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Der Tambour/Ausgabe 1980 08: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Sektionswahlversammlung in der BSG Vorwärts Zinna'''
=== Pflichten, denen sich ein Meister-Klangkörper stellt ===
'''Zinnaer Schalmeienspieler geben sich mit dem Erreichten noch nicht zufrieden'''
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'''Knapp drei Stunden berieten sie, die Schalmeienbläser aus Zinna. Ihre Sektionswahlversammlung nutzten die Zinnaer zu einer gründlichen Standortbestimmung, steckte man neue, höhere Aufgaben ab. Und sie hatten schon allerhand auf den Tisch zu legen, die Freunde um Karl Nonnenmacher, Klaus Schneider, Lothar Stietzel, Helmut Buchheim und Wolfgang Schnabel. Zweimal DDR-Meister und dreimal „Vize“ steht auf der Visitenkarte der BSG Vorwärts Zinna ganz oben an. Und wer die Wahlversammlung erlebte, weiß, daß diese Erfolge nicht dem Zufall entsprangen. Harte, zielstrebige Arbeit eines Kollektivs steckt dahinter, das alle Liebe und leidenschaftliches Engagement der Spielleutemusik widmet. Und auch das imponierte: die Spielleute bedankten sich bei all jenen, die ihnen seit Jahren Unterstützung gewähren. Da nannte man im Rechenschaftsbericht die Genossenschaftsbäuerinnen und -bauern des Trägerbetriebes, die durch ihre Arbeit erst ermöglichten, daß der Schalmeienkapelle die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden konnten.'''
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Da würdigte man den VEB Landmaschinenbau Torgau, den Gemeindeverbandsrat, viele Institutionen und vor allem die Eltern bzw. Ehepartner der Spielleute, die nicht wenig Verständnis aufbringen müssen, wenn „ihre Musikanten“ zu Wettkämpfen fahren, sich in Trainingslagern auf die Höhepunkte vorbereiten. Und weil das so ist, weil in Zinna und Umgebung das Schalmeienspiel fast zur Sache aller wurde, war der enorme Leistungssprung möglich.
So hielt man sich in der Diskussion, in der übrigens zehn Freunde das Wort ergriffen, auch nicht beim Erreichten auf, sondern beriet im schöpferischen Meinungsstreit, was notwendig ist um im nächsten Jahr noch besser zu spielen, erneut den Titel nach Zinna zu holen. Der Blick indes war noch weiter gerichtet, hatte das VII. Turn- und Sportfest 1983 in Leipzig im Visier. Ob Volker Ketteritzsch, Hartmut Möllmer, Gunter Jahn oder andere das Wort nahmen, stets ging es um effektivste Trainingsgestaltung, das Ausnutzen aller Reserven, um die Wettkampfqualität weiter zu erhöhen. Man hörte immer wieder von „Pflichten, die Mitglieder eines Meister-Klangkörpers“ haben. Da sprach Klaus Schneider auch einige Schalmeienspieler an, die glauben, auf die eine oder andere Trainingsstunde verzichten zu können. Kritik und Selbstkritik — in Zinna etwas ganz Normales.
Voller Freude nahm man die Mitteilung des Sekretärs vom Gemeindeverbandsrat zur Kenntnis, daß in Kürze mit dem Bau eines Sportlerheimes für die Zinnaer Spielleute begonnen werden kann.
Zum neuen Sektionsleiter wählten die Zinnaer Karl Nonnenmacher, der mit Klaus Schneider auch für die künstlerische Leitung verantwortlich ist.
=== Aus dem Wettbewerbsprogramm der Zinnaer ===
* Auch im nächsten Wettkampfjahr wieder mit neuer Kür
* Mit einem attraktiven Programm wollen wir während des X. Parteitages der SED vor dem Palast der Republik auftreten / Dafür gilt unsere ganze Vorbereitung
* Unser Kollektiv bekam den ehrenvollen Auftrag, als einzige Schalmeienkapelle der Republik die Miniaturschau für das VII. Turn- und Sportfest am 8. August 1981 in der Berliner Dynamosporthalle mitzugestalten / Wir werden alle Titel auswendig lernen und in Perfektion vortragen
* Der DDR-Meistertitel soll in Zinna bleiben / Diesem Ziel dieht unser Leistungsstreben
* Den Schalmeienkapellen aus Langenreichenbach und Weidenhain leisten wir sozialistische Hilfe
* Wir delegieren Klaus Schneider zum Übungsleiterlehrgang der Stufe III, Gunter Jahn und Rochus Tum der Stufe II sowie Wolfgang Schnabel zum Kampfrichterlehrgang
* Alle Mitglieder der Sektion Spielleute von Vorwärts Zinna erfüllen die Bedingungen für das Sportabzeichen „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung des Friedens“


