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Der Tambour/Ausgabe 1977 02

Aus Stabführer.de

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Mai 1977
Nummer: 2/77
Erschienen: 05/1977
Jahrgang: 10
Seiten: 8
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

3 Speisepläne sind bereits komplett aufgestellt
4 Aufstellungsformen für die diesjährigen Bezirkstitelkämpfe
6 Zwischen OP-Saal und einen „aufs Fell ziehen“

Gemeinsam im Finale

Bedeutsame Vereinbarung über Zusammenarbeit der Klangkörper des DTSB der DDR und der FDJ wirkt weit über das VI. Turn- und Sportfest hinaus

In der Vergangenheit musizierte — aus welchen Gründen auch immer — jeder für sich allein. Gemeint sind die Klangkörper des DTSB der DDR und die unseres sozialistischen Jugendverbandes. Vor Beginn der letzten Vorbereitungsphase auf das „VI.“ wurde nun in Berlin eine Vereinbarung über das Zusammenwirken des Übungsverbandes Musikschau und des Sportfestverbandes der FDJ beim Finale des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR unterzeichnet, die weit über das „VI.“ hinaus wirkt und neue Maßstäbe für die künftige Arbeit setzt (auf Seite 3 ist der Wortlaut der Vereinbarung abgedruckt).

Nachdem das zweite Bild der festlichen Abschlußveranstaltung im Leipziger Zentralstadion von einer 15minütigen Musikparade der Spielleute gestaltet wird, beschließen mit dem siebenten Bild 1200 Spielleute des DTSB und 2000 Mitwirkende des zentralen

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Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Auf die Spielleute kann man bauen

DTSB-Vizepräsident Johannes Rech: Spielleute bereiten mit Freude, Liebe und Optimismus das „VI.“ vor

Im Plenarsaal des Leipziger Neuen Rathauses berieten am 23. April die Leitungen der zum „VI.“ berufenen Kollektive, das Führungsgremium des Übungsverbandes Musikschau und weitere verdienstvolle Funktionäre der Spielleutebewegung den gegenwärtigen Vorbereitungsstand auf die Festtage in Leipzig und steckten die Aufgaben für die letzte Phase der Vorbereitung auf das bisher größte Ereignis unserer sozialistischen Körperkultur und des Sports ab.

NUR NOCH WENIGE WOCHEN verbleiben bis zum Beginn des bisher größten nationalen Ereignisses unseres sozialistischen Sports. Hier eine Erinnerung an die Eröffnung der Sportschau beim V. Turn- und Sportfest der DDR vor acht Jahren im Leipziger Zentralstadion. In der ersten Reihe haben die Spielleute auf dem Riesenteppich Aufstellung genommen. Foto: Naumann

Mit herzlichem Beifall wurden zahlreiche Ehrengäste begrüßt, an der Spitze die Vizepräsidenten des DTSB der DDR, Bernhard Orzechowski und Johannes Rech, der Leiter des Orgbüros des „VI.“, Willi Lehmann, die Parteisekretäre der acht Patenbetriebe unseres Übungsverbandes, die Direktoren der 14 Schulen, in denen wir die Gemeinschaftsquartiere haben werden und Täve Schur, der zweifache Exweltmeister im Straßenradsport.

„Das Referat des Leiters des Übungsverbandes Musikschau, Genossen Rainer Eidenschink, und die in einer sachlich-kritischen, schöpferischen Atmosphäre geführten Diskussion bewiesen, daß die Spielleute mit Freude, Liebe, Optimismus und großer Einsatzbereitschaft das VI. vorbereiten“, schätzte Johannes Rech in seinem vielbeachteten Schlußwort ein. Er sprach den ehrenamtlichen Funktio-

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Klasseneinteilung der Fanfarenzüge

SONDERKLASSE

Greika Greiz
Stahl Hettstedt
Einheit Pädagogik Leipzig
Lok Nordhausen
Dynamo Potsdam
Teichwolframsdorf

LEISTUNGSKLASSE

Dynamo Nordwest Berlin
Tiefbau Berlin
Einheit Elsterberg
Fortschritt Hoyerswerda
BBS BKW Lübbenau
Traktor Oßmannstedt

BEREICHSKLASSEN

Gruppe I

Medizin Bad Kösen
Motor Hennigsdorf
Stahl Hennigsdorf
BKW Lübbenau II
Traktor Osterfeld

Gruppe II

Wismut Aue
Glück auf Bleicherode
Traktor Kutzleben
Einheit Neustadt/Orla
Motor Werdau
Einheit Wolfersdorf

Auf die Spielleute...

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nären hohe Anerkennung aus für ihre bedeutsame gesellschaftliche Tätigkeit, das Opfern vieler Stunden Freizeit. Ohne diese unentbehrlichen Helfer ist unser Sport nicht lebensfähig. „Richtig ist“, betonte Genosse Rech, „daß die Spielleute auf allseitige athletische Ausbildung großen Wert legen, da die Belastungen für sie zum ‚VI.‘ so hoch sind wie nie zuvor. Mit Althergebrachtem, mit Routine, kann der zweitgrößte Übungsverband seine enormen Aufgaben in Leipzig nicht lösen. Die Bezirksmeisterschaften sollten ein weiterer Prüfstein in der letzten Vorbereitungsetappe sein.“

In einer Willenserklärung an DTSB-Präsident Manfred Ewald versicherten die Sportlerinnen und Sportler alles zu tun, um die anspruchsvollen musikalischen und choreographischen Aufgaben zum Turn- und Sportfest in bester Qualität zu erfüllen. Auf die 4500 Spielleute des Übungsverbandes Musikschau kann man sich in Leipzig fest verlassen.

Der Fanfarenzug von Einheit Pädagogik erhielt für seine sehr guten Leistungen den Ehrenwimpel des Zentralrates der FDJ.

