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Der Tambour/Ausgabe 1980 01: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Stabführer.de
 
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=== BFA Erfurt Bester im Wettbewerb ===
=== BFA Erfurt Bester im Wettbewerb ===
'''Die Zentrale Spielleutekommission ermittelte den besten Bezirksfachausschuß im Wettbewerb des vergangenen Jahres. Sieger wurden die Erfurter, die als „Vorbildlicher BFA Spielleute des DTSB der DDR“ ausgezeichnet wurden. Die Erfurter können nicht nur auf sehr gute Resultate bei der Erfüllung ihres Sportplanes blicken, sondern vermochten vor allem in den zentralen Wettkämpfen 1979 ihre hohe Leistungsfähigkeit in musikalisch-technischer Hinsicht nachzuweisen. Es kommt nicht von ungefähr, daß bei den Spielmannszügen der Erwachsenen und des Nachwuchses mit den DDR-Meistern Union Mühlhausen sowie den Klangkörpern von Lok und Sachsensiedlung Mühlhausen das Niveau in der Sonderklasse maßgeblich bestimmt wird.'''
'''Die Zentrale Spielleutekommission ermittelte den besten Bezirksfachausschuß im Wettbewerb des vergangenen Jahres. Sieger wurden die Erfurter, die als „Vorbildlicher BFA Spielleute des DTSB der DDR“ ausgezeichnet wurden. Die Erfurter können nicht nur auf sehr gute Resultate bei der Erfüllung ihres Sportplanes blicken, sondern vermochten vor allem in den zentralen Wettkämpfen 1979 ihre hohe Leistungsfähigkeit in musikalisch-technischer Hinsicht nachzuweisen. Es kommt nicht von ungefähr, daß bei den Spielmannszügen der Erwachsenen und des Nachwuchses mit den DDR-Meistern Union Mühlhausen sowie den Klangkörpern von Lok und Sachsensiedlung Mühlhausen das Niveau in der Sonderklasse maßgeblich bestimmt wird.'''
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'''Mitarbeiter Fanfarenzüge:'''<br />Leo Ertel (Dynamo Potsdam-Stadt)
'''Mitarbeiter Fanfarenzüge:'''<br />Leo Ertel (Dynamo Potsdam-Stadt)


'''Mitarbeiter Schalmeienkapelien:'''<br />Ursula Friedrich (Dynamo Hohenschönhausen)
'''Mitarbeiter Schalmeienkapellen:'''<br />Ursula Friedrich (Dynamo Hohenschönhausen)


'''Notenwart:'''<br />Petra Nacovsky (Stahl Freital)
'''Notenwart:'''<br />Petra Nacovsky (Stahl Freital)
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'''KLUGE,''' BFA Berlin
'''KLUGE,''' BFA Berlin


== Seite 4 ==
== Seiten 4 & 5 ==


== Seite 5 ==
=== Signale aus dem Havelland ===
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Es hieße schon, die berühmten Eulen nach Athen tragen, wollte man allein von den Erfolgen des Fanfarenzuges „Dr. Richard Sorge“ berichten, denn daß die Potsdamer seit vielen Jahren das Niveau der Fanfarenmusik innerhalb der Spielleutebewegung bestimmen, weiß jeder, der sich in diesem Metier ein wenig auskennt. Erinnert sei hier nur an die große Musikschau im Leipziger Zentralstadion während der Sportschau des VI. Turn- und Sportfestes 1977, wo die Potsdamer mit ihren Solobläsern und Kesselpaukern (unter letzteren als absolute Neuheit auch zwei Mädchen) zu den besonderen Attraktionen gehörten.
 
Im übrigen sei auf die Chronik verwiesen, an dieser Stelle soll mehr über den Entwicklungsweg des Zuges berichtet werden. Dieser ist untrennbar mit dem Namen Klaus Gesierich verbunden, der am 30. Juni 1963 mit fünf Pionieren aus der Babelsberger Schule 21 den Grundstein legte für einen Fanfarenzug, der anfangs mit der Zielstellung arbeiete, Bläser und Trommler für die Umrahmung von Fahnenappellen der Schule auszubilden.
 
Den ersten öffentlichen Auftritt gab es im Oktober 1963 anläßlich der Volkswahlen. Ebenfalls, und dies natürlich nicht zufällig, fiel der 1000. Auftritt des Kollektivs auf einen Wahlsonntag, dem 20. Mai 1979. Zwischenzeitlich fungierte der Pionierfanfarenzug als jener der Stadt Potsdam, aber erst mit Übernahme durch die SG Dynamo Potsdam-Stadt im Juni 1969 und der Einreihung in das Wettkampfsystem des DTSB der DDR begann die kontinuierliche Leistungsentwicklung des Klangkörpers.
 
Viel profitierten die Mitglieder von ihrer Teilnahme am V. Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig, und beim ersten ordentlichen Leistungsvergleich während des Treffens Junger Sozialisten anläßlich des 20. Jahrestages der DDR wurde auf Anhieb Rang zwei belegt. Seit 1970 folgten dann regelmäßig DDR-Bestentitel und seit 1978 jeweils der DDR-Meistertitel ihres Genres.
 
==== 43 Spielleute baten um Aufnahme in die Partei der Arbeiterklasse ====
Der langjährige Sektionsleiter Genosse Leo Ertel, seit Bestehen des Fanfarenzuges selbst dessen Mitglied, weiß aber nicht nur von den musikalisch-sportlichen Erfolgen zu berichten. Er erklärt auch das Grundmotiv der Arbeit in und mit diesem Fanfarenzug: „Unser Hauptziel ist eine wirksame, klassenmäßige politisch-ideologische Erziehungsarbeit, mit unseren Mitteln Fanfare und Trommel, mit dieser speziellen Musik, begeistern wir unsere Mitglieder auf eine kindes- bzw. jugendgemäße Weise. Auf der Verbindung dieser beiden Komponenten beruht wohl in erster Linie unser Erfolg.“
 
Zwei Zahlen nur sollen dafür als Beleg gelten: seit 1970 wurden 43 Mitglieder des Fanfarenzuges in die Reihen der Partei der Arbeiterklasse, der SED, aufgenommen. 60 faßten den Entschluß, Angehörige der bewaffneten Organe, Soldaten auf Zeit, Berufssoldaten zu werden.
 
Im Fanfarenzug „Dr. Richard Sorge“ wird also nicht nur getrommelt und geblasen; das bestimmt auch den wesentlichen Teil der Arbeit des rührigen FDJ-Aktivs, das die Auseinandersetzung und Selbsterziehung im Kollektiv fördert, jeden veranlaßt, Position zu beziehen. Da werden regelmäßig persönliche Gespräche geführt über Einsatzbereitschaft, die Leistungen in der Schule oder bei der Berufsausbildung, da werden persönliche Aufträge vergeben, die umfangreiche Chronik geführt (aus der übrigens auch einiges auf dieser Seite verarbeitet ist).
 
„Die zehn Jahre Erfolg des Fanfarenzuges sind auch untrennbar verbunden mit zehn Jahre wirksamer Arbeit des FDJ-Aktivs“, urteilte Leo Ertel. Diese Wirksamkeit zeigt sich sowohl in politischen Diskussionen, bei der Wandzeitungsarbeit, vor allem auch bei der Führung des Wettbewerbes.
 
Seit 1972 wird die beste Arbeitsgruppe ermittelt. In die Bewertung fließen die Zahl der Übungsstunden, Auftrittsbeteiligung, musikalische Leistungen, Ordnung und Disziplin u. a. ein. In den regelmäßigen Ferien- und Trainingslagern bewähren sich die Mitglieder des FDJ-Aktivs als Gruppenhelfer ebenso wie bei der Mitgestaltung eines interessanten und abwechslungsreichen Lagergeschehens. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch noch das gute Verhältnis zur FDJ-Bezirksleitung, wodurch Kapazitäten in Pionierlagern erschlossen werden konnten, das Pionierhaus als Trainingsstätte zur Verfügung stand, nicht zuletzt auch die Auszeichnung mit einer Reise in einem FDJ-Freundschaftszug zu den höchsten Ehrungen im Kollektiv gehört.
 
==== Im Sinne Richard Sorges arbeiten und leben ====
Eine besondere Rolle in der Geschichte des Fanfarenzuges spielte der Kampf um den ehrenvollen und verpflichtenden Namen „Dr. Richard Sorge“. In Vorbereitung des zehnjährigen Bestehens des Fanfarenzuges wurde 1972 der Antrag gestellt. Es galt nun in besonderem Maße, alle Aufgaben in höchster Qualität zu erfüllen. Leben und Kampf Richard Sorges wurden erforscht, wobei vor allem die Auseinandersetzung mit dem Buch „Dr. Sorge funkt aus Tokio“ half. Die Namenverleihung 1973 zählte und zählt als die höchste der gewiß nicht wenigen Auszeichnungen des Fanfarenzuges, der sich würdig zu erweisen eine ständige Verpflichtung für alle Mitglieder ist.
 
Wie dies geschieht, zeigt das Beispiel des Dia-Ton-Vortrages über Dr. Sorge, der von Petra Schiffner vorbereitet und 1978 erstmals gezeigt wurde. In Verbindung mit den Büchern „Sonjas Rapport“ und „Dr. Sorge funkt aus Tokio“ wurde anschließend eine Diskussion geführt zu der Frage: „Was ist heute revolutionär?“ Auch hier war das gesamte FDJ-Aktiv beteiligt. Gesucht wird weiter nach anderen Formen der Ehrung, wie Auftritten bei weiteren Namensverleihungen oder dem Erfahrungsaustausch mit anderen Sorge-Namensträgern.
 
Was die musikalische Arbeit anbelangt ist bemerkenswert, daß die Potsdamer nicht nur durch ihre eigenen Erfolge und neuen Ideen zur Weiterentwicklung der Spielleutebewegung beitragen. Sie unterstützen maßgeblich andere Fanfarenzüge der DDR, vor allem durch den Einsatz eigener Übungsleiter und Kampfrichter z. B. in zentralen Ausbildungslagern und bei Vergleichswettkämpfen, wobei sie mit ihren Erfahrungen in keiner Weise hinter dem Berg halten.
 
==== Bis zu dreimal wird wöchentlich trainiert ====
Über 15 Übungsleiter und ebensoviele Kampfrichter verfügt der Fanfarenzug gegenwärtig. Sie üben und trainieren zwei- bis dreimal wöchentlich, vor Höhepunkten meist täglich mit den rund 220 Mitgliedern. Das augenblickliche Repertoire umfaßt 25 Titel. Das 18minütige Kürprogramm wird mit 13 Märschen gestaltet, von denen zwölf aus der Feder Bernhard Boseckers stammen, der seit 1974 musikalischer Leiter des Kollektivs ist und hauptberuflich als Diplommusiker am Potsdamer Hans-Otto-Theater arbeitet. Er bildet die Bläser des Zuges aus und kann, auch dank der Einsatzbereitschaft der Mitglieder, viel Neues ausprobieren und einstudieren. So wurden ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten gemeinsam erschlossen, die eben den Vorsprung dieses Fanfarenzuges auf musikalischem und choreographischem Gebiet ausmachen.
 
(aus Dynamo-Sport)
[[Datei:DerTambour1980-1-5-1.png|mini|'''KLAUS GESIERICH''' hat den Potsdamer Fanfarenzug vor nahezu 17 Jahren gegründet.]]
 
