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Der Tambour/Ausgabe 1980 06: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Über das Niveau, die Ausstrahlungskraft dieser 9. DDR-Meisterschaft der Erwachsenen-Spielmannszüge im Apoldaer Städtischen Stadion lieferten allein schon die gut 3000 Zuschauer eine überzeugende Aussage: sie hielten trotz strömenden Regens bis zum Schluß aus, feierten mit Ovationen die Darbietungen der beiden führenden Klangkörper. Spielleuteherz, was willst du mehr! Nach Halles mit Perfektion und musikalischer Originalität vorgetragenem Kürprogramm („Spanischer Zigeunertanz“ und „Berliner Luft“) wollten nicht wenige schon den neuen Meister gesehen haben, zumal Dynamo auf 94,05 Punkte kam, einem Wert, der noch niemals erreicht wurde. Doch dann beschloß Union Mühlhausen den Kürnachmittag mit dem Besten, was von einem Spielmannszug in unserem Lande bislang zu hören war. Eine Darbietung, die unvergessen bleiben wird.'''
'''Über das Niveau, die Ausstrahlungskraft dieser 9. DDR-Meisterschaft der Erwachsenen-Spielmannszüge im Apoldaer Städtischen Stadion lieferten allein schon die gut 3000 Zuschauer eine überzeugende Aussage: sie hielten trotz strömenden Regens bis zum Schluß aus, feierten mit Ovationen die Darbietungen der beiden führenden Klangkörper. Spielleuteherz, was willst du mehr! Nach Halles mit Perfektion und musikalischer Originalität vorgetragenem Kürprogramm („Spanischer Zigeunertanz“ und „Berliner Luft“) wollten nicht wenige schon den neuen Meister gesehen haben, zumal Dynamo auf 94,05 Punkte kam, einem Wert, der noch niemals erreicht wurde. Doch dann beschloß Union Mühlhausen den Kürnachmittag mit dem Besten, was von einem Spielmannszug in unserem Lande bislang zu hören war. Eine Darbietung, die unvergessen bleiben wird.'''
[[Datei:DerTambour1980-6-2-1.png|mini|'''BRILLANTES BECKEN-SPIEL''' zeigte Volker Schwarz von Union.]]
[[Datei:DerTambour1980-6-2-1.png|mini|'''BRILLANTES BECKEN-SPIEL''' zeigte Volker Schwarz von Union.|359x359px]]
[[Datei:DerTambour1980-6-2-2.png|mini|'''MEISTERHAFT''' beherrschen die Flötenspieler von Union Mühlhausen ihr Instrument. Jeder für sich ist ein Solist. Nur auf solcher Grundlage sind jene glanzvollen Leistungen möglich.]]
[[Datei:DerTambour1980-6-2-2.png|mini|'''MEISTERHAFT''' beherrschen die Flötenspieler von Union Mühlhausen ihr Instrument. Jeder für sich ist ein Solist. Nur auf solcher Grundlage sind jene glanzvollen Leistungen möglich.]]
[[Datei:DerTambour1980-6-2-3.png|mini|'''DIE HÖCHSTNOTE''' zog Kampfrichter Leo Ertel für den Meister.]]
[[Datei:DerTambour1980-6-2-3.png|mini|'''DIE HÖCHSTNOTE''' zog Kampfrichter Leo Ertel für den Meister.|361x361px]]
Union hatte den Sirius-Marsch aus dem Programm genommen und die Mühlhausener Kürschau mit dem Knüller des Vorjahres, der My Fair Lady, eingeleitet. Und dies garniert mit verblüffenden Effekten der Trommler, Flöter, Lyraspieler und des Mannes am Becken (Volker Schwarz). Da ließ man sich eine Menge einfallen, ging die Originalität in keiner Phase auf Kosten der Exaktheit, der Synchronität der Bewegungsabläufe. Also nicht nur ein Genuß für das Ohr, sondern auch für das Auge.
Union hatte den Sirius-Marsch aus dem Programm genommen und die Mühlhausener Kürschau mit dem Knüller des Vorjahres, der My Fair Lady, eingeleitet. Und dies garniert mit verblüffenden Effekten der Trommler, Flöter, Lyraspieler und des Mannes am Becken (Volker Schwarz). Da ließ man sich eine Menge einfallen, ging die Originalität in keiner Phase auf Kosten der Exaktheit, der Synchronität der Bewegungsabläufe. Also nicht nur ein Genuß für das Ohr, sondern auch für das Auge.