Im Mai berichten wir in einer achtseitigen Sonderausgabe des „der tambour“ ausführlich über die Funktionärskonferenz.

Trainingslager des zentralen Mädchenspielmannszuges

Von der Amselpolka zur Faschingsdisco

Abwechslungsreiche Übungsstunden verhalfen zu Erreichen des Lehrgangszieles / Solider Leistungsstand nachgewiesen

Zu einem Höhepunkt in den vielfältigen Vorbereitungen auf das „VI.“ gestaltete sich für den zentralen Mädchenspielmannszug das einwöchige Trainingslager Ende Februar in der 42. Polytechnischen Oberschule in Leipzig-Lindenau. 226 Sportlerinnen der SG Benndorf (28 Mitwirkende), der Betriebssportgemeinschaften Fortschritt Cottbus (40), Verkehrsbetriebe Dresden (39), Tiefbau Eberswalde (39), Stahl Freital (51) und Empor Quedlinburg (29) legten Zeugnis ab, von ihrem Leistungsstand wenige Monate vor dem großen Ereignis im Leben unseres Sports.

Im Mittelpunkt des Trainings standen musikalische Einzel- und Gruppenproben sowie choreografische Übungen. Das Repertoire umfaßte im Prinzip alle Titel der Sportfestmusiken, wenn auch der Amselpolka im Trainingslager besondere Aufmerksamkeit galt. Intensiv wurde das Aufstellen der Blockformationen für die Musikschau sowie bestimmte Bewegungsabläufe geübt. Durch die gute Disziplin und Einsatzbereitschaft der meisten Sportlerinnen konnte das Lehrgangsziel erreicht, dem zentralen Mädchenspielmannszug das zu diesem Zeitpunkt erforderliche Leistungsniveau bescheinigt werden.

Natürlich wurde in diesen sechs Tagen auch einiges für die Kondition getan. Wir waren in Leipzig schwimmen und erfüllten auch die Bedingungen für das bronzene Sportabzeichen. Eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung sorgte dafür, daß das Stimmungsbarometer immer hoch anzeigte. Hier sei vor allem an die Faschingsdisko gedacht, die Sportfreund Schüttauf organisierte, und das Kabarett der Leipziger Verkehrsbetriebe. Beeindruckt zeigten sich alle vom Lichtbildervortrag über die Olympiastadt 1980, der sowjetischen Metropole Moskau. Und natürlich lernten wir auch Leipzig näher kennen, vom Völkerschlachtdenkmal zum Schillerhäuschen, von der Thomaskirche zum Uniriesen, von der Iskra-Gedenkstätte zum Georgi-Dimitroff-Museum.

Die Verbindungen des Teilverbandes zum Patenbetrieb, dem VEB Mikrosa im Westen der Messestadt, knüpften wir enger. Dies fand nicht zuletzt im Patenschaftsvertrag seinen Ausdruck, den wir während des Trainingslagers abschlossen.

Zu den Höhepunkten gehörte auch der Besuch des Leiters des Org.-Büro des „VI.“, Willi Lehmann, am Abschlußtag in unserem Quartier. Dies unterstreicht die Wertschätzung, die der Übungsverband genießt.

Helga Neuwirth, Leiterin des Teilverbandes zentraler Mädchenspielmannszug

Mühlhausen knapp vor Brandenburg

Die Nachwuchsspielmannszüge hatten es sich vorgenommen, sich in Leipzig in den Schulen ihrer Gastgeber und den Patenbetrieben auf Wandzeitungen vorzustellen. Dabei investierten alle, gleich ob sie aus Mühlhausen oder Golzow kamen, sehr viel Liebe, Ideen und Fleiß. Ein Wettbewerb zwischen den einzelnen Zügen um die besten Wandzeitungen sollte ein zusätzlicher Anreiz für sehr gute Qualität sein. Von der Teilverbandsleitung waren bestimmte Bewertungskriterien vorgegeben. Die Spielmannszüge sollten mit agitatorischem Geschick ihre Entwicklung darstellen. Die Vorbereitungen auf das „VI.“, die Ausbildung, die Freizeitgestaltung, sportliche Betätigung der Spielleute, die geistig-kulturelle Weiterbildung und die Charakteristika des jeweiligen Heimatortes mit all seinen Traditionen standen im Vordergrund. Und dies ist das Ergebnis des Wettbewerbs (die Zahlen sind die vergebenen Punkte):

1. Medizin Mühlhausen 104
2. Stahl Brandenburg 101
3. Baukema Aschersleben 96
4. Aufbau Brandenburg 90
5. Traktor Luisenthal 86
6. Ragewitz/Dürrweitzschen 84
7. Chemie Geraberg 84
8. Empor Perleberg 82
9. Traktor Pritzwalk 74
10. SG Kleinröhrsdorf 73
11. Traktor Hasselfelde 69
12. Traktor Hirschfeld 65
13. Turbine Golzow 37

Gemeinsam ins Finale

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Musikkorps der FDJ das feierliche Finale zu fast mitternachtlicher Stunde am Abend des 31. Juli im imposanten Kessel des Stadions der 100 000. Hier wird Neuland beschritten, auf das alle mit hohen Erwartungen entgegensehen. „Doch fest steht schon jetzt“, erklärte Michael Leonhardt, amtierender Leiter des Sektors Spielleute beim DTSB-Bundesvorstand, „das von dieser Vereinbarung Impulse ausgehen werden, die auf das künstlerische Niveau der Spielleutemusik für beide Seiten nur von Vorteil sein kann.“

Aus dieser Vereinbarung erwachsen natürlich auch Verpflichtungen. Diese beginnen mit dem perfekten Beherrschen des Repertoires der Abschlußveranstaltung — Marsch „Auf Freundschaftskurs“ und Schlußmotiv der 9. Sinfonie von Beethoven — und münden in vorbildlichem, diszipliniertem Auftreten der Spielleute und FDJler.