==== Auftrittshöhepunkte ====
{|
|1964
|Deutschlandtreffen in Berlin
|-
|1969
|V. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig
|-
|1969
|Treffen Junger Sozialisten in Berlin
|-
|1971
|IX. Parlament der FDJ in Berlin
|-
|1972
|Empfang und Verabschiedung Fidel Castros
|-
|1973
|X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin
|-
|1973
|25. Jahrestag der Gründung des DTSB der DDR
|-
|1974
|V. Turn- und Sporttag in Berlin
|-
|1974
|Fackelzug zum 25. Jahrestag der Gründung der DDR
|-
|1975
|1200-Jahr-Feier in Mühlhausen
|-
|1976
|Empfang für die Olympiamannschaft im Palast der Republik
|-
|1977
|VI. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig
|-
|1977
|Fest des Roten Oktober in Berlin
|-
|1978
|VIII. Zentrale Delegiertenkonferenz der SV Dynamo
|-
|1979
|Nationales Jugendfestival in Berlin
|-
|1979
|30. Jahrestag der Gründung der DDR
|}
'''Ronald Handreck, 34. POS Potsdam:'''
[[Datei:DerTambour1980-1-5-2.png|mini|278x278px|'''LEO ERTEL,''' der umsichtige Sektionsleiter, ist von Anfang an dabei.]]
 
==== Frank gab den Anstoß zum Fanfarenspiel ====
Alljährlich im Zeitraum von September bis in den Dezember hinein haben interessierte Jungen und Mädchen Gelegenheit, sich im Potsdamer Pionierhaus Am neuen Garten bei den Übungsleitern des Fanfarenzuges „Dr. Richard. Sorge“ vorzustellen und das Fanfaren- oder Trommelspiel zu erlernen.
 
Im Herbst des vergangenen Jahres meldeten sich gleich 60 Pioniere. Soviel wie selten zuvor, da reichten fast die Instrumente nicht. Einer der Neuen war der zehnjährige Ronald Handreck, der zusammen mit einigen seiner Mitschüler aus der Klasse 5 a der 34. POS Potsdam ins Pionierhaus kam. Sein Freund Frank aus der Parallelklasse hatte ihm den Tip gegeben. Und auch seine Mutti, eine Apothekerin, hatte ihm schon lange geraten, sich ein interessantes „Hobby“ zuzulegen. Da Ronald den Fanfarenzug bei Auftritten in Potsdam schon gesehen hatte, war er neugierig genug, es selbst einmal mit der Fanfare zu versuchen: „Anfangs war’s ja ganz schön schwer, nicht bloß das eigentliche Blasen, sondern beim Halten der Fanfaren trat mir immer sehr schnell der Arm weh“, schildert er seine ersten Eindrücke.
 
Regelmäßiges Üben, zweimal wöchentlich unter fachkundiger Anleitung und täglich zehn Minuten zu Hause, halfen ihm, diese Schwierigkeiten allmählich zu überwinden. „Daheim übe ich immer nachmittags, wenn die anderen Hausbewohner noch zur Arbeit gehen, so hat keiner was dagegen.“
 
Ronald ist auch ein guter Schüler. Seine Lieblingsfächer sind Ausdruck, Schwimmen und Literatur. Er liest gern spannende Bücher und hat sogar schon selbst eine kleine Tiergeschichte geschrieben. Vielleicht erklären sich daher auch seine augenblicklichen Berufswünsche — Tierarzt oder Schriftsteller.
 
Jetzt aber übt und trainiert Ronald, der auch für Fußball und Leichtathletik lebhaftes Interesse zeigt, erst noch fleißig mit der Fanfare. Er freut sich nämlich schon jetzt darauf, unter den „Neuen“ beim traditionell ersten Auftritt des Zuges am 1. Mai mit dabeizusein und dann auch Mitglied der SG Dynamo Potsdam-Stadt zu werden.
 
(Aus Dynamo-Sport)
 
==== Auszeichnungen ====
 
* '''Artur-Becker-Medaille in Gold, Silber und Bronze'''
* '''Verdienstmedaille der NVA in Silber'''
* '''„Hervorragendes Volkskunstkollektiv“'''
* '''„Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv“'''
* '''„Bester Fanfarenzug“ beim VI. Turn- und Sportfest der DDR'''
* '''„Bestes Kollektiv des Verbandes Musikschau“ bei den X. Weltfestspielen'''


== Seite 6 ==
== Seite 6 ==
=== Kommission Technik präsentiert: die neue Stabführung ===
[[Datei:DerTambour1980-1-6-1.png|mini|'''BIRGIT LORENZ,''' die Stabführerin des Meisters der Erwachsenen-Spielmannszüge Union Mühlhausen.]]
Mit der heutigen Ausgabe beginnen wir, die neue Stabführung zu veröffentlichen. Sie baut sich weitgehend auf das Ausbildungs-ABC auf und wurde von der Kommission Technik in Zusammenarbeit mit erfahrenen Stabführern erarbeitet. Bei dem Material handelt es sich um Richtlinien, die zum Einstudieren im Kollektiv und zur besseren Beurteilung durch die Kampfrichter beitragen sollen. Bewegungsabläufe sind Detailgetreu widergegeben und durch einprägsame Beispiele wird die Theorie praxisnah vermittelt.
Die vorliegende Stabführung ist Bestandteil des „Lehrbuches für Spielleute“, das sich noch in Arbeit befindet. Die „neue Stabführung“ wurde bereits in den Trainingslagern der Kommission Nachwuchs im Oktober (Heyerode) und Dezember 1979 (Mühlhausen) gelehrt. Dies betraf die Kollektive der Leistungsklasse II und der Allgemeinen Klasse. Im Februar-Trainingslager in Jena-Forst dient sie erneut als Ausbildungsgrundlage.
Jeder Stabführer ist in der Saison 1980 berechtigt, eine Fassung für sich zu verwenden. Die Kampfgerichte erhalten in den Anleitungen der AG KARI die nötigen Hinweise. Diese Übergangslösung ist erforderlich, um in diesem Jahr alle Stabführer auf die ab 1. Januar 1981 verbindliche und dann im Wettkampf anzuwendende Stabführerordnung einzustimmen.
==== 1. Die Aufgaben des Stabführers u. die Bedeutung seiner Zeichen ====
Der Stabführer ist der direkte Leiter auf musikalischem Gebiet während des Auftrittes. Er ist für die Führung des Kollektivs verantwortlich und hat die spezielle Aufgabe, alle Bewegungsabläufe sowie das Musizieren des Klangkörpers zu leiten und zu lenken. Er dokumentiert in seinem Auftreten sein Persönlichkeitsbild und übt durch Nervenstärke, Ruhe und Sicherheit sowie abgerundete Bewegungsabläufe Ausstrahlungskraft auf sein Kollektiv und die Umwelt aus.
Seine Stabzeichen müssen exakt, sauber und deutlich die Einsätze und Abrisse der Ttitel anzeigen. Durch sein Auftreten und die klare Aussage seiner Anweisungen beeinflußt er das Kollektiv und spornt es ständig zu höheren Leistungen an. Er leitet das Spiel, bestimmt das Tempo und darf sich vom Kollektiv nicht in seiner Zeichengebung beeinflussen lassen. Für den Stabführer gilt der Leitgedanke:
„Wie das Kommando bzw. Stabzeichen, so auch die Ausführung durch die Spielleute.“
===== 1.1. Die Grundstellung des Stabführers =====
Die Grundstellung des Stabführers ist immer im „Stillgestanden“, ungeachtet, ob sich der Stab in Ruhestellung befindet oder nicht. Der Stabführer steht in aufrechter, straffer Haltung, das Körpergewicht ganz leicht auf die Zehenspitzen verlagert. Die Hacken schließen zusammen und die Schuhspitzen sind eine Handbreite gespreizt. Der Stab steht mit der Spitze nach unten gerichtet und berührt mit ihr vor der linken Schuhspitze (Mitte) den Boden.
===== 1.1.1. Haltung des Stabes in der Grundstellung =====
Die Kugel ruht vor der Mitte des Körpers. Die rechte Hand umfaßt den Kugelschaft oder den Kugelhals von links unten so, daß der Handrücken zum Körper zeigt und leicht an diesem anliegt.
===== 1.1.2. Körperhaltung in der Grundstellung =====
Die linke Hand ist mit dem Daumen links neben dem Koppelschloß eingehakt, die Finger sind gestreckt, der Zeigefinger liegt vor dem Koppelschloß an. Unterarm und Hand bilden eine Linie. Beide Ellenbogen werden soweit nach vorn gebracht, daß sie mit der Vorderseite des Körpers eine Linie bilden. Der Blick ist frei geradeaus bzw. auf das Kollektiv gerichtet.
===== 1.2. Das Zeichen zum Stillgestanden =====
Die Zählzeiten sind grundsätzlich im Tempo 114 (114 Zählzeiten = 114 Schritte in einer Minute) zu zählen. Ausnahmen können konzertante Vorträge bildden, bei denen ein entsprechend vorzugebendes Tempo von der Grundstellung über das Stillgestanden bis zum Einsatz entscheidend sein kann für den Beginn der Darbietung.
Eine Zähleinheit entspricht gleich einem Schritt.
Ungerade Zahlen = linker Fuß
Gerade Zahlen = rechter Fuß
Das Zeichen zum Stillgestanden erfolgt auf fünf Zählzeiten. Um einen sicheren Einsatz zu erzielen, ist eine Vorankündigung für den Stabführer erforderlich (dieser beginnt für sich mit „und“, was einem persönlichen Achtung gleichzusetzen ist). Er zählt chronologisch im entsprechenden Tempo die Zählzeiten 1 bis 5 durch. Das Zählen erfolgt im Stillen ohne Mundbewegungen. Das Umfassen des Stabes am Kugelhals oder Kugelschaft bleibt dem Stabführer überlassen.
==== 2. Stillgestanden u. Aufnehmen der Instrumente bis zum Spieleinsatz ====
'''Zählzeit: „und“'''<br />persönliches Achtung für Stabführer
'''Zählzeit: 1'''
'''Ausführung:'''<br />Anheben des Stabes
'''Stab- und Armstellung:'''<br />kreisförmiges Hochziehen, unten links beginnend
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Spielmannszüge: Stellung der Aktiven im „rührt Euch“, dabei ist das linke Knie leicht eingeknickt, die Hacken stehen zusammen und die Schuhspitzen sind eine Handbreit auseinander.
Signalhornbläser: Sie umfassen mit der rechten Hand das Horn so, daß der Daumen in etwa oben auf dem B-Bogen liegt, das Horn quer mit der unteren Windung an dem rechten Bein anliegt und das Mundstück in Blickrichtung zeigt. Beide Arme werden senkrecht nach unten gehalten.
Fanfarenbläser: Linkes Knie leicht eingeknickt, Fanfare ist quer vor dem Körper, dabei ist die linke Hand am Mundstück eingehakt und zeigt geschlossen und gestreckt nach unten. Die rechte Hand umfaßt die Es/B-Fanfare gegenüber dem Umschaltventil.
Tom-Tom: Linke Hand hält den Trommelstock schräg auf das Trommelfell, Hand berührt dabei den oberen Kesselreifen der Hochtrommel. Rechte Hand mit Stock senkrecht nach unten.
'''Zählzeit: 2 (und 3)'''
'''Ausführung:'''<br />Kreisförmiges Hochdrehen des Stabes von links über die Senkrechte bis etwa 30 Grad nach rechts.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Arm und Stab bilden eine Linie, der Handrücken zeigt zum Körper, der Stab steht etwa 30 Grad von der Senkrechten nach rechts und ist leicht nach vorn geneigt.
'''Zählzeit: 4'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird im Handgelenk nach links innen gedreht.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Arm und Stab bilden eine Linie, der Handrücken zeigt in Blickrichtung des Stabführers, der Zeigefinger ist am Kugelschaft gestreckt.
'''Zählzeit: 5'''
'''Ausführung:'''<br />Der im Handgelenk bei Zählzeit 4 nach links innen gedrehte Stab wird nach unten gezogen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Kugelunterkante bis Höhe Koppeloberkante rechts neben der Koppelschnalle. Stab ist etwa 30 Grad nach rechts und nach vorn geneigt.
(Fortsetzung auf Seite 7)


