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Der Tambour/Ausgabe 1980 07: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Bezirksmeisterschaft von Cottbus''' | |||
=== Rekord-Teilnahme beim Fest von Finsterwalde === | |||
'''20 Kollektive stellten sich dem Kampfgericht''' | |||
[[Datei:DerTambour1980-7-6-1.png|mini|'''DER BESTE SPIELMANNSZUG''' des Bezirkes Cottbus ist nach wie vor der Lübbenauer. Bei den DDR-Meisterschaften belegte der Zug den neunten Platz.]] | |||
Die „Sänger“ von Finsterwalde mußten ihre Stadt den Klängen von 20 Kollektiven der Spielleute des Bezirkes Cottbus überlassen, die zum Kampf um die Bezirksmeisterschaft bzw. um den Sieg im Pokalwettbewerb angetreten waren. Dies stellte schon von vornherein einen neuen Teilnahmerekord im Energiebezirk dar. | |||
Zu einem packenden Zweikampf gestaltete sich der Wettbewerb bei den Erwachsenen-Spielmannszügen zwischen Einheit Ruhland, dem Sonderklasse-Absteiger des Vorjahres, und Traktor Hirschfeld. Die Hirschfelder, sie hatten 1979 den Bezirksmeistertitel um ganze 0,25 Punkte verfehlt, blieben auch diesmal vom Pech verfolgt und mußten sich erneut knapp geschlagen geben. Die anderen Klangkörper von Lauchhammer bis Döbern, dem Achten, konnten in den Kampf um den Sieg nicht eingreifen. | |||
Nicht ganz zufrieden war man von den Darbietungen des Nachwuchses, der Lübbenauer Sonderklassen-Zug ausgeklammert. Hier muß man allerdings berücksichtigen, daß viele Klangkörper in neuen Besetzungen antraten. Mit den Kollektiven aus Straupitz, der SSG Senftenberg und der SG KIM Rogosen stellten sich sogar völlige Neulinge der Spielleutebewegung dem Kampfgericht um Hauptkampfrichter Mario Bielig. | |||
In Cottbus ist man jedenfalls bemüht, die Breite der Spielleute auszudehnen, mehr Sportler an diese schöne Freizeitgestaltung heranzuführen. Vorbild für die Klangkörper dieses Bezirkes sind die Spielmannszüge aus Lübbenau. | |||
'''Resultate:''' | |||
{| class="wikitable" | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Einheit Ruhland | |||
|49,20 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Traktor Hirschfeld | |||
|48,20 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Mot. Lauchhammer-Ost | |||
|42,20 | |||
|- | |||
|4. | |||
|Empor Dahme | |||
|39,45 | |||
|- | |||
|5. | |||
|Fortschritt Cottbus | |||
|39,00 | |||
|- | |||
|6. | |||
|Einheit Bad Muskau | |||
|38,00 | |||
|- | |||
|7. | |||
|Motor Finsterwalde | |||
|35,95 | |||
|- | |||
|8. | |||
|Chemie Döbern | |||
|34,50 | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
| colspan="2" |TSG Lübbenau | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Mot. Lauchhammer-Ost | |||
|33,55 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Einheit Ruhland | |||
|32,35 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Lok Straupitz | |||
|31,15 | |||
|- | |||
|4. | |||
|TSG Lübbenau II | |||
|30,55 | |||
|- | |||
|5. | |||
|Traktor Hirschfeld | |||
|26,60 | |||
|- | |||
|6. | |||
|SSG Senftenberg | |||
|26,15 | |||
|- | |||
|7. | |||
|SG KIM Rogosen | |||
|26,15 | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
|TSG Lübbenau | |||
|50,25 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Schalmeienkapellen | |||
|- | |||
|1. | |||
|Turbine Lauta | |||
|34,80 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Traktor Fichtenberg | |||
|29,60 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Fanfarenzüge | |||
|- | |||
|1. | |||
|BKW Calau | |||
|36,55 | |||
|} | |||
'''Bezirksmeisterschaft von Gera''' | |||
=== Schalmeien immer populärer === | |||
'''Stahl Maxhütte und Kleinreinsdorf die Vorbilder''' | |||
[[Datei:DerTambour1980-7-6-2.png|mini|360x360px|'''REINER UHLIG''' leitet das Schalmeien-Kollektiv der BSG Stahl Maxhütte, dem DDR-Vizemeister.]] | |||
Die Schalmeienmusik scheint im Bezirk Gera immer populärer zu werden. Mit Stahl Maxhütte und der SG Kleinreinsdorf hat man ja zwei Klangkörper der DDR-Spitzenklasse sowie mit der SG Neugernsdorf und Traktor Rüdersdorf Kollektive, die in höhere Leistungsbereiche vorstoßen möchten. | |||
Diese Vorbildwirkung, vor allem das hohe Ansehen des DDR-Vizemeisters Stahl Maxhütte, vergrößert das Interesse am Spiel der Schalmeien. So stellten sich erstmals zur Bezirksmeisterschaft zwei neugebildete Kollektive vor, die man zunächst noch ohne Wertung an die Wettkampfatmosphäre heranführen wollte. Traktor Uhlstädt heißt der eine Neuling, aus Ohldersdorf kommt der andere. Ihre Leidenschaft für Schalmeienmusik dürfte durch die Darbietungen der Freunde aus Unterwellenborn und Kleinreinsdorf noch gewachsen sein. Der Maxhütte-Klangkörper demonstrierte, daß er sehr gut vorbereitet in die Saison gegangen ist. | |||
Bei den Spielmannszügen möchte man sagen, nichts Neues im Bezirk Gera. Nach wie vor stehen bei den Erwachsenen und auch beim Nachwuchs die Züge von Empor Klengel-Serba konkurrenzlos da. Während sich bei den Großen mit WBK Gera wenigstens noch ein Klangkörper dem Wettkampf stellte, bestritten die Nachwuchsspieler aus Klengel-Serba ihren Wettkampf wie im Vorjahr im Alleingang. Bei den Fanfarenzügen konnten wegen der gleichzeitig stattfindenden DDR-Meisterschaft die Züge aus Elsterberg und Greiz nicht teilnehmen. So besaß Fortschritt Teichwolframsdorf leider keine Vergleichsmöglichkeit. | |||
'''Resultate:''' | |||
{| class="wikitable" | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Empor Klengel-Serba | |||
|45,95 | |||
|- | |||
|2. | |||
|WBK Gera | |||
|36,95 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Empor Klengel-Serba | |||
|40,00 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Schalmeienkapellen | |||
|- | |||
|1. | |||
|SG Neugernsdorf | |||
|45,75 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Traktor Rüdersdorf | |||
|40,15 | |||
|- | |||
| colspan="3" |Traktor Uhlstädt und<br />Ohldersdorf<br />ohne Wertung | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
| colspan="2" |Stahl Maxhütte | |||
|- | |||
|2. | |||
| colspan="2" |SG Kleinreinsdorf | |||
|- | |||
! colspan="3" |Fanfarenzüge | |||
|- | |||
|1. | |||
|Fortschritt Teichwolframsdorf | |||
|41,45 | |||
|} | |||
== Seite 7 == | == Seite 7 == | ||
'''Bezirksmeisterschaft von Erfurt''' | |||
=== Fanfarenzüge treten aus dem Schatten‘raus === | |||
'''Erwartet hohes Niveau bei den Spielmannszügen''' | |||