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'''Aufstiegsturnier 1980 der Erwachsenen-Spielmannszüge'''
=== Freitaler Mädchen drangen in die Männer-Elite ein ===
'''Vorjahresabsteiger Aufbau Brandenburg und Stahl Freital steigen zur Sonderklasse auf'''
[[Datei:DerTambour1980-8-4-1.png|mini|'''AUF ANHIEB''' die Rückkehr zur Sonderklasse gelang dem Erwachsenen-Spielmannszug von Aufbau Brandenburg.]]
'''Dieses Spielleutejahr besaß viele musikalische Höhepunkte. Es sei hier nur an die glanzvollen Darbietungen der Erwachsenen-Spielmannszüge von Union Mühlhausen und Dynamo Halle, der Zinnaer Schalmeienkapelle oder des Potsdamer Fanfarenzuges erinnert, die bei den jeweiligen DDR-Meisterschaften in neue Leistungsbereiche vorstießen. „Und doch war für mich das Größte der 80er Saison der Aufstieg der Freitaler Mädchen in die Sonderklasse der Erwachsenen-Spielmannszüge“, urteilte ZSK-Mitglied Leo Ertel. Und er blieb mit dieser Meinung nicht allein. Noch nie war es in der Geschichte der Spielleute einem Mädchenzug gelungen, die höchste Leistungsklasse zu erreichen. Den Freitalerinnen gelang dies in Hirschfeld, wo sie gemeinsam mit dem vorjährigen Sonderklassen-Absteiger Aufbau Brandenburg den Sprung ins Oberhaus vollzogen.'''
[[Datei:DerTambour1980-8-4-2.png|mini|631x631px|'''OTTO HEYDER,''' hervorragender Solo-Flötist im Erwachsenen-Spielmannszug der SG Dynamo Halle. Hier beim „Berlin Medley“ während der DDR-Meisterschaften 1980 in Apolda.]]
Bereits nach der Pflicht wurde deutlich, daß die Mädchen um Frank Mierisch und Helga Neuwirth ein ernsthaftes Wort im Aufstiegskampf mitsprechen würden. Mit lediglich 0,25 Punkte Rückstand zu den Brandenburgern hatte man sich eine vorzügliche Ausgansposition für die Kür geschaffen. Nur Traktor Pritzwalk (0,15 Punkte hinter Freital) war noch auf Tuchfühlung geblieben, während Radeberg, Hirschfeld, Hettstedt und Ruhland schon überraschend klar zurücklagen. Den ersten Höhepunkt setzten in der Kür die Hettstedter mit „Sportfreunde“ und „Am See“. Vom Kampfgericht wurde diese Darbietung zwar als Viertbeste ausgewiesen, doch Abzüge in der Strafskala ließ Stahl Hettstedt schließlich nur auf dem siebenten Platz enden.
Nachdem Pritzwalk viel Beifall für das „Berlin Medley“ und „Folies Brigeres“ bekam und sich mit insgesamt 81,55 Punkten souverän an die Spitze geschoben hatte, standen nur noch Freital und Brandenburg aus. Der Mädchenspielmannszug intonierte „Koline“ und „Spielmannsgruß“ so gekonnt und technisch einwandfrei, daß die Kampfrichter hier zu den höchsten Noten griffen. Tatsächlich überflügelten die Mierisch-Schützlinge die Pritzwalker um 0,2 Zähler und standen schon vor dem abschließenden Auftritt des Zuges von Aufbau Brandenburg als Aufsteiger fest.
Die Brandenburger (33,75) vermochten die Kürnoten der Freitalerinnen (33,95) nicht zu erreichen, gingen aber auf Grund des höheren Schwierigkeitsgrades (7,5 zu 6,3) doch noch vorbei. „La Bora“ und „Ouvertüre zur leichten Kavallerie“ hießen die Siegertitel des Klangkörpers aus Brandenburg.
Insgesamt gab es in diesem Aufstiegsturnier ein doch erhebliches Leistungsgefälle. Eindeutig niveaubestimmend das Trio Aufbau Brandenburg, Stahl Freital und Traktor Pritzwalk. Zur zweiten Gruppe, die von Robotron Radeberg angeführt wird, müßte man Traktor Hirschfeld, Stahl Hettstedt, Einheit Ruhland, Traktor Luisenthal und Einheit Mutzschen zählen. Indes Empor Klengel-Serba, Sachsenring Zwickau und Einheit Tessin fielen leistungsmäßig etwas stärker ab. Chemie Rodleben, Motor Treuenbrietzen und CMV Veritas Wittenberge traten zum Wettkampf nicht an.
Rodleben, im Vorjahr noch zur Sonderklasse gehörend, muß nun sogar die Leistungsklasse I verlassen. Mit den drei fehlenden Klangkörpern muß leider auch Einheit Tessin in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.
'''Aufstiegsturnier 1980 der Erwachsenen-Spielmannszüge'''
{| class="wikitable"
|- style="vertical-align:top"
! colspan="3" |
!Pflicht
!Kür
!Straf-<br />skala
!Schwie-<br />rigkeits-<br />grad
|-
|'''1.'''
|'''Aufbau Brandenburg'''
|'''83,00'''
|'''31,75'''
|'''33,75'''
|'''10,0'''
|'''7,5'''
|-
|'''2.'''
|'''Stahl Freital'''
|'''81,75'''
|'''31,50'''
|'''33,95'''
|'''10,0'''
|'''6,3'''
|-
|'''3.'''
|'''Traktor Pritzwalk'''
|'''81,55'''
|'''31,35'''
|'''33,90'''
|'''10,0'''
|'''6,0'''
|-
|'''4.'''
|'''Robotron Radeberg'''
|'''77,70'''
|'''30,10'''
|'''31,60'''
|'''10,0'''
|'''6,0'''
|-
|'''5.'''
|'''Einheit Ruhland'''
|'''75,85'''
|'''29,05'''
|'''30,10'''
|'''10,0'''
|'''6,7'''
|-
|'''6.'''
|'''Traktor Hirschfeld'''
|'''74,85'''
|'''29,90'''
|'''31,75'''
|'''6,5'''
|'''6,7'''
|-
|'''7.'''
|'''Stahl Hettstedt'''
|'''74,75'''
|'''29,85'''
|'''32,20'''
|'''8,0'''
|'''4,7'''
|-
|'''8.'''
|'''Traktor Luisenthal'''
|'''74,25'''
|'''27,20'''
|'''30,55'''
|'''9,5'''
|'''7,0'''
|-
|'''9.'''
|'''Einheit Mutzschen'''
|'''73,40'''
|'''28,45'''
|'''29,55'''
|'''10,0'''
|'''5,4'''
|-
|'''10.'''
|'''Empor Klengel-Serba'''
|'''67,05'''
|'''26,25'''
|'''28,10'''
|'''6,0'''
|'''6,7'''
|-
|'''11.'''
|'''Sachsenring Zwickau'''
|'''66,65'''
|'''26,65'''
|'''24,20'''
|'''10,0'''
|'''5,8'''
|-
|'''12.'''
|'''Einheit Tessin'''
|'''62,65'''
|'''29,40'''
|'''22,35'''
|'''6,0'''
|'''4,8'''
|}
'''Nicht angetreten: Chemie Rodleben, Motor Treuenbrietzen und CMV Wittenberge'''


