Der Tambour/Ausgabe 1970 03: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Kurz informiert === | |||
==== Berufungen vorgenommen ==== | |||
Das Sekretariat der ZSK hat zur Vorbereitung und Durchführung des Auftritts der Spielleute anläßlich des IV. Turn- und Sporttages des DTSB der DDR in Berlin 10 Kollektive berufen. | |||
Dazu gehören: Mädchenspielmannszug BSG Stahl Freital/BSG Empor Quedlinburg, die Fanfarenzüge SV Dynamo Berlin, SG „Ernst Thälmann“ Berlin-Prenzlauer Berg und Friedrichshain, BSG Lok Mitte Leipzig, SG Dynamo Potsdam sowie die Schalmeienkapellen BSG Lok Stahlbau Dessau, BSG Traktor Großpösna, SG Dynamo Hohenschönhausen, IHB Berlin und SG Dynamo Grimma. | |||
==== Delegationsleitung beriet ==== | |||
Die Delegationsleitung „Spielleute“ zur III. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR führte im Februar ihre erste Beratung durch und legte erste Maßnahmen der weiteren Arbeit fest. | |||
Im Mittelpunkt stand die Vorbereitung der Trainingslager für die Kinder und Mädchen sowie die Konzipierung der Hauptveranstaltungen. | |||
Die Erfahrungen des V. DTSF nutzend, kam es im Verlauf der Diskussion zu wertvollen Hinweisen und Festlegungen, die eine ordnungsgemäße Abwicklung der organisatorischen und technischen Belange vor und während der Spartakiade ermöglichen. | |||
==== Kürmarsch im Stand ==== | |||
Wie aus den Ausschreibungen der Bezirksspielleutekommissionen für die kommenden Bezirksmeisterschaften ersichtlich ist, gibt es in einigen Punkten noch Unklarheiten. Auf ein Beispiel soll hier hingewiesen werden. | |||
Alle Kollektive haben bei Bezirksmeisterschaften nur einen Durchgang zu absolvieren. Dabei wird der '''Kürmarsch im Stand''' und der festgelegte '''Pflichtmarsch in der Bewegung''' gespielt. | |||
Übrigens, Bezirksmeister kann nur ein Kollektiv aus den Leistungsklassen II, III oder Allgemein werden. | |||
=== Tradition bringt Verpflichtungen === | |||
'''■ Grundlage der Erfolge ist politisch-ideologische Breitenarbeit''' | |||
'''■ Fachkommission Schalmeien setzt neue Maßstäbe''' | |||
'''Die Kommission Schalmeienkapellen hat sich während ihrer letzten Beratung mit den Aufgaben für das Sportjahr 1970 beschäftigt und konkrete Maßnahmen der fachlichen Arbeit beschlossen.''' | |||
'''Im Mittelpunkt steht dabei die einheitliche Ausbildung mit dem Ziel, einen zentralen Block der Schalmeien zu bilden.''' | |||
Dieses Vorhaben verlangt von allen Kollektiven intensives und regelmäßiges Üben, hohe Disziplin und ständige Bereitschaft, nach besseren Leistungen zu streben. | |||
Grundlage einer solch erfolgreichen Tätigkeit ist eine wirksame politisch-ideologische Arbeit. | |||
Auch damit hat sich die Leitung der SK auseinandergesetzt und Schritte zur Verbesserung beraten. | |||
Die Schalmeie wurde zu einer Zeit und durch keinen geringeren als unseren Genossen Ernst Thälmann in die Arbeiterklasse eingeführt, als die entstehende Kommunistische Partei Deutschlands ihre Aktions- und Kampfprogramme mit Unterstützung der Werktätigen durchzusetzen begann. | |||
Die Märsche und Lieder der Rotfrontkämpferkapellen strafften den Schritt des Proletariats und ließen die Faschisten ahnen, welch geballte Kraft auf sie zukommt. Davon ausgehend können wir heute mit Stolz feststellen, daß die Schalmeie mit dem Wachsen der Arbeiterklasse engstens verbunden ist und wir keine schönere Aufgabe übernehmen können, als diese Traditionen zu pflegen und den neuen Erfordernissen anzupassen. | |||
Den Mitgliedern unserer Schalmeienkapellen des DTSB müssen wir deshalb bewußt machen, daß zur Pflege dieser Traditionen mehr als nur ständiges Üben und Auftritte in der Öffentlichkeit gehören. | |||
In jeder Kapelle gibt es ältere Sportfreunde, die von Zeit zu Zeit im Rahmen der Übungsstunde aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, aus eigenen Erlebnissen berichten und diesen Kampf der Arbeiterklasse mit der Entwicklung der Schalmeienkapellen verbinden könnten. Damit wird nicht nur das Interesse für die Musik geweckt, sondern Einfluß auf das Klassenbewußtsein genommen. | |||
Als Traditionskapellen ist es unsere Pflicht, die Verbindung zur Arbeiterklasse zum Ausdruck zu bringen. Das heißt auch, daß wir bei entsprechenden Anlässen ohne Entgeld auftreten, den Veranstalter aber ansprechen, einen Betrag nach seinem eigenen Ermessen für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden. | |||