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== Seite 3 ==
== Seite 3 ==
=== Die DDR-Meisterschaft 1980 der Erwachsenen-Spielmannszüge in Wort und Bild ===
==== RENDEZVOUS ====
'''mit Sabine Robst (Chemie TW Geraberg)'''
[[Datei:DerTambour1980-6-3-1.png|mini|344x344px]]
Seit 1968 gehört die 18jährige Flötistin Sabine Robst zu den Geraberger Spielleuten. Mit Respekt sprechen alle von ihrem musikalischen Können, ihrer Einsatzbereitschaft und Vorbildwirkung. Unmittelbar vor den DDR-Meisterschaften bestand Sabine in Ilmenau das Abitur mit Auszeichnung.
* '''Nach der glanzvollen Reifeprüfung nun der Ärger mit der Disqualifikation hier in Apolda, die mit dem Abstieg aus der Sonderklasse gleichbedeutend ist.'''
„Wir können es auch noch nicht fassen, daß durch Versäumnisse oder Unkenntnis verdienstvoller Funktionäre die Arbeit eines ganzen Jahres zunichte gemacht wird. Aber was nützt das Lamentieren, wir müssen eben die richtigen Lehren daraus ziehen und im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen.“
* '''Sportlich hättet ihr ja die Klasse gehalten...'''
„Aber auch nur geradeso. Dies allein ist Signal genug, um unsere Trainingsgestaltung zu überdenken. Einmal wöchentlich reicht einfach nicht mehr aus, wenn man das Niveau der Sonderklasse auf Dauer halten möchte. Sicherlich muß auch die Übungsstunde selbst effektiver genutzt werden, ist hier die Disziplin nicht immer die beste.“
* '''Wie geht es nun mit Sabine weiter?'''
„Ich studiere ab September an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Pädagogik. Oberstufenlehrer für Mathematik und Geographie ist mein Ziel.“
* '''Und was wird mit dem Spiel-„mann“ Sabine Robst?'''
„Natürlich bleibe ich meinem Zug treu und nutze jeden Urlaub, um mit der Truppe zu trainieren. Beim neuen Anlauf und vor allem 1983 beim Sportfest in Leipzig möchte ich auf alle Fälle dabei sein.“
[[Datei:DerTambour1980-6-3-2.png|mini|'''DYNAMO HALLE''' steigerte sich erneut, obwohl es „nur“ zum zweiten Platz hinter Union Mühlhausen reichte.]]
'''G. G.'''
{| class="wikitable"
|- style="vertical-align:top"
! colspan="3" |
!Pflicht
!Kür
!Straf-<br />skala
!Schwierig-<br />keits-<br />grad
|-
|'''1.'''
|'''Union Mühlhausen'''
|'''95,30'''
|'''37,15'''
|'''38,65'''
|'''10,0'''
|'''9,50'''
|-
|'''2.'''
|'''Dynamo Halle'''
|'''94,05'''
|'''36,70'''
|'''38,15'''
|'''10,0'''
|'''9,20'''
|-
|'''3.'''
|'''Lok Mühlhausen'''
|'''87,60'''
|'''35,00'''
|'''35,80'''
|'''9,0'''
|'''7,80'''
|-
|'''4.'''
|'''MK Ziegelrode'''
|'''85,00'''
|'''33,15'''
|'''34,35'''
|'''10,0'''
|'''7,50'''
|-
|'''5.'''
|'''Traktor Zabeltitz'''
|'''84,90'''
|'''33,85'''
|'''33,05'''
|'''10,0'''
|'''8,00'''
|-
|'''6.'''
|'''SG Oberlichtenau'''
|'''83,45'''
|'''33,10'''
|'''33,35'''
|'''10,0'''
|'''7,00'''
|-
|'''7.'''
|'''Baukema Aschersleben'''
|'''81,90'''
|'''32,85'''
|'''32,15'''
|'''10,0'''
|'''6,90'''
|-
|'''8.'''
|'''Sachs. Mühlhausen'''
|'''81.25'''
|'''34,20'''
|'''34,95'''
|'''6,0'''
|'''6,10'''
|-
|'''9.'''
|'''TSG Lübbenau'''
|'''79,25'''
|'''31,95'''
|'''30,30'''
|'''10,0'''
|'''7,00'''
|-
|'''10.'''
|'''Stahl Brandenburg'''
|'''77,55'''
|'''32,30'''
|'''28,30'''
|'''9,50'''
|'''7,40'''
|-
|'''11.'''
|'''Chem. TW Geraberg'''
|'''69,65'''
|'''32,30'''
|'''29,75'''
|'''0'''
|'''7,60'''
|}
'''Anmerkung:''' Chemie TW Geraberg wurde. disqualifiziert. Von Sachsensiedlung Mühlhausen und Chemie TW Geraberg liegen Proteste vor, die von der Rechtskommission erst noch behandelt werden müssen.
==== „Trompeten“ wären besser gewesen ====
'''Ullrich Brahmann, MK Ziegelrode,''' Hornist, 22. Jahre, Schmelzer im Dreischichtbetrieb: „Der Pflichtmarsch ‚Vereinte Kräfte‘ lag uns nicht besonders, die ‚Goldenen Trompeten‘ wären uns lieber gewesen. So enteilte Lok Mühlhausen zu sehr, da war in der Kür nichts mehr wettzumachen, die Bronzemedaille ging verdient an Lok. Mir imponierte die Leistung von Union und Dynamo Halle, da wurden Maßstäbe für die Spielmannszüge gesetzt. Aber auch in unserem Zug gab es herausragende Leistungen, wenn ich allein an die 3. Stimme der Flöten, Gerhard Hepach und Steffen Zobel, oder die 2. Stimme bei den Trommlern denke. Die 1. und 2. Flöten-Stimmen hingegen haben noch Reserven.“
==== Die Aisha bleibt im Programm ====
'''Anita Wünsche, TSG Lübbenau,''' Flötistin, 18 Jahre, Baufacharbeiter: „Als Neuling stand für uns nur der Klassenerhalt zur Debatte, der schwer genug gefallen ist. Der Unterschied zwischen Leistungsklasse I und der Sonderklasse ist größer geworden, da spürt man doch, daß die besten Kollektive mehr trainieren. Nach bestandener Facharbeiterprüfung (mit „sehr gut“! die Redaktion) und dem Abschneiden hier auf alle Fälle ein gutes Jahr für mich. 1981 wollen wir an solche Kollektive wie Zabeltitz oder Oberlichtenau herankommen, das haben wir uns fest vorgenommen. Den Kürmarsch Aisha, der in Apolda gut ankam, werden wir beibehalten und möglichst perfektionieren.“
==== Kompliment dem Kontrahenten ====
'''Gerhard Müller, Dynamo Halle,''' Übungsleiter, 28 Jahre Elektromaschinenbauer: „Mein Kompliment den Freunden von Union Mühlhausen, die eine blendende Kür boten und verdient gewannen. Auch wir sind mit unserer Leistung rundum zufrieden, die schließlich vom Kampfgericht hoch bewertet wurde. Zufrieden besonders deshalb, weil wir unseren Klangkörper erheblich verjüngten, etwa 30 Prozent ‚Neue‘ im Zug hatten. Daß einige Voreilige uns vor dem Auftritt von Union beglückwünschen wollten, beweist, daß unser Programm dem Publikum ebenfalls sehr gut gefiel. Mit dem ‚Spanischen Zigeunertanz, und der ‚Berliner Luft‘ haben wir zweifellos einen guten Griff getan.“
==== Das Publikum imponierte allen ====
'''Matthias Zajicek, SG Oberlichtenau,''' Flötist, 22 Jahre, Steinmetz: „Ich bin seit elf Jahren dabei und habe mit dem Nachwuchszug schon drei Meisterschaftsmedaillen gewonnen, aber dieser sechste Platz bei den Erwachsenen ist wohl der schönste Erfolg bisher. Gegenüber dem Vorjahr haben wir uns erheblich gesteigert, so daß die Kür fast mit zwei Punkten und die Pflicht sogar mit nahezu drei Punkten höher bewertet wurde. Das freute uns natürlich alle und wird Ansporn für die nächsten Aufgaben sein. Großartig auch das Apoldaer Publikum, das trotz Regens aushielt und die Leistung jedes Klangkörpers mit Beifall würdigte. Eine Meisterschaft, die lange nachwirken wird.“