== Seite 5 ==
== Seite 5 ==
=== Fortschritt Groitzsch feierte Jubiläum ===
Im September begingen die Spielleute von Fortschritt Groitzsch das fünfzigste Bestehen ihres Spielmannszuges. Arbeitersportler hatten 1930 in Groitzsch einen Kinderspielmannszug ins Leben gerufen. Erich Miguhl, Gerhard Bauer und Fritz Schuhmacher, die heute noch im Zug aktiv sind, waren vor fünfzig Jahren schon mit dabei. Aber auch solche verdienstvolle Spielleute-Veteranen wie der 80jährige Walter Knauer oder der 78jährige Albert Barth gehörten zu den Mitbegründern und haben wesentliche Anteile an der Entwicklung des Groitzscher Spielmannszuges.
Der Klangkörper aus der knapp 10 000 Einwohner zählenden Stadt des Kreises Borna südlich von Leipzig gehört der Leistungsklasse III an. Wir wünschen den Groitzscher Spielleuten weiterhin eine erfolgreiche Entwicklung.
=== Glückwünsche für Hans Triebel ===
Am 23. September 1980 feierte der Luisenthaler Hornist Hans Triebel seinen 60. Geburtstag. Hans Triebel hat große Verdienste für die Entwicklung der Spielleutebewegung in Luisenthal. Unser Hans war bei allen Auftritten dabei und bewies, daß er Spielmann aus Leidenschaft ist. Den jüngeren Sportfreunden war und ist Hans Triebel mit seiner Einsatzbereitschaft und seinem musikalischen Können stets Vorbild. Wir wünschen, daß er sich noch viele Jahre bei bester Gesundheit erfreut und weiterhin aktiver Spielmann sein kann.
'''Spielmannszug von Traktor Luisenthal'''
=== Motor Zeitz wurde Bezirksmeister ===
Wegen eines Berechnungsfehlers im Wettkampfprotokoll der Hallenser Bezirksmeisterschaften der Erwachsenen-Spielmannszüge mußte die Plazierung auf den Medaillenplätzen geändert werden. Erster und Bezirksmeister 1980 wurde nun Motor Zeitz mit 49,70 Punkten vor Stahl Walzwerk Hettstedt (49,65) und Traktor Ringleben (48,80).
'''DIETER WEISE'''
Kommission Technik<br />AG Wettkämpfe


