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Der Tambour/Ausgabe 1979 09
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
| Nummer 9/1979 | |
| Nummer: | 9/79 |
| Erschienen: | September 1979 |
| Jahrgang: | 12 |
| Seiten: | 8 |
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Seite 1
HEUTE AUF SEITE
| 2 | Die Zeit, die nach dem „Einbruch“ kam |
| 3 | Im schmucken Jägerkostüm auf Oberhofer Höh‘ |
| 4 | Ein Zehntel entschied für Kleinröhrsdorf |


Seite 2
Die Zeit, die nach dem »Einbruch« kam
Wie der Fanfarenzug von Einheit Pädagogik Leipzig Nordost zur gewohnten Leistungsstärke zurückfand


Im „tambour“, und nicht nur dort, wurde der rapide Leistungsabfall des Fanfarenzuges der BSG Einheit Pädagogik Leipzig Nordost nach dem VI. Turn- und Sportfest der DDR 1977 kritisiert. Der traditionsreiche Klangkörper gehörte seit Jahren zu jenen Fanfarenzügen, die das Niveau dieses Genres in unserem Lande maßgeblich mitbestimmten. Und dann jener Einbruch, der mit dem Abstieg aus der Sonderklasse im vergangenen Jahr seinen Höhepunkt erreichte. Ein Substanzverlust war geduldet wurden, der vor allem in unzureichender Führungs- und Leitungstätigkeit seine Ursache hatte. Dies erkannte man in Leipzig und beschloß Maßnahmen, die den Zug zur gewohnten Leistungsstärke zurückführen sollten. Was wurde verändert?
- Wir bildeten eine neue arbeitsfähige Leitung, die mit aller Konsequenz auf das angestrebte Ziel eingeschworen wurde.
- Das FDJ- und das Pionieraktiv aktivierten wir und bezogen es mit konkreten Aufgaben in die Leitungstätigkeit ein.
- Eine intensive, wirkungsvolle Werbung sollte die Mitgliederzahl von 55 Freunden erheblich anwachsen lassen. Mit 60 Neuzugängen gelang dies eindrucksvoll, so daß wir heute 115 Mitglieder zählen.
- Einen Übungsleiterlehrgang des Bezirksfachausschusses nutzten wir, um zwei talentierte Sportfreunde weiter zu qualifizieren. Einen Übungsleiterlehrgang organisierten wir selbst, in dem schließlich weitere elf Mitglieder unseres Zuges die Bedingungen des Übungsleiters der Stufe I erfüllten.
- Zwei Sportfreunde qualifizierten sich zum Kampfrichter der Stufe 1, da wir auch auf diesem Gebiet die Verantwortung für den Wettkampfbetrieb wahrnehmen wollen.
- In den Ferien nutzten wir ein Trainingslager, um das musikalisch-technische Niveau wieder zu verbessern. 80 Mitglieder von Einheit Pädagogik nahmen hier gemeinsam mit dem neuen DTSB-Fanfarenzug Salzwedel teil.
Die hier in Punkten aufgezählten Maßnahmen hören sich gut an, lassen aber nicht annähernd erkennen, was für Überzeugungsarbeit geleistet werden mußte, um beispielsweise die Trainingsintensität zu erhöhen. Diese Entwicklung verlief ganz und gar nicht reibungslos. Es gab aber auch Probleme, die einfach unnötig waren. So leitete zwar der BFA-Vorsitzende Erwin Dietrich in vorbildlicher Weise unseren Übungsleiterlehrgang, aber finanzielle Mittel stellte uns der BFA nicht zur Verfügung. Dies brachte natürlich einige Sorgen mit sich.
Auch die fehlende Anleitung zur Arbeit mit den FDJ- und Pionieraktivs durch die Fachkommission erleichtert unsere Arbeit nicht gerade.
Wir vermochten innerhalb der „Sportstafette DDR 30“ gute Ergebnisse abzurechnen (siehe die Punkte weiter vorn). Dazu gehört auf alle Fälle auch der Wiederaufstieg unseres Fanfarenzuges in die Sonderklasse. Den Stabilisierungsprozeß wollen wir nun zielstrebig weiterführen. Das Vorbild in musikalisch-technischer Hinsicht kann dabei nur der Potsdamer Fanfarenzug sein.