== Seite 7 ==
== Seite 7 ==
(Fortsetzung von Seite 6)
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Mit dem Herabziehen des Stabes auf die Zählzeit 5 strafft sich der Körper zum „Stillgestanden“. Auf die Zählzeit 5 steht alles im „Stillgestanden“.
Flöter: Rechte Hand umfaßt Flöte so, daß sich die Grifflochseite im Handinnern befindet und der gestreckte Zeigefinger auf dem dritten Griffloch der Pastalitflöte bzw. zweiten Griffloch der Metallflöte (vom Blasloch aus) liegt. Der Arm bildet mit der Flöte eine Senkrechte (Flöte liegt nicht an). Linke Hand ist leicht zur Faust geballt, Mittelfinger liegt an der Hosennaht an.
Signalhornbläser: Linke Hand analog Stabführer links neben Koppelschloß so stellen, daß die Finger gestreckt mit dem Zeigefinger die linke untere Ecke der Koppelschnalle berühren und der Daumen neben dem Koppelschloß eingehakt wird. Unterarm und Hand bilden eine Linie. Rechte Hand nimmt Horn mit kleinem Kreisbogen auf und setzt es mit dem Trichter rechts neben der Koppelschnalle vermittelnd auf das Koppel. Das Horn ist in sich waagerecht und wird leicht in seiner Richtung nach rechts geneigt. Beide Ellenbogen werden so weit nach vorn gebracht, daß sie mit der Vorderseite des Körpers eine Linie bilen.
Tamboure: Linke Hand liegt ausgestreckt auf dem Kniebügel (gestraffter Arm), Daumen hakt sich unter die Querstrebe des Bügels. Rechte Hand hält beide Stöcke senkrecht (vorderster Stock mit Spitze nach oben, hinterer Stock umgekehrt) nach unten, dabei ist der Zeigefinger gestreckt.
Lyren: Linke Hand umfaßt den Lyrenrahmen, rechte Hand mit Lyrenschlägel senkrecht nach unten, Zeigefinger gestreckt, Schlägel nicht anliegend.
Große Trommel: Linke Hand hält eine Spannschraube oberhalb des Trommelkessels umfaßt. Rechte Hand mit Trommelschlägel senkrecht nach unten, Zeigefinger am Schaft gestreckt.
Becken: Aufnehmen der Becken in die Vorhalte (etwa Bauch-Brust-Höhe) parallel vor den Körper.
Tom-Tom: Linke Hand hält Trommelstock senkrecht am Trommelkessel herunter und berührt eine Spannschraube, der Daumen hält den Kesselrand fest. Die rechte Hand hält Stock mit Filzkopf senkrecht nach unten.
Fanfarenbläser: Linke Hand läßt Mundstück los und wird mit leicht geballter Faust senkrecht nach unten gestreckt. Rechte Hand zieht Fanfare nach rechts und legt mit gestrecktem Arm und Mundstück in Blickrichtung waagerecht leicht an das Bein an.
'''Zählzeit: „und“ (6/Zwischenzählzeit)'''
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stab verbleibt in Ruhestellung analog der Zählzeit 5
'''Zählzeit: 1 (7)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird senkrecht nach oben gestoßen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stab und Arm bilden eine Linie, der Zeigefinger ist am Schaft gestreckt.
'''Zählzeit: 2 (8)'''<br />(Pause)
'''Zählzeit: 1 (9)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird im Hangelenk nach links gekippt.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stab liegt waagerecht über dem Kopf, der Daumen liegt als Stütze unter dem Kugelschaft.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Tamboure: Erfassen des unteren Trommelreifens rechts neben dem Kniecbügel mit der linken Hand mit Aufschlag auf das Trommelfell mit den Fingerspitzen.
'''Zählzeit: 2 (10)'''<br />(Pause)
'''Zählzeit: 3 (11)'''
'''Stab- und Armstellung:'''<br />(Pause)
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Trommel wird mit der linken Hand umgedreht, so, daß der Kniebügel auf dem linken Oberschenkel liegt.
'''Zählzeit: 4 (12)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird im Handgelenk senkrecht nach oben genommen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stab bildet mit dem gestreckten Arm eine Linie, Zeigefinger ist am Kugelschaft gestreckt.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Beide Arme gehen in Brusthöhe, dabei Trommelstöcke waagerecht halten. Die linke Hand ergreift den hinteren Stock, so, daß jede Hand einen Trommelstock hält. Beide Ellenbogen bilden eine Linie.
'''Zählzeit: 5 (13)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird senkrecht nach unten gezogen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Armstellung analog Zählzeit 5.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Arme werden mit Trommelstöcken nach unten genommen, Stöcke liegen gekreuzt (der rechte über dem linken) auf der Mitte des Schlagfelles (Schnittpunkt beider Trommelstöcke befindet sich etwa zehn Zentimeter von der Stockspitze entfernt).
'''Zählzeit: „und“ (14/Zwischenzählzeit)'''
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Fanfarenzüge: Für Fanfarenzüge erfolgt eine Pause zu den Zählzeiten 14, 15 und 16.
'''Zählzeit: 1 (15)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird mit Kugel nach rechts ausgewinkelt.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Spitze bleibt in bisheriger Lage, der Drehpunkt bildet sich bei der Kordelaufhängung, der rechte Arm ist nach rechts gestreckt und bildet mit dem Stab eine Richtung.
'''Ausführung der Akiven:'''<br />Achtungszeichen zum Instrument aufnehmen.
'''Zählzeit: 2 (16)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird mit Kugel in die Ausgangsstellung zurückgeführt.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Armstellung analog Zählzeit 5.
'''Zählzeit: 1 (17)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab in seiner Längsrichtung nach oben gestoßen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Arm und Stab bilden eine Linie etwa 30 Grad nach rechts und vorn geneigt. Handrücken zeigt zum Körper, der Zeigefinger ist am Kugelhals gestreckt.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Flöter: Beide Arme gehen in Mundhöhe, die Flöte wird eng vor dem Körper (ohne Kreisbogen) nach oben genommen. Die Finger beider Hände sitzen auf den entsprechenden Grifflöchern.
Signalhornbläser: Signalhorn in kurzem Kreisbogen vom Koppel zum Kopf führen, dabei das Mundstück auf die Lippen aufsetzen. Das Signalhorn wird in sich waagerecht gehalten, etwa 60 Grad nach rechts gewinkelt, so, daß am Vordermann vorbeigeblasen werden kann.
Lyra: Rechte Hand geht mit Lyrenschlägel hoch, Schlägel in Bereitschaft auf Mittel der Lyrenleiter.
'''Zählzeit: 1 (17)'''
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Becken: Linker Arm mit Becken wird nach links oben, rechter Arm mit Becken nach rechts unten gestreckt.
Große Trommel: Rechter Arm mit Schlägel wird nach rechts oben gestreckt und bildet eine Linie, Zeigefinger am Schaft.
'''Zählzeit: 2 (18)'''
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Pause
'''Zählzeit: 3 (19)'''
'''Zählzeit: 4 (20)'''
'''Ausführung:'''<br />Eindrehen des Stabes in seiner Längsachse.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Handgelenk dreht Kugel nach links innen, dabei zeigt der Handrücken in Blickrichtung.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Bereitschaft zum Spielbeginn (bei Auftakt auf Eindrehen des Stabführers achten).
'''Zählzeit: 5 (21)'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird nach unten gezogen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stellung der Kugelunterkante oberhalb des Koppels.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Spielbeginn Spielmannszüge (bis zu diesem Zeitpunkt dürfen die aufgenommenen Instrumente zu den einzelnen Zählzeiten nicht verändert werden; z. B. Becken — Ausnahme in Kürvorträgen zu Wettkämpfen).
Spielbeginn Fanfarenzüge (mit der Zählzeit 5 beginnen die Fanfarenzüge mit dem Locken). Für Fanfarenzüge Zählzeiten analog dem Locken für Spielmannszüge.
'''Zählzeit: 1 bis 7'''
'''Ausführung:'''<br />Stab verbleibt beim Locken bis Zählzeit 7 nach unten gezogen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stellung der Kugelunterkante oberhalb des Koppels.
'''Zählzeit: 8'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird im Handgelenk senkrecht nach oben genommen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Stab bildet mit dem gestreckten Arm eine Linie, Zeigefinger ist am Kugelschaft gestreckt.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Achtung für Hochtrommler.
'''Zählzeit: 9'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird senkrecht nach unten gezogen.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Armstellung analog Zählzeit 5.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Schlag der Hochtrommler beim Locken.
'''Zählzeit: „und“'''
'''Zählzeit: 1'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird mit der Kugel nach rechts ausgewinkelt.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Spitze bleibt in bisheriger Lage, der Drehpunkt bildet sich bei der Kordelaufhängung, der rechte Arm ist nach rechts gestreckt und bildet mit dem Stab eine Richtung.
'''Ausführung der Akiven:'''<br />Achtungszeichen zum Aufnehmen der Instrumente.
'''Zählzeit: 2'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird mit Kugel zurückgeführt in die Ausgangsstellung.
'''Stab- und Armstellung:'''<br />Armstellung analog Zählzeit 5.
'''Zählzeit: 1'''
'''Ausführung:'''<br />Stab wird in seiner Längsachse nach oben gestoßen.
'''Ausführung der Aktiven:'''<br />Die Fanfare in kurzem Kreisbogen von der rechten Seite zum Kopf führen, dabei das Mundstück auf die Lippen aufsetzen. Die Fanfare wird in sich waagerecht gehalten und etwa 60 Grad nach rechts gewinkelt. Die linke Hand wird zur Hüfte geführt und sitzt mit gestreckten Fingern, die mit Hand und Unterarm eine Linie bilden, auf dem Koppelrand leicht abgewinkelt auf (Hüftlinie).
Zählzeiten bis Spieleinsatz analog der Spielmannszüge (Teil 2 in der nächsten Ausgabe).