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Vereinbarung

zwischen dem Übungsverband „Musikschau des DTSB der DDR“ und dem „Sportfestverband der FDJ“ zur politischen und künstlerischen Vorbereitung der Teilnehmer für die Abschlußveranstaltung des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR

Die Leitungen und Mitglieder des Übungsverbandes „Musikschau des DTSB der DDR“ und des „Sportfestverbandes der FDJ“ konzentrieren sich in ihrer politisch-künstlerischen Arbeit auf die weitere Erhöhung der Effektivität bei der kommunistischen Erziehung und der künstlerischen Aussagekraft ihrer Programme. Auf der Grundlage der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED entwickeln sie vielseitige Initiativen zur weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in der DDR.

Entsprechend zentraler Beschlüsse und in kameradschaftlichem Zusammenwirken beteiligen sich die Mitglieder beider Verbände aktiv an der Vorbereitung und Durchführung des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Sie leisten damit einen würdigen Beitrag zu Ehren des 60. Jahrestages des Roten Oktobers.

Ausgehend von der jeweils künstlerischen Aufgabenstellung zur Mitwirkung an der Abschlußveranstaltung ist es für die Mitglieder beider Verbände Ehrensache, durch hohe Leistungen und Disziplin die gewachsene Leistungsstärke zum Ausdruck zu bringen und die Möglichkeit gemeinsamer Auftritte von Blasmusikformationen des DTSB der DDR und der FDJ zu demonstrieren.

Zur weiteren Vorbereitung auf die Teilnahme an den Festtagen in Leipzig wird folgendes vereinbart:

  1. Beide Verbände tauschen bisherige Erfahrungen der politisch-ideologischen und künstlerischen Arbeit aus und beraten Maßnahmen zur bestmöglichen Vorbereitung aller Teilnehmer auf die Abschlußveranstaltung des VI. Turn- und Sportfestes der DDR. Sie konzentrieren sich dabei auf Erfahrungen zur Befähigung der Leitungen der teilnehmenden Kollektive. Besondere Beachtung ist der Stärkung der FDJ-Aktivarbeit zu widmen. Das Auftreten von Leitungsfunktionären und künstlerischen Leitern in den Kollektiven wird differenziert festgelegt.
  2. Während der Durchführung von Vorbereitungslehrgängen im Mai und Juli sind geeignete Veranstaltungen zu organisieren, die die Leitungen und Mitglieder beider Verbände näherbringen.
  3. Am 13. Mai 1977 wird es während des Vorbereitungslehrganges des Zentralen Musikkorps der FDJ und der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ ein Zusammenspiel mit Übungsleitern des DTSB der DDR geben, die für die Einstudierung des Repertoires der Abschlußveranstaltung im Übungsverband „Musikschau des DTSB der DDR“ verantwortlich sind. Dazu ist ein gesonderter Plan zu erarbeiten.
  4. Im April 1977 werden durch die Leitungen beider Verbände Möglichkeiten der Nutzung gemeinsamer Freizeitveranstaltungen während der Durchführung der Vorbereitungslehrgänge im Juli beraten.
  5. Der Inhalt dieser Vereinbarung ist in geeigneter Form den Mitgliedern beider Verbände zu erläutern und in den Mitteilungsblättern „der tambour“ und „Unser kleiner Trompeter“ zu veröffentlichen.
  6. Im Anschluß an das VI. Turn- und Sportfest der DDR werden die Erfahrungen der Arbeit mit dieser Vereinbarung gemeinsam ausgewertet Sie bilden gegebenenfalls die Grundlage für weitere Schritte der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Blasmusik zwischen dem DTSB der DDR und der FDJ.

Berlin, 31. März 1977

Für den Übungsverband „Musikschau des DTSB der DDR“

Rainer Eidenschink,
Leiter des Übungsverbandes

Rolf Lorenz,
Leiter des Gestalterkollektivs

Für den Sportfestverband der FDJ

Rüdiger Höfig,
Leiter des Stabes des ZMK und des Sportfestverbandes der FDJ

Generalmusikdirektor
H. Helmut Hunger,
künstlerischer Leiter des ZMK

BEGEISTERUNGSSTÜRME löste unter den 100 000 Zuschauern beim „V.“ die Musikschau der Spielleute des DTSB der DDR aus. 1680 Mitwirkende waren 1969 beim ersten selbständigen Auftritt der Spielleute dabei. Foto: Woldt

Speisepläne bereits komplett aufgestellt

Umfangreiche Vorbereitung treffen zur Zeit die Mitarbeiter der Handelsorgane und der Produktionsbetriebe der Turnfeststadt für die Versorgung der Teilnehmer des „VI.“, der Gäste und der Einwohner Leipzigs. So werden über 500 Einrichtungen zusätzlich zum Handelsnetz vorbereitet. In 45 Gaststätten, Werkküchen, Mensen und sieben Freiluftgaststätten wird es während der Festtage täglich 61 500 Portionen warmes Essen geben. Die gleiche Anzahl Verpflegungsmittel stellt man jeden Tag in 93 Ausgabestellen bereit.

Schon jetzt sind die 19 Speisepläne perfekt, die entsprechend dem unterschiedlichen Alter der Teilnehmer ausgearbeitet wurden. Beispielsweise wird es am 26. Juli mittags eine Roulade mit Kartoffeln und Gemüse geben. In jedem Gemeinschaftsquartier befindet sich eine Verkaufsstelle mit Waren des täglichen Bedarfs. Die sieben Freiluftgaststätten, die pro Tag 18 000 Portionen verabreichen sollen, werden von „Handelsleuten“ aus sieben Bezirken der DDR betreut.