== Seite 4 ==
== Seite 4 ==
'''DDR-Meisterschaft 1980 der Nachwuchs-Spielmannszüge in Osterfeld'''
=== Mit „Sonne im Herzen„ nun zum sechsten Meistertitel ===
'''Souveräner alter und neuer Meister: Union Mühlhausen / Dynamo Halle „Vize“'''
'''Zwei Mannschaften nannte man immer wieder, wenn nach den Favoriten für den Meisterthron gefragt wurde: Union Mühlhausen und Dynamo Halle. Der 79er Titelkampf in Freital war bei allen noch in lebhafter Erinnerung, als sich diese beiden Klangkörper einen nahezu ausgeglichenen Kampf lieferten, den vor Jahresfrist die glücklicheren Mühlhausener mit 1,6 Punkten Vorsprung für sich entschieden hatten. In Freital gab das schwierigere Programm für Union den Ausschlag, nachdem die Hallenser Pflichtbester geworden waren und auch in der Kür die höheren Noten zu sehen bekamen. Der Zweikampf für 1980 schien gewissermaßen vorprogrammiert. Doch dann kam es doch ein wenig anders. In Halle hatte man nahezu einen neuen Klangkörper aufgebaut, der bereits in der Pflicht mit über drei Punkten Rückstand den Kontakt zu Mühlhausen verlor. Damit war die Meisterschaft praktisch schon entschieden, obwohl Halle eine anspruchsvolle, beim Publikum gut ankommende Kür bot. Ja, Dynamo hatte sogar das schwierigere Programm einstudiert und viel Beifall kassiert.'''
Was soll man an Union Mühlhausen mehr bewundern? Das exakte Spiel der von Ulli Wiedenroth hervorragend vorbereiteten Jungen und Mädchen? Den für Spielleute dieses Alters ungewöhnlichen Ausbildungsstand? Sei es wie es sei, in der Thomas-Müntzer-Stadt leistet man nun schon seit vielen Jahren eine für die gesamte Spielleutebewegung vorbildliche Nachwuchsarbeit. Der fünfte Titelgewinn in ununterbrochener Folge, der sechste insgesamt, ist sichtbarer Ausdruck dafür. So kam der Pflichttitel die „Lustigen Turner“ wie bei keinem anderen Kollektiv. Mit „Sonne im Herzen“ setzte Union dann auch gemeinsam mit den Hallensern (American Patrol) die Glanzlichter in der Kür. Viel Beifall für gelungene Kürdarbietungen erhielten auch Baukema Aschersleben (San Lorenzo), Stahl Freital (Koline), Chemie PCK Schwedt (Abschied der Gladiatoren) und Lok Mühlhausen (Rosamunde).
Neben dem alten und neuen Meister scheint man vor allem in Aschersleben und bei Unions Ortsnachbarn Lok vorangekommen zu sein. Die Bronzemedaillen für Baukema gerieten nie in Gefahr, ja in der Pflicht hatten die Ascherslebener hinter Union Mühlhausen sogar die besten Noten bekommen. Sonderklassen-Neuling Lok Mühlhausen, nur äußerst knapp vor Kleinröhrsdorf in die höchste Spielklasse gelangt, steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um fast acht Punkte. Dies brachte den fünften Platz ein.
Mit Traktor Pritzwalk muß ein traditionsreicher Nachwuchszug die Sonderklasse verlassen, der das Niveau in diesen Genres maßgeblich mitbestimmt hat. Die Pritzwalker waren bei allen DDR-Meisterschaften niemals schlechter als auf den fünften Rang plaziert und hatten 1974 beim ersten offiziellen Titelkampf sogar die Goldmedaille gewonnen. Hoffentlich zieht man in Pritzwalk aus dem schwachen Abschneiden dieses Jahres die richtigen Konsequenzen und geht gut vorbereitet in das Aufstiegsturnier 1981.
[[Datei:DerTambour1980-6-4-1.png|mini|'''ZUR ABSOLUTEN SPITZE IN UNSEREM LAND''' gehören bei den Spielmannszügen der Erwachsenen- (unser Bild) und .der Nachwuchs-Klangkörper von Lok Mühlhausen.]]
==== DDR-Meisterschaft 1980 Spielmannszüge Nachwuchs ====
{| class="wikitable"
|- style="vertical-align:top"
! colspan="3" |
!Pflicht
!Kür
!Straf-<br />skala
!Schwierig-<br />keits-<br />grad
|-
|'''1.'''
|'''Union Mühlhausen'''
|'''88,70'''
|'''34,15'''
|'''37,35'''
|'''10,0'''
|'''7,20'''
|-
|'''2.'''
|'''Dynamo Halle'''
|'''85,05'''
|'''30,85'''
|'''36,80'''
|'''10,0'''
|'''7,40'''
|-
|'''3.'''
|'''Baukema Aschersleb.'''
|'''83,45'''
|'''30,90'''
|'''35,35'''
|'''10,0'''
|'''7,20'''
|-
|'''4.'''
|'''Chemie PCK Schwedt'''
|'''80,70'''
|'''29,20'''
|'''34,50'''
|'''10,0'''
|'''7,00'''
|-
|'''5.'''
|'''Lok Mühlhausen'''
|'''80,25'''
|'''30,55'''
|'''34,30'''
|'''10,0'''
|'''5,40'''
|-
|'''6.'''
|'''Stahl Freital'''
|'''80,10'''
|'''29,70'''
|'''35,00'''
|'''10,0'''
|'''5,40'''
|-
|'''7.'''
|'''TSG Lübbenau'''
|'''79,30'''
|'''30,60'''
|'''33,30'''
|'''10,0'''
|'''5,40'''
|-
|'''8.'''
|'''Stahl Brandenburg'''
|'''76,45'''
|'''28,80'''
|'''32,65'''
|'''9,0'''
|'''6,00'''
|-
|'''9.'''
|'''Traktor Pritzwalk'''
|'''75,05'''
|'''27,55'''
|'''31,90'''
|'''9,0'''
|'''6,60'''
|}
'''Ulli Wiedenroth, der 37jährige Bauingenieur, Leiter und zugleich verantwortlicher Übungsleiter des Nachwuchszuges von Union Mühlhausen, gewährte uns dieses Gespräch nach der DDR-Meisterschaft der Nachwuchs-Spielmannszüge.'''
* '''Vor Jahresfrist bezeichnete man die Freitaler Meisterschaften als jene mit dem höchsten Niveau. Wie fällt das Urteil jetzt nach Osterfeld aus?'''
„Osterfeld brachte seine weitere Steigerung. Dies bezieht sich auf die Spitzenkollektive und auf jene, die sich hinter Union und Halle um die Plätze drängen. Aschersleben sei hier genannt, Schwedt, Freital und besonders Neuling Lok Mühlhausen. Das Niveau im Nachwuchsbereich wird tatsächlich von Jahr zu Jahr besser.“
* '''Beim alten und neuen Meister ist man mit der Schwierigkeit etwas zurückgegangen. Welche Überlegungen führten dazu?'''
„Es ist wenig sinnvoll, die jungen, erst kurze Zeit aktiven Spielleute sofort an Höchstschwierigkeiten heranzuführen. Dies treibt die Fehlerquelle unvertretbar hoch. Uns kommt es darauf an, die Jungen und Mädchen in musikalisch-technischer Hinsicht solide auszubilden, damit sie nahtlos in die Erwachsenen-Kollektive hinüberwachsen können.“
* '''Wo sieht man in Mühlhausen trotz allem noch Reserven?'''
„Die liegen in der effektiveren Ausnutzung der Übungsstunden und der Fähigkeit der Übungsleiter, die Zehn-, Elf- oder Zwölfjährigen für mehr und intensiveres Training zu begeistern. Vor allem das individuelle Training zu Hause muß forciert werden.”
* '''Wer sind denn die „alten Hasen“ im Klangkörper des DDR-Meisters?'''
„Die 13jährige Loretta Sieg und Gabriele Pech sowie der 14jährige Trommler Jens Bardelle, um nur einige zu nennen. Sie sind schon vier Jahre dabei.”
* '''Wer hat vor allem Anteil am Wachsen und Gedeihen des Union-Zuges?'''
„Da haben zahlreiche Funktionäre und Übungsleiter Anteil. Rolf Melle, Rolf Lorenz, Kerstin Zeng, Petra Mundin, Silvia Heller, Jochen Bohla, Michael Löwe und andere.“
* '''Wie und wo holt Union seinen Nachwuchs?'''
„Mühlhausen hat 13 Schulen, die ein unerschöpfliches Reservoir für die Spielleute darstellen. Jährlich nehmen wir etwa 20 Neue in unseren Nachwuchszug auf.“


