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Der Tambour/Ausgabe 1977 03: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===
=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===


=== Wir blicken erwartungsvoll auf die erlebnisreichen Tage des Sports ===
==== Wir blicken erwartungsvoll auf die erlebnisreichen Tage des Sports ====
'''Spielleute des DTSB der DDR bereiten voller Liebe, Hingabe u. Einsatzbereitschaft das „VI.“ vor'''
'''Spielleute des DTSB der DDR bereiten voller Liebe, Hingabe u. Einsatzbereitschaft das „VI.“ vor'''
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Auf den Seiten 2 bis 8 bringen wir Auszüge aus dem Referat und einigen Diskussionsbeiträgen.
Auf den Seiten 2 bis 8 bringen wir Auszüge aus dem Referat und einigen Diskussionsbeiträgen.
== Seite 2 ==
=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===
==== Willenserklärung ====
'''An den Präsidenten des DTSB der DDR Manfred Ewald'''
Werter Genosse Manfred Ewald!
[[Datei:DerTambour1977-3-2-1.png|mini|'''ZU DEN BESTEN KLANGKÖRPERN''' der Pionierorganisation gehört der ISKRA-Fanfarenzug aus Leipzig. Foto: Hänel]]
Von unserer heutigen Funktionärskonferenz in der Turnfeststadt Leipzig, an der verdienstvolle Genossen und Sportfreunde der Spielleutebewegung des DTSB der DDR und der Gastgeber-Stadtbezirke des „VI.“ teilnehmen, möchten wir Dir versichern, daß wir alles tun werden, die größte Veranstaltung in der Geschichte von Körperkultur und Sport unseres Landes aktiv mitzugestalten.
Ausgehend von der jüngsten Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees der DDR mit der bedeutsamen Rede des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, beraten wir die hohen Anforderungen für die letzte Phase der Sportfestvorbereitung.
Die politisch-ideologische Arbeit in den Kollektiven und Teilverbänden, das fleißige Üben, um Musik und Bewegung in guter Qualität darzubieten, das enge Zusammenwirken mit den Gastgebern sind die Grundlage für die weitere schöpferische Verwirklichung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED und sind unser Beitrag, den Beschluß des Präsidiums des DTSB der DDR zum 60. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution mit Leben zu erfüllen.
Wir konzentrieren uns darauf, daß sie mit hoher Disziplin, Einsatzbereitschaft, mit Stolz und Optimismus zu den aktiven Gestaltern des Festes gehören und so ihr Vertrauen zur Politik der SED und unserem sozialistischen Staat zum Ausdruck bringen.
Dazu nutzen wir jede Übungsstunde, besonders die Trainingslager im Mai und das zentrale Trainingslager ab 11. Juli in Leipzig.
Zur zielstrebigen Vorbereitung der Abschlußveranstaltung des VI. Turn- und Sportfestes haben wir mit den Freunden der FDJ eine Vereinbarung abgeschlossen.
Als zweitgrößter Übungsverband möchten wir dem Bundesvorstand des DTISB der DDR, dem Präsidium und Dir persönlich versprechen, mit dem Auftreten der Spielleute des DTSB der DDR zum VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 in Leipzig einen würdigen Beitrag zum Gelingen des Festes und zur weiteren allseitigen Stärkung unserer sozialistischen Heimat zu leisten.
'''Sport frei!'''
'''Teilnehmer der Funktionärskonferenz des Übungsverbandes Musikschau'''
Leipzig, am 23. 4. 1977
==== Vereinbarungen sind mit Leben erfüllt ====
'''Aus dem Diskussionsbeitrag von Jürgen Maschner, Stadtbezirksrat für Jugendfragen, Körperkultur und Sport im Stadtbezirk Leipzig West'''
Liebe Sportfreunde!<br />Liebe Genossen!
Zu Eurer heutigen Funktionärskonferenz möchte ich Euch die herzlichsten Grüße des Fest- und Spartakiadekomitees des Stadtbezirk Leipzig West und der Stadt Leipzig überbringen. Es ist erfreulich berichten zu können, daß der Übungsverband Musikschau des DTSB der DDR einschließlich seiner Teilübungsverbände in unserem Stadtbezirk kein Unbekannter mehr ist. Auf der Grundlage der 1975 mit der Leitung des Übungsverbandes abgeschlossenen Vereinbarungen gestaltete sich in den vergangenen Monaten, ja Jahren, eine gute und fruchtbringende Zusammenarbeit mit Vorteilen für beide Partner. Geführt durch das Sekretariat der SED-Stadtbezirksleitung haben wir die im Vertrag festgelegten Aufgaben gemeinsam und kontinuierlich bis zum heutigen Tage erfüllt. Unvergessen sind für uns die vielen Auftritte des Teilübungsverbandes des Übungsverbandes Musikschau zu den verschiedensten gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten im Stadtbezirk.
Über 10 000 Bürger unseres Wohngebietes haben sich vom hohen Leistungsstand der Sportler des Übungsverbandes Musikschau überzeugt. Wir wissen, daß die Spielleute wesentlichen Anteil an der massenpolitischen Vorbereitung des „VI.“ haben und auch in den nächsten Wochen allein durch ihre Auftritte bei den verschiedensten Veranstaltungen Sportfestatmosphäre schaffen.
Worauf konzentrieren wir uns zur Zeit im Stadtbezirk West? im Mittelpunkt unserer gegenwärtigen Tätigkeit steht die weitere Verbesserung der Gemeinschaftsquartiere, der Verpflegungs-, Kultur- und Sporteinrichtungen. Da ich konkret für die Sportanlagen verantwortlich bin, kann ich heute berichten, daß wir im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative in unserem Stadtbezirk allein 57 479 Stunden in Vorbereitung des „VI.“ bisher leisteten. Dabei wurden Werte geschaffen von 466 800 Mark. Und dies alles durch Reparaturbrigaden aus Betrieben und Einrichtungen des Stadtbezirkes West.
Liebe Genossen und liebe Freunde! Wie Patenschaftsbeziehungen zwischen den Teilverbänden des Übungsverbandes Musikschau und Betriebskollektiven unseres Stadtbezirkes in der Praxis aussehen, möchte ich an einem kleinen Beispiel belegen. Die Sportlerinnen und Sportler spielten für die Werktätigen in einigen Betrieben des Stadtbezirkes. Die Kollegen waren so begeistert, daß sich daraufhin sozialistische Kollektive verpflichteten, unter anderem auch die vorgesehenen Räume für die Leitung des Übungsverbandes Musikschau zusätzlich zu renovieren. Wohlgemerkt auch das im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative. Dadurch konnten die Räume im Hauptgebäude des Charlottenhofs nach zweimonatiger Bauzeit fertiggestellt werden.
Im Auftrag unserer daran beteiligten Kollektive möchte ich den symbolischen Schlüssel dem Leiter des Übungsverbandes Musikschau, dem Genossen Rainer Eidenschink, übergeben und wünsche seinem Kollektiv noch viel Erfolg und Tatendrang bei der weiteren Vorbereitung des „VI.“.
Ich möchte im Auftrage des Stadtbezirksbürgermeisters, Heinz Nemetz, versichern, daß wir die Worte des Generalsekretärs des ZK der SED, Erich Honecker, auf der Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees richtig verstanden haben. Der Stadtbezirk West — als Teil der Stadt Leipzig — wird die von Partei und Regierung gestellten Aufgaben bei der Vorbereitung und natürlich auch Durchführung des „VI.“ unter Führung des Sekretariats der SED-Stadtbezirksleitung verwirklichen. Das feste Versprechen kann ich hier abgeben.
== Seite 3 ==
=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===
==== Auf die Spielleute kann man sich in Leipzig jederzeit verlassen ====
'''Aus dem Referat des Leiters des Übungsverbandes Musikschau, Rainer Eidenschink'''
[[Datei:DerTambour1977-3-3-1.png|mini|'''EINEN RÜCKBLICK''' zum V. Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig vermittelt dieses Bilddokument von der Musikschau der Spielleute des DTSB der DDR. Foto: Hänel]]
Zur Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees der DDR am 28. März dieses Jahres, brachte Erich Honecker, Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, die Gewißheit zum Ausdruck, daß das VI. Turn- und Snortfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR den hohen Entwicklungsstand der sozialistischen Körperkultur und des Sports in unserem Lande verdeutlichen werden. „Wir freuen uns schon auf die erlebnisreichen Festtage, auf die farbenfrohe Sportschau, die Musikparaden, die internationalen Wettkämpfe, die beliebten Volkssportveranstaltungen“, sagte Erich Honecker.
Wenige Wochen vor Beginn der Leipziger Festtage wollen wir zu unserer Funktionärskonferenz beraten, wie wir als zweitstärkster Übungsverband einen würdigen Beitrag zum vollen Erfolg der bisher bedeutsamsten und größten Sportveranstaltung unserer Republik leisten. Gemeinsam wollen wir unser Zusammenwirken in der letzten Phase der Turnfestvorbereitung erörtern, die wir der weiteren Erfüllung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED widmen und die ganz im Zeichen des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution steht.