== Seite 8 ==
== Seite 8 ==
[[Datei:DerTambour1980-1-8-1.png|mini|'''BAUKEMA ASCHERSLEBEN''' gehört zu jenen Klangkörpern, die im vergangenen Jahr den größten Leistungssprung vollzogen.]]
=== Einen Pflichtmarsch in drei Tagen einstudiert ===
Zum Ausklang des Jahres 1979 organisierte die Kommission Nachwuchs der ZSK in Mühlhausen einen Lehrgang für Nachwuchs-Spielmannszüge, die in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Leistungsklasse II schafften. Die Kollektive von Einheit Wurzen, Chemie Premnitz, Empor Klengel-Serba und Fortschritt Heiligenstadt nutzten diese willkommene Weiterbildungsmöglichkeit, während einige andere Klangkörper absagten. So konnten die SG Mittenwalde und Traktor Hasselfelde zusätzlich eingeladen werden. Mittenwalde reiste auch an. Indes aus Hasselfelde kam kurzfristig (drei Tage vor der geplanten Anreise) die Absage. Schade, den fleißigen Organisatoren an der Mühlhausener Hermann-Matern-Oberschule entstanden so eine Menge zusätzlicher Unkosten, was auf alle Fälle vermeidbar war.
Dem Lehrgangsniveau tat dies freilich keinen Abbruch. 19 Übungsleiter der Zentralen Übungsleitergruppe Nachwuchs widmeten sich intensiv den 120 jungen Spielleuten. An zahlreichen kleinen Trainingsgruppen wurde drei Tage lang mit hohem Effekt geübt, erlernten die Mädchen und Jungen einen Pflichtmarsch ihrer Wahl. Dies wird ihnen mit Sicherheit bei ihrem Auftreten in der Leistungsklasse II zugute kommen.
Sportfreund Thiele, Leiter des Heiligenstädter Kollektivs, urteilte über die Tage in Mühlhausen: „Eine gelungene Sache, dieser Lehrgang. Er spart mir und meinen Ausbildern sechs Wochen intensives Training. Diese Zeit kann ich jetzt zur Festigung des Repertoires nutzen.“
Bernd Neuman und die anderen Übungsleiter der ZÜG haben sich auch alle Mühe gegeben, um das musikalisch-technische Niveau der Kinder spürbar zu verbessern. Darüber hinaus vermochten die Jungen und Mädchen ihre Geschichtskenntnisse an historischer Stätte zu vertiefen. In einer Exkursion durch die Thomas-Müntzer-Stadt machten sie sich mit dem Wirken des großen Revolutionärs im Bauernkrieg vertraut. Ein Höhepunkt war dabei der Besuch des Rathauses, in deren Halle ein Bildnis zeigt, wie Thomas Müntzer den Ewigen Rat einsetzte. Insgesamt ein Erlebnis, das den Jüngsten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
'''KOMMISSION NACHWUCHS'''
=== Junge Stabführer in Lumpzig gut ausgebildet ===
Stabführer-Nachwuchs wurde in Lumpzig erstmals ausgebildet. Der BFA-Spielleute Leipzig und der KFA Schmölln hatten zu einem Stabführer-Lehrgang eingeladen, den die BSG Traktor Lumpzig organisierte. 15 junge Spielleute von Aktivist Haselbach, Motor Schmölln, der SSG Gößnitz, natürlich vom Gastgeber Traktor Lumpzig sowie ein Sportfreund der Schalmeienkapelle von Dynamo Hohenschönhausen nahmen an diesem Drei-Tage-Lehrgang teil.
Leipzigs BFA-Vorsitzender Erwin Dietrich gestaltete den Übungsablauf. Den Lehrgangsteilnehmern, die zum überwiegenden Teil in ihren Klangkörpern noch nicht als Stabführer tätig sind, wurden umfassende Grundkenntnisse dieses für sie neuen Metiers vermittelt. Erwin Dietrich tat dies in sehr anschaulicher, einprägsamer Art und Weise.
Waren auch die Vorkenntnisse der Stabführer-Debütanten unterschiedlich, erreichten trotzdem alle mit gutem Erfolg das Lehrgangsziel. Dies spricht für den Übungsleiter, stellt aber auch Mitarbeit und Einsatzfreude der 15 Sportfreunde das beste Zeugnis aus.
An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich die Lumpziger große Verdienste bei der Organisation dieses Lehrganges erwarben. Immerhin waren alle Teilnehmer in Privatquartieren unterzubringen.
=== Magdeburger BFA im Bezirk Bester ===
Der Bezirksfachausschuß Spielleute Magdeburg wurde vom DTSB-Bezirksvorstand als „Bester BFA der nichtolympischen Sportarten“ ausgezeichnet. Über 100 neue Mitglieder stießen 1979 zu den Spielleuten im Bezirk Magdeburg. So entstanden Schalmeienkapellen in Mühlingen und Klötze, Fanfarenzüge in Arendsee und bei Aufbau Elbe Magdeburg. Im Kreis Stendal nahm ein neugebildeter KFA Spielleute seine Tätigkeit auf.
=== Kleinröhrsdorfer bei den »Großen« ===
Der Nachwuchs-Spielmannszug der SG Kleinröhrsdorf, für das Wettkampfjahr 1980 in die Leistungsklasse I eingestuft, spielt ab sofort als Erwachsenen-Spielmannszug in der Allgemeinen Klasse.
=== WIR GRATULIEREN ===
[[Datei:DerTambour1980-1-8-2.png|mini|495x495px|'''HANS ULLMANN''' wurde am 28. Januar 50 Jahre alt. Der Karl-Marx-Städter BFA-Vorsitzende und Stabführer des Spielmannszuges von Sachsenring Zwickau hat ein gutes Stück Spielleutegeschichte mitgeschrieben. Er hat sich um die Spielleutebewegung verdient gemacht.]]
'''Uwe Klein''' (5. Januar 1949), Mitglied der Zentralen Spielleutekommission und Vorsitzender des BFA Magdeburg, zum 31. Geburtstag
'''Gerhard Struthmann''' (13. Januar 1927), Vorsitzender des BFA Schwerin, zum 53. Geburtstag
'''Hans Ullmann''' (28. Januar 1930), Vorsitzender des BFA Karl-Marx-Stadt, zum 50. Geburtstag
recht herzlich und wünschen ihnen weiterhin beste Gesundheit, Schaffenskraft und Wohlergehen sowie noch viele Jahre der Freude und Entspannung im Kreise der Spielleute.
----Herausgeber: Bundesvorstand des DTSB der DDR, Abteilung Propaganda/Kultur, Sektor Spielleute — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: Verlagsdruckerei Typodruck - Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4

Aktuelle Version vom 16. Juli 2026, 10:55 Uhr

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Die Ausgabe 01/1980 des Mitteilungsblattes der tambour erschien im Januar 1980.

Der Originaltext der 8 Seiten:

Januar 1980
Nummer: 1/80
Erschienen: Januar 1980
Jahrgang: 13
Seiten: 8
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

3 Die zentralen Kommissionen der einzelnen Genres
4 Beim Meister zu Besuch: Signale aus dem Havelland
6 Was man bei der neuen Stabführung beachten muß

BFA Erfurt Bester im Wettbewerb

Die Zentrale Spielleutekommission ermittelte den besten Bezirksfachausschuß im Wettbewerb des vergangenen Jahres. Sieger wurden die Erfurter, die als „Vorbildlicher BFA Spielleute des DTSB der DDR“ ausgezeichnet wurden. Die Erfurter können nicht nur auf sehr gute Resultate bei der Erfüllung ihres Sportplanes blicken, sondern vermochten vor allem in den zentralen Wettkämpfen 1979 ihre hohe Leistungsfähigkeit in musikalisch-technischer Hinsicht nachzuweisen. Es kommt nicht von ungefähr, daß bei den Spielmannszügen der Erwachsenen und des Nachwuchses mit den DDR-Meistern Union Mühlhausen sowie den Klangkörpern von Lok und Sachsensiedlung Mühlhausen das Niveau in der Sonderklasse maßgeblich bestimmt wird.

Seite 2

Nachtrag zur WKO-Spielmannszüge

Anlage 3

Variationsteile und Schwierigkeitsgrade

Dezentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1972)

Nr. Titel Ge-
samt-
punkte
Varia-
tions-
anteil
Arrang. bzw.
einreichendes
Kollektiv
5 Haltet Schritt 4,3 4,0 Medizin Mühlhausen
11 Folies Bergere 3,3 4,0 Traktor Luisenthal
17 Tölzer Schützenmarsch 3,2 4,0 Traktor Luisenthal
21 La Bora 3,7 4,0 Aufbau Brandenburg
58 Hoch Heidecksburg 2,8 4,0 Hans Brückner

Dezentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1980)

Nr. Titel Ge-
samt-
punkte
Varia-
tions-
anteil
Arrang. bzw.
einreichendes
Kollektiv
66 Auf, auf zur Jagd I 3,8 4,0 Union Mühlhausen
67 Auf, auf zur Jagd II 4,1 4,0 Union Mühlhausen
68 American Patrol I 3,4 3,8 MK Ziegelrode
69 American Patrol II 3,7 4,0 MK Ziegelrode
70 Aisha 3,5 4,0 TSG Lübbenau
71 Am See II 2,5 4,0 Stahl Hettstedt
72 Abschied d. Gladiatoren 3,5 4,0 Chemie PCK Schwedt
73 Am Hochreck 1,6 4,0 SG Kleinröhrsdorf
74 Adlerflug 3,0 2,8 Sachs. Mühlhausen
75 Alt Berlin 2,1 3,5 Chemie Premnitz
76 Berlin Medley 3,0 4,0 Traktor Pritzwalk
77 Bei der Mühle 1,9 3,1 Aufbau K.-M.-Stadt
78 Carmen con brio 3,8 4,0 SG Oberlichtenau
79 Die Ehrenwache II 3,0 2,0 Chemie Rodleben
80 Eine kleine Nachtmusik 3,3 4,0 Baukema Aschersleben
81 Einzug d. Plagiatoren 2,9 3,5 Lok Mühlhausen
82 Einzug d. Gladiatoren II 3,7 4,0 MK Ziegelrode
83 Frei Kugeln 2,4 3,6 Baukema Aschersleben
84 Fatinitza-Marsch 4,4 4,0 Dynamo Halle
85 Fliegerparade 2,0 1,2 Empor Perleberg
86 Großdrebnitzer Paukenpolka 2,2 2,7 SG Großdrebnitz
87 Germanentreue 2,7 2,7 SG Kleinröhrsdorf
88 Geschwindmarsch 2,4 2,4 SG Oberlichtenau
89 Grüße aus Dortmund 2,6 4,0 Robotron Radeberg
90 Gruß aus Kiel 2,0 2,6 Einheit Pritzerbe
91 Heinzelmännchens Wachparade 3,1 4,0 Empor Perleberg
92 Hoch Heidecksburg 3,2 4,0 Sachs. Mühlhausen
93 Hoch Heidecksburg 2,7 2,6 Chemie Premnitz
94 Hoch geht’s her 2,7 3,8 Sachs. Mühlhausen
95 Hinaus in den Maienmorgen 2,0 4,0 Sachs. Mühlhausen
96 Hart am Wind 3,8 4,0 Baukema Aschersleben
97 Junge Spielleute 2,8 3,7 Dynamo Halle
98 Junge Spielleute 3,1 4,0 TSG Lübbenau
99 Jonathan-Marsch 2,1 1,8 Baukema Aschersleben
100 Koline, Koline 2,7 4,0 Union Mühlhausen
101 Kind Bergsti-Jodlerie 3,1 3,6 Traktor Luisenthal
102 Kadettenmarsch 3,6 3,8 Baukema Aschersleben
103 Kaiserl. Hochzeitsmarsch 2,7 3,7 Traktor Pritzwalk
104 Leichte Kavallerie 3,8 4,0 Aufbau Brandenburg
105 Leitmaritzer Schützencorps 2,2 2,3 Baukema Aschersleben
106 Lolita Diana 4,3 4,0 Chemie TW Geraberg
107 Lebensfreude 3,4 4,0 Motor Zeitz
108 Mein Geratal I 3,4 4,0 Chemie TW Geraberg
109 Mein Geratal II 3,8 4,0 Chemie TW Geraberg
110 Musiky-Musiky 2,6 3,7 Union Mühlhausen
111 Musik-Musik I 2,5 3,2 TSG Lübbenau
Nr. Titel Ge-
samt-
punkte
Varia-
tions-
anteil
Arrang. bzw.
einreichendes
Kollektiv
112 Musik-Musik II 2,7 3,4 TSG Lübbenau
113 Mit guter Laune 3,0 4,0 Union Mühlhausen
114 My Fair Lady 4,8 4,0 Union Mühlhausen
115 Musi-nan-Marsch 2,3 3,2 Traktor Pritzwalk
116 Motor-Marsch 2,7 2,5 Baukema Aschersleben
117 Neues Leben 2,4 3,9 SG Oberlichtenau
118 Operettenpotpourrie 2,8 2,8 Baukema Aschersleben
119 Posthornklänge 2,4 1,5 Chemie Apolda
120 Per aspera 2,4 1,0 SG Mittenwalde
121 Parchimer Festmarsch 1,4 0,7 Einheit Parchim
122 Rosamunde 2,8 4,0 Dynamo Halle
123 Rosamunde 2,7 4,0 Traktor Pritzwalk
124 Regimentskinder 3,5 4,0 SG Oberlichtenau
125 Rudolfsklänge 3,3 4,0 Sachs. Mühlhausen
126 Spanischer Zigeunertanz 4,5 4,0 Dynamo Halle
127 Silvaner Marsch 3,5 4,0 Baukema Aschersleben
128 Sirius-Marsch 4,6 4,0 Union Mühlhausen
129 Salut d’Argenteuil 3,5 4,0 SG Oberlichtenau
130 Semper Avanti 2,6 2,6 Baukema Aschersleben
131 Säbeltanz 3,2 3,9 Aufbau Brandenburg
132 San Lorenzo 3,6 4,0 Baukema Aschersleben
133 Sonne im Herzen 3,6 4,0 Union Mühlhausen
134 Sonntagsklänge 2,4 4,0 SG Oberlichtenau
135 Textilacu I 3,6 4,0 Chemie TW Geraberg
136 Textilacu II 3,9 4,0 Chemie TW Geraberg
137 Tausendkünstler 3,2 4,0 Baukema Aschersleben
138 Ungarische Tänze I 4,1 4,0 Dynamo Halle
139 Ungarische Tänze II 4,4 4,0 Dynamo Halle
140 Unterm Linden 2,5 3,8 DEFA Babelsberg
141 Unter d. Sternenbanner 2,7 3,0 Aufbau Brandenburg
142 Volksliederpotpourrie 2,1 3,5 Empor Perleberg
143 Wundermarsch Nr. 29 1,1 Bischofswerda
144 Zigeunerbaron 2,2 0,8 Chemie TW Geraberg
145 Zum Städt’le hinaus 2,8 4,0 Einheit Pritzerbe
146 Im Zigeunerlager 2,7 2,5 Baukema Aschersleben
147 Zeppelinmarsch 3,0 4,0 Chemie PCK Schwedt
148 Zeppelinmarsch 2,0 3,8 Baukema Aschersleben
149 Im Zigeunerlager 3,1 4,0 Sachs. Mühlhausen
150 Salut d’Argenteuil 3,0 4,0 Sachs. Mühlhausen