== Seite 5 ==
== Seite 5 ==
'''Aufstiegsturnier 1980 der Nachwuchsspielmannszüge'''
=== Zwei Absteiger kehren ins „Oberhaus“ zurück ===
'''Chemie TW Geraberg und Empor Perleberg triumphierten'''
[[Datei:DerTambour1980-6-5-1.png|mini|'''DER FREITALER NACHWUCHS''' setzt sich immer besser in Szene. Die Mädchen bezwangen alle Erwachsenen-Spielmannszüge ihres Bezirkes, der „gemischte Zug“ wurde sechster bei den DDR-Meisterschaften.]]
'''Die von Jahr zu Jahr immer besseren Leistungen unserer jüngsten Spielleute bewiesen auch die Klangkörper der Leistungsklasse I in ihrem Osterfelder Aufstiegsturnier. Natürlich differenziert zur Sonderklasse. Aber was die Jungen und Mädchen an musikalisch-technischem Können anboten, wie die Flöter grifftechnisch bereits ihr Instrument beherrschen und auch beim Anblasen sofort die vollen Töne bringen, verrät die Fortschritte, die gerade in der Ausbildung des Nachwuchses erreicht wurden. Und dies nicht nur bei den führenden Kollektiven.'''
Am Ende dieser gelungenen Veranstaltung hatten sich mit Chemie TW Geraberg und Empor Perleberg Klangkörper durchgesetzt, die im Vorjahr die höchste Klasse verlassen mußten und nun auf Anhieb die Rückkehr in die Sonderklasse schafften. Sicht man von den Gerabergern einmal ab, die bereits nach der Pflicht eindeutig in Front lagen, konnten sich vor dem entscheidenden Kürvortrag mit Perleberg, Robotron Radeberg, Sachsensiedlung Mühlhausen und Aufbau Brandenburg noch vier Kollektive berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Aufstiegsplatz machen. Sie lagen insgesamt nur 1,4 Punkte auseinander, die ja für die Kür alles offen ließen.
Die Brandenburger mußten sich als erste aus diesem Quartett dem Kampfgericht stellen. Doch der erfahrene Klangkörper, immerhin gehörte man im Vorjahr noch zur Sonderklasse, zeigte „Nerven“ und beging unnötige Fehler. 29,15 Kür-Punkte brachten Brandenburg noch hinter die Oberlichtenauer (32,30), die nach der Pflicht (22,80) aussichtslos auf dem achten Platz eingekommen waren.


Sachsensiedlung setzte dann den ersten Höhepunkt, doch für den Aufstieg reichte es schließlich auch nicht, da der niedrige Schwierigkeitsgrad (mit 4,0 der schwächste des gesamten Feldes) nicht die erforderlichen Zähler brachte. Die Radeberger haderten auch etwas mit ihrem Vortrag, der sie deutlich hinter den Gerabergern und Perlebergern plazierte.
Es fällt ja nicht leicht, die einzelnen Kollektive von Jahr zu Jahr richtig einzuordnen, da in unterschiedlicher Weise die Jungen und Mädchen zu den jeweiligen Erwachsenen-Klangkörpern aufrücken. So gibt es Spielmannszüge mit einem völlig „neuem Gesicht“, die mit dem Klangkörper des Vorjahres, der die Einstufung sicherte, oft nur den Namen gemeinsam haben. Umso anerkennenswerter ist es, was die vielen fleißigen Übungsleiter in einem knappen Jahr mit den Neulingen erreichen.
'''G. G.'''[[Datei:DerTambour1980-6-5-2.png|mini]]
==== Aufstiegsturnier 1980 Spielmannszüge Nachwuchs ====
{| class="wikitable"
|- style="vertical-align:top"
! colspan="3" |
!Pflicht
!Kür
!Straf-<br />skala
!Schwierig-<br />keits-<br />grad
|-
|'''1.'''
|'''Chem. TW Geraberg'''
|'''79,45'''
|'''27,40'''
|'''34,85'''
|'''10,0'''
|'''7,20'''
|-
|'''2.'''
|'''Empor Perleberg'''
|'''76,30'''
|'''25,80'''
|'''34,50'''
|'''10,0'''
|'''6,00'''
|-
|'''3.'''
|'''Sachs. Mühlhausen'''
|'''72,80'''
|'''24,80'''
|'''34,00'''
|'''10,0'''
|'''4,00'''
|-
|'''4.'''
|'''Robotron Radeberg'''
|'''72,75'''
|'''25,60'''
|'''31,95'''
|'''10,0'''
|'''5,20'''
|-
|'''5.'''
|'''SG Oberlichtenau'''
|'''69,90'''
|'''22,80'''
|'''32,30'''
|'''10,0'''
|'''4,80'''
|-
|'''6.'''
|'''Aufbau Brandenburg'''
|'''67,95'''
|'''24,40'''
|'''29,15'''
|'''10,0'''
|'''4,40'''
|-
|'''7.'''
|'''SG Großdrebnitz'''
|'''67,85'''
|'''23,10'''
|'''30,35'''
|'''10,0'''
|'''4,40'''
|-
|'''8.'''
|'''Tiefbau Eberswalde'''
|'''66,75'''
|'''23,35'''
|'''27,70'''
|'''10,0'''
|'''5,20'''
|-
|'''9.'''
|'''Stahl Hettstedt'''
|'''63,75'''
|'''22,35'''
|'''26,40'''
|'''10,0'''
|'''5,00'''
|-
|'''10.'''
|'''Aufb. Elbe Magdeb.'''
|'''62,95'''
|'''21,80'''
|'''26,75'''
|'''10,0'''
|'''4,40'''
|-
|'''11.'''
|'''Chemie Rodleben'''
|'''61,75'''
|'''19,75'''
|'''26,40'''
|'''10,0'''
|'''5,60'''
|}
== Seite 6 ==
== Seite 6 ==
'''Bezirksmeisterschaft von Leipzig'''
=== Lumpzig richtete Fest der Spielleute aus ===
'''700 Spielleute in 23 Klangkörpern am Start'''
[[Datei:DerTambour1980-6-6-1.png|mini|'''SPÜRBARE FORTSCHRITTE''' bewiesen die Spielleute von Einheit Mutzschen bei den Leipziger Bezirksmeisterschaften.]]
'''Die Leipziger Bezirksmeisterschaft wurde nach Lumpzig vergeben. Dies sollte eine Ehrung sein für das 100jährige Jubiläum, das der Klangkörper von Traktor  Lumpzig feierte. Und man hatte mit dieser Entscheidung einen überaus glücklichen Griff getan, denn die Lumpziger organisierten ein regelrechtes Spielleutefest, das noch lange in Erinnerung der 23 Klangkörper bleiben wird.'''
„Meine Anerkennung dem Gastgeber und seinen vielen fleißigen Helfern aus dem Kreis Schmölln“, lobte Rainer Eidenschink, Leiter des Sektors Spielleute beim DTSB-Bundesvorstand, die Einsatzbereitschaft der Organisatoren. Erfreulicherweise entsprachen auch die musikalisch-technischen Leistungen der Spielleute dem würdigen Rahmen.
Bei den Erwachsenen-Spielmannszügen verteidigte Einheit Mutzschen seinen Titel mit Erfolg. Dabei verbesserte sich der Klangkörper gegenüber dem Vorjahr um nahezu drei Punkte. Beachtliche Fortschritte wiesen auch Haselbach und Motor Altenburg nach. Die beiden Kollektive der Leistungsklasse III ließen die höher eingestuften Züge aus Süptitz, Taucha und Wurzen eindeutig hinter sich.
Den spürbarsten Niveauanstieg gab es bei den Nachwuchs-Spielmannszügen. Im Vorjahr hatte hier Motor Altenburg mit 39,75 Punkten den Bezirksmeistertitel gewonnen. Diese Punktzahl wäre 1980 bestenfalls für Platz vier ausreichend gewesen, da die Altenburger selbst, aber auch Lumpzig (nur allgemeine Klasse!) und die 4. POS Torgau erheblich höhere Werte erzielten. Bemerkenswert, daß Einheit Wurzen zwei Klangkörper in den Wettkampf schickte und auch bei den Erwachsenen mit einem Zug vertreten war. Dies spricht für die Popularität der Spielleute in Wurzen, aber auch für kontinuierliche Ausbildung.
Ein besonderer Höhepunkt wurde die Darbietung des DDR-Meisters der Schalmeienkapellen, der BSG Vorwärts Zinna.


