diskussionsbeiträgen fand ich eine Fülle von Anregungen und Hinweisen für die kommende Arbeit innerhalb der Spielleutebewegung des DTSB der DDR.

Ich möchte davon ausgehen, daß wir gegenwärtig als nächste Hauptaufgabe die Mitgestaltung des VI. Turn- und Sportfestes der DDR 1977 in Leipzig betrachten. Diesem Ziel ordnet sich die Arbeit in allen Bereichen unter. Leitmotiv sind dabei die Maßnahmen und Aufgabenstellungen, wie sie im Perspektivplan der Spielleute bis 1978 fixiert wurden.

Für den Bereich Fanfaren gibt es schon jetzt klare Forderungen, die nur erfüllt werden können, wenn noch vorhandene Mißstände schnellstens verschwinden.

Wir müssen in den nächsten Monaten mehr denn je die Verbindung zu jenen Kollektiven suchen und herstellen, die nicht zu den Besten gehören, aber echte Reserven in sich tragen, die ihnen den Weg zur Spitze erleichtern würden, wenn sie freigelegt werden.

Über sinnvolle Übungsstunden, Lehrgänge und zentrale Ausbildungsformen sind diese Kollektive auf die Wettkämpfe vorzubereiten, um dort ihren Leistungsanstieg unter Beweis zu stellen.

Sicher wird uns die Bildung von zwei Leistungsklassen ab 1975 dabei helfen, doch von allein wird nichts — hier muß die Kommission Fanfaren in Verbindung mit der BFA, KFA und den Sektionen die Fäden straff in der Hand halten.

Natürlich ist auch dem weiteren Heranbilden des Nachwuchses großes Augenmerk zu schenken. Hier gibt es gute Beispiele und Erfolge, die als Anregung verstanden werden sollten.

Wenn wir diese beiden Aspekte, sicher nicht die einzigen, aber im Moment die wichtigsten, beachten und die Veranstaltungen nicht nur organisatorisch, sondern auch künstlerisch zu Höhepunkten gestalten, kommen wir ganz sicher ein deutliches Stück nach vorn und leisten unseren Beitrag zur Verwirklichung der Beschlüsse des Turn- und Sporttages.“

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