== Seite 6 ==
== Seite 6 ==

Aktuelle Version vom 4. August 2026, 14:49 Uhr

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Die Ausgabe 08/1980 des Mitteilungsblattes der tambour erschien im August 1980.

Der Originaltext der 6 Seiten:

8/1980
Nummer: 8/80
Erschienen: August 1980
Jahrgang: 13
Seiten: 6
Original-Ausgabe als PDF herunterladen
Zur Übersicht aller Ausgaben


Seite 1

HEUTE AUF SEITE

2 Aufruf der Zentralen Spielleutekommission
3 Pflichten, denen sich ein Meister-Klangkörper stellt
4 Freitaler Mädchen drangen in die Männer-Elite ein

Seite 2

Höheres Niveau und Kampfrichter

Die Wettkampfsaison 1980 ist vorhei. Die Klassifizierungen sind abgeschlossen, für den einen erfreulich, den anderen enttäuschend. Eine Saison ging zu Ende, die erneut in allen Genres einen enormen Leistungsanstieg brachte. Mit der Qualität der Musik und ihrer Interpretation stiegen zwangsläufig die Anforderungen an die Spielleute und die Kampfrichter. Und damit sind wir schon beim Thema. Die Kampfrichter — ohne sie wäre ein Wettkampfbetrieb undenkbar. Ihnen muß man Anerkennung und allerhöchsten Respekt für ihre bedeutsame, gesellschaftliche Arbeit leisten, die viel Freizeit an den Wochenenden kostet. Die Zeit und Mühen, die ein Kampfrichter mit dem Vertrautmachen des Notenmaterials in die Vorbereitung des Wettkampfes steckt, ist noch nicht einmal in Rechnung gestellt.

Und doch gibt es Spielleute, die diesen ehrenamtlichen Sportfunktionären unlautere Absichten unterstellen, ihnen die Fähigkeiten absprechen wollen. Mit welchem Recht eigentlich? Da sind beispielsweise zur DDR-Meisterschaft Kampfrichter aus unteren Leistungsklassen zum Agieren bereit, da ja die Freunde der Sonderklasse selbst im Einsatz sind. Sicher haben einige Sportfreunde mit bestimmten Titeln, die in der Sonderklasse geboten werden, ihre Probleme, doch sie werten stets nach bestem Wissen und Gewissen. Möge sich jeder Aktiver selbst an die Brust klopfen, ob er mit dem Dargebotenen allein zurechtkommt. Den umfassenden Überblick, die richtige „Durchsicht“, haben doch nur die Arrangeure und Übungsleiter selbst. Es wäre also an der Zeit, daß einige Funktionäre und Sportfreunde ihre eigenen Fähigkeiten überprüfen, bevor sie über die Leistung des Kampfrichters urteilen.