== Seite 7 ==
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== Seite 8 ==
== Seite 8 ==

Aktuelle Version vom 29. Juli 2026, 14:57 Uhr

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Die Ausgabe 06/1980 des Mitteilungsblattes der tambour erschien im Juni 1980.

Der Originaltext der 8 Seiten:

Nummer 6 1980
Nummer: 6/80
Erschienen: Juni 1980
Jahrgang: 13
Seiten: 8
Original-Ausgabe als PDF herunterladen
Zur Übersicht aller Ausgaben


Seite 1

HEUTE AUF SEITE

2 Zweimal Traumnote für glanzvolle Mühlhausener Kür
4 Mit „Sonne im Herzen“ zum sechsten Titel
5 Zwei Absteiger kehren ins „Oberhaus“ zurück
TROTZ REGENS hielten über 3000 begeisterte Zuschauer bis zum Schluß der DDR-Meisterschaft SZ/E durch. Auch die Ziegelroder Schlachtenbummler.
DIE STABFÜHRER der Medaillenträger bei den DDR Titelkämpfen der Erwachsenen-Spielmannszüge nehmen die Ehrungen für ihre Kollektive entgegen.

Seite 2

Zweimal die Traumnote für glanzvolle Union-Kür

Union Mühlhausen mit attraktiver Kür voller Höchstschwierigkeiten / Über 3000 Zuschauer spendeten Szenenapplaus / Auch Begeisterung für Vizemeister Dynamo Halle

Über das Niveau, die Ausstrahlungskraft dieser 9. DDR-Meisterschaft der Erwachsenen-Spielmannszüge im Apoldaer Städtischen Stadion lieferten allein schon die gut 3000 Zuschauer eine überzeugende Aussage: sie hielten trotz strömenden Regens bis zum Schluß aus, feierten mit Ovationen die Darbietungen der beiden führenden Klangkörper. Spielleuteherz, was willst du mehr! Nach Halles mit Perfektion und musikalischer Originalität vorgetragenem Kürprogramm („Spanischer Zigeunertanz“ und „Berliner Luft“) wollten nicht wenige schon den neuen Meister gesehen haben, zumal Dynamo auf 94,05 Punkte kam, einem Wert, der noch niemals erreicht wurde. Doch dann beschloß Union Mühlhausen den Kürnachmittag mit dem Besten, was von einem Spielmannszug in unserem Lande bislang zu hören war. Eine Darbietung, die unvergessen bleiben wird.

BRILLANTES BECKEN-SPIEL zeigte Volker Schwarz von Union.
MEISTERHAFT beherrschen die Flötenspieler von Union Mühlhausen ihr Instrument. Jeder für sich ist ein Solist. Nur auf solcher Grundlage sind jene glanzvollen Leistungen möglich.
DIE HÖCHSTNOTE zog Kampfrichter Leo Ertel für den Meister.

Union hatte den Sirius-Marsch aus dem Programm genommen und die Mühlhausener Kürschau mit dem Knüller des Vorjahres, der My Fair Lady, eingeleitet. Und dies garniert mit verblüffenden Effekten der Trommler, Flöter, Lyraspieler und des Mannes am Becken (Volker Schwarz). Da ließ man sich eine Menge einfallen, ging die Originalität in keiner Phase auf Kosten der Exaktheit, der Synchronität der Bewegungsabläufe. Also nicht nur ein Genuß für das Ohr, sondern auch für das Auge.

Und dann die Premiere des zweiten Kürtitels, Sound ‘80 genannt. Ein Potpourri moderner Rhythmen, Ohrwürmer aus den Diskotheken. Wer dies so gekonnt zu spielen versteht, muß ein Kollektiv perfekter Solisten aufbieten können. Union Mühlhausen vermochte das. Die Dakapowünsche des begeisterten Publikums waren nur zu verständlich. Sonderbeifall dann für die Bewertung, als im Hauptpunkt I, dem Spiel der ersten Flöte und der Mehrstimmigkeit sowie im Hauptpunkt II, dem richtigen und sauberen Spiel, Variation und Lyren, jeweils einmal die Traumnote 10,0 gezogen wurde (vom Potsdamer Kampfrichter Leo Ertel).

Zu Mühlhausen gibt es noch mehr zu sagen. Lok plazierte sich nach 1978 (Bronze) wiederum auf einen Medaillenplatz. Dabei fiel nicht nur der Leistungszuwachs dieses Kollektives auf, sondern auch die perfekten Arrangements des Fatinitza Marsches und der Brneska Polka. Die Gesamtpunktzahl von 87,60 ist persönliche Bestleistung des Klangkörpers. Den Triumph der Spielleute aus der Thomas-Müntzer-Stadt hätte beinahe Neuling Sachsensiedlung komplettiert. Indes vier Punkte Abzug in der Strafskala (wegen nicht eingetragener Berufe in acht Ausweisen) ließ die Freunde von der Sachsensiedlung vom vierten auf den achten Rang zurückfallen.

Am sehr guten Gesamteindruck dieser Titelkämpfe, die der Spielmannsmusik neue Wege wies, haben auch die Kollektive aus Ziegelrode, Oberlichtenau, Zabeltitz, Aschersleben, Lübbenau, Brandenburg und Geraberg ihren Anteil. Die Geraberger, die nicht auf dem Sportplatz, sondern am grünen Tisch (siehe nebenstehenden Kommentar) unterlagen, sollten zuversichtlich neuen Anlauf nehmen. Und dann vielleicht auch mit einem Tambourstab, statt des einfach nicht mehr in die Landschaft passenden Dirigentenstabes.

GÜNTHER GIESSLER

Mißklang

Disqualifikation ist für den Betroffenen immer bitter. Und dies umsomehr, wenn sie ein traditionsreiches, überall geachtetes Kollektiv betrifft. In Apolda war dies so. Der Erwachsenen-Spielmannszug von Chemie TW Geraberg mußte disqualifiziert werden, weil die Geraberger Ausweise nicht der Wettkampfordnung entsprachen. Zum Sachverhalt. Während einer Anleitung der BFA-Vorsitzenden am 20. März 1980 in Berlin wurde eine Änderung der Wettkampfordnung bekanntgegeben, die Eintragungen in die Sportausweise betrifft. Der BFA Suhl war in dieser Beratung durch einen Vertreter des BFA-Vorsitzenden präsent. Die beschlossene WKO-Änderung ist aber weder beim BFA-Vorsitzenden, noch bei den Kollektiven des Bezirkes „angekommen“. So reisten die Geraberger mit unvollständigen Ausweisen zur DDR-Meisterschaft und mußten der Wettkampfordnung entsprechend disqualifiziert werden, was mit dem Abstieg zur Leistungsklasse I gleichbedeutend ist. Ohne Zweifel ein bedauerlicher Mißklang. Leidtragende sind viele Jungen und Mädchen, die sich ein Jahr lang intensiv auf diese Meisterschaft vorbereiteten. Doch wenn wir die WKO nicht einhalten, brauchen wir uns solch ein Regelwerk zur reibungslosen Durchführung unserer Wettkämpfe nicht zu schaffen. So hart es für die Geraberger auch ist.