Hier noch einige Überlegungen von uns, wie die Entwicklung der Fanfarenzugbewegung weitere Impulse erhalten könnte:
- Die Fachkommission darf ihre Aufgaben mit der Anleitung und Unterstützung der Kollektive von Sonder- und Leistungsklasse nicht erschöpft sehen. Alle Fanfarenzüge, auch jene der Bereichsklasse und neugebildete Klangkörper, müssen in die Tätigkeit der Fachkommission einbezogen werden. Dies ist gegenwärtig noch nicht der Fall.
- Bei regionalen Übungsleiterlehrgängen müßte die arteigene Spezifik der Fanfarenzüge mehr berücksichtigt und demzufolge in der Zukunft weitaus mehr Übungsleiter ausgebildet werden.
- Die Kollektive der Sonderklasse und auch der Leistungsklasse sollten sich künftig bemühen, Patenschaften über Klangkörper der Bereichsklasse oder neugebildete Züge zu übernehmen, um ihren reichen Erfahrungsschatz anderen nutzbar zu machen (vielleicht nach dem Beispiel der Spielmannszüge Erwachsene—Nachwuchs).
- Es müßte nochmal ernsthaft geprüft werden, ob die in der Wettkampfordnung festgelegten Kriterien an Bekleidung und Ausrüstung dem tatsächlichen Angebot gerecht werden.
- Nutzt es der Entwicklung unserer Fanfarenbewegung, wenn Kollektive auf ihr Urheberrecht von Fanfarenmärschen bestehen obwohl sie beispielsweise zum VI. Turn- und Sportfest der DDR von allen Fanfarenzügen des DTSB einstudiert wurden?
Dies sind einige Gedanken und Probleme, die uns bewegen und die wir hier im „tambour“ zur Diskussion stellen. Uns würde die Meinung der anderen Fanfarenzüge interessieren, aber auch die der Fachkommission. Wir hoffen, von den Erfahrungen der anderen Nutzen ziehen zu können, zur weiteren Entwicklung der Fanfarenzüge, zum kontinuierlichen Aufschwung unserer Spielleutebewegung.
WOLFGANG MERKER,
Stellvertreter für massenpolitische Arbeit des Fanfarenzuges von Einheit Pädagogik Leipzig Nordost
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3. Fritz-Weineck-Pokalturnier
Im schmucken Jägerkostüm auf der Oberhofer Höh’
Oberhof, das Mekka unserer weltberühmten Rennschlittensportler, Heimat vieler Größen von Schanze und Loipe, attraktives Urlauberzentrum des Thüringer Waldes, stand einige Tage im Banne wirkungsvoller Spielleutemusik. Die Klangkörper des Zentralen Nachwuchsspielmannszuges trugen hier zum dritten Mal ihr Fritz-Weineck-Pokalturnier aus. Dieser Wettkampf wurde zu einem Höhepunkt im politischen Leben der Nachwuchsspielmannszüge, der sicherlich in einprägsamer Erinnerung bleiben wird. Gemeinsam mit antifaschistischen Widerstandskämpfern des Bezirkes Suhl begingen die Spielleute den internationalen Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors, gegen Faschismus und Krieg. Lehrstunden zur weiteren Entwicklung des Geschichtsbewußtseins.
Die besten Nachwuchsspielleute durften im FDGB-Ferienheim „Fritz Weineck“ an einem Forum mit dem Kampfgefährten Werner Seelenbinders, Genossen Raßmann, und der Mitbegründerin der sozialistischen Sportorganisation des Bezirkes Suhl, Genossin Raßmann, teilnehmen. Auch Genosse Koch, Spielmann im Arbeitersportbund, nahm an diesem Forum teil. Ihm imponierte, wie die jungen Spielleute das musikalische Erbe pflegen, Traditionsmärsche, wie etwa den Fichtemarsch, in Ehren halten.