Dabei entsprechen Ausstattung und Angebot dem Charakter des jeweiligen Bezirkes. „Potsdamer Kaffeegarten“, „Halle-Basar“ oder „Leipziger Rosenthal.“ sind einige der Namen. Diese Sondergaststätten stehen in den Nachmittags- und Abendstunden der Leipziger Bevölkerung sowie den Gästen zur Verfügung. Kultur- und Sportgruppen der Bezirke sorgen für gute Laune. Für die durstigen Kehlen werden in Betriebsküchen und mit Unterstützung der NVA u. a. 120 000 Liter Tee zubereitet.

Michael Leonhardt

wurde mit Wirkung vom 1. März 1977 zum amtierenden Leiter des Sektors Spielleute beim Bundesvorstand des DTSB der DDR berufen. Der 30jährige Ingenieur für Maschinenbau gehörte drei Jahre der Kommission Spielmannszüge Erwachsene an und ist bereits seit August des vergangenen Jahres hauptamtlicher Mitarbeiter im Sektor Spielleute. Genosse Leonhardt wurde 1967 Mitglied der Partei der Arbeiterklasse.

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Wettkampfplatz der Bezirksmeisterschaften 1977

Zeichenerklärungen

ET Ehrentribüne
MP Mandatsprüfung
HK Tisch des Hauptkampfrichters
BR Tisch für Berechnung
AB Abrißbereich
HB Haltebereich
EP Eckpunkt
1—5 Kampfrichtertische
AL Aufstellungslinie
APS Position des Stabführers

Verteilung der Kampfrichter an den Tischen:

Tisch 1: KR I1, II1
Tisch 2: KR I2, II2
Tisch 3: KR II3
Tisch 4: KR I3, III1
Tisch 5: KR III2, III3

Aufstellungsform der Fanfarenzüge des DTSB der DDR

Erläuterung der Symbole

Umrandete Kreuze
Plätze der Hochtrommler

Schwarze Punkte
Plätze der Flachtrommler

Freistehende Kreuze
Plätze der Bläser

Kreuz mit Fußnote 1
Position des Stabführers beim Marsch in der Bewegung

Kreuz mit Fußnote 2
Position des Stabführers beim Marsch im Stand

’78 DDR-Bestenermittlung für Blas- und Fanfarenorchester

Festlegungen der Kommission Orchester für die Bezirksmeisterschaften 1977 der Schalmeienkapellen

Die Kommission Orchester beschäftigte sich in ihrer April-Beratung mit der weiteren Vorbereitung der Blas- und Fanfarenorchester auf das VI. Turn- und Sportfest der DDR. Dabei beschloß sie Maßnahmen, die garantieren sollen, daß die Klangkörper ihr Repertoire perfekt beherrschen, wenn sie am 11. Juli in Leipzig anreisen. Folgende Festlegungen wurden getroffen, die für alle Schalmeienkapellen verbindlich sind:

• Die Kommission betrachtet die Teilnahme aller 13 für das „VI.“ berufenen Schalmeienkapellen an den diesjährigen Bezirksmeisterschaften für unbedingt erforderlich, wenn diese Klangkörper jenes Niveau erreichen wollen, das in Leipzig verlangt wird.

Deshalb muß jede berufene Schalmeienkapelle, die, aus welchen Gründen auch immer, den Bezirksmeisterschaften fernbleibt, von ihrer Verpflichtung entbunden werden und außerdem in die nächsttiefere Klasse absteigen. Ein anderes Kollektiv wird dann nachträglich in unseren Übungsverband für das „VI.“ berufen.

• Zu den Bezirksmeisterschaften haben die Schalmeienorchester folgendes Repertoire darzubieten:

im Stand

  • „Brüderlich verbunden“ und „Glückliche Zukunft“ im Zusammenhang
  • Locken

in der Bewegung

„Brüderlich verbunden“ und „Glückliche Zukunft“ bis zum Abriß und mit anschließender Locke

  • Ende der Bewertung

• Auftrittsordnung

  • Einheitliche Spielleutebekleidung, ohne Noten und Notenhalter sowie ohne Instrumentengurte (außer große Trommel).
  • Die Auftrittsstärke ist nicht

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Ordnungsform der Spielmannszüge (Lyren/Schlagzeuge)

Zeichenerklärungen

Kreis
Stabführer

Kreuz
Hornist

Strich
Trommler

Quadrat
Große Trommel

Dreieck, oben offen
Lyra

Dreieck, unten offen
Becken


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von der berufenen Teilnehmerstärke abhängig.

Alle nicht zum „VI.“ berufene Schalmeienkapellen können zwei Märsche, Lieder oder Musikstücke nach eigener Wahl melden und vortragen. Dabei ist zu beachten, daß der Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Leistungsklasse entspricht.

  • Ein Stück muß auf alle Fälle im Stand und eins in der Bewegung gespielt werden. Das jeweilige Musikstück ist in der Teilnahmemeldung dem Bezirksfachausschuß zu nennen.
  • Es ist letztmalig möglich, mit Taktstock (Dirigentenstab) zu taktieren. Ab 1978 darf nur noch mit Tambourstab taktiert werden.
  • Die Antrete- und Auftrittsordnung ist laut Wettkampfordnung vorzunehmen.
  • Eine Nichtteilnahme auch dieser Kollektive an den Bezirkstitelkämpfen zieht automatisch den Abstieg in die nächsttiefere Leistungsklasse nach sich.

• Alle Leiter der zum „VI.“ berufenen Kollektive haben zu garantieren, daß ihre Tamboure am Mai-Trainingslager teilnehmen.

Im kommenden Jahr führen alle Blas- und Fanfarenorchester erstmals eine DDR-Bestenermittlung durch. Um dazu eine Konzeption ausarbeiten zu können, ist es notwendig, daß von den Kollektivleitern Probleme, Wünsche und Anregungen der Kommission Orchester mitgeteilt werden. Hier die Anschrift: Adolf Oeter, 183 Rathenow, Fraunhoferstraße 7.