SO hat die Schalmeienkapelle der SG Dynamo Grimma am Vorabend des 20. Jahrestages der DDR in fünf Gemeinden Platzkonzerte veranstaltet und aus diesem Anlaß Spendenmarken des DTSB für 300 Mark gekauft. | |||
Eine ähnliche Möglichkeit besteht in einer jährlich einmaligen Spende aller Kapellen an die Fachkommission zur Weiterleitung auf das Vietnamkonto. | |||
In den meisten Kollektiven sind zeitweilig mehr oder minder Erscheinungen einer Schwächung bzw. gar Auflösung spürbar. Deshalb ist es vordringlich, jüngere Sportfreunde für uns zu gewinnen. Aber auch die Festigung des eigenen Stammes ist unerläßlich. Nichts ist in dieser Beziehung stärker als eine Parteigruppe. | |||
Aus dem Kreis der Mitglieder der Partei der Arbeiterklasse sollte aus diesem Anlaß verstärkt in der eigenen Kapelle die Gewinnung von Kandidaten erfolgen. | |||
Ausdruck dieser vielfältigen Arbeit und Betätigung könnte die Anfertigung einer Chronik sein. Die Kommission Schalmeienkapellen ruft alle Schalmeienkapellen des DTSB auf, sich mit der Erarbeitung einer solchen Chronik zu beschäftigen. Denn manchem Kollektiv wird während der Nachforschungen auffallen, daß nicht minder bekannte Widerstandskämpfer, die in den KZ den Tod fanden, Mitglieder ihrer Kapelle waren oder zu den Gründern zählten. Und gerade das wird Auftrieb zu neuen und höheren Leistungen auf allen Gebieten unserer Betätigung geben. | |||
Schreibt uns doch, wie in anderen Kapellen gegenwärtig politisch-ideologisch gearbeitet wird. Welche Vorschläge könnte man verallgemeinern? '''H. Glash''' | |||
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Version vom 19. September 2024, 13:54 Uhr
3. Jahrgang, März-Ausgabe 1970
Scan der Original-Ausgabe als PDF
Seite 1
Erkenntnis der letzten Monate:
Kollektive Arbeit trägt erste Früchte
■ Beratung mit Bezirksvorsitzenden brachte positive und beispielgebende Ergebnisse
■ Bezirksmeisterschaften 1970 müssen mit höchster Qualität und Quantität vorbereitet und durchgeführt werden
Als die Vorsitzenden der Bezirksspielleutekommissionen in Leipzig über den Stand der Vorbereitungen für die Bezirksmeisterschaften berichteten, herrschten Temperaturen um minus 10 Grad, deckten Schnee und Eis noch Straßen und Plätze zu, war an einen wärmenden Sonnenstrahl überhaupt nicht zu denken.
Dennoch mußte eingeschätzt werden, die zurückliegenden Monate wurden nicht zum Winterschlaf, sondern überall für eine kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit genutzt.
Ausnahmslos berichteten die verantwortlichen Sportfreunde über eine positive Vorbereitung. Besonders die Initiativen und Bereitschaften der Gastgeberstädte wie Groitzsch (Bezirk Leipzig) oder Oschersleben (Bezirk Magdeburg), um nur zwei zu nennen, fanden lobende Erwähnung.
Wenn auch in einigen Bezirken etwas verspätet, gingen doch die Ausschreibungen erstmals bei Bezirksmeisterschaften einheitlich und rechtzeitig den Kollektiven zu. Damit ist überall eine umfangreiche Möglichkeit für einwandfreie Vorbereitungen gegeben worden. Den Sportfreunden der Bezirksspielleutekommissionen gebührt an dieser Stelle Dank und Anerkennung für ihre gute Arbeit.
Nun gilt es, in allen Bezirken eine hohe Zahl teilnehmender Kollektive zu sichern und vor allem den Auftritt der Kinderzüge vorzubereiten.
Unsere Verpflichtung zu Ehren des 100. Geburtstages des Genossen W. I. Lenin (Februarausgabe „der tambour“), mindestens 50 Nachwuchskollektive im Rahmen der Bezirksmeisterschaften auftreten zu lassen, darf keine Phrase werden, sondern muß die Aktivitäten in allen Bezirken und Sektionen erhöhen.
Fortsetzung Seite 2
Alle Kollektive
die von der Zentralen Spielleutekommission des DTSB eine Berufung in die „Delegation Spielleute“ zur III. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR erhalten und ihre genaue Teilnehmerzahl noch nicht gemeldet haben, werden gebeten, umgehend den unteren Abschnitt des Begleitschreibens ausgefüllt einzusenden.
Gemeinsamer Kurs festgelegt
■ Vereinbarung zwischen DTSB und FDJ abgeschlossen
■ Gegenseitige Unterstützung vordringlichstes Anliegen
■ Noch 1970 Bildung des „Zentralen Pionierspielmannszuges der DDR“
Die von allen Spielleuten, gleich ob Aktive oder Funktionäre, erwartete Vereinbarung über die Zusammenarbeit des DTSB-Bundesvorstandes und Zentralrates der FDJ auf dem Gebiet der Spielleutebewegung in unserer Republik wurde im März abgeschlossen.