[[Datei:DerTambour1980-7-7-1.png|mini|308x308px|'''HEIKO KLÖTZER''' begann vor vier Jahren im Fanfarenzug von Einheit Elsterberg mit den Spielleuten Bekanntschaft zu machen. Inzwischen nahm der 12jährige eine erfreuliche Entwicklung und gehört zu den besten Trommlern.]] | |||
Sie brachten die erwartet guten Leistungen, die Bezirksmeisterschaften von Erfurt. Die Sportfreunde von Traktor Mellingen hatten dafür ideale Bedingungen geschaffen. Natürlich brillierten vor allem die fünf Sonderklassen-Kollektive aus Mühlhausen mit musikalisch-technisch ausgefeilten Darbietungen. Das Zentrum für Spielmannszüge in der DDR ist wohl noch niemals so leistungsstark, so dominierend gewesen wie in diesem Jahr. | |||
Aber auch andere Klangkörper des Bezirkes wiesen erhebliche Fortschritte nach. Der Erwachsenen-Spielmannszug von Traktor Luisenthal erzielte 50,45 Punkte und wurde verdientermaßen Bezirksmeister. Die 50-Punkte-Barriere stellt ja so etwas wie die Türschwelle zur Spitzenklasse dar. Die Luisenthaler haben sie überschritten. Die Mellinger erhielten nicht nur Lob für blendende Organisation, sondern boten auch für einen Klangkörper der Leistungsklasse III Bemerkenswertes. Gegenüber dem Vorjahr vermochte man sich um sechs Punkte zu verbessern. Einen ähnlichen Sprung vollzog auch der Nachwuchs von Sachsensiedlung Mühlhausen (4,65). | |||
Und noch etwas fiel besonders auf. Die Fanfarenzüge des Bezirkes sind drauf und dran, etwas aus dem Schatten der Spielmannszüge herauszutreten. Traktor Oßmannstedt ist da zuerst zu nemnen. Die Oßmannstedter steigerten sich innerhalb von zwei Jahren um 13 Punkte. 1978 wurden die Oßmannstedter mit 37,15 Zählern Bezirksmeister, 1979 mit 44,85 und nun sogar mit 50,05. Ähnliches läßt sich zur SG Bachra und zu Nobas Nordhausen sagen. Hier darf man für die Zukunft einiges erhoffen. | |||
'''Resultate:''' | |||
{| class="wikitable" | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Traktor Luisenthal | |||
|50,45 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Traktor Mellingen | |||
|46,30 | |||
|- | |||
|3. | |||
|HSG Medizin Erfurt | |||
|34,70 | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
| colspan="2" |Union Mühlhausen | |||
|- | |||
|2. | |||
| colspan="2" |Lok Mühlhausen | |||
|- | |||
|3. | |||
| colspan="2" |Sachsensiedlung Mühlhausen | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Sachs. Mühlhausen | |||
|48,85 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Traktor Luisenthal | |||
|39,05 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Traktor Mellingen | |||
|36,70 | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
|Union Mühlhausen | |||
|54,40 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Lok Mühlhausen | |||
|49,40 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Fanfarenzüge | |||
|- | |||
|1. | |||
|Traktor Oßmannstedt | |||
|50,05 | |||
|- | |||
|2. | |||
|SG Bachra | |||
|48,15 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Nobas Nordhausen | |||
|46,05 | |||
|- | |||
|4. | |||
|Glückauf Bleicherode | |||
|33,00 | |||
|} | |||
'''Bezirksmeisterschaft von Frankfurt/Oder''' | |||
=== Meist in „Solo“ zum Sieg === | |||
'''Vorbildliche Nachwuchsarbeit in der ASG Strausberg''' | |||
[[Datei:DerTambour1980-7-7-2.png|mini|358x358px|'''DIE SCHWEDTER''' '''FLÖTENSPIELERIN''' hofft, daß ihr Zug sich zu dem entwickelt, was er einstmals versprach.]] | |||
Acht Kollektive stellten sich in Müllrose dem Kampfgericht. Es war für die Klangkörper des Bezirkes Frankfurt/Oder praktisch eine Überprüfung ihres Leistungsvermögens, da sich im Kampf um die Plazierung nur bei den Erwachsenen-Spielmannszügen mehr als ein Kollektiv gegenüberstanden. Die Schwedter zeigten dabei gegenüber Tiefbau Frankfurt/Oder das bessere Programm, waren die Spieler des Zuges von Chemie PCK auch in musikalisch-technischer Hinsicht überlegen. Dies kam schließlich auch im Endergebnis zum Ausdruck, denn die Schwedter, Titelverteidiger aus dem Vorjahr, besaßen am Ende über sieben Punkte Vorsprung. | |||
Tiefbau Eberswalde, der Zweite von 1979, war nur mit einem Nachwuchszug angetreten und Motor Oderberg fehlte in Müllrose gänzlich. Schade drum. | |||
Der Eberswalder Nachwuchs wurde mit einer soliden Darbietung erneut Bezirksmeister, wobei man diesem Kollektiv durchaus eine gute Entwicklung bescheinigen kann. | |||
Für Belebung in Genres Fanfarenzüge sorgen auf alle Fälle die Strausberger. In der ASG leistet man eine hervorragende Arbeit, so daß die Schützlinge von Dieter Frackowiak, dem Stellvertreter für massenpolitische Arbeit in der Kommission Fanfaren, wohl bald weiter aufrücken werden. In Müllrose traten die Strausberger sogar mit zwei Fanfarenzügen an, wobei allerdings der Nachwuchszug ebenso wie jener aus Eisenhüttenstadt bei seiner Premiere ohne Wertung startete. Eine richtige Entscheidung, die den jungen Spielleuten bestimmt dienlicher ist. | |||
'''Resultate:''' | |||
{| class="wikitable" | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Chemie PCK Schwedt | |||
|40,30 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Tiefbau Frankfurt/O. | |||
|33,00 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Tiefbau Eberswalde | |||
|44,00 | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
| colspan="2" |Chemie PCK Schwedt | |||
|- | |||
! colspan="3" |Schalmeienkapellen | |||
|- | |||
|1. | |||
|Traktor Tantow | |||
|35,00 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Fanfarenzüge | |||
|- | |||
|1. | |||
|ASG Vorw. Strausberg | |||
|48,20 | |||
|- | |||
| colspan="3" |Stahl Eisenhüttenstadt und<br />ASG Vorw. Strausberg NW<br />ohne Wertung | |||
|} | |||
== Seite 8 == | == Seite 8 == | ||
[[Datei:DerTambour1980-7-8-1.png|mini|316x316px|'''KERSTIN STIEHLER''' bezeichnen die Freunde von Dynamo Hohenschönhausen als herausragendes Nachwuchstalent ihrer Schalmeienkapelle. Die 12jährige ist erst seit einem Jahr dabei.]] | |||
'''Bezirksmeisterschaft Rostock/Schwerin''' | |||
=== Eindrucksvolle Perleberger === | |||