===== In allen Klangkörpern mehr Übungsstunden =====
Bei der Lösung der weiteren anspruchsvollen Aufgaben und zunehmenden Anforderungen an unsere politische und organisatorische Führungsarbeit, können wir von erheblichen Fortschritten in der Festvorbereitung in unserem Übungsverband ausgehen. Die Erhöhung der wöchentlichen Stunden und deren bessere  Nutzung in zahlreichen Kollektiven, das intensive Üben in den Februar-Trainingslagern der Teilverbände Spielmannszüge Nachwuchs und Mädchen, Schalmeien und Blasorchester sowie das Niveau bei den Bezirksproben verdeutlichen den weiteren Aufschwung in der Formierung unseres Übungsverbandes.
Die Leiter der berufenen Kollektive, die Übungsleiter, Partei- und FDJ-Beauftragten sowie die Funktionäre in den Leitungen und im Gestalterkollektiv haben in vorwiegend fleißiger, ehrenamtlicher Tätigkeit dazu beigetragen, bei unseren Teilnehmern sozialistische Verhaltensweisen zu vertiefen, die musikalische Ausbildung zu verbessern. Gestattet mir deshalb, liebe Genossen und liebe Freunde, Euch im Namen der Leitung des Übungsverbandes für den schöpferischen Elan unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. In solchen Kollektiven wie bei Dynamo Halle, Aktivist Luckenau, Medizin Mühlhausen, Aufbau Brandenburg oder Dynamo Potsdam — um nur einige zu nennen — wirken Genossen und bewährte Sportfreunde für abrechenbaren, zielstrebigen Wettbewerb, dulden sie kein Mittelmaß beim Training, bei Auftritten und Meisterschaften.
===== Die Erfahrungen der Besten künftig besser nutzen =====
„Der Wettbewerb", führte Leonid Breshnew, Generalsekretär des ZK der KPdSU, auf dem XVI. Kongreß der Sowjetgewerkschaften aus, „zeigt nicht nur die Schrittmacher, die Sieger, sondern auch die Nachzügler.“
Die Erfahrungen genannter und anderer Schrittmacherkollektive bei der weiteren Vorbereitung auf das „VI.“ allen nutzbar zu machen, die in den Trainingslagern und den Bezirksproben aufgetretenen Niveauunterschiede schneller zu überwinden, muß unser gemeinsames Anliegen sein. Es kommt jetzt darauf an, der politisch-ideologischen Arbeit mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die Erziehungsarbeit zu forcieren, sozialistische Persönlichkeiten zu entwickeln. Die hohen Anforderungen an unseren insgesamt 4702 Mitgliedern zählenden Übungsverband im Training, zu den Proben und natürlich vor allem dann beim „VI.“ verlangen von uns, mit hoher Einsatzbereitschaft Tag für Tag zu arbeiten, die erkannten Mängel kurzfristig abzustellen. Deshalb ist die Erziehungs- und Ausbildungsarbeit in den Zügen, die konkrete, öffentliche Führung des Wettbewerbes, ganz nach den Ansprüchen des „VI.“ auszurichten.
Liebe Genossen und liebe Freunde!
In den Bezirken muß jetzt die Auswahl der Teilnehmer der berufenen Kollektive nach dem Leistungsprinzip endgültig abgeschlossen werden. Dabei ist gewissenhaft zu prüfen und von der Stärke der Berufung und den geforderten Instrumenten auszugehen. Veränderungen, liebe Freunde, dürfen wir nicht mehr zulassen, denn sie würden den Vorbereitungsprozeß erheblich erschweren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auswertung der Bezirksproben, die in Potsdam, Dresden und Halle im Gesamteindruck, dem Leistungsniveau und in der hohen Teilnahme besonders erfolgreich waren.
Äußerst bedeutungsvoll, darauf möchten wir nochmals verweisen, ist die enge Zusammenarbeit mit den Schulen, Ausbildungs- und Arbeitsstätten, den staatlichen Organen und bei den Kindern und Jugendlichen mit dem Elternhaus. Wo dieser Prozeß kameradschaftlich und eng gestaltert wird, ist eine  wirkungsvolle Vorbereitung, die beste Unterstützung und natürlich auch die entsprechende Freistellung und Urlaubsplanung gewährleistet.
===== Gute Ausgangsposition für zentrales Trainingslager =====
Liebe Freunde und liebe Genossen! Eine gute Ausgangsposition für unseren dreiwöchigen Aufenthalt im Juli in der Turnfeststadt haben wir durch die festen Verbindungen mit den Gastgebern in den Leipziger
Fortsetzung auf Seite 4
== Seite 4 ==
=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===
==== Auf die Spielleute kann man sich verlassen ====
Fortsetzung von Seite 3
Stadtbezirken Südwest, West und Nordost geschaffen. Unter Führung der Leitungen der SED schufen die Genossen und Freunde in den Räten der Stadtbezirke, unseren 14 Quartierschulen und acht Patenbetrieben bereits gute Bedingungen in den Trainingslagern. In den Stadtbezirken wurde das bisherige Auftreten der Spielleute, ihre Disziplin und Vorbereitungsarbeit für das zentrale Lager bis hin zur sinnvollen Freizeitgestaltung gewürdigt. Der Teilverband Spielmannszüge Nachwuchs im Stadtbezirk Nordost wurde als besonders beispielhaft genannt. Die Leitung des Übungsverbandes und die Leiter der Teilverbände hatten kürzlich die Genossen der Räte der Stadtbezirke, der Betriebe und Schulen zu einem nützlichen Erfahrungsaustausch eingeladen. Dort bekräftigten unsere Gastgeber, alles in ihren Kräften stehende für unseren Aufenthalt zu tun.
Liebe Freunde! Gestattet einige Bemerkungen zur Führungs- und Leitungstätigkeit des Übungsverbandes. Langfristig wurden Dokumente erarbeitet, die auf alle Schwerpunkte unserer massenpolitischen, organisatorischen und musikalisch-technischen Arbeit orientieren. Jetzt kommt es darauf an, die Dokumente zur Durchführung des zentralen Lagers und des „VI.“, der abrechenbaren Führung des Wettbewerbes in den Teilverbänden und für den Organisationsbereich mit Verpflegung, Transport, Proben, Quartiere, Kleidung und Freizeitgestaltung abzuschließen.
===== Dank und Anerkennung auch dem Gestalterkollektiv =====
Das Gestalterkollektiv hat eine einwöchige Arbeitsklausur durchgeführt und die Konzipierung des Trainings im zentralen Lager, der Proben und Veranstaltungen für unseren Übungsverband, einschließlich Choreographie und Formationswechsel, im wesentlichen abgeschlossen. Gestattet mir, dem Gestalterkollektiv für die bisherige Arbeit den Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. Manfred Ewald würdigte in seinem Bericht an das Fest- und Spartakiadekomitee die Mühe aller Gestalterkollektive, die vielseitige, interessante und auf hohem sportlichen Niveau stehende Übungen ausgearbeitet haben.
Wir Spielleute werden bei allen Höhepunkten des „VI.“ beteiligt sein. Die erste Bewährungsprobe erfolgt bereits am Sonnabend, dem 23. Juli, wenn zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr eine Abnahmekommission unter Leitung des DTSB-Präsidenten Manfred Ewald unsere Musikschau mit kritischem Blick prüfen wird. Während des Festes werden wir zur Eröffnung mit 4500, bei der Fahnenweihe mit einer Solofanfarengruppe und 400 Erwachsenenspielleuten, im Festzug mit fast 3000 Spielleuten aller Genres, in der Sportschau mit 2800 Sportlerinnen und Sportlern unseres Übungsverbandes in einem 25-Minuten-Programm mit 17 Titeln und im Finale sowie in der Abschlußveranstaltung mit 1200 Spielleuten gemeinsam mit der FDJ das gewachsene Bewußtsein als Agitatoren unserer sozialistischen Sportbewegung bestätigen. Zu acht Eröffnungs- und sechs Abschlußveranstaltungen von Spartakiadewettkämpfen wirken wir ebenfalls mit. Anspruchsvolle Aufgaben also, die wir jetzt und im zentralen Lager erläutern und in bester Qualität einstudieren müssen.
Im zentralen Lager und natürlich während des „VI.“ selbst, stehen unserem Übungsverband ständig neun Ärzte, neun Schwestern und 46 DRK-Gesundheitshelfer zur Verfügung. Notwendig ist jedoch, daß wir alle dem vorbeugenden Gesundheitsschutz größte Aufmerksamkeit widmen, festgelegte Untersuchungen vor der Anreise nach Leipzig durchgeführt werden und alle Spielleute in gutem Gesundheitszustand anreisen.
Liebe Sportfreunde! Die ereignisreichen Festtage des Sports werden am späten Abend des 31. Juli mit dem gemeinsamen Auftritt der Spielleute des DTSB der DDR und des zentralen Musikkorps sowie der Bezirksmusikkorps der FDJ feierlich abgeschlossen. Gemeinsam intonieren wir den Marsch „Auf Freundschaftskurs“ und zum Ausklang des Finales das Schlußmotiv der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens. Durch das Zusammenwirken von DTSB der DDR und FDJ wollen wir demonstrieren, daß beide Massenorganisationen nach dem Ziel streben, eine hohe Qualität der sozialistischen Erziehung und des kulturellen Wirkens unter der Jugend unseres Landes erreichen. Ein bedeutsamer Schritt zur Vorbereitung der Abschlußveranstaltung war der Abschluß einer Vereinbarung mit dem Sportfestverband der FDJ.