Noteneinstufungsergebnisse

Zentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1972)

15 Der kreuzfidele Kupferschmied 2,8 4,0 Kommission Spielmannszüge
17 Mit vereinten Kräften II 1,7 Kommission Spielmannszüge
18 Trommlerparade 2,3 2,0 Kommission Spielmannszüge
19 Goldene Trompeten 2,9 4,0 Kommission Spielmannszüge

Zentrale Fassungen (Stand 1. 1. 1980)

20 Lustige Turner 1,7 Kommission Spielmannszüge
21 Castaldo 2,2 3,7 Kommission Spielmannszüge

Alle aufgeführten Titel, zentrale und dezentrale Fassungen, sind in der Wettkampfordnung nachzutragen und für die Wettkämpfe verbindlich.

MARIO BIELIG, Leiter der AG Einstufung Spielmannszüge

Seite 3

Die zentralen Kommissionen der einzelnen Genres

Kommission Blasorchester

Vorsitzender:
Bodo Clauß (Lok Mitte Leipzig), 7025 Leipzig, Kieler Straße 25

Stellvertreter:
Erwin Dietrich (MK Ziegelrode)

Verantwortlicher für Organisation:
Joachim Reinsch (SG Netzschkau)

Verantwortlicher für Jugendfragen:
Dieter Stegemann (SG Rhoden)

Verantwortlicher für Finanzen:
Herbert Kleinert (Reglerwerk Dresden)

Mitarbeiter für Organisation:
Sigmar Möller (Chemie Triptis)

Schriftführer:
Elisabeth Euschler (SG Netzschkau)

Kommission Fanfaren

Vorsitzender:
Leo Ertel (SG Dynamo Potsdam-Stadt), 1500 Potsdam, Haus der Jungen Pioniere, Am Neuen Garten

Stellvertreter für massenpolitische Arbeit:
Dieter Frackowiack (ASG Vorwärts Strausberg)
Dieter Kjesa (Pionierhaus Hoyerswerda)

Stellvertreter für Organisation/Finanzen:
Helga Dietrich (Einheit Pädagogik Leipzig)

Verantwortlicher für Aus- und Weiterbildung:
Heinz Lasch (Fortschritt Teichwolframsdorf)

Verantwortlicher Übungsleiter:
Bernhard Bosecker (SG Dynamo Potsdam-Stadt)

Verantwortlicher für Kampfrichterwesen:
Gerhard Schulze (Turbine Golzow)

Kampfrichterobmann:
Siegfried Strohm (SG Dynamo Potsdam-Stadt)

Kommission Rechtswesen

Vorsitzender:
Lothar Noltin (CM Veritas Wittenberge), 2900 Wittenberge, Gehrenweg 29

1. Stellvertreter:
Erich Rous (CM Veritas Wittenberge)

Stellvertreter der AG Technik:
Rolf Lorenz (Union Mühlhausen)

Stellvertreter der AG Kampfrichter/Wettkämpfe:
Mario Bielig (SG Dynamo Halle)

Kommission Schalmeien

Vorsitzender:
Günter Schlaefke (Dynamo Hohenschönhausen), 1140 Berlin, L.-Zietz-Straße 129

Stellvertreter:
Karl Nonnenmacher (SG Zinna)

Leiter des Zentralen Schalmeienorchesters:
Wolfgang Schröter (Dynamo Hohenschönhausen)

Verantwortlicher für FDJ- und Pionierarbeit:
Karola Stutz (Dynamo Malchin)

Verantwortlicher für Nachwuchskollektive:
Fridolin Jahn (SG Kleinreinsdorf)

Verantwortlicher für Wettkämpfe/Veranstaltungen:
Ellen Regler (Dynamo Hohenschönhausen)

Verantwortlicher für Kampfrichter:
Kurt Taegner (Lok Brandenburg)

Verantwortlicher für Einstufung/Noten:
Herbert Klein (Lok Brandenburg)

Verantwortlicher für Technik/Übungsleiter:
zur Zeit Karl Nonnenmacher (SG Zinna)

Verantwortlicher für Finanzen und Protokolle:
Dieter Edler (Dynamo Hohenschönhausen)

Kommission Erwachsenen-Spielmannszüge

Vorsitzender:
Werner Czerwinka (Dynamo Halle), 4090 Halle-Neustadt, Block 211/11

Stellvertreter für Organisation:
Dieter Knoppe (Einheit Ruhland)

Stellvertreter für Kultur und Bildung:
noch nicht benannt

Stellvertreter für musikalisch-technische Arbeit:
Hans Brückner (SG Mittenwalde)

Leiter des Zentralen Mädchenspielmannszuges:
Helga Neuwirth (Stahl Freital)

Verantwortlicher für Wettkämpfe:
Dieter Weise (Dynamo Halle)

Verantwortlicher Übungsleiter:
Erwin Dietrich (MK Ziegelrode)

Verantwortlicher für Einstufung:
Mario Bielig (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Finanzen:
noch nicht berufen

Verantwortlicher für Protokoll/Ordnung/Sicherheit:
Günther Ruhland (Einheit Ruhland)

Kommission Nachwuchs-Spielmannszüge

Vorsitzender:
Rolf Lorenz (Union Mühlhausen), 5700 Mühlhausen, Marcel-Verfaillie-Allee 52

Stellvertreter für Kultur und Bildung:
Reinhard Schramm (Chemie TW Geraberg)

Stellvertreter für Organisation:
Paul Müller (TSG Lübbenau)

Verantwortlicher für Finanzen:
Elke Hillebrand (SG Großdrebnitz)

Verantwortlicher für Wettkämpfe:
Fritz Hippe (Turbine Lauta)

Hauptübungsleiter und Leiter der Zentralen Übungsleitergruppe Nachwuchs:
Bernd Neumann (SG Mittenwalde)

Technischer Mitarbeiter:
Peter Jurhel (Dynamo Halle)

Kommission Technik

Vorsitzender:
Rolf Lorenz (Union Mühlhausen), 5700 Mühlhausen, Marcel-Verfaillie-Allee 52

Stellvertreter und musikalischer Leiter:
Bodo Clauß (Lok Mitte Leipzig)

Verantwortlicher für musikalisch-technische Weiterentwicklung:
Hans Brückner (SG Mittenwalde)

Verantwortlicher für Kampfrichter und Einstufung:
Mario Bielig (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Aus- und Weiterbildung:
Erwin Dietrich (MK Ziegelrode)

Verantwortlicher für Wettkämpfe und Statistik:
Dieter Weise (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Spielmannszüge Erwachsene:
Werner Czerwinka (Dynamo Halle)

Verantwortlicher für Spielmanszüge Nachwuchs:
Bernd Neumann (SG Mittenwalde)

Verantwortlicher für Fanfarenzüge:
Bernhard Bosecker (Dynamo Potsdam-Stadt)

Verantwortlicher für Schalmeienkapellen:
Wolfgang Schröter (Dynamo Hohenschönhausen)

Verantwortlicher für Zentralen Mädchenspielmannszug:
Helmut Schröder (Motor Altenburg)

Mitarbeiter Fanfarenzüge:
Leo Ertel (Dynamo Potsdam-Stadt)

Mitarbeiter Schalmeienkapellen:
Ursula Friedrich (Dynamo Hohenschönhausen)

Notenwart:
Petra Nacovsky (Stahl Freital)

Verantwortlich für Protokoll:
Sylvia Köhler (Stahl Freital)

AUSSCHREIBUNG

zu den Bereichsmeisterschaften Nord der Fanfarenzüge und Schalmeienkapellen des DTSB der DDR

1. Veranstalter:

Zentrale Spielleutekommission und BFA Spielleute Berlin

2. Mit der Durchführung beauftragt:

BSG Rotation Prenzlauer Berg Berlin

3. Teilnehmer:

Alle in die Bereichsklasse Nord eingestuften Fanfarenzüge und Schalmeienkapellen des DTSB der DDR

4. Wettkampfort:

Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (kleines Stadion), 1055 Berlin, Cantianstraße

5. Termin:

17. Mai 1980

6. Anreise:

16. Mai 1980 bis 11 Uhr am Wettkampfort

7. Abreise:

17. Mai 1980

8. Wettkampfbedingungen:

Nach der gültigen WKO des DTSB vom 1. Januar 1978 und den im „tambour“ veröffentlichten sowie durch die Kommissionen Technik, Fanfaren und Schalmeien beschlossenen Zusätzen

9. Termin der Meldung und Einzahlung:

a) Meldebogen bis 15. Februar 1980 an Detlef Thews, 1197 Berlin, Herweghstraße 15

b) Einreichung der Noten und Kurzbiographie: Pflichtmärsche, Kürmärsche und Kurzbiographie entsprechend der WKO bis 15. April 1980 ebenfalls an Detlef Thews

10. Fahrgeldrückerstattung:

Rückerstattung erfolgt gemäß Finanzhandbuch des DTSB der DDR nach bestätigter, ordnungsgemäßer Rückgabe der Quartiere

KLUGE, BFA Berlin

Seiten 4 & 5

Signale aus dem Havelland

Es hieße schon, die berühmten Eulen nach Athen tragen, wollte man allein von den Erfolgen des Fanfarenzuges „Dr. Richard Sorge“ berichten, denn daß die Potsdamer seit vielen Jahren das Niveau der Fanfarenmusik innerhalb der Spielleutebewegung bestimmen, weiß jeder, der sich in diesem Metier ein wenig auskennt. Erinnert sei hier nur an die große Musikschau im Leipziger Zentralstadion während der Sportschau des VI. Turn- und Sportfestes 1977, wo die Potsdamer mit ihren Solobläsern und Kesselpaukern (unter letzteren als absolute Neuheit auch zwei Mädchen) zu den besonderen Attraktionen gehörten.

Im übrigen sei auf die Chronik verwiesen, an dieser Stelle soll mehr über den Entwicklungsweg des Zuges berichtet werden. Dieser ist untrennbar mit dem Namen Klaus Gesierich verbunden, der am 30. Juni 1963 mit fünf Pionieren aus der Babelsberger Schule 21 den Grundstein legte für einen Fanfarenzug, der anfangs mit der Zielstellung arbeiete, Bläser und Trommler für die Umrahmung von Fahnenappellen der Schule auszubilden.