Die Rostocker und Schweriner richteten wieder ihre Bezirksmeisterschaften gemeinsam aus. Tessin war der diesjährige Austragungsort. Und Tessin erlebte gutklassige Wettkämpfe. Zu den Höhepunkten gehörte auf alle Fälle das Auftreten der Perleberger Klangkörper. Der Erwachsenen-Spielmannszug durchstieß sogar die 50-Punkte-Barriere (50,85), während der Nachwuchs von Empor Perleberg diese Leistungsschwelle zur Spitzenklasse streifte (49,10). Stark verbessert präsentierten sich auch die Tessiner, die mit 47,55 Punkten eine persönliche Bestleistung aufstellten und Rostocker Bezirksmeister wurden. Kaum schwächer waren die Darbietungen von Veritas Wittenberge und Motor Stralsund. | |||
'''Resultate:''' | |||
'''ROSTOCK''' | |||
{| class="wikitable" | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Einheit Tessin | |||
|47,55 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Motor Stralsund | |||
|45,95 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Motor Barth | |||
|43,90 | |||
|- | |||
|4. | |||
|Motor Wolgast | |||
|40,45 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Einheit Tessin | |||
|35,50 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Motor Wolgast | |||
|31,00 | |||
|} | |||
'''SCHWERIN''' | |||
{| class="wikitable" | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Empor Perleberg | |||
|50,85 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Veritas Wittenberge | |||
|46,85 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Einheit Parchim | |||
|31,65 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Empor Perleberg | |||
|49,10 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Veritas Wittenberge | |||
|34,40 | |||
|} | |||
'''Bezirksmeisterschaft von Karl-Marx-Stadt''' | |||
=== Trumpfe am Fichtelberg === | |||
Sieben Klangkörper beteiligten sich 1979 an der Karl-Marx-Städter Bezirksmeisterschaft. In diesem Jahr waren elf Kollektive nach Oberwiesenthal gekommen, um am Fichtelberg ihre Besten zu ermitteln. Und diese Quantität schlug sich erfreulicherweise auch in einer höheren Qualität nieder. Dies betrifft vor allem die Erwachsenen-Spielmannszüge aus Zwickau, Marbach-Schellenberg und Karl-Marx-Stadt sowie die Nachwuchs-Klangkörper von Aufbau bzw. Sachsenring. Das erwartet hohe Niveau bewiesen natürlich die Schalmeienbläser aus Plauen. Dies betrifft Erwachsene wie Nachwuchs gleichermaßen. Und auch bei den Fanfarenzügen weht im Bezirk ein frischer Wind. Was hier besonders Werdau anbot, läßt für die Zukunft einiges hoffen. | |||
'''Resultate:''' | |||
{| class="wikitable" | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Erwachsene | |||
|- | |||
|1. | |||
|Sachsenring Zwickau | |||
|45,15 | |||
|- | |||
|2. | |||
|VSG Marbach-Schellenberg | |||
|44,30 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Aufbau Karl-Marx-Stadt | |||
|42,65 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Spielmannszüge Nachwuchs | |||
|- | |||
|1. | |||
|Aufbau Karl-Marx-Stadt | |||
|42,05 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Sachsenring Zwickau | |||
|40,10 | |||
|- | |||
! colspan="3" |Schalmeienkapellen | |||
|- | |||
|1. | |||
|Empor Plauen NW | |||
|47,65 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Traktor Nauendorf | |||
|41,85 | |||
|- | |||
| colspan="3" |'''Pokalwettbewerb''' | |||
|- | |||
|1. | |||
| colspan="2" |Empor Plauen | |||
|- | |||
! colspan="3" |Fanfarenzüge | |||
|- | |||
|1. | |||
|Motor Werdau | |||
|47,65 | |||
|- | |||
|2. | |||
|Wismut Aue | |||
|39,75 | |||
|- | |||
|3. | |||
|Einheit Crimmitschau | |||
|34,90 | |||
|} | |||
Aktuelle Version vom 3. August 2026, 14:57 Uhr
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
Die Ausgabe 07/1980 des Mitteilungsblattes „der tambour“ erschien im Juli 1980.
Der Originaltext der 8 Seiten:
| Juli 1980 | |
| Nummer: | 7/80 |
| Erschienen: | Juli 1980 |
| Jahrgang: | 13 |
| Seiten: | 8 |
| Zur Übersicht aller Ausgaben | |
Seite 1
HEUTE AUF SEITE
| 3 | Und nun ein Konzert auf dem Roten Platz |
| 4 | Spitzen-Fanfaren ertönen an der Schwarzen Elster |
| 6 | Rekord-Teilnahme beim Fest von Finsterwalde |

Seite 2


Oberharzer immer besser
Spielleutemusik erklang im Oberharz schon Mitte der fünfziger Jahre. Werner Kutz, Stellvertreter des Direktors der Polytechnischen Oberschule Stiege, hatte hier einen Fanfarenzug gegründet. Oft war Werner Kutz an den Wochenenden im Doppeleinsatz. Erst trat er mit dem Fanfarenzug auf, dann führte er als Kapitän die Fußballspieler von Traktor Stiege aufs Spielfeld. Doch mit der Zeit der Jahre blieb der Fanfarenzug leider nicht lebensfähig. Da aber immer wieder Interesse für die Musik der Spielleute bestand, bot 1970 Sportfreund Liban vom Spielmannszug aus Hasselfelde seine Hilfe zur Entwicklung einer Sektion Spielleute an der POS Stiege an.
Und diese Hilfe zeigte Früchte. So gehören ihr gegenwärtig 36 Jungen, ausnahmslos Schüler der 2. bis 10. Klasse, sowie zahlreiche ehemalige Schüler der POS Stiege an. In Stiege selbst gibt es noch einen weiteren Spielmannszug. Doch bleiben wir beim Klangkörper der Oberschüler. Seit fünf Jahren betreut Hans Spieß den Schüler-Klangkörper. Unter seiner musikalischen Leitung wird der Zug immer besser, in Wettkämpfen erfolgreicher. Zweimal wöchentlich je drei Stunden intensives Üben steht auf dem Trainingsplan. Vor Wettkämpfen kommt ein dritter Trainingsnachmittag pro Woche hinzu.
Zur diesjährigen Kreisspartakiade spielten sich die Stieger Schüler auf den bronzenen Platz. Dabei vermochte man in musikalischer Hinsicht mit den besten Klangkörpern der Kreisspartakiade durchaus mitzuhalten, indes mit dem exakten Marschieren haben die Stieger noch ihre Probleme und mußten dadurch Punktabzüge hinnehmen. Doch hier wird Hans Spieß sicherlich seine Erfahrungen vom Wachregiment, dort gehörte er nämlich dem NVA-Spielmannszug an, den Jungen vermitteln können.
Aufbau Brandenburg wurde Spartakiadesieger
Es ist ein sichtbares Zeichen des ständig steigenden Ansehens der Spielleute, daß unsere Sportart nun auch zum festen Wettkampfprogramm der Bezirksspartakiaden gehört. Der Spielleutenachwuchs kämpft also um Spartakiademedaillen. Dies war auch im Bezirk Potsdam so. Neben der musikalischen Umrahmung der festlichen Eröffnungs- und Abschlußveranstaltung standen sich auf der Potsdamer Freundschaftsinsel die Nachwuchs-Klangkörper des flächenmäßig größten Bezirkes unserer Republik im Medaillenwettstreit gegenüber. Leider entsprachen die Bodenverhältnisse nicht den Anforderungen, die wir Spielleute an solch einen Wettkampf stellen. Trotz allem erlebten wir viele gute Leistungen von den Jungen und Mädchen.