===== Besondere Verantwortung dem Nachwuchs gegenüber =====
[[Datei:DerTambour1977-3-4-1.png|mini|'''ZUR GESCHICHTE''' der Spielleutebewegunggehört dieser Bildausschnitt vom Festumzug
des III. Turn- und Sportfestes vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Foto: Hänel]]
Liebe Freunde und liebe Genossen! Unser Übungsverband verlangt von allen genaue Kenntnisse über Dokumente und Aufgaben. Überzeugende politisch-ideologische Arbeit mit jedem Teilnehmer fordert eigenes vorbildliches Verhalten jedes Leiters, gleich in welchem Verantwortungsbereich. In unserem Übungsverband sind Sportler aller Altersgruppen vom Kind bis zum Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter. Das zentrale Lager und vor allem dann das Sportfest selbst, stellen enorme Anforderungen an die physische und psychische Leistungsfähigkeit. Wir meinen, daß wir für unseren Nachwuchs, die Pioniere und jungen FDJ-Mitglieder, eine besondere Verantwortung tragen. Wir wollen alle Festtage auf hohem Niveau erleben, aber natürlich ohne unliebsame Vorkommnisse. Wir wollen gesund, mit unvergeßlichen Eindrücken und Erlebnissen zu unseren Familien, in die Schulen und Arbeitsstätten zurückkehren.
Das verlangt freilich schon jetzt eine umfassende Vorbereitung auch in athletischer Hinsicht. Das Üben der Sportfestmusik muß einhergehen mit regelmäßiger sportlicher Betätigung. In jedem Kollektiv benötigen wir ein richtiges Verhältnis zwischen Training und aktiver Erholung, geistig-kulturellem und sportlichem Leben. Diesen Prozeß abwechslungsreich und für die Genres und Altersgruppen differenziert zu gestalten, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Mit den Leitungen des Übungsverbandes und der Stadtbezirke wurde auch hier eine gute Vorarbeit geleistet.
Die Transportanforderungen für unseren Übungsverband sind ermittelt. Fix und fertig ist das Sonderzugprogramm für die Anreise am 11. Juli und die Abreise am 1. August der Bezirksdelegationen. Zur Beförderung der Nachwuchskollektive stehen uns 31 Reisebusse zur Verfügung. Der Instrumenten- und Gepäcktransport geht per LKW nach Leipzig. Die Versorgung unseres Übungsverbandes erfolgt in zwölf Objekten, während des zentralen Lagers dreimal täglich.
Liebe Freunde! Wir sind von der Überzeugung beseelt, daß die Spielleute des DTSB der DDR auch in der letzten Phase der Turnfestvorbereitung mit Freude und hoher Einsatzbereitschaft an der Verwirklichung ihres Auftrages arbeiten. Sie werden im Sinne des Leitmotivs unseres Übungsverbandes handeln, die Pflege der besten und fortschrittlichsten Traditionen des Liedgutes der deutschen Arbeiter-, Turn- und Sportbewegung zur ureigensten Angelegenheit machen. Ganz im leninschen Sinne wollen wir den Roten Oktober ehren, indem wir die Beschlüsse des IX. Parteitages der SED weiterhin verwirklichen, unsere Republik, die sozialistische Staatengemeinschaft stärken und dadurch die Attraktivität des Sozialismus weiter erhöhen.
== Seite 5 ==
=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===
==== Tägliches Zusammenspiel ohne choreographische Bewegungsabläufe ====
'''Aus dem Diskussionsbeitrag von Rolf Lorenz, Leiter des Gestalterkollektivs des Übungsverbandes Musikschau'''
[[Datei:DerTambour1977-3-5-1.png|mini|'''TREIBT ALLE SPORT''' forderten die „Bildermaler“ der Osttribüne bei ihrer ersten Gesamtprobe vor dem „VI.“. Foto: Pullwitt]]
Die Bezirksproben im März und April waren das Spiegelbild der bisher in unserer Sportfestvorbereitung geleisteten Arbeit. Einige tausend Kilometer Fahrt waren notwendig, um an allen Proben teilnehmen zu können. Der Einsatz der Mitarbeiter des Gestalterkollektivs, denen ich hier Dank und Anerkennung aussprechen möchte, war aber nur dann lohnenswert und sinnvoll, wenn von den Bezirksübungsleitern bis zu den Übungsleitern der einzelnen Kollektive unsere Auswertungen richtig analysiert, die Hinweise beachtet werden.
In alphabetischer Reihenfolge möchte ich mich mit den Bezirksproben beschäftigen:
===== Cottbus =====
Das Alphabet entschied, daß die schlechteste Bezirksprobe zuerst genannt wird. Von vergessenen Einladungen bis zum verspäteten Beginn der Veranstaltung unterliefen dem ausrichtenden Bezirksfachausschuß eine Reihe organisatorischer Fehler, die bei den Cottbusern ernsthafte Überlegungen für ihre weitere Leitungstätigkeit auslösen sollten.
Der an diesem Tage eingesetzte verantwortliche Übungsleiter, der die Bezirksprobe zu leiten hatte, erhielt drei Stunden vor Beginn die Information über seine Aufgabe. Ihm verblieb natürlich keine Zeit mehr, sich technisch perfekt auf die Probe vorzubereiten. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, daß auch das musikalische Niveau nicht befriedigen konnte. Lediglich der Nachwuchs der TSG Lübbenau zeigte technische Perfektion.
===== Dresden =====
In krassem Gegensatz zu Cottbus stand die Dresdner Bezirksprobe. Sie war hervorragend organisiert. Das Niveau der Spielmannszüge und Orchester schätzten wir als gut ein. Schwierigkeiten gab es vielleicht noch beim Hornmarsch „Frohe Klänge“, der in der Sportfestfassung noch nicht perfekt beherrscht wird. Auch der Hornteil zwei der Spielmannszüge wurde von einigen zweimal, statt einmal geblasen. Ein Kernproblem, was sich übrigens durch alle Proben mehr oder weniger zog, war die Dynamik bei den Spielmannszügen. Wenn die Flöter ihre Lautstärke so steigern könnten wie die Tamboure, würden wir 50 Prozent Mitwirkende „einsparen“ können.
Unsere Märsche sind in ihrer Dynamik noch auf das Spiel im einzelnen Kollektiv abgestimmt. Musik mit Massencharakter muß aber Musik bleiben, darf nicht durch die Rhythmusgruppe „zerschlagen“ werden. Sonst halten sich unsere Gäste im Leipziger Zentralstadion die Ohren zu und fragen nach der Veranstaltung, wann die Musik denn nun kommt. Deshalb müssen die Übungsleiter darauf achten, daß die Stabführer Stellen im fortefortissimo auch in piano trommeln können. Erst die Gesamtprobe entscheidet darüber, ob wir die Dynamik der Rhythmusgruppe drosseln müssen oder nicht. Wir dürfen nicht erst im zentralen Lager beginnen, den Aktiven das Leisetrommeln beizubringen.
===== Erfurt =====
Der Bezirk verfügt leider über kein Orchester. Ein Tonband mußte hier die Lücke schließen. Auch der Bezirksübungsleiter fehlte sehr, da er ja die technische Kontrolle bei allen Kollektiven ausüben muß. Die machte sich vor allem bei den Fanfarenzügen von Lok Nordhausen und Traktor Oßmannstedt nachteilig bemerkbar. Beide Klangkörper sind ständige Teilnehmer von zentralen Trainingslagern der Kommission Fanfaren, verstehen es aber nicht, das dort erreichte gute technische Niveau im heimischen Training zu erhalten. Das musikalische Können der Spielmannszüge war gut. Die in Mühlhausen ohne Beanstandungen organisierte Probe litt unter unverständlichen Disziplinlosigkeiten einiger Teilnehmer.
===== Halle =====
Ein gutes Leistungsniveau aller Kollektive ließ diese Bezirksprobe zu einem wirklichen Höhepunkt werden. Diese gelungene Veranstaltung ist ganz dicht hinter der Dresdner einzuordnen.
===== Karl-Marx-Stadt/Gera =====
Die Bezirke Karl-Marx-Stadt und Gera führten ihre Bezirksprobe gemeinsam in Zwickau durch. Auch hier hatte man „vergessen“, einige Kollektive einzuladen. So fehlten ohne eigenes Verschulden die Fanfarenzüge von Greika Greiz und Teichwolframsdorf. Der derzeitige Leistungsstand dieser Kollektive ist uns nun unbekannt und muß im Trainingslager Rerik überprüft werden. Dies kostet dem Teilverband Fanfaren wertvolle Übungszeit.
Die musikalisch-technische Leitung lag in Zwickau in den Händen des Dirigenten und Arrangeurs Albert Adler, der die Probe in hervorragender Weise führte. Bei den Klangkörpern zeigten sich noch technische Mängel im unsauberen Spiel der Flachtrommler und im Nichtaushalten der Notenwerte bei den Flötern. Insgesamt eine Probe, die gut vorbereitet und durchgeführt wurde.
===== Leipzig =====
Bei den Leipzigern passierte
es auch, daß man zum „VI.“ berufene
Kollektive einzuladen
„vergessen“ hatte. Leidtragende
sind die Spielleute des Nachwuchskollektives
Ragewitz-Dürrweitzschen.
Die Klangkörper
aus Wurzen und Mutzschen
zeigten entsprechend ihrer Klassifizierung
gute Leistungen. Offensichtlich
hat aber das Sonderklassen-
Kollektiv_ von Traktor
Taucha erheblich an Format
verloren. Das musikalische
Niveau und auch die Disziplin
konnten nicht befriedigen. Bezeichnend,
daß es die Tauchaer
fertigbrachten, zum Abspielen
des Gesamtrepertoires die Signalhörner
zu Hause zu lassen.
Schlagfolgen der Tamboure in
der mcedernen Liedfolge, Ar-
Fortsetzung auf Seite 6