Bevor der eigentliche Wettkampf begann, kam es vor dem Portal des Ferienheimes „Fritz Weineck“ zum feierlichen Eröffnungsappell. Hier wurde das Ehrenbanner des Zentralen Nachwuchsspielmannszuges „Fritz Weineck“ dem besten Klangkörper im Wettbewerb innerhalb der „Sportstafette DDR 30“ verliehen. Mit verständlichem Stolz durfte Sportfreund Wiedenroth für sein Kollektiv von Union Mühlhausen das Ehrenbanner aus den Händen des Stellvertreter des Vorsitzenden der Zentralen Spielleutekommission für Technik und Vorsitzenden der Kommission Nachwuchs, Genossen Lorenz, sowie dem Leiter des Zentralen Spielmannszuges, Sportfreund Hippe, entgegennehmen. Den zweiten Wettbewerbsplatz belegten die Spielleute von Dynamo Halle.
Unter den Klängen des „kleinen Trompeters“ und dem Trompetensolo Toni Schmuckers legten die Spielleute Blumengebinde zum Andenken der antifaschistischen Widerstandskämpfer und Arbeitersportler nieder, deren Vermächtnis sie in Ehren erfüllen wollen.
Über 2000 Zuschauer überzeugten sich dann vom hohen Leistungsstand unseres Spielleutenachwuchses. Im Jägerkostüm bot DDR-Meister Union Mühlhausen das Potpourri „Auf, auf zur Jagd“, das großen Beifall fand. Übrigens auch die Darbietungen von Vizemeister Dynamo Halle mit „Rosamunde“ und den sehr guten Ascherslebenern mit dem Marsch „Mein Regiment“. So kam es zu einem knappen Ausgang. Zwischen dem Pokalsieger Union und dem Dritten, Baukema Aschersleben, liegen ganze 1,90 Punkte Differenz. Dies verdeutlicht die Ausgeglichenheit der Kpllektive an der Spitze.
Union Mühlhausen hat zum dritten Mal hintereinander die Trophäe des Zentralkomitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer gewonnen. Sie geht nun endgültig in den Besitz der Freunde aus Mühlhausen über.
Anklang fand unter den Zuschauern auch der Ausmarsch der Kollektive aus der Küraufstellung heraus mit einem Pflichtumlauf. Oberhof bewährte sich damit einmal mehr als „Premierenstätte“. Hier wurde 1976 die neue Wettkampfordnung erstmals unter Wettkampfbedingungen getestet und 1977 die freie Küraufstellung aus der Taufe gehoben. Also auch in dieser Hinsicht ist Oberhof immer eine Reise wert.
Dies meinen offensichtlich nicht alle Kampfrichter. 25 waren eingeladen. Neun folgten dem Ruf. Dies kann nicht befriedigen und schon gar nicht, wenn man die teils fadenscheinigen Ausreden und unverständlichen Forderungen kennt. Trotzdem leistete das Kampfgericht unter der Leitung Hans Brückners eine lobenswerte Arbeit.
Während Traktor Pritzwalk und Aufbau Brandenburg von vornherein abgesagt hatten, teilte Chemie PCK Schwedt 24 Stunden vor Wettkampfbeginn telegrafisch die Absage mit. Ein Bus soll plötzlich ausgefallen sein. Aber daß man auch aus dem Norden unserer Republik bequem mit dem Zug reisen kann, bewiesen die Perleberger. Schwedt hätte also durchaus eine zumutbare Möglichkeit zum Anreisen gefunden. Dem Veranstalter sind erhebliche Kosten für Quartiere, Verpflegung und Organisation entstanden, die mit einem Telegramm natürlich nicht getilgt sind. Der Schlußstrich unter diese Angelegenheit ist also noch nicht gezogen. Uns würde einmal interessieren, wie man in Schwedt über das Fehlverhalten denkt.