Bei den Jugend-Kollektiven kam es zu einer packenden Auseinandersetzung zwischen Aufbau Brandenburg und Traktor Pritzwalk, die die Brandenburger schließlich ganz knapp für sich entschieden. Bemerkenswert auch hier die Darbietung von Chemie Premnitz, die zu recht mit der Bronzemedaille geehrt wurden.
Einen Brandenburger Sieg gab es auch bei den Jüngsten. Aufbau holte sich Gold vor der großen Überraschung dieser Spartakiadewettkämpfe, dem Zug aus Mittenwalde. Der Nachwuchszug der SG Mittenwalde besteht erst ein Jahr. Und trotzdem vermochten die Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren schon einen erstaunlichen Leistungsstand nachzuweisen. Es war ihr erster Wettkampf überhaupt. Und dann gleich Silber. Ein hervorragender Einstand.
Leider fehlten zur Bezirksspartakiade die Züge von Stahl Brandenburg und Motor Treuenbrietzen, obwohl sie vorher ihre Teilnahmemeldung abgegeben hatten (von den Wettkämpfen der anderen Bezirksspartakiaden liegen der Redaktion keinerlei Informationen vor. Offensichtlich besteht in den anderen Bezirken kein Interesse an einer Veröffentlichung der Auftritte ihres Nachwuchses).
BERND NEUMANN
Das Kampfgericht der DDR-Meisterschaft
Zur DDR-Meisterschaft der Erwachsenen-Spielmannszüge in Apolda fungierte folgendes Kampfgericht:
Hauptkampfrichter: Dieter Weise (Hettstedt).
Hauptpunkt I: E. Dietrich (Leipzig), B. Clauß (Leipzig), B. Schramm (Magdeburg), B. Neumann (Mittenwalde).
Hauptpunkt II: W. Röglin (Schwedt), M. Freitag (Radeberg), L. Lier (Suhl), M. Irrgang (Magdeburg).
Hauptpunkt III: B. Sasse (Magdeburg), K. Triebel (Luisenthal), D. Malchow (Pritzwalk), L. Ertel (Potsdam).
Hauptpunkt IV: K. Tägener (Brandenburg), B. Kipp (Babelsberg), U. Zimmermann (Freital), K. Simmang (Radeberg).
Mandat: H. Dietrich (Leipzig), A. Dietrich (Leipzig), R. Theile (Apolda).
Berechnung: D. Knoppe (Ruhland), G. Ruhland (Ruhland).
Sprecher: W. Kunde (Heyerode).
Anmerkung: Die Disqualifikation des Spielmannszuges von Chemie Geraberg erfolgte wegen Verstoß der Wettkampfordnung Punkt 2.2.1.
Neue Telefonnummer
Die Redaktion des „tambour“ ist ab sofort unter einer neuen Telefonnummer erreichbar. Günther Gießler, 7033 Leipzig, Lützner Plan 17. Telefon: Privat: Leipzig 4 64 93. Dienstlich: Leipzig 7 15 43 37 oder 31 11 09 (Sportredaktion der „Leipziger Volkszeitung“).
Seite 3
TAMBOUR-INTERVIEW
mit Leo Ertel, Leiter des Fanfarenzuges von Dynamo Potsdam
Und nun ein Konzert auf dem Roten Platz

Fragt man bei von der Spielleutemusik unbedarften Sportlern nach einem Klangkörper des DTSB, erhält man zumeist den Namen der Potsdamer genannt. Tatsächlich hat der Fanfarenzug von Dynamo Potsdam-Stadt einen Bekanntheitsgrad in unserem Land erreicht, den man vor wenigen Jahren noch nicht für möglich hielt. Dies ist nicht zufällig so. Die Potsdamer haben das Leistungsniveau ihres Genres in neue Regionen geführt, sie machen attraktive, publikumswirksame Fanfarenmusik. Wir nahmen dies zum Anlaß, um den Leiter dieses Kollektivs, den 29jährigen Pädagogen Leo Ertel, nach den Ursachen und Methoden für solch beispielhafte Entwicklung zu fragen. Leo Ertel ist Mitglied der Zentralen Spielleutekommission und Vorsitzender der Kommission Fanfaren.
- Bei jedem Wettkampf mit den Potsdamern ist der überlegene Sieger von vornherein gegeben. Wie macht ihr das bloß?
„Mit umfangreichem, effektivem Training in einer Atmosphäre, die Höchstleistungen zuläßt.“
- Was verstehst Du unter solch einer Atmosphäre?
„Da gehören viele Dinge zusammen. Ein Kollektiv wird erst zur verschworenen Truppe, wenn alles stimmt. Bei uns beschränkt sich das Zusammensein eben nicht nur auf das Training und die Auftritte, sondern wir machen in Potsdam auch sonst viel gemeinsam. Da spielen wir ’mal Fußball, Handball oder versuchen uns in der Leichtathletik, da gibt es Diskoabende, Faschingsfeiern und andere Veranstaltungen, die bei uns keine Nebensache sind, sondern den kollektiven Zusammenhalt fördern helfen. Und dann verstehen wir unter Bildungs- und Erziehungsarbeit auch das intensive Auseinandersetzen mit gesellschaftlichen Zusammenhängen. Selbstverständlich hat das Beschäftigen mit dem Leben unseres unvergessenen Dr. Richard Sorge besondere Bedeutung. Seine Vorbildwirkung auf unsere Jungen und Mädchen ist unbestritten.“
- Wie sieht euer Trainingsumfang aus?

„Jedes Mitglied hat zweimal Training pro Woche. Vor Höhepunkten wird der Umfang natürlich erhöht. Vor DDR-Meisterschaften wird drei Wochen lang täglich geübt, auch an Sonnabenden und Sonntagen.“
- Wieviel Mitglieder hat der Zug gegenwärtig?
„Wir haben 120 gute Leute, von denen immer 97 zu den Auftritten herangezogen werden.“
- Nachwuchssorgen kennt man in Potsdam nicht?
„Das Interesse für unseren Zug ist groß. So legen wir auch strenge Maßstäbe an, müssen schulische Leistungen und Gesamtverhalten der Kandidaten den hohen Anforderungen entsprechen. Wir nehmen jeweils im September die Neuen auf, wobei das Mindestalter zehn Jahre betragen muß.“
- Wann kommen diese Neulinge in den Meisterklangkörper?
„Das hängt von jedem selber ab. Beispielsweise waren bei der DDR-Meisterschaft dieses Jahres sechs dabei, die erst im September 1979 begannen.“
- Habt ihr nur Schüler im Klangkörper?
„Keineswegs. Etwa 60 Freunde sind Jungfacharbeiter oder Lehrlinge. Natürlich sind auch EOS-Schüler im Zug, die ausnahmslos vorbildliche Lernergebnisse aufweisen. Ich denke hier nur an die Hochtrommlerin Katrin Gesierich, die in eine Spezialschule für Mathematik geht und einen Zensurendurchschnitt von 1,2 hat. Auch Olaf Kuppi, Flachtrommler im Zug, kann einen Notendurchschnitt von 1,2 vorlegen.“
- Schulzeugnisse spielen also bei den Dynamos eine wichtige Rolle?
