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Der Tambour/Ausgabe 1980 06
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
Die Ausgabe 06/1980 des Mitteilungsblattes „der tambour“ erschien im Juni 1980.
Der Originaltext der 8 Seiten:
| Nummer 6 1980 | |
| Nummer: | 6/80 |
| Erschienen: | Juni 1980 |
| Jahrgang: | 13 |
| Seiten: | 8 |
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Seite 1
HEUTE AUF SEITE
| 2 | Zweimal Traumnote für glanzvolle Mühlhausener Kür |
| 4 | Mit „Sonne im Herzen“ zum sechsten Titel |
| 5 | Zwei Absteiger kehren ins „Oberhaus“ zurück |


Seite 2
Zweimal die Traumnote für glanzvolle Union-Kür
Union Mühlhausen mit attraktiver Kür voller Höchstschwierigkeiten / Über 3000 Zuschauer spendeten Szenenapplaus / Auch Begeisterung für Vizemeister Dynamo Halle
Über das Niveau, die Ausstrahlungskraft dieser 9. DDR-Meisterschaft der Erwachsenen-Spielmannszüge im Apoldaer Städtischen Stadion lieferten allein schon die gut 3000 Zuschauer eine überzeugende Aussage: sie hielten trotz strömenden Regens bis zum Schluß aus, feierten mit Ovationen die Darbietungen der beiden führenden Klangkörper. Spielleuteherz, was willst du mehr! Nach Halles mit Perfektion und musikalischer Originalität vorgetragenem Kürprogramm („Spanischer Zigeunertanz“ und „Berliner Luft“) wollten nicht wenige schon den neuen Meister gesehen haben, zumal Dynamo auf 94,05 Punkte kam, einem Wert, der noch niemals erreicht wurde. Doch dann beschloß Union Mühlhausen den Kürnachmittag mit dem Besten, was von einem Spielmannszug in unserem Lande bislang zu hören war. Eine Darbietung, die unvergessen bleiben wird.



Union hatte den Sirius-Marsch aus dem Programm genommen und die Mühlhausener Kürschau mit dem Knüller des Vorjahres, der My Fair Lady, eingeleitet. Und dies garniert mit verblüffenden Effekten der Trommler, Flöter, Lyraspieler und des Mannes am Becken (Volker Schwarz). Da ließ man sich eine Menge einfallen, ging die Originalität in keiner Phase auf Kosten der Exaktheit, der Synchronität der Bewegungsabläufe. Also nicht nur ein Genuß für das Ohr, sondern auch für das Auge.
Und dann die Premiere des zweiten Kürtitels, Sound ‘80 genannt. Ein Potpourri moderner Rhythmen, Ohrwürmer aus den Diskotheken. Wer dies so gekonnt zu spielen versteht, muß ein Kollektiv perfekter Solisten aufbieten können. Union Mühlhausen vermochte das. Die Dakapowünsche des begeisterten Publikums waren nur zu verständlich. Sonderbeifall dann für die Bewertung, als im Hauptpunkt I, dem Spiel der ersten Flöte und der Mehrstimmigkeit sowie im Hauptpunkt II, dem richtigen und sauberen Spiel, Variation und Lyren, jeweils einmal die Traumnote 10,0 gezogen wurde (vom Potsdamer Kampfrichter Leo Ertel).
Zu Mühlhausen gibt es noch mehr zu sagen. Lok plazierte sich nach 1978 (Bronze) wiederum auf einen Medaillenplatz. Dabei fiel nicht nur der Leistungszuwachs dieses Kollektives auf, sondern auch die perfekten Arrangements des Fatinitza Marsches und der Brneska Polka. Die Gesamtpunktzahl von 87,60 ist persönliche Bestleistung des Klangkörpers. Den Triumph der Spielleute aus der Thomas-Müntzer-Stadt hätte beinahe Neuling Sachsensiedlung komplettiert. Indes vier Punkte Abzug in der Strafskala (wegen nicht eingetragener Berufe in acht Ausweisen) ließ die Freunde von der Sachsensiedlung vom vierten auf den achten Rang zurückfallen.
Am sehr guten Gesamteindruck dieser Titelkämpfe, die der Spielmannsmusik neue Wege wies, haben auch die Kollektive aus Ziegelrode, Oberlichtenau, Zabeltitz, Aschersleben, Lübbenau, Brandenburg und Geraberg ihren Anteil. Die Geraberger, die nicht auf dem Sportplatz, sondern am grünen Tisch (siehe nebenstehenden Kommentar) unterlagen, sollten zuversichtlich neuen Anlauf nehmen. Und dann vielleicht auch mit einem Tambourstab, statt des einfach nicht mehr in die Landschaft passenden Dirigentenstabes.
GÜNTHER GIESSLER
Mißklang
Disqualifikation ist für den Betroffenen immer bitter. Und dies umsomehr, wenn sie ein traditionsreiches, überall geachtetes Kollektiv betrifft. In Apolda war dies so. Der Erwachsenen-Spielmannszug von Chemie TW Geraberg mußte disqualifiziert werden, weil die Geraberger Ausweise nicht der Wettkampfordnung entsprachen. Zum Sachverhalt. Während einer Anleitung der BFA-Vorsitzenden am 20. März 1980 in Berlin wurde eine Änderung der Wettkampfordnung bekanntgegeben, die Eintragungen in die Sportausweise betrifft. Der BFA Suhl war in dieser Beratung durch einen Vertreter des BFA-Vorsitzenden präsent. Die beschlossene WKO-Änderung ist aber weder beim BFA-Vorsitzenden, noch bei den Kollektiven des Bezirkes „angekommen“. So reisten die Geraberger mit unvollständigen Ausweisen zur DDR-Meisterschaft und mußten der Wettkampfordnung entsprechend disqualifiziert werden, was mit dem Abstieg zur Leistungsklasse I gleichbedeutend ist. Ohne Zweifel ein bedauerlicher Mißklang. Leidtragende sind viele Jungen und Mädchen, die sich ein Jahr lang intensiv auf diese Meisterschaft vorbereiteten. Doch wenn wir die WKO nicht einhalten, brauchen wir uns solch ein Regelwerk zur reibungslosen Durchführung unserer Wettkämpfe nicht zu schaffen. So hart es für die Geraberger auch ist.
G.G.