Resultate:
| 1. | Union Mühlhausen | 47,65 |
| 2. | Dynamo Halle | 46,30 |
| 3. | Baukema Aschersleben | 45,75 |
| 4. | Stahl Brandenburg | 42,95 |
| 5. | Stahl Freital | 41,30 |
| 6. | Chemie Geraberg | 40,20 |
| 7. | Empor Perleberg | 40,10 |
KOMMISSION NACHWUCHS
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Übungsleiterlehrgang der Kommission Nachwuchs
Grundschlagarten, Intervalle, Rhythmusgefühl und Erste Hilfe
Die nächsten zentralen Übungsleiterlehrgänge im kommenden Februar

Bestandteil des Arbeitsplanes der Kommission Nachwuchs für den Oktober 1979 war ein Trainingslager besonderer Art. Übungsleiter von Kollektiven der Sonderklasse, der Leistungsklassen I und II sollten aus- bzw. weitergebildet werden. Probleme traten bereits mit der Quartierbeschaffung auf, da der Lehrgang 200 Sportfreunde zusammenfassen sollte. Pro Kollektiv waren zwei Übungsleiter „Melodie“, ein Übungsleiter „Rhythmus“ sowie ein neu auszubildender Nachwuchsstabführer vorgesehen. Indes gelang es uns nur, mit der Goethe-Oberschule Heyerode bei Mühlhausen ein Objekt vertraglich zu binden, das ein Fassungsvermögen von lediglich 60 Aktiven zuließ. So konnte von den entsprechenden Kollektiven nur ein Übungsleiter „Melodie“ bis zur Stufe I und ein Nachwuchsstabführer eingeladen werden.
Unverständlich dann jedoch, daß von 26 Kollektiven nur 21 die Möglichkeit der zentralen Weiterbildung nutzten. 20 Nachwuchsstabführer wurden in den fünf Lehrgangstagen von Birgit Lorenz, Stabführer des DDR-Meisters der Erwachsenen-Spielmannszüge Union Mühlhausen, nach den neuen Stabführer-Richtlinien mit sehr gutem fachlichem und auch pädagogischem Geschick ausgebildet. Diese neuen Richtlinien für Stabführer werden übrigens demnächst veröffentlicht. Sie lehnen sich weitgehend an das Ausbildungs-ABC an.
Nicht alle Kollektive hatten ihre Nachwuchsstabführer nach den geforderten Normen ausgewählt. So war die Stabführerin des Spielmannszuges von Chemie PCK Schwedt erst vier Wochen Mitglied ihres Klangkörpers und mit dem Metier kaum vertraut. Dies begann bei den Marschübungen und ging bis zum Rhythmusgefühl. Nur der Unbefangenheit der Schwedter Sportfreundin ist es zu danken, daß sie nicht resignierte. Ihr kann man schließlich keinen Vorwurf machen. Jedoch den Leitungen jener Kollektive, die bei der Auswahl für Lehrgänge dieser Art gewissenhafter vorgehen sollten.
Parallelen zeigten sich auch bei den Übungsleitern. Der vermittelte Lehrstoff begann hier mit der Einführung in die Notenlehre und setzte sich fort bis zur Umkehrung der Intervalle. Zweifellos ein umfangreiches Programm für die fünf Unterrichtstage.
Die Diplomsportlehrerin Hillebrand, Mitarbeiterin für Finanzen in der Kommission Nachwuchs, vermittelte den 25 Übungsleitern Erkenntnisse der Sportpolitik, Trainingswissenschaft und auch in der Ersten Hilfe.
Bernd Neumann, der sich trotz seines Fernstudiums für den Lehrgang zur Verfügung stellte, nahm die Einführung in die Notenlehre vor, erläuterte die Partiturschreibweise und gab Hinweise zur Wettkampfordnung. Hier nutzte er mit vielen praktischen Beispielen seine langjährigen Kampfrichter-Erfahrungen. Bernd Neumann ist der verantwortliche Übungsleiter der Kommission Nachwuchs und Leiter der Zentralen Übungsleitergruppe Nachwuchs.