G.G.

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Die DDR-Meisterschaft 1980 der Erwachsenen-Spielmannszüge in Wort und Bild

RENDEZVOUS

mit Sabine Robst (Chemie TW Geraberg)

Seit 1968 gehört die 18jährige Flötistin Sabine Robst zu den Geraberger Spielleuten. Mit Respekt sprechen alle von ihrem musikalischen Können, ihrer Einsatzbereitschaft und Vorbildwirkung. Unmittelbar vor den DDR-Meisterschaften bestand Sabine in Ilmenau das Abitur mit Auszeichnung.

  • Nach der glanzvollen Reifeprüfung nun der Ärger mit der Disqualifikation hier in Apolda, die mit dem Abstieg aus der Sonderklasse gleichbedeutend ist.

„Wir können es auch noch nicht fassen, daß durch Versäumnisse oder Unkenntnis verdienstvoller Funktionäre die Arbeit eines ganzen Jahres zunichte gemacht wird. Aber was nützt das Lamentieren, wir müssen eben die richtigen Lehren daraus ziehen und im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen.“

  • Sportlich hättet ihr ja die Klasse gehalten...

„Aber auch nur geradeso. Dies allein ist Signal genug, um unsere Trainingsgestaltung zu überdenken. Einmal wöchentlich reicht einfach nicht mehr aus, wenn man das Niveau der Sonderklasse auf Dauer halten möchte. Sicherlich muß auch die Übungsstunde selbst effektiver genutzt werden, ist hier die Disziplin nicht immer die beste.“

  • Wie geht es nun mit Sabine weiter?

„Ich studiere ab September an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Pädagogik. Oberstufenlehrer für Mathematik und Geographie ist mein Ziel.“

  • Und was wird mit dem Spiel-„mann“ Sabine Robst?

„Natürlich bleibe ich meinem Zug treu und nutze jeden Urlaub, um mit der Truppe zu trainieren. Beim neuen Anlauf und vor allem 1983 beim Sportfest in Leipzig möchte ich auf alle Fälle dabei sein.“

DYNAMO HALLE steigerte sich erneut, obwohl es „nur“ zum zweiten Platz hinter Union Mühlhausen reichte.

G. G.

Pflicht Kür Straf-
skala
Schwierig-
keits-
grad
1. Union Mühlhausen 95,30 37,15 38,65 10,0 9,50
2. Dynamo Halle 94,05 36,70 38,15 10,0 9,20
3. Lok Mühlhausen 87,60 35,00 35,80 9,0 7,80
4. MK Ziegelrode 85,00 33,15 34,35 10,0 7,50
5. Traktor Zabeltitz 84,90 33,85 33,05 10,0 8,00
6. SG Oberlichtenau 83,45 33,10 33,35 10,0 7,00
7. Baukema Aschersleben 81,90 32,85 32,15 10,0 6,90
8. Sachs. Mühlhausen 81.25 34,20 34,95 6,0 6,10
9. TSG Lübbenau 79,25 31,95 30,30 10,0 7,00
10. Stahl Brandenburg 77,55 32,30 28,30 9,50 7,40
11. Chem. TW Geraberg 69,65 32,30 29,75 0 7,60

Anmerkung: Chemie TW Geraberg wurde. disqualifiziert. Von Sachsensiedlung Mühlhausen und Chemie TW Geraberg liegen Proteste vor, die von der Rechtskommission erst noch behandelt werden müssen.

„Trompeten“ wären besser gewesen

Ullrich Brahmann, MK Ziegelrode, Hornist, 22. Jahre, Schmelzer im Dreischichtbetrieb: „Der Pflichtmarsch ‚Vereinte Kräfte‘ lag uns nicht besonders, die ‚Goldenen Trompeten‘ wären uns lieber gewesen. So enteilte Lok Mühlhausen zu sehr, da war in der Kür nichts mehr wettzumachen, die Bronzemedaille ging verdient an Lok. Mir imponierte die Leistung von Union und Dynamo Halle, da wurden Maßstäbe für die Spielmannszüge gesetzt. Aber auch in unserem Zug gab es herausragende Leistungen, wenn ich allein an die 3. Stimme der Flöten, Gerhard Hepach und Steffen Zobel, oder die 2. Stimme bei den Trommlern denke. Die 1. und 2. Flöten-Stimmen hingegen haben noch Reserven.“

Die Aisha bleibt im Programm

Anita Wünsche, TSG Lübbenau, Flötistin, 18 Jahre, Baufacharbeiter: „Als Neuling stand für uns nur der Klassenerhalt zur Debatte, der schwer genug gefallen ist. Der Unterschied zwischen Leistungsklasse I und der Sonderklasse ist größer geworden, da spürt man doch, daß die besten Kollektive mehr trainieren. Nach bestandener Facharbeiterprüfung (mit „sehr gut“! die Redaktion) und dem Abschneiden hier auf alle Fälle ein gutes Jahr für mich. 1981 wollen wir an solche Kollektive wie Zabeltitz oder Oberlichtenau herankommen, das haben wir uns fest vorgenommen. Den Kürmarsch Aisha, der in Apolda gut ankam, werden wir beibehalten und möglichst perfektionieren.“

Kompliment dem Kontrahenten

Gerhard Müller, Dynamo Halle, Übungsleiter, 28 Jahre Elektromaschinenbauer: „Mein Kompliment den Freunden von Union Mühlhausen, die eine blendende Kür boten und verdient gewannen. Auch wir sind mit unserer Leistung rundum zufrieden, die schließlich vom Kampfgericht hoch bewertet wurde. Zufrieden besonders deshalb, weil wir unseren Klangkörper erheblich verjüngten, etwa 30 Prozent ‚Neue‘ im Zug hatten. Daß einige Voreilige uns vor dem Auftritt von Union beglückwünschen wollten, beweist, daß unser Programm dem Publikum ebenfalls sehr gut gefiel. Mit dem ‚Spanischen Zigeunertanz, und der ‚Berliner Luft‘ haben wir zweifellos einen guten Griff getan.“

Das Publikum imponierte allen

Matthias Zajicek, SG Oberlichtenau, Flötist, 22 Jahre, Steinmetz: „Ich bin seit elf Jahren dabei und habe mit dem Nachwuchszug schon drei Meisterschaftsmedaillen gewonnen, aber dieser sechste Platz bei den Erwachsenen ist wohl der schönste Erfolg bisher. Gegenüber dem Vorjahr haben wir uns erheblich gesteigert, so daß die Kür fast mit zwei Punkten und die Pflicht sogar mit nahezu drei Punkten höher bewertet wurde. Das freute uns natürlich alle und wird Ansporn für die nächsten Aufgaben sein. Großartig auch das Apoldaer Publikum, das trotz Regens aushielt und die Leistung jedes Klangkörpers mit Beifall würdigte. Eine Meisterschaft, die lange nachwirken wird.“