Was machen denn die Nörgler? Sind die eigenen Dokumente nicht in Ordnung und es gibt Punkteabzug, bei wem suchen sie die Schuld? Beim Kampfgericht. Gibt es für fehlerhaftes Spiel Punkteabzug, trägt die Schuld das „ungerechte“ Kampfgericht. Und so weiter und so fort. Hier erwächst den Kollektiven eine große erzieherische Verantwortung. Vielleicht sollte man durch eigene Initiativen die Qualität der Kampfrichter verbessern helfen, durch neu ausgebildete Freunde den Kreis jener notwendigen Helfer des Sports zu erweitern. Dies wäre die richtige Antwort.

BERND NEUMANN

Aufruf der ZSK

Unter dem Leitgedanken „Für Gesundheit, Erholung und Lebensfreude, für Leistungsfähigkeit und Leistungsstreben, für Frieden und Sozialismus! Treibt alle Sport!“ haben wir mit der Vorbereitung des VII. Turn- und Sportfestes und der IX. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1983 in Leipzig begonnen. Viele Aktivisten der Spielleutebewegung des DTSB der DDR haben an der Geschichte der Sportfeste mitgeschrieben. Spielmannszüge waren es, die 1963 erstmals bei der Gestaltung des Sportfestes dabei waren. 1969 zählte der Übungsverband 1800 Mitglieder, 1977 sage und schreibe 4500. Ganze 3740 Mitglieder besaß die Spielleutebewegung gerade mal im Jahre 1956. Vor zwölf Jahren hatten wir 6500 aktive Mitglieder, gegenwärtig stehen wir nun sogar an der Schwelle der 15 000.

Die Entwicklung der Spielleutebewegung in Breite und in ihrer Leistungsfähigkeit, ihre Stabilisierung und ihr ständig wachsendes Ansehen sind unmittelbar mit den Nationalfesten unserer Körperkultur verbunden.

Nach dem durch alle Teilnehmer des „Übungsverbandes Musikschau“ erfolgreich und eindrucksvoll mitgestalteten VI. Turn- und Sportfestes 1977 in Leipzig ging uns folgendes ehrenvolles Schreiben zu, das wir voller Stolz in Erinnerung haben:

An den Leiter des Übungsverbandes Musikschau des DTSB der DDR
Lieber Genosse Eidenschink!

Für Deinen Brief und den Bericht über die Aktivitäten und Initiativen des Übungsverbandes Musikschau danke ich hiermit herzlich.

Das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade wurden zu einem glanzvollen, international stark beachteten Erfolg. Sie verdeutlichen das Wesen unserer vom IX. Parteitag der SED beschlossenen Politik zum Wohle des Volkes und zeigten, welche großartigen Möglichkeiten der Sozialismus gerade auch der Jugend eröffnet. Wie gut die junge Generation diese Möglichkeiten nutzt, wie fest sie mit ihrem sozialistischem Vaterland verbunden ist, wurde erneut vor aller Welt demonstriert. Lange werden die Tage von Leipzig mit den hervorragenden sportlichen Leistungen und kulturvollen Erlebnissen, die sie brachten, in Erinnerung sein.

Ihr habt zum Gelingen des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade einen großen Beitrag geleistet. Dafür möchte ich Euch noch einmal sehr herzlich danken.

Übermittle bitte zugleich allen Angehörigen des Übungsverbandes Musikschau meine besten Wünsche für die Zukunft, für Freude an der weiteren Arbeit, neue Erfolge, Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Mit sozialistischem Gruß
Erich Honecker

Diese Worte des Dankes und der Anerkennung durch den Generalsekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Genossen Erich Honecker, erfüllten uns nicht nur mit großem Stolz, sie betrachten wir vor allem als Verpflichtung für neue, höhere Leistungen. Wir alle streben danach, die uns gestellten Aufgaben mit Tatkraft zu erfüllen. Im „tambour“ wollen wir aber nicht nur Schrittmacher heutiger Tage vorstellen, uns interessiert der Weg vieler Kollektive und Spielleutepersönlichkeiten bis in die Gegenwart.

  • Schreibt uns, was Euch mit den Sportfesten verbindet!
  • Schildert Erlebnisse und Begegnungen!
  • Teilt uns Mühen und schöpferische Taten mit!
  • Übermittelt uns Dokumente und Fotos!
  • Helft uns mit, das Wirken der Spielleute als Agitatoren des sozialistischen Sports in Vergangenheit und Gegenwart noch besser in die Sportgeschichte unseres Landes einordnen zu können!