Sportfreund Rolf Melle von Union Mühlhausen vertiefte bei den Hilfs- und Übungsleitern der Melodieinstrumente die Kenntnisse in der praktischen Trommellehre sowie der Lyrenausbildung, Grundschlagarten, rhythmische Schlagverbindungen und ihre praktische Vorführung bewiesen den jungen Übungsleitern, daß zum perfekten Trommler nicht nur viel theoretisches Wissen, sondern auch eine ganze Menge Übung gehört. Außer-
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Dresdner Bezirksmeisterschaften
Ein Zehntel entschied für SG Kleinröhrsdorf
Bei den „Großen“ gewann Robotron Radeberg

Geradezu Volksfestcharakter trugen die 79er Dresdner Bezirksmeisterschaften in Zabeltitz. 4000 begeisterte Zuschauer erfreuten sich am soliden Leistungsstand der Klangkörper dieses traditionellen Spielleutebezirkes. Und es gab durchweg packende Kämpfe um die Titel, die schließlich allesamt nach knappen Entscheidungen vergeben wurden.
Bei den Erwachsenen-Spielmannszügen spitzte sich von vornherein alles auf einen Zwei-
(Fortsetzung auf Seite 5)
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(Fortsetzung von Seite 4)


ordentlich interessant und lehrreich gestaltete Rolf Melle auch die Lyrenausbildung, die in diesem Umfang und dieser Art noch nicht gelehrt wurde.
Die spezielle Notenlehre bis zu den Intervallen, stets mit ausführlichen praktischen Beispielen verbunden, sowie die Hornausbildung, mit ihrer Grundlage, der richtigen Atemtechnik, vermittelte Rolf Lorenz, Vorsitzender der Kommission Nachwuchs.
„Das Leistungsniveau der Lehrgangsteilnehmer war sehr unterschiedlich“, konstatierte Rolf Lorenz. „Dies zeigte sich vor allem bei der Lehrprobe und beim Spiel bekannter und unbekannter Märsche.“
Als nahezu perfekte Lyraspielerin erwies sich Kerstin Zeng (Union Mühlhausen). Die Flöte beherrschten Kerstin Weichholz (Stahl Freital), Jana Winkler (Traktor Zabeltitz) und Heidi Katschmarek (Traktor Pritzwalk) am besten. Enttäuscht hingegen war man von den Sportfreunden von Tiefbau Eberswalde, Baukema Aschersleben, Lok Mühlhausen und Sachsenring Zwickau. Hier erwies sich die bereits erwähnte nicht verantwortungsgerechte Auswahl der Übungsleiter für solch einen Lehrgang als sehr nachteilig.
Das in diesem Lehrgang festgestellte Niveau der Übungsleiter der Stufe I sollte den Bezirksfachausschüssen Anlaß sein, die Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter im Territorium gewissenhafter und mit qualifizierten Lehrkräften durchzuführen. Folgendes Beispiel spricht für sich selbst: Von den anwesenden neun Übungsleitern der Stufe I wurde dieser Leistungsstand nachgewiesen:
Lehrprobe:
| Note 1 | 0 Sportfreunde |
| Note 2 | 2 Sportfreunde |
| Note 3 | 3 Sportfreunde |
| Note 4 | 3 Sportfreunde |
| gerade noch 4 | 1 Sportfreundin |
schriftlicher Test:
| Note 1 | 0 Sportfreunde |
| Note 2 | 3 Sportfreunde |
| Note 3 | 2 Sportfreunde |
| Note 4 | 2 Sportfreunde |
| Note 5 | 2 Sportfreunde |
Die Übungsleiterin der Stufe I aus Eberswalde beherrschte nur das Flötenspiel, da in ihrem Kollektiv kein Signalhorn geblasen wird. Infolgedessen war sie nicht in der Lage, theoretische Hinweise zum Erlernen des Hornspiels zu geben, wie es vom Übungsleiter der Stufe I verlangt werden muß. Dies sei nicht als Vorwurf an die Sportfreundin verstanden, eher an jenen abnahmeberechtigten Übungsleiter, der ihr den Ausbildungsnachweis zuerkannte.
Die Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung der Kommission Technik wird sich mit diesen Problemen befassen und Schritte zur Qualitätsverbesserung der Aus- und Weiterbildung einleiten.