In völliger Übereinstimmung beschlossen die beiden zuständigen Sekretariate die notwendigen Maßnahmen und Schritte, um eine kontinuierliche Entwicklung des Nachwuchses auf dem Gebiet der Spielleute zu garantieren.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung, die in der Folge für alle Bezirke und Kreise als Grundmodell dienen wird, steht die gegenseitige Unterstützung in allen Fragen.
So werden die dem „Zentralen Musikkorps der FDJ“ angehörigen Pionierspielmannszüge dem ZR der FDJ vollinhaltlich unterstellt, von ihm angeleitet und zu den entsprechenden Veranstaltungen eingesetzt.
Alle anderen in der Republik bestehenden Pionier- und Kinderspielmannszüge obliegen der Anleitung, Ausbildung sowie des Einsatzes der Kommission Kinder- und Jugend der Zentralen Spielleutekommission des DTSB. Aus diesen Kollektiven wird der repräsentative „Zentrale Pionierspielmannszug der DDR“ gebildet. Dieser Klangkörper wird in gemeinsamer Leitungstätigkeit von DTSB und der Pionierorganisation unter Federführung des DTSB entwickelt und eingesetzt.
Mit diesen konkreten und sehr sachlichen Festlegungen wurden alle in der Vergangenheit bestehenden Streitigkeiten und Unklarheiten bereinigt und die Grundlage für eine kameradschaftliche Zusammenarbeit geschaffen.
Die Frage der Fanfarenzüge fand auch in dieser Vereinbarung Berücksichtigung. So werden die im DTSB organisierten FZ weiterhin dieser Organisation in jeder Hinsicht angehören, dort gefördert und eingesetzt. Was allerdings nicht ausschließt, daß nach vorheriger Abstimmung zwischen den Verantwortlichen beider Organisationen ein Einsatz zu zentralen Anlässen des Partners möglich ist.
In unserer nächsten Ausgabe werden wir näher auf diese Vereinbarung eingehen.
Abonnementgebühren
für das Jahr 1970 sind bis 15. April 1970 an die Sportfreundin Regina Schimski, 7033 Leipzig Dürrenberger Straße 15, zu überweisen.
Veränderungen in den Abonnements sind aussschließlich der Redaktion mitzuteilen.
Seite 2
Nicht nur Nachholebedarf decken
■ Zentrale Anleitung der Fanktionäre vervollständigt
■ Auf den Erfahrungen des Org.-Bereiches aufbauen
Eine Hauptaufgabe der ZSK ist es, kontinuierlich für die Anleitung der Bezirksfunktionäre zu sorgen.
Sehr gute Erfahrungen konnten wir in dem zurückliegenden 18 Monaten bei der ständigen Beratung mit den Bezirksvorsitzenden sammeln, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit für die Zukunft auf zentraler Ebene ermöglichten.
Einer klaren Verbesserung bedarf aber auch die Anleitung auf musikalisch-technischem Gebiet.
Ausgehend von der Feststellung, daß die Lehrgänge an den Sportschulen, die Großveranstaltungen aller Spielmannszüge sowie die Trainingslager keineswegs die einzigen Mittel und Wege sein dürfen, eine einheitliche Ausbildung aller Kollektive in den Bezirken durchzusetzen, wird, beginnend mit dem II. Quartal 1970, die zentrale Anleitung der Bezirkstechniker für Spielmannszüge erfolgen und turnusgemäß mit den Zusammenkünften der Bezirksvorsitzenden stattfinden.
Wir versprechen uns von dieser parallellaufenden Beratung höhere Ergebnisse in technischer Richtung sowie kontinuierlich, Schritt für Schritt, die Einführung der besten erprobten Methoden in allen Bezirken.
Wir betrachten diese Aussprache der Bezirkstechniker über fachliche Probleme für erstrebenswert, da die Seite der Organisation und nicht zuletzt die Führungstätigkeit der Spielleutebewegung durch sachliche Anregungen aus diesem Bereich nicht unberührt bleiben. Zudem erleichtert und belebt es die gesamte Arbeit.
Selbstverständlich dürfen nicht zu große Erwartungen an die Anleitungen geknüpft werden. Denn diese Sache ist neu und erst Erfahrungen bringen den eigentlichen Wert solcher Veranstaltungen.
Es wird deshalb in erster Linie Situationsberichte geben und vorläufige schrittweise Festlegungen für die weitere Tätigkeit und Stellung der Bezirkstechniker in ihrem Wirkungsbereich.
Ob in der Zukunft ein Tag für die Klärung fachlicher Fragen ausreicht oder für bestimmte Probleme zwei Tage beansprucht werden, ergibt die Praxis der Durchführung.
Hoffen wir, daß wir damit nicht nur Nachholebedarf decken, sondern ein weiteres Stück in der einheitlichen Ausbildung aller Spielmannszüge des DTSB vorankommen.