Die Zentrale Spielleutekommission ehrt die besten Beiträge und Einsendungen mit Sachpreisen und Ehrenwimpeln. Die erste Auswertung erfolgt Ende 1981.

ZENTRALE SPIELLEUTEKOMMISSION

Seite 3

Sektionswahlversammlung in der BSG Vorwärts Zinna

Pflichten, denen sich ein Meister-Klangkörper stellt

Zinnaer Schalmeienspieler geben sich mit dem Erreichten noch nicht zufrieden

Knapp drei Stunden berieten sie, die Schalmeienbläser aus Zinna. Ihre Sektionswahlversammlung nutzten die Zinnaer zu einer gründlichen Standortbestimmung, steckte man neue, höhere Aufgaben ab. Und sie hatten schon allerhand auf den Tisch zu legen, die Freunde um Karl Nonnenmacher, Klaus Schneider, Lothar Stietzel, Helmut Buchheim und Wolfgang Schnabel. Zweimal DDR-Meister und dreimal „Vize“ steht auf der Visitenkarte der BSG Vorwärts Zinna ganz oben an. Und wer die Wahlversammlung erlebte, weiß, daß diese Erfolge nicht dem Zufall entsprangen. Harte, zielstrebige Arbeit eines Kollektivs steckt dahinter, das alle Liebe und leidenschaftliches Engagement der Spielleutemusik widmet. Und auch das imponierte: die Spielleute bedankten sich bei all jenen, die ihnen seit Jahren Unterstützung gewähren. Da nannte man im Rechenschaftsbericht die Genossenschaftsbäuerinnen und -bauern des Trägerbetriebes, die durch ihre Arbeit erst ermöglichten, daß der Schalmeienkapelle die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden konnten.

Da würdigte man den VEB Landmaschinenbau Torgau, den Gemeindeverbandsrat, viele Institutionen und vor allem die Eltern bzw. Ehepartner der Spielleute, die nicht wenig Verständnis aufbringen müssen, wenn „ihre Musikanten“ zu Wettkämpfen fahren, sich in Trainingslagern auf die Höhepunkte vorbereiten. Und weil das so ist, weil in Zinna und Umgebung das Schalmeienspiel fast zur Sache aller wurde, war der enorme Leistungssprung möglich.

So hielt man sich in der Diskussion, in der übrigens zehn Freunde das Wort ergriffen, auch nicht beim Erreichten auf, sondern beriet im schöpferischen Meinungsstreit, was notwendig ist um im nächsten Jahr noch besser zu spielen, erneut den Titel nach Zinna zu holen. Der Blick indes war noch weiter gerichtet, hatte das VII. Turn- und Sportfest 1983 in Leipzig im Visier. Ob Volker Ketteritzsch, Hartmut Möllmer, Gunter Jahn oder andere das Wort nahmen, stets ging es um effektivste Trainingsgestaltung, das Ausnutzen aller Reserven, um die Wettkampfqualität weiter zu erhöhen. Man hörte immer wieder von „Pflichten, die Mitglieder eines Meister-Klangkörpers“ haben. Da sprach Klaus Schneider auch einige Schalmeienspieler an, die glauben, auf die eine oder andere Trainingsstunde verzichten zu können. Kritik und Selbstkritik — in Zinna etwas ganz Normales.

Voller Freude nahm man die Mitteilung des Sekretärs vom Gemeindeverbandsrat zur Kenntnis, daß in Kürze mit dem Bau eines Sportlerheimes für die Zinnaer Spielleute begonnen werden kann.

Zum neuen Sektionsleiter wählten die Zinnaer Karl Nonnenmacher, der mit Klaus Schneider auch für die künstlerische Leitung verantwortlich ist.

Aus dem Wettbewerbsprogramm der Zinnaer

  • Auch im nächsten Wettkampfjahr wieder mit neuer Kür
  • Mit einem attraktiven Programm wollen wir während des X. Parteitages der SED vor dem Palast der Republik auftreten / Dafür gilt unsere ganze Vorbereitung
  • Unser Kollektiv bekam den ehrenvollen Auftrag, als einzige Schalmeienkapelle der Republik die Miniaturschau für das VII. Turn- und Sportfest am 8. August 1981 in der Berliner Dynamosporthalle mitzugestalten / Wir werden alle Titel auswendig lernen und in Perfektion vortragen
  • Der DDR-Meistertitel soll in Zinna bleiben / Diesem Ziel dieht unser Leistungsstreben
  • Den Schalmeienkapellen aus Langenreichenbach und Weidenhain leisten wir sozialistische Hilfe
  • Wir delegieren Klaus Schneider zum Übungsleiterlehrgang der Stufe III, Gunter Jahn und Rochus Tum der Stufe II sowie Wolfgang Schnabel zum Kampfrichterlehrgang
  • Alle Mitglieder der Sektion Spielleute von Vorwärts Zinna erfüllen die Bedingungen für das Sportabzeichen „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung des Friedens“