Schlaefke, Vorsitzender der Kommission Orchester

Freitaler Mädchen reagierten sofort

Der zentrale Mädchenspielmannszug von Stahl Freital schließt sich auch dem Wettbewerbsaufruf des Spielmannszuges von Dynamo Halle an. Unter anderem wollen die Mädchen die Bedingungen für das Sportabzeichen in Bronze erfüllen und jedes mindestens fünfmal die Turnfestmeile laufen. Die Freitalerinnen erweitern ihre Kenntnisse um gesellschaftliche Zusammenhänge und erwerben das Abzeichen „Für gutes Wissen“. Die Trainingsbeteiligung soll um fünf Prozent auf 90 gesteigert werden.

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Zwischen OP-Saal und einen „auf‘s Fell ziehen“

DIE SCHALMEIEN gefielen den Bürgern des Leipziger Stadtbezirkes West bei einem Auftritt in ihrem Wohngebiet besondern gut.Foto: Krabbes

In der letzten Februarwoche wurde in und um der 42. Oberschule im Leipziger Westen für einiges Aufsehen gesorgt. Nicht wenige Mieter der umliegenden Häuser hatten täglich „Aussichtsposten” — gut gepolstert, versteht sich — am Fenster bezogen, größere Ansammlungen, zumeist von „Menschenknäbelein“ verfolgten das Geschehen in der Regel etwas unmittelbar. Kein Wunder, denn vom 20. bis zum 25. Februar hatten alle Mädchenspielmannszüge — insgesamt sechs — die an der Musikschau zum VI. Turn- und Sportfest teilnehmen, hier ihr Quartier zum dritten Trainingslager aufgeschlagen, probten Musikstücke und Bewegungsabläufe. Summa summarum 226 Mädchen, die sich da, angeleitet von ihren Betreuern, auf das große sportpolitische Ereignis des 77er Jahres vorbereiteten. Und geübt wurde vor allem auf dem Schulhof. Kein Wunder also...

Wir sitzen in einem der umfunktionierten Klassenzimmer: Campingliegen in Reih und Glied aufgestellt (auf fast jeder thront ein gewaltiges Maskottchen), die Schulbänke in der Mitte des Raumes sind zu einer soliden Reihe Mehrzwecktische zusammengeschoben. Eines fällt sofort auf: Dieses Ein-Wochen-Provisorium strahlt Gemütlichkeit aus; hier ein paar Blumen, dort zur Dekoration Leipziger Souvenirs.

Sie heißt Birgit Nehrkorn, 18 Jahre jung und schlägt das vierte Jahr die kleine Trommel im Spielmannszug der BSG Verkehrsbetriebe Dresden. Ihre Antworten kommen wohlüberlegt, sachlich, aber nicht ohne Charme.

Wie kommt man eigentlich als junges Mädchen in einen Spielmannszug, aber vor allem, mit welcher Motivation bleibt man dabei, opfert Freizeit, obwohl Disko, Theater, Kino und vieles andere mehr im gleichen Moment ihr gewiß nicht unattraktives Angebot parat halten?

Begonnen hatte es bei Birgit in der Schule mit einem Aushang nach dem Motto „Wer hat Lust mitzumachen?“ Sie kam, sah und blieb und bis dato gab und gibt es noch keine „Absprunggedanken“, ganz im Gegenteil. Der Grundausbildung im Zug folgte dann — nachdem man sich für sein Instrument entschieden hatte — die spezielle Übungstätigkeit. Und warum eigentlich bei ihr die Trommel? „Mir imponierte die erforderliche hohe Synchronität im Bewegungsablauf. Wenn man hier falsch spielt, sehen das die Leute, im Gegensatz zu den Flöten beispielsweise.“

Nun, daß die 1,52 Meter große Birgit ihr Handwerk in den vergangenen vier Jahren ausgezeichner zu beherrschen gelernt hat, beweist nicht zuletzt die Tatsache, daß sie als Übungsleiterin fungiert.

Das Wort Hobby möchte sie im Zusammenhang mit dem Spielmannszug nicht hören. „Was man dafür braucht, ist echtes Engagement, denn das regelmäßige Training und die Verpflichtungen zu bestimmten Höhepunkten, das Vorbereiten darauf, das kostet ganz schön viel Zeit. Es ist wirklich nicht einfach, dabei immer alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Aber wenn wir sehen, wie sich die Leute freuen, am 1. Mai, bei Fackelzügen, oder in Betrieben — dann kommt man gar nicht auf den Gedanken aufzuhören“. Wie sie das sagt — es wirkt nicht aufgesetzt sondern überzeugend. Denn als Studentin an der Medizinischen Fachschule in Dresden gibt es wahrlich für sie eine Menge zu tun. Da sind ja nicht nur Vorlesungen und Seminare, sondern auch Praktika auf Station und im OP, auch Schichtdienst, wohlgemerkt. Ihr Berufswunsch: Kinderkrankenschwester. Einsatzfreude und Steherqualitäten sind auch hier reichlich gefragte Tugenden.

Einmal je Woche — von 17 bis 19 Uhr — trainiert der Spielmannszug in der 10. Oberschule in Dresden-Mitte, gehorcht man den Übungsleitern. Einmal in der Woche üben, sagt sie, damit ist es meistens nicht getan. Und wo sonst, als in der elterlichen Wohnung sollte man außerhalb der offiziellen Zeit einen „aufs Fell ziehen“. Das dabei die Nachbarn nicht immer das rechte Ohr dafür haben, räumt sie lächelnd ein.