Aktuelle Version vom 31. März 2026, 15:01 Uhr

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Mai 1977
Nummer: 3/77
Erschienen: 05/1977
Jahrgang: 10
Seiten: 8
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Seite 1

BEIM „V.“ DABEI war der Fanfarenzug von Lok Mitte Leipzig, der sich vor der DHfK dem Bildreporter stellte. Foto: Hänel

Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Wir blicken erwartungsvoll auf die erlebnisreichen Tage des Sports

Spielleute des DTSB der DDR bereiten voller Liebe, Hingabe u. Einsatzbereitschaft das „VI.“ vor

Am Sonnabend, dem 23. April 1977, im dichtgefüllten Plenarsaal des Leipziger Neuen Rathauses. Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau. Verdienstvolle Funktionäre der Spielleutebewegung des DTSB der DDR, die besten Übungsleiter und die Leitung des zweitgrößten Übungsverbandes des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR beraten die Aufgaben, die bis zum „VI.“ in Leipzig noch zu bewältigen sind. An der sehr konstruktiven, schöpferisch-kritischen Beratung, die bewies, daß sich die Spielleute voller Optimismus, Liebe und Engagement auf das bisher größte Fest der Körperkultur und des Sports in unserem Lande vorbereiten, nahmen zahlreiche Ehrengäste teil. An der Spitze die Vizepräsidenten des DTSB der DDR Bernhard Orzechowski und Johannes Rech, der Leiter des Organisationsbüros des „VI.“, Willi Lehmann, der Leiter der Abteilung Sportschau, Hans Drewicke, die Parteisekretäre der acht Patenbetriebe unseres Übungsverbandes und die Direktoren der 14 Schulen, in denen wir unsere Gemeinschaftsquartiere haben werden.