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DDR-Meisterschaft 1980 der Nachwuchs-Spielmannszüge in Osterfeld

Mit „Sonne im Herzen„ nun zum sechsten Meistertitel

Souveräner alter und neuer Meister: Union Mühlhausen / Dynamo Halle „Vize“

Zwei Mannschaften nannte man immer wieder, wenn nach den Favoriten für den Meisterthron gefragt wurde: Union Mühlhausen und Dynamo Halle. Der 79er Titelkampf in Freital war bei allen noch in lebhafter Erinnerung, als sich diese beiden Klangkörper einen nahezu ausgeglichenen Kampf lieferten, den vor Jahresfrist die glücklicheren Mühlhausener mit 1,6 Punkten Vorsprung für sich entschieden hatten. In Freital gab das schwierigere Programm für Union den Ausschlag, nachdem die Hallenser Pflichtbester geworden waren und auch in der Kür die höheren Noten zu sehen bekamen. Der Zweikampf für 1980 schien gewissermaßen vorprogrammiert. Doch dann kam es doch ein wenig anders. In Halle hatte man nahezu einen neuen Klangkörper aufgebaut, der bereits in der Pflicht mit über drei Punkten Rückstand den Kontakt zu Mühlhausen verlor. Damit war die Meisterschaft praktisch schon entschieden, obwohl Halle eine anspruchsvolle, beim Publikum gut ankommende Kür bot. Ja, Dynamo hatte sogar das schwierigere Programm einstudiert und viel Beifall kassiert.

Was soll man an Union Mühlhausen mehr bewundern? Das exakte Spiel der von Ulli Wiedenroth hervorragend vorbereiteten Jungen und Mädchen? Den für Spielleute dieses Alters ungewöhnlichen Ausbildungsstand? Sei es wie es sei, in der Thomas-Müntzer-Stadt leistet man nun schon seit vielen Jahren eine für die gesamte Spielleutebewegung vorbildliche Nachwuchsarbeit. Der fünfte Titelgewinn in ununterbrochener Folge, der sechste insgesamt, ist sichtbarer Ausdruck dafür. So kam der Pflichttitel die „Lustigen Turner“ wie bei keinem anderen Kollektiv. Mit „Sonne im Herzen“ setzte Union dann auch gemeinsam mit den Hallensern (American Patrol) die Glanzlichter in der Kür. Viel Beifall für gelungene Kürdarbietungen erhielten auch Baukema Aschersleben (San Lorenzo), Stahl Freital (Koline), Chemie PCK Schwedt (Abschied der Gladiatoren) und Lok Mühlhausen (Rosamunde).

Neben dem alten und neuen Meister scheint man vor allem in Aschersleben und bei Unions Ortsnachbarn Lok vorangekommen zu sein. Die Bronzemedaillen für Baukema gerieten nie in Gefahr, ja in der Pflicht hatten die Ascherslebener hinter Union Mühlhausen sogar die besten Noten bekommen. Sonderklassen-Neuling Lok Mühlhausen, nur äußerst knapp vor Kleinröhrsdorf in die höchste Spielklasse gelangt, steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um fast acht Punkte. Dies brachte den fünften Platz ein.

Mit Traktor Pritzwalk muß ein traditionsreicher Nachwuchszug die Sonderklasse verlassen, der das Niveau in diesen Genres maßgeblich mitbestimmt hat. Die Pritzwalker waren bei allen DDR-Meisterschaften niemals schlechter als auf den fünften Rang plaziert und hatten 1974 beim ersten offiziellen Titelkampf sogar die Goldmedaille gewonnen. Hoffentlich zieht man in Pritzwalk aus dem schwachen Abschneiden dieses Jahres die richtigen Konsequenzen und geht gut vorbereitet in das Aufstiegsturnier 1981.

ZUR ABSOLUTEN SPITZE IN UNSEREM LAND gehören bei den Spielmannszügen der Erwachsenen- (unser Bild) und .der Nachwuchs-Klangkörper von Lok Mühlhausen.

DDR-Meisterschaft 1980 Spielmannszüge Nachwuchs

Pflicht Kür Straf-
skala
Schwierig-
keits-
grad
1. Union Mühlhausen 88,70 34,15 37,35 10,0 7,20
2. Dynamo Halle 85,05 30,85 36,80 10,0 7,40
3. Baukema Aschersleb. 83,45 30,90 35,35 10,0 7,20
4. Chemie PCK Schwedt 80,70 29,20 34,50 10,0 7,00
5. Lok Mühlhausen 80,25 30,55 34,30 10,0 5,40
6. Stahl Freital 80,10 29,70 35,00 10,0 5,40
7. TSG Lübbenau 79,30 30,60 33,30 10,0 5,40
8. Stahl Brandenburg 76,45 28,80 32,65 9,0 6,00
9. Traktor Pritzwalk 75,05 27,55 31,90 9,0 6,60

Ulli Wiedenroth, der 37jährige Bauingenieur, Leiter und zugleich verantwortlicher Übungsleiter des Nachwuchszuges von Union Mühlhausen, gewährte uns dieses Gespräch nach der DDR-Meisterschaft der Nachwuchs-Spielmannszüge.

  • Vor Jahresfrist bezeichnete man die Freitaler Meisterschaften als jene mit dem höchsten Niveau. Wie fällt das Urteil jetzt nach Osterfeld aus?

„Osterfeld brachte seine weitere Steigerung. Dies bezieht sich auf die Spitzenkollektive und auf jene, die sich hinter Union und Halle um die Plätze drängen. Aschersleben sei hier genannt, Schwedt, Freital und besonders Neuling Lok Mühlhausen. Das Niveau im Nachwuchsbereich wird tatsächlich von Jahr zu Jahr besser.“

  • Beim alten und neuen Meister ist man mit der Schwierigkeit etwas zurückgegangen. Welche Überlegungen führten dazu?

„Es ist wenig sinnvoll, die jungen, erst kurze Zeit aktiven Spielleute sofort an Höchstschwierigkeiten heranzuführen. Dies treibt die Fehlerquelle unvertretbar hoch. Uns kommt es darauf an, die Jungen und Mädchen in musikalisch-technischer Hinsicht solide auszubilden, damit sie nahtlos in die Erwachsenen-Kollektive hinüberwachsen können.“

  • Wo sieht man in Mühlhausen trotz allem noch Reserven?

„Die liegen in der effektiveren Ausnutzung der Übungsstunden und der Fähigkeit der Übungsleiter, die Zehn-, Elf- oder Zwölfjährigen für mehr und intensiveres Training zu begeistern. Vor allem das individuelle Training zu Hause muß forciert werden.”

  • Wer sind denn die „alten Hasen“ im Klangkörper des DDR-Meisters?

„Die 13jährige Loretta Sieg und Gabriele Pech sowie der 14jährige Trommler Jens Bardelle, um nur einige zu nennen. Sie sind schon vier Jahre dabei.”

  • Wer hat vor allem Anteil am Wachsen und Gedeihen des Union-Zuges?