Ins dritte Trainingslager nach Leipzig kamen die Spielmannszüge der BSG Stahl Freital, Eberswalde, Benndorf, Cottbus (der zahlenmäßig stärkste), Empor Quedlinburg und die 42 Mädchen nebst Betreuern der Verkehrsbetriebe Dresden. Seit wann läuft ihre Vorbereitung auf die Musikschau des „VI.“?

„Im Mai 1976 haben wir von unserer Delegierung nach Leipzig erfahren. Die Freude war natürlich bei allen riesengroß. Bis dahin gab es für uns eine ganze Reihe Bewährungsproben. So die Pokalwettkämpfe, da wurde unser Zug fünfter und die Bezirksmeisterschaft, wo wir Bronze holten. Danach kam das erste Trainingslager in Freital.

Im Oktober, beim zweiten, waren wir auch schon in Leipzig. Im Sommer sind wir bereits ab 11. Juli in der Turnfeststadt, da kommt dann der letzte Schliff. Es macht wirklich viel Spaß. Denn wir merken alle, was die Trainingslager ausmachen, es klappt von Mal zu Mal besser. Und es ist ja nicht so, daß wir beim VI. nur mitmachen. Wir haben einen Auftrag, eine Verpflichtung, zum guten Gelingen dieses großen Festes beizutragen. Da muß man schon voll da sein.“ Also Lampenfieber? „Na klar! Man kann ja wirklich eine ganze Menge falsch machen“.

Sie haben jedenfalls ihre Zeit bisher intensiv genutzt, haben fleißig geübt und immer wieder geübt. Und am Freitag, Tag ihrer Abreise, stand schon die nächste Bewährungsprobe auf dem Programm: Pokalwettkämpfe.

Wir können sicher sein, auch was da zur Musikschau beim VI. Turn- und Sportfest auf uns zukommt, wird zu einem Höhepunkt des „VI.“, zum Höhepunkt in der Spielleutebewegung, wird mit viel Leidenschaft, Freude, Lebenslust und großem Können vorgetragen.

Und was würde sich Birgit Nehrkorn selbst gern ansehen, während dieser großen Leipziger Sporttage? „Wenn es die Zeit erlaubt, auf alle Fälle das Fußballspiel DDR—UdSSR, gar keine Frage!

Nun, sie müßte nicht aus der Dynamo-Stadt an der Elbe kommen...

Andreas Rentzsch

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EINDRUCKSVOLL spielte bei den Bezirksproben der Fanfarenzug „Dr. Richard Sorge“ der SG Dynamo Potsdam Stadt auf. Dieser bewährte Klangkörper geht sehr gut vorbereitet in die letzten Wochen vor dem „VI.“.Foto: Hänel

Attraktive Plakate warten auf die Sportverbände

340 Werke der Malerei, Grafik, der Plastik, der angewandten Kunst sowie Plakate wählte eine Jury aus 780 eingereichten Arbeiten von mehr als 300 Künstlern der DDR für die Ausstellung „Kunst und Sport“ aus. Die Exposition, die am 24. Juni im Leipziger Messehaus am Markt eröffnet wird, ist dem „VI.“ gewidmet.

„Es gibt meines Erachtens eine erfreuliche Entwicklung bei den Plakaten“, urteilte Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Gerhard Winkler, Direktor des Museums für bildende Künste zu Leipzig. „Wenn ich vergleiche, was wir zur Auswahl hatten, und dann das, was uns noch Tag für Tag an den Litfaßsäulen ärgert, bleibt zu wünschen, daß die Vorschläge der Künstler schnell von den Sportverbänden aufgegriffen werden. Recht erfreulich ist auch das Angebot an Plastik. Von den 40 eingereichten Arbeiten bestätigte die Jury 28. Nicht befriedigen kann allerdings das Angebot an angewandter Kunst. Dabei geht es mir nicht nur um Pokale, sondern auch um andere künstlerische Gegenstände zum Thema Sport. Außerdem gibt es noch zu wenig gute Porträts von Spitzensportlern und verdienstvollen Trainerpersönlichkeiten.“

Woche der Jugend und der Sportler

Der Fanfarenzug Dr. Richard Sorge von Dynamo Potsdam Stadt und die Mädchenspielmannszüge von Fortschritt Cottbus und Tiefbau Eberswalde spielen zur zentralen Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Woche der Jugend und der Sportler. Dieses Ereignis findet am 21. Mai in Wendisch-Rietz am Scharmützelsee statt.

Zur Einstufung der Spielmannszüge

Eine Arbeitsgruppe Einstufung der Kommission Spielmannszüge hat sich konstituiert. Zum derzeitigen Leiter wurde Peter Ahlborn ernannt. An ihn sind die Noten zur Einstufung der Spielmannszüge in der bisher üblichen Form einzureichen. Hier die Anschrift:

Peter Ahlborn, 4253 Helbra, Ottostraße 28.

Am 25. Juni auf der Alfred-Rosch-Kampfbahn

Kleiner Test bei Südwest

Für etwa 6000 Sportlerinnen und Sportler aus den Bezirken Erfurt, Magdeburg und Gera sowie aus dem Übungsverband Musikschau bereiten die Einwohner des Leipziger Stadtbezirkes Südwest in 14 Gemeinschaftsunterkünften und über 1000 Privatquartieren ein zweites Zuhause für die Zeit des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR vor. Dabei werden die Gastgeber von Handwerkern aus den Gastbezirken unterstützt. Aber auch Werktätige aus Betrieben, die Patenschaften übernommen haben, wie dem VEB Pumpen- und Gebläsewerk, dem Kirowwerk und dem GISAG-Kombinat, legen mit Hand an.