Den ersten öffentlichen Auftritt gab es im Oktober 1963 anläßlich der Volkswahlen. Ebenfalls, und dies natürlich nicht zufällig, fiel der 1000. Auftritt des Kollektivs auf einen Wahlsonntag, dem 20. Mai 1979. Zwischenzeitlich fungierte der Pionierfanfarenzug als jener der Stadt Potsdam, aber erst mit Übernahme durch die SG Dynamo Potsdam-Stadt im Juni 1969 und der Einreihung in das Wettkampfsystem des DTSB der DDR begann die kontinuierliche Leistungsentwicklung des Klangkörpers.

Viel profitierten die Mitglieder von ihrer Teilnahme am V. Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig, und beim ersten ordentlichen Leistungsvergleich während des Treffens Junger Sozialisten anläßlich des 20. Jahrestages der DDR wurde auf Anhieb Rang zwei belegt. Seit 1970 folgten dann regelmäßig DDR-Bestentitel und seit 1978 jeweils der DDR-Meistertitel ihres Genres.

43 Spielleute baten um Aufnahme in die Partei der Arbeiterklasse

Der langjährige Sektionsleiter Genosse Leo Ertel, seit Bestehen des Fanfarenzuges selbst dessen Mitglied, weiß aber nicht nur von den musikalisch-sportlichen Erfolgen zu berichten. Er erklärt auch das Grundmotiv der Arbeit in und mit diesem Fanfarenzug: „Unser Hauptziel ist eine wirksame, klassenmäßige politisch-ideologische Erziehungsarbeit, mit unseren Mitteln Fanfare und Trommel, mit dieser speziellen Musik, begeistern wir unsere Mitglieder auf eine kindes- bzw. jugendgemäße Weise. Auf der Verbindung dieser beiden Komponenten beruht wohl in erster Linie unser Erfolg.“

Zwei Zahlen nur sollen dafür als Beleg gelten: seit 1970 wurden 43 Mitglieder des Fanfarenzuges in die Reihen der Partei der Arbeiterklasse, der SED, aufgenommen. 60 faßten den Entschluß, Angehörige der bewaffneten Organe, Soldaten auf Zeit, Berufssoldaten zu werden.

Im Fanfarenzug „Dr. Richard Sorge“ wird also nicht nur getrommelt und geblasen; das bestimmt auch den wesentlichen Teil der Arbeit des rührigen FDJ-Aktivs, das die Auseinandersetzung und Selbsterziehung im Kollektiv fördert, jeden veranlaßt, Position zu beziehen. Da werden regelmäßig persönliche Gespräche geführt über Einsatzbereitschaft, die Leistungen in der Schule oder bei der Berufsausbildung, da werden persönliche Aufträge vergeben, die umfangreiche Chronik geführt (aus der übrigens auch einiges auf dieser Seite verarbeitet ist).

„Die zehn Jahre Erfolg des Fanfarenzuges sind auch untrennbar verbunden mit zehn Jahre wirksamer Arbeit des FDJ-Aktivs“, urteilte Leo Ertel. Diese Wirksamkeit zeigt sich sowohl in politischen Diskussionen, bei der Wandzeitungsarbeit, vor allem auch bei der Führung des Wettbewerbes.

Seit 1972 wird die beste Arbeitsgruppe ermittelt. In die Bewertung fließen die Zahl der Übungsstunden, Auftrittsbeteiligung, musikalische Leistungen, Ordnung und Disziplin u. a. ein. In den regelmäßigen Ferien- und Trainingslagern bewähren sich die Mitglieder des FDJ-Aktivs als Gruppenhelfer ebenso wie bei der Mitgestaltung eines interessanten und abwechslungsreichen Lagergeschehens. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch noch das gute Verhältnis zur FDJ-Bezirksleitung, wodurch Kapazitäten in Pionierlagern erschlossen werden konnten, das Pionierhaus als Trainingsstätte zur Verfügung stand, nicht zuletzt auch die Auszeichnung mit einer Reise in einem FDJ-Freundschaftszug zu den höchsten Ehrungen im Kollektiv gehört.

Im Sinne Richard Sorges arbeiten und leben

Eine besondere Rolle in der Geschichte des Fanfarenzuges spielte der Kampf um den ehrenvollen und verpflichtenden Namen „Dr. Richard Sorge“. In Vorbereitung des zehnjährigen Bestehens des Fanfarenzuges wurde 1972 der Antrag gestellt. Es galt nun in besonderem Maße, alle Aufgaben in höchster Qualität zu erfüllen. Leben und Kampf Richard Sorges wurden erforscht, wobei vor allem die Auseinandersetzung mit dem Buch „Dr. Sorge funkt aus Tokio“ half. Die Namenverleihung 1973 zählte und zählt als die höchste der gewiß nicht wenigen Auszeichnungen des Fanfarenzuges, der sich würdig zu erweisen eine ständige Verpflichtung für alle Mitglieder ist.

Wie dies geschieht, zeigt das Beispiel des Dia-Ton-Vortrages über Dr. Sorge, der von Petra Schiffner vorbereitet und 1978 erstmals gezeigt wurde. In Verbindung mit den Büchern „Sonjas Rapport“ und „Dr. Sorge funkt aus Tokio“ wurde anschließend eine Diskussion geführt zu der Frage: „Was ist heute revolutionär?“ Auch hier war das gesamte FDJ-Aktiv beteiligt. Gesucht wird weiter nach anderen Formen der Ehrung, wie Auftritten bei weiteren Namensverleihungen oder dem Erfahrungsaustausch mit anderen Sorge-Namensträgern.

Was die musikalische Arbeit anbelangt ist bemerkenswert, daß die Potsdamer nicht nur durch ihre eigenen Erfolge und neuen Ideen zur Weiterentwicklung der Spielleutebewegung beitragen. Sie unterstützen maßgeblich andere Fanfarenzüge der DDR, vor allem durch den Einsatz eigener Übungsleiter und Kampfrichter z. B. in zentralen Ausbildungslagern und bei Vergleichswettkämpfen, wobei sie mit ihren Erfahrungen in keiner Weise hinter dem Berg halten.

Bis zu dreimal wird wöchentlich trainiert

Über 15 Übungsleiter und ebensoviele Kampfrichter verfügt der Fanfarenzug gegenwärtig. Sie üben und trainieren zwei- bis dreimal wöchentlich, vor Höhepunkten meist täglich mit den rund 220 Mitgliedern. Das augenblickliche Repertoire umfaßt 25 Titel. Das 18minütige Kürprogramm wird mit 13 Märschen gestaltet, von denen zwölf aus der Feder Bernhard Boseckers stammen, der seit 1974 musikalischer Leiter des Kollektivs ist und hauptberuflich als Diplommusiker am Potsdamer Hans-Otto-Theater arbeitet. Er bildet die Bläser des Zuges aus und kann, auch dank der Einsatzbereitschaft der Mitglieder, viel Neues ausprobieren und einstudieren. So wurden ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten gemeinsam erschlossen, die eben den Vorsprung dieses Fanfarenzuges auf musikalischem und choreographischem Gebiet ausmachen.

(aus Dynamo-Sport)

KLAUS GESIERICH hat den Potsdamer Fanfarenzug vor nahezu 17 Jahren gegründet.

Auftrittshöhepunkte

1964 Deutschlandtreffen in Berlin
1969 V. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig
1969 Treffen Junger Sozialisten in Berlin
1971 IX. Parlament der FDJ in Berlin
1972 Empfang und Verabschiedung Fidel Castros
1973 X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin
1973 25. Jahrestag der Gründung des DTSB der DDR
1974 V. Turn- und Sporttag in Berlin
1974 Fackelzug zum 25. Jahrestag der Gründung der DDR
1975 1200-Jahr-Feier in Mühlhausen
1976 Empfang für die Olympiamannschaft im Palast der Republik
1977 VI. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig
1977 Fest des Roten Oktober in Berlin
1978 VIII. Zentrale Delegiertenkonferenz der SV Dynamo
1979 Nationales Jugendfestival in Berlin
1979 30. Jahrestag der Gründung der DDR

Ronald Handreck, 34. POS Potsdam:

LEO ERTEL, der umsichtige Sektionsleiter, ist von Anfang an dabei.

Frank gab den Anstoß zum Fanfarenspiel

Alljährlich im Zeitraum von September bis in den Dezember hinein haben interessierte Jungen und Mädchen Gelegenheit, sich im Potsdamer Pionierhaus Am neuen Garten bei den Übungsleitern des Fanfarenzuges „Dr. Richard. Sorge“ vorzustellen und das Fanfaren- oder Trommelspiel zu erlernen.

Im Herbst des vergangenen Jahres meldeten sich gleich 60 Pioniere. Soviel wie selten zuvor, da reichten fast die Instrumente nicht. Einer der Neuen war der zehnjährige Ronald Handreck, der zusammen mit einigen seiner Mitschüler aus der Klasse 5 a der 34. POS Potsdam ins Pionierhaus kam. Sein Freund Frank aus der Parallelklasse hatte ihm den Tip gegeben. Und auch seine Mutti, eine Apothekerin, hatte ihm schon lange geraten, sich ein interessantes „Hobby“ zuzulegen. Da Ronald den Fanfarenzug bei Auftritten in Potsdam schon gesehen hatte, war er neugierig genug, es selbst einmal mit der Fanfare zu versuchen: „Anfangs war’s ja ganz schön schwer, nicht bloß das eigentliche Blasen, sondern beim Halten der Fanfaren trat mir immer sehr schnell der Arm weh“, schildert er seine ersten Eindrücke.

Regelmäßiges Üben, zweimal wöchentlich unter fachkundiger Anleitung und täglich zehn Minuten zu Hause, halfen ihm, diese Schwierigkeiten allmählich zu überwinden. „Daheim übe ich immer nachmittags, wenn die anderen Hausbewohner noch zur Arbeit gehen, so hat keiner was dagegen.“

Ronald ist auch ein guter Schüler. Seine Lieblingsfächer sind Ausdruck, Schwimmen und Literatur. Er liest gern spannende Bücher und hat sogar schon selbst eine kleine Tiergeschichte geschrieben. Vielleicht erklären sich daher auch seine augenblicklichen Berufswünsche — Tierarzt oder Schriftsteller.

Jetzt aber übt und trainiert Ronald, der auch für Fußball und Leichtathletik lebhaftes Interesse zeigt, erst noch fleißig mit der Fanfare. Er freut sich nämlich schon jetzt darauf, unter den „Neuen“ beim traditionell ersten Auftritt des Zuges am 1. Mai mit dabeizusein und dann auch Mitglied der SG Dynamo Potsdam-Stadt zu werden.

(Aus Dynamo-Sport)

Auszeichnungen

  • Artur-Becker-Medaille in Gold, Silber und Bronze
  • Verdienstmedaille der NVA in Silber
  • „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“
  • „Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv“
  • „Bester Fanfarenzug“ beim VI. Turn- und Sportfest der DDR
  • „Bestes Kollektiv des Verbandes Musikschau“ bei den X. Weltfestspielen

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Kommission Technik präsentiert: die neue Stabführung

BIRGIT LORENZ, die Stabführerin des Meisters der Erwachsenen-Spielmannszüge Union Mühlhausen.

Mit der heutigen Ausgabe beginnen wir, die neue Stabführung zu veröffentlichen. Sie baut sich weitgehend auf das Ausbildungs-ABC auf und wurde von der Kommission Technik in Zusammenarbeit mit erfahrenen Stabführern erarbeitet. Bei dem Material handelt es sich um Richtlinien, die zum Einstudieren im Kollektiv und zur besseren Beurteilung durch die Kampfrichter beitragen sollen. Bewegungsabläufe sind Detailgetreu widergegeben und durch einprägsame Beispiele wird die Theorie praxisnah vermittelt.