TURNFEST-ATMOSPHÄRE herrschte bereits drei Monate vor dem „VI.“ im Leipziger Zentralstadion. Der Osttribünenverband traf sich zu seiner ersten Gesamtprobe. Hier eines der 35 gelegten Bilder.

Johannes Rech lobte in einem vielbeachteten Diskussionsbeitrag den Elan und Ideenreichtum, mit denen die Spielleute das „VI.“ vorbereiten. „Die Bezirksproben stellten unter Beweis“, sagte der DTSB-Vizepräsident, „daß der Übungsverband Musikschau gut gerüstet in die letzten Wochen vor dem großen Ereignis geht. Beispielhaft für andere Bezirke waren die Proben in Potsdam, Dresden und Halle“, stellte Johannes Rech fest. Den Übungsleitern und den anderen ehrenamtlichen Funktionären versicherte er die hohe Wertschätzung ihrer bedeutsamen gesellschaftlichen Tätigkeit. Unser Sport wäre ohne diese vielen unentbehrlichen Helfer nicht möglich.

Genosse Rech hob die Bedeutung der Spielleute für das Gelingen des Sportfestes besonders hervor. „Die Atmosphäre in Leipzig wird wesentlich von den Spielleuten mit geprägt werden“, meinte er. „Hieraus erwächst allein schon eine enorme Verantwortung. Aber auf die Spielleute war schon immer Verlaß, deshalb ist das Präsidium des DTSB-Bundesvorstandes auch diesmal überzeugt, daß der Übungsverband Musikschau seinen schwierigen Auftrag zuverlässig und in hoher musikalischer und choreographischer Qualität erfüllen wird“, äußerte Johannes Rech.

Als außerordentlich bedeutungsvoll für beide Partner wertete der DTSB-Vizepräsident die zwischen dem Übungsverband Musikschau und dem Sportfestverband der FDJ abgeschlossene Vereinbarung, die weit über das „VI.“ hinaus wirken wird.

Auf den Seiten 2 bis 8 bringen wir Auszüge aus dem Referat und einigen Diskussionsbeiträgen.

Seite 2

Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Willenserklärung

An den Präsidenten des DTSB der DDR Manfred Ewald

Werter Genosse Manfred Ewald!

ZU DEN BESTEN KLANGKÖRPERN der Pionierorganisation gehört der ISKRA-Fanfarenzug aus Leipzig. Foto: Hänel

Von unserer heutigen Funktionärskonferenz in der Turnfeststadt Leipzig, an der verdienstvolle Genossen und Sportfreunde der Spielleutebewegung des DTSB der DDR und der Gastgeber-Stadtbezirke des „VI.“ teilnehmen, möchten wir Dir versichern, daß wir alles tun werden, die größte Veranstaltung in der Geschichte von Körperkultur und Sport unseres Landes aktiv mitzugestalten.

Ausgehend von der jüngsten Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees der DDR mit der bedeutsamen Rede des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, beraten wir die hohen Anforderungen für die letzte Phase der Sportfestvorbereitung.

Die politisch-ideologische Arbeit in den Kollektiven und Teilverbänden, das fleißige Üben, um Musik und Bewegung in guter Qualität darzubieten, das enge Zusammenwirken mit den Gastgebern sind die Grundlage für die weitere schöpferische Verwirklichung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED und sind unser Beitrag, den Beschluß des Präsidiums des DTSB der DDR zum 60. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution mit Leben zu erfüllen.

Wir konzentrieren uns darauf, daß sie mit hoher Disziplin, Einsatzbereitschaft, mit Stolz und Optimismus zu den aktiven Gestaltern des Festes gehören und so ihr Vertrauen zur Politik der SED und unserem sozialistischen Staat zum Ausdruck bringen.

Dazu nutzen wir jede Übungsstunde, besonders die Trainingslager im Mai und das zentrale Trainingslager ab 11. Juli in Leipzig.

Zur zielstrebigen Vorbereitung der Abschlußveranstaltung des VI. Turn- und Sportfestes haben wir mit den Freunden der FDJ eine Vereinbarung abgeschlossen.

Als zweitgrößter Übungsverband möchten wir dem Bundesvorstand des DTISB der DDR, dem Präsidium und Dir persönlich versprechen, mit dem Auftreten der Spielleute des DTSB der DDR zum VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 in Leipzig einen würdigen Beitrag zum Gelingen des Festes und zur weiteren allseitigen Stärkung unserer sozialistischen Heimat zu leisten.

Sport frei!

Teilnehmer der Funktionärskonferenz des Übungsverbandes Musikschau

Leipzig, am 23. 4. 1977

Vereinbarungen sind mit Leben erfüllt

Aus dem Diskussionsbeitrag von Jürgen Maschner, Stadtbezirksrat für Jugendfragen, Körperkultur und Sport im Stadtbezirk Leipzig West

Liebe Sportfreunde!
Liebe Genossen!

Zu Eurer heutigen Funktionärskonferenz möchte ich Euch die herzlichsten Grüße des Fest- und Spartakiadekomitees des Stadtbezirk Leipzig West und der Stadt Leipzig überbringen. Es ist erfreulich berichten zu können, daß der Übungsverband Musikschau des DTSB der DDR einschließlich seiner Teilübungsverbände in unserem Stadtbezirk kein Unbekannter mehr ist. Auf der Grundlage der 1975 mit der Leitung des Übungsverbandes abgeschlossenen Vereinbarungen gestaltete sich in den vergangenen Monaten, ja Jahren, eine gute und fruchtbringende Zusammenarbeit mit Vorteilen für beide Partner. Geführt durch das Sekretariat der SED-Stadtbezirksleitung haben wir die im Vertrag festgelegten Aufgaben gemeinsam und kontinuierlich bis zum heutigen Tage erfüllt. Unvergessen sind für uns die vielen Auftritte des Teilübungsverbandes des Übungsverbandes Musikschau zu den verschiedensten gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten im Stadtbezirk.

Über 10 000 Bürger unseres Wohngebietes haben sich vom hohen Leistungsstand der Sportler des Übungsverbandes Musikschau überzeugt. Wir wissen, daß die Spielleute wesentlichen Anteil an der massenpolitischen Vorbereitung des „VI.“ haben und auch in den nächsten Wochen allein durch ihre Auftritte bei den verschiedensten Veranstaltungen Sportfestatmosphäre schaffen.

Worauf konzentrieren wir uns zur Zeit im Stadtbezirk West? im Mittelpunkt unserer gegenwärtigen Tätigkeit steht die weitere Verbesserung der Gemeinschaftsquartiere, der Verpflegungs-, Kultur- und Sporteinrichtungen. Da ich konkret für die Sportanlagen verantwortlich bin, kann ich heute berichten, daß wir im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative in unserem Stadtbezirk allein 57 479 Stunden in Vorbereitung des „VI.“ bisher leisteten. Dabei wurden Werte geschaffen von 466 800 Mark. Und dies alles durch Reparaturbrigaden aus Betrieben und Einrichtungen des Stadtbezirkes West.