„Wir haben ein sehr gut arbeitendes FDJ-Aktiv, das zweimal jährlich die Zeugnisse kontrolliert. Übrigens ist es nicht selten, daß wir uns gegenseitig beim Lernen helfen. Auch dies gehört zum gesunden Klima in unserem Zug.“
- Ihr seit vom Sekretariat der SED-Bezirksleitung Potsdam mit einer besonderen Auszeichnung geehrt worden.

„Ja, dies macht uns alle sehr glücklich und verpflichtet künftig zu noch besseren Leistungen. Wir dürfen mit 127 Mitgliedern vom 12. bis 23. September die Sowjetunion besuchen. Moskau, Leningrad und Minsk werden die Reiseziele sein. Natürlich bereiten wir uns intensiv darauf vor, wollen wir nach unseren großartigen Olympioniken auch das hohe Niveau der Spielleutebewegung unseres Landes in der UdSSR unter Beweis stellen.“
- Also geht es mit den Instrumenten auf Reise?
„Selbstverständlich. Wir möchten auf dem Roten Platz in der sowjetischen Metropole und in der Allunionsausstellung Konzerte geben. In Leningrad vor der ‚Aurora‘.”
- Was wollt ihr dort bieten?
„Wir führen unsere Musikschau auf. Natürlich haben wir uns noch etwas Besonderes einfallen lassen. In einem dreiwö-
(Fortsetzung auf Seite 8)
Seiten 4 & 5
Zu Besuch beim Fanfarenzug der SG Pionierhaus Hoyerswerda
An der Schwarzen Elster ertönen Spitzen-Fanfaren
Mit den Instrumenten vom Dachboden fing vor 17 Jahren alles an

Er hat sich in den zurückliegenden Jahren immer mehr in den Vordergrund gespielt, der Fanfarenzug des Pionierhauses Hoyerswerda. Unter Leitung Hans-Dieter Kjesas entwickelte sich ein Klangkörper, der heute weit über die Grenzen des Bezirkes Cottbus hinaus bekannt und beliebt ist. 145 Jungen und Mädchen zwischen 10 und 25 Jahren gehören gegenwärtig zur Sektion Spielleute der SG Pionierhaus Hoyerswerda. Unter ihnen allein 100 Bläser, die auch auf den Umschaltfanfaren ausgebildet wurden.
Hans-Dieter Kjesa weist die Chronik des Zuges als Gründer aus. Und dies ist mittlerweile 17 Jahre her. Der Pädagoge hatte bereits während seines Studiums am Institut für Lehrerbildung in Dresden Berührung mit der Spielleutemusik:. „Ich spielte damals mit großer Begeisterung selbst im Fanfarenzug und holte mir hier die ersten Kenntnisse über die Musik des Spielmannes“ resümierte er.
Der gebürtige Mecklenburger, der nach dem Studium dem Ruf des wachsenden Industriegiganten an der Schwarzen Elster folgte und in Hoyerswerda seßhaft wurde, begann an der 4. Polytechnischen Oberschule seine pädagogische Tätigkeit. Dort entdeckte Hans-Dieter Kjesa auf dem Dachboden alte und neuere Fanfaren, auch Trommeln. Dem wollte der einstige Spielmann nicht tatenlos zusehen, zumal auch die Schulleitung an der Bildung einer „Musikgruppe“ sehr interessiert war.
Hans-Dieter Kjesa ließ sich nicht lange bitten und begann mit dem Aufbau des Hoyerswerdaer Klangkörpers. Der 2. April 1963 gilt als der offizielle Gründungstag des Fanfarenzuges, nachdem er mit einem Umzug durch die zweitgrößte Stadt des Energiebezirkes aus der Taufe gehoben wurde. Zunächst waren es 15 Jungen, die praktisch nur eine Signalbläsergruppe bildeten. Bei Appellen an der Schule und anderswo war die Kjesa-Truppe fortan sehr gefragt. Aus diesen Anfängen entstand der heutige umfangreiche Fanfarenzug, der auf über 800 Auftritte in allen Bezirken unserer Republik verweisen kann. Hans-Dieter Kjesa erinnert sich noch an den ersten Titel, mit dem 1965 die Kreismeisterschaft gewonnen wurde.
Das Jahr 1970 brachte eine bedeutungsvolle Zäsur für den Klangkörper, die für den weiteren Entwicklungsweg ausschlaggebend sein sollte. Der Kjesa-Zug und einige kleinere aus Hoyerswerda schlossen sich dem Pionierhaus an. Seine Premiere hatte die neue anspruchsvolle Formation des Fanfarenzuges beim 6. Pioniertreffen, das in Hoyerswerda eröffnet wurde.
Auf viele Höhepunkte ihres Wirkens blicken die Jungen und Mädchen jetzt zurück. Der Gewinn der Bronzemedaille bei den DDR-Meisterschaften dieses Jahres in Hettstedt gehört dazu. Bereits im Vorjahr hatte der Sonderklassen-Klangkörper bei den Elsterberger Titelkämpfen diesen Platz belegt. „Natürlich freuen uns diese Erfolge“, konstatierte Hans-Dieter Kjesa, „aber wir haben uns schon höhere Ziele gestellt. Das Ziel soll es sein, an den überragenden Zug von Dynamo Potsdam näher heranzukommen. Die Potsdamer setzen gegenwärtig die Maßstäbe für die gesamte Fanfarenmusik. Und die bilden auch die Orientierungspunkte für unseren Zug.“
Die Freunde aus Hoyerswerda bemängeln die fehlende Basis ihres Klangkörpers. Die Zusammenarbeit mit Berufskünstlern liegt noch immer sehr im Argen. Auch der fehlende Trägerbetrieb macht sich natürlich oft nachteilig bemerkbar. Beispielsweise steht für Trainingsstunden nur ein Werkraum in der 4. POS zur Verfügung. Da ist es nur mit exakter Planung möglich, allen neun Trainingsgruppen gleiche Bedingungen zu schaffen. Geprobt wird in den Gruppen der Bläser jeweils für die Stimmen I, II, III und IV, die Hochtrommler, die Marschtrommler, zwei Gruppen für Anfänger-Bläser, einer Trommler-Gruppe und einer für Stabführer.
Jede einzelne Übungsgruppe besitzt einen eigenen Trainings- und Arbeitsplan. Sehr günstig auf die Leistungsentwicklung wirkt sich die Arbeit des FDJ-Aktivs aus. Unter Leitung Sabine Bürgers wertet es die Auftritte aus, beschäftigt sich mit der Disziplin und berät im Kollektiv auch künftige Titel, die das Repertoire des Zuges bereichern sollen.
Das Hoyerswerdaer Repertoire umfaßt momentan 25 Titel vom Pioniermarsch Nr. 1 bis hin zum Marsch der Jugendbrigaden, den der Cottbuser Komponist Johannes Hütten für den Fanfarenzug schrieb.
Unvergessen bleibt den Jungen und Mädchen der ehrenvolle Auftritt zum IX. Parteitag der SED in Berlin. Auch ihr Mitwirken am V. Festival der FDJ und des Leninschen Komsomol in Karl-Marx-Stadt und die Teilnahme am sorbischen Festival 1980 in Bautzen ist in der Chronik besonders vermerkt. Hier war der Klangkörper der einzige Fanfarenzug in einer eindrucksvollen Estrade, die der sorbische Komponist Alfons Janze gestaltete. Das gesamte Programm wird am 14. September bei den diesjährigen Spreewaldfestspielen nochmals aufgeführt.