G. Bodenstein, Haupttechniker
Kollektive Arbeit trägt erste Früchte
Fortsetzung von Seite 1
Wie uns bekannt wurde, haben einige Bezirke bereits Veränderungen im Programmablauf vornehmen müssen, weil die gemeldeten Kinderkollektive unerwartet hohe Zahlen erreichten. In solchen Fällen wird der Sonntag für den Nachwuchs genutzt.
Wir können also voller Zuversicht den ersten Höhepunkten des Wettkampfgeschehens 1970 entgegensehen und mit schönen Veranstaltungen rechnen.
1. DDR-Bestenermittlung in Luckenau
Die Kommission Schalmeienkapellen der ZSK teilt mit, daß die „1. DDR-Bestenermittlung“ für Schalmeienkapellen der LK 1 des DTSB nicht wie vorgesehen in Saalfeld, sondern zum gleicehen Zeitpunkt in Luckenau stattfindet.
Die Kapelle der BSG Aktivist Luckenau wurde beauftragt, die entsprechenden Vorarbeiten auf allen Gebieten unter Leitung der Fachkommission in Angriff zu nehmen.
Jeder von uns gehört mit zum Kollektiv
Die Kommunalwahlen liegen hinter uns. Sie waren ein erneuter Beweis des Vertrauens unserer Bevölkerung zu den Kandidaten der Nationalen Front und gleichzeitig ein erneutes Bekenntnis festen Willens, unsere sozialistische Republik allseitig zu stärken und zu schützen.
Auch für uns ergeben sich daraus in der Folge wichtige Aufgaben, die wir aber nur gemeinsam meistern können.
Wenn im Wahlaufruf festgestellt wurde; „Der Sozialismus ist so gut wie wir ihn alle gestalten!“, dann heißt das für den Bereich des Sports, das Beste zu geben und durch intensives Trainieren nach höheren Leistungen zu streben.
In seiner Festrede zum 20. Jahrestag der DDR hatte Genosse Walter Ulbricht betont, daß der Entwicklung des Volkssportes eine besondere Aufgabe zukomme. Im Mittelpunkt stehe dabei wiederum der Kinder- und Jugendsport.
Allein aus diesen beiden Beispielen wird klar, wo wir als Spielleute des DTSB die unmittelbaren Aufgaben sehen müssen.
Jeder Spielmann, gleich wo er sein Horn bläst oder „auf die Pauke“ haut, muß sich persönlich mitverantwortlich fühlen. Nicht nur im eigenen Kollektiv und vielleicht auch noch im Kreis, nein, über die Heimatgrenzen hinaus. Denn alle Spielleute gehören zusammen, müssen fest an einem Strang ziehen und in erster Linie das gemeinsame Ziel vor Augen sehen.
Den Kollektiven der Spielmannszüge/Sonderklasse wurden entsprechend der Wettkampfordnung für dieses Jahr hohe Maßstäbe gesetzt. Nur wenn sie ein Kinderkollektiv nachweisen können, das zu ihrer Gemeinschaft gehört oder von ihnen ausgebildet wird, sind sie für die Deutsche Meisterschaft startberechtigt. Aber auch in der Leistungsklasse I sind die „Sitten“ strenger geworden, denn die Darbietung eines Hornmarsches wurde zur Pflicht.
Oder denken wir an die Vereinheitlichung der Stabführung bei den Fanfarenzügen und die Festlegung von Pflichtmärschen.
All das war und ist kein Selbstzweck, sondern soll helfen, das Niveau der Spielleutebewegung zu entwickeln und die Breitenarbeit zu fördern.
Es soll an dieser Stelle kein Vorgriff getätigt werden, aber es wäre durchaus möglich, daß sich die Kommission Spielmannszüge entschließt, und im Wettkampfjahr 1971 auch bei der Leistungsklasse I die Existenz eines Nachwuchszuges für eine Teilnahme am Aufstiegsturnier zur Bedingung macht. Was wiederum nicht heißen soll, in den anderen Fachkommissionen kann man in den Tag hineinleben.
Höhere Forderungen sind ein Mittel für größere Erfolge. Wir alle sind an guten Ergebnissen interessiert und sollten deshalb den noch teilweise vorhandenen Ressortgeist vertreiben. Dem Kopf neuen Ideen Platz bieten und das gemeinsame Ziel im Visier, die zentralen mit den eigenen Aufgaben koordinieren. Schließlich gehört jeder einzelne mit zum großen Kollektiv.
Bernd Schenke
Seite 3
Nicht nur eine Seite betrachten
Seit Erscheinen unseres „tambour“ wurden schon mehrere Artikel veröffentlicht, die sich mit der Bildung neuer Kollektive, mit der Entwicklung zur höheren Leistung und anschließenden Erfolgen beschäftigten. Immer stand dabei die musikalisch-technische Seite im Mittelpunkt der Betrachtung.
Doch ist das immer der richtige Ausgangspunkt? Gilt es nicht gleichermaßen auf die pädagogischen Fragen zu achten, sie möglicherweise in den Vordergrund aller Bemühungen zu stellen?