Seite 4

Aufstiegsturnier 1980 der Erwachsenen-Spielmannszüge

Freitaler Mädchen drangen in die Männer-Elite ein

Vorjahresabsteiger Aufbau Brandenburg und Stahl Freital steigen zur Sonderklasse auf

AUF ANHIEB die Rückkehr zur Sonderklasse gelang dem Erwachsenen-Spielmannszug von Aufbau Brandenburg.

Dieses Spielleutejahr besaß viele musikalische Höhepunkte. Es sei hier nur an die glanzvollen Darbietungen der Erwachsenen-Spielmannszüge von Union Mühlhausen und Dynamo Halle, der Zinnaer Schalmeienkapelle oder des Potsdamer Fanfarenzuges erinnert, die bei den jeweiligen DDR-Meisterschaften in neue Leistungsbereiche vorstießen. „Und doch war für mich das Größte der 80er Saison der Aufstieg der Freitaler Mädchen in die Sonderklasse der Erwachsenen-Spielmannszüge“, urteilte ZSK-Mitglied Leo Ertel. Und er blieb mit dieser Meinung nicht allein. Noch nie war es in der Geschichte der Spielleute einem Mädchenzug gelungen, die höchste Leistungsklasse zu erreichen. Den Freitalerinnen gelang dies in Hirschfeld, wo sie gemeinsam mit dem vorjährigen Sonderklassen-Absteiger Aufbau Brandenburg den Sprung ins Oberhaus vollzogen.

OTTO HEYDER, hervorragender Solo-Flötist im Erwachsenen-Spielmannszug der SG Dynamo Halle. Hier beim „Berlin Medley“ während der DDR-Meisterschaften 1980 in Apolda.

Bereits nach der Pflicht wurde deutlich, daß die Mädchen um Frank Mierisch und Helga Neuwirth ein ernsthaftes Wort im Aufstiegskampf mitsprechen würden. Mit lediglich 0,25 Punkte Rückstand zu den Brandenburgern hatte man sich eine vorzügliche Ausgansposition für die Kür geschaffen. Nur Traktor Pritzwalk (0,15 Punkte hinter Freital) war noch auf Tuchfühlung geblieben, während Radeberg, Hirschfeld, Hettstedt und Ruhland schon überraschend klar zurücklagen. Den ersten Höhepunkt setzten in der Kür die Hettstedter mit „Sportfreunde“ und „Am See“. Vom Kampfgericht wurde diese Darbietung zwar als Viertbeste ausgewiesen, doch Abzüge in der Strafskala ließ Stahl Hettstedt schließlich nur auf dem siebenten Platz enden.

Nachdem Pritzwalk viel Beifall für das „Berlin Medley“ und „Folies Brigeres“ bekam und sich mit insgesamt 81,55 Punkten souverän an die Spitze geschoben hatte, standen nur noch Freital und Brandenburg aus. Der Mädchenspielmannszug intonierte „Koline“ und „Spielmannsgruß“ so gekonnt und technisch einwandfrei, daß die Kampfrichter hier zu den höchsten Noten griffen. Tatsächlich überflügelten die Mierisch-Schützlinge die Pritzwalker um 0,2 Zähler und standen schon vor dem abschließenden Auftritt des Zuges von Aufbau Brandenburg als Aufsteiger fest.

Die Brandenburger (33,75) vermochten die Kürnoten der Freitalerinnen (33,95) nicht zu erreichen, gingen aber auf Grund des höheren Schwierigkeitsgrades (7,5 zu 6,3) doch noch vorbei. „La Bora“ und „Ouvertüre zur leichten Kavallerie“ hießen die Siegertitel des Klangkörpers aus Brandenburg.