Ein klassenbewußtes Verhältnis haben die Jungen und Mädchen aus Hoyerswerda zur internationalen Solidarität. Sie spenden regelmäßig Gelder zu diesem Zweck. Und auch das spricht für das gesellschaftliche Wirken des Zuges: Sie verzichteten auf Aufwandsentschädigungen, die sie für Auftritte erhielten, und überwiesen 500 Mark dem Tiergarten Hoyerswerda zur Anschaffung eines Ponys.
HANS-JOACHIM SCHULZE
RENDEZVOUS

mit Dietmar Kjesa
- Der Sohn tritt in die musikalischen Fußstapfen seines Vaters. Seit wann ist Dietmar Kjesa Übungsleiter?
„Seit nunmehr sechs Jahren. Im Zug habe ich freilich schon 1966 begonnen. Damals als Trommler. Inzwischen blase ich auch die Fanfare.“
- Welche Gruppe bilden Sie als Übungsleiter aus?
„Ich übe mit den Tamtams. Meine Gruppe umfaßt 26 Mädchen, mit denen ich wöchentlich trainiere. Natürlich unterteilt nach Anfängern und Fortgeschrittene. Die Mädels sind zwischen 12 und 18 Jahre alt, also meist Schülerinnen, Lehrlinge, aber auch Jungfacharbeiter sind dabei.“
- Wie bereiten Sie die Übungsstunden vor?
„Natürlich muß ich ständig selbst an der Vervollkommnung meines musikalischen Könnens arbeiten. Dies gehört zur Vorbereitung auf die Übungsstunden. Ich habe gegenwärtig die Qualifikation des Übungsleiters der Stufe II. Mit dem Lesen umfangreicher Fachliteratur versuche ich meine Kenntnisse ständig zu erweitern. Im August bin ich beim zentralen Übungsleiterlehrgang in Rerik als Ausbilder eingesetzt. Dies ist eine verpflichtende, ehrenvolle Aufgabe, auf die ich mich intensiv vorbereite.“
- Was macht Dietmar Kjesa beruflich?
„Ich bin Schlosser im VEB Wasserwirtschaft Hoyerswerda und 22 Jahre alt.“
- Was gibt Ihnen die Spielleutemusik?
„Sie bereitet mir sehr viel Freude, sonst wäre ich wohl nicht schon seit 14 Jahren dabei. Dabei wachsen die Anforderungen ständig. Es verlangt schon allerhand pädagogisches Einfühlungsvermögen, um das Kollektiv bei den beträchtlichen Altersunterschieden zu formen, alles unter einen Hut zu bringen. Für einen 22jährigen gewiß keine einfache Aufgabe.“
- Wie schaut es mit dem Nachwuchs im Zug aus?
„Eigentlich nicht schlecht. Die Jungen und Mädchen bringen hier und da ihre Freunde bzw. Freundinnen mit. Genügt dies nicht, suchen wir uns geeigneten Nachwuchs an den Schulen. Dies beginnt meist mit Schaukonzerten vor den Schülern.“
- Die Jungen und Mädchen kommen doch mit unterschiedlichen Voraussetzungen in den Zug. Wie verfährt man dabei in Hoyerswerda?
„Die Übungsleiter, die mir zur Seite stehen, üben zunächst einzeln mit jedem Neuling. Dann bekommen die Neuen auch Aufgaben für das Üben zu Hause. Dies beginnt mit Stockspielen vor dem Spiegel und hört bei Übungen zum schnellen Erlernen des Marschierens mit Instrument noch lange nicht auf. Wer ein Vierteljahr dabei ist und die Anforderungen erfüllt, wird in unseren Zug aufgenommen.“
- Und wann haben die Neulinge dann den ersten Auftritt?
„Wir eröffnen praktisch mit Beginn des Schuljahres, im September also, auch das neue Ausbildungsjahr. Der erste Auftritt der Debütanten erfolgt dann traditionsgemäß am Vorabend des 1. Mai. Dort erhalten die Neuen ihre Bewährungsprobe vor der Öffentlichkeit. Bis zu jenem Tag liegt ein gut halbjähriges intensives Training hinter den Neuen. Dazu gehört die Notenlehre, denn nur über entsprechende Notenkenntnisse sind jene Ansprüche zu erfüllen, die wir in musikalisch-technischer Hinsicht stellen.“
Bei Cornelia Beuß führte:
Die „falsche Tür“ zum richtigen Weg
Freizeitgestaltung, die Conny nicht missen möchte

Aus voller Lunge bläst Cornelia Beuß in die Fanfare. „Keine Frage, daß ich mit Leib und Seele bei der Spielleutemusik bin“, gibt sie zu. „Seit sieben Jahren halte ich unserem Hoyerswerdaer Zug nun schon die Treue. Ich dachte auch noch nie ans Aufhören, weil ich diesen klingenden Sport sehr liebe, mir keine sinnvollere Freizeitgestaltung vorstellen kann.“ Das spricht sich so einfach hin. Aber welche Motive sind es, die Cornelia immer wieder mit Feuereifer bei der Sache lassen?
„Da ist sicherlich so manches zu nennen. Vor allem gefällt mir, daß wir ein duftes Kollektiv sind. Da hilft einer dem anderen, wird in Hoyerswerda auch vieles außerhalb der Trainingsstunden gemeinsam gemacht. Und dann möchte ich auch die zahlreichen Reisen nennen, die uns bei den Auftritten in die schönsten Gegenden unseres Landes führten. Ich glaube, es ist nicht vermessen, wenn ich meine, daß die sieben Jahre im Fanfarenzug wesentlich zu meiner Persönlichkeitsbildung beigetragen haben.“
Mehr oder weniger zufällig war die Conny zu den Spielleuten gelangt. Als Schülerin der Ernst-Schneller-Oberschule, der 4. POS in Hoyerswerda, hatte sie versehentlich die Tür zum Übungsraum der Kjesa-Schützlinge geöffnet. Und damit war für Cornelia Beuß auch die Tür zur Spielleutemusik aufgestoßen.
Sie bläst heute die 1. Stimme. Da sich Cornelia zu den besten Spielerinnen im Zug entwickelte, delegierte man sie auf einen Übungsleiterlehrgang. So bildet Conny jetzt selbst Jungen und Mädchen für die 3. Stimme aus. „Natürlich versuche ich mich in musikalisch-technischer Hinsicht ständig weiterzubilden“, verrät sie uns. „So habe ich mich auch mit der Ventilfanfare vertraut gemacht und übe dreimal wöchentlich.“
Für ihre vorbildlichen sportlichen und gesellschaftlichen Leistungen zeichnete das Pionierhaus Hoyerswerda die Cornelia als Jungaktivist aus. Dies verdeutlicht auch, welch hohe Anerkennung der Spielleutemusik in Hoyerswerda entgegengebracht wird. Die Kreisleitung der FDJ ehrte Cornelia Beuß mit der Artur-Becker-Medaille. Versteht sich von selbst, daß bei Conny die sportlichen und beruflichen Leistungen übereinstimmen. In der Aluminiumhütte Lauta gehört sie zu den besten Lehrlingen. Sie möchte Chemie-Facharbeiter werden.