Die vorliegende Stabführung ist Bestandteil des „Lehrbuches für Spielleute“, das sich noch in Arbeit befindet. Die „neue Stabführung“ wurde bereits in den Trainingslagern der Kommission Nachwuchs im Oktober (Heyerode) und Dezember 1979 (Mühlhausen) gelehrt. Dies betraf die Kollektive der Leistungsklasse II und der Allgemeinen Klasse. Im Februar-Trainingslager in Jena-Forst dient sie erneut als Ausbildungsgrundlage.

Jeder Stabführer ist in der Saison 1980 berechtigt, eine Fassung für sich zu verwenden. Die Kampfgerichte erhalten in den Anleitungen der AG KARI die nötigen Hinweise. Diese Übergangslösung ist erforderlich, um in diesem Jahr alle Stabführer auf die ab 1. Januar 1981 verbindliche und dann im Wettkampf anzuwendende Stabführerordnung einzustimmen.

1. Die Aufgaben des Stabführers u. die Bedeutung seiner Zeichen

Der Stabführer ist der direkte Leiter auf musikalischem Gebiet während des Auftrittes. Er ist für die Führung des Kollektivs verantwortlich und hat die spezielle Aufgabe, alle Bewegungsabläufe sowie das Musizieren des Klangkörpers zu leiten und zu lenken. Er dokumentiert in seinem Auftreten sein Persönlichkeitsbild und übt durch Nervenstärke, Ruhe und Sicherheit sowie abgerundete Bewegungsabläufe Ausstrahlungskraft auf sein Kollektiv und die Umwelt aus.

Seine Stabzeichen müssen exakt, sauber und deutlich die Einsätze und Abrisse der Ttitel anzeigen. Durch sein Auftreten und die klare Aussage seiner Anweisungen beeinflußt er das Kollektiv und spornt es ständig zu höheren Leistungen an. Er leitet das Spiel, bestimmt das Tempo und darf sich vom Kollektiv nicht in seiner Zeichengebung beeinflussen lassen. Für den Stabführer gilt der Leitgedanke:

„Wie das Kommando bzw. Stabzeichen, so auch die Ausführung durch die Spielleute.“

1.1. Die Grundstellung des Stabführers

Die Grundstellung des Stabführers ist immer im „Stillgestanden“, ungeachtet, ob sich der Stab in Ruhestellung befindet oder nicht. Der Stabführer steht in aufrechter, straffer Haltung, das Körpergewicht ganz leicht auf die Zehenspitzen verlagert. Die Hacken schließen zusammen und die Schuhspitzen sind eine Handbreite gespreizt. Der Stab steht mit der Spitze nach unten gerichtet und berührt mit ihr vor der linken Schuhspitze (Mitte) den Boden.

1.1.1. Haltung des Stabes in der Grundstellung

Die Kugel ruht vor der Mitte des Körpers. Die rechte Hand umfaßt den Kugelschaft oder den Kugelhals von links unten so, daß der Handrücken zum Körper zeigt und leicht an diesem anliegt.

1.1.2. Körperhaltung in der Grundstellung

Die linke Hand ist mit dem Daumen links neben dem Koppelschloß eingehakt, die Finger sind gestreckt, der Zeigefinger liegt vor dem Koppelschloß an. Unterarm und Hand bilden eine Linie. Beide Ellenbogen werden soweit nach vorn gebracht, daß sie mit der Vorderseite des Körpers eine Linie bilden. Der Blick ist frei geradeaus bzw. auf das Kollektiv gerichtet.

1.2. Das Zeichen zum Stillgestanden

Die Zählzeiten sind grundsätzlich im Tempo 114 (114 Zählzeiten = 114 Schritte in einer Minute) zu zählen. Ausnahmen können konzertante Vorträge bildden, bei denen ein entsprechend vorzugebendes Tempo von der Grundstellung über das Stillgestanden bis zum Einsatz entscheidend sein kann für den Beginn der Darbietung.

Eine Zähleinheit entspricht gleich einem Schritt.

Ungerade Zahlen = linker Fuß

Gerade Zahlen = rechter Fuß

Das Zeichen zum Stillgestanden erfolgt auf fünf Zählzeiten. Um einen sicheren Einsatz zu erzielen, ist eine Vorankündigung für den Stabführer erforderlich (dieser beginnt für sich mit „und“, was einem persönlichen Achtung gleichzusetzen ist). Er zählt chronologisch im entsprechenden Tempo die Zählzeiten 1 bis 5 durch. Das Zählen erfolgt im Stillen ohne Mundbewegungen. Das Umfassen des Stabes am Kugelhals oder Kugelschaft bleibt dem Stabführer überlassen.

2. Stillgestanden u. Aufnehmen der Instrumente bis zum Spieleinsatz

Zählzeit: „und“
persönliches Achtung für Stabführer

Zählzeit: 1

Ausführung:
Anheben des Stabes

Stab- und Armstellung:
kreisförmiges Hochziehen, unten links beginnend

Ausführung der Aktiven:
Spielmannszüge: Stellung der Aktiven im „rührt Euch“, dabei ist das linke Knie leicht eingeknickt, die Hacken stehen zusammen und die Schuhspitzen sind eine Handbreit auseinander.

Signalhornbläser: Sie umfassen mit der rechten Hand das Horn so, daß der Daumen in etwa oben auf dem B-Bogen liegt, das Horn quer mit der unteren Windung an dem rechten Bein anliegt und das Mundstück in Blickrichtung zeigt. Beide Arme werden senkrecht nach unten gehalten.

Fanfarenbläser: Linkes Knie leicht eingeknickt, Fanfare ist quer vor dem Körper, dabei ist die linke Hand am Mundstück eingehakt und zeigt geschlossen und gestreckt nach unten. Die rechte Hand umfaßt die Es/B-Fanfare gegenüber dem Umschaltventil.

Tom-Tom: Linke Hand hält den Trommelstock schräg auf das Trommelfell, Hand berührt dabei den oberen Kesselreifen der Hochtrommel. Rechte Hand mit Stock senkrecht nach unten.

Zählzeit: 2 (und 3)

Ausführung:
Kreisförmiges Hochdrehen des Stabes von links über die Senkrechte bis etwa 30 Grad nach rechts.

Stab- und Armstellung:
Arm und Stab bilden eine Linie, der Handrücken zeigt zum Körper, der Stab steht etwa 30 Grad von der Senkrechten nach rechts und ist leicht nach vorn geneigt.

Zählzeit: 4

Ausführung:
Stab wird im Handgelenk nach links innen gedreht.

Stab- und Armstellung:
Arm und Stab bilden eine Linie, der Handrücken zeigt in Blickrichtung des Stabführers, der Zeigefinger ist am Kugelschaft gestreckt.

Zählzeit: 5

Ausführung:
Der im Handgelenk bei Zählzeit 4 nach links innen gedrehte Stab wird nach unten gezogen.

Stab- und Armstellung:
Kugelunterkante bis Höhe Koppeloberkante rechts neben der Koppelschnalle. Stab ist etwa 30 Grad nach rechts und nach vorn geneigt.

(Fortsetzung auf Seite 7)

Seite 7

(Fortsetzung von Seite 6)

Ausführung der Aktiven:
Mit dem Herabziehen des Stabes auf die Zählzeit 5 strafft sich der Körper zum „Stillgestanden“. Auf die Zählzeit 5 steht alles im „Stillgestanden“.

Flöter: Rechte Hand umfaßt Flöte so, daß sich die Grifflochseite im Handinnern befindet und der gestreckte Zeigefinger auf dem dritten Griffloch der Pastalitflöte bzw. zweiten Griffloch der Metallflöte (vom Blasloch aus) liegt. Der Arm bildet mit der Flöte eine Senkrechte (Flöte liegt nicht an). Linke Hand ist leicht zur Faust geballt, Mittelfinger liegt an der Hosennaht an.

Signalhornbläser: Linke Hand analog Stabführer links neben Koppelschloß so stellen, daß die Finger gestreckt mit dem Zeigefinger die linke untere Ecke der Koppelschnalle berühren und der Daumen neben dem Koppelschloß eingehakt wird. Unterarm und Hand bilden eine Linie. Rechte Hand nimmt Horn mit kleinem Kreisbogen auf und setzt es mit dem Trichter rechts neben der Koppelschnalle vermittelnd auf das Koppel. Das Horn ist in sich waagerecht und wird leicht in seiner Richtung nach rechts geneigt. Beide Ellenbogen werden so weit nach vorn gebracht, daß sie mit der Vorderseite des Körpers eine Linie bilen.

Tamboure: Linke Hand liegt ausgestreckt auf dem Kniebügel (gestraffter Arm), Daumen hakt sich unter die Querstrebe des Bügels. Rechte Hand hält beide Stöcke senkrecht (vorderster Stock mit Spitze nach oben, hinterer Stock umgekehrt) nach unten, dabei ist der Zeigefinger gestreckt.

Lyren: Linke Hand umfaßt den Lyrenrahmen, rechte Hand mit Lyrenschlägel senkrecht nach unten, Zeigefinger gestreckt, Schlägel nicht anliegend.

Große Trommel: Linke Hand hält eine Spannschraube oberhalb des Trommelkessels umfaßt. Rechte Hand mit Trommelschlägel senkrecht nach unten, Zeigefinger am Schaft gestreckt.

Becken: Aufnehmen der Becken in die Vorhalte (etwa Bauch-Brust-Höhe) parallel vor den Körper.

Tom-Tom: Linke Hand hält Trommelstock senkrecht am Trommelkessel herunter und berührt eine Spannschraube, der Daumen hält den Kesselrand fest. Die rechte Hand hält Stock mit Filzkopf senkrecht nach unten.

Fanfarenbläser: Linke Hand läßt Mundstück los und wird mit leicht geballter Faust senkrecht nach unten gestreckt. Rechte Hand zieht Fanfare nach rechts und legt mit gestrecktem Arm und Mundstück in Blickrichtung waagerecht leicht an das Bein an.

Zählzeit: „und“ (6/Zwischenzählzeit)

Stab- und Armstellung:
Stab verbleibt in Ruhestellung analog der Zählzeit 5

Zählzeit: 1 (7)

Ausführung:
Stab wird senkrecht nach oben gestoßen.

Stab- und Armstellung:
Stab und Arm bilden eine Linie, der Zeigefinger ist am Schaft gestreckt.

Zählzeit: 2 (8)
(Pause)

Zählzeit: 1 (9)

Ausführung:
Stab wird im Hangelenk nach links gekippt.

Stab- und Armstellung:
Stab liegt waagerecht über dem Kopf, der Daumen liegt als Stütze unter dem Kugelschaft.

Ausführung der Aktiven:
Tamboure: Erfassen des unteren Trommelreifens rechts neben dem Kniecbügel mit der linken Hand mit Aufschlag auf das Trommelfell mit den Fingerspitzen.

Zählzeit: 2 (10)
(Pause)

Zählzeit: 3 (11)

Stab- und Armstellung:
(Pause)

Ausführung der Aktiven:
Trommel wird mit der linken Hand umgedreht, so, daß der Kniebügel auf dem linken Oberschenkel liegt.

Zählzeit: 4 (12)

Ausführung:
Stab wird im Handgelenk senkrecht nach oben genommen.

Stab- und Armstellung:
Stab bildet mit dem gestreckten Arm eine Linie, Zeigefinger ist am Kugelschaft gestreckt.

Ausführung der Aktiven:
Beide Arme gehen in Brusthöhe, dabei Trommelstöcke waagerecht halten. Die linke Hand ergreift den hinteren Stock, so, daß jede Hand einen Trommelstock hält. Beide Ellenbogen bilden eine Linie.

Zählzeit: 5 (13)

Ausführung:
Stab wird senkrecht nach unten gezogen.

Stab- und Armstellung:
Armstellung analog Zählzeit 5.

Ausführung der Aktiven:
Arme werden mit Trommelstöcken nach unten genommen, Stöcke liegen gekreuzt (der rechte über dem linken) auf der Mitte des Schlagfelles (Schnittpunkt beider Trommelstöcke befindet sich etwa zehn Zentimeter von der Stockspitze entfernt).