Sportfreund Günter Trittel, Leiter des Fanfarenzuges „Berlin-Friedrichshain“, schilderte am Beispiel des eigenen Zuges, wie sich ein Kollektiv formen muß, wenn es Bestand haben soll.
„Unser FZ besteht seit 1962. Als Arbeitsgemeinschaft beginnend, festigte sich das Kollektiv der Mädchen und Jungen zusehends und entwickelte sich zu einem bedeutenden Erziehungsfaktor an der Schule, von der Schulleitung, dem Lehrerkollektiv und den Eltern voll anerkannt und unterstützt.
Die Einbeziehung der Kinder in die Leitungstätigeit wirkte sich positiv aus und brachte im Ergebnis einen Stamm von Mitgliedern, die teilweise seit der Gründung zum FZ gehören. Seit drei Jahren ist von den 80 auftrittsfähigen Sportfreunden kein Weggang zu verzeichnen.
Damit stieg selbstverständlich auch das Niveau.
Die ersten Erfolge, 1964 beim Deutschlandtreffen mit dem FZ Prenzlauer Berg erzielt, waren noch auf das disziplinierte Auftreten zurückzuführen. Denn echte Leistungsvergleiche auf technischem Gebiet gab es zu diesem Zeitpunkt weder in Berlin noch in den anderen Bezirken. Stagnation bahnte sich an, die in diesem Prozeß der Entwicklung am wenigsten gebraucht wurde.
Eine Fülle kleiner Einsätze zu gesellschaftspolitischen Höhepunkten reihten sich einander an. Jetzt mußte sich zeigen, wie stark das Kollektiv bereits war. Die vorhandenen erzieherischen Potenzen wurden genutzt, Fahrten und gemeinsame Ferienerlebnisse, der ständige Kontakt zu den Eltern, Feiern kleiner persönlicher Festlichkeiten im Zug und nicht zuletzt die Lösung schwieriger Schulaufgaben halfen bei der Überwindung dieses Engpasses.
1968 begann für uns die Zeit der größeren Einsätze wie zum Festakt anläßlich des 150. Geburtstags von Karl Marx in der Staatsoper, dem 7. FDGB-Kongreß, dem Kongreß des Nationalrates der NF und zum Festprogramm aus Anlaß des 20. Geburtstages der Pionierorganisation.
Aber auch auf dem Gebiet der Wettkämpfe tat sich nun etwas. Die ersten Bezirksmeisterschaften wurden veranstaltet und wir konnten den ersten Platz belegen.
Im Oktober rief Neustadt/Orla zur zweiten Musikparade und auch dort knüpften wir an unsere guten Leistungen an. Als Neuling unter allen Fanfarenzügen erreichten wir einen beachtlichen vierten Rang.
Davon ausgehend orientierten wir uns auf die Vorbereitungen zur Musikschau der Spielleute des DTSB zum V. DTSF der DDR in Leipzig.
Dieser Einsatz, mit dem vorangegangenen Trainingslager und den uns unvergeßlichen Tagen in der Sportfeststadt, hat bei allen Beteiligten ein nachhaltiges Erlebnis hervorgerufen, aber auch einige Schwierigkeiten mitgebracht. Die Herausnahme der Kleinsten des Kollektives war zwar notwendig, dennoch Ursache zahlreicher pädagogischer Auseinandersetzungen. Die Freude am gemeinsamen Erfolg und teilweise Einsicht in die Notwendigkeit, gepaart mit der Stärke des ganzen Kollektivs halfen uns über diese Hürden hinweg.
Wenige Wochen nach Leipzig erfolgte ein großer Leistungsvergleich der Fanfarenzüge im Rahmen des „Treffens junger Sozialisten“ in Berlin.
Die besten Kollektive aller Bezirke nahmen den Kampf auf und es gelang uns, hinter dem FZ Erfurt einen guten zweiten Platz zu erringen.
Mit dem FZ Potsdam als Dritter plazierten sich damit gleich drei Kollektive der Leipziger Musikschau des DTSB an der Spitze vor den Besten der Republik.
Mit dem Sportjahr 1970 begann auch für uns eine neue Etappe der Arbeit mit neuen, aber nicht minderschönen und verantwortungsvollen Aufgaben.
Gegenwärtig bereiten wir uns mit 120 Spielleuten, die Besten und Fortgeschrittensten von 165, auf die III. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR vor.
Aus den bisherigen Darlegungen könnte der Eindruck entstehen, ich wollte unsere Erfolge aufzeigen und über pädagogische Fragen gäbe es nichts zu berichten — dem ist nicht so.
In erster Linie gilt es die Disziplin und Intensität in den Übungsstunden zu verbessern. Das setzt Fingerspitzengefühl seitens der Leitung und Bereitschaft bei den Jugendlichen voraus.
Wir beginnen seit einem Jahr mit der Aufnahme von Mitgliedern schon aus der ersten Schulklasse. Das war nur möglich, weil sich das feste Kollektiv sich diesen neuen Freunden annahm.