Die „Sportfestgeneralprobe“ des Stadtbezirkes ist für den 25. Juni vorgesehen. Neben Kulturveranstaltungen (unter anderem mit dem Auftritt von Spielleuten des DTSB und dem Erich-Weinert-Ensemble) steht auf den fünf ständigen Meilenstrecken das Bewältigen der Turnfestmeile auf dem Programm. Auf dem Gelände der Alfred-Rosch-Kampfbahn können die Bürger des Stadtbezirkes und ihre vielen Gäste die Bedingungen für das bronzene Sportabzeichen erfüllen und sich an Pokalwettkämpfen des FDGB und der FDJ beteiligen.

Spielleute musizieren für die Delegierten des FDGB-Kongreßes

Einen ehrenvollen Auftrag erhielten einige zum VI. Turn- und Sportfest berufene Kolektive. Sie dürfen am 17. Mai, dem zweiten Beratungstag des 9. FDGB-Kongresses, für die Delegierten vor dem Palast der Republik in unserer Hauptstadt spielen. Dazu wurden ausersehen: die Schalmeienkapelle von Motor Rathenow, der Fanfarenzug von Dynamo Nordwest Berlin, der Nachwuchsspielmannszug vom Erdölverarbeitungskombinat Schwedt, die Schalmeienkapellen von Dynamo Hohenschönhausen und Lok Brandenburg und der Mädchenspielmannszug von Tiefbau Eberswalde.

Nachruf

Schmerzerfüllt erhielten wir die Mitteilung, daß der verdienstvolle Stabführer der SG Oberlichtenau

Edwin Heerklotz

am 13. Februar 1977 im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Edwin Heerklotz, der auch als Komponist große Erfolge hatte — u. a. verdanken wir ihm den Altmeistermarsch — wird uns in ewiger Erinnerung bleiben. Er hat sich um die Spielleute verdient gemacht.

Kurt Gruhs, Sektionsleiter der SG Oberlichtenau

Nachruf

Tief erschüttert erhielten wir die Nachricht vom Ableben des Mitgliedes unseres Spielmannszuges

Walter Klatt

Der 74jährige gehörte zu den Gründern des Parchimer Spielmannszuges und war über zehn Jahre der technische Leiter des Klangkörpers.

Sein vorbildliches Wirken soll uns Verpflichtung sein. Wir werden Walter Klatt niemals vergessen können.

Spielmannszug BSG Einheit Parchim

Nachruf

Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb im Alter von 72 J. unser Übungsleiter

Gottlieb Stehlik

Er gehörte seit vielen Jahren zum Spielmannszug Luisenthal und wurde für seine aufopferungsvolle Tätigkeit, seine hohe Einsatzbereitschaft, mit der Ehrennadel des DTSB der DDR in Bronze ausgezeichnet.

Wir werden das Andenken Gottlieb Stehliks stets in Ehren halten.

Spielmannszug BSG Traktor Luisenthal

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NOTIZEN AUS DER TURNFESTSTADT

Zweimal wöchentlich Meilenschwimmen

In fünf der neun Volksschwimmhallen der Tumrnfeststadt werden zweimal wöchentlich Bahnen zur Absolvierung der Meile (400 m) freigehalten. Die Aufsicht haben Angehörige des Wasserrettungsdienstes des DRK übernommen, die auch die Bestätigung geben. Der DTSB-Stadtvorstand stellte dazu ausreichend Meilenpässe zur Verfügung.

Havariedienst der Leipziger Handwerker

Leipzigs Handwerker, die seit Monaten tatkräftig bei der Rekonstruktion und Verschönerung von Sportanlagen und Gemeinschaftsquartieren mithelfen, werden auch während der Sportfestwoche auf Abruf bereitstehen. Einen besonderen Havariedienst will die PGH „Gas und Wasser“ einrichten, damit die sportlichen Wettkämpfe und die Betreuung der zahlreichen Gäste ohne Störungen erfolgen können.

Sonderschüler fertigen Plasttafeln

Plasttafeln in den Ausmaßen von 30 x 40 cm mit dem Emblem des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR werden von Schülern der 6. Klassen der Sonderschule Nord in Leipzig angefertigt. Mit diesen farbig gestalteten PVC-Hohlprägungen wollen die Mädchen und Jungen zur Ausgestaltung ihrer Schule sowie öffentlicher Einrichtungen im Wohngebiet beitragen.

Kinder der Gastgeber fahren zu den Gästen

410 Kinder des Leipziger Stadtbezirkes Südwest — hier sind Teile des Übungsverbandes Musikschau sowie Sportler aus Magdeburg, Erfurt und Gera untergebracht — werden während des „VI.“ Ferientage in den schönsten Urlaubsgegenden der Bezirke Erfurt und Magdeburg verbringen. Für die Veteranen der Arbeit von Südwest plant der Bezirksverband Magdeburg eine Ausflugsfahrt in den Harz.

Unsere Gastgeber-Stadtbezirke zum „VI.“ vorgestellt

EIN SPORTMUSEUM wird im Hauptgebäude des Leipziger Sportforums aufgebaut. Es soll die Entwicklung der Körperkultur vom vorigen Jahrhundert an zeigen. Hier begutachten Gertraude Lichtenberger und Dr. Egon Schumann vom Leipziger Museum für Geschichte eine Fahne der Schleizer Turner aus dem Jahre 1841. Foto: Kluge

Zwischen Elsterstausee und Clara-Zetkin-Park

Heute: Stadtbezirk Leipzig Südwest

Der Stadtbezirk Leipzig Südwest ist der flächenmäßig ausgedehnteste Stadtbezirk der Messestadt und umfaßt die Stadtteile Plagwitz, Schleußig, Großzschocher, Kleinzschocher sowie Knautkleeberg. Er erstreckt sich längs der Weißen Elster von der Stadtmitte, wo er noch Teile des Zentralen Kulturparkes „Clara Zetkin“ erfaßt, bis weit nach Süden, wo er am Elsterstausee von den Ausläufern des zum Bornaer Braunkohlenrevier gehörenden Tagebau Zwenkau begrenzt wird. Mit über 81 000 Einwohnern ist Südwest der viertgrößte der sieben Leipziger Stadtbezirke. Er hat damit immerhin dreimal mehr Einwohner als die Bezirksstadt Suhl.