Zählzeit: „und“ (14/Zwischenzählzeit)

Ausführung der Aktiven:
Fanfarenzüge: Für Fanfarenzüge erfolgt eine Pause zu den Zählzeiten 14, 15 und 16.

Zählzeit: 1 (15)

Ausführung:
Stab wird mit Kugel nach rechts ausgewinkelt.

Stab- und Armstellung:
Spitze bleibt in bisheriger Lage, der Drehpunkt bildet sich bei der Kordelaufhängung, der rechte Arm ist nach rechts gestreckt und bildet mit dem Stab eine Richtung.

Ausführung der Akiven:
Achtungszeichen zum Instrument aufnehmen.

Zählzeit: 2 (16)

Ausführung:
Stab wird mit Kugel in die Ausgangsstellung zurückgeführt.

Stab- und Armstellung:
Armstellung analog Zählzeit 5.

Zählzeit: 1 (17)

Ausführung:
Stab in seiner Längsrichtung nach oben gestoßen.

Stab- und Armstellung:
Arm und Stab bilden eine Linie etwa 30 Grad nach rechts und vorn geneigt. Handrücken zeigt zum Körper, der Zeigefinger ist am Kugelhals gestreckt.

Ausführung der Aktiven:
Flöter: Beide Arme gehen in Mundhöhe, die Flöte wird eng vor dem Körper (ohne Kreisbogen) nach oben genommen. Die Finger beider Hände sitzen auf den entsprechenden Grifflöchern.

Signalhornbläser: Signalhorn in kurzem Kreisbogen vom Koppel zum Kopf führen, dabei das Mundstück auf die Lippen aufsetzen. Das Signalhorn wird in sich waagerecht gehalten, etwa 60 Grad nach rechts gewinkelt, so, daß am Vordermann vorbeigeblasen werden kann.

Lyra: Rechte Hand geht mit Lyrenschlägel hoch, Schlägel in Bereitschaft auf Mittel der Lyrenleiter.

Zählzeit: 1 (17)

Ausführung der Aktiven:
Becken: Linker Arm mit Becken wird nach links oben, rechter Arm mit Becken nach rechts unten gestreckt.

Große Trommel: Rechter Arm mit Schlägel wird nach rechts oben gestreckt und bildet eine Linie, Zeigefinger am Schaft.

Zählzeit: 2 (18)

Stab- und Armstellung:
Pause

Zählzeit: 3 (19)

Zählzeit: 4 (20)

Ausführung:
Eindrehen des Stabes in seiner Längsachse.

Stab- und Armstellung:
Handgelenk dreht Kugel nach links innen, dabei zeigt der Handrücken in Blickrichtung.

Ausführung der Aktiven:
Bereitschaft zum Spielbeginn (bei Auftakt auf Eindrehen des Stabführers achten).

Zählzeit: 5 (21)

Ausführung:
Stab wird nach unten gezogen.

Stab- und Armstellung:
Stellung der Kugelunterkante oberhalb des Koppels.

Ausführung der Aktiven:
Spielbeginn Spielmannszüge (bis zu diesem Zeitpunkt dürfen die aufgenommenen Instrumente zu den einzelnen Zählzeiten nicht verändert werden; z. B. Becken — Ausnahme in Kürvorträgen zu Wettkämpfen).

Spielbeginn Fanfarenzüge (mit der Zählzeit 5 beginnen die Fanfarenzüge mit dem Locken). Für Fanfarenzüge Zählzeiten analog dem Locken für Spielmannszüge.

Zählzeit: 1 bis 7

Ausführung:
Stab verbleibt beim Locken bis Zählzeit 7 nach unten gezogen.

Stab- und Armstellung:
Stellung der Kugelunterkante oberhalb des Koppels.

Zählzeit: 8

Ausführung:
Stab wird im Handgelenk senkrecht nach oben genommen.

Stab- und Armstellung:
Stab bildet mit dem gestreckten Arm eine Linie, Zeigefinger ist am Kugelschaft gestreckt.

Ausführung der Aktiven:
Achtung für Hochtrommler.

Zählzeit: 9

Ausführung:
Stab wird senkrecht nach unten gezogen.

Stab- und Armstellung:
Armstellung analog Zählzeit 5.

Ausführung der Aktiven:
Schlag der Hochtrommler beim Locken.

Zählzeit: „und“

Zählzeit: 1

Ausführung:
Stab wird mit der Kugel nach rechts ausgewinkelt.

Stab- und Armstellung:
Spitze bleibt in bisheriger Lage, der Drehpunkt bildet sich bei der Kordelaufhängung, der rechte Arm ist nach rechts gestreckt und bildet mit dem Stab eine Richtung.

Ausführung der Akiven:
Achtungszeichen zum Aufnehmen der Instrumente.

Zählzeit: 2

Ausführung:
Stab wird mit Kugel zurückgeführt in die Ausgangsstellung.

Stab- und Armstellung:
Armstellung analog Zählzeit 5.

Zählzeit: 1

Ausführung:
Stab wird in seiner Längsachse nach oben gestoßen.

Ausführung der Aktiven:
Die Fanfare in kurzem Kreisbogen von der rechten Seite zum Kopf führen, dabei das Mundstück auf die Lippen aufsetzen. Die Fanfare wird in sich waagerecht gehalten und etwa 60 Grad nach rechts gewinkelt. Die linke Hand wird zur Hüfte geführt und sitzt mit gestreckten Fingern, die mit Hand und Unterarm eine Linie bilden, auf dem Koppelrand leicht abgewinkelt auf (Hüftlinie).

Zählzeiten bis Spieleinsatz analog der Spielmannszüge (Teil 2 in der nächsten Ausgabe).

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BAUKEMA ASCHERSLEBEN gehört zu jenen Klangkörpern, die im vergangenen Jahr den größten Leistungssprung vollzogen.

Einen Pflichtmarsch in drei Tagen einstudiert

Zum Ausklang des Jahres 1979 organisierte die Kommission Nachwuchs der ZSK in Mühlhausen einen Lehrgang für Nachwuchs-Spielmannszüge, die in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Leistungsklasse II schafften. Die Kollektive von Einheit Wurzen, Chemie Premnitz, Empor Klengel-Serba und Fortschritt Heiligenstadt nutzten diese willkommene Weiterbildungsmöglichkeit, während einige andere Klangkörper absagten. So konnten die SG Mittenwalde und Traktor Hasselfelde zusätzlich eingeladen werden. Mittenwalde reiste auch an. Indes aus Hasselfelde kam kurzfristig (drei Tage vor der geplanten Anreise) die Absage. Schade, den fleißigen Organisatoren an der Mühlhausener Hermann-Matern-Oberschule entstanden so eine Menge zusätzlicher Unkosten, was auf alle Fälle vermeidbar war.

Dem Lehrgangsniveau tat dies freilich keinen Abbruch. 19 Übungsleiter der Zentralen Übungsleitergruppe Nachwuchs widmeten sich intensiv den 120 jungen Spielleuten. An zahlreichen kleinen Trainingsgruppen wurde drei Tage lang mit hohem Effekt geübt, erlernten die Mädchen und Jungen einen Pflichtmarsch ihrer Wahl. Dies wird ihnen mit Sicherheit bei ihrem Auftreten in der Leistungsklasse II zugute kommen.

Sportfreund Thiele, Leiter des Heiligenstädter Kollektivs, urteilte über die Tage in Mühlhausen: „Eine gelungene Sache, dieser Lehrgang. Er spart mir und meinen Ausbildern sechs Wochen intensives Training. Diese Zeit kann ich jetzt zur Festigung des Repertoires nutzen.“

Bernd Neuman und die anderen Übungsleiter der ZÜG haben sich auch alle Mühe gegeben, um das musikalisch-technische Niveau der Kinder spürbar zu verbessern. Darüber hinaus vermochten die Jungen und Mädchen ihre Geschichtskenntnisse an historischer Stätte zu vertiefen. In einer Exkursion durch die Thomas-Müntzer-Stadt machten sie sich mit dem Wirken des großen Revolutionärs im Bauernkrieg vertraut. Ein Höhepunkt war dabei der Besuch des Rathauses, in deren Halle ein Bildnis zeigt, wie Thomas Müntzer den Ewigen Rat einsetzte. Insgesamt ein Erlebnis, das den Jüngsten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

KOMMISSION NACHWUCHS

Junge Stabführer in Lumpzig gut ausgebildet

Stabführer-Nachwuchs wurde in Lumpzig erstmals ausgebildet. Der BFA-Spielleute Leipzig und der KFA Schmölln hatten zu einem Stabführer-Lehrgang eingeladen, den die BSG Traktor Lumpzig organisierte. 15 junge Spielleute von Aktivist Haselbach, Motor Schmölln, der SSG Gößnitz, natürlich vom Gastgeber Traktor Lumpzig sowie ein Sportfreund der Schalmeienkapelle von Dynamo Hohenschönhausen nahmen an diesem Drei-Tage-Lehrgang teil.

Leipzigs BFA-Vorsitzender Erwin Dietrich gestaltete den Übungsablauf. Den Lehrgangsteilnehmern, die zum überwiegenden Teil in ihren Klangkörpern noch nicht als Stabführer tätig sind, wurden umfassende Grundkenntnisse dieses für sie neuen Metiers vermittelt. Erwin Dietrich tat dies in sehr anschaulicher, einprägsamer Art und Weise.

Waren auch die Vorkenntnisse der Stabführer-Debütanten unterschiedlich, erreichten trotzdem alle mit gutem Erfolg das Lehrgangsziel. Dies spricht für den Übungsleiter, stellt aber auch Mitarbeit und Einsatzfreude der 15 Sportfreunde das beste Zeugnis aus.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich die Lumpziger große Verdienste bei der Organisation dieses Lehrganges erwarben. Immerhin waren alle Teilnehmer in Privatquartieren unterzubringen.

Magdeburger BFA im Bezirk Bester

Der Bezirksfachausschuß Spielleute Magdeburg wurde vom DTSB-Bezirksvorstand als „Bester BFA der nichtolympischen Sportarten“ ausgezeichnet. Über 100 neue Mitglieder stießen 1979 zu den Spielleuten im Bezirk Magdeburg. So entstanden Schalmeienkapellen in Mühlingen und Klötze, Fanfarenzüge in Arendsee und bei Aufbau Elbe Magdeburg. Im Kreis Stendal nahm ein neugebildeter KFA Spielleute seine Tätigkeit auf.

Kleinröhrsdorfer bei den »Großen«

Der Nachwuchs-Spielmannszug der SG Kleinröhrsdorf, für das Wettkampfjahr 1980 in die Leistungsklasse I eingestuft, spielt ab sofort als Erwachsenen-Spielmannszug in der Allgemeinen Klasse.

WIR GRATULIEREN

HANS ULLMANN wurde am 28. Januar 50 Jahre alt. Der Karl-Marx-Städter BFA-Vorsitzende und Stabführer des Spielmannszuges von Sachsenring Zwickau hat ein gutes Stück Spielleutegeschichte mitgeschrieben. Er hat sich um die Spielleutebewegung verdient gemacht.

Uwe Klein (5. Januar 1949), Mitglied der Zentralen Spielleutekommission und Vorsitzender des BFA Magdeburg, zum 31. Geburtstag

Gerhard Struthmann (13. Januar 1927), Vorsitzender des BFA Schwerin, zum 53. Geburtstag

Hans Ullmann (28. Januar 1930), Vorsitzender des BFA Karl-Marx-Stadt, zum 50. Geburtstag

recht herzlich und wünschen ihnen weiterhin beste Gesundheit, Schaffenskraft und Wohlergehen sowie noch viele Jahre der Freude und Entspannung im Kreise der Spielleute.


Herausgeber: Bundesvorstand des DTSB der DDR, Abteilung Propaganda/Kultur, Sektor Spielleute — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: Verlagsdruckerei Typodruck - Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4