Auch der oft geäußerten Auffassung, leistungsschwächere Schüler oder Mädchen und Jungen mit mangelnder Disziplin gehörten nicht in einen FZ, können wir mit positiven Ergebnissen und Beispielen entgegenwirken.
Wir meinen, ein Kollektiv, das den Weg des Ausschlusses bevorzugt, macht es sich zu leicht. Mir ist persönlich kein Fall bekannt geworden, daß dadurch eine Besserung eingetreten sei — eher das Gegenteil.
Erleben wir nicht häufig, daß Kinder, die in der Schule kein Erfolgserlebnis haben, dieses bei uns finden. Und da nun einmal Disziplin, Zuverlässigkeit und Beständigkeit in einem Kollektiv wie dem Fanfarenzug zum Erfolg führen, übertragen sich solche Dinge sehr oft auf die schulischen Leistungen.
Einem Sportkollektiv sind nicht derart vielseitige pädagogische Möglichkeiten der Erziehung gegeben, wie anderswo. Bei uns gilt der freie Wille zur Mitarbeit der dann allerdings verpflichtet.
Gibt es Verstöße in der Disziplin oder Leistungsschwächen, dann werden die Mitglieder des Kollektivs vor die Leitung geladen, ihr Problem beraten und notwendige Maßnahmen festgelegt. Entfernt wurde aus unserem Kollektiv noch niemand. Das heißt nicht, daß wir zum Sammelbecken negativer Schüler werden wollen oder es schon sind.
Im vergangenen Schuljahr z. B. schlossen 16 Freunde das Abitur bzw. die Mittlere Reife ab. Fünfzehn von ihnen erreichten die Note „gut“ und besser. Einer von ihnen, ein Jahr zuvor noch versetzungsgefährdet, schaffte es mit der Kraft des Fanfarenzugkollektives und schloß mit der Note 3 ab.
All diese Erfolge und Beispiele, die regelmäßig im Elternbeirat und dem Pädagogischen Rat ausgewertet werden sowie mit Hilfe der Schulleitung auch die letzten Zweifler überzeugten, sind das Ergebnis mühevoller Kleinarbeit.
Doch sie bringen uns zugleich die Gewißheit, daß es nichts schöneres gibt, als jungen Menschen eine sinnvolle Freizeit zu ermöglichen und sie zu tüchtigen Mitgliedern unserer sozialistischen Gesellschaft zu erziehen.“
Anmerkung der Redaktion: Das Kollektiv des FZ Berlin-Friedrichshain erhielt in den zurückliegenden Monaten solch hervorragende Auszeichnungen wie die „Artur-Becker-Medaille“ in Bronze und Silber, die „Ehrennadel des Nationalrats der NF“, einzelnen Spielleuten wurde die „Artur-Becker-Medaille“ verliehen und Sportfreund G. Trittel mit der „Theodor-Neubauer-Medaille“ in Gold geehrt.
Seite 4
Der alte Zopf muß weg
■ Quedlinburger Mädchen mit klugen Gedanken
■ Nicht nur für Jugendkollektive aufgeschrieben
■ Welche Gemeinschaft wetteifert mit?
Wie in vielen Kollektiven der Spielleutebewegung des DTSB haben sich auch die Mädchen des Spielmannszuges der BSG EMPOR QUEDLINBURG in der Wahlbewegung mit der 12. Tagung des DTSB-Bundesvorstandes eingehend beschäftigt und mit großem Interesse besonders die Gedanken des Entschließungsentwurfes zur sozialistischen Erziehung unserer Sportler studiert.
Sportfreund Achim Witzel, Leiter des Kollektivs sowie des „Zentralen Mädchenspielmannszuges des DTSB“, schrieb uns dazu:
„Nach unserer Ansicht enthalten die Materialien zur Wahlbewegung eine ganz klare Konzeption für unsere gemeinsame Arbeit in den nächsten Jahren. Wollen wir diese Belange auf die Spielleutebewegung beziehen, dann genügt es nicht mehr, nur in musikalisch-technischer Hinsicht das geplante Programm voll zu verwirklichen, sondern die wichtigen anderen Seiten des gesellschaftlichen Lebens müssen stärker in Betracht gezogen werden. Ich denke hierbei besonders an die staatsbürgerliche Erziehung.
Wir haben in unserer Sektion im Ergebnis einer intensiven Diskussion folgende Schlußfolgerungen gezogen:
Zur Verbesserung der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit und des kollektiven Zusammenwirkens wurde an unserer BBS, an der alle Mädchen des Kollektives gemeinsam lernen, ein Elternerziehungskollektiv des Spielmannszuges gebildet.
Welche Aufgaben nimmt dieses Kollektiv war.
Zunächst setzt es sich zusammen aus Vertretern der Eltern, der Schule, der einzelnen Ausbildungsbetriebe, dem jeweiligen Klassenleiter, Vertretern der BSG-Leitung und der Sektion des Mädchenspielmannszuges.