Insgesamt gab es in diesem Aufstiegsturnier ein doch erhebliches Leistungsgefälle. Eindeutig niveaubestimmend das Trio Aufbau Brandenburg, Stahl Freital und Traktor Pritzwalk. Zur zweiten Gruppe, die von Robotron Radeberg angeführt wird, müßte man Traktor Hirschfeld, Stahl Hettstedt, Einheit Ruhland, Traktor Luisenthal und Einheit Mutzschen zählen. Indes Empor Klengel-Serba, Sachsenring Zwickau und Einheit Tessin fielen leistungsmäßig etwas stärker ab. Chemie Rodleben, Motor Treuenbrietzen und CMV Veritas Wittenberge traten zum Wettkampf nicht an.

Rodleben, im Vorjahr noch zur Sonderklasse gehörend, muß nun sogar die Leistungsklasse I verlassen. Mit den drei fehlenden Klangkörpern muß leider auch Einheit Tessin in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.

Aufstiegsturnier 1980 der Erwachsenen-Spielmannszüge

Pflicht Kür Straf-
skala
Schwie-
rigkeits-
grad
1. Aufbau Brandenburg 83,00 31,75 33,75 10,0 7,5
2. Stahl Freital 81,75 31,50 33,95 10,0 6,3
3. Traktor Pritzwalk 81,55 31,35 33,90 10,0 6,0
4. Robotron Radeberg 77,70 30,10 31,60 10,0 6,0
5. Einheit Ruhland 75,85 29,05 30,10 10,0 6,7
6. Traktor Hirschfeld 74,85 29,90 31,75 6,5 6,7
7. Stahl Hettstedt 74,75 29,85 32,20 8,0 4,7
8. Traktor Luisenthal 74,25 27,20 30,55 9,5 7,0
9. Einheit Mutzschen 73,40 28,45 29,55 10,0 5,4
10. Empor Klengel-Serba 67,05 26,25 28,10 6,0 6,7
11. Sachsenring Zwickau 66,65 26,65 24,20 10,0 5,8
12. Einheit Tessin 62,65 29,40 22,35 6,0 4,8

Nicht angetreten: Chemie Rodleben, Motor Treuenbrietzen und CMV Wittenberge

Seite 5

Fortschritt Groitzsch feierte Jubiläum

Im September begingen die Spielleute von Fortschritt Groitzsch das fünfzigste Bestehen ihres Spielmannszuges. Arbeitersportler hatten 1930 in Groitzsch einen Kinderspielmannszug ins Leben gerufen. Erich Miguhl, Gerhard Bauer und Fritz Schuhmacher, die heute noch im Zug aktiv sind, waren vor fünfzig Jahren schon mit dabei. Aber auch solche verdienstvolle Spielleute-Veteranen wie der 80jährige Walter Knauer oder der 78jährige Albert Barth gehörten zu den Mitbegründern und haben wesentliche Anteile an der Entwicklung des Groitzscher Spielmannszuges.

Der Klangkörper aus der knapp 10 000 Einwohner zählenden Stadt des Kreises Borna südlich von Leipzig gehört der Leistungsklasse III an. Wir wünschen den Groitzscher Spielleuten weiterhin eine erfolgreiche Entwicklung.

Glückwünsche für Hans Triebel

Am 23. September 1980 feierte der Luisenthaler Hornist Hans Triebel seinen 60. Geburtstag. Hans Triebel hat große Verdienste für die Entwicklung der Spielleutebewegung in Luisenthal. Unser Hans war bei allen Auftritten dabei und bewies, daß er Spielmann aus Leidenschaft ist. Den jüngeren Sportfreunden war und ist Hans Triebel mit seiner Einsatzbereitschaft und seinem musikalischen Können stets Vorbild. Wir wünschen, daß er sich noch viele Jahre bei bester Gesundheit erfreut und weiterhin aktiver Spielmann sein kann.

Spielmannszug von Traktor Luisenthal

Motor Zeitz wurde Bezirksmeister

Wegen eines Berechnungsfehlers im Wettkampfprotokoll der Hallenser Bezirksmeisterschaften der Erwachsenen-Spielmannszüge mußte die Plazierung auf den Medaillenplätzen geändert werden. Erster und Bezirksmeister 1980 wurde nun Motor Zeitz mit 49,70 Punkten vor Stahl Walzwerk Hettstedt (49,65) und Traktor Ringleben (48,80).

DIETER WEISE

Kommission Technik
AG Wettkämpfe

Seite 6