Liebe Genossen und liebe Freunde! Wie Patenschaftsbeziehungen zwischen den Teilverbänden des Übungsverbandes Musikschau und Betriebskollektiven unseres Stadtbezirkes in der Praxis aussehen, möchte ich an einem kleinen Beispiel belegen. Die Sportlerinnen und Sportler spielten für die Werktätigen in einigen Betrieben des Stadtbezirkes. Die Kollegen waren so begeistert, daß sich daraufhin sozialistische Kollektive verpflichteten, unter anderem auch die vorgesehenen Räume für die Leitung des Übungsverbandes Musikschau zusätzlich zu renovieren. Wohlgemerkt auch das im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative. Dadurch konnten die Räume im Hauptgebäude des Charlottenhofs nach zweimonatiger Bauzeit fertiggestellt werden.

Im Auftrag unserer daran beteiligten Kollektive möchte ich den symbolischen Schlüssel dem Leiter des Übungsverbandes Musikschau, dem Genossen Rainer Eidenschink, übergeben und wünsche seinem Kollektiv noch viel Erfolg und Tatendrang bei der weiteren Vorbereitung des „VI.“.

Ich möchte im Auftrage des Stadtbezirksbürgermeisters, Heinz Nemetz, versichern, daß wir die Worte des Generalsekretärs des ZK der SED, Erich Honecker, auf der Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees richtig verstanden haben. Der Stadtbezirk West — als Teil der Stadt Leipzig — wird die von Partei und Regierung gestellten Aufgaben bei der Vorbereitung und natürlich auch Durchführung des „VI.“ unter Führung des Sekretariats der SED-Stadtbezirksleitung verwirklichen. Das feste Versprechen kann ich hier abgeben.

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Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Auf die Spielleute kann man sich in Leipzig jederzeit verlassen

Aus dem Referat des Leiters des Übungsverbandes Musikschau, Rainer Eidenschink

EINEN RÜCKBLICK zum V. Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig vermittelt dieses Bilddokument von der Musikschau der Spielleute des DTSB der DDR. Foto: Hänel

Zur Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees der DDR am 28. März dieses Jahres, brachte Erich Honecker, Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, die Gewißheit zum Ausdruck, daß das VI. Turn- und Snortfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR den hohen Entwicklungsstand der sozialistischen Körperkultur und des Sports in unserem Lande verdeutlichen werden. „Wir freuen uns schon auf die erlebnisreichen Festtage, auf die farbenfrohe Sportschau, die Musikparaden, die internationalen Wettkämpfe, die beliebten Volkssportveranstaltungen“, sagte Erich Honecker.

Wenige Wochen vor Beginn der Leipziger Festtage wollen wir zu unserer Funktionärskonferenz beraten, wie wir als zweitstärkster Übungsverband einen würdigen Beitrag zum vollen Erfolg der bisher bedeutsamsten und größten Sportveranstaltung unserer Republik leisten. Gemeinsam wollen wir unser Zusammenwirken in der letzten Phase der Turnfestvorbereitung erörtern, die wir der weiteren Erfüllung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED widmen und die ganz im Zeichen des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution steht.

In allen Klangkörpern mehr Übungsstunden

Bei der Lösung der weiteren anspruchsvollen Aufgaben und zunehmenden Anforderungen an unsere politische und organisatorische Führungsarbeit, können wir von erheblichen Fortschritten in der Festvorbereitung in unserem Übungsverband ausgehen. Die Erhöhung der wöchentlichen Stunden und deren bessere Nutzung in zahlreichen Kollektiven, das intensive Üben in den Februar-Trainingslagern der Teilverbände Spielmannszüge Nachwuchs und Mädchen, Schalmeien und Blasorchester sowie das Niveau bei den Bezirksproben verdeutlichen den weiteren Aufschwung in der Formierung unseres Übungsverbandes.

Die Leiter der berufenen Kollektive, die Übungsleiter, Partei- und FDJ-Beauftragten sowie die Funktionäre in den Leitungen und im Gestalterkollektiv haben in vorwiegend fleißiger, ehrenamtlicher Tätigkeit dazu beigetragen, bei unseren Teilnehmern sozialistische Verhaltensweisen zu vertiefen, die musikalische Ausbildung zu verbessern. Gestattet mir deshalb, liebe Genossen und liebe Freunde, Euch im Namen der Leitung des Übungsverbandes für den schöpferischen Elan unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. In solchen Kollektiven wie bei Dynamo Halle, Aktivist Luckenau, Medizin Mühlhausen, Aufbau Brandenburg oder Dynamo Potsdam — um nur einige zu nennen — wirken Genossen und bewährte Sportfreunde für abrechenbaren, zielstrebigen Wettbewerb, dulden sie kein Mittelmaß beim Training, bei Auftritten und Meisterschaften.

Die Erfahrungen der Besten künftig besser nutzen

„Der Wettbewerb", führte Leonid Breshnew, Generalsekretär des ZK der KPdSU, auf dem XVI. Kongreß der Sowjetgewerkschaften aus, „zeigt nicht nur die Schrittmacher, die Sieger, sondern auch die Nachzügler.“

Die Erfahrungen genannter und anderer Schrittmacherkollektive bei der weiteren Vorbereitung auf das „VI.“ allen nutzbar zu machen, die in den Trainingslagern und den Bezirksproben aufgetretenen Niveauunterschiede schneller zu überwinden, muß unser gemeinsames Anliegen sein. Es kommt jetzt darauf an, der politisch-ideologischen Arbeit mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die Erziehungsarbeit zu forcieren, sozialistische Persönlichkeiten zu entwickeln. Die hohen Anforderungen an unseren insgesamt 4702 Mitgliedern zählenden Übungsverband im Training, zu den Proben und natürlich vor allem dann beim „VI.“ verlangen von uns, mit hoher Einsatzbereitschaft Tag für Tag zu arbeiten, die erkannten Mängel kurzfristig abzustellen. Deshalb ist die Erziehungs- und Ausbildungsarbeit in den Zügen, die konkrete, öffentliche Führung des Wettbewerbes, ganz nach den Ansprüchen des „VI.“ auszurichten.

Liebe Genossen und liebe Freunde!

In den Bezirken muß jetzt die Auswahl der Teilnehmer der berufenen Kollektive nach dem Leistungsprinzip endgültig abgeschlossen werden. Dabei ist gewissenhaft zu prüfen und von der Stärke der Berufung und den geforderten Instrumenten auszugehen. Veränderungen, liebe Freunde, dürfen wir nicht mehr zulassen, denn sie würden den Vorbereitungsprozeß erheblich erschweren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auswertung der Bezirksproben, die in Potsdam, Dresden und Halle im Gesamteindruck, dem Leistungsniveau und in der hohen Teilnahme besonders erfolgreich waren.

Äußerst bedeutungsvoll, darauf möchten wir nochmals verweisen, ist die enge Zusammenarbeit mit den Schulen, Ausbildungs- und Arbeitsstätten, den staatlichen Organen und bei den Kindern und Jugendlichen mit dem Elternhaus. Wo dieser Prozeß kameradschaftlich und eng gestaltert wird, ist eine wirkungsvolle Vorbereitung, die beste Unterstützung und natürlich auch die entsprechende Freistellung und Urlaubsplanung gewährleistet.