Als wichtigste Aufgaben sehen wir, daß
- alle Probleme nicht vom Leiter allein umfassend gelöst werden können,
- die Mitverantwortung jedes Mädchens gefördert wird,
- sich die Mädchen zu allseitig ausgebildeten sozialistischen Persönlichkeiten entwickeln,
- die FDJ-Leitung stärker in die gesamte Tätigkeit einbezogen und die Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und Betrieb intensiver gefördert werden.
Allen ist bekannt, daß sich unser Kollektiv aus sehr jungen Menschen zusammensetzt, die noch im Lehrverhältnis stehen.
Wie überall wird auch im Spielmannszug der Bildungs- und Erziehungsprozeß fortgesetzt. Denn gerade hier werden viele wertvolle Charaktereigenschaften, z. B. Disziplin, Einfügung in das Kollektiv, Achtung der besseren Leistung eines anderen, Selbstbewußtsein und nicht zuletzt das staatsbürgerliche Bewußtsein geformt.
Dieser Prozeß geht natürlich nicht von heute auf morgen und gleich gar nicht reibungslos vor sich.
So kommt es noch vor, daß die eine oder andere Sportfreundin der Übungsstunde unentschuldigt fernbleibt, am Einsatz nicht teilnimmt o. ä.
Dann macht es sich erforderlich, mit der betreffenden Sportfreundin und ihren Eltern sowie dem Ausbildungsbetrieb und der Leitung des Kollektives eine Aussprache zu führen. Diese erfolgt zielbewußt und auf kameradschaftlicher Ebene.
Die Aussprache verfolgt den Zweck, die Ursachen für das Verhalten zu finden und notwendige Maßnahmen einzuleiten.
Häufig wird dabei den Eltern die gute Sache und die gesellschaftliche Bedeutung der außerschulischen Betätigung ihrer Tochter klargemacht.
Die wertvollen Erfahrungen meiner älteren Kollegen und Sportfreunde sind mir und dem Kollektiv dabei in jeder Beziehung eine unentbehrliche Hilfe.“
Im neuen Lehrbuch geblättert
Wie allen Mitgliedern der Spielmannszüge bekannt ist, befindet sich ein Lehrbuch für diese Kollektive in Arbeit. Die fachlichen Beiträge sind vollständig, das erforderliche Bildmaterial wurde mit freundlicher Lnterstützung der Genossen des Stabsspielmannszuges der Stadtkommandantur der NVA Berlin angefertigt und gegenwärtig nimmt eine Grafikerin spezielle Arbeiten vor, damit das Gesamtmanuskript schnellstmöglich in Druck gehen kann.
Wir möchten auf der nächsten Seite einen kleinen Auszug aus diesem Lehrmaterial geben, weil wir meinen, in unmittelbarer Vorbereitung auf die Meisterschaften sollten gerade die Fragen der Körper- und Instrumentenhaltung besondere Beachtung finden.
Eine einwandfreie Grundstellung des Spielmannes wird im ersten Bild gezeigt.
Die richtige Körper- und Instrumentenhaltung eines Lyraspielers zeigt Bild 2.
Den richtigen Sitz des Lederzeuges sowie der Instrumente und Ausrüstungen einschließlich Körperhaltung beim Spiel verdeutlicht Bild 3.
Straffe Körperhlaltung, die saubere Trommel- und -stockhaltung demonstriert der Tambuor auf Bild 4 beim Schlagen einer Mühle.
Nun kann jeder selbst urteilen, kommt er diesen Forderungen schon nach oder gibt es da noch etwas zu verändern. Die Zeit sollte genutzt werden.
Wir werden in unserer nächsten Ausgabe weitere Auszüge des Lehrbuches veröffentlichen.
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Kurz informiert
Berufungen vorgenommen
Das Sekretariat der ZSK hat zur Vorbereitung und Durchführung des Auftritts der Spielleute anläßlich des IV. Turn- und Sporttages des DTSB der DDR in Berlin 10 Kollektive berufen.
Dazu gehören: Mädchenspielmannszug BSG Stahl Freital/BSG Empor Quedlinburg, die Fanfarenzüge SV Dynamo Berlin, SG „Ernst Thälmann“ Berlin-Prenzlauer Berg und Friedrichshain, BSG Lok Mitte Leipzig, SG Dynamo Potsdam sowie die Schalmeienkapellen BSG Lok Stahlbau Dessau, BSG Traktor Großpösna, SG Dynamo Hohenschönhausen, IHB Berlin und SG Dynamo Grimma.
Delegationsleitung beriet
Die Delegationsleitung „Spielleute“ zur III. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR führte im Februar ihre erste Beratung durch und legte erste Maßnahmen der weiteren Arbeit fest.
Im Mittelpunkt stand die Vorbereitung der Trainingslager für die Kinder und Mädchen sowie die Konzipierung der Hauptveranstaltungen.
Die Erfahrungen des V. DTSF nutzend, kam es im Verlauf der Diskussion zu wertvollen Hinweisen und Festlegungen, die eine ordnungsgemäße Abwicklung der organisatorischen und technischen Belange vor und während der Spartakiade ermöglichen.
Kürmarsch im Stand
Wie aus den Ausschreibungen der Bezirksspielleutekommissionen für die kommenden Bezirksmeisterschaften ersichtlich ist, gibt es in einigen Punkten noch Unklarheiten. Auf ein Beispiel soll hier hingewiesen werden.