Die wichtigsten Betriebe im Stadtbezirk Südwest — hier ist übrigens die Leipziger Industrie konzentriert — sind das Kirowwerk (einer der bedeutsamsten Schwermaschinenbaubetriebe der DDR/Trägerbetrieb von Motor West), das Kombinat für Gießereiausrüstungen und Gußerzeugnisse GISAG (Stahl Südwest), der VEB Buntgarnwerke (Fortschritt Plagwitz), der VEB Bodenbearbeitungsgeräte BBG (Motor Lindenau), das Blechverformungswerk, das Pumpen- und Gebläsewerk, der VEB Industriearmaturen- und Apparatebau, und der VEB Druckmaschinenwerke (vormals Polygraph).

Die BSG Stahl Südwest ist die größte Sportgemeinschaft des Stadtbezirkes. Bereits zweimal wurde sie als „Vorbildliche Sportgemeinschaft des DTSB der DDR“ ausgezeichnet. Stahl Südwest war es auch, die im Januar zum DTSB-Wettbewerb 1977 aufrief.

Die Sportgemeinschaften des Stadtbezirkes: Stahl Südwest, Motor West, Motor Lindenau, Aufbau Südwest, Einheit Pädagogik, Lok West, Empor Mitte, Motor Fördertechnik, Motor Armaturen, Fortschritt Plagwitz, Motor Südwest und Fortschritt Kleinzschocher.

Die unten folgenden Aufstellungen der wichtigsten Sportanlagen des Stadtbezirkes (u. a. fehlen aus Platzgründen fünf Bootshäuser und sechs kleinere Sportplätze) läßt das bedeutende sportliche Potential in diesem traditionellen Zentrum der Leipziger Arbeiterklasse ahnen. Praktisch kann in den fast 100 Sektionen der zwölf Betriebssportgemeinschaften jede Sportart betrieben werden, wenn der Wintersport einmal ausgeklammert wird. Weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt ist die Alfred-Rosch-Kampfbahn in Kleinzschocher (S-Bahn-Station). Sie gehört zu den modernsten Bahnradsportanlagen des Kontinents, ist überdacht und verfügt über Sitzplätze für fast 10 000 Zuschauer. 1961 fanden hier die Weltmeisterschaften im Bahnradsport für Amateure und Profis statt.

Was für den internationalen Tennissport Wimbledon bedeutet, sind für die Tennisspieler der DDR die vorzüglichen Tennisplätze im Stadion der Bauarbeiter bei Aufbau Südwest. Hier finden alljährlich die DDR-Meisterschaften statt.

Indes für die Spielleute sind das Stadion der Freundschaft, die Nannenwiese (unser zentraler Trainingsplatz) und die Kurt-Kresse-Kampfbahn interessant, da hier die Trainingstage unmittelbar vor dem „VI.“ verbracht werden. Der Sportplatz Nonnenwiese — Heimat des Zentrums für aktive Erholung — erhält ein Eingangstor in der für Spielmannszüge erforderlichen Breite. Um den Spielleuten optimale Übungsmöglichkeiten zu schaffen, wird die Barriere entfernt. Die Sportplatzumrandung muß nach dem Sportfest wieder angeschweißt werden.

Einige Sport- und Kulturstätten des Stadtbezirkes (in Klammern die Verkehrsverbindungen):

Nonnenwiese (Straßenbahnlinien 1, 2; Haltestelle Clara-Zetkin-Park)
Stadion der Freundschaft (1, 4, 5; „Adler“ — A-Bus; „Adler“)
Kurt-Kresse-Kampfbahn (1; Kurt-Kresse-Kampfbahn)
Alfred-Rosch-Kampfbahn (4, 4 E, 5; Kötzschauer Str.; S-Bahn)
Stadion der Bauarbeiter (1; Oeserstr.; A-Bus, Elstertal)
Sporthalle Südwest (4, 4 E, 5; Schwartzestr.)
Sporthalle Triftstraße (4, 4 E, 5; Huttenstr.)
Volksschwimmhalle Antonienstr. (1, 4, 5; „Adler“; A-Bus)
Volksschwimmhalle Großzschocher (wie Alfred-Rosch-Kampfbahn)
Naturhad Großzschocher (4; Wasserwerk)
Sommerbad Schleußig (wie Stadion der Freundschaft)
Elsterstausee (4; Endstelle Knautkleeberg)
Kulturhaus Artur Nagel (4, 5; Huttenstr.)
Kulturhaus Alfred Frank (1, 3, 4, 5; „Adler“; A-Bus Gießerstr.)

Klaus Müller

Otto Benne

wurde am 28. März 75 Jahre alt. Sportfreund Benne gehört zu den verdienstvollsten Spielleuten überhaupt. Von Anfang an war sein Wirken eng mit dem Arbeitersport verbunden. Schon 1916 trat er dem Eislebener Spielmannszug bei, prägte er die Entwicklung des traditionsreichen Klangkörpers dieses Zentrums der Arbeiterklasse maßgeblich mit. Seine besondere Liebe und Fürsorge in den zurückliegenden drei Jahrzehnten galten dem Nachwuchs. Otto Benne vermittelte als Übungsleiter den jungen Spielleuten sein großes Wissen. Seine beispielhaften Leistungen würdigte man u. a. mit der Verleihung der Ehrennadel des DTSB der DDR in Gold.

Wir wünschen unserem Otto Benne noch viele Jahre bei bester Gesundheit, Schaffenskraft und Lebensfreude.

Spielmannszug BSG Mansfeldkombinat Eisleben-Ziegelrode


Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB der DDR, Berlin — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck - Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4