„Da haben zahlreiche Funktionäre und Übungsleiter Anteil. Rolf Melle, Rolf Lorenz, Kerstin Zeng, Petra Mundin, Silvia Heller, Jochen Bohla, Michael Löwe und andere.“

  • Wie und wo holt Union seinen Nachwuchs?

„Mühlhausen hat 13 Schulen, die ein unerschöpfliches Reservoir für die Spielleute darstellen. Jährlich nehmen wir etwa 20 Neue in unseren Nachwuchszug auf.“

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Aufstiegsturnier 1980 der Nachwuchsspielmannszüge

Zwei Absteiger kehren ins „Oberhaus“ zurück

Chemie TW Geraberg und Empor Perleberg triumphierten

DER FREITALER NACHWUCHS setzt sich immer besser in Szene. Die Mädchen bezwangen alle Erwachsenen-Spielmannszüge ihres Bezirkes, der „gemischte Zug“ wurde sechster bei den DDR-Meisterschaften.

Die von Jahr zu Jahr immer besseren Leistungen unserer jüngsten Spielleute bewiesen auch die Klangkörper der Leistungsklasse I in ihrem Osterfelder Aufstiegsturnier. Natürlich differenziert zur Sonderklasse. Aber was die Jungen und Mädchen an musikalisch-technischem Können anboten, wie die Flöter grifftechnisch bereits ihr Instrument beherrschen und auch beim Anblasen sofort die vollen Töne bringen, verrät die Fortschritte, die gerade in der Ausbildung des Nachwuchses erreicht wurden. Und dies nicht nur bei den führenden Kollektiven.

Am Ende dieser gelungenen Veranstaltung hatten sich mit Chemie TW Geraberg und Empor Perleberg Klangkörper durchgesetzt, die im Vorjahr die höchste Klasse verlassen mußten und nun auf Anhieb die Rückkehr in die Sonderklasse schafften. Sicht man von den Gerabergern einmal ab, die bereits nach der Pflicht eindeutig in Front lagen, konnten sich vor dem entscheidenden Kürvortrag mit Perleberg, Robotron Radeberg, Sachsensiedlung Mühlhausen und Aufbau Brandenburg noch vier Kollektive berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Aufstiegsplatz machen. Sie lagen insgesamt nur 1,4 Punkte auseinander, die ja für die Kür alles offen ließen.

Die Brandenburger mußten sich als erste aus diesem Quartett dem Kampfgericht stellen. Doch der erfahrene Klangkörper, immerhin gehörte man im Vorjahr noch zur Sonderklasse, zeigte „Nerven“ und beging unnötige Fehler. 29,15 Kür-Punkte brachten Brandenburg noch hinter die Oberlichtenauer (32,30), die nach der Pflicht (22,80) aussichtslos auf dem achten Platz eingekommen waren.

Sachsensiedlung setzte dann den ersten Höhepunkt, doch für den Aufstieg reichte es schließlich auch nicht, da der niedrige Schwierigkeitsgrad (mit 4,0 der schwächste des gesamten Feldes) nicht die erforderlichen Zähler brachte. Die Radeberger haderten auch etwas mit ihrem Vortrag, der sie deutlich hinter den Gerabergern und Perlebergern plazierte.

Es fällt ja nicht leicht, die einzelnen Kollektive von Jahr zu Jahr richtig einzuordnen, da in unterschiedlicher Weise die Jungen und Mädchen zu den jeweiligen Erwachsenen-Klangkörpern aufrücken. So gibt es Spielmannszüge mit einem völlig „neuem Gesicht“, die mit dem Klangkörper des Vorjahres, der die Einstufung sicherte, oft nur den Namen gemeinsam haben. Umso anerkennenswerter ist es, was die vielen fleißigen Übungsleiter in einem knappen Jahr mit den Neulingen erreichen.

G. G.

Aufstiegsturnier 1980 Spielmannszüge Nachwuchs

Pflicht Kür Straf-
skala
Schwierig-
keits-
grad
1. Chem. TW Geraberg 79,45 27,40 34,85 10,0 7,20
2. Empor Perleberg 76,30 25,80 34,50 10,0 6,00
3. Sachs. Mühlhausen 72,80 24,80 34,00 10,0 4,00
4. Robotron Radeberg 72,75 25,60 31,95 10,0 5,20
5. SG Oberlichtenau 69,90 22,80 32,30 10,0 4,80
6. Aufbau Brandenburg 67,95 24,40 29,15 10,0 4,40
7. SG Großdrebnitz 67,85 23,10 30,35 10,0 4,40
8. Tiefbau Eberswalde 66,75 23,35 27,70 10,0 5,20
9. Stahl Hettstedt 63,75 22,35 26,40 10,0 5,00
10. Aufb. Elbe Magdeb. 62,95 21,80 26,75 10,0 4,40
11. Chemie Rodleben 61,75 19,75 26,40 10,0 5,60

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Bezirksmeisterschaft von Leipzig

Lumpzig richtete Fest der Spielleute aus

700 Spielleute in 23 Klangkörpern am Start

SPÜRBARE FORTSCHRITTE bewiesen die Spielleute von Einheit Mutzschen bei den Leipziger Bezirksmeisterschaften.

Die Leipziger Bezirksmeisterschaft wurde nach Lumpzig vergeben. Dies sollte eine Ehrung sein für das 100jährige Jubiläum, das der Klangkörper von Traktor Lumpzig feierte. Und man hatte mit dieser Entscheidung einen überaus glücklichen Griff getan, denn die Lumpziger organisierten ein regelrechtes Spielleutefest, das noch lange in Erinnerung der 23 Klangkörper bleiben wird.

„Meine Anerkennung dem Gastgeber und seinen vielen fleißigen Helfern aus dem Kreis Schmölln“, lobte Rainer Eidenschink, Leiter des Sektors Spielleute beim DTSB-Bundesvorstand, die Einsatzbereitschaft der Organisatoren. Erfreulicherweise entsprachen auch die musikalisch-technischen Leistungen der Spielleute dem würdigen Rahmen.

Bei den Erwachsenen-Spielmannszügen verteidigte Einheit Mutzschen seinen Titel mit Erfolg. Dabei verbesserte sich der Klangkörper gegenüber dem Vorjahr um nahezu drei Punkte. Beachtliche Fortschritte wiesen auch Haselbach und Motor Altenburg nach. Die beiden Kollektive der Leistungsklasse III ließen die höher eingestuften Züge aus Süptitz, Taucha und Wurzen eindeutig hinter sich.

Den spürbarsten Niveauanstieg gab es bei den Nachwuchs-Spielmannszügen. Im Vorjahr hatte hier Motor Altenburg mit 39,75 Punkten den Bezirksmeistertitel gewonnen. Diese Punktzahl wäre 1980 bestenfalls für Platz vier ausreichend gewesen, da die Altenburger selbst, aber auch Lumpzig (nur allgemeine Klasse!) und die 4. POS Torgau erheblich höhere Werte erzielten. Bemerkenswert, daß Einheit Wurzen zwei Klangkörper in den Wettkampf schickte und auch bei den Erwachsenen mit einem Zug vertreten war. Dies spricht für die Popularität der Spielleute in Wurzen, aber auch für kontinuierliche Ausbildung.

Ein besonderer Höhepunkt wurde die Darbietung des DDR-Meisters der Schalmeienkapellen, der BSG Vorwärts Zinna.



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