Gute Ausgangsposition für zentrales Trainingslager

Liebe Freunde und liebe Genossen! Eine gute Ausgangsposition für unseren dreiwöchigen Aufenthalt im Juli in der Turnfeststadt haben wir durch die festen Verbindungen mit den Gastgebern in den Leipziger

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Auf die Spielleute kann man sich verlassen

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Stadtbezirken Südwest, West und Nordost geschaffen. Unter Führung der Leitungen der SED schufen die Genossen und Freunde in den Räten der Stadtbezirke, unseren 14 Quartierschulen und acht Patenbetrieben bereits gute Bedingungen in den Trainingslagern. In den Stadtbezirken wurde das bisherige Auftreten der Spielleute, ihre Disziplin und Vorbereitungsarbeit für das zentrale Lager bis hin zur sinnvollen Freizeitgestaltung gewürdigt. Der Teilverband Spielmannszüge Nachwuchs im Stadtbezirk Nordost wurde als besonders beispielhaft genannt. Die Leitung des Übungsverbandes und die Leiter der Teilverbände hatten kürzlich die Genossen der Räte der Stadtbezirke, der Betriebe und Schulen zu einem nützlichen Erfahrungsaustausch eingeladen. Dort bekräftigten unsere Gastgeber, alles in ihren Kräften stehende für unseren Aufenthalt zu tun.

Liebe Freunde! Gestattet einige Bemerkungen zur Führungs- und Leitungstätigkeit des Übungsverbandes. Langfristig wurden Dokumente erarbeitet, die auf alle Schwerpunkte unserer massenpolitischen, organisatorischen und musikalisch-technischen Arbeit orientieren. Jetzt kommt es darauf an, die Dokumente zur Durchführung des zentralen Lagers und des „VI.“, der abrechenbaren Führung des Wettbewerbes in den Teilverbänden und für den Organisationsbereich mit Verpflegung, Transport, Proben, Quartiere, Kleidung und Freizeitgestaltung abzuschließen.

Dank und Anerkennung auch dem Gestalterkollektiv

Das Gestalterkollektiv hat eine einwöchige Arbeitsklausur durchgeführt und die Konzipierung des Trainings im zentralen Lager, der Proben und Veranstaltungen für unseren Übungsverband, einschließlich Choreographie und Formationswechsel, im wesentlichen abgeschlossen. Gestattet mir, dem Gestalterkollektiv für die bisherige Arbeit den Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. Manfred Ewald würdigte in seinem Bericht an das Fest- und Spartakiadekomitee die Mühe aller Gestalterkollektive, die vielseitige, interessante und auf hohem sportlichen Niveau stehende Übungen ausgearbeitet haben.

Wir Spielleute werden bei allen Höhepunkten des „VI.“ beteiligt sein. Die erste Bewährungsprobe erfolgt bereits am Sonnabend, dem 23. Juli, wenn zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr eine Abnahmekommission unter Leitung des DTSB-Präsidenten Manfred Ewald unsere Musikschau mit kritischem Blick prüfen wird. Während des Festes werden wir zur Eröffnung mit 4500, bei der Fahnenweihe mit einer Solofanfarengruppe und 400 Erwachsenenspielleuten, im Festzug mit fast 3000 Spielleuten aller Genres, in der Sportschau mit 2800 Sportlerinnen und Sportlern unseres Übungsverbandes in einem 25-Minuten-Programm mit 17 Titeln und im Finale sowie in der Abschlußveranstaltung mit 1200 Spielleuten gemeinsam mit der FDJ das gewachsene Bewußtsein als Agitatoren unserer sozialistischen Sportbewegung bestätigen. Zu acht Eröffnungs- und sechs Abschlußveranstaltungen von Spartakiadewettkämpfen wirken wir ebenfalls mit. Anspruchsvolle Aufgaben also, die wir jetzt und im zentralen Lager erläutern und in bester Qualität einstudieren müssen.

Im zentralen Lager und natürlich während des „VI.“ selbst, stehen unserem Übungsverband ständig neun Ärzte, neun Schwestern und 46 DRK-Gesundheitshelfer zur Verfügung. Notwendig ist jedoch, daß wir alle dem vorbeugenden Gesundheitsschutz größte Aufmerksamkeit widmen, festgelegte Untersuchungen vor der Anreise nach Leipzig durchgeführt werden und alle Spielleute in gutem Gesundheitszustand anreisen.

Liebe Sportfreunde! Die ereignisreichen Festtage des Sports werden am späten Abend des 31. Juli mit dem gemeinsamen Auftritt der Spielleute des DTSB der DDR und des zentralen Musikkorps sowie der Bezirksmusikkorps der FDJ feierlich abgeschlossen. Gemeinsam intonieren wir den Marsch „Auf Freundschaftskurs“ und zum Ausklang des Finales das Schlußmotiv der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens. Durch das Zusammenwirken von DTSB der DDR und FDJ wollen wir demonstrieren, daß beide Massenorganisationen nach dem Ziel streben, eine hohe Qualität der sozialistischen Erziehung und des kulturellen Wirkens unter der Jugend unseres Landes erreichen. Ein bedeutsamer Schritt zur Vorbereitung der Abschlußveranstaltung war der Abschluß einer Vereinbarung mit dem Sportfestverband der FDJ.

Besondere Verantwortung dem Nachwuchs gegenüber
ZUR GESCHICHTE der Spielleutebewegunggehört dieser Bildausschnitt vom Festumzug des III. Turn- und Sportfestes vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Foto: Hänel

Liebe Freunde und liebe Genossen! Unser Übungsverband verlangt von allen genaue Kenntnisse über Dokumente und Aufgaben. Überzeugende politisch-ideologische Arbeit mit jedem Teilnehmer fordert eigenes vorbildliches Verhalten jedes Leiters, gleich in welchem Verantwortungsbereich. In unserem Übungsverband sind Sportler aller Altersgruppen vom Kind bis zum Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter. Das zentrale Lager und vor allem dann das Sportfest selbst, stellen enorme Anforderungen an die physische und psychische Leistungsfähigkeit. Wir meinen, daß wir für unseren Nachwuchs, die Pioniere und jungen FDJ-Mitglieder, eine besondere Verantwortung tragen. Wir wollen alle Festtage auf hohem Niveau erleben, aber natürlich ohne unliebsame Vorkommnisse. Wir wollen gesund, mit unvergeßlichen Eindrücken und Erlebnissen zu unseren Familien, in die Schulen und Arbeitsstätten zurückkehren.

Das verlangt freilich schon jetzt eine umfassende Vorbereitung auch in athletischer Hinsicht. Das Üben der Sportfestmusik muß einhergehen mit regelmäßiger sportlicher Betätigung. In jedem Kollektiv benötigen wir ein richtiges Verhältnis zwischen Training und aktiver Erholung, geistig-kulturellem und sportlichem Leben. Diesen Prozeß abwechslungsreich und für die Genres und Altersgruppen differenziert zu gestalten, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Mit den Leitungen des Übungsverbandes und der Stadtbezirke wurde auch hier eine gute Vorarbeit geleistet.

Die Transportanforderungen für unseren Übungsverband sind ermittelt. Fix und fertig ist das Sonderzugprogramm für die Anreise am 11. Juli und die Abreise am 1. August der Bezirksdelegationen. Zur Beförderung der Nachwuchskollektive stehen uns 31 Reisebusse zur Verfügung. Der Instrumenten- und Gepäcktransport geht per LKW nach Leipzig. Die Versorgung unseres Übungsverbandes erfolgt in zwölf Objekten, während des zentralen Lagers dreimal täglich.