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Bezirksmeisterschaft von Cottbus
Rekord-Teilnahme beim Fest von Finsterwalde
20 Kollektive stellten sich dem Kampfgericht

Die „Sänger“ von Finsterwalde mußten ihre Stadt den Klängen von 20 Kollektiven der Spielleute des Bezirkes Cottbus überlassen, die zum Kampf um die Bezirksmeisterschaft bzw. um den Sieg im Pokalwettbewerb angetreten waren. Dies stellte schon von vornherein einen neuen Teilnahmerekord im Energiebezirk dar.
Zu einem packenden Zweikampf gestaltete sich der Wettbewerb bei den Erwachsenen-Spielmannszügen zwischen Einheit Ruhland, dem Sonderklasse-Absteiger des Vorjahres, und Traktor Hirschfeld. Die Hirschfelder, sie hatten 1979 den Bezirksmeistertitel um ganze 0,25 Punkte verfehlt, blieben auch diesmal vom Pech verfolgt und mußten sich erneut knapp geschlagen geben. Die anderen Klangkörper von Lauchhammer bis Döbern, dem Achten, konnten in den Kampf um den Sieg nicht eingreifen.
Nicht ganz zufrieden war man von den Darbietungen des Nachwuchses, der Lübbenauer Sonderklassen-Zug ausgeklammert. Hier muß man allerdings berücksichtigen, daß viele Klangkörper in neuen Besetzungen antraten. Mit den Kollektiven aus Straupitz, der SSG Senftenberg und der SG KIM Rogosen stellten sich sogar völlige Neulinge der Spielleutebewegung dem Kampfgericht um Hauptkampfrichter Mario Bielig.
In Cottbus ist man jedenfalls bemüht, die Breite der Spielleute auszudehnen, mehr Sportler an diese schöne Freizeitgestaltung heranzuführen. Vorbild für die Klangkörper dieses Bezirkes sind die Spielmannszüge aus Lübbenau.
Resultate:
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Einheit Ruhland | 49,20 |
| 2. | Traktor Hirschfeld | 48,20 |
| 3. | Mot. Lauchhammer-Ost | 42,20 |
| 4. | Empor Dahme | 39,45 |
| 5. | Fortschritt Cottbus | 39,00 |
| 6. | Einheit Bad Muskau | 38,00 |
| 7. | Motor Finsterwalde | 35,95 |
| 8. | Chemie Döbern | 34,50 |
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | TSG Lübbenau | |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Mot. Lauchhammer-Ost | 33,55 |
| 2. | Einheit Ruhland | 32,35 |
| 3. | Lok Straupitz | 31,15 |
| 4. | TSG Lübbenau II | 30,55 |
| 5. | Traktor Hirschfeld | 26,60 |
| 6. | SSG Senftenberg | 26,15 |
| 7. | SG KIM Rogosen | 26,15 |
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | TSG Lübbenau | 50,25 |
| Schalmeienkapellen | ||
| 1. | Turbine Lauta | 34,80 |
| 2. | Traktor Fichtenberg | 29,60 |
| Fanfarenzüge | ||
| 1. | BKW Calau | 36,55 |
Bezirksmeisterschaft von Gera
Schalmeien immer populärer
Stahl Maxhütte und Kleinreinsdorf die Vorbilder

Die Schalmeienmusik scheint im Bezirk Gera immer populärer zu werden. Mit Stahl Maxhütte und der SG Kleinreinsdorf hat man ja zwei Klangkörper der DDR-Spitzenklasse sowie mit der SG Neugernsdorf und Traktor Rüdersdorf Kollektive, die in höhere Leistungsbereiche vorstoßen möchten.
Diese Vorbildwirkung, vor allem das hohe Ansehen des DDR-Vizemeisters Stahl Maxhütte, vergrößert das Interesse am Spiel der Schalmeien. So stellten sich erstmals zur Bezirksmeisterschaft zwei neugebildete Kollektive vor, die man zunächst noch ohne Wertung an die Wettkampfatmosphäre heranführen wollte. Traktor Uhlstädt heißt der eine Neuling, aus Ohldersdorf kommt der andere. Ihre Leidenschaft für Schalmeienmusik dürfte durch die Darbietungen der Freunde aus Unterwellenborn und Kleinreinsdorf noch gewachsen sein. Der Maxhütte-Klangkörper demonstrierte, daß er sehr gut vorbereitet in die Saison gegangen ist.
Bei den Spielmannszügen möchte man sagen, nichts Neues im Bezirk Gera. Nach wie vor stehen bei den Erwachsenen und auch beim Nachwuchs die Züge von Empor Klengel-Serba konkurrenzlos da. Während sich bei den Großen mit WBK Gera wenigstens noch ein Klangkörper dem Wettkampf stellte, bestritten die Nachwuchsspieler aus Klengel-Serba ihren Wettkampf wie im Vorjahr im Alleingang. Bei den Fanfarenzügen konnten wegen der gleichzeitig stattfindenden DDR-Meisterschaft die Züge aus Elsterberg und Greiz nicht teilnehmen. So besaß Fortschritt Teichwolframsdorf leider keine Vergleichsmöglichkeit.
Resultate:
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Empor Klengel-Serba | 45,95 |
| 2. | WBK Gera | 36,95 |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Empor Klengel-Serba | 40,00 |
| Schalmeienkapellen | ||
| 1. | SG Neugernsdorf | 45,75 |
| 2. | Traktor Rüdersdorf | 40,15 |
| Traktor Uhlstädt und Ohldersdorf ohne Wertung | ||
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | Stahl Maxhütte | |
| 2. | SG Kleinreinsdorf | |
| Fanfarenzüge | ||
| 1. | Fortschritt Teichwolframsdorf | 41,45 |
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Bezirksmeisterschaft von Erfurt
Fanfarenzüge treten aus dem Schatten‘raus
Erwartet hohes Niveau bei den Spielmannszügen

Sie brachten die erwartet guten Leistungen, die Bezirksmeisterschaften von Erfurt. Die Sportfreunde von Traktor Mellingen hatten dafür ideale Bedingungen geschaffen. Natürlich brillierten vor allem die fünf Sonderklassen-Kollektive aus Mühlhausen mit musikalisch-technisch ausgefeilten Darbietungen. Das Zentrum für Spielmannszüge in der DDR ist wohl noch niemals so leistungsstark, so dominierend gewesen wie in diesem Jahr.
Aber auch andere Klangkörper des Bezirkes wiesen erhebliche Fortschritte nach. Der Erwachsenen-Spielmannszug von Traktor Luisenthal erzielte 50,45 Punkte und wurde verdientermaßen Bezirksmeister. Die 50-Punkte-Barriere stellt ja so etwas wie die Türschwelle zur Spitzenklasse dar. Die Luisenthaler haben sie überschritten. Die Mellinger erhielten nicht nur Lob für blendende Organisation, sondern boten auch für einen Klangkörper der Leistungsklasse III Bemerkenswertes. Gegenüber dem Vorjahr vermochte man sich um sechs Punkte zu verbessern. Einen ähnlichen Sprung vollzog auch der Nachwuchs von Sachsensiedlung Mühlhausen (4,65).