Der Stoff, der in Heyerode vermittelt wurde, stellte zugegebenermaßen an die Übungsleiter sehr hohe Anforderungen. Jeder fuhr mit einer Fülle neuer Erkenntnisse in seine Heimatorte zurück. Hier sollte er in seinem Kollektiv das erworbene Wissen schnell weitergeben und in die Trainingsstunden sofort einfließen lassen. Jene Sportfreunde, die das Lehrgangsziel diesmal nicht erreichten, haben sich das notwendige Rüstzeug für eine spätere Qualifizierung geholt.
Die Kommission Nachwuchs führt im Februar 1980 zwei weitere Lehrgänge für Übungsleiter bis zur Stufe II zentral durch. Für jedes Kollektiv käme je ein Trommel- und ein Melodie-Übungsleiter in Frage. Die Auswahl kann also schon jetzt mit dem geforderten Verantwortungsgefühl eingeleitet werden.
KOMMISSION NACHWUCHS
(Fortsetzung von Seite 4)
kampf zwischen Stahl Freital, dem Bezirksmeister des Vorjahres, und Robotron Radeberg zu. Vermochten die Freitaler 1978 mit 3,55 Punkte noch die Nase vorn zu haben, mußten sie diesmal als „zweiter Sieger“ die von Horst Schulze und seinen fleißigen Helfern hervorragend organisierten Wettkämpfe verlassen. Der Klangkörper aus der Bierbrauerstadt vom Ostrand der Dresdner Heide setzte sich mit 0,45 Punkten Vorsprung durch, der sich am Ende sogar auf 1,45 Punkte ausdehnte, da die Freitaler in der Strafskala einen vollen Zähler abgezogen bekamen. Also Triumph für Robotron Radeberg. Der Spielmannszug der Verkehrsbetriebe Dresden konnte die beiden Kollektive aus Radeberg und Freital icht gefährden.
Noch spannender ging es beim Nachwuchs zu. Und auch hier verblüfften vor allem die Radeberger mit einem erheblichen Leistungssprung. Die SG Kleinröhrsdorf, 1978 aus der Sonderklasse abgestiegen, war als eindeutiger Favorit in den Kampf um den Bezirksmeistertitel gegangen. Schließlich reichte es für den renommierten Nachwuchszug gegenüber den Radebergern zu einem ausgesprochen glücklichem Erfolg mit dem kaum wahrnehmbaren Unterschied von 0,1 Punkten.
Die Robotroner packten gegenüber dem Vorjahr immerhin 5,55 Punkte „drauf“. Dies konnte sich sehen lassen. Übrigens fand auch der Zug aus Großdrebnitz viel Anerkennung, der mit den Klangkörpern aus Zabeltitz und Oberlichtenau (1978 in der Sonderklasse) namhafte Kollektive bezwingen konnte. In Radeberg und Großdrebnitz wurde also einiges getan.
Zum guten äußeren Eindruck, den diese Bezirksmeisterschaften machten, gehörte auch das Auftreten des Fanfarenorchesters von Fortschritt Zittau und des Fanfarenzuges des Reglerwerkes Dresden. Natürlich sorgten die im Pokalwettstreit stehenden Sonderklassen-Kollektive der BSG Traktor Zabeltitz, SG Oberlichtenau (Erwachsenen-Spielmannszüge) und Stahl Freital (Nachwuchs-Spielmannszug) für musikalische Höhepunkte.
Resultate:
| Spielmannszüge Erwachsene | ||
|---|---|---|
| 1. | Robotron Radeberg | 49,85 |
| 2. | Stahl Freital | 48,40 |
| 3. | VB Dresden | 39,95 |
| Pokalwettbewerb: | ||
| 1. | Traktor Zabeltitz | |
| 2. | SG Oberlichtenau | |
| Spielmannszüge Nachwuchs | ||
| 1. | SG Kleinröhrsdorf | 45,10 |
| 2. | Robotron Radeberg | 45,00 |
| 3. | SG Großdrebnitz | 41,70 |
| 4. | SG Oberlichtenau | 40,65 |
| 5. | Traktor Zabeltitz | 39,95 |
| 6. | SG Lommatzsch | 31,35 |
| 7. | VB Dresden | 30,70 |