Liebe Freunde! Wir sind von der Überzeugung beseelt, daß die Spielleute des DTSB der DDR auch in der letzten Phase der Turnfestvorbereitung mit Freude und hoher Einsatzbereitschaft an der Verwirklichung ihres Auftrages arbeiten. Sie werden im Sinne des Leitmotivs unseres Übungsverbandes handeln, die Pflege der besten und fortschrittlichsten Traditionen des Liedgutes der deutschen Arbeiter-, Turn- und Sportbewegung zur ureigensten Angelegenheit machen. Ganz im leninschen Sinne wollen wir den Roten Oktober ehren, indem wir die Beschlüsse des IX. Parteitages der SED weiterhin verwirklichen, unsere Republik, die sozialistische Staatengemeinschaft stärken und dadurch die Attraktivität des Sozialismus weiter erhöhen.

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Tägliches Zusammenspiel ohne choreographische Bewegungsabläufe

Aus dem Diskussionsbeitrag von Rolf Lorenz, Leiter des Gestalterkollektivs des Übungsverbandes Musikschau

TREIBT ALLE SPORT forderten die „Bildermaler“ der Osttribüne bei ihrer ersten Gesamtprobe vor dem „VI.“. Foto: Pullwitt

Die Bezirksproben im März und April waren das Spiegelbild der bisher in unserer Sportfestvorbereitung geleisteten Arbeit. Einige tausend Kilometer Fahrt waren notwendig, um an allen Proben teilnehmen zu können. Der Einsatz der Mitarbeiter des Gestalterkollektivs, denen ich hier Dank und Anerkennung aussprechen möchte, war aber nur dann lohnenswert und sinnvoll, wenn von den Bezirksübungsleitern bis zu den Übungsleitern der einzelnen Kollektive unsere Auswertungen richtig analysiert, die Hinweise beachtet werden.

In alphabetischer Reihenfolge möchte ich mich mit den Bezirksproben beschäftigen:

Cottbus

Das Alphabet entschied, daß die schlechteste Bezirksprobe zuerst genannt wird. Von vergessenen Einladungen bis zum verspäteten Beginn der Veranstaltung unterliefen dem ausrichtenden Bezirksfachausschuß eine Reihe organisatorischer Fehler, die bei den Cottbusern ernsthafte Überlegungen für ihre weitere Leitungstätigkeit auslösen sollten.

Der an diesem Tage eingesetzte verantwortliche Übungsleiter, der die Bezirksprobe zu leiten hatte, erhielt drei Stunden vor Beginn die Information über seine Aufgabe. Ihm verblieb natürlich keine Zeit mehr, sich technisch perfekt auf die Probe vorzubereiten. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, daß auch das musikalische Niveau nicht befriedigen konnte. Lediglich der Nachwuchs der TSG Lübbenau zeigte technische Perfektion.

Dresden

In krassem Gegensatz zu Cottbus stand die Dresdner Bezirksprobe. Sie war hervorragend organisiert. Das Niveau der Spielmannszüge und Orchester schätzten wir als gut ein. Schwierigkeiten gab es vielleicht noch beim Hornmarsch „Frohe Klänge“, der in der Sportfestfassung noch nicht perfekt beherrscht wird. Auch der Hornteil zwei der Spielmannszüge wurde von einigen zweimal, statt einmal geblasen. Ein Kernproblem, was sich übrigens durch alle Proben mehr oder weniger zog, war die Dynamik bei den Spielmannszügen. Wenn die Flöter ihre Lautstärke so steigern könnten wie die Tamboure, würden wir 50 Prozent Mitwirkende „einsparen“ können.

Unsere Märsche sind in ihrer Dynamik noch auf das Spiel im einzelnen Kollektiv abgestimmt. Musik mit Massencharakter muß aber Musik bleiben, darf nicht durch die Rhythmusgruppe „zerschlagen“ werden. Sonst halten sich unsere Gäste im Leipziger Zentralstadion die Ohren zu und fragen nach der Veranstaltung, wann die Musik denn nun kommt. Deshalb müssen die Übungsleiter darauf achten, daß die Stabführer Stellen im fortefortissimo auch in piano trommeln können. Erst die Gesamtprobe entscheidet darüber, ob wir die Dynamik der Rhythmusgruppe drosseln müssen oder nicht. Wir dürfen nicht erst im zentralen Lager beginnen, den Aktiven das Leisetrommeln beizubringen.

Erfurt

Der Bezirk verfügt leider über kein Orchester. Ein Tonband mußte hier die Lücke schließen. Auch der Bezirksübungsleiter fehlte sehr, da er ja die technische Kontrolle bei allen Kollektiven ausüben muß. Die machte sich vor allem bei den Fanfarenzügen von Lok Nordhausen und Traktor Oßmannstedt nachteilig bemerkbar. Beide Klangkörper sind ständige Teilnehmer von zentralen Trainingslagern der Kommission Fanfaren, verstehen es aber nicht, das dort erreichte gute technische Niveau im heimischen Training zu erhalten. Das musikalische Können der Spielmannszüge war gut. Die in Mühlhausen ohne Beanstandungen organisierte Probe litt unter unverständlichen Disziplinlosigkeiten einiger Teilnehmer.

Halle

Ein gutes Leistungsniveau aller Kollektive ließ diese Bezirksprobe zu einem wirklichen Höhepunkt werden. Diese gelungene Veranstaltung ist ganz dicht hinter der Dresdner einzuordnen.

Karl-Marx-Stadt/Gera

Die Bezirke Karl-Marx-Stadt und Gera führten ihre Bezirksprobe gemeinsam in Zwickau durch. Auch hier hatte man „vergessen“, einige Kollektive einzuladen. So fehlten ohne eigenes Verschulden die Fanfarenzüge von Greika Greiz und Teichwolframsdorf. Der derzeitige Leistungsstand dieser Kollektive ist uns nun unbekannt und muß im Trainingslager Rerik überprüft werden. Dies kostet dem Teilverband Fanfaren wertvolle Übungszeit.

Die musikalisch-technische Leitung lag in Zwickau in den Händen des Dirigenten und Arrangeurs Albert Adler, der die Probe in hervorragender Weise führte. Bei den Klangkörpern zeigten sich noch technische Mängel im unsauberen Spiel der Flachtrommler und im Nichtaushalten der Notenwerte bei den Flötern. Insgesamt eine Probe, die gut vorbereitet und durchgeführt wurde.

Leipzig

Bei den Leipzigern passierte

es auch, daß man zum „VI.“ berufene

Kollektive einzuladen

„vergessen“ hatte. Leidtragende

sind die Spielleute des Nachwuchskollektives

Ragewitz-Dürrweitzschen.

Die Klangkörper

aus Wurzen und Mutzschen

zeigten entsprechend ihrer Klassifizierung

gute Leistungen. Offensichtlich

hat aber das Sonderklassen-

Kollektiv_ von Traktor

Taucha erheblich an Format

verloren. Das musikalische

Niveau und auch die Disziplin

konnten nicht befriedigen. Bezeichnend,

daß es die Tauchaer

fertigbrachten, zum Abspielen

des Gesamtrepertoires die Signalhörner

zu Hause zu lassen.

Schlagfolgen der Tamboure in

der mcedernen Liedfolge, Ar-

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