Alle Kollektive haben bei Bezirksmeisterschaften nur einen Durchgang zu absolvieren. Dabei wird der Kürmarsch im Stand und der festgelegte Pflichtmarsch in der Bewegung gespielt.
Übrigens, Bezirksmeister kann nur ein Kollektiv aus den Leistungsklassen II, III oder Allgemein werden.
Tradition bringt Verpflichtungen
■ Grundlage der Erfolge ist politisch-ideologische Breitenarbeit
■ Fachkommission Schalmeien setzt neue Maßstäbe
Die Kommission Schalmeienkapellen hat sich während ihrer letzten Beratung mit den Aufgaben für das Sportjahr 1970 beschäftigt und konkrete Maßnahmen der fachlichen Arbeit beschlossen.
Im Mittelpunkt steht dabei die einheitliche Ausbildung mit dem Ziel, einen zentralen Block der Schalmeien zu bilden.
Dieses Vorhaben verlangt von allen Kollektiven intensives und regelmäßiges Üben, hohe Disziplin und ständige Bereitschaft, nach besseren Leistungen zu streben.
Grundlage einer solch erfolgreichen Tätigkeit ist eine wirksame politisch-ideologische Arbeit.
Auch damit hat sich die Leitung der SK auseinandergesetzt und Schritte zur Verbesserung beraten.
Die Schalmeie wurde zu einer Zeit und durch keinen geringeren als unseren Genossen Ernst Thälmann in die Arbeiterklasse eingeführt, als die entstehende Kommunistische Partei Deutschlands ihre Aktions- und Kampfprogramme mit Unterstützung der Werktätigen durchzusetzen begann.
Die Märsche und Lieder der Rotfrontkämpferkapellen strafften den Schritt des Proletariats und ließen die Faschisten ahnen, welch geballte Kraft auf sie zukommt. Davon ausgehend können wir heute mit Stolz feststellen, daß die Schalmeie mit dem Wachsen der Arbeiterklasse engstens verbunden ist und wir keine schönere Aufgabe übernehmen können, als diese Traditionen zu pflegen und den neuen Erfordernissen anzupassen.
Den Mitgliedern unserer Schalmeienkapellen des DTSB müssen wir deshalb bewußt machen, daß zur Pflege dieser Traditionen mehr als nur ständiges Üben und Auftritte in der Öffentlichkeit gehören.
In jeder Kapelle gibt es ältere Sportfreunde, die von Zeit zu Zeit im Rahmen der Übungsstunde aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, aus eigenen Erlebnissen berichten und diesen Kampf der Arbeiterklasse mit der Entwicklung der Schalmeienkapellen verbinden könnten. Damit wird nicht nur das Interesse für die Musik geweckt, sondern Einfluß auf das Klassenbewußtsein genommen.
Als Traditionskapellen ist es unsere Pflicht, die Verbindung zur Arbeiterklasse zum Ausdruck zu bringen. Das heißt auch, daß wir bei entsprechenden Anlässen ohne Entgeld auftreten, den Veranstalter aber ansprechen, einen Betrag nach seinem eigenen Ermessen für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden.
SO hat die Schalmeienkapelle der SG Dynamo Grimma am Vorabend des 20. Jahrestages der DDR in fünf Gemeinden Platzkonzerte veranstaltet und aus diesem Anlaß Spendenmarken des DTSB für 300 Mark gekauft.
Eine ähnliche Möglichkeit besteht in einer jährlich einmaligen Spende aller Kapellen an die Fachkommission zur Weiterleitung auf das Vietnamkonto.
In den meisten Kollektiven sind zeitweilig mehr oder minder Erscheinungen einer Schwächung bzw. gar Auflösung spürbar. Deshalb ist es vordringlich, jüngere Sportfreunde für uns zu gewinnen. Aber auch die Festigung des eigenen Stammes ist unerläßlich. Nichts ist in dieser Beziehung stärker als eine Parteigruppe.
Aus dem Kreis der Mitglieder der Partei der Arbeiterklasse sollte aus diesem Anlaß verstärkt in der eigenen Kapelle die Gewinnung von Kandidaten erfolgen.
Ausdruck dieser vielfältigen Arbeit und Betätigung könnte die Anfertigung einer Chronik sein. Die Kommission Schalmeienkapellen ruft alle Schalmeienkapellen des DTSB auf, sich mit der Erarbeitung einer solchen Chronik zu beschäftigen. Denn manchem Kollektiv wird während der Nachforschungen auffallen, daß nicht minder bekannte Widerstandskämpfer, die in den KZ den Tod fanden, Mitglieder ihrer Kapelle waren oder zu den Gründern zählten. Und gerade das wird Auftrieb zu neuen und höheren Leistungen auf allen Gebieten unserer Betätigung geben.
Schreibt uns doch, wie in anderen Kapellen gegenwärtig politisch-ideologisch gearbeitet wird. Welche Vorschläge könnte man verallgemeinern? H. Glash