Und noch etwas fiel besonders auf. Die Fanfarenzüge des Bezirkes sind drauf und dran, etwas aus dem Schatten der Spielmannszüge herauszutreten. Traktor Oßmannstedt ist da zuerst zu nemnen. Die Oßmannstedter steigerten sich innerhalb von zwei Jahren um 13 Punkte. 1978 wurden die Oßmannstedter mit 37,15 Zählern Bezirksmeister, 1979 mit 44,85 und nun sogar mit 50,05. Ähnliches läßt sich zur SG Bachra und zu Nobas Nordhausen sagen. Hier darf man für die Zukunft einiges erhoffen.
Resultate:
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Traktor Luisenthal | 50,45 |
| 2. | Traktor Mellingen | 46,30 |
| 3. | HSG Medizin Erfurt | 34,70 |
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | Union Mühlhausen | |
| 2. | Lok Mühlhausen | |
| 3. | Sachsensiedlung Mühlhausen | |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Sachs. Mühlhausen | 48,85 |
| 2. | Traktor Luisenthal | 39,05 |
| 3. | Traktor Mellingen | 36,70 |
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | Union Mühlhausen | 54,40 |
| 2. | Lok Mühlhausen | 49,40 |
| Fanfarenzüge | ||
| 1. | Traktor Oßmannstedt | 50,05 |
| 2. | SG Bachra | 48,15 |
| 3. | Nobas Nordhausen | 46,05 |
| 4. | Glückauf Bleicherode | 33,00 |
Bezirksmeisterschaft von Frankfurt/Oder
Meist in „Solo“ zum Sieg
Vorbildliche Nachwuchsarbeit in der ASG Strausberg

Acht Kollektive stellten sich in Müllrose dem Kampfgericht. Es war für die Klangkörper des Bezirkes Frankfurt/Oder praktisch eine Überprüfung ihres Leistungsvermögens, da sich im Kampf um die Plazierung nur bei den Erwachsenen-Spielmannszügen mehr als ein Kollektiv gegenüberstanden. Die Schwedter zeigten dabei gegenüber Tiefbau Frankfurt/Oder das bessere Programm, waren die Spieler des Zuges von Chemie PCK auch in musikalisch-technischer Hinsicht überlegen. Dies kam schließlich auch im Endergebnis zum Ausdruck, denn die Schwedter, Titelverteidiger aus dem Vorjahr, besaßen am Ende über sieben Punkte Vorsprung.
Tiefbau Eberswalde, der Zweite von 1979, war nur mit einem Nachwuchszug angetreten und Motor Oderberg fehlte in Müllrose gänzlich. Schade drum.
Der Eberswalder Nachwuchs wurde mit einer soliden Darbietung erneut Bezirksmeister, wobei man diesem Kollektiv durchaus eine gute Entwicklung bescheinigen kann.
Für Belebung in Genres Fanfarenzüge sorgen auf alle Fälle die Strausberger. In der ASG leistet man eine hervorragende Arbeit, so daß die Schützlinge von Dieter Frackowiak, dem Stellvertreter für massenpolitische Arbeit in der Kommission Fanfaren, wohl bald weiter aufrücken werden. In Müllrose traten die Strausberger sogar mit zwei Fanfarenzügen an, wobei allerdings der Nachwuchszug ebenso wie jener aus Eisenhüttenstadt bei seiner Premiere ohne Wertung startete. Eine richtige Entscheidung, die den jungen Spielleuten bestimmt dienlicher ist.
Resultate:
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Chemie PCK Schwedt | 40,30 |
| 2. | Tiefbau Frankfurt/O. | 33,00 |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Tiefbau Eberswalde | 44,00 |
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | Chemie PCK Schwedt | |
| Schalmeienkapellen | ||
| 1. | Traktor Tantow | 35,00 |
| Fanfarenzüge | ||
| 1. | ASG Vorw. Strausberg | 48,20 |
| Stahl Eisenhüttenstadt und ASG Vorw. Strausberg NW ohne Wertung | ||
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Bezirksmeisterschaft Rostock/Schwerin
Eindrucksvolle Perleberger
Die Rostocker und Schweriner richteten wieder ihre Bezirksmeisterschaften gemeinsam aus. Tessin war der diesjährige Austragungsort. Und Tessin erlebte gutklassige Wettkämpfe. Zu den Höhepunkten gehörte auf alle Fälle das Auftreten der Perleberger Klangkörper. Der Erwachsenen-Spielmannszug durchstieß sogar die 50-Punkte-Barriere (50,85), während der Nachwuchs von Empor Perleberg diese Leistungsschwelle zur Spitzenklasse streifte (49,10). Stark verbessert präsentierten sich auch die Tessiner, die mit 47,55 Punkten eine persönliche Bestleistung aufstellten und Rostocker Bezirksmeister wurden. Kaum schwächer waren die Darbietungen von Veritas Wittenberge und Motor Stralsund.
Resultate:
ROSTOCK
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Einheit Tessin | 47,55 |
| 2. | Motor Stralsund | 45,95 |
| 3. | Motor Barth | 43,90 |
| 4. | Motor Wolgast | 40,45 |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Einheit Tessin | 35,50 |
| 2. | Motor Wolgast | 31,00 |
SCHWERIN
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Empor Perleberg | 50,85 |
| 2. | Veritas Wittenberge | 46,85 |
| 3. | Einheit Parchim | 31,65 |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Empor Perleberg | 49,10 |
| 2. | Veritas Wittenberge | 34,40 |
Bezirksmeisterschaft von Karl-Marx-Stadt
Trumpfe am Fichtelberg
Sieben Klangkörper beteiligten sich 1979 an der Karl-Marx-Städter Bezirksmeisterschaft. In diesem Jahr waren elf Kollektive nach Oberwiesenthal gekommen, um am Fichtelberg ihre Besten zu ermitteln. Und diese Quantität schlug sich erfreulicherweise auch in einer höheren Qualität nieder. Dies betrifft vor allem die Erwachsenen-Spielmannszüge aus Zwickau, Marbach-Schellenberg und Karl-Marx-Stadt sowie die Nachwuchs-Klangkörper von Aufbau bzw. Sachsenring. Das erwartet hohe Niveau bewiesen natürlich die Schalmeienbläser aus Plauen. Dies betrifft Erwachsene wie Nachwuchs gleichermaßen. Und auch bei den Fanfarenzügen weht im Bezirk ein frischer Wind. Was hier besonders Werdau anbot, läßt für die Zukunft einiges hoffen.
Resultate:
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Sachsenring Zwickau | 45,15 |
| 2. | VSG Marbach-Schellenberg | 44,30 |
| 3. | Aufbau Karl-Marx-Stadt | 42,65 |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | Aufbau Karl-Marx-Stadt | 42,05 |
| 2. | Sachsenring Zwickau | 40,10 |
| Schalmeienkapellen | ||
| 1. | Empor Plauen NW | 47,65 |
| 2. | Traktor Nauendorf | 41,85 |
| Pokalwettbewerb | ||
| 1. | Empor Plauen | |
| Fanfarenzüge | ||
| 1. | Motor Werdau | 47,65 |
| 2. | Wismut Aue | 39,75 |
| 3. | Einheit Crimmitschau | 